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Erfolgreiches Prozessmanagement. Verschiedene Modellierungsmethoden im Überblick

Akademische Arbeit 2012 33 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhalt

1 Modellierungsmethoden für Geschäftsprozesse
1.1 Kriterienkatalog zum Modellvergleich
1.2 Auswahl der Modellierungsmethoden
1.3 Vergleich verschiedener Modellierungsmethoden
1.4 Ergebnis des Vergleichs der Methoden

2 Anhang

3 Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

1 Modellierungsmethoden für Geschäftsprozesse

Viele Unternehmen stehen in der Phase des Strategischen Prozessmanagements und damit kurz vor dem nächsten Schritt: der Modellierung von Prozessen. Dabei stellt sich die Frage, mit welcher Modellierungsmethode Prozessmanagement erfolgreich durchgeführt werden kann und wie auf lange Sicht durch Prozessautomatisierung erhöhte Effektivität und Effizienz erlangt werden kann. Dazu wird im Kapitel 1.1 ein Kriterienkatalog aufgestellt, welcher einen Vergleich der Methoden ermöglichen soll. Dann werden im nächsten Kapitel vier Methoden aus der Vielzahl der derzeit am Markt bestehenden Standards ausgewählt. Diese werden anschließend in Kapitel 1.3 beschrieben und durch ein Beispiel visualisiert. Ziel ist, am Ende des Vergleichs in Kapitel 1.4 eine Methode auszuwählen, die Unternehmen innerhalb des Geschäftsprozessmanagements am besten unterstützt.

1.1 Kriterienkatalog zum Modellvergleich

Bevor nun die einzelnen Methoden analysiert werden können, gilt es, einen Kriterienkatalog aufzustellen, anhand dessen die im nachfolgenden Kapitel ausgewählten Methoden verglichen werden. Es erfolgt eine Unterteilung in drei verschiedene Kategorien:

- Formale Kriterien: Dabei geht es speziell um die Grundeigenschaften der Notation.
- Unternehmenskriterien: Hierunter fallen alle Eigenschaften, die besonders für das Unternehmen selbst wichtig sind und die Auswahl der Modellierungsmethode beeinflussen können.
- Anwenderkriterien: welche Eigenschaften sind für den Anwender, d.h. denjenigen, der mit der Notation arbeiten soll, von Bedeutung? Dabei kann die Arbeitsintensivität, also wie tief sich derjenige mit der Notation befasst, je nach Anwender variieren.

Tabelle 1.1 fasst alle Kriterien zusammen, welche im nachfolgenden einzeln erläutert werden.

Änderbarkeit ist ein Kriterium, das aussagt, wie einfach sich das bestehende Modell an geänderte Rahmenbedingungen anpassen lässt. In der heutigen schnelllebigen Zeit kann es durchaus vorkommen, dass ein Prozess innerhalb kurzer Zeit verändert werden muss, da es sonst unter Umständen auch zu Compliance-Problemen oder Verlusten finanzieller Art kommen kann. Je schneller das Modell angepasst werden kann, desto besser für das Unternehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1.1 Kriterienkatalog zum Methodenvergleich

Eigene Darstellung

Wiederverwendbarkeit ist die die Möglichkeit der Integration und Wiederverwendung einzelner Prozessbestandteile in anderen Prozessen. Je spezifischer ein Teilprozess jedoch definiert werden muss, desto unwahrscheinlicher ist es, dass dieser in anderen Prozessen wieder angewendet werden kann. So gilt es hier einen Mittelweg zu finden zwischen Spezifität und allgemeiner Gültigkeit. Eine Unterteilung in einzelne Teilprozesse, welche sich anschließend beliebig weiter nutzen lassen, wäre eine Möglichkeit zur Erreichung eines hohen Grads der Wiederverwendung.

Um der Komplexität in Unternehmen gerecht zu werden, sollte eine ausgereifte Menge an Symbolen zur Verfügung stehen, die in sich eindeutig sind. Die Notation sollte im Zuge des Business-IT-Alignments eine grafische Modelldarstellung erlauben und für gleiche Sachverhalte auch nur ein eingeschränktes Maß an Varianzen zulassen. Ziel dabei sollte sein, dass verschiedene Modellierer nicht ein und denselben Sachverhalt stark unterschiedlich modellieren können.

