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Partisanenbewegung im zweisprachigen Kärnten. Die Familientragödie Perschmann/Peršman: Ein verhängnisvoller Racheakt der Tito-Partisanen?

von Dr. Karl Josef Westritschnig (Autor) Dr. Siegfried Lorber (Autor)

Fachbuch 2015 384 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Europa Nachkriegszeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

1 Einleitung
1.1 Kärnten und Erinnerungsinitiativen
1.2 Kärnten und seine gemeinsame Erinnerungskultur

2 Peršmanmassaker – ein Racheakt der Tito-Partisanen Von Siegried Lorber
2.1 Brief an den Bundespräsidenten Heinz Fischer
2.2 „Gesslerhut“ als Stein des Anstoßes
2.3 Peršman Buch – ein Eigentor der Autorinnen
2.4 Vorgeschichte einer Tito-kommunistischen Revolution

3 Partisanenbewegung im zweisprachigen Kärnten
3.1 Nationalsozialismus und Aussiedlung
3.2 Tito-Partisanen und Verschleppungen in Klagenfurt und Jauntal
3.3 Entwicklung der Befreiungsfront in Kärnten
3.4 Jauntaler und Völkermarkter Kreis
3.5 Nationalsozialistische Gegenkräfte am Kriegsende
3.6 Britische Besetzung und Slowenisch-Kärnten der Tito-Partisanen

4 Familientragödie Perschmann/Peršman – ein verhängnisvoller Racheakt der Tito-Partisanen
4.1 Drittes Kärntner Bataillon der Partisanen verhängnisvoll am Perschmannhof/Peršmanhof
4.2 Polizeikommandant Reischl und die Verfahrenseinstellung
4.3 Kriegsheimkehrer Anton Sadovnik tragisch verschwunden

5 Tragödien durch Titostern über Kärnten
5.1 Ottilie Piskernig und eine falsche Ideologie
5.2 Deserteure wollten eigentlich nicht kämpfen
5.3 Mežica und Todgeweihte
5.4 Tragödien wegen Heimattreue

6 Kärnten – eine zweisprachige Besiedlung
6.1 Alpenslawen als Vorfahren der Slowenen
6.2 Kärnten, ein einerlei Volk zweier Sprachen
6.3 Slowenen zwischen Emanzipation und Assimilation
6.4 Landeseinheit oder slowenische Nordgrenze

7 Grafenstein und der Abwehrkampf
7.1 Grafenstein und der Auftakt des Abwehrkampfes
7.2 Annabrücke und Abwehrkampf
7.3 Miltärischer und geistiger Freiheitskampf
7.4 Maria Theresia und die Ganztagsschule
7.5 Trivialschule zur Volksschule
7.6 Bundesgewerbeschule und Praxisnähe
7.7 Grafenstein und seine urkundliche Erwähnung
7.8 Grafenstein, eine politische Gemeinde
7.9 Grafenstein – eine frühe Pfarre
7.10 Grafenstein und Pernhart

8 Grafenstein und eine Burg
8.1 Landwirtschaft und eine pädagogische Förderung
8.2 Ackerbaugesellschaften als aufgeklärte Bildungsinitiativen
8.3 Die Katastralgemeinde Grafenstein
8.4 Die Katastralgemeine Truttendorf
8.5 Die Katastralgemeinde Replach
8.6 Die Katastralgemeinde Berg
8.7 Die Katastralgemeinde Saager
8.8 Katastralgemeinde Pakein und Schmidhube
8.9 Althofen und die Katastralgemeinde Thon
8.10 Althofen und die Katastralgemeinde Wölfnitz

9 Althofen, Ursprung eines alten bairischen Hofes
9.1 Die Grundherrschaft der Pfarr- und Kirchengülten
9.2 Die Landwirtschaft in Kärnten auf dem Weg in die Moderne
9.3 Althofen, eine bairische Siedlung
9.4 Althofen im Bereich dreier Katastralgemeinden

10 Ebriach und eine zweisprachige Spuren- und Identitätssuche

11 Quellen, Literatur und Abkürzungen
11.1 Quellen
11.2 Primärliteratur
11.3 Sekundärliteratur
11.4 Abkürzungen

Vorbemerkung

Die ersten Menschen, die mit den Bewaffneten in den Karawanken konfrontiert werden, sind die Aufsichtsjäger. Die Wälder um Zell Pfarre sind im Jahre 1941 voll von Desserteuren. Es sind dies meist „national gesinnte“ Slowenen, die bald nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich nach Jugoslawien geflüchtet sind, um dem deutschen Wehrdienst zu entgehen. Diese werden in Jugoslawien nicht besonders freundlich aufgenommen. Die jugoslawische Regierung neigt damals zu einem Pakt mit Deutschland, daher ist man über die ungebetenen Gäste aus Kärnten nicht besonders erfreut. Unter dem Motto „Lieber Krieg als Pakt“ wird die deutschfreundliche Regierung in Belgrad gestürzt. Die deutschen Truppen besetzen Jugoslawien, und die „Desserteure“ kehren wieder in die Karawanken zurück. Die Burschen aus Zell Pfarre stellen das Hauptkontingent, und in den Hochrevieren beginnt es zu knallen. In den Jahren 1941 und 1942 ist von den Partisanen in den Karawanken noch keine Rede. Diese gibt es bereits drüben in Krain. Die Kärntner Desserteure denken noch nicht an Kampf. Sie wollen weder für Hitlers Deutschland noch für Titos Jugoslawien sterben. Die Desserteure bauen Erdbuker in das Ferlacher Horn, den Hochobir und in die Koschutta. Kommissar Tomaž redet den Burschen vergeblich zu, dass es sinnlos sei, sich zu verstecken. Das slowenische Volk brauche Soldaten, aber die Kärntner Slowenen wollten nicht Soldaten werden. Erst später, als der Druck der Polizei stärker wird, schließen diese sich auch den Partisanen an.

Karel Prušnik bekennt in seinem Buch „Gemsen auf der Lawine“: „Wir lebten ausschließlich von Wild.“ Prušnik wird im Jahre 1910 in Eisenkappel geboren und ist seit seiner Jugend überzeugter Kommunist:

„1940 ging Pruschnig zur Musterung. Statt der Einberufung zur Wehrmacht Hitlers erhielt er die Aufforderung, sich im Herman-Göring-Werk in der Obersteiermark zu melden. Er erhob Einspruch mit der Begründung, daß er fachlich in der Landwirtschaft ausgebildet sei und kam daher im Frühjahr 1941 als Vorarbeiter auf eine Landwirtschaft nach Grafenstein, wo er bis Mitte April 1942 blieb. In Grafenstein erhielt er Besuch seiner kommunistischen Freunde Malorwerschnig und Sadolschek, die von der Wehrmacht auf Urlaub waren. Als am 14. April 1942 seine Eltern abgesiedelt wurden, übersiedelte er auf den elterlichen Hof vlg. Wölfel in Lobnig. Diesen Besitz hatte sein Schwager Dr. Vinko Zwitter gepachtet. Pruschnig besuchte auch seine nach Deutschland abgesiedelten Eltern“.[1]

Der spätere, „berüchtigte“ und führende Partisan, Karl Pruschnig, nimmt früh Kontakt mit der Volksbefreiungsfront OF auf. Bei seinem Nachbarn Pasterk vlg. Deutschmann/Tavčman trifft er den Kommunisten Josef Boltežar. Dieser erzählt Pruschnig vom Führer des Widerstandes in Jugoslawien, Mihailovič. Franz und Anton Sablotnik aus Vellach bzw. Eisenkappel sind auch auf Urlaub und erzählen von den Kämpfen mit Aufständischen in Jugoslawien.

„Bis zur Ankunft von Stane Mrhar und Johann Schupanz wusste man nichts Verlässliches über das Geschehen in Slowenien […]. Im Sommer 1942 beginnt für mich in meinem Geburtsort eine neue Epoche […]. Das Eis der schrecklichen Ungewissheit war gebrochen. Vom ersten Zusammentreffen mit Mrhar und Schupanz beim Deutschmann habe ich gewusst, warum ich schließlich lebe“.[2]

Stane Mrhar, der auf Karl Pruschnig einen großen Einfluss hatte, kann als Pionier der Tito-Partisanen in Kärnten betrachtet werden. Zwischen diesen beiden entsteht eine Freundschaft. Unter dem Partisanennamen „Gašper“ wird Karl Pruschnig ein führender Aktivist der Tito-Partisanen in Kärnten, der auch an Gewalttaten teilnimmt. Prušnik kämpft in Kärnten fanatisch mit allen politischen Waffen. Er tritt für die Einverleibung Südkärntens in die „Jugoslawische Volksrepublik“ ein und stirbt im Jahre 1980 in Laibach.

1 Einleitung

Das Kernproblem vergangener und gegenwärtiger Erinnerungskultur ist die Anpassung an den gesellschaftlichen Zeitgeist inklusive des „Gedenk-Mainsreams“, also diesem zu widerstehen und die Verantwortung über die ganze Geschichte zu übernehmen sowie weitere Kreise der Öffentlichkeit in die Erinnerungsarbeit einzubeziehen.

1.1 Kärnten und Erinnerungsinitiativen

Universitätsprofessor in Ruhe der Universität Klagenfurt für Pädagogik, Peter Gstettner, bemerkt im schriftlichen Konzept seines Referates bei der Enquete des Kärntner Landtages „Erinnern für die Zukunft – Erinnerungs- und Gedenkkultur in Kärnten“ am 28. Oktober 2014, das folgenden Referatstitel hat: „Zur aktuellen Debatte über die Wiederkehr des Vergessens und Verdrängens im kollektiven Gedächtnis“, dass die Erinnerungsinitiativen in Sachen NS-Aufarbeitung und NS-Erinnerungskultur einige Gemeinsamkeiten haben:

„Sie sind relativ junge und progressive Initiativen einer Zivilgesellschaft, also keine politischen Parteien und etablierten staatlichen Organisationen. Sie sind NGOs, die keinen Schlussstrich unter die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit ziehen wollen. Sie sind gegenüber einer von oben verordneten Geschichtsinterpretation sehr skeptisch und prüfen kritisch alle politischen Vorgaben der offiziellen Geschichtsschreibung. Sie arbeiten mit den Tatorten und den lokalen Spuren der NS-Vergangenheit, um die damit verbundene verborgene Geschichte wieder ins Bewusstsein zu heben. […] Sie teilen die Erfahrung, dass Erinnerungsarbeit für die Kriegsgeneration etwas anderes bedeutet als für die nachgeborenen Generationen. […]“.

In der Zukunft sollen nach Meinung des Verfassers die Betroffenen und deren Nachfahren aufeinander zugehen und eine versöhnende Erinnerungskultur entwickeln, damit eine menschenwürdige Zukunft gestaltet werden kann. Neben den bestehenden Erinnerungsinitiativen ist ein gemeinsames Gedenken mit den Traditionsverbänden zu entwickeln. Im 21. Jahrhundert muss eine versöhnende Handreichung möglich sein. Eine Sachlichkeit und Objektivität sollte in der Täter-Opfer-Problematik möglich sein. Bei den Betroffenen der verschiedenen Ideologien handelt es sich letzten Endes um Menschen mit ihren Vor- und Nachzügen. Die „Partisanenproblematik“ und das „Tito-Jugoslawien“ gehören der Vergangenheit an. Die Republik Slowenien ist inzwischen ein selbstständiger und demokratischer Staat, ein wertvolles Mitglied der Europäischen Union. Der Friede sollte im Zentrum stehen. Das Land Kärnten sollte eine gemeinsame Gedenkkultur entwickeln, wobei alle Betroffenen einbezogen werden sollten. Es sollte gemeinsam eine friedliche Zukunft, über die Politik und Ideologie hinaus, gestaltet werden.

1.2 Kärnten und seine gemeinsame Erinnerungskultur

Im 21. Jahrhundert sollte eine gemeinsame Erinnerungskultur entwickelt werden, damit katastrophale Fehler des 20. Jahrhunderts nicht mehr passieren. Ein wahres Geschichtsbild sollte es ermöglichen, daraus entsprechend zu lernen. Das reflexive Lernen aus der Vergangenheit müsste ein besseres Menschenbild für die Zukunft ergeben. Der Gefallenen beider Weltkriege und des Abwehrkampfes sollte gemeinsam gedacht werden, um daraus ein entsprechendes Menschenbild zu entwickeln. Ein nationalistisches Anspruchsdenken sollte abgebaut werden. Eine gemeinsame, versöhnende Erinnerungskultur muss eine friedliche und menschenwürdige, grenzüberschreitende Zukunfstgestaltung ermöglichen. Ein entsprechender Dialog muss eingeleitet oder ausgebaut werden. Waffen sollten keine mehr sprechen, die Gewalt sollte hintangestellt werden. Nur aus Fehlern kann gelernt werden. Eine wahre Verbindung zum Vergangenen ist herzustellen, damit eine würdige Zukunft gestaltet werden kann. Eine gemeinsame und versöhnende Gedenkkultur ist zweifellos ein Prozess über Generationen hinaus.

„Das erfordert auch im Sinne einer aktiven Erinnerungskultur vermehrte Anstrengungen dahingehend, dass man nicht nur Vergangenes analysiert, sondern daraus Schlussfolgerungen für gegenwärtiges Handeln und damit für die Zukunftgestaltung zieht“.[3]

Die Erinnerungskultur sollte zu einem „hochdynamischen“ Prozess werden. Die gesellschaftspolitischen Veränderungen sollten jedem bewusst werden und in den Blickpunkt rücken. Die politischen Machtverhältnisse verändern die Perspektiven für eine entsprechende Gedenkkultur. Die Erinnerungskultur sollte ein friedliches Miteinander der Volksgruppen in Kärnten ermöglichen. Die Kommunikationskultur sollte zweisprachig ausgebaut werden. Die Sprache sollte nicht politisch, sondern kulturell gesehen werden. Noch bestehende Vorurteile sind abzubauen. Der Abwehrkampf, die Volksabstimmung 1920 und die Partisanenproblematik erzeugten ein entsprechendes Spannungsfeld in der Kärntner Bevölkerung im 20. Jahrhundert. Die Ortstafelbefriegung ist ein Schritt in die richtige Richtung.

