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Der Schluss, der "zu sehr aus der Stimmung fiel". Eine Analyse des ursprünglichen Endes Theodor Storms "Schimmelreiter"

Bachelorarbeit 2014 36 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung

2. Der ursprüngliche Schluss

3. Die verschiedenen Quellenangaben
3.1. Der Schulmeister
3.2. Die Wirtschafterin Antje Vollmers
3.3. Die anwesenden Dorfbewohner und der Deichgraf
3.4. Der Dienstjunge Carsten und Frau Vollina
3.5. Der Ich-Erzähler

4. Aberglaube und Vernunft
4.1. Die Schimmelreitererscheinung
4.1.1. Der mysteriöse Reiter am Anfang
4.1.2. Die sachliche Erklärung des Schulmeisters
4.1.3. Die Funktion des Schimmelreiters
4.2. Das Deichopfer
4.2.1. Das Bauopfer
4.2.2. Hauke als menschliches Deichopfer

5. Gründe für die Beibehaltung des ursprünglichen Schlussteils
5.1. Carsten als Quellenangabe
5.2. Unterstreichung des Mysteriösen der Schimmelreitergestalt im ersten Teil der ursprünglichen Schlussszene
5.3. Konsequente Fortsetzung des bisher Erzählten im zweiten Teil der ursprünglichen Schlussszene

6. Das übernommene Motiv des „Pferdsgerippes“

7. Gründe für die Streichung des ursprünglichen Schlussteils
7.1. Die fehlende Knappheit
7.2. Die fehlende Nüchternheit
7.3. Das Zerstören der Stimmung

8. Fazit

9. Literatur- und Quellenangabe

1. Einleitung

„Jetzt spukt eine gewaltige Deichsage, von der ich als Knabe las, in mir […].“[1]

- Theodor Storm an Tochter Lisbeth

Ganze 50 Jahre lang begleitet die Thematik des Schimmelreiter-Stoffes Theodor Storm. Schon 1838 stößt der 21-jährige Student auf eine Deichsage mit dem Titel „Der gespenstige Reiter. Ein Reiseabentheur“[2]. Die Geschichte ist in „Pappes Hamburger Lesefrüchten“ gedruckt worden und war eine Übernahme aus der Zeitschrift „Danziger Dampfboot“.[3] Die Erzählung schildert eine Begegnung eines Kaufmannes mit einem unheimlichen Reiter auf einem weißen Pferd. In der sogenannten Wachtbude wird der Ich-Erzähler über die sonderbare Erscheinung aufgeklärt: Ein „einsichtsvoller und allgemein beliebter Mann aus ihrer Mitte [bekleidete] das Amt eines Deichgeschworenen“.[4] Während seiner Amtszeit bricht jedoch eines Tages der Deich. Voller Verzweiflung „drückt [er] seinem Schimmel die Sporen in die Seiten, ein Sprung – und Roß und Reiter verschwinden in den Abgrund. – Noch scheinen beide nicht Ruhe gefunden zu haben, denn sobald Gefahr vorhanden ist, lassen sie sich noch immer sehen.“[5] Was sich zunächst wie der Schluss des Schimmelreiters selbst anhört, ist der Anstoß für Storms berühmteste und zugleich letzte Novelle.

Die anhaltende Wirkung dieser Deichsage auf Storm scheint enorm, denn erst 1885, rund 47 Jahre nach seiner Entdeckung, wagt sich der mittlerweile 67-Jährige an die erste Konzeption seines Schimmelreiters.[6] Weitere eineinhalb Jahre vergehen, bis er weitestgehend alle Vorstudien der Thematik des Deichstoffes abgeschlossen hat, sodass er erst Mitte 1886 mit der Niederschrift beginnen kann.[7] Für die Novellen Ein Doppelgänger sowie Ein Bekenntnis unterbricht Storm die Arbeit an der Novelle. Eine anschließende schwere Rippenfellentzündung fesselt den Schriftsteller zunächst ans Bett. Als sich Storm Anfang Mai 1887 erneut dem Schimmelreiter widmet, wird eine langwierige Erkrankung als Magenkrebs diagnostiziert. Angesichts des baldigen Todes „überließ [er] sich tiefster Schwermut, so daß alle sahen, er würde den 'Schimmelreiter' […] nicht vollenden“[8]. Einzig eine Lüge seines Bruders Emils, von Beruf Arzt, gibt Storm neue Lebenshoffnung und den Antrieb, die Arbeit am Schimmelreiter wieder aufzunehmen. Emil versichert ihm nämlich nach einer Scheinuntersuchung, dass seine Magenschmerzen harmlos seien. „Das Meisterwerk, mit dem er sein Künstlerleben krönte, ist [also] ein Produkt barmherziger Illusionierung.“[9]

Trotz der anhaltenden Schmerzen schafft Storm täglich Fortschritte am Schimmelreiter. Die Begeisterung dieses Sagenstoffes ist so groß, dass er trotz Unterbrechungen schon ein Jahr später das Werk fertigstellen kann. Im Februar 1888 beendet er die Reinschrift der Novelle und schickt sie an seine Verleger, die Gebrüder Paetel. Im April- und Mai-Heft des gleichen Jahres der Deutschen Rundschau wird der Schimmelreiter zum ersten Mal veröffentlicht. Den Druck der Buchausgabe erlebt Storm nicht mehr, sie erscheint erst nach seinem Tod.[10]

Storm nimmt kurz vor der Publikation seines Werkes eine Veränderung vor: Er streicht „während der Arbeit an der Korrektur, genau: zwischen dem 24. Februar und 10. März 1888“[11] eine kleine Szene aus dem Schluss. In einem Brief an den Verleger schreibt Storm, dass die Szene „zu sehr aus der Stimmung fiel“.[12] Wenngleich Storm zu Pausen gezwungen und gesundheitlich geschwächt war, nimmt der Leser den Korrekturvorgang nicht wahr. Nahtlos sind die Übergänge der verbliebenen Schlussteile.

