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Das Assessment Center. Möglichkeiten und Grenzen in der Personalauswahl für Auszubildende zum Notfallsanitäter

Ausarbeitung 2015 22 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abstract

Einleitung

Definition des Anforderungsprofils
Formale Gestaltung des Anforderungsprofils
Inhaltliche Gestaltung des Anforderungsprofils

Auswahl der AC-Übungen
Eingruppierung in eine Anforderungen-Aufgaben-Matrix
Erläuterung einer abgewandelten Postkorbübung

Zeitlicher Ablauf des AC

Diskussion

Literaturverzeichnis

Anhang A: Anforderungsprofil für Auszubildende zum Notfallsanitäter

Anhang B: Anforderungen-Aufgaben-Matrix

Anhang C: Zeitplan Assessmentcenter

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1.: Phasen eines Assessment Centers

Abbildung 2.: Auszug aus dem Anforderungsprofil für Auszubildende zum Notfallsanitäter

Abbildung 3.: Sozialkompetenzen im Anforderungsprofil

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abstract

In dieser Arbeit wird die Möglichkeit betrachtet, eine Personalauswahl für die Rettungsdienstausbildung mit Hilfe der Durchführung eines Assessment Centers (AC) zu tätigen. Dabei steht die Entwicklung eines AC für die Auswahl von Auszubildenden zum Notfallsanitäter[1] im Mittelpunkt. Ziel ist es eine Alternative zu herkömmlichen Personalauswahlverfahren im Rettungsdienst zu präsentieren.

Es wird ein Anforderungsprofil für Auszubildende zum Notfallsanitäter vorgestellt und der Ablaufplan eines möglichen AC diskutiert. Bei der Erstellung wurden etablierte AC-Übungen an die Anforderungen im Rettungsdienst angepasst und dabei auf eigene Erfahrungen im Rettungsdienst, der Ausbildung von Rettungsdienstpersonal und der Personalauswahl für den Rettungsdienst zurückgegriffen. Da die allgemeinen Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung zum Notfallsanitäter im § 8 des Gesetzes über den Beruf der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters (Notfallsanitätergesetz – NotSanG, 2013) geregelt sind und spezielle Fachkompetenzen vor der Ausbildung nicht verlangt werden, wurde sich bei der Erstellung des Anforderungsprofils auf die Bereiche der Sozialkompetenzen und der physischen Konstitution beschränkt.

Das Ergebnis dieser Arbeit ist ein theoretischer Entwurf, der als Grundlage für die Durchführung eines AC zur Personalauswahl von Auszubildenden zum Notfallsanitäter genutzt werden kann.

Einleitung

Das AC als Form der Personalauswahl blickt auf eine nahezu einhundertjährige Geschichte zurück. Im deutschen Reich des 20. Jahrhunderts noch als Auswahlverfahren ausschließlich im militärischen Bereich eingesetzt, ist es mittlerweile ein anerkanntes und weit verbreitetes Verfahren zur Auswahl und Potentialanalyse von Mitarbeitern und Führungskräften. Vor allem in Industrie und Wirtschaft finden sich zahlreiche Varianten und zum Teil sehr unternehmensspezifische Formen des AC. Aber auch in Dienstleistungsbereichen wie im Gesundheitssystem hält diese Art der Personalauswahl zunehmend Einzug. Im Bereich des Rettungsdienstes bisher noch eher selten anzutreffen, ist jedoch anzunehmen, dass ACs in Zukunft auch hier häufiger Anwendung finden werden. Ein Grund dafür ist sicher auch das seit 01.01.2014 geltende NotSanG und die damit einhergehend veränderte Ausbildung von Rettungsdienstpersonal.

In Abbildung 1. wird der grobe Ablauf eines klassischen AC nach Schuhmacher (2014, S. 130) in drei Phasen deutlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1.: Phasen eines Assessment Centers

Gegenstand dieser Arbeit sind die Schritte zwei bis vier, die sich mit der Definition der Anforderungen und der Konzeption des AC beschäftigen. Dabei werden die gewählten Kompetenzen und deren Gewichtung den Anforderungen, die sich aus der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (NotSan-APrV, 2013) ergeben, gegenübergestellt und eine AC-Übung anhand einer Anforderungen-Aufgaben-Matrix erläutert. Durch die gewählte Zusammenstellung ergeben sich bei der Organisation sowohl Chancen als auch Risiken, die abschließend diskutiert werden.

