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Die Entwicklung von sozialer Kompetenz bei Kindern. Die Bedeutung von Beziehungen zu Gleichaltrigen

Hausarbeit 2013 16 Seiten

Psychologie - Entwicklungspsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

1. Einleitung

2. Soziale Kompetenz
2.1. Was ist soziale Kompetenz?
2.2. Wie entwickelt sich soziale Kompetenz?
2.3. Wie kann soziale Kompetenz gefördert werden?
2.4. Spiegelneuronen als Grundlage für den Erwerb sozialer Kompetenz

3. Soziale Beziehungen zu Gleichaltrigen
3.1. Bezugspersonen im Kindesalter
3.2. Unterschiede in der Interaktion mit Erwachsenen und Gleichaltrigen
3.3. Die Bedeutung von Freundschaften für Kinder

4. Fazit

5. Diskussion

Literatur

Zusammenfassung

Die Bedeutung von Gleichaltrigen als vertrauensvolle Bezugspersonen nimmt bei Kindern ab dem Zeitpunkt des Eintritts in den Kindergarten und in die Schule stark zu. Dementsprechend haben die Peers und gleichaltrige Freunde einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder. Besonders bei der Ausbildung der sozialen Kompetenz - die Fähigkeit, in sozialen Interaktionen die eigenen Ziele zu erreichen, ohne dabei die Bedürfnisse von anderen zu vernachlässigen - spielen die Peers eine große Rolle. Durch die Interaktion mit Gleichaltrigen lernen Kinder sich als gleichberechtigte Partner in komplexen Beziehungsgefügen zu bewegen. Sie lernen hier wichtige Normen und Werte wie zum Beispiel Hilfsbereitschaft oder Empathie, erhalten Anerkennung und gelangen zu einem ausgeprägten Selbstverständnis. In diesem sozialen Kontext erziehen sich die Kinder sowohl selbst als auch gegenseitig. Die Entwicklung der sozialen Kompetenz kann durch Maßnahmen wie zum Beispiel den kooperativen Förderunterricht in der Schule auch extern unterstützt werden.

1. Einleitung

Reicht es, wenn Kinder nur mit ihren Eltern aufwachsen oder spielen Gleichaltrige bei dem Erwerb der sozialen Kompetenz eine ebenso prägende Rolle? Harlow (1969, zit. nach Tücke, 2007) versuchte die Bedeutung der Interaktion mit gleichaltrigen Spielpartnern für die Entwicklung von Kindern anhand von Untersuchungen mit Rhesusaffen zu überprüfen. Die Individuen, die ohne Kontakt mit gleichaltrigen Spielpartnern aufgewachsen sind, verhielten sich aggressiver, weniger kooperativ und ängstlicher als diejenigen, die mit Gleichaltrigen groß geworden sind. Inwieweit diese Ergebnisse auch auf Menschen im Allgemeinen bzw. spezifisch auf Kinder übertragbar sind, soll in dieser Arbeit herausgestellt werden.

Hierzu wird zunächst in Kapitel 2 ein mögliches Modell beschrieben, wie soziale Kompetenz bei Kindern entsteht. Des Weiteren wird die Arbeit auf mögliche Fördermaßnahmen in sozialen Institutionen wie zum Beispiel der Schule eingehen und kurz die biologische Grundlage für sozial kompetentes Verhalten - die Spiegelneuronen - thematisieren. In Kapitel 3 der Arbeit wird spezifischer auf die Bedeutung der komplexen Freundschafts- und Beziehungsgeflechte von Gleichaltrigen eingegangen. In einer abschließenden Diskussion werden die wesentlichen Erkenntnisse aus den vorangehenden Kapiteln wieder aufgegriffen und mit aktuellen Debatten zum Betreuungsgeld in Verbindung gebracht. Des Weiteren wird das Konstrukt der sozialen Kompetenz kritisch betrachtet und die soziale Kompetenz als wichtiger Prädiktor für späteren beruflichen Erfolg diskutiert.

2. Soziale Kompetenz

Den Begriff bzw. das Konstrukt „soziale Kompetenz“ genau zu definieren und zu beschreiben ist sehr schwierig, da es sehr viele unterschiedliche Definitionen gibt, die teilweise kontrovers diskutiert werden. Aus diesem Grund wurden in der vorliegenden Arbeit die Definitionen gewählt, die allgemein am ehesten anerkannt sind und die - entsprechend dem Thema der Arbeit - eher auf den Bereich von sozialer Kompetenz speziell bei Kindern abzielen.

2.1. Was ist soziale Kompetenz?

Soziale Kompetenz ist „die Fähigkeit, in sozialen Interaktionen seine eigenen Ziele zu erreichen und Bedürfnisse zu befriedigen und gleichzeitig die Ziele und Bedürfnisse von anderen zu berücksichtigen“ (Perren et al., 2008). Beide Bereiche erfordern Schlüsselfertigkeiten wie z.B. die von Schmidt-Denter (2005) illustrierte Fähigkeit zur Selbstbehauptung und die Fähigkeit zur Kooperation. Auch Asendorpf (2003) beschreibt die soziale Kompetenz als optimalen Kompromiss zwischen Selbstverwirklichung (Konfliktfähigkeit) und sozialer Verträglichkeit (Kooperationsfähigkeit).

Es gibt verschiedene Theorien und Modelle, die unterschiedliche Aspekte der sozialen Kompetenz (hier speziell bei Kindern) nennen und hervorheben. In der Literatur werden hier in Form von sogenannten Kompetenzkatalogen von verschiedenen Autoren unterschiedliche Anzahlen von Kompetenzen (zwischen 5 und 28) genannt (Kanning, 2002, zit. nach Drösseler et al., 2007). So nennen beispielsweise Caldarella und Merrel (1997) die Aspekte Interaktionsfertigkeiten in der Beziehung zu Gleichaltrigen, Fertigkeiten des Selbstmanagements, schulische Fähigkeiten, Kooperations- und Mitwirkungsbereitschaft sowie Durchsetzungsfähigkeit.

2.2. Wie entwickelt sich soziale Kompetenz?

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass sich soziale Kompetenz nur dann entwickelt, wenn ein Kind in einer sozialen Umgebung aufwächst, in der es mit verschiedenen Personen konfrontiert wird. Besonders wichtig für die Entwicklung der sozialen Kompetenz von Kindern ist die Gruppe von Gleichaltrigen.

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Details

Seiten
16
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656965374
ISBN (Buch)
9783656965381
Dateigröße
875 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v300126
Institution / Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,7
Schlagworte
Soziale Kompetenz Entwicklungspsychologie Psychologie

Autor

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Titel: Die Entwicklung von sozialer Kompetenz bei Kindern. Die Bedeutung von Beziehungen zu Gleichaltrigen