Fast 100 Jahre bleibt der ursprüngliche Schluss unbemerkt. Die Reinschrift beziehungsweise Urfassung wird in der Kieler Landesbibliothek aufbewahrt.[13] Erst 1981 verfasst Karl Ernst Laage einen Beitrag über eben diesen in einem Band der Schriften der Theodor-Storm-Gesellschaft und macht so auf das ungekürzte Ende aufmerksam. Trotz Laages Neuentdeckung und seiner kurzen Analyse der Gründe für diese Veränderung, bleibt der Schluss in der Storm-Forschung dennoch weitgehend unbeachtet. Zu ungenau wurde die nun fehlende Passage analysiert. Daher wird diese Arbeit nun näher auf das ursprüngliche Ende von Storms Schimmelreiter eingehen und versuchen der Frage auf den Grund zu gehen, warum die Schlussszene aus der Stimmung und somit auch aus dem Schimmelreiter fiel.

Zu Beginn werden die verschiedenen Quellenangaben und Motive beleuchtet, um die unterschiedlichen Erzähler einschätzen und damit den Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen beurteilen zu können. Anschließend werden die beiden wichtigsten Motive, die Schimmelreitergestalt selbst und die Thematik des Deichopfers genauer beleuchtet, um so Storms Spiel mit Aberglaube und Vernunft, welches sich in den Erzählern und im Originalschluss widerspiegelt, aufzuzeigen. Danach werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Originalendes und des veröffentlichten Schlusses festgehalten. Erst daraufhin kann man sich der Ausgangsfrage nähern. Um die Streichung möglichst genau erläutern zu können, müssen zur Differenzierung beide Seiten betrachtet werden: Gründe für die Tilgung aber auch Gründe für die Beibehaltung der Schlussszene.

Das Fazit dieser Arbeit wird zeigen, ob Storm durch die Veränderung die Stimmung des Schimmelreiters beibehielt oder ob sein erster Entwurf der Wirkung der Novelle gerechter worden wäre.

2. Der ursprüngliche Schluss

„Eine letzte kleine Szene wurde gestrichen, weil sie zu sehr aus der Stimmung fiel.“[14]

- Theodor Storm an Verleger Paetel

Die gestrichene Szene befindet sich in der „Abschlussrede“ des Schulmeisters. Die Passage befindet sich zwischen dem Satz „aber – einen Gewaltsmenschen oder einen bösen stiernackigen Pfaffen zum Heiligen, oder einen tüchtigen Kerl, nur weil er uns um Kopfeslänge überwachsen war, zum Spuk und Nachtgespenst zu machen – das geht noch alle Tage“[15] und „[a]ls das ernsthafte Männlein das gesagt hatte, stand es auf und horchte nach draußen.“[16] Der Schluss lautete in der Urfassung folgendermaßen:

„Es soll nämlich, und ich darf das nicht vergessen, damals doch noch einer auf dem neuen Deich zurückgeblieben sein, während die Uebrigen südwärts nach der Stadt und von dort nach ihrem Kirchdorf auf der Geest zurückgeflohen waren, wo sie außer ihrem Deichgrafen nebst Weib und Kind die ganze Marsch beisammenfanden.

Der Zurückgebliebene aber sollte jener Carsten, der frühere Dienstjunge des Deichgrafen gewesen sein, ein ebenso abergläubiger, als, wenn seine Neugierde ins Spiel kam, waghalsiger Geselle, und derzeit noch im Dienst des Ole Peters. Er wollte an der Binnenkante des Deiches dem letzten Ritte seines früheren Herrn gefolgt sein; und einen ganz Sack voll hatte er bei seiner Rückkehr auszukramen. ,Hu aber, Frau Vollinaʻ, sagte er zu seiner Wirthin, und das Weib kreuzte schon in behaglichem Schauder die Hände über ihren Leib; ,da begab sich etwas! Ich lag dicht hinter ihm am Deich; da stieß er dem Schimmel die Sporen in die Seiten und riß das Maul auf und schrie; verstehen konnt' ich's nicht, der Lärm umher war gar zu grauslich! Aber es wird wohl sein dummes „Vorwärts!“ gewesen sein, womit er allezeit sein Thier zu treiben pflegte. Ja, vorwärts! Was meint Ihr, Frau Vollina?ʻ

,Ja, was mein' ich?ʻ plapperte das Weib. ,So sprich doch Carsten!ʻ

,Da ist nicht gut zu sprechen, Frau!ʻ fuhr Carsten fort: ,so arg ich meine Auge aufriß, ich sah itzt weder den Schimmel, noch ein ander Pferd; nur den Reiter sah ich, und es war noch, als ritte er mit seinen Beinen in der Luft; aber ein schwarzes Unding war über ihm und hielt ihn in seinen Krallen. Dann begann ein fürchterliches Hülfsgeschrei, das lauter war, als Sturm und Wasser; aber, Frau, wen der Teufel in den Krallen hat, dem kann nur Gott zu Hülfe kommen!ʻ

,Und dann? Und dann?ʻ rief Frau Vollina.