Besonders als Einstiegshilfe für neue Modellierer und bei sehr komplexen Modellen ist eine Syntaxprüfung notwendig. Nur wenn gewährleistet werden kann, dass syntaktische Fehler automatisch erkannt und dem Modellierer gemeldet bzw. direkt behoben werden, kann sich der Modellierer voll auf die Semantik, und damit das eigentliche Problem, fokussieren.

Als letztes formales Kriterium sei noch die Durchgängigkeit zu analysieren. Auch hier spielt wieder das Business-IT-Alignment eine wichtige Rolle, denn Fachbereiche favorisieren Modellierungsmöglichkeiten, die einfach und verständlich sind. Auf der anderen Seite sind für den IT-Bereich diese Modellierungen oft unvollständig bzw. ungenau. Dies fordert von der Geschäftsprozessmodellierung ganz klar ein fachliches und ein technisches Modell. Das fachliche Modell ist noch deutlich abstrakter als das technische Modell, welches, um eine Prozessautomatisierung möglich zu machen, alle Fakten, Bedingungen und Funktionen klären und modellieren muss.

Aus unternehmerischer Sicht sind vor allem die folgenden Kriterien entscheidend:

Zukunftssicherheit bedeutet, wie lange sich eine Notation auf lange Sicht gesehen am Markt halten, etablieren oder durchsetzen kann. Für Unternehmen bedeutet dies ein gewisses Maß an Investitionsschutz, um nicht alljährlich einem anderen Trend folgen zu müssen. Nutzen viele Unternehmen eine Notation, so ist davon auszugehen, dass diese eine gewisse Reife erreicht hat und sich aufgrund des Rückhalts durch Unternehmen am Markt etabliert. Auch wenn sich die Zukunft nur schwer vorausplanen lässt, so lässt sich zumindest anhand von Studien und Nutzungsstatistiken beurteilen, ob ein Standard sich festgesetzt hat. Neben der Anzahl an Nutzern ist auch die Beständigkeit wichtig, also wie lange sich die Notation schon im Markt halten konnte und wie gut die Notation bereits erprobt ist.

Das Dokumentieren von Prozessmodellen ist nur der Anfang, denn Ziel der Unternehmen sollte es sein, diese Prozesse anschließend auch automatisieren zu können. Dadurch ergeben sich Möglichkeiten, z.B. zur Simulation oder zur Analyse, um Optimierungspotenziale aufzudecken. Dies dient ganz klar dem Ziel der Kostenreduzierung. Für die Automatisierung reicht die Notation alleine nicht aus, denn hier muss durch ein entsprechendes zusätzliches Tool Unterstützung geleistet werden. Jedoch sollte die Notation zumindest die Möglichkeit der Prozessautomatisierung bieten.

Das Geschäftsprozessmanagement ist für Unternehmen mit hohem Aufwand verbunden und ein wichtiges Ziel ist es, die Effektivität und Effizienz der Prozesse zu steigern, um dadurch auch Kosten sparen zu können. Besonders die Modellierung der Prozesse kann dem Unternehmen großen Nutzen stiften, in dem sich je nach Aufwand auch eine zufriedenstellende Kapitalrendite einstellt. Es gilt also zu analysieren, inwiefern die eingesetzte Notation z.B. Einsparungspotenziale aufdeckt. Auch die Tatsache, wie viel Aufwand betrieben werden muss, um die Notation im Unternehmen zu etablieren, soll hierbei eine Rolle spielen.

Um der Komplexität der Prozesse im Unternehmen Herr zu werden, sollte die Notation ausreichend Leistungsstärke mitbringen. Das bedeutet, dass die Mächtigkeit der Sprache ausreichend ist, um zentrale Problemstellungen abbilden zu können. Der Modellierer muss also in die Lage versetzt werden, alle notwendigen Eigenschaften, Objekte und Funktionen, die er für das Verständnis des Prozesses für notwendig erachtet, in das Modell integrieren zu können.

Die Unterstützung durch entsprechende Tools ist ebenfalls ein entscheidender Faktor. Viele am Markt erhältliche Tools sind in der Lage, Modelle verschiedener Standards zu erstellen oder erlauben das Exportieren dieser Prozessabläufe in ein Austauschformat. Dabei spielt die Tatsache, ob es sich um ein Open Source oder ein kommerzielles Produkt handelt, keine entscheidende Rolle. Je nach Unternehmensgröße könnte dabei natürlich ein Fokus auf Produkte größerer und bekannterer Hersteller gelegt werden.