„… dass Zeitgeschichte und zeitgeschichtliches Erinnern uns heuer begleitet hat und auch die Folgejahre wahrscheinlich bis 2020 und darüber hinaus jedes Jahr uns begleiten wird. Das 20. Jahrhundert mit seinen Kriegen, politischen Umbrüchen und unmenschlichen Diktaturen hat ja unendliches Leid über Millionen Menschen gebracht. Kärnten ist, was das anlangt, sicher überdurchschnittlich betroffen, nicht zuletzt deshalb, weil es ja mit den Kärntner Slowenen eine große zusätzliche Tätergruppe aufzuweisen hat, die andere Bundesländer nicht haben“.[4]

Die Opfer- und Täterproblematik, durch einen Konflikt hervorgerufen, steht oft lange im Schatten der Erinnerung. Es ist ein großes Verdienst der Zivilgesellschaft, dass sich dies ändert. Nationale Befindlichkeiten sind abzubauen. Zur Enquete des Kärntner Landtages: „Erinnerung für die Zukunft – Gedenkkultur in Kärnten“ wurden folgende Initiativen eingeladen: Mauthausen Kärnten/Koroška, Erinnern Gailtal, Erinnern Rosegg, Aegide – Oberes Drautal, Memorial Kärnten/Koroška, Österreichisch-Isreaelitische Gesellschaft, Hlippovčnik, Peršman und Erinnern Villach. Eine gemeinsame, versöhnende zukunftsgestaltende Erinnerungskultur würde auch eine Einbeziehung von Kameradschafts-, Traditions- und Heimkehrerverbänden und anderen erfordern. Die Vorurteile über die Generationen und über formale Bildung hinweg sind auf beiden Seiten entsprechend abzubauen. Hier ist noch viel an pädagogischer Arbeit in der Zukunft erforderlich.

2 Peršmanmassaker – ein Racheakt der Tito-Partisanen Von Siegried Lorber

2.1 Brief an den Bundespräsidenten Heinz Fischer

In einer Ihnen nicht unbekannten Angelegenheit ist es mir zum wiederholten Male ein aufrichtiges Bedürfnis, Sie zu kontaktieren. Um nicht missverstanden zu werden, was mich im Leben geprägt hat, war die Liebe zur Wahrheit, ein waches Geschichtsinteresse und mehr als 40-jährige Herausforderungen im Dienste der Kärntner Finanzverwaltung. Es ist gewiss nichts Neues für Sie, dass die veröffentlichte Meinung sich bekanntlich nach den Behauptungen der politischen orientiert, die ich, wie auch viele aus meinem Bekanntenkreis, mit dem Wissen als Angehöriger der Zeitzeugengeneration des Öfteren nicht in Einklang bringen kann. Hinzu kommt noch das, was von bestimmter Seite vielfach praktiziert wird. Um die Glaubwürdigkeit von nachweislichen Falschdarstellungen z. B. in einem Museum unter Beweis stellen zu wollen, lassen sich höchste politische Verantwortungsträger leider auch zu Begleitworten in einschlägigen Publikationen sowie die öffentliche Hand dazu missbrauchen, die Veröffentlichung diesbezüglicher Machwerke und Projekte diesbezüglicher Ausstellungen mit nachweislichen Falschdarstellungen zu finanzieren. Was mich zum Letzteren veranlasst, mir zu erlauben, auf den konkreten Fall des Familienmassakers der Tito-Partisanen beim Peršmanhof in Koprein bei Eisenkappel am 25. April 1945 im Sinne des Vermächtnisses, das der bekannte Journalist einiger Presseorgane und Verfasser des Buches „Tito-Stern über Kärnten“ hinterlassen hat, im Nachhang und in Ergänzung der Ihnen in der Angelegenheit bereits zugegangenen Schreiben, neuerlich entsprechend einzugehen.

In der Dissertation „PartisanInnen-Denkmäler“ einer Frau Lisa Rettl bei dem vor einigen Jahren verstorbenen Prof. Dr. Karl Stuhlpfarrer der Universität Klagenfurt schreibt die Dame, dass sowohl Kirche als auch das offizielle Kärnten von der Teilnahme an Gedenkveranstaltungen beim Peršman- Hof zumindest vor der Installierung des Museums im Jahre 1982 durch den Kärntner Partisanenverband sich distanzierten. Grund dafür aber war das Wissen, dass das Familienmassaker am 25. April 1945 nur ein Racheakt der Tito-Partisanen war. Entgegen dieser Feststellung wurde bei der Installierung ein vom „Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes“ in Wien, eine kommunistische Tarnorganisation, ein im Jahre 1965 beim Innenministerium erwirktes, dürftiges Schreiben ( Persilschein ) präsentiert, mit dem hinsichtlich der Täterschaft zu den Geschehnissen am 25. April 1945 zur Entlastung der Tito-Partisanen eine falsche Spur gelegt wurde. Dieses Schreiben wird seit der Erneuerung des Museums im Jahre 2012 wohlweislich nicht mehr gezeigt. Abgesehen sind seit diesem Zeitpunkt die Angéhörigen der Polizeieinheit, welche seit der Installierung des Museums im Jahre 1982 die Täter schlechthin waren, nur mehr die Mutmaßlichen. Als solche werden sie immerhin noch mit den Falschaussagen der zwischenweilig verstorbenen zwei älteren Überlebenden des Massakers bezeugt, die bekanntlich zeitlebens massiv unter Druck gesetzt wurden, die Tito-Partisanen durch ihre Falschaussage zu entlasten.

Als das Standardwerk „Das zerrissene Volk Slowenien 1941-1946“ einer Dozentin der Laibacher Universität, der Frau Prof. Dr. Tamara Griesser-Pečar, im Jahre 2003 in einem deutschen Verlag erschien und sie auf der Seite 510 oben dieses Werkes schreibt: „Im April 1945 metzelte eine Partisaneneinheit in Koprein bei Eisenkappel [Peršman- Hof] vom Kleinkind bis zur Grossmutter. Resultat elf tote Zivilisten und zwei [ tatsächlich waren es drei ] schwer verletzte Jugendliche [Kinder]“ und sie damit das Familiemassaker am 25. April 1945 meint, war Ingomar Pust schon einige Jahre tot. Auf Grund seiner eingehenden Recherchen, die er in seinem Buche auf den Seiten 105-111 dokumentierte, forderte er den Kärntner Partisanenverband vor seinem Ableben wiederholt auf, die Angehörigen der Polizeieinheit, die am besagten Tag einem Viehdiebstahl nachgehend beim Peršmanhof gegen Tito-Partisanen noch in Aktion waren, als Täter des Familienmassakers zu vergessen.

In den 90er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde Pust zu einem in der Kronenzeitung unter dem Titel „Spuk im Museum“ veröffentlichten Columne vom Kärntner Partisanenverband geklagt. Während ihm vom Berufungsgericht zur Behauptung, das Museum sei ein solches der Landräuber und nicht das des Widerstandes, Recht gegeben wurde, ist ihm dieses zu einem weiteren Punkt, dass es ein Schwindelmuseum sei, zu Unrecht versagt, weil sich das Berufungsgericht auf eine nachweisliche Falschaussage einer Zeugin (Ana Sadovnik) und auf zwei nachweislich falsche Quellen (Prušnik und Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes) der Publikation „Der Kärntner Partisanenkampf in Kärnten im 2. Weltkrieg“ eines Josef Rausch aus dem Jahre 1979 stützte.

Man bedenke, Herr Bundespräsident, zum Familienmassaker 25. April 1945 wurde schon bald nach dem Krieg ein mehr als drei Jahre (begonnen hat es im Jahre 1946) dauerndes und absolut korrektes Verfahren geführt(zweier Instanzen, britische Besatzungsmacht und österreichische Sicherheitsbehörden), welches mit dem rechtskräftig abgeschlossenen Urteil der Ratskammer Klagenfurt des Volksgerichtes Graz vom Oktober 1949 geendet hat. Diesem sind, wie schon gesagt, jahrelange eingehende Erhebungen und Nachforschungen der Organe zweier Instanzen vorausgegangen, während der Leutnant Josef Reischl, der die Polizeieinheit befehligte, als Letzter zu Beginn des Jahres 1948 in eine nur 15 Monate dauernde Untersuchungshaft genommen wurde, zu einer Zeit, als die Untersuchungshaft seiner Untergebenen bereits aufgehoben werden musste, weil gegen diese sich nichts Belastendes ergeben hat, was schließlich auch dem eines Reischl entsprochen hat. Es ist daher an der Polizeieinheit nichts hängen geblieben, was eine Anklage gegen diese gerechtfertigt hätte, zumal alle Indizien für eine Täterschaft der Tito-Partisanen gesprochen haben, die jedoch für Verbrechen während des Krieges als Mitsieger nicht zur Verantwortung gezogen werden durften, wie in vielen anderen Fällen auch. Bemerkenswert war die Aussage des beschuldigten Reischl, der die Beschuldigung der Polizei als die Geburt eines Gerüchtes bezeichnete, das die Tito-Partisanen zu ihrer Entlastung in die Welt streuten. Zu dieser Aussage hat er gleichzeitig auf einen Parallelfall hinweisen können, bei dem ein anderes Partisanen-Bataillon in gleicher Weise vorgegangen ist. Beim Erscheinen der Polizei auf dem Hof flüchteten die Partisanen und nach dem Abzug derselben tauchten sie neuerlich auf und erschossen die Hofleute, die sie eines Verrates verdächtigten.

Was aber behauptet eine Frau Lisa Rettl in ihrer bereits eingangs erwähnten und im Studienverlag Innsbruck als Buch veröffentlichten Dissertation? Zum Geschehen vom 25. April 1945 habe das Volksgericht Graz nur Vorerhebungen nach dem Kriegsverbrechergesetz geführt und diese dann 1949 aus unerklärten Umständen eingestellt, obwohl der Täterkreis, wie sie schreibt, auf einige wenige Angehörige des SS- und Polizeiregiments 13 eingeschränkt werden konnte. Zu einem ordentlichen Verfahren sei es, wie sie meint, dann nie gekommen. Ich kann mir, wie ich glaube, diese die Tatsachen auf den Kopf stellenden Behauptungen noch zu kommentieren, durchaus ersparen. Alle weiteren Fakten, die nur für die Täterschaft der Partisanen sprechen, hat sie in ihrer Dissertatation wohl verschweigen müssen, sogar die von Prušnik in seinem Buch „Gemsen auf der Lawine“ auf den Seiten 403 und 404 selbst geschilderte Begegnung mit dem Kommandanten der britischen Untersuchungskommission in der Karlau (Gefängnis) in Graz, bei welcher dieser ihm die Täterschaft der Tito-Partisanen bereits im Jahre 1848 ins Gesicht sagte und seine Reaktion auf diesen Vorwurf nur ein indirektes Eingeständnis war. Die Rangbezeichnung eines Leutnants Josef Reischl, der die Polizeieinheit befehligte, widerlegt auch die Behauptung von einem SS- Regiment.

Ebenso wie eine Frau Rettl in ihrer Dissertation bei Prof. Dr. Karl Stuhlpfarrer musste synchron auch eine Frau Gudrun Blohberger in ihrer unter dem Titel „Dem kollektiven Gedächtnis auf der Spur“ bei Prof. Dr. Peter Gstettner der Universität Klagenfurt im Jahre 2001 geschriebenen Diplomarbeit alle auf die Täterschaft der Titopartisanen hinweisenden Fakten verschweigen. Es ist dann auch kein Zufall mehr, dass sie sich auch auf eine Stiefelgeschichte eines Florian Lipuš, des bekannten slowenischen Dichters, beruft. Auf diese angesprochen, teilte mir Lipuš mit, dass dies keine Reportage, sondern eine freie, mutwillig erdachte Bearbeitung des Geschehens ist, also eine Stiefelgeschichte im wahrsten Sinne des Wortes.

Schwerwiegender ist freilich das, was aus ihrer Diplomarbeit zur Verschleppung eines Anton Sadovnik vlg. Peternell und Bruder des massakrierten Hofbesitzers, Luka Sadovnik, hervorgeht. Während über die Verschleppung der Lagebericht der Sicherheitsdirektion SID für Kärnten vom 23. Oktober 1946 (liegt im Kärntner Landesarchiv zur Einsicht auf) eine ausführliche Darstellung bringt, darf Blohberger in ihrerer Diplomarbeit nur schreiben, dass Anton Sadovnik den Krieg überlebte, dass er aber später auf unbekannte Weise umgekommen sei. Sie musste praktisch alles verschweigen, was bereits aus dem Lagebericht der SID hervorgeht. Keine Rede davon, dass er von seiner eigenen Gattin (mit Unterstützung dritter Personen) nach monatelanger Planung im Jahre 1946 über die Grenze gelockt und seinen Mördern ausgeliefert wurde.Trotz seiner späteren Heimkehr aus dem Krieg war Anton Sadovnik hinsichtlich der Geschehnisse am 25. April 1945 ein Wissender, der von seinen Hofleuten, die am Folgetag in der Früh sich der Überlebenden angenommen haben, sie ärztlich versorgt und transportfähig gemacht und sie schließlich auf einem Leiterwagen nach Eisenkappel gefahren haben, zum Weitertransport ins Krankenhaus nach Maria Saal, entsprechend informiert wurde. Der Lagebericht bringt die Verschleppung auch mit den Geschehnissen am 25. April 1945 in Verbindung.