,Ja Frau; dann sah ich weiter nichts; ich hörte nur die großen Wasser, die in unsren Koog hinabstürzten und lief – denn mir war plötzlich die Angst ins Gemüt gefahren – auf dem Deich zur Stadt hinunter, um nur mein eigen bischen Leben aus dieser schreckbaren Einsamkeit zu retten. Aber – und er dämpfte seine Stimme, und Frau Vollina neigte ihren runden Kopf zu seinen Lippen – das Schrecklichste sah ich gestern Abend; ich war bei hellem Mondschein auf den Deich hinaus, bis gerad' vor Jeverssand – – das weiße Pferdsgerippe, das fort war, so lang der Schimmel in des Deichgrafs Stall gestanden – es liegt wieder dort! Geht nur hin und sehet selbst!ʻ

Aber Frau Vollina stieß einen Schrei aus: ,Herr Gott und Jesus, seid uns gnädig!ʻ

– Das“, sagte nach einer Weile der Schulmeister, „ist das Ende von Hauke Haiens Geschichte, wenn Sie sich dieselbe im Dorfe wollen erzählen lassen. Und so ist es immer weiter gegangen, und der arme Deichgraf, der tüchtigsten einer, die wir hier gehabt haben, ist allmählich zu einer Schreckgestalt erniedrigt worden: bei Hochfluthen müssen seine verstäubten Atome sich zu einem Scheinbild wiederum zusammenfinden; das muß auf seinem Schimmel über die Deiche galoppiren und, wenn Unheil kommen soll, sich in den alten Bruch hinabstürzen. Credat judaeus Apella![17] pflegten wir auf der Universität zu sagen.“

Meines eignen Abentheuers gedenkend wollte ich für den Gespensterglauben einen bescheidenen Vorbehalt erbitten; aber mein Gastfreund fiel mir in die Rede: „Ja, ja, werther Herr“; sagte er; „Sie wollen einwenden, Sie haben ihn selbst gesehen! Was Sie gesehen haben, weiß ich nicht: es könnte auch ein Leibhaftiger, das heißt, ein Mensch gewesen sein; dort draußen auf dem Sophienhof, der Besitzer hat einen Bruder bei sich, einen alten wunderlichen Junggesellen; die Leute halten ihn für einen Narren, er selbst treibt Astronomie und hält sich für einen großen Wetterkundigen. Der hat ein hager Angesicht und ein paar tiefliegende Augen und reitet am liebsten im fliegenden Sturm auf den Deichen hin und wieder; ob er einen Schimmel hat, weiß ich nicht zu sagen; unmöglich ist das nicht. Aber – einerlei, mag reiten wer da will, nur den Deichgraf Hauke Haien laßt mir aus dem Spiel; der hat wie kaum ein Andrer seine Ruh' verdient!“[18]

3. Die verschiedenen Quellenangaben

„Einzelne […] Geschichten tauchen mir immer wieder auf; einer, „der Schimmel­reiter“, bin ich später Jahre hindurch […] nachgelaufen.“[19]

- Theodor Storm an Karl Gottfried Ritter von Leitner

Rahmen- und Binnenerzählungen sind durchaus typisch für Storms Schreibstil. Nicht nur im Schimmelreiter verwendet er diese Vorgehensweise, man findet sie ebenso in seinen anderen Werken. Aquis Submersus und Immensee sind nur zwei von einer Vielzahl an Beispielen. Beim Schimmelreiter jedoch gibt es noch weitere Erzähler und die Novelle wird dadurch zu einer Schachtelrahmenerzählung. Laut Andreas Jäggi kann eine Schachtelrahmenerzählung wie folgt definiert werden:

Die Zweischichtigkeit der einfachen Rahmenerzählung wird bei Rahmenerzählungen mit doppeltem Rahmen, auch Schachtelrahmenerzählungen genannt, zu einer Dreischichtigkeit ausgebaut, in der die zweite Textebene eine weitere mündliche Erzählsituation konstituiert und damit zum Rahmen einer Binnenerzählung zweiten Grades wird. Theoretisch ist der Ausbau der Mehrschichtigkeit nicht begrenzt, wodurch Binnenerzählungen x. Grades möglich werden.[20]

„In der kunstvoll geschachtelten Rahmenerzählung seines [Storms] Hauptwerks werden die Ereignisse um den Deichgrafen Hauke Haien von drei Erzählern mitgeteilt“[21]: Ein Ich-Erzähler berichtet im äußeren Rahmen von einer Zeitschrift, in welcher er die Sage des Schimmelreiters gelesen hatte. Daraufhin lässt er „nun diese Ereignisse von einem Reisenden erzählen, dem beim Ritt über den Deich bei einer Sturmflut ein Gespenst erscheint“.[22] In einem Gasthaus erzählt er von seiner wundersamen Begegnung, worauf der anwesende Schulmeister, der dritte Erzähler, vom Leben Hauke Haiens berichtet. Die mündliche Überlieferung des Schulmeisters wird jedoch immer wieder unterbrochen[23], wodurch dem Leser diese Verschachtelung mehrmals vor Augen geführt wird.