Als letzte Kategorie sind noch die Kriterien der Anwender zu analysieren:

Auch wenn dieses Kriterium unter Umständen als subjektiv empfunden werden kann, ist die fachliche Akzeptanz doch von sehr hoher Bedeutung. Nichts schreckt neue Nutzer mehr ab als komplexe Zusammenhänge kaum verständlicher Modelle. Genau deshalb muss es die Notation innerhalb kurzer Zeit erlauben, einen grundsätzlichen Überblick über die Methode zu erhalten und Modelle relativ zügig zu verstehen. Dies soll dem Fachanwender erlauben, möglichst schnell die Wichtigkeit einzelner Schritte zu erfassen und die dazu notwendigen Ressourcen und Fähigkeiten abschätzen zu können.

Hier spielt auch der Komplexitätsgrad der Notation eine entscheidende Rolle. Ist der Einstieg einmal geschafft und gilt es nun komplexere Zusammenhänge zu modellieren, darf der Anwender hier nicht in komplizierter Formalität untergehen. Je einfacher die Zusammenhänge sind, umso schneller können Modelle korrekt erstellt werden. Eine Sprache gilt zudem als einfach, wenn sie mit möglichst wenigen Objekten und Symbolen, zumindest zur Erstellung eines simplen und abstrakten Grundmodells, auskommt.

Die Nutzung der Notation wird verschiedenen Anwendergruppen zu Teil. Während der Modellierer selbst großen Wert auf die ersten beiden Kriterien legt, ist für einen Betrachter der Modelle die Übersichtlichkeit von erstrangiger Bedeutung. Entscheidend dabei ist für den Betrachter des Modells, wie schnell und einfach dieser ein Verständnis des dargestellten Prozesses entwickeln kann. Je weniger Objekte dazu notwendig sind, umso besser.

Ein weiterer Faktor für Anwender ist der Verbreitungsgrad, wobei hier verschiedene Kriterien eine Rolle spielen. Unter anderem ist eine Standardisierung der Notation, die Etablierung am Markt, das Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen und Nachschlagewerken oder auch Kontakt zu anderen Unternehmen entscheidend. Dies alles sind Faktoren, die es einem Anwender leichter gestalten, mit der Notation zur arbeiten, sich über Modelle auszutauschen und „Leidensgenossen“ zu finden.

Als entscheidender Faktor im Geschäftsprozessmanagement wurde das Business-IT-Alignment bereits. Das Kriterium wird ganz bewusst zu den Anwenderkriterien gerechnet, da Modellierer, Betrachter und alle weiteren Modellierungsbeteiligten die aktiven Elemente innerhalb des Modells darstellen, und damit zu den Anwendern zählen. Wie gut lassen sich fachliche und technische Sichtweisen verbinden und wie gut wird es den Anwendern ermöglicht, eine gemeinsame Kommunikationsplattform zu schaffen?

1.2 Auswahl der Modellierungsmethoden

Ein Blick auf den Markt verrät schon sehr schnell, dass die Vielfalt an Standards und Vorgehensweisen sehr groß ist und die Menge an Auswahlmöglichkeiten Unternehmen vor eine schwierige Entscheidung stellt. Generell sollte der Fokus besonders auf Methoden gelegt werden, die durch eine öffentlich anerkannte Organisation standardisiert und veröffentlicht wurden. Eine Übersicht über solche Methoden liefert die Abbildung 1.1 Standards sind deshalb so entscheidend, weil Unternehmen für so ein wichtiges Thema wie Geschäftsprozessmanagement, das mit hohem personellen und finanziellen Aufwand verbunden ist, nicht auf Methoden setzen können, die nicht von einer breiten Masse getragen werden und in zwei bis drei Jahren nicht mehr gültig sind. In Anbetracht des Umfangs der Arbeit werden aus der Vielzahl der Modellierungsmethoden vier ausgewählt, die anschließend in Kapitel 1.3 genauer betrachtet werden.

