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Mobbing im Sportunterricht. Anzeichen, Ursachen und Interventionsmöglichkeiten

Ausarbeitung 2015 15 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Motivationslage und Problemstellung

2 Zielstellung
2.1 Grobziele
2.2 Feinziele

3 Mobbing im Sportunterricht
3.1 Der Begriff Mobbing
3.2 Anzeichen und Ursachen
3.2.1 ANZEICHEN EINES MOBBINGOPFERS
3.2.2 CHARAKTERSTRUKTUR UND MOTIVE DER MOBBER
3.2.3 GEGENSEITIGE BEEINFLUSSUNG DER FAKTOREN
3.3 Interventionsmöglichkeiten
3.3.1 INTERVENTIONSMAßNAHMEN
3.3.2 BE-PROX-INTERVENTIONSPROGRAMM

4 Bezug zum Seminar

5 Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1.: Ursachen für Mobbing (modifiziert nach Stock, 2011, S. 44)

Tabellenverzeichnis

Tab. 1.: Primäre und sekundäre Mobbinganzeichen (modifiziert nach Olweus, 2006, S.61ff)

1 Motivationslage und Problemstellung

Seit je her tritt „seelische Gewalt“ in unterschiedlichen Ausprägungen sowie in allen Gesellschaften auf: Schwächere werden von vermeintlich Stärkeren schikaniert und gequält (Schubarth, 2013). Zahllose Forschungen zu dieser Thematik belegen, dass dieses Phänomen - das gemeinhin als Mobbing bekannt ist - in unserer Schul- und Arbeitswelt in den letzten Jahren enorm zugenommen hat (Scheithauer, Hayer, & Petermann, 2003; Liebsch, 2014). Unbestritten ist, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen in der modernen, globalisierten Industriegesellschaft Mobbing in umfangreicherem Ausmaß begünstigen als es früher der Fall war.

Das trifft auch auf den Bildungsbereich zu. Schule und Unterricht stellen einen emotionsstarken Kontext dar. Das Ziel der Schulentwicklung ist, dass sich die Lernenden und ihre Lehrpersonen im schulischen Lebens- und Arbeitsraum wohl fühlen. Das sensible Thema Mobbing erfährt mit diesem Hintergrund besondere Bedeutung. So ist Mobbing an Schulen zu einem Massenphänomen geworden (Schubarth, 2013). Die Gewalt reicht von Beschimpfen bis hin zum Erpressen, Schlagen und Treten. Inwiefern Mobbing in quantitativer Weise den schulischen Bereich tatsächlich betrifft, belegt eine Studie aus dem Jahr 2009 (Liebsch, 2014): Fast jeder dritte Schüler ist in unterschiedlichen Ausprägungen Opfer von Mobbing. Darunter fallen gemäß Olweus (2006) etwa 40% der Schulkinder auf die Grundschule und 60% auf die weiterführenden Schulen. Im Bezug auf den Schulsportunterricht berichten die Lernenden deutlich häufiger über derartige Erlebnisse und Erlebnisse, die ihr Wohlbefinden negativ beeinträchtigen, als das in anderen Schulfächern der Fall ist. Demzufolge nimmt das Unterrichtsfach Sport bezüglich des Mobbing-Problems eine besondere Rolle ein, da der Sportunterricht mit fachspezifischen Besonderheiten und Schwierigkeiten zu kämpfen hat, die zu einem solchen Resultat führen können.

Weiterhin berichten Schüler, dass Lehrkräfte lediglich „hin und wieder“ oder „fast nie“ versuchten das Mobbing zu unterbinden (Olweus, 2006). Folglich wird der Eindruck suggeriert, dass Lehrekräfte verhältnismäßig wenig unternehmen, um dem Problem Mobbing entgegenzuwirken. Zurückzuführen ist letzteres unter anderem auf mangelnde Kompetenz und Expertise seitens der Lehrkräfte. An dieser Stelle setzt dieses Skript an, indem es, im Einklang mit der Seminar- Präsentation, Ansatzpunkte darlegt, um Ursachen für Mobbing zu erkennen und mittels demonstrierten Interventionsmöglichkeiten entgegenzuwirken.

2 Zielstellung

2.1 Grobziele

Die Studenten besitzen überblicksartige und sportspezifische Kenntnisse über die Thematik „Mobbing im Sportunterricht“ inklusive des besonderen Verständnisses von Interventionsmöglichkeiten als Lehrkraft. Sie sind in der Lage adäquate Interventionsmaßnahmen anhand von Praxisbeispielen abzurufen.