Auf den ersten Blick gibt es somit drei Erzähler: einen extradiegetischen, also einen Erzähler ersten Grades, sowie zwei intradiegetische Erzähler, allerdings auf verschiedenen Ebenen.[24] Auf den zweiten Blick aber sind es mehr. Der Schulmeister nämlich wird als Erzähler in einem Satz mit der „alte[n] Wirtschafterin Antje Vollmers“[25] genannt. Laut der Meinung des Deichgrafen, würde sie die Geschichte des Schimmelreiters nämlich besser wiedergeben. So „ergänzt [Storm] die dreifache Erzählerfiktion um eine weitere“.[26] Man muss aber beachten, dass Antje Vollmers als Erzählerin zwar genannt wird, jedoch nie eine aktive Erzählerrolle übernimmt. Durch die Erwähnung der Wirtschafterin wird eher ein Bezug zu den Dorfbewohnern hergestellt, der später noch genauer beleuchtet wird.

Durch die Streichung der Schlussszene ist auch eine weitere narrative Instanz gestrichen worden: der Dienstjunge Carsten. Das ursprüngliche Ende macht Carsten zu einem Augenzeugen, der seinen Bericht sofort an Frau Vollina weitergibt. Er ist in diesem Moment die einzige Quelle über die Umstände vom wahren Tod Hauke Haiens. Ob der Dienstjunge ein ernst zu nehmender Beobachter ist, muss noch geklärt werden. Fest steht allerdings, dass das Werk in der Reinschrift aus vier direkten Erzählern – dem Schulmeister, zwei Ich-Erzähler und Carsten – und einem indirekten Erzähler – Antje Vollmers – bestanden hat. Aufgrund der unterschiedlichen Art und Weise die Erzählung zu berichten, muss der Leser die Charakterzüge der jeweiligen Figuren kennen. Nur so kann er den wahren Kern der Geschichte herausfiltern.

3.1. Der Schulmeister

Den größten Teil des Erzählens übernimmt ganz offensichtlich der Schulmeister. Schon am Anfang wird dem Leser durch den Deichgrafen mitgeteilt, dass er Theologie studierte. Ihm zufolge ist er einzig wegen „einer verfehlten Brautschaft […] hier in seiner Heimat als Schulmeister behangen geblieben.“[27] „Storm aber macht aus ihm einen Charakter: [E]inen Mann, dessen Hoffnungen auf eine Karriere gescheitert sind und der sich den Bauern, unter denen er hängengeblieben ist, und ihrem Aberglauben überlegen fühlt.“[28]

Es steht dem Leser folglich ein Vertreter der Aufklärung gegenüber, welcher „von sich selbst und seinem Durchblick überzeugt ist“.[29] Der Lehrer weiß, dass in der Deichsage „viel Aberglaube dazwischen“ ist und bezeichnet es als „Kunst, es ohne diesen zu erzählen“.[30] Um seine Glaubhaftigkeit zu unterstreichen, gibt er als Quelle „Überlieferungen verständiger Leute [und] Erzählungen der Enkel und Urenkel“[31] an. Dem Ich-Erzähler wird nun die Aufgabe zuteil, Aberglaube und Vernunft selbst zu trennen.

Im Schluss wird die Thematik ebenfalls noch einmal aufgegriffen: Während der Schulmeister nochmals betont, dass er die Geschichte von Hauke Haien nach seinem „bestem Wissen“[32], und somit auch nach seinem bestem Gewissen, berichtet hat, bezeichnet der Deichgraf ihn vielmehr als einen Lügner. Eher abschätzig nennt er den Lehrer einen Aufklärer, der dem Ich-Erzähler etwas weisgemacht hat. Da man dem Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm zufolge jemanden etwas weismacht, „wenn wir in demselben irrige vorstellungen hervorbringen […] und wenn wir ihn von ästhetisch falschen sachen zu überreden [ver]suchen“[33] ist für den Deichgrafen die Erzählung des Schulmeisters scheinbar nicht korrekt.

Das bekannte Argument, das man stets den Anhängern abergläubischer Vorstellungen entgegenhielt: der Vorwurf nämlich, dass sie gegen alle sinnliche Gewissheit an ihren irrationalen Ideen festhalten, wird hier umgekehrt und gegen die Vertreter eines rationalistischen Weltbilds gewandt. Es sind gerade Aufklärer wie der Dorfschullehrer, die sich von der Empirie nicht belehren lassen.[34]

Demnach fängt Storm bereits bei der Wahl seiner Narratoren an, mit dem Ich-Erzähler, und zugleich mit dem Leser, zu „spielen“. Als aufgeklärter Lehrer sollte der Schulmeister im Grunde eine verlässliche, um nicht zu sagen, die verlässlichste, Quelle sein, doch aufgrund der Aussagen der Marschbewohner wird seine Glaubhaftigkeit in Frage gestellt.

3.2. Die Wirtschafterin Antje Vollmers

Wenngleich Antje Vollmers lediglich indirekt durch Erwähnen anderer Figuren auftritt, ist sie zweifellos das Gegenstück des Schulmeisters. Gemäß des Deichgrafen würde Antje die Deichsage „richtiger“[35] erzählen. Das bedeutet, dass keine Version, weder die des Schulmeisters, noch Antjes, durchwegs falsch ist, es sind vielmehr unterschiedliche.