Der von der Firma IDS Scheer veröffentlichte Standard ARIS uBPM ist nicht im Rahmen von Modellierungssprachen zu nennen, denn dabei handelt es sich ganz allgemein um ein Dach für alle ARIS Produkte im Rahmen von BPM (Hierlmeier 2009). Die ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK) hingegen sind durchaus als Modellierungswerkzeug zu sehen und bilden den Kontrollfluss eines Prozesses ab, also genau das, was Ziel der Modellierung ist (Weske 2007, S. 158 ff.). EPKs sind „ein zentraler Bestandteil einer Vielzahl von Referenzmodellen und Grundlage verschiedener modellgetriebener Ansätze für ein werkzeuggestütztes Geschäftsprozessmanagement. Sie sind aufgrund ihrer anschaulichen Repräsentation und der durchgängigen Werkzeugunterstützung in der Praxis vergleichsweise weit verbreitet“ (Funk, et al. 2010, S. 30). Daher werden diese im Fortgang der Arbeit weiter analysiert.

Die Workflow Management Coalition (WfMC) hat im BPM-Umfeld zwei verschiedene Standards etabliert. Dabei handelt es sich einmal um die Wf-XML 2.0 Spezifikation, die die Kommunikation zwischen zwei verschiedenen BPM-Systemen per Webservice übernimmt (Swenson, Pradhan und Gilger 2004). Ein deutlich aktuellerer Standard ist jedoch XML Process Definition Language (XPDL) 2.2 bzw. auch XPDL4BPMN. Dieser definiert ein XML-basiertes Austauschformat von Prozessmodellen zwischen verschiedenen Anwendungen und ist in der aktuellen Fassung auch kompatibel mit BPMN Modellen (The Workflow Management Coalition 2012, S. 6). Beide Standards sind zwar im BPM-Umfeld angesiedelt, aber als Austauschformat und als Kommunikationsmittel entwickelt worden und nicht als Modellierungsnotationen geeignet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1.1 Relevante BPM Standards

Quelle: in Anlehnung an Dr. Bartonitz (2011)

Weitere Standards wurden durch die Object Management Group (OMG) veröffentlicht. Diese Organisation hat viele verschiedene Unternehmen als Mitglieder und strebt die Standardisierung in unterschiedlichsten Technologien an (Object Management Group 2012). Einige dieser Standards können auch im Rahmen des Geschäftsprozessmanagements bzw. -modellierung angewandt werden. Einer der wohl bekanntesten, da auch am vielfältigsten einsetzbare, Standard ist die Unified Modeling Language (UML). In der Spezifikation von OMG wird UML als eine visuelle Sprache zur Spezifizierung und Dokumentation von Systemen definiert. Es handelt sich um eine allgemeine Sprache, die in verschiedenen Anwendungsszenarien und Implementierungsumgebungen genutzt werden kann (OMG 2009, S. 21). Von den verschiedenen Diagrammtypen, die UML zur Verfügung stellt, bieten sich die Verhaltensdiagramme, wie z.B. Aktivitätsdiagramme, Anwendungsfalldiagramme oder Sequenzdiagramme, besonders an (OMG 2009, S. 702).

Für die Modellierung von Geschäftsprozessen empfiehlt sich vor allem das Aktivitätsdiagramm, da dies speziell auf den Ablauf und die Ausführung eines Systems/Prozesses ausgerichtet ist (Pilone und Pitman 2005, S. 104). Weitere Alternativen wären Anwendungsfall-, Zustands- und Interaktionsdiagramme. Erstere sind aber zu sehr auf das Verhalten und die Struktur eines einzelnen Systems ausgelegt (Pilone und Pitman 2005, S. 80 ff.). Zustandsdiagramme stellen lediglich das Verhalten eines Softwaresystems dar und weniger die Interaktion zwischen mehreren Prozessbeteiligten (Pilone und Pitman 2005, S. 90 ff.). Letztere sind zwar genau für Prozesse und Ereignisabläufe geeignet, stellen aber eher technische und Aufruf-Zusammenhänge dar, die nicht im Sinne des Ziels des Business-IT-Alignments sein können (Pilone und Pitman 2005, S. 132 ff.). Da die Aktivitätsdiagramme am ehesten den Anforderungen zur Modellierung von Prozessen entsprechen, werden diese in den Vergleich mit einbezogen.