2.2 Feinziele

Die Studenten sind in der Lage:

(1) den Begriff Mobbing zu erklären und von gewöhnlichen Ärgern/Sticheln abzugrenzen;
(2) mittels dargelegten Primär- und Sekundäranzeichen Mobbing zu erkennen und deren Anzeichen und Ursachen zu differenzieren;
(3) eine Auswahl verschiedener Interventionsmaßnahmen zu benennen sowie diese der entsprechenden Wirkungsebene zuzuordnen;
(4) anhand von praxisrelevanten Unterrichtsbeispielen ein Bewusstsein für adäquate Interventionsprogramme zu entwickeln.

3 Mobbing im Sportunterricht

3.1 Der Begriff Mobbing

Der Begriff Mobbing scheint in der heutigen Zeit zu einem Modewort geworden zu sein. So werden fast alle zwischenmenschlichen Schwierigkeiten in der Schul- und Arbeitswelt inzwischen mit diesem Begriff in Verbindung gesetzt.

Mobbing wird aus dem englischen Wort „to mob“ (herfallen über, sich stürzen auf) abgeleitet. Im angelsächsischen Sprachraum wird Mobbing durch den Begriff „Bullying“ ersetzt, die jeweilige Bedeutung bleibt jedoch unverändert (Stock, 2006). So werden diese Begriffe im Schulkontext folgendermaßen definiert:

„Ein Schüler oder eine Schülerin wird gemobbt (…) wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit negativen Handlungen durch einen oder mehreren anderen Schülern ausgesetzt ist“ (Olweus, 2006: 60).

Letztlich handelt es sich gemäß Gugel (2014) beim Mobben um Macht und Status in einer Klasse oder Gruppe. So versuchen Mobber, auf Kosten anderer mehr Einfluss und einen Statusgewinn zu erlangen. Das eigene Selbstwertgefühl von Gruppenmitgliedern hängt stark vom sozialen Statusbegriff innerhalb einer Gruppe ab. Ein hoher sozialer Status ermöglicht den Zugang zu mehr sozialen Ressourcen wie Freundschaften, sozialer Unterstützung oder Zuneigung. Er ermöglicht aber auch mehr Macht und die Beeinflussung der Gruppennormen im Sinne der eigenen Interessen (Gugel, 2014).

3.2 Anzeichen und Ursachen

In diesem Kapitel widmet sich die Arbeit den Kriterien, die Mobbing bedingen. Da Mobbing aus einer Mischung aus inneren und äußeren Faktoren besteht - bestimmte Charaktereigenschaften auf Täter- und Opferseite treffen ungünstig zusammen - werden im Folgenden die Wesensarten der Mobber und Gemobbten differenziert charakterisiert, da sie letztlich ursächlich für Mobbingprozesse sind (Stock, 2011).

3.2.1 ANZEICHEN EINES MOBBINGOPFERS

Zur Identifizierung möglicher Mobbingopfer ist es fundamental, beurteilen zu können, wann und inwiefern von einem Mobbingprozess auszugehen ist. Prinzipiell lässt sich Mobbing nicht ausschließlich auf die prozessbedingten Rahmenbedingungen zurückführen. Ebenso von Einfluss sind die jeweiligen Wesensarten eines Menschen oder seines Außenseiterstatus´, die ihn zur Zielscheibe für Mobbingprozesse machen können. Zur Beurteilung eines solchen

Prozesses helfen gewissen Anzeichen, die in Primär- und Sekundärzeichen differenziert werden.

Prinzipiell gilt, dass Primärzeichen unmittelbar und deutlich der Gewalttäter/Gewaltopfer-Situation zugeordnet werden können. Der Unterschied zu den Sekundärzeichen besteht insofern, dass jene verminderte, d. h. nicht unmittelbare und nicht so starke, Hinweise auf die Gewalttäter-/Gewaltopfer-Situation geben. In Tabelle 1 werden Beispiele für primäre und sekundäre Mobbinganzeichen aufgeführt (Olweus, 2006):

Tab. 1: Primäre und sekundäre Mobbinganzeichen (modifiziert nach Olweus, 2006, S.61ff)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Details

Seiten
15
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668303812
ISBN (Buch)
9783668303829
Dateigröße
580 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v300385
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Institut für Sportwissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
mobbing sportunterricht anzeichen ursachen interventionsmöglichkeiten

Autor

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Titel: Mobbing im Sportunterricht. Anzeichen, Ursachen und Interventionsmöglichkeiten