Für den aufgeklärten Lehrer ist sie nichts mehr als ein „dumme[r] Drache“[36]. Für den Deichgrafen hingegen sind bei diesem „Drachen […] derlei Geschichten am besten in Verwahrung“.[37] Doch worauf gründet der Deichgraf diese Annahme? Antje ist ein Teil der Dorfgemeinschaft, sie „repräsentiert die einfachen Leute vom Lande“ und diese „glauben […] an Spuk und an Übernatürliches und würden daher das Vergangene in ganz anderer Weise erzählen“.[38] Die Sichtweise der Wirtschafterin wird der Ich-Erzähler und der Leser jedoch nicht erfahren, es bleibt ausschließlich die Fassung des Schulmeisters.

Auch im Schluss findet sich ein weiterer Vermerk auf Antje, denn „[f]reilich, die Wirtschafterin [des] Deichgrafen würde [es] […] anders erzählt haben […].“[39] Erst nach dieser Betonung fährt der Schulmeister mit der Beobachtung Carstens fort. Es wirkt, als wolle er sich absichern, dass sich das Vorangegangene, so weit es möglich war, auf logische Annahmen oder die erwähnten Quellen stützte. Der Verweis auf die abergläubische Wirtschafterin und der Zusatz „denn auch das weiß man zu berichten“[40] scheint an dieser Stelle wie eine Abgrenzung. Er möchte zeigen, dass er das Folgende, trotz Carstens Augenzeugenbericht, für nichts weiter als eine abergläubische Geschichte hält.

Beide Erzähler, Antje und der Lehrer, stehen für jeweils eine Seite der Schimmel­reiternovelle – des Aberglaubens und der Vernunft. Storm lässt sie für ihre Überzeugungen einstehen, denn erst das Zusammenspiel beider macht die Deichsage komplett.

3.3. Die anwesenden Dorfbewohner und der Deichgraf

Verglichen mit dem Schulmeister, den Ich-Erzählern oder Carsten, nimmt der Deichgraf, sowie die anwesenden Dorfbewohner, unter anderem Antje, eine passive Rolle des Erzählens ein. Sie sind anwesend, leisten dabei aber selten einen aktiven Beitrag zur Schimmelreitergeschichte.

Nur eine kleine Stelle im Mittelteil der Novelle rückt zwei Marschbewohner in den Mittelpunkt: Der Schullehrer unterbricht seine Erzählung, denn „ein starker Mann“ und ein Mann namens „Hans Nickels“ wollen gesehen haben, wie sich der Schimmelreiter in eine Wehle[41] „in Jansens Fenne, wo der Hauke-Haienkoog beginnt“, gestürzt hat.[42] Diese beiden Bewohner werden hier zu den Vertretern des ganzen Dorfes. Sie glauben an die Funktion des Reiters als Deichgespenst.

Dessen ungeachtet sind alle anwesenden Gemeindemitglieder ebenfalls von Bedeutung, da sie die gleiche Position wie der Ich-Erzähler und der Leser haben: die des Zuhörers. Die Ausnahme, dass die Dorfbewohner die Geschichte des rätselhaften Reiters nicht zum ersten Mal hören, führt hier aber nicht zu deren Überlegenheit, die Geschichte zu beurteilen. Anhand ihrer Reaktionen können die einzelnen Erzählungen besser bewertet werden. So ist es eben der Deichgraf, welcher seine Wirtschafterin Antje als Anhängerin des Aberglaubens charakterisiert. Und auch beim Schulmeister geben die Dorfbewohner einen tieferen Einblick: Dieser wird klar als Vertreter der Aufklärung betitelt und steht demnach gegensätzlich zur Meinung der anderen Bewohner, „[d]aß er als Lehrer der Jugend allerdings Erfolge hat, zeigen die auffordernden Rufe von 'ein paar der Jüngeren der Gesellschaft' […]: 'Erzählt, erzählt nur, Schulmeister'“.[43]

Aus diesem Grund sollten direkte sowie indirekte Erzähler beachtet werden, um einen genauen Einblick in die unterschiedlichen Erzählweisen zu bekommen.

3.4. Der Dienstjunge Carsten und Frau Vollina

Carsten und Vollina werden als Erzähler erst bei der Beachtung des ursprünglichen Schlusses relevant, dargestellt werden sie aber schon früher. Unweigerlich stellt man sich als Leser die Frage, warum ausgerechnet der Dienstjunge Carsten Augenzeuge des Untergangs Hauke Haiens ist. Er war Angestellter bei Hauke selbst, zur Zeit des Deichbruches hingegen stand er im Dienste von Ole Peters und dieser „scheint in allen Zügen dem klassischen Typ des Gegenspielers [Haukes] zu entsprechen“[44]. Soll dies nun ein versteckter Hinweis Storms sein, dass, durch diesen Umstand, Carstens Bericht nicht zuverlässig ist? Schließlich hätte er als Arbeitnehmer beim „Anführer [der] Gegner“[45] sogar ein Motiv, Hauke auch nach seinem Verschwinden als Teufelspartner zu bezeichnen.