Ausgerechnet diese beiden Damen sind nun die Autorinnen des im August des Vorjahres bei einem deutschen Verlag gedruckten Buches „Peršman“. Während seit der Installierung des Museums im Jahre 1982 zur Verschleierung der falschen Täter im Sinne einer Tito-kommunistischen Version und zur Verschleierung des pompösen Partisanendenkmals am Ort eines nachweislichen Familienmassakers der Tito-Partisanen, nach allen Regeln und Möglichkeiten der Manipulation (siehe z. B. das Theaterstück mit erfundenen Geschichten einer Frau Tina Leisch, die bis zum Jahre 2004 als Kustodin des Museums wirkte) in all den Jahren bereits ein Verwirrspiel betrieben wurde, wird dieses Verwirrspiel in der Angelegenheit mit dem im Vorjahr erschienenen Buch „Peršman“ noch die Krone aufgesetzt. Zum Verwirrspiel gehört auch das Zitieren falscher Quellen, wie z. B. der Hinweis auf die Publikation „Der Kärntner Partisanenkampf im 2. Weltkrieg“ aus dem Jahre 1979 von Josef Rausch, der sich zur Peršman-Angelegenheit ausgerechnet auf den Partisanenführer Prušnik mit seinem Buch „Gemsen auf der Lawine“ und auf den DÖW in Wien beruft, eine kommunistische Tarnorganisation, die Geschichtsverfälschungen und Geschichtsverdrehungen betreibt und mit einem Gemisch von Lüge, Fälschungen undDenunziation arbeitet. Insgesamt stellt das erwähnte Buch eine Verquickung von sowjetischer Gräuelpropaganda mit Tito-kommunistischer Nostalgie dar. Allein die Aussage bzw. Wiedergabe der Verantwortung des Beschuldigten Reischl auf der Seite 78 in Verbindung mit dem, was auf der Seite 76 des Buches gesagt wird und die eindeutige Falschaussage auf Seite 83 in offensichtlicher Anlehnung an die Stiefelgeschichte, der bereits die Chefredakteurin der Kirchenzeitung Halmer in ihrem Artikel über den Besuch des Museums vom 30. Mai 1982 (mit nachweislichen Falschaussagen von Ana Sadovnik, die das Massaker überlebte, aber die Tito-Partisanen entlastete) aufgesessen ist, kann man bereits als Eigentor der Autorinnen definieren. Das aber hätte Sie und einen Landesrat a. D. alarmieren müssen, als Sie sich für das Begleitwort zu einem Märchenbuch DÖW-scher Provenienz entschlossen haben. Zur Vermeidung von Wiederholungen erlaube ich mir, auf die vielen Informationen hinzuweisen, die Ihnen in dieser Angelegenheit bereits zugangen sind.

2.2 „Gesslerhut“ als Stein des Anstoßes

Das Partisanendenkmal am Ort eines nachweislichen Familienmassakers der Tito-Partisanen am 25. April 1945 (Peršman-Hof in Koprein bei Eisenkappel) war schon immer ein Stein des Anstoßes. Das Künstler-Duo Nicole Six und Paul Petritsch war daher gut beraten, diesen nicht in die Kärntner Landschaft passenden „Gesslerhut“ zu entfernen. Wie berechtigt die Entfernung war, möge das Künstler-Duo der beiliegenden Kopie eines Schreibens an den Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer vom 9. März 2014 entnehmen [siehe Unterkapitel 2.1 vorher].

Während im danebenstehenden Objekt eines Museums seit der Installierung desselben durch den Kärntner Partisanenverband im Jahre 1982 die Angehörigen einer Polizeieinheit, die am besagten Tag, einem Viehdiebstahl nachgehend, beim Peršman-Hof gegen Tito-Partisanen noch in Aktion gewesen sind, die Täter schlechthin waren, sind sie seit der Erneuerung des Museums im Jahre 2012 immerhin noch die „Mutmaßlichen“ (Man ruderte aber bereits zurück). Die Mutmaßlichkeit wird jedoch im Museum mit den nachweislichen Falschaussagen der zwei älteren, zwischenweilig verstorbenen Überlebenden des Massakers bezeugt. Bekannt ist, dass diese zeitlebens massiv unter Druck gesetzt wurden, die Tito-Partisanen durch Falschaussagen zu entlasten.

Über den Leutnant Josef Reichl, der die Polizeieinheit befehligte, wurde in einem ordentlichen Gerichtsverfahren des Jahres 1946-1949 zu Beginn des Jahres 1948 eine 15 Monate dauernde Untersuchungshaft zu einer Zeit verhängt, als seine Untergebenen bereits enthaftet werden mussten, weil sich nichts ergeben hat, was eine Anklage begründen hätte können, was auch dann bei Reischl der Fall war. Reischl sagte aus, dass die Beschuldigung der Polizei die Geburt eines Gerüchtes sei, das die Partisanen zu ihrer Entlastung in die Welt streuten. Zu dieser Aussage verwies er noch auf einen Parallelfall, bei dem ein anderes Partisanen-Bataillon in gleicher Weise vorgegangen ist. Beim Erscheinen der Polizei am Hof flüchteten die dort sich aufhaltenden Partisanen, die nach dem Abzug der Polizei neuerlich erschienen und alle Hofleute, die sie eines Verrates verdächtigten, erschossen haben. Auch in diesem Fall haben alle Indizien für die Täterschaft der Tito-Partisanen gesprochen, die jedoch für Verbrechen während des Krieges als Mitsieger nicht zur Verantwortung gezogen werden durften.

2.3 Peršman Buch – ein Eigentor der Autorinnen

Zum unter „Zweisprachige Einblicke in das Massaker am Peršman-Hof“ am 23. August veröffentlichten Artikel der Presse:

Das Familienmassaker beim Peršman-Hof am 25. April 1945 war ein eindeutiger Racheakt der Tito-Partisanen. Mit dem unerwarteten Auftauchen einer Polizeieinheit, die am besagten Tag einem Viehdiebstahl nachging, vor der sie nach einem Schusswechsel in den Wald flüchteten, wurde offensichtlich ein Verrat der Wirtsleute (Familie Sadovnik) gewittert, zumal die Familie sich auch weigerte, sich an der Flucht zu beteiligen, zu der sie aufgefordert wurde. Sie hat dies damit begründen können, dass es ähnliche Situationen im Krieg schon des Öfteren gegeben hat, die Polizei sie jedoch nie behelligte. Der Abzug der Polizeieinheit kann daher nur der Auslöser des Familienmassakers der Tito-Partisanen gewesen sein. Die Behauptung, nach dem Abzug der Polizeieinheit habe Leutnant Josef Reischl, der sie befehligte, mit der auf 4-7 Mann reduzierten Gruppe vom Riepl- oder Čemer-Hof aus den Peršman-Hof neuerlich und noch dazu zur Ermordung der unschuldigen Familie aufgesucht, ist das Unglaubwürdigste und Unwahrscheinlichste in der ganzen Angelegenheit. Allein das, was auf der Seite 78 des Buches wiedergegeben wird, ist geradezu die Bestätigung für die Annahme eines Racheaktes der Partisanen. Was Reischl bei seiner im Buch zitierten Beschuldigtenvernehmung ausgesagt hat, wie Partisanen bei einem ähnlich gelagerten Einsatz eines anderen Bataillons, bei welchem sie auf einem Hof von deutschen Polizisten überrascht wurden, nach Abzug derselben die Bewohner des Hofes ermordet haben, ist ein typischer Parallelfall zum 25. April 1945 beim Peršman-Hof. Die Beschuldigung war dann tatsächlich die Geburt eines Gerüchts, welches die Partisanen zu ihrer Entlastung in die Welt streuten. Damit hat Reischl als Beschuldigter doch alles auf den Punkt gebracht, womit er die Ratskammer Klagenfurt des Volksgerichtes Graz von seiner Schuldlosigkeit und der seiner Einheit eindrucksvoll überzeugte. Die 15 Monate dauernde, über ihn verhängte Untersuchungshaft musste daher ebenso wie die seiner Mitbeschuldigten vor ihm mit Urteil aus dem Jahr 1949 aufgehoben werden. Die bereits verstorbenen zwei (von drei) Überlebenden wurden zeitlebens unter Druck gesetzt, die Tito-Partisanen entlastende Falschaussagen zu machen. Solche sind auch nachweisbar. Mit dem vorliegenden Buch „Peršman“ haben die Autorinnen ein „Eigentor“ geschossen.

2.4 Vorgeschichte einer Tito-kommunistischen Revolution

Mit dem Beitritt Jugoslawiens zur Achse (Deutschland, Italien, Japan) im März 1941 hat sich dieser Staat damals im Krieg gegen die Westmächte (England, Frankreich) für neutral erklärt. Mit dem Putsch serbischer Offiziere in Belgrad, während die Spitzen der jugoslawischen Regierung (Prinzregent Paul und Ministerpräsident vetko) sich zur Vertragsunterfertigung in Wien aufgehalten haben, haben diese unter der Parole „Lieber Krieg als Pakt, lieber Krieg als Neutralität!“ mit reichlicher finanzieller Unterstützung des englischen und amerikanischen Geheimdienstes und mit dem Wohlwollen der Sowjetunion den Angriff der Deutschen gegen Jugoslawien provoziert. Das neutrale Verhalten Jugoslawiens brauchte Deutschland zur Unterstützung Mussolinis im Krieg gegen Griechenland, den dieser ohne Absprache mit dem Achsenpartner Deutschland im Herbst des Vorjahres inszenierte und der im Jahre 1940 bereits in der Situation war, von den Griechen mit Hilfe englischer Truppen (England erklärte bekanntlich am 3. September 1939 den Krieg) in die Adria geschwemmt zu werden, wodurch Deutschland eine Balkanfront drohte.

Es waren also serbische Putschisten in Belgrad, die es Tito ermöglichten, gegen die Besetzung Jugoslawiens einen Partisanenkrieg, der in der Tat ebenso ein Bürgerkrieg gegen die nichtkommunistischen Parteien war, zu organisieren und diesen gleichzeitig auch nach Kärnten zu tragen mit der Zielsetzung, das Ergebnis der Volksabstimmung 1920 durch eine Abstimmung der Gewehre annulieren zu wollen und Südkärnten, wenn nicht ganz Kärnten, einem Tito-kommunistischen Staat Jugoslawien anzuschließen. Es ist historisch erwiesen, was ebenso im Nürnberger Prozess herauskam, nämlich, dass Deutschland von sich aus keinerlei Absicht hatte, Jugoslawien anzugreifen. Es war daher eine glatte Lüge zu behaupten (diese geht auf den verstorbenen Prof. Dr. Karl Stuhlpfarrer zurück), die Aufteilung Jugoslawiens sei vom NS-Regime schon lange vor dem „Überfall“, der am 6. April 1941 tatsächlich kein solcher, sondern ein Präventiv-Angriff war, geplant gewesen. Zur blutigen Diktatur hat schon die Sicherheitsdirektion für Kärnten u. a. den Schluss gezogen, dass man von einem Übergreifen der kommunistischen Revolution in Jugoslawien auf österreichisches Gebiet ausgehen muss, wobei diese Revolution durch die militärische Situation ermöglicht wurde. Als dieser Plan mit dem Abschluss des Staatsvertrages im Jahre 1955 endgültig fehlschlug, wurden die Tito-kommunistischen Raub- und Mordaktionen während des Krieges in Kärnten in einen Beitrag zur Befreiung Österreichs vom NS-Joch umgemünzt und die Tito-kommunistischen Mordaktionen im Krieg, am Ende des Krieges (Verschleppungen) sowie Tito-kommunistische Massenmorde nach dem Krieg im heutigen Slowenien nicht nur ignoriert, sondern sogar noch verherrlicht, obwohl man weiss, dass der Tito-kommunistische Staat Jugoslawien endete, wie er begann, nämlich in einem Meer von Blut und Tränen. Jeder geschichtlich Interessierte weiß bzw. sollte wissen, dass die Tito-kommunistische Revolution im Krieg in Jugoslawien ein Mehrfaches an zivilen Opfern nach sich gezogen hat, als diese auf das Konto der Besatzungsmächte gegangen sind.

Gegen Ende des Krieges haben Tito-kommunistische Partisanen nicht nur südlich, sondern auch nördlich der Karawanken auf alle geschossen, die nicht kommunistisch werden und sein wollten. Eines der schlimmsten Ereignisse in dieser Phase war das Familienmassaker beim Peršman-Hof, das seit der Installierung eines Museums durch den Kärntner Partisanenverband im nach einem Brand wieder aufgebauten Objekt mit der Falschdarstellung der Tat als solche des Widerstandes definiert wird – und das am Ort eines nachweislich schweren Verbrechens der Tito-Partisanen.

Der derzeitige Präsident des Kärntner Landesschulrates, der mit L. Mosser bekanntlich Mitglied eines Ausschusses des Zentralverbandes der slowenischen Organisationen mit dem Kärntner Partisanenverband als Unterorganisation ist, kann mit der Tolerierung von Schulbesuchen dieses Museums auf dem besten Weg sein, die Ideen eines L. Mosser zu verwirklichen, denn dieser hat in einem vor ca. zwei Jahren im Articello aufgeführten Theaterstück die Partisanen als Helden verehrt und gefordert, mit der Schilderung ihrer Aktivitäten im Krieg den Schulunterricht in Kärnten zu bereichern und einen Landesfeiertag für Partisanen einzuführen. Mit seinem Drehbuch zu einer Tatort-Sendung (ausgestrahlt am Pfingstmontag 2013) hat er immerhin zur Verschleierung der Falschdokumentation im besagten Museum beigetragen.

3 Partisanenbewegung im zweisprachigen Kärnten

Die Aussiedlung von fast tausend Kärntner Slowenen erfolgt am 14. April 1942, wobei Einzeldeportationen bis 1944 durchgeführt werden. Die nationalsozialistische Rassen- und Volkstumspolitik in Kärnten hat die Eindeutschung des gemischtsprachigen Unterkärnten zum Ziel.

3.1 Nationalsozialismus und Aussiedlung

Diese Polititik wird bereits ein Jahr vorher in Oberkrain und in der Untersteiermark durchgeführt. Das Königreich Jugoslawien besteht von 1918-1941 und das kommunistische Jugoslawien existiert von 1943/45 bis 1991/92. Die Aussiedlung von 917 Kärntner Slowenen im Jahre 1942 muss im militärischen und außenpolitischen Rahmen gesehen werden:

Sammellager in der Ebenthaler Straße in Klagenfurt am 14./15 April 1942, wobei ungefähr 1000 Personen von Kärnten ins Altreich ausgesiedelt werden.[5]

- „Die Annäherung des Königreichs Jugoslawien an Hitler-Deuschland ab 1936, weshalb das NS-Regime nach dem ‚Anschluss‘ in Kärnten der slowenischen Minderheit auch einen gewissen kulturellen und wirtschaftlichen Spielraum beließ,
- der jugoslawische Beitritt zum Pakt Deutschland – Italien – Japan im März 1941,
- der Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Jugoslawien am 6. April 1941, nachdem tags zuvor die an die Macht geputschte Regierung unter König Peter II. Karadjordvič einen Pakt mit der Sowjetunion abgeschlossen hatte und von NS-Deutschland abgeschwenkt war.
- Die Aufteilung Jugoslawiens zwischen dem Deutschen Reich, Italien und deren Verbündeten wie Ungarn und Kroatien. Vom slowenischen Gebiet erhielt das ‚Dritte Reich‘ Oberkrain und Untersteiermark, erweitert um den Grenzstreifen südlich der Save. Diese Gebiete erhielten jeweils eigene Zivilverwaltungen, deren Chefs die Gauleiter der Steiermark, Sigfried Uiberrether, und von Kärnten, Franz Kutschera und Friedrich Rainer, wurden“.[6]

Die politische und ideologische Vorbereitung der Aussiedlung des Jahres 1942 lehnt sich an die Erfahrungen im besetzten Slowenien zuvor an. Es sind dies die Regionen Oberkrain und die Untersteiermark. In Kärnten will das NS-Regime mit den Aussiedlungen eine ethnische Homogenisierung erreichen. Auf den Höfen der deportierten slowenischen Bauern werden deutschsprachige Bauern aus dem italienischen Kanaltal angesiedelt.