Definition des Anforderungsprofils

Bei der Definition eines Anforderungsprofils wurde sich ausschließlich auf die Auswahl von Sozialkompetenzen und die physische Konstitution beschränkt. Da es sich um ein Anforderungsprofil für zukünftige Auszubildende zum Notfallsanitäter handelt, werden von den Bewerbern keine speziellen Fachkompetenzen, sondern viel mehr ein hohes Maß an Sozialkompetenzen und die physische Eignung für den anstehenden Job verlangt. Durch das NotSanG werden im § 8 die allgemeinen Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung vorgegeben.

Formale Gestaltung des Anforderungsprofils

Im Anhang A ist das gesamte Anforderungsprofil für Auszubildende zum Notfallsanitäter zu finden. Zur Erläuterung der formalen Elemente ist in Abbildung 2. exemplarisch ein Auszug des Anforderungsprofils zu sehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.: Auszug aus dem Anforderungsprofil für Auszubildende zum Notfallsanitäter

Eigene Darstellung

Grundsätzlich ist das Anforderungsprofil in Tabellenform gegliedert. Einzelne Kompetenzen sind zu Rubriken zusammengefasst und mit aussagekräftigen Überschriften versehen. Jeder Kompetenz steht eine Einstufung auf einer Skala von eins bis vier gegenüber. Hierbei hat die Stufe eins den geringsten und die Stufe vier den höchsten Wert. Zur besseren Verständlichkeit wurden jeweils der niedrigsten und der höchsten Stufe umschreibende Eigenschaften beigefügt. Dies soll bei der Anwendung des Anforderungsprofils eine detailliertere Einstufung ermöglichen. Die vorausgesetzte Stufe jeder Kompetenz ist jeweils durch einen Punkt in der Skala gekennzeichnet und die einzelnen Punkte sind mit Linien verbunden um das Profil anschaulich hervorzuheben. Die in der Skala grau eingefärbten Balken sollen den tolerablen Kompetenzbereich verdeutlichen.

Es wurde gezielt eine gerade Anzahl von Skalenwerten gewählt, da die Erfahrung aus zurückliegenden AC-Bewertungen zeigte, dass der Beobachter bei einer ungeraden Anzahl von Skalenwerten dazu neigt von klaren positiven und negativen Bewertungen abzusehen und eher zu „mittelmäßigen“ Bewertungen tendiert.

Inhaltliche Gestaltung des Anforderungsprofils

Inhaltlich finden sich im Anforderungsprofil vier Rubriken mit sozialen Kompetenzen und eine Rubrik mit körperlichen Kompetenzen. Abbildung 3. fast die einzelnen Sozialkompetenzen unter ihren Rubriken zusammen.

Abbildung 3.: Sozialkompetenzen im Anforderungsprofil

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung

Bei der Auswahl der einzelnen sozialen Kompetenzen wurde sich vorwiegend auf eine Befragung deutscher Unternehmen von Buschmann, A., Neubauer, K., Pawlowsky, P. & Reinhardt, R. (2002) gestützt. In dieser wurden die Anforderungsdimensionen, welche an die Bewerber gestellt wurden, nach Häufigkeit aufgelistet. Dabei nahm zum Beispiel die Kommunikationsfähigkeit den Rang der am häufigsten erhobenen Kompetenz ein.

Die Arbeitsweise eines Rettungsdienstmitarbeiters bringt es durch den ständigen und teilweise sehr intimen Patientenkontakt mit sich, dass auch hier die Kommunikationsfähigkeiten einen sehr hohen Stellenwert einnehmen. Einfühlungsvermögen aber auch Sachlichkeit, hier durch die Kompetenz Emotionsebene / Sachebene vertreten sind genauso wichtig wie die Fähigkeit zu einer guten Gesprächsführung. Häufig ist gerade das Anamnesegespräch der Schlüssel zur richtigen Diagnosefindung bei der Patientenbeurteilung. Solch ein Gespräch muss wohlüberlegt, gut formuliert und in Anbetracht häufig knapper Zeit trotzdem zielgerichtet geführt werden. Somit zählen die Kompetenzen Ausdrucksvermögen als auch verbale und nonverbale Kommunikation ebenfalls zu wichtigen Eigenschaften, die ein Bewerber besitzen sollte. Dass die Kommunikationsfähigkeit eines künftigen Notfallsanitäters eine wichtige Eigenschaft darstellt, verdeutlicht auch ein Blick in die NotSan-APrV, Anlage 1. Hier findet man die Themenbereiche, die dem Auszubildenden im theoretischen und praktischen Unterricht vermittelt werden sollen. Unter Punkt 3 sind dabei alle geforderten Kommunikationskompetenzen aufgeführt, die mit 120 zu unterrichtenden Stunden einen großen Anteil einnehmen.