Eine weitere Ursache für seine leidenschaftliche Erzählung ist auch sein Charakter. Der Schulmeister bezeichnet ihn als abergläubisch, neugierig sowie waghalsig.[46] Und schon früh zeigen sich diese Eigenschaften, denn Carsten ist, zusammen mit dem Knecht Iven Johns, an dem Versuch beteiligt, das unerklärliche Pferdegerippe, beziehungsweise das Pferd, auf Jevershallig zu fangen. Trotz der Annahme, dass das Pferd „der Teufel reite[t]“, möchte er „am liebsten selber untersuchen“, was es mit diesem auf sich hat und auch Iven hält „die Begier, Unheimliches zu schauen […] fest“.[47] Die Wahl des Wortes „Begier“ zeigt, dass beide, Iven sowie Carsten, ein Verlangen verspüren, dem Unbegreiflichem auf den Grund zu gehen. Jedoch ist dieses Verlangen nicht negativ konnotiert. Eher kann es als Lust bezeichnet werden, sich mit dem Mysteriösen zu beschäftigen.

Carsten ist ebenfalls Anhänger der Theorie, Haukes Schimmel sei vom Teufel besessen.[48] Aus Angst vor dem Pferd wechselt der Dienstjunge seinen Herren. Er tritt als Knecht bei Ole Peters ein. Und [h]ier [findet] er andächtige Zuhörer für seine Geschichte von dem Teufelspferd des Deichgrafen; die dicke Frau Vollina und deren geistesstumpfer Vater […] [hören] in behaglichem Gruseln zu und [erzählen] sie später allen, die gegen den Deichgrafen einen Groll im Herzen oder die an derart Dingen ihr Gefallen hatten.[49]

So ist es nicht verwunderlich, dass gerade Vollina, Ehefrau von Ole Peters und Tochter des Deichgevollmächtigten Jeß Harders, die Gesprächspartnerin in der Schlussszene ist. Obwohl fast alle Dorfbewohner Gefallen an „derart Dingen“[50] haben, ist Vollina durch die Heirat mit Ole Peters ebenso auf der Seite des „ärgsten Konkurrenten“[51] und hat zusätzlich einen eigenen „Groll im Herzen“[52] gegen Hauke Haien. Dieser hat nämlich in seiner Dienstzeit bei dem alten Deichgrafen, Tede Volkerts, den Verdacht geäußert, sie hätte ihm „drei [...] Enten weggefangen“.[53] Darüber hinaus erkennt man in der gestrichenen Schlusspassage ebenfalls ihre Leidenschaft am Unheimlichen, denn sie kreuzt „schon in behaglichem Schauder die Hände über ihren Leib“[54], in freudiger Erwartung eine „gute Gruselgeschichte“ zu hören.

Folglich stellt sich die Frage, ob der Augenzeuge Carsten und seine Gesprächspartnerin Vollina verlässliche Quellen sind. Auf diese Weise stellt Storm erneut Aberglaube gegenüber der Vernunft, in Form eines eigentlich nüchternen Augenzeugenberichts. Der Leser kennt den Informant, kann allerdings nicht einschätzen, ob dieser auch vertrauenswürdig ist. Da Storm ihn in diesen Zwiespalt zurücklässt, muss der Leser sich erneut eine eigene Meinung bilden: Aufklärung oder Aberglaube.

3.5. Der Ich-Erzähler

Die letzte Informationsquelle ist der zweite Ich-Erzähler. Er ist aufgrund „Geschäfte[n] in der Stadt“[55] und erfährt durch den Schulmeister von der Geschichte über den Reiter auf dem Schimmel. Trotz seines Erzähler-Status nimmt er während des Zuhörens den Platz des Rezipienten ein: Er ist unwissend, vernimmt die Erzählung zum ersten Mal und auch die anderen Quellen muss er zunächst lernen einzuschätzen. So bittet er den Schulmeister den Aberglauben „nicht auszulassen“[56], um selbst zu differenzieren, was an der Deichsage der Wahrheit entspricht. Da der Ich-Erzähler unvoreingenommen ist, befindet er sich zwischen der abergläubischen Antje und dem aufgeklärten Schulmeister und demnach „zwischen Authentizität und Fiktion"[57].

Dem Leser fällt die Aufgabe zu, das Wahre und Wirkliche aus dem phantastisch-realistischen Gemisch herauszufiltern, also den Weizen von der Spreu zu sondern[58], und kein Zweifel besteht darin, dass nur dem Realen wirklichen Wert zukommt.[59]

Die Aufgabe des Lesers ist zugleich Aufgabe des Ich-Erzählers. Obwohl er selbst dem Schimmelreiter am Anfang der Erzählung begegnete, erbittet er am Schluss „für [seinen] Gespensterglauben einen bescheidenen Vorbehalt“.[60] Nicht einmal ihm gelingt es, den Wahrheitskern vollkommen zu bestimmen.

Jetzt ergänzen die beiden Erzähler einander nämlich auf eigenartige Weise: der Schulmeister kann für alles in der Geschichte Hauke Haiens eine plausible Erklärung liefern, nur nicht für die Begegnung auf dem Deich; der Fremde bürgt dem Leser vielmehr dafür, dass es das Schimmelreitergespenst wirklich gibt.[61]

Und obwohl es in der ungekürzten Schlussfassung vom Schulmeister eine logische Erklärung für die Schimmelreitererscheinung gibt, lassen bestimmte Formulierungen des Aufklärers, wie „unmöglich ist das nicht“[62], dem Leser und dem Ich-Erzähler genügend Freiraum für Spekulationen. „Wenn man Storms Novelle gerecht werden will, muß man also beides zusammennehmen: die Erzählung des Schulmeisters und das Erlebnis“[63] des Geschäftsmanns.