Links deportierte Slowenen zu Pfingsten im Jahre 1942 in Hesselberg.[7] Rechts Jauntaler und Mießtaler Jugend-Partisanen im September 1944. Die Bildung von Partisaneneinheiten ist oft auch eine Folge der Deportationen von Slowenenen.[8]

Die Reste der zweisprachigen (utraquistischen) Schule werden im Schuljahr 1939/40 abgeschafft und damit auch die Reste von Zweisprachigkeit in Kärnten. Die slowenischen Lehrer werden versetzt, und es werden Kindergärten eingeführt. Die Verfolgungen in Kärnten richten sich an die nationalbewussten Slowenen, slowenische Organisationen und Vereine. Die Minderheitenschutzgesetzgebung in Kärnten wird außer Kraft gesetzt. Die Slowenen-Vertreter Joško Tischler, Franc Petec und Vinko Zwitter geben gegenüber dem NS-Regime eine Loyalitätserklärung ab. Man hat sich einen Schutz der slowenischen Volksgruppe erwartet. Ein Jahr nach dem Anschluss wird der Mittelschullehrer Joško Tischler angeblich wegen eines aufreizenden Verhaltens nach Vorarlberg versetzt. Die Slowenen werden zunehmend schikaniert.

„Nach weiteren Interventionen bei der Gestapo oder beim Beauftragten des ‚Reichskommissars für die Festigung des Deutschen Volkstums‘, Alois Maier-Kaibitsch, kamen aus Ebental noch 158 frei, sodass in den folgenden zwei Tagen schließlich 917 Kärntner Slowenen bzw. 178 Familien in das sogenannte ‚Altreich‘ deportiert wurden“.[9]

Der Rechtsanwalt Vinko Zwitter muss das Land verlassen und der Arzt Franz Petek wird für drei Monate inhaftiert und muss anschließend das gemischtsprachige Gebiet verlassen. Der Slowenische Kulturverband mit den örtlichen Vereinen wird aufgelöst und ihr Vermögen beschlagnahmt. Die slowenischen Wirtschaftsstrukturen werden teilweise zu „deutschen“ Genossenschaften umorganisiert. Die Genossenschaften erhalten eine neue NS-Führung. Die ausgesiedelten Slowenen kehren bald nach Kriegsende großteils nach Kärnten zurück.

3.2 Tito-Partisanen und Verschleppungen in Klagenfurt und Jauntal

Mit dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ marschieren gleichzeitig mit der britischen Armee auch Einheiten der jugoslawischen Volksbefreiungsfront OF in Kärnten ein. In Slowenien hat die OF seit 1942 durch die Rassen- und Volkstumspolitik des NS-Okkupators einen starken Zulauf erhalten. Zusammen mit Serben und Bosniern rücken auch Slowenen als Partisanen, teilweise gemeinsam mit Kärntner slowenischen Partisanen, bis nach Völkermarkt und Klagenfurt vor. Die Kärntner Slowenen werben gemeinsam mit den Tito-Partisanen für den „Anschluss“ des gemischtsprachigen Kärnten an Slowenien. Slowenien befindet sich innerhalb des neu gegründeten, kommunistisch orientierten Jugoslawien.

Links in den Maitagen unmittelbar nach dem Krieg herrscht in Kärnten ein kühles Klima zwischen den britischen und jugoslawischen militärischen Machthabern.[10] Die slowenischen Landwehrmänner, diese jungen katholischen Idealisten, wollen ihre Heimat vor den atheistischen Kommunisten schützen und versuchen, das Königreich Jugoslawien wieder herzustellen.[11]

Kärnten wird am 8. Mai zweifach besetzt, wobei die Briten und die jugoslawischen Partisanen mit dem Aufbau ihrer militärischen und zivilen Strukturen beginnen. Der britischen Militärverwaltung steht ein „Slowenischer Nationalrat“ unter Patronanz der Partisanen mit einem Kärntner Slowenen an der Spitze gegenüber. In vielen Orten Unterkärntens übernehmen Partisanenkommandos die Gemeindeverwaltung. Es werden neue Gemeinderäte eingesetzt, und ein „Volksschutz“ wird aufgestellt. Die Befreiungsfront für ein „Slowenisches Kärnten“ wirbt mit Duldung der Briten in Zeitungen und Flugschriften und in Kundgebungen offen für eine Abtrennung des gemischtsprachigen Gebietes. Es sei ein „slowenisches“ Gebiet. Ein Teil der christlich orientierten Slowenen wendet sich gegen die Dominanz der KP- und gegen die nach Jugoslawien orientierten Slowenen. Eine aktive Mitarbeit wird von ihnen sistiert, oder sie gehen in eine innere Emigration.

Am 7. Mai überquert, von Italien kommend, die britische Armee die Kärntner Grenze und erreicht tags darauf Klagenfurt. Nur wenige Stunden später erreichen jugoslawische Verbände der Volksbefreiungsfront die Landeshauptstadt. In der Folge verlegt Marschall Josip Broz „Tito“ immer mehr Partisanen-Truppenteile nach Kärnten. Die britische Militärverwaltung nimmt am 12. Mai 1945 ihre Tätigkeit auf, und es wird zur besseren Personenkontrolle eine Reihe von Maßnahmen gesetzt:

„Die Entnazifizierung, insgesamt wurden in der britischen Zone 31.517 Personen vor britische Militärgerichte gestellt, 28.894 Verurteilungen ausgesprochen und von 53 Todesurteilen 42 vollstreckt. Die Erlassung von Ausgangssperren, Reisebeschränkungen, Zensur bei Postsendungen, Telefongesprächen und gegenüber der Presse wurde angeordnet“.[12]

Nach den Nationalrats- und Landtagswahlen vom 25. November 1945 übertragen die Briten die politische Kontrolle und Verwaltung schrittweise den österreichischen Behörden.

„Die ersten Verhaftungen von Kärntnern durch Tito-Partisanen begannen in Klagenfurt sofort nach dem Einmarsch am 8. Mai 1945. Als Grundlage für die Verhaftungen dienten Namenslisten, die schon Ende 1944 vom Nachrichtendienst der OF zusammengestellt worden waren. Die Verhaftungslisten hatte man zu Kriegsende mit Hilfe von Einheimischen ergänzt. […] Zumeist handelte es sich um ehemalige Abwehrkämpfer, Gewerbetreibende, Kaufleute und Personen, derer man durch ihre zufällige Anwesenheit oder stellvertretend für eine nicht greifbare Person habhaft geworden war. […]“.[13]

Die Verhaftungen und Verschleppungen zwischen dem 8. und 20. Mai 1945 konzentrierten sich auf den Bezirk Völkermarkt und auf den Raum Klagenfurt. Von den über 200 aus Kärnten deportierten Personen sind 96 bis heute verschollen.[14] Die slowenische Professorin der Universität Laibach, Tamara Griesser-Pečar, schreibt in ihrem im Jahre 2003 erschienenen Buch, „Das zerrissene Volk Slowenien 1941-1946 – Okkupation, Kollaboration, Bürgerkrieg, Revolution“, dass das Ende der Monarchie eine freie Bahn für die Kommunisten in Jugoslawien bedeutet. Im Unterkapitel „Massaker in Slowenien“ von Seite 507 bis 516 werden unter anderem als Kriegsfolgen festgehalten:

„Vor allem verdichten sich die Verschleppungsaktionen im Bezirk Völkermarkt und zwar in den Gemeinden Eisenkappel, Bleiburg und Eberndorf. Dort waren es offenbar 200 Personen, die festgenommen und abtransportiert wurden. Eine österreichische Untersuchung führt dies darauf zurück, dass gerade in diesem Gebiet kurz vor dem Zusammenbruch mit besonderer Härte gekämpft worden war,[15] wobei die Partisanen auch damals nicht allein gegen die Deutschen gekämpft hatten, sondern zum Beispiel am 15. [25.] April 1945 anlässlich einer Kampfhandlung zwischen dem SS- [Polizei-] Regiment 13 und einer Partisaneneinheit am Raum von Koprein-Petzen eine ganze Familie vom Kleinkind bis zur Großmutter niedermetzelten [Perschmann/Peršman]. Das Resultat waren damals 11 tote Zivilisten und zwei schwer verletzte Kinder […]. Jetzt also kamen die Partisanen wieder [Mai 1945]– und wüteten mit entsetzlichen Verschleppungsaktionen. Des Weiteren wurden aus dem Raum Klagenfurt 70 bis 80 Personen festgenommen und in slowenische Lager abtransportiert.[16]

Eine Kärntner Untersuchung vom 11. Oktober 1948 ergibt, dass 185 Kärntner verschleppt wurden, von welchen 66 wieder zurückkehrten. Diese Erhebung wird allerdings nur als vorläufig bezeichnet.[17] Der österreichsche Historiker Stefan Karner spricht in seiner Studie „Die deutschsprachige Volksgruppe in Slowenien. Aspekte ihrer Entwicklung 1939-1997“ von 263 nach Slowenien deportierten Kärntnern, von welchen 28 in Liescha/Leše ermordet worden sein sollen.[18]

Ähnlich wie bei den tödlichen Hausbesuchen zeigen die Fälle von Verschleppungen im Gebiet Eisenkappel-Eberndorf-Bleiburg die größte Dichte. In diesem Bereich werden etwa 200 Personen verhaftet und 74 kehren nicht mehr zurück. Das Gebiet südlich der Drau von Ferlach bis zum Faaker See bleibt vom Wüten der Sondereinheit weitgehend verschont. In diesem Gebiet und im Gail haben die kommunistischen Partisanen schon während des Krieges kaum einen Rückhalt gefunden. Die Schwerpunktbildung im Raum Eisenkappel ist vermutlich auf die Nähe zum Mießtal zurückzuführen. In Mießtal ist der Sitz der radikalen VDV-Einheit. Die Sicherheitsdirektion führt die Schwerpunktbildung im Raum Eisenkappel auf den „unglaublichen Terror“ der unter dem Kommando des Partisanenführers Karel Prušnik-Gašper stehenden Partisaneneinheiten zurück. Dieser zwingt die operierende Polizei zu außerordentlichen Härtemaßnahmen. Ein weiter Schwerpunkt von Verhaftungen ist das Stadtgebiet von Klagenfurt. In der Landeshauptstadt werden vom 8. bis zum 20. Mai 1945 mindestens 80 Personen von den Partisanen festgenommen. Die Verhafteten werden in die Jesuitenkaserne gebracht und heimlich auf jugoslawisches Gebiet verfrachtet, wobei 22 Personen nicht mehr zurückkehren.[19]

Der Gedenkstein am Rande des Vorplatzes des Klagenfurter Domes erinnert an die Gräueltaten der Tito-Partisanen, bei der kurzen Doppelbesetzung von Südkärnten durch die Tito- und die Britische Armee. So etwas Unmenschliches darf, egal auf welcher politisch-ideologischen Seite in der Zukunft nicht mehr passieren. In diesem Bereich stand die „Jesuitenkaserne“, wo die Tito-Partisanen über das weitere Schicksal Klagenfurter Gefangener entschieden haben. So mancher nach Jugoslawien verschleppter heimattreuer Menschen, wie die vier Angehörigen der Bäckersfamilie Gassner, sind aus dem Gräuelgefängnis Vigaun nicht mehr in die Heimat Kärnten, zurückkehrt. Die Inschrift besagt „Zum Gedenken an die während und nach dem Zweiten Weltkrieg von Partisanen verschleppten und ermordeten Kindern, Frauen und Männern. Wir wollen nicht vergessen, damit Gleiches nie wieder geschieht“.[20]

Das Opfer eines bekannten Denunzianten wird die Klagenfurter Familie Gassner. Der Bäckermeister Anton Gassner in der Domgasse wird zuerst verhaftet. Die Frau Adele Gassner holten die Tito-Partisanen aus der Wohnung in der Villacher Straße und ihr Sohn Anton wird in Krumpendorf verhaftet. Die Zwillingschwester Adelheid war bei der Verhaftung nicht Zuhause. Als diese von der Verhaftung der Eltern erfährt, bittet sie die Briten um Hilfe. Sie geht mit einem englischen Soldaten zur Jesuitenkaserne. Der Brite bleibt beim Tor zurück und die Jugoslawen versprechen das Mädel zu ihren Eltern zu führen. Dieses Versprechen halten die Jugoslawen, das Mädel wird zu den Eltern geführt. Adelheid kommt wie die Eltern nie mehr zurück. Alle vier Familienmitglieder werden in Vigaun von den Partisanen ermordet. Von der Verschleppung seiner Familie erfährt der überlebende Fliegerhauptmann Josef Gassner am Silvesterabend 1946 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Dieser gehört zu jenen Wehrmachtsangehörigen, welche die Amerikaner im Mai 1945 an die Russen auslieferten. Bei dem Denunzianten handelt sich wahrscheinlich um einen Jugoslawen, der während der Kriegszeit wegen eines Diebstahls als Bäckereiangestellter entlassen wird.[21] Die Familie ist allerdings schon vor Kriegsende gewarnt worden, dass sie auf der schwarzen Liste stehen.[22]

Das ist das Gefängnis von Vigaun, in dem die Verschleppten aus Klagenfurt und dem Raum Villach erschossen oder erschlagen werden. Dieses Gefängnis hat eine schauerliche Rolle nach dem 8. Mai 1945. Die Zahl derer, die hier ermordet werden weiß niemand. Die Zellen werden täglich geräumt, die Insassen erschossen, um neuen Opfern Platz zu machen. Das Ehepaar Anton und Adele Gassner in Klagenfurt wird mit Sohn und Tochter verschleppt. Alle vier Familienangehörigen der Bäckersfamilie kommen in Vigaum tragisch ums Leben.[23]

