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Pädagogische Qualität mit Schwerpunkt auf der Kindergartenskala

Hausarbeit 2014 17 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Qualitätsbegriff
2.1 Qualität in Kindertageseinrichtungen
2.2 Dimensionen pädagogischer Qualität

3. Vorstellung eines Qualitätskonzeptes
3.1 Die Kindergarten-Einschätz-Skala (KES)
3.2 Aufbau der KES-R
3.3 Anwendung der KES-R
3.4 Die Bewertung

4. Schluss

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Frage nach der Qualität gewinnt zunehmend an Bedeutung in Deutschlands Kindergärten. Bereits seit den 1990er Jahren existieren in Deutschland Konzepte zur Entwicklung von Qualität in Kindergärten. Qualität kann aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden und die Konkretisierung dieses Begriffes ist temporär, da ständig eine Weiterentwicklung und Verbesserung angestrebt wird. Dies bietet eine Diskussionsgrundlage zur Qualität von Kinderbetreuungsangeboten, denn es können ganz unterschiedliche Perspektiven von Bedeutung sein, wenn es um die Betreuung von Kindern geht. Für jene selbst, ihre Eltern, die Fachkräfte und die Träger der Einrichtungen, für Wissenschaftler und Politiker sowie für die Gesellschaft hat Qualität insgesamt jeweils individuelle Bedeutungen (vgl. http://www.kindergartenpaedagogik.de/6a.pdf, S.63). All diese Erwartungen gilt es zu erfüllen. Die Qualitätsentwicklung und mit ihr die Diskussionen um diese werden auch in Zukunft ein aktuelles Thema in Kindertageseinrichtungen sein. In dieser Arbeit sollen nun die Grundsteine pädagogischer Qualität erklärt und ein Konzept sowie dessen Umsetzung dargestellt werden. Dabei werden zunächst die Hintergründe und die Relevanz der Qualitätsfrage geklärt und anschließend der Qualitätsbegriff anhand der Normenstandardisierung DIN EN ISO und mit den Worten von Wassilios Fthenakis erläutert, um darauf aufbauend die unterschiedlichen Qualitätsdimensionen darstellen zu können. Im Folgenden wird ein Konzept präsentiert, welches in Deutschland als Verfahren zur Qualitätsbestimmung/-sicherung und ihrer Weiterentwicklung herangezogen wird: Die Kindergarten-Skala (KES-R). Abschließend wird vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Studien der Frage nachgegangen: Hat die pädagogische Qualität Auswirkungen auf die Bildungseffekte von Kindern?

2. Der Qualitätsbegriff

Bevor Dimensionen und Konzepte von pädagogischer Qualität präsentiert werden, stellt sich die Frage, was man unter pädagogischer Qualität eigentlich versteht? Dies gilt es im diesem Kapitel zu erläutern. Der Ursprung des Wortes Qualität liegt im Lateinischen "qualis" (= "wie beschaffen"). Qualität steht für Beschaffenheit, die Gesamtheit der Eigenschaften, Wert und Güte einer Sache. Mit der DIN EN ISO, einer ab 1990 europaweit eingeführten Normenstandardisierung wurde festgelegt, dass der Qualitätsbegriff sich auf alle Maßnahmen bezieht, die geeignet sind, "die Gesamtheit von Merkmalen einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegten und vorausgesetzten Erfordernisse ]X erfüllen" (vgl. http://www.kindergartenpaedagogik.de/2075.html).

Qualitätssichernde Verfahren wurden in allen Industrie- und Schwellenländern eingeführt. Die Orietierung verlief vor allem an zwei kontroversen Konzepten. Zum einen das Messen und Prüfen von Produkten und Dienstleistungen sowie die Planung und Erstellung nach standardisierten Kriterien zur Reduzierung beziehungsweise Vermeidung von Fehlern. Zum anderen die Entfaltung einer strukturierten innerbetrieblichen Diskussion über Qualitätsziele und deren Erreichung. Anschließend wurde versucht beide Konzepte miteinander zu verbinden (vgl. http://www.kindergartenpaedagogik.de/2075.html).

Schließlich kam es in Deutschland zu ernsthaften Bemühungen, Ansätze des Qualitätsmanagements aus der Privatwirtschaft ebenfalls auf den Bereich der Kindertageseinrichtungen zu übertragen. Ziel dabei war es, mit einem strikt überprüften Einsatz von Ressourcen ein standardisiertes Qualitätsniveau öffentlicher Dienstleistungen sicherzustellen und den Einsatz von Haushaltsmitteln gegenüber den Steuerzahlern deutlich zu machen. Die Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz für jedes Kind im Jahr 1996 entfachte im Bereich der Kindertagesbetreuung intensive Anstrengungen um das Thema Qualitätsmanagement. Es waren nun qualitätssichernde Maßnahmen erforderlich, damit keine pädagogischen Bedürfnisse unter der enormen quantitativen Ausweitung leiden mussten.

Gegen Ende der 1990er Jahre wurde das Interesse an Qualitätsmanagement noch größer auf Grund der wachsenden Konkurrenz der Träger. Gerade in Ballungsgebieten hatten Eltern für die Anmeldung ihres Kindes inzwischen eine große Auswahl von Möglichkeiten zwischen verschiedenen Kindergärten. Eltern, welche auf Grund ihres Einkommens entsprechend auch einen höheren Kindergartenbeitrag zahlen mussten, entschieden sich zunehmend für eine Einrichtung mit hoher Erziehungsqualität (vgl. http://www.kindergartenpaedagogik.de/2075.html). Doch womit kann man Qualität in Kindergärten messen? In dieser Arbeit wird weiterführend eine Methode der Qualitätsbestimmung erklärt.