4. Aberglaube und Vernunft

„.Wundervoll eine Verbindung des Aber­gläubisch-Geheimnisvollen mit dem sach­kundigen Realismus […] .“[64]

- Erich Schmidt an Theodor Storm

Aufgrund der vielen Berichterstatter und deren Erzählungen ist es erforderlich, diese auch richtig bewerten zu können. Da sie im Einzelnen nun dem Aberglauben (Antje und Carsten) oder der Vernunft (Schulmeister) zugeordnet werden konnten, können nun einzelne Motive näher untersucht werden.

4.1. Die Schimmelreitererscheinung

Das offensichtlich wichtigste Motiv ist der Schimmelreiter selbst. Er tritt in der Novelle in verschiedenen Gestalten auf: Zunächst als unheimlicher Reiter auf einem Schimmel, das Pferd anschließend als Gespenst oder in Form des Pferdegerippes und der Reiter später als Person des Hauke Haien. Während der Geschichte begegnet man dem Schimmelreiter vom Anfang der Novelle erneut. Diesmal jedoch mit dem Wissen über seine Funktion als warnendes Deichgespenst. Aber wie real sind diese Erscheinungen? Welcher Erzählung über den Schimmelreiter kann man trauen? Um dies klären zu können, gilt es unterschiedliche Szenen der einzelnen Quellen zu betrachten. Wichtig sind hier vor allem Anfang und Schluss. Neben der Begegnung des Ich-Erzählers mit dem mysteriösen Reiter, muss vor allem auch das ursprüngliche Ende und der darin enthaltene Versuch des Schulmeisters, diese Erscheinung logisch zu erklären, analysiert werden.

[...]


[1] Gerd Eversberg: Der „echte“ Schimmelreiter. So (er)fand Storm seinen Hauke Haien. Heide 2010, S. 57.

[2] Vgl. Paul Barz: Der wahre Schimmelreiter. Die Geschichte einer Landschaft und ihres Dichters Theodor Storm. Hamburg 2000, S. 233.

[3] Vgl. Dieter Lohmeier: Theodor Storms „Schimmelreiter“. Zwischen realistischer Novelle und Gespenstergeschichte. In: Schriften der Theodor-Storm-Gesellschaft, Bd. 61 (2012), S. 99.

[4] Theodor Storm: Der Schimmelreiter. In: Theodor Storm. Sämtliche Werke in vier Bänden. Hrsg. v. Karl-Ernst Laage u. Dieter Lohmeier, Bd. 3, Frankfurt am Main 1988, S. 1069.

[5] Ebd.

[6] Vgl. Barz: Der wahre Schimmelreiter, S. 234.

[7] Vgl. Uwe Carstens: Mein lieber Freund Ferdinand. Die bemerkenswerte Freundschaft zwischen Theodor Storm und Ferdinand Tönnies, Norderstedt 2008, S. 143.

[8] Mann, Thomas: Adel des Geistes. Zwanzig Versuche zum Problem der Humanität. In: Gesammelte Werke in 12 Bänden, Bd. 10. Berlin 1955, S. 742.

[9] Ebd.

[10] Vgl. Gerd Eversberg: „Vor der Deichnovelle habe ich einige Furcht“. Storms letzter Schreibprozeß im Spie­gel der „Schimmelreiter“-Textzeugen. In: Stormlektüren. Festschrift für Karl Ernst Laage zum 80. Geburts­tag. Würzburg 2000, S. 331.

[11] Theodor Storm: Der Schimmelreiter. Sylter Novelle (Entwurf). Text, Entstehungsgeschichte, Quellen, Schau­plätze, Abbildungen. Hrsg. v. Karl Ernst Laage. 2., erw. und verb. Auflage. Heide 1983, S. 125.

[12] Theodor Storm an Gebrüder Paetel, am 22. Februar 1888, In: Theodor Storm – Gebrüder Paetel. Brief­wechsel. Kritische Ausgabe. Hg. v. Roland Berbig in Verbindung mit der Theodor-Storm-Gesellschaft, In: Storm – Briefwechsel, Hg. v. Heinrich Detering u. Gerd Eversgberg, Bd. 16, Berlin 2006, S. 278.

[13] Vgl. Karl Ernst Laage: Der ursprüngliche Schluß der Stormschen „Schimmelreiter“-Novelle. Eine Neuent­deckung. In: Schriften der Theodor-Storm-Gesellschaft, Bd. 30 (1981), S. 57.

[14] Theodor Storm an Gebrüder Paetel, vom 22. Februar 1888, S. 278.

[15] Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 754.

[16] Ebd.

[17] Der Schulmeister zitiert Horaz. Übersetzen lässt sich diese Aussage wie folgt: „Das möge der Judäer Apelles glauben.“ Oder in diesem Kontext: “Das kann glauben wer will! (Ich nicht).“ [eigene Übersetzung] Vgl. dazu Quintus Horatius Flaccus Satiren und Briefe. Lateinisch und Deutsch. Eingel. u. übers. von Rudolf Helm. Zürich u. Stuttgart 1962. [= Die Bibliothek der alten Welt. Römische Reihe], 1,5,100, S. 62. sowie Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 1061.

[18] Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 1060-1062.

[19] Gerd Eversberg: Der „echte“ Schimmelreiter, S. 55.