Im Raum Bleiburg beginnt die Verhaftungswelle in den Morgengrauen des 12. Mai 1945. Die 73 Verhafteten werden nach und nach ins Gemeindehaus gebracht und niemand weiß warum der verhaftet wurde. In Kühnsdorf werden die drei Leitgeb Brüder in den frühen Morgenstunden des 12. Mai 1945 verhaftet. Zusammen mit den Bleiburgern werden diese nach Prävali gebracht. Am 13. Mai 1945 ist der Weitertransport nach Unterdrauburg geplant. Eine Alarmmeldung verschreckt die Tito-Partisanen, eine disziplinierte kroatische Ustascha Kampftruppe zieht nach dem Westen. Die Partisanen fliehen mit den Gefangenen und Verschleppten wieder nach Kärnten. Die Tito-Partisanen fliehen in diesem Falle vor den Ustascha Kroaten. An der österreichischen Grenze wird der Transport von den Briten aufgehalten, und diese geben schließlich den Weg nach Kärnten frei. Am 14. Mai 1945 trifft die ganze Kolonne in Eberndorf ein. Die Partisanen wissen offenbar nicht wohin mit der ganzen gefangenen Menschenfracht. Die Fahrzeuge werden auf einer Wiese vor der Tischlerei Mischitz abgestellt. Kein Gefangener darf die Fahrzeuge verlassen. Es stehen Wachen mit schussbereiten Maschinenpistolen vor den Wagen. Die Gefangenen haben seit Tagen nichts mehr gegessen und getrunken und sind völlig erschöpft. Eine Partisanin droht ihnen, „ihr werdet alle krepieren“[24]. Die Nachricht vom Eintreffen des Transports hat die Bevölkerung von Eberndorf alarmiert. Unter dem Druck der öffentlichen Meinung tritt die neue Gemeindevertretung in Begleitung des Propstes von Eberndorf mit den Offizieren, die den Transport leiteten, in Verbindung. Die Entlassung von 22 Personen aus Eberndorf und Eisenkappel kann bewirkt werden.

„Nach stundenlangem Warten erschienen bei Einbruch der Dämmerung zwei Partisanen mit einer Namensliste. Die Aufgerufenen hatten die Lastwagen zu verlassen, wussten jedoch noch nicht, dass der slowenische Propst von Eberndorf ihre Freilassung erreicht hatte. Die dreizehn aufgerufenen Personen aus Eberndorf und die neun Personen aus Eisenkappel wurden über die angrenzende Wiese geführt, auf der die Partisanen Maschinengewehre für eine Exekution aufstellten. In höchster Todesgefahr kam von den Gefangenen kein Widerstand mehr. Durch Zufall wurden sich die Partisanen jedoch ihres Irrtums bewusst: Bei der Liste handelt es sich nicht um ein Verzeichnis der zu exekutierenden, sondern der freizulassenden Gefangenen“.[25]

In den Abendstunden des 14. Mai setzt sich der Transport in Marsch und es wird Schloss Hirschenau ausfindig gemacht und beschlagnahmt. Die Gefangenen werden um zwei Uhr früh durch ein Spalier schwer bewaffneter Titoleute in das Schloss getrieben und in den Räumen des Hochparterres untergebracht. Im Laufe des 15. und 16. Mai werden die Gefangenen vernommen. Diese werden zur Einstellung zu den Slowenen befragt und dann sollen sie den Grund ihrer Verhaftung angeben.

Auszug aus dem Bericht der Landessicherheitsdirektion für Kärnten, unter Josef Stossier, zu den Verschleppungen. Den Text verfasste vor allem der damalige LSDion Referent Leopold Guggenberger, der auch die Recherchen durchführte.[26]

Überlebende Verhaftete berichten später, dass die Partisanen ständig betrunken gewesen seien. Es stellt sich später heraus, dass diese über Leben und Tod entschieden haben. Die 125 Südkärntner Frauen werden in zwei Gruppen eingeteilt: eine Gruppe die interniert und eine die sofort liquidiert werden sollte. Die zweite Gruppe besteht aus Personen, die sich bei der Volksabstimmung auf österreichischer Seite verdient gemacht hat. In der Nacht vom 16. Auf den 17. Mai wird wieder ein überstürzter Aufbruch befohlen. Es stellt sich später heraus, dass der Besitzer des Korbonhofes die Briten verständigte, was auf Hischenau vorgeht. Die jugoslawischen Verbindungsoffiziere beim britischen Stab in Völkermarkt erfahren davon und warnen die Genossen in Hischenau. Dieses brechen rasch nach Prävalie auf, um sich Schwierigkeiten mit den Briten zu ersparen. Die Lastwagenkolonne wird von den Briten an der Draubrücke und an der österreichischen Grenze in Grablach aufgehalten. Die Jugoslawen täuschen den Briten vor, die Insassen der Lastwagen sind Angehörige der Partisanenarmee. Die Lastkraftwagen sind mit Planen überdeckt und wer redet wird sofort erschossen. Auf Schloss Hirschenau werden die Weichen gestellt, wobei für manche eine leidvolle Gefangenschaft in Jugoslawien beginnt. Von diesem Südkärntner Transport werden 64 Personen im Lischagraben bei Prävalie erschossen. Die Kärntner Sicherheitsdirektion erhält später Beweise, dass Veteranen des Abwehr- und Abstimmungskampfes, vor ihrer Ermordung grauenhaft gemartert worden sind.[27]

Das Schloss Hirschenau zwischen Griffen und Völkermarkt wird für viele Südkärntner zum Schicksal. Von hier aus geht der Transport der Gefangenen oft zur Liquidierung ins Mießtal. Der Bergbau im Lischagraben bei Prävalie ist die Hinrichtungsstätte eines Teiles der verschleppten Kärntner.[28]

Die 35-Jährige Stefanie Polascheg aus Eberndorf hat ein großes Glück. Sie ist am 10. Mai 1945 verhaftet worden und macht die Odyssee von Hischenau über das Mießtal mit. Der Transport hält auf der Wiese vor der Alten Schmiede, wo heute das Gebäude des Raiffeisenverbandes steht. Die Partisanen ließen niemanden zu den Gefangenen, aber die siebenjährige Tochter von Frau Stefanie Polascheg gelingt es doch, zum Lastwagen vorzudringen, auf dem die Mutter sich befindet. Die Mutter umschlingt wild ihr Kind, bis es ihr wieder entrissen wird. Bei der Aufteilung der Gruppen auf Schloss Hirschenau hat Frau Polascheg ein merkwürdiges und rettendes Erlebnis. Da sie einer Gruppe zugeteilt wird, wo es fast keine Bekannten gibt, versucht sie sich zu Bekannten und Freunden hinzu zu schmuggeln. Ein Partisan entdeckt den Versuch und treibt sie zur Gruppe zurück. Dies ist ihr Glück, denn von denen sie sich zugesellen wollte, kehrte keiner mehr zurück. Der Partisan dürfte gewusst haben, dass die Gruppe zu denen sie wollte, Todeskandidaten waren. Von der Gruppe, bei der sich Frau Polascheg befand, kehrte nach langer und qualvoller Haft, ein jeder nach Kärnten zurück. Drei kommen nie wieder zurück, es sind dies die drei Leitgeb Brüder aus Kühnsdorf. Die Leitgeb Brüder befinden sich ursprünglich auch bei der Gruppe der Minderbelasteten, allerdings nur 18 Tage lang. Danach werden wir in die Steiermark abtransportiert, nur die drei Leitgebs bleiben zum Sterben zurück. Frau Stefanie Polascheg wird endlich nach neun Monaten von der Haft entlassen. In dieser Zeit quälte die Marter der Haft. Der Kommissar sagt bei der Entlassung zur Frau Polascheg: bedanken Sie sich bei den Einheimischen. Wenn Sie dreimal um ihr Haus gehen, werden Sie wissen, wer Sie verraten hat.[29]

Die Söhne der Familie Picej: Die Priester Josef und Mohor im Bild jeweils außen und Dkfm. Adolf zweiter von links und Valentin, der den elterlichen Betrieb führte. Adolf Picej versucht als Mitgefangener den Brüdern Leitgeb in ihrer misslichen Situation, da er der slowenischen Sprache mächtig war, zu helfen.[30]

Unter den Südkärntner Deportierten befinden sich auch die Besitzer der Holzfaserfabrik in Kühnsdorf, nämlich die Brüder Valentin, Walter und Siegfried Leitgeb. Das Kühnsdorfer Unternehmen war – zusammen mit Friedrich Funder in St. Veit an der Glan – während des Krieges durch entsprechende Rüstungsaufträge zum größten Holzfaserplattenwerk des „Dritten Reiches“ aufgestiegen. Die Firma hat während der NS-Zeit auch gute Beziehungen zu den Partisanen, die in den Jauntaler Wäldern operierten, aufgebaut. Die Familie Leitgeb fühlte sich zu Kriegsende relativ sicher. Die Leitgeb Brüder werden trotzdem am 12. Mai 1945 um zwei Uhr in der Früh zusammen mit Adolf Picej in ihrem Wohnhaus in Kühnsdorf verhaftet. Es halten sich zu diesem Zeitpunkt mehrere führende Partisanen im Leitgeb Wohnhause auf. Die Leitgeb Brüder und Adolf Picej werden in die Küche des nahen Gasthauses „Karlwirt“ gebracht, wo man auf das Eintreffen des Partisanenführers Josef Knes aus Schwarzenbach wartet. Dieser ist jedoch nicht gekommen. Die Festgenommenen werden über Bleiburg und Prävalie und zum Schloss Hischenau gebracht. Ob hier das übliche Verhör stattfindet ist nicht bekannt. Die Leitgeb Brüder werden zusammen mit anderen Gefangenen wieder zurück ins „Volksheim“ von Prävalie gebracht. Auch der Mitgefangene Adolf Picej, welcher der slowenischen Sprache mächtig ist, hat von hier aus Gesuche der Leitgeb Brüder an jugoslawische Stellen gesendet. Alle Bitten an höchste jugoslawische Stellen um eine Freilassung bleiben erfolglos. Es wird nur Adolf Picej Ende Mai nach Österreich entlassen. Die drei Leitgeb Brüder dürften den Juni 1945 in Jugoslawien nicht mehr überlebt haben, da diese tragisch hingerichtet werden.[31]

3.3 Entwicklung der Befreiungsfront in Kärnten

Eine Gruppe von elf Partisanen quartiert sich nach großen Verlusten des „Savinja-Bataillons“ am 7. November 1942 in Topla unter die Petzen ein. Dieses Bataillon wird aufgelöst, und die Partisanengruppe knüpft bald Kontakte mit der einheimischen Bevölkerung, von der sie auch unterstützt wird.

Die ersten Wehrdienstverweigerer und Desserteure der Deutschen Wehrmacht schließen sich dieser Gruppe an. Unter den Fahnenflüchtigen befindet sich auch der Vorkriegskommunist Pavle Žaucer-Matjaž. Dieser kommt als neu ernannter Sekretär des Kärntner Kreises in dieses Gebiet.[32] Diese Gruppe wächst bis zum Ende des Jahres 1942 auf zwanzig gut bewaffnete Partisanen an. Daraus entwickelt sich allmählich eine Kompanie. Es werden kleinere Beschaffungsaktionen durchgeführt, um Nahrungsmittelvorräte für den Winter anzulegen. Die Partisanenbewegung erleidet im Jahre 1942 in Kärnten Rückschläge. Da die Partisanenbewegung noch lebt, überschreitet diese am 25. November 1942 beim einstigen Grenzübergang Luschasattel/Luža die frühere Staatsgrenze. Die Bewegung marschiert in das Eisenkappler Gebiet ein. Der Ort der Überwinterung soll vor den NS-Kräften geheim gehalten werden.

Am 26. November 1942 meldet sich die Einheit beim „deutschgesinnten“ Bauern und Gastwirt, Florijan Sadovnik vlg. Riepl, und beim benachbarten Kongoj-Hof vlg. Cemer und requiriert Lebensmittel.[33]

Links: Der „berüchtigte“ kommunistische Tito-Partisanen-Führer Karel Prušnik – Gašper. Rechts: Marschall Tito, ein „Vorbild, ein Feldherr, ein Führer, ein Idol“[34] der Kärntner Partisanen.

Am 3. Dezember 1942 kehrt die Partisaneneinheit wieder zum Riepl zurück und führt eine Beschlagnahmung größeren Ausmaßes durch. Nach dem Abzug der Einheit zieht die Familie mit Erlaubnis der NS-Behörden nach Eisenkappel. Das Vorkriegsmitglied der KPÖ, Karel Prušnik, aus dem Ort Lobnig stammend, schließt sich dieser Kärntner Partisanenkompanie an. Prušnik ist einige Tage vorher nur knapp einer Verhaftung entkommen.[35] Die Kärntner Kompanie nützt den Winter 1942/43 vorwiegend für die politische Bildung. Im Laufe der Zeit wird die Tätigkeit über die „St. Germain-Grenze“ ausgedehnt. Pavle Žaucer-Matjaž, der rangshöchste politische Funktionär und zugleich auch der Ranghöchste in der Kompanie, versucht schrittweise einzelne Partisanen für Aktionen zu gewinnen. Dies erfolgt in Übereinstimmung mit dem Gebietskomitee der Kommunistischen Partei Nordsloweniens KPS. In den ersten Monaten bildet die Befreiungsfront OF noch keine Ausschüsse. Es wird nur versucht, einzelne Gesinnungsgenossen und Vertrauensleute zu gewinnen. Für die weitere Entwicklung der Partisanenbewegung ist es wichtig, dass die Kompanie in Kärnten bleibt. Diese Kompanie wird nicht, wie ursprünglich geplant, auf das Bachergebirge/Pohorje verlegt. Es soll in das Bachern-Bataillon integriert werden.