Ebenfalls mit einem Anteil von 120 Stunden wird in der NotSan-APrV, Anlage 1 unter Punkt 10 die Rubrik der Kooperationsfähigkeiten wiedergespiegelt. Hier stehen vor allem Kompetenzen wie das Sozialverhalten aber auch das Engagement des Bewerbers im Mittelpunkt. Da die Arbeit im Rettungsdienst aber grundsätzlich auch immer Arbeit im Team bedeutet, sind Teamfähigkeit und Kritikfähigkeit ebenfalls als wichtige Eigenschaften zu nennen. Die Medizin des 21. Jahrhunderts und deren Verknüpfung mit technischen Komponenten im Rettungsdienst sind der ständigen Weiterentwicklung unterlegen. Daher ist die Bereitschaft eines zukünftigen Notfallsanitäters sich ständig neuen Erkenntnissen anzupassen, unter der Kompetenz Veränderungsbereitschaft als ebenso wichtige Eigenschaft zusammengefasst.

Der Umfang und die Komplexität notfallmedizinischer Problemstellungen erfordern auch im Bereich des systemischen Denkens ein hohes Leistungsniveau. So sollten Bewerber ein hohes Maß an Flexibilität, eine sehr gute Fähigkeit zur selbstständigen Lösung von Problemen und zielorientiertes Vorgehen aufweisen können. Bei zum Teil auch ungewöhnlichen Notfallsituationen ist häufig kreatives Denken ein Schlüssel zur Problemlösung und somit ebenfalls im Anforderungsprofil zu finden.

Da die zukünftigen Notfallsanitäter in vielen Situationen auch Führungskompetenzen besitzen müssen werden auch mit dieser Rubrik die Anforderungen definiert. Dabei steht vor allem die Konfliktfähigkeit im Vordergrund. Aber auch überzeugendes, durchsetzungsstarkes Auftreten und ein gewisses Maß an wohlüberlegter Entscheidungsfreude sind wichtige Eigenschaften. Häufig bekommt ein Rettungsdienstmittarbeiter in Notfalleinsätzen nur die Chance eine Entscheidung zu treffen. Diese muss dann in kürzester Zeit jedoch unter Abwägung aller Einflüsse und Risiken getroffen und durchgesetzt werden.

Die fünfte Rubrik im Anforderungsprofil befasst sich mit der physischen Konstitution des Bewerbers und steht unter der Überschrift körperliche Belastbarkeit. Da die Arbeit im Rettungsdienst nicht nur psychische Belastung sondern eben auch physisch hohe Anstrengung bedeutet, sind Kraft und Ausdauer wichtige Eigenschaften. Aber bereits im praktischen Teil ihrer Ausbildung werden die zukünftigen Notfallsanitäter mit ständiger Belastung unter anderem durch Schichtarbeit, laute Geräusche, unangenehme Gerüche und bewegende Bilder konfrontiert werden.

[...]


[1] Aus Gründen der Einfachheit wird im Folgenden ausschließlich die männliche Form verwendet. Es sind aber stets beide Geschlechter gemeint, wenn es nicht um spezifische Einzelpersonen geht.

Details

Seiten
22
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656965794
ISBN (Buch)
9783656965800
Dateigröße
2.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v300236
Institution / Hochschule
Medical School Hamburg – Fakultät Gesundheit
Note
1,3
Schlagworte
Assessment Assessment Center Notfallsanitäter Rettungsdienst Ausbildung NotSan Personalauswahl AC Anforderungsprofil

Autor

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Titel: Das Assessment Center. Möglichkeiten und Grenzen in der Personalauswahl für  Auszubildende zum Notfallsanitäter