[20] Andreas Jäggi: Die Rahmenerzählung im 19. Jahrhundert. Untersuchungen zur Technik und Funktion einer Sonderform der fingierten Wirklichkeitsaussage. Bern u.a. 1994, S. 62.

[21] Gerd Eversberg: Mündlichkeit/Schriftlichkeit/Drucktext. Literarische Produktion als Medienwechsel (am Beispiel von Sagen und Spukgeschichten). In: Theodor Storm und die Medien. Zur Mediengeschichte eines poetischen Realisten. Hrsg. v. Gerd Eversberg u. Harro Segeberg. In: Husumer Beiträge zur Storm-Forschung. Hrsg. v. Gerd Eversberg u. Karl-Ernst Laage, Bd. 1, Berlin 1999, S.64.

[22] Ebd.

[23] Vgl. Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 645, S.678 u. S. 694.

[24] Vgl. Katrin Zuschlag: Narrativik und literarisches Übersetzen. Erzähltechnische Merkmale als Invariante der Übersetzung. Tübingen, 2002. S. 55.

[25] Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 638.

[26] Gerd Eversberg: Mündlichkeit/Schriftlichkeit/Drucktext, S. 64.

[27] Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 638.

[28] Lohmeier: Theodor Storms „Schimmelreiter“, S.108.

[29] Ebd.

[30] Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 639.

[31] Ebd., S. 695

[32] Ebd., S. 754.

[33] Jacob Grimm und Wilhelm Grimm: weismachen, in: Deutsches Wörterbuch, Bd. 28 (1955), Sp. 1155-1159.

[34] Johannes Harnischfeger: Modernisierung und Teufelspakt. Die Funktion des Dämonischen in Theodor Storms „Schimmelreiter“. In: Schriften der Theodor-Storm-Gesellschaft, Bd. 49 (2000), S. 39f.

[35] Vgl. Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 638.

[36] Ebd.

[37] Ebd.

[38] Gerd Eversberg: Mündlichkeit/Schriftlichkeit/Drucktext, S. 64f.

[39] Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 754.

[40] Ebd.

[41] Storm selbst bezeichnet eine Wehle als „die Brüche, welche von den Sturmfluten in das Land gerissen werden, und die dann meist als kleine, aber tiefgründige Teiche stehen bleiben.“ Im Stellenkommentar wird es auch als „[e]ine beim Deichbruch hinter dem Deich durch die Wassermassen ausgewühlte Vertiefung, die bei der Wiederherstellung des Deiches umgangen werden muß und als Teich hinter dem Deich bestehen bleibt“ bezeichnet. Vgl. dazu: Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 636 u. 1091.

[42] Vgl. Ebd., S. 678.

[43] Harro Segeberg: Literarische Technik-Bilder. Studien zum Verhältnis von Technik- und Literaturgeschichte im 19. und frühen 20. Jahrhundert. In: Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur. Hrsg. v. Norbert Bachleitner u.a., Redaktion des Bandes: Rainer Wohlfeil, Bd. 17 (1987), S. 102.

[44] Winfried Freund: Theodor Storm: Der Schimmelreiter. Glanz und Elend des Bürgers. Mit Abbildungen, La­geplänen und Strukturskizzen. In: Modellanalysen: Literatur, Bd. 10 (1984), S.80.

[45] Lothar Köhn: Ein weites Feld. Zur deutschen Literatur vom 18. bis zum 21. Jahrhundert. In: Zeit und Text. Münstersche Studien zur neueren Literatur. Hrsg. v. Ernst Ribbat, Lothar Köhn u. Andreas Blödorn, Bd. 21, Berlin 2013, S. 27.

[46] Vgl. Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 1060.

[47] Vgl. Ebd., S. 696.

[48] Vgl. Ebd., S. 706.

[49] Ebd., S. 706

[50] Ebd.

[51] Segeberg: Literarische Technik-Bilder, S. 64.

[52] Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 706.

[53] Ebd., S. 660.

[54] Ebd., S. 1060.

[55] Ebd., S. 635.

[56] Ebd., S. 639.

[57] Winfried Freud: Theodor Storm: Der Schimmelreiter. Lektüreschlüssel, Stuttgart 2003, S. 47.

[58] Vgl. hierzu auch: Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 639.

[59] Winfried Freund: Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 44.

[60] Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 1061.

[61] Lohmeier: Theodor Storms „Schimmelreiter“, S.108f.

[62] Theodor Storm: Der Schimmelreiter, S. 1062.

[63] Lohmeier: Theodor Storms „Schimmelreiter“, S.109.

[64] Erich Schmidt an Theodor Storm, in: Theodor Storm – Erich Schmidt. Briefwechsel. Kritische Ausgabe. Zweiter Band: 1880-1888 Hrsg. v. Karl-Ernst Laage in Verbindung mit der Theodor-Storm-Gesellschaft. Bd. 2, Berlin 1976, S. 149.

Details

Seiten
36
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656972877
ISBN (Buch)
9783656972884
Dateigröße
649 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v300498
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,0
Schlagworte
Storm Schimmelreiter Germanistik NdL LMU Literaturwissenschaft Schluss Analyse Theodor Ende Deichsage Reiter

Autor

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Titel: Der Schluss, der "zu sehr aus der Stimmung fiel". Eine Analyse des ursprünglichen Endes Theodor Storms "Schimmelreiter"