Es kann festgestellt werden, dass vom Oberkommando dem Mießtal als Absprungbasis in das zweisprachige Kärnten viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Eine Gruppe von drei Partisanen geht in der zweiten Februarhälfte zum Zwecke der Agitation in das Eisenkappler Gebiet. Darunter befindet sich auch Karel Prušnik-Gašper, der als Einheimischer die Gegend und die Menschen gut kennt. Die Kompanie erhält einen Zuzug durch Wehrmachtsflüchtlinge. Diese Kompanie geht am 8. März 1943 neuerlich in das Gebiet von Eisenkappel.[36] Eine Aktivistengruppe, der auch Prušnik angehört, bleibt bis zur Parteikonferenz am 12. Juni 1943 im ihr zugewiesenen Gebiet.

Bild vorne, in der Mitte der von Karel Prušnik geleitete Männerchor des slowenischen Kulturvereins Zarja in Eisenkappel in der Zwischenkriegszeit von 1930 bis 1935.[37]

Diese Gruppe widmet sich der Agitation und nimmt einigen Heimaturlaubern der Deutschen Wehrmacht die Uniformen und die Ausrüstung ab. Am Bahnhof Gösselsdorf wird ein kleiner Sabotageakt durchgeführt, die dortige Trafik wird leergeräumt. Außerdem werden drei Personen getötet. Bis in den April wird das gebirgige Gebiet rund um Eisenkappel intensiv bearbeitet. Es wird im Bereich von Eberndorf agitiert, und man nähert sich der Drau und der Stadt Völkermarkt. Pavle Žaucer-Matjaž ist vorallem im Mießtal tätig. Über Mittelsmänner wird ein Kontakt zu Nazigegnern in Klagenfurt hergestellt.[38]

Bild links: Die Teilnehmer der Parteikonferenz am 12. Mai 1943. Ganz links stehend Karel Prušnik-Gašper, neben ihm Pavle Žaucer-Matjaž und ganz rechts sitzend Ivan Županc-Johan. Bild rechts: Die Mitglieder des Exekutivkomitees der KPS[39] für Kärnten. Von links nach rechts: Karel Prušnik, Stane Bizjak, Dušan Pirjevec, Pavle Žaucer und Ivan Bertoncelj.[40]

Die Kreiskonferenz der Partei der politischen und militärischen Funktionäre findet im Mai 1943 statt. Diese Konferenz trägt viel zum Widerstand in Kärnten bei. Mießtal wird zu einem festen Stützpunkt des Widerstandes in Kärnten. Der Oberbefehlshaber der jugoslawischen Partisanenarmee, Josip Tito, ist voller Optimismus. Die Sitzung des Kreiskomitees am 24. Juni 1943 stellt fest, dass auch im zweisprachigen Kärnten aus dem Kreis der bisherigen Vertrauensleute der Befreiungsausschuss gebildet wird. Auch im Bereich der Industriearbeiter wird eine Arbeitereinheit gebildet. Es werden Kontakte zu ehemaligen Mitgliedern der KPÖ geknüpft, die bereit waren, in der Befreiungsfront OF mitzuarbeiten. Es wird auch festgestellt, dass die Bevölkerung der OF viele Sympathien entgegenbringt.[41]

Links: Terezija Prušnik-Mira aus Solčava arbeitet als Magd am Hof der Familie Prušnik. Diese flüchtet zu den Partisanen und wird die Frau von Karel Prušnik-Gašper. Rechts: Kärntner Partisanen im Jahre 1943, unter ihnen befinden sich auch Karel Prušnik und Janez Pečnik.

Karel Prušnik – Gašper wird auf der Konferenz am 12. Mai 1943 vom Wachdienst entlastet und wird zum Aktivisten der Partisanen befördert. Der Kärntner Kreis nördlich der „St. Germain-Grenze“ wird in zwei Rayons geteilt. Das Gebiet westlich der Seebergstraße wird von Ivan Županc – Johan und Karel Prušnik – Gašper[42] übernommen. In diesem Bereich von Eisenkappel gibt es im November und Dezember 1942 besonders viele Verhaftungen. Die Bevölkerung ist deswegen sehr misstrauisch. Die beiden gehen am 17. Mai 1943 über Eisenkappel nach Ebriach, Trögern und Vellach. Es werden bis zum 7. Juni 1943 zwölf Bauernhöfe besucht. Die beiden sind hinsichtlich des Nationalbewusstseins der Bewohner überrascht und sind über eine Zusammenarbeit erfreut.

Das erste Haus, das durch die Partisanen im Mai1943 in Flammen aufgeht, ist die Klagenfurter Hütte des Alpenvereins. Die Rainer-Schutzhütte auf der Petzen wird im Juni 1943 von den Partisanen in Brand gesteckt.[43]

Die Zahl der Wehrmachtsflüchtlinge, die sich den Partisanen anschließen, nimmt zu. Einige bleiben als Schutzmannschaft bei den Aktivisten und die anderen werden zum 1. Kärntner Bataillon geschickt. Im Laufe des Sommers 1943 ist diese Einheit beträchtlich gewachsen. Ivan Županc – Johan durchwandert vom 6. Juli bis 5. August 1943 zweimal das Gebiet rund um Rechberg, Gallizien, Abtei, St. Margarethen im Rosental und Glainach. Er wird von den vielen Landwacht-Patrouillen und der Gendarmeriepräsenz behindert. In diesem Gebiet ist offenbar noch kein Aktivist der Befreiungsfront OF gewesen. Županc will mit der 3. Kompanie des Kärntner Bataillons einige Aktionen durchführen. Die Sympathien der Bevölkerung gegenüber den Partisanen soll gefördert werden.[44]

Die Leitung des Kärntner Kreises, des Gebietskomitees der KPS für Nordslowenien, befindet sich im Mießtal. Prušnik und Županc können wegen der schlechten Verbindung zum Treffen am 14. August 1943 nicht eingeladen werden. Der große Kärntner Kreis wird in zwei neue Kreise, und zwar in den Jauntaler und Mießtaler Kreis geteilt. Das zweisprachige Kärnten wird bis zum Herbst 1943 in drei Kreise geteilt: den Jauntaler oder Völkermarkter Kreis, den Klagenfurter und Villacher Kreis. Im Oktober 1944 gibt es zwei neue Kreise, nämlich Klagenfurt und Villach. Bereits im November 1944 werden die zwei großen Kreise in fünf kleine Bezirke aufgeteilt: Bleiburg, Völkermarkt, Klagenfurt, Villach und Arnoldstein. Pavle Žaucer – Matjaž wird am 17. März 1944 zum Sekretär des Exekutivkomitees der KPS ernannt. Ein Mitglied des Exekutivkomitees wird unter anderen Karel Prušnik – Gašper.

„Am 16. März 1944 wurde der Gebietsausschuss der Befreiungsfront OF für Kärnten gebildet. Zu seinem Sekretär wurde Karel Pruṡnik – Gašper ernannt. Über die Ernennung wurde Prušnik Mitte April informiert, das Amt übernahm er am 3. Mai 1944“.[45]

Mitglieder dieses Organs waren am Anfang auch alle ursprünglichen Mitglieder des Exekutivkomitees der KPS für Kärnten. Beim ersten Plenum des Gebietsausschusses im Juli 1944 auf der Oistra/Ojstra wurden in dieses Organ

„Andrej Sienčnik – Smrekar und Tone Wutte – Janez aufgenommen. Damals wurden Prušnik und Wutte auch als Delegierte für die 2. Versammlung der OF Aktivisten in Čromelj ausgewählt. Sie reisten am 20. August ab, die Versammlung fand am 4. September statt“.[46]

Im Juni 1944 wird nach mehreren Versuchen auch das Exekutivkomitee des Bundes der kommunistischen Jugend SKOJ für Kärnten gegründet. Ende 1943 beginnt man den slowenischen antifaschistischen Frauenbund SPŽZ für Kärnten zu organisieren. Alle politischen Organisationen, außer der Bund slowenischer Jugend ZSM, bekommen bis Mitte des Jahres 1944 ihre Gebietsleitungen. Diese politischen Zentralorgane des antifaschistischen Widerstandes halten sich die ganze Zeit im zweisprachigen Kärnten auf. Der Mittelpunkt des Gebietskomitees der KPS für Kärnten befindet sich im Herbst 1943 in der Nähe des Dürrkogels/Suha unter dem Kahlkogel/Golica. Später gibt es ein gemeinsames Zentrum oberhalb von Matschach im Rosental. Das Zentrum wird am 10. Mai 1944 vom Rosental unter die Oistra/Ojstra verlegt.

Links: Das Exekutivkomitee des SKOJ für Kärnten mit der Fahne, die die Kärntner Jugend Tito geschenkt hat. Rechts: Die VOS-Gruppe für Ostkärnten im Frühjahr 1944 mit zwei französischen Kriegsgefangenen, die sich ihr angeschlossen haben.[47]

Am 10. September 1944 erfolgt eine Verlegung nach Solčava. Eine Übersiedlung erfolgt am 14. November 1944 nach Zell-Oberwinkel/Zgornji Kot unterhalb der Koschutta, auf den Tolsti Vrh, dann im strengen Winter bei Tiefschnee am 25. Februar 1945 über Homölisch/Hmeljše in eine Jagdhütte, wo auch das Radiozentrum des POOF untergebracht ist. Das Gebietskomitee überlebt das Kriegsende über Gotschuchen/Kočuha, wo im steilen Gelände des Schwarzen Gupf/Črn Vrh Quartier bezogen wird.[48]

3.4 Jauntaler und Völkermarkter Kreis

Der Jauntaler Kreis wird ab Jänner 1944 Völkermarkter Kreis genannt. Der erste Sekretär des Kreiskomitees der KPS ist Karel Prušnik – Gašper, der im September 1943 in diese Funktion berufen wird. Die schnelle Beförderung in diese Funktion erfolgt wegen dessen politischer Orientierung in der Vergangenheit. Es erfolgt eine Ausweitung des Kreises nördlich der Drau. Der Jauntaler Kreis wird nunmehr als Völkermarkter Kreis bezeichnet. Karel Prušnik – Gašper erwirbt sich um die Ausweitung des Territoriums große Verdienste. Die Rayons beginnt man allmählich als Bezirke zu bezeichnen. Dies sind nördlich der Drau Griffen, Tainach und Völkermarkt. Südlich der Drau sind es Bleiburg, Klopein, Jaunstein und Eisenkappel.

Der Hof der Familie Pasterk vulgo Deutschmann/Tavčman in Lobnig, wo Jurij Pasterk mit Karel Prušnik und anderen Gleichgesinnten im August 1942 den ersten Volksbefreiungsfront OF-Gebietsausschuss in Kärnten gegründet haben. Links: Der kommunistische Partisanführer Prušnik im Jahre 1944. Rechts: Der legendäre Franz Pasterk-Lenart kommt durch die Familie zu den Partisanen und wird ein „jugoslawischer“ Volksheld. Er ist eine soldatische Führernatur und wird auch von den Gegnern geachtet. Er diente ursprünglich bei der Deutschen Wehrmacht an der Einmeerfront.

Der Widerstand ist im Jauntal eher schwach ausgeprägt. Der Einfluss der NS-Propaganda hat einen großen Einfluss auf die Eindeutschungspolitik. Es gibt nur wenige nationalbewusste Slowenen, die sehr eingeschüchtert werden. Eine stärkere Partisaneneinheit soll der Bevölkerung eine starke Partisanenarmee zeigen. Die NS-Behörden nehmen in diesem Gebiet die Widerstandsbewegung in der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober 1943 das erste Mal wahr. Bei mehreren Häusern in Eberndorf/Dobrla vas werden „kommunistische Druckschriften“ aufgelegt, die zweisprachig und auch nur in Slowenisch abgefasst sind.[49] In der Nacht zum 6. Oktober 1943 werden im Gebiet von Gallizien „kommunistische Druckschriften“ an den Fensterbänken hinterlegt.[50]

„Am 27. Oktober 1943 wurde der am Eingang zum Lobnig-Graben stehende Wachdoppelposten angegriffen. Dabei wurden beide Soldaten schwer verletzt, außerdem wurden ihnen die Gewehre abgenommen. Auch das ‚Streuen von mehreren Hetzschriften staatsfeindlichen Inhalts‘ bald nach dem erwähnten Überfall und das Entzünden von Höhenfeuern zum Jahrestag der russischen Oktoberrevolution haben zur Hebung der Stimmung beigetragen. Die Bevölkerung sei hingegen über das langsame Vorrücken der Westalliierten verärgert gewesen und setzte Hoffnungen auf die Rote Armee, weil diese große Erfolge aufzuweisen habe. Die Bevölkerung fragte mehrmals, wann denn die Partisanenbrigaden nach Kärnten kommen würden, was Karel Prušnik – Gašper versprochen hätte“.[51]

Treffen der Aktivisten des Jauntaler Kreises mit Arbeitern der Zellulosefabrik Rechberg. Der Kommandant des Ostkärntner Verbandes Jože Ulčar – Mirko, zweiter von rechts, während eines Inspektionsbesuches beim Stab des 2. Bataillones.[52]

Der Bezirk Eisenkappel ist bestens organisiert. Neben den politischen Aktivisten halten sich oft die Ostkärntner Partisaneneinheiten in Eisenkappel auf. Die Partisanenarmee wird von der Bevölkerung positiv aufgenommen. Die Jugend hat ein gutes Verhältnis zu den Partisanen, wobei rund fünfzig aktive Jugendliche gezählt werden. Für die allgemeine Partisanenliteratur interessieren sich allerdings nur wenige. Der Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion bringt es mit sich, dass Flugblätter und Bilder von Marschall Tito und den Führern der Alliierten verteilt werden. Die Aktivisten betonen gerne, dass die Ausschüsse „der Anfang der neuen Volksmacht“ sind. Die Partisaneneinheiten pflegen durch „Meetings“ den Kontakt zur Zivilbevölkerung. Oft versammelt man sich in größeren Bauernstuben, dabei wird auch aus der Partisanenliteratur vorgelesen. Es werden auch Volks- und Partisanenlieder gesungen, wobei auch um eine Unterstützung gebeten wird. Der Abschluss erfolgt meist durch eine Tanzveranstaltung.