Neben dem Business Motivation Model (BMM), welches sich mit der Entwicklung, Kommunikation und dem Management von Geschäftsplänen beschäftigt (OMG 2010), gibt es auch noch Semantics of Business Vocabulary and Business Rules (SBVR), welches jedoch ebenfalls nicht im direkten Zusammenhang mit Geschäftsprozessmodellierung zu sehen ist (OMG 2008). Auch der Standard für Case Management Process Modelling (CMPM) ist aktuell noch nicht von Interesse, da dieser noch nicht veröffentlicht wurde.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Als letzten Standard von OMG gilt es noch die Business Process Model and Notation (BPMN) näher zu betrachten. Diese ist deshalb so interessant, da hier versucht wird ein Netz aus Standards um diese Methode zu spannen, um sämtliche Bereiche des Geschäftsprozessmanagements abzudecken. Das Ziel von BPMN 2.0 ist: „(…) to provide a notation that is readily understandable by all business users, from the business analysts that create the initial drafts of the processes, to the technical developers responsible for implementing the technology that will perform those processes, and finally, to the business people who will manage and monitor those processes.” (OMG 2011, S. 31). Damit ist dieser Standard genau für die Modellierung von Geschäftsprozessen ausgelegt und wird aus diesem Grund in den folgenden Kapiteln Teil der Analyse sein.

Die Organization for the Advancement of Structured Information Standards (OASIS) ist ebenfalls ein Konsortium, das die Entwicklung, Fokussierung und Einführung von offenen Standards für die globale Informationsgesellschaft vorantreibt. Einer dieser Standards ist ebXML Business Process (ebBP), welcher eine Sprache definiert, die einheitliche Geschäftstransaktionen über Unternehmensgrenzen hinweg ermöglichen soll. Es handelt sich also auch hier nicht um eine Geschäftsprozessmodellierungsnotation (OASIS 2006, S. 8). Im Gegensatz dazu bildet die Business Process Execution Language (BPEL) eine Sprache zur Spezifikation und Ausführung von Geschäftsprozessen. Diese dient einerseits als Austauschformat zwischen verschiedenen BPM Anwendungen und andererseits als Ausführungsformat im Hintergrund und hat sich in diesem Bereichen als wichtiger Bestandteil des Prozessmanagements etabliert (Mendling, Weidlich und Weske 2010, S. 8 ff.). Aus diesem Grund wird BPEL ebenfalls in die Analyse einbezogen.

Standards in diesem Umfeld bilden WS-BPEL und BPEL4People. Ersterer dient auch zur Beschreibung von Geschäftsprozessen, deren Transaktionen untereinander durch Webservices durchgeführt werden (OASIS 2007). Der Zusatz „4People“ bedeutet lediglich, dass der WS-BPEL Standard durch die Möglichkeit menschlicher Interaktion erweitert wird (OASIS 2008).

Zusammenfassend wurden also die Standards EPK, UML – Aktivitätsdiagramm, BPMN und BPEL zur genaueren Analyse ausgewählt. Nicht zuletzt stimmt die Auswahl auch mit einer aktuellen Umfrage überein, in der Firmen weltweit befragt wurden, welche Standards sie zur Modellierung von Prozessen nutzen. Demnach haben bei möglicher Mehrfachangabe 72% BPMN, 18% UML, 8% EPK und 6% BPEL im Einsatz (Harmon und Wolf 2011, S. 19 ff.). Auch in Minonne et al. (2011, S. 30) wurde eine Umfrage bezüglich der eingesetzten Modellierungsmethoden durchgeführt. An Position zwei stand BPMN, drei ging an eEPK und vier an UML. Diese Methoden werden einzig durch die Verbreitung von Flussdiagrammen überboten. Sie werden allerdings bei der Analyse in dieser Arbeit nicht betrachtet. Einerseits handelt es sich dabei eher um eine Notation zur Beschreibung einer Programmfunktionalität und ist unter anderem auch unter dem Namen „Programmablaufplan“ bekannt. Andererseits bilden die für die weitere Analyse ausgewählten ereignisgesteuerten Prozessketten eine weiterentwickelte Form der Flussdiagramme, sodass ein Rückgriff auf eben diese nicht als sinnvoll anzusehen ist (Becker, Kugeler und Rosemann 2008, S. 43 ff.). Auch Petri-Netze werden als weitere Modellierungsmethode immer wieder genannt. Auch hier gelten EPKs als weiterentwickelte Form von Petri-Netzen und deshalb werden diese nicht weiter betrachtet (Becker, Mathas und Winkelmann 2009, S. 43).

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Details

Seiten
33
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656964360
ISBN (Buch)
9783668143944
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v300312
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Schlagworte
erfolgreiches prozessmanagement verschiedene modellierungsmethoden überblick

Autor

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Titel: Erfolgreiches Prozessmanagement. Verschiedene Modellierungsmethoden im Überblick