2.1 Qualität in Kindertageseinrichtungen

Die ersten beiden Veröffentlichungen mit dem Titel „Qualität.. für Kinder“ im deutschsprachigen Raum wurden vor achtzehn Jahren publiziert. Darunter zum einen die „Qualitätsziele in Einrichtungen für kleine Kinder“ des Europäischen Netzwerk Kinderbetreuung aus dem Jahr 1996. Diese Zielvorgaben, die von Fachleuten aus allen damaligen EU-Ländern gemeinsam erarbeitet wurden, sollten als Grundlage für die Definition eines qualitativ hochwertigen Systems von Einrichtungen stehen und von allen EU-Staaten bis zum Jahr 2006 erreichbar sein. Das Buch „Mehr Qualität für Kinder“ der Schriftenreihe des Charlotte Bühler-Instituts in Wien erschien im gleichen Jahr. Es resümiert auf der Grundlage desselben Kinderbetreuungsnetzwerkes der EU und unter Berücksichtigung internationaler Diskussionen die Entwicklungen des Österreichischen Kindergartens. Darauf folgten mehrere Veröffentlichungen unterschiedlicher Modelle zur Qualitätsentwicklung und zum Qualitätsmanagement. Im August 1997 kam die KES heraus, die Kindergarten- Einschätz-Skala von Tietze et al., im Mai 1998 folgte die Veröffentlichung „Qualität im Dialog entwickeln“ vom Kronberger Kreis für Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen und im August 1998 erregte Wolfgang Tietze mit seiner Frage „Wie gut sind unsere Kindergärten?“ und der entsprechenden Antwort einiges öffentliches Interesse. Die entsprechende Studie wird im Schluss zur Erörterung der Frage, welche Auswirkungen die Qualität der kindlichen außerfamiliären Betreuung auf die Bildungseffekte der Kinder hat, herangezogen. Im Mai 1999 legte Ulrike Ziesche ihr „Werkstatthandbuch zur Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten“ vor. 2000 veröffentlichten Erath et al. das Buch „Das Kita-Management-Konzept“ für „Kindertagesstätten auf dem Weg zur optimalen Qualität“, in dem er versucht, alle aktuellen Konzepte miteinander zu verbinden (vgl.http://www.hamburg.de/contentblob/118856/data/qualitaetsentw-kita.pdf, S.5).

Mit dem Buch „Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder“, legen Tietze und Viernickel einen Nationalen Kriterienkatalog für die Arbeit mit Kindern im Alter von null bis sechs Jahren bereit. Dieser Katalog entstand im Rahmen der „Nationalen Qualitätsinitiative im System der Tageseinrichtungen für Kinder“ (NQI), welche 1999 als bundespolitische Antwort auf die Qualitätsfrage vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, und Jugend konstituiert wurde. Einen erheblichen Einfluss hatte die NQI insofern, als dass erstmalig „Kriterien zur Erfassung und Sicherung der Erziehungsqualität“ (BMFSFJ, 2003) und entsprechende Evaluationsinstrumente entwickelt hergeleitet wurden. Somit steht nun in der überarbeiteten und ergänzten dritten Auflage von 2007 ein „umfassendes und konsensfähiges Instrumentarium zur Erfassung, Sicherung und Weiterentwicklung von Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder“ (Tietze/Viernickel, 2007, S.7) bereit. Wassilios Fthenakis sagte einst, Qualität sei ein „komplexes“, „dynamisches“ sowie „perspektivisches“ Konstrukt (vgl. Fried, 2001, S.22). Im nächsten Abschnitt soll diese Aussage basierend auf den unterschiedlichen Ebenen von Qualität erläutert werden.

2.2 Dimensionen der Qualität in Kindertageseinrichtungen

Qualität ist mehrdimensional. Tietze unterscheidet zwischen der Strukturqualität, Prozessqualität und Orientierungsqualität (vgl. Tietze/Viernickel, 2003, S. 11). Die Differenzierung zwischen diesen Dimensionen ist von zentraler Bedeutung für den Aufbau von Konzepten zur Untersuchung von pädagogischer Qualität. Fthenakis (1998, S. 59 ff.) bezieht sich auf Ergebnisse der internationalen Forschung und betont ebenfalls die Bedeutung von Struktur- und Prozessqualität für die Qualitätsentwicklung im Elementarbereich. Die Gruppengröße von Kindertageseinrichtungen, der Personalschlüssel, die Qualität der Ausbildung, die Stabilität der Betreuung, die Strukturierung des Betreuungsablaufs und die Raumgestaltung stellen die strukturelle Dimension von Qualität dar. Die Dimension der Prozessqualität äußert sich nach Fthenakis in der Wechselbeziehung des Personals mit den Kindern und ihren Eltern. Dies bestätigt Tietze (2001, S.7) in dem er sagt: „Sie beinhaltet auch gewisse Voraussetzungen wie […] insbesondere aber solche der Interaktion zwischen Erzieherinnen und Kindern, den Kindern untereinander sowie zwischen den Erwachsenen“. Die von Tietze additional klassifizierte Kategorie der Orientierungsqualität, meint die pädagogischen Überzeugungen und Werte der professionellen Akteure, wie etwa ihr Bild vom Kind, Erziehungsziele und -maßnahmen (vgl. ebd., S.6), wird von Fthenakis dagegen nicht aufgegriffen.

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Details

Seiten
17
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783956876301
ISBN (Buch)
9783668004238
Dateigröße
836 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v300833
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau – Institut für Bildung im Kindes- und Jugendalter
Note
2,3
Schlagworte
pädagogische qualität schwerpunkt kindergartenskala
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