„Ein Ereignis prägte sich die Bevölkerung besonders ein: der Auftritt der Partisanen der 1. Kompanie des Ostkärntner Verbandes und der Aktivisten des Jauntaler Kreises bei der Kirche in Ebriach am Ostersonntag, dem 9. April 1944 am Nachmittag. Nach der Messe, zu der die Partisanen in Reih und Glied aufmarschiert waren, gingen die Aktivisten auf das Chor und überredeten die Organistin, anstelle der deutschen Lieder zwei slowenische Osterlieder zu spielen, die die Partisanen gemeinsam mit dem Kirchenchor sangen. Nach der Messe veranstalteten sie vor der Kirche ein Meeting, wo nach der einleitenden Rede von Karel Prušnik – Gašper auch andere Aktivisten das Wort ergriffen. […] Die Leute sympathisierten mit den Partisanen und waren von ihrem Auftritt begeistert“.[53]

Die Partisanenbewegung wird im Raum Eisenkappel besonders aktiv, wo sich auch die Familientragödie Peršman/Perschmann ereignet. Von links die abgelegene Pfarrkirche in der Streusiedlung Ebriach sowie die schön gelegene Pfarrkirche und der Friedhof von Eisenkappel.[54]

Der Bericht des Gendarmeriepostens Vellach vom 25. September 1944 zeigt, dass die „slowenisch-bewusste“ Bevölkerung nicht mehr an einen deutschen Sieg glaubt. Die Partisanentätigkeiten beziehen sich vorwiegend auf die Nahrungsmittelversorgung. In dieser Zeit kommen auch Viehentwendungen vor. Der Gendarmerieposten Eberndorf registriert „60 Bandenmeldungen“, wobei mitunter sehr starke Gruppen vorkommen. Viele dessertieren aus der Wehrmacht und schließen sich den Partisanen an. Um den Verhaftungen zu entgehen, flieht man in den Wald und versteckt sich. Oft erfolgt eine Deportation in ein Lager, wobei so mancher nicht mehr heimkehrt.[55]

3.5 Nationalsozialistische Gegenkräfte am Kriegsende

Karel Prušnik – Gašper betont in einem Bericht im Namen des Gebietsausschusses der Befreiungsfront OF am 23. März 1944, dass es nicht möglich gewesen sei, die Kärntner Slowenen auf dasselbe Niveau zu bringen wie die Slowenen in anderen Regionen. Prušnik führt dies auf den „besonderen“ Charakter der Kärntner zurück. In den zweieinhalb Jahren gelingt es, in der Bevölkerung das Interesse für den antifaschistischen Widerstand zu schärfen. Das Vertrauen in das neue Jugoslawien wird auch gestärkt.

Links: Die Partisanenkommandanten studieren das Terrain bei der Besetzung des zweisprachigen Kärnten. Rechts: Die Partisanenbrigarden marschieren in Richtung Klagenfurt und fordern ein „Slowenisch Kärnten“.[56]

Vom 3. bis zum 8. Mai findet die Besetzung Kärntens durch die jugoslawischen Einheiten statt. Es erfolgt ein fieberhafter Wettlauf mit der britischen Armee. Am 8. Mai 1945 um 23.01 Uhr wird die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht an allen Fronten in Europa bekanntgegeben.

Links: Das provisorische Gefangenenlager im Hof des Stiftes in Eberndorf. Rechts: Die Freude der Bevölkerung über das Ende des Krieges ist den Leuten ins Gesicht geschrieben.[57]

Es wird der Beschluss gefasst, dass am 16. Mai 1945 in Klagenfurt eine Gebietskonferenz der slowenischen und österreichischen Antifaschisten organisiert werden soll. Mit den Vorbereitungen wird begonnen, und die Konferenz soll zweisprachig durchgeführt werden. Die KPÖ verspricht auch, Delegierte zu entsenden. Über Luka Sienčnik, Lojze Ude und Karelšnik wird eine Verbindung zu ehemaligen slowenischen Politikern in Kärnten aufgenommen. Die KPS soll die Teilnahme aller Delegierten organisieren. In allen österreichischen Kreisen, aber auch bei vielen Kärntner Slowenen besteht ein großes Misstrauen gegenüber Jugoslawien. Eine Ausnahme bilden nur die Kommunisten.

Links: Auch die Deutschsprachigen jubeln Marschall Tito und den jugoslawischen Partisanen zu. Rechts: Eine Partisanengruppe im Park beim Klagenfurter Gymnasium in der Völkermarkterstraße.[58]

Am 16. Mai 1945 tagt im Gebäude des Gymnasiums in der Völkermarkterstraße in Klagenfurt die Konferenz. Es sind 500 Menschen gekommen, wobei 120 Delegierte aus den Reihen der Kärntner Slowenen und 120 Delegierte der deutschsprachigen Kärntner teilnehmen. Die Briten versuchen, diese Veranstaltung zu boykottieren. In der Pause werden abwechselnd deutsche und slowenische Lieder gesungen, wobei auch der Einzug von „Tito-Jugoslawien“ gefordert wird.

3.6 Britische Besetzung und Slowenisch-Kärnten der Tito-Partisanen

Die Geschichte Kärntens im 20. Jahrhundert ist geprägt vom konfliktbeladenen Zusammenleben der Landbewohner deutscher und slowenischer Muttersprache. Die Vorgeschichte reicht in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich lässt ein ruhiges Zusammenleben der Volksgruppen erhoffen. Die Slowenenvertreter Franz Petek und Josef Tischler geben gegenüber dem Reichsstatthalter Bürckel eine Loyalitätserklärung ab, bei der Volksabstimmung am 10. April 1938 für den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich zu stimmen.[59] Der deutsche Angriff auf Jugoslawien bewirkt, dass für die Nationalsozialisten alle außenpolitischen Rücksichten wegfallen und dass die slowenische Sprache in der Schule und in der Kirche verboten wird. Ein Höhepunkt gegenüber der slowenischen Bevölkerung ist die überfallsartige Aussiedlung von etwa 1000 Kärntner Slowenen im Jahre 1942 in das so genannte Altreich.[60]

Die Eroberung und Zerschlagung Jugoslawiens im April 1941 bewirkt, dass die Partisanentätigkeit stark anwächst. Diese richtet sich vor allem gegen die deutschen Besatzer. Ein großer Teil Sloweniens wird bis 1943 durch Italien besetzt. Es kommt auch hier zur Bildung von Untergrundverbänden, die einen regen Zulauf haben. Die Partisanenverbände dehnen sich auch auf den Raum Südkärnten aus. Die Kampftruppen der Tito-Partisanen haben wenige Kärntner Slowenen. Die in Kärnten Operierenden unterstehen der slowenischen Partisanenführung. Die politische Schulung erfolgt ebenfalls in Slowenien. Die kommunistisch orientierten Partisanen arbeiten nicht nur auf den Zerfall des NS-Regimes hin, sondern fordern auch slowenisch besiedelte Gebiete in Österreich. Diese Forderung Titos, die er selbst in verschiedenen Ansprachen bekräftigt, besteht nach dem Krieg weiter.

In den ersten Maitagen 1945 hat sich die Zahl der Mitglieder der Partisanentruppe im Kärntner Verband stark erhöht.[61] Diese Partisaneneinheiten versuchen, wichtige Positionen, vor allem in Klagenfurt, einzunehmen. Diesen Einheiten gelingt es, die britische Besetzung zu verzögern, und sie errichten eine eigene Militärverwaltung, wobei diese auf Druck der Briten wieder aufgelöst werden muss. Ab dem 20. Mai ziehen sich die jugoslawischen Truppen vom Kärntner Boden zurück. Die Kärntner Patisanen der jugoslawischen Truppen bleiben als Zivilisten im Lande, um den Anschluss Südkärntens an Jugoslawien vorzubereiten. Die Briten treten am Anfang wirklich als Sieger und Besatzer auf. Das unkooperative Verhalten der Partisanen und später der Befreiungsfront OF brüskiert die Engländer zunehmend. Die Beibehaltung der Vorkriegsgrenzen ist unter den vier Alliierten, wie den Vereinigten Staaten von Amerika, England, Frankreich und Sowjetunion, unbestritten. Die Briten sind von den immer wiederkehrenden Gebietsansprüchen der Jugoslawen irritiert. Eine mehr oder weniger ausgeprägte, antikommunistische Haltung der Besatzungsoffiziere stellt die Weichen für Konflikte. Aus einem Situationsbericht vom Juli 1945 geht hervor, dass viele Kärntner Slowenen für einen Verbleib bei Österreich sind. Dies erfolgt aus politischen und wirtschaftlichen Gründen, allerdings müssen die Minderheitenrechte garantiert werden.

Die selbsternannte, provisorische Landesregierung wird von den Briten Ende Mai aufgelöst. In den etwas veränderten Landesausschuss soll die slowenische Minderheit eingebunden werden. Die Briten veröffentlichen am 5. Juni 1945 die Liste der Mitglieder, wobei als Slowenenvertreter Thomas Suppanz aufscheint. Dieser war vor dem Krieg ein führendes Mitglied der slowenischen Volkspartei und nimmt in der Kärntenfrage eine gemäßigte Haltung ein. Das Gebiet südlich der Drau soll autonom werden, wobei Ferlach dessen Zentrum sein soll. Die radikal national ausgerichteten Slowenen hätten lieber Vinzenz Zwitter als Mitglied des Landesausschusses gesehen.[62]

In Kärnten kann man nicht allgemein von den „Slowenen“ sprechen, da es mindestens zwei Gruppen gibt. Einerseits gibt es die „Windischen“, die heimattreuen Slowenen, welche pro-österreichisch eingestellt sind und bei der Volksabstimmung im Jahre 1920 für Österreich gestimmt haben. Ihnen gegenüber stehen die „bewussten“ oder „richtigen“ Slowenen, die wieder in zwei Gruppen eingeteilt werden können: Die Liberalen, denen die gebildeten Slowenen angehören, sind von der kommunistischen Haltung der Titoregierung nicht abgeschreckt. Diese vertreten die Grundhaltung, dass alles, was gegen Österreich gerichtet ist, grundsätzlich gut ist. Die beiden Slowenen Franz Petek und Vinzenz Zwitter sind Mitglieder dieser Gruppe. Die zweite Gruppe sind die Klerikalen, die zwar für Jugoslawien, aber gegen den Kommunismus sind. Zwei wichtige Persönlichkeiten dieser Gruppe sind Blümel und Truppe, der Abt des Stiftes Eberndorf.[63]

Die Befreiungsfront OF ist während des Krieges aus zahlreichen Widerstandsbewegungen gegen die deutsche Herrschaft in Jugoslawien entstanden, wobei sich die Kommunisten durchgesetzt haben. Die Befreiungsfront OF fühlt sich als Vertretung der gesamten slowenischen Bevölkerung in Kärnmten. Das „Nationale Befreiungskomitee“ muss auf Betreiben der Briten nach Abzug der jugoslawischen Truppen aufgelöst werden. Der Vorsitzende dieses „Landes-Volksbefreiungsausschusses für Slowenisch Kärnten“, Franz Petek, spricht am 24. Mai 1945 bei der britischen Miltärregierung vor. Die britische Militärregierung ist für die gesamte Kärntner Bevölkerung zuständig, daher brauche es keinen Ausschuss für die slowenische Bevölkerung. Die Befreiungsfront wird von den Briten vorläufig nicht als Bewegung anerkannt. In Kärnten werden die Versammlungen der OF von der Sicherheitsdirektion observiert. Die Briten erfahren den Inhalt der Ansprachen, die meist von Zwitter und Sienčnik gehalten werden. Im Februar 1946 dürften die Briten das Gefühl gehabt haben, die „Zügel“ wieder fester anziehen zu müssen. Einige Vertreter des OF, wie Petek, Zwitter, Sienčnik und Prušnik werden vorgeladen. Es gibt eine ganze Liste von Verstößen gegen die Bestimmungen der Militärregierung. Am 6. März 1946 wird der „Bund der Kärntner Partisanen“ in Anwensenheit von rund 600 Personen gegründet. Eine neuerliche Unterredung mit der OF Führung, mit Petek, Sienčnik, Prušnik, Primožič und Franc Zwitter führt zu einer Nichtanerkennung des „Bundes der Kärntner Partisanen“.

Die Briten vermuten eine enge Zusammenarbeit zwischen der Befreiungsfront OF und der jugoslawischen Staatspolizei OZNA in Kärnten[64]. Im Frühjahr 1947 bewirken die bevorstehenden österreichischen Friedensverhandlungen, dass Resolutionen an die Alliierten in Wien geschickt werden. Die Befreiungsfront OF wird alleinige Vertretung der Kärntner Slowenen, und der Anschluss an Jugoslawien wird gefordert. Im März 1948 zieht sich Tischler aus der Befreiungsfront OF zurück, denn es gibt Bestrebungen, eine katholisch-slowenische Partei zu gründen. Diese will mit der Landesregierung zusammenarbeiten und vor allem ein starkes Gegengewicht zu der kommunistischen Befreiungsfront OF bilden. Im Frühjahr 1948 kommt es zu einem Bruch zwischen Tito und Stalin. Dies führt zu einer Isolierung Jugoslawiens, da die meisten kommunistischen Parteien des Westens sich der sowjetischen Richtung der KP anschließen. Auch die KPÖ steht auf der Seite der Sowjetunion. Die KPÖ rückt von den Gebietsforderungen Jugoslawiens ab. Diese Entwicklung in der KPÖ muss für die Befreiungsfront OF verwirrend und enttäuschend gewesen sein. Die Befreiungsfront stellt sich voll hinter Tito und die Erklärung der Kommunistischen Partei Jugoslawiens KPS.[65] Es kommt zu einem völligen Bruch der KPÖ mit der Befreiungsfront. Am 23. Jänner 1949 werden in einer Landeskonferenz die Statuten der Befreiungsfront festgelegt. Die Spitze der neuen Landesleitung besteht aus dem Präsidenten Franz Petek und den Vizepräsidenten Karel Prušnik – Gašper und Luka Sienčnik, wobei als Sekretär Andrej Haderlapp wirkt. Der Anschluss an Jugoslawien wird zwar nicht ganz fallengelassen, aber doch etwas in den Hintergrund gerückt.[66] Die Anerkennung der Befreiungsfront OF als politische Partei wird vom Innenminisrerium verweigert.

Im Dezember 1945 wird der „Bund der Kärntner Slowenen“ gegründet, wobei an dessen Stelle allmählich der Hermagors Verein tritt. Im Jahre 1947 wird die Hermagoras Bruderschaft wieder aktiviert. In diesem Jahr wird der „Bund der heimattreuen Südkärntner“ gegründet. Aus Sicht der Briten entwickelt sich dieser Verein zu deutschnational und wird als slowenenfeindliche Organisation eingestuft. Die SPÖ zieht sich immer mehr aus dieser Organisation zurück. Zu Beginn des Jahres 1949 stehen folgende Organisationen und Vereine der slowenischen Bevölkerung zur Verfügung:[67] Mit der Befreiungsfront OF verbundene Organisationen sind die Befreiungsfront OF für Slowenisch-Kärnten, der Slowenische Kulturverband, der Bauernbund für Slowenisch-Kärnten, der Verband der ausgesiedelten Slowenen, der Verband ehemaliger Partisanen Slowenisch-Kärntens, die antifaschistische Frauenfront für Slowenisch-Kärnten, der Verband ehemals politisch Verfolgter. Slowenische Organisationen, die nicht unter dem Einfluss der Befreiungsfront OF stehen sind die Hermagoras-Bruderschaft Klagenfurt, der Slowenische Schulverein, Zweig St. Jakob im Rosental, der Bund österreichischer Slowenen.[68]

Mit der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht sowie der Auflösung der deutschen Verbände auf jugoslawischem Territorium rücken ab 8. April Einheiten der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee nach Südostkärnten vor. Die jugoslawischen Truppen werden bei ihrem Vormarsch nach Kärnten, im Gegensatz zu den Briten, in schwere Gefechte mit Wehrmachtsteilen, Kroaten und Kosaken verwickelt. Die Briten sind früher, bereits um 10.30 Uhr am 8. Mai 1945 in Klagenfurt, wobei die jugoslawischen Truppen erst um 15 Uhr dort eintreffen.[69]

Die bereits in Kärnten operierenden Partisaneneinheiten nehmen mehrere Ortschaften im gemischtsprachigen Gebiet in ihren Besitz. In einzelnen Gemeinden übernehmen „Antifaschistische Komitees“ die politische Ordnung und Verwaltung. Der Jugoslawischen Armee gehören die Partisaneneinheiten formell ab 1. März 1945 an. Am 16. März 1945 wird die jugoslawische „Gegenregierung“ unter der Führung des Völkermarkter Arztes Franz Petek konstituiert. Diese Gegenregierung fordert in mehreren Resolutionen den „Anschluss Kärntens“ an Tito-Jugoslawien. Dieser geplante kommunistische Umsturz hat nur wenige Anhänger. Über Anordung von Stalin müssen die jugoslawischen Truppen ab dem 19. Mai 1945 Kärnten räumen.

Der Kärntner Tito-Partisan Karel Prušnik – Gašper, Obmann des Verbandes der Kärntner Partisanen, weist auf den „heldenhaften Kampf“ der Partisanen, offenbar für ein Slowenisch-Kärnten im Verbund mit Jugoslawien, hin. Der „berüchtigte“ Partisanenführer Prušnik-Gašper spricht vor versammelten ehemaligen Partisanen, dass der Faschismus sich wieder zu regen beginne. Die Partisanen müssen „auf der Hut sein“ und gegebenenfalls „jederzeit für einen neuen Kampf“, wie er schon einmal geführt worden ist, bereit sein.[70]

4 Familientragödie Perschmann/Peršman – ein verhängnisvoller Racheakt der Tito-Partisanen

Erbonkel Urban Sadovnik wird am 22. Mai 1871 in Unterpetzen 4 geboren und stirbt kinderlos. Der wohlhabende Urban Sadovnik besitzt nicht nur den großen Perschmannhof/Peršmanhof, sondern auch den nahen Peternelhof. Auch ein Hof in Solčava/Sulzbach im Mežica/Mießtal gehört Urban Sadovnik. Der Erbonkel wird wegen seines Reichtums auch „Petzenkönig“ genannt. Urban Sadovnik stirbt am 22. März 1931 in Eisenkappel 4 bei Kušej an der Sepsis nach einer Kniegelenkverletzung. Im Jahre 1931 übergibt Urban Sadovnik den Perschmannhof/Peršmanhof an seinen Neffen Lukas Sadovnik, den Peternelhof überlässt er dem Neffen Anton Sadovnik, der nach der Kriegsheimkehr tragisch verschwindet und offensichtlich von jugoslawischen Agenten ermordet wird. Die Nichte von Urban Sadovnik, Katharina Dobrauc, geb. Sadovnik, erhält das Wohnrecht beim Perschmann/Peršman. Die vier Höfe Peršman, Čemer, Riepl und Peternel sind somit im Besitz von Verwandten.

[...]


[1] Pust, Ingomar 1984: Titostern über Kärnten. Totgeschwiegene Tragödien, S. 268.

[2] Pust, Ingomar 1984: Titostern über Kärnten. Totgeschwiegene Tragödien, S. 269.

[3] Landeshauptmann Kaiser, Peter 2014: Erinnerung für die Zukunft – Erinnerungs- und Gedenkkultur in Kärnten, S. 3.

[4] Landesarchivdirektor Wadl, Wilhelm 2014: Erinnerung für die Zukunft – Erinnerungs- und Gedenkkultur in Kärnten, S. 5.

[5] Bildquelle: Rettl, Lisa/Blohberger, Gudrun 2014: Peršman.

[6] Karner, Stefan 2005: Aussiedlung – Verschleppung – nationaler Kampf; S. 21.

[7] Bildquelle: FS BG für Slowenen in Klagenfurt;

[8] Bildquelle: Linasi - Befreiungsfront OF.

[9] Karner, Stefan 2005: Die Aussiedlung von Kärntner Slowenen 1942, S. 29.

[10] Bildquelle: Prušnik – Gasper, Karel 1984: Gemsen auf der Lawine. Der Kärntner Partisanenkampf.

[11] Bildquelle: Prušnik, Karel: Gemsen auf der Lawine. Der Kärntner Partisanenkampf.

[12] Karner, Stefan/Hartl, Susanne 2005: Die Verschleppungen von Kärntnern 1945 durch jugoslawische Partisanen, S. 55.

[13] Karner, Stefan/Hartl, Susanne 2005: Die Verschleppungen von Kärntnern 1945 durch jugoslawische Partisanen, S. 56 f.

[14] Vgl. Karner, Stefan/Hartl, Susanne 2005: Die Verschleppungen von Kärnten 1945 durch jugoslawische Partisanen, S. 53-57.

[15] Österreichisches Staatsarchiv, Bundesministerium für Inneres, amtliche Darstellung der Verschleppungen von Zivilpersonen aus Kärnten im Jahre 1945 durch Angehörige der jugoslawischen Partisanenverbände sowie des Schicksals der in Oberkrain vermißten Zivilbeamten aus Österreich, Staatsdirektion für das Bundesland Kärnten, Zl. 500/g/SD/52/A, 1. Ausfertigung, 15. März 1952.

[16] Griesser – Pečar, Tamara 2003: Das zerrissene Volk Slowenien 1941 – 1946, S. 509.

[17] Österreichisches Staatsarchiv, Bundesministerium für Inneres, 28182.

[18] Vgl. Griesser – Pečar, Tamara 2003: Das zerrissene Volk Slowenien 1941-1946, S. 510.

[19] Vgl. Pust, Ingomar 1984: Titostern über Kärnten 1942-1945, S. 150f.

[20] Quelle: Privatarchiv des Verfassers.

[21] Vgl. Sicherheitsbericht 1952.

[22] Vgl. Pust, Ingomar 1984: Titostern über Kärnten 1942-1945, S. 151f.

[23] Fotoquelle: Pust, Ingomar 1984: Titostern über Kärnten 1942-1945.

[24] Bericht von Dr. Hans Jörg Zeitlinger vom 12. Jänner 2002.

[25] Bericht von Dr. Hans Jörg Zeitlinger vom 12. Jänner 2002.

[26] Quelle: Stefan Karner.

[27] Vgl. Pust, Ingomar 1984: Titostern über Kärnten 1942-1945, S. 158-160.

[28] Fotoquellen: Pust, Ingomar 1984: Titostern über Kärnten 1942-1945 und Karner, Stefan 2005 (Hrsg.): Aussiedlung – Verschleppung – nationaler Kampf.

[29] Vgl. Pust, Ingomar 1984: Titostern über Kärnten, S. 160f.

[30] Quelle: Stefan Karner.

[31] Vgl. Karner, Stefan/Hartl, Susanne 2005: Die Verschleppungen von Kärntnern 1945 durch jugoslawische Partisanen, S. 70-72.

[32] Vgl. Deželak-Barič, Vida 1999: Die Organisationsfrage der Kommunistischen Partei Sloweniens 1941-1945, Diss, Phil. Fak. Laibach/Ljubljana, S. 291 f.

[33] Vgl. Slowenisches Wissenschaftsinstitut SZI, Lageberichte, Bericht des Gendarmeriepostens Eisenkappel; 29. November 1942.

[34] Bildquelle: Pust, Ingomar 1984: Titostern über Kärnten. Totgeschwiegene Tragödien.

[35] Vgl. Slowenisches Wissenschaftsinstitut SZI, Lageberichte: Bericht des Gendarmeriepostens Eisenkappel; 10. Dezember 1942.

[36] Vgl. Slowenisches Wissenschaftsinstitut SZI, Lageberichte: Bericht des Gendarmeriepostens Altendorf; 12. Juni 1943.

[37] Bildquelle: Rettl, Lisa/Blohberger, Gudrun 2014 (Hrsg.): Peršman.

[38] Vgl. Linasi, Marjan 2013: Die Kärntner Partisanen, S. 61-64.

[39] KPS: Kommunistische Partei Sloweniens.

[40] Bildquelle: Linasi, Marjan 2013: Die Kärntner Partisanen, S. 64 und 70.

[41] Vgl. Linasi, Marjan 2013: Die Kärntner Partisanen, S. 64 f.

[42] Karel Prušnik, mit Partisanenname Gašper, wird 1910 in Lepen bei Eisenkappel geboren und und stirbt im Jahre 1980 in Laibach. Prušnik schließt sich der Arbeiterbewegung an und wird 1935 in der Karlau inhaftiert. Dieser ist während des Krieges führend in der Widerstandbewegung tätig und ist Mitglied der Slowenischen Befreiungsfront OF. Prušnik wird in den Jahren 1947 und 1948 von der britischen Besatzungsmacht in der Strafanstalt Karlau inhaftiert. Er ist seit dessen Gründung Obmann des Verbandes der Kärntner Partisanen.

[43] Bild- und Textquelle: Pust 1984: Titostern über Kärnten 1942-1945, S. 16.

[44] Vgl. Linasi, Marjan 2013: Die Kärntner Partisanen, S. 65-67.

[45] Prušnik – Gašper, Karel 1984: Gemsen auf der Lawine. Der Kärntner Partisanenkampf, S. 188-197 und 364-365.

[46] Linasi, Marjan 2013: Die Kärntner Partisanen, S. 73.

[47] Bildquelle: Linasi, Marjan 2013: Die Kärntner Partisanen, S. 73 und 84.

[48] Linasi, Marjan 2013: Die Kärntner Partisanen, S. 68-74.

[49] Vgl. SZI, Lageberichte: Bericht des Gendarmeriepostens Eberndorf, 4. Oktober 1943.

[50] Vgl. SZI, Lageberichte: Bericht des Gendarmeriepostens Gallizien, 7. Oktober 1943.

[51] SZI, Lageberichte: Bericht des Gendarmeriepostens Eisenkappel, 29. Oktober 1943.

[52] Bildquelle: Linasi, Marjan 2013: Die Kärntner Partisanen, S. 89 und 165.

[53] Linasi, Marjan 2013: Die Kärntner Partisanen, S. 89 f.

[54] Bildquelle: Privatarchiv.

[55] Vgl. Linasi, Marjan 2013: Die Kärntner Partisanen, S. 75-97.

[56] Bildquelle: Linasi, Marjan 2013: Die Kärntner Slowenen, S. 326 und 331.

[57] Bildquelle: Linasi, Marjan 2013: Die Kärntner Partisanen.

[58] Bildquelle: Linasi, Marjan 2013: Die Kärntner Partisanen, S. 323 und 330.

[59] Vgl. PRO FO 1020/1212: 21. Jänner 1947.

[60] Vgl. Suppan, Arnold 1983: Die österreichischen Volksgruppen. Tendenzen ihrer gesellschaftlichen Entwicklung im 20. Jahrhundert, S. 172 f.

[61] Rausch, Josef 1979: Der Partisanenkampf im 2. Weltkrieg. ( = Militärwissenschaftliche Schriftenreihe 39/40). Wien.

[62] Vgl. PRO FO 1007/398: 13. Juni 1945.

[63] Vgl. PRO FO 1007/398: 6. Juli 1945.

[64] Vgl. PRO FO 1020/2905: April 1946: Landesführung der OZNA; Namensliste der Gebietsführungen in Kärnten, von den Briten als top secret klassifiziert; PRO WO 204/12573: Herbst 1945. Die OZNA war die jugoslawische Staatspolizei, zu deren Aufgaben auch die politische Spionage gehörte.

[65] Vgl. AdR, BKA, II-Pol, Karton 74, Zahl: 110.061: Bericht der Sicherheitsdirektion Kärnten.

[66] Vgl. PRO FO 1007/336: 31. Jänner 1949-

[67] AdR, BMI, Zahl: 35.088-4/46: Bericht der Sicherheitsdirektion für das Bundesland Kärnten; ZL. 206g/SD/48/E ad an das BMI, Generaldirektion für öffentliche Sicherheit: Slowenische Organisationen in Kärnten.

[68] Vgl. Stieber, Gabriela 2005: Die Briten als Besatzungsmacht 1945-1955, S. 295-319.

[69] Vgl. Wadl, Wilhelm 1997: Britische Besatzung in Kärnten und in der Steiermark bis zum Jahresende 1945, S. 247-272.

[70] Elste, Alfred/Wadl, Wilhelm 2015: Titos langer Schatten. Bomben- und Geheimdienstterror im Kärnten der 1970er-Jahre, S. 106.

Details

Seiten
384
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656977001
ISBN (Buch)
9783656977018
Dateigröße
21.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v300509
Note
Schlagworte
Geschichte Kärnten Familiengeschichte Tragödie Aussiedlung Vertreibung Tito-Partisanen Perschmannhof

Autoren

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Titel: Partisanenbewegung im zweisprachigen Kärnten. Die Familientragödie Perschmann/Peršman: Ein verhängnisvoller Racheakt der Tito-Partisanen?