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"Ist Franziska handysüchtig?" Chancen und Risiken bei der Nutzung von Handys

Unterrichtsentwurf 2014 10 Seiten

Didaktik - Gemeinschaftskunde / Sozialkunde

Leseprobe

1. Analyse der Unterrichtseinheit

1.1. Sachanalyse

Unter dem Begriff ‘Neue Medien’ werden einige moderne Medientechniken zusammengefasst. Ursprünglich wurde der Begriff für das Radio angewandt, später kamen Fernseher und Videotext als neue Medien hinzu. Heutzutage werden unter dem Begriff ‘Neue Medien’ alle Medien gefasst, die digitale Daten übermitteln oder auf Daten in digitaler Form zugreifen können. Dazu zählen vor allem die Speichermedien DVD, CD-Rom und Blu-Ray sowie das World Wide Web und die E-Mail, also auch über das Internet angebotene Dienste.[1] Hierbei nicht vergessen werden dürfen das Handy und seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten (Telefonie, SMS, MMS, Fotografie, Internetzugang, Voice Recording etc.).

Die „Neuen Medien“ stellen einen wesentlichen und unverzichtbaren Bestandteil der postmodernen Umwelt dar. Betrachtet man die Ausstattung deutscher Kinder und Jugendlicher mit technischen Geräte, so wird deutlich, wie weit verbreitet diese sind. Auch das Nutzungsverhalten ist beeindruckend: 98% der 10-15-Jährigen haben den PC in den letzten drei Monaten genutzt, 64% nutzen ihn täglich oder fast täglich[2]. 98% der Altersgruppe nutzen das Internet regelmäßig[3]. Hauptsächlich werden E-Mails gesendet und empfangen, gechattet, Online-Netzwerke genutzt, Spiele gespielt sowie Bilder, Filme und Musik angesehen bzw. heruntergeladen[4]. Über die Hälfte der 10-11-Jährigen ist im Besitz eines Handys[5], Mädchen signifikant häufiger als Jungen[6].

Allgemein üben Medien auf Kinder eine große Faszination aus. Das Surfen und Spielen im Internet, die Spielkonsole und das Fernsehprogramm sind manchmal sogar so reizvoll, dass die Zeit darüber vergessen wird. Konflikte können entstehen, wenn die Nutzung so intensiv wird, dass darüber alle anderen Aktivitäten und sozialen Kontakte vernachlässigt werden.[7]

Ab wann Erwachsene die Mediennutzung von Kindern als bedenklich einstufen müssen, muss bei jedem Kind individuell geprüft werden. Dabei zählen neben der Häufigkeit der Nutzung auch die Motivation (z.B. Langeweile vertreiben, im Kontakt mit Freunden sein oder aktuelle Ereignisse mitbekommen). Hinweise darauf, dass die Mediennutzung zu viel wird, sind die Vernachlässigung von Schulpflichten und Leistungsverschlechterung, Rückzug von anderen Aktivitäten und Interessen, Rückzug aus Freundschaften sowie starke Launenhaftigkeit oder länger andauernde negative Stimmungslage, wenn die entsprechenden Medien nicht zur Verfügung stehen.

Die EU-Initiative klicksafe.de[8] bietet eine Checkliste, die Eltern erste Anhaltspunkte geben kann, ob das eigene Kind gefährdet ist. Wenn drei oder mehr der genannten Merkmale zutreffen, sollten Eltern reagieren und gegebenenfalls professionelle Hilfe suchen:

- die Gedanken des Kindes kreisen auch bei anderen Beschäftigungen ständig um Handy, Computer, Internet oder Spielkonsole
- das Kind spielt und surft bis tief in die Nacht
- dem Kind fällt es schwer, die Zeit vor dem Bildschirm bzw. dem Handy zu begrenzen
- das Kind reagiert gereizt, wenn es auf Handy, Computer, Internet oder Spielkonsole verzichten muss
- es zieht sich immer mehr von Familie und Freunden zurück
- Internetnutzung verdrängt andere Interessen und Hobbies
- die Leistungen in der Schule haben sich deutlich verschlechtert
- es hat stark ab- oder zugenommen und wirkt übermüdet
- das Kind reagiert Gefühle wie Ärger oder Frust mit Handy- bzw. Computerspielen ab

Folgen[9] übermäßigen Bildschirmmediengebrauchs Medienmissbrauch und Mediensucht können neben Veränderungen im Verhalten von Kindern und Jugendlichen (psychische Folgen), Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit (körperliche Folgen) und auf die finanzielle Lage der Konsumenten haben.

Kinder mit exzessiver Nutzung interaktiver Medien, zeigen häufig aggressive Verhaltensweisen. Obwohl die Kausalität komplex ist, ergibt sich auch unter detaillierter Berücksichtigung der psychosozialen Rahmenbedingungen, eine schwache direkte Wirkung des Mediengewaltkonsums auf die Gewalttätigkeit. Etwa 5-10 % der Jugendlichen lassen sich offenbar, auf der Grundlage von familiären und sozialen Belastungsfaktoren (z. B. innerfamiliäre Gewalt, emotionale Vernachlässigung oder Schulversagen), durch aggressive Medieninhalte langfristig in ihren Identifikations- und Handlungsmustern beeinflussen. Die Mediennutzung verdrängt andere Aktivitäten mit Gleichaltrigen und Familienmitgliedern. Überdurchschnittlicher Fernsehkonsum beschränkt z. B. den Kontakt zu Gleichaltrigen und die soziale Akzeptanz durch Klassenkameraden.

Internetsucht ist bei Schulkindern und Videospielkonsum bei Jugendlichen mit einem Aufmerksamkeitsdefizit korreliert. Längere Computer- bzw. Videospielzeiten gehen mit akademischen Defiziten einher. Da das Internet umgekehrt bei Schul- bzw. Arbeitsstress vermehrt genutzt wird entsteht auch hier ein selbstverstärkender Mechanismus.

Während das Sehen von pädagogisch wertvollen Sendungen im Vorschulalter mit einer günstigen Entwicklung (schulische Leistung, Lesen, Leistungsorientierung, Kreativität, Friedfertigkeit) im Jugendalter assoziiert ist, ist der Konsum von gewaltbetonten Sendungen prognostisch ungünstig. Ähnliches gilt im Querschnitt für nicht jugendfreie Bildschirmspiele. Bei Jungen sind der Gewaltkonsum und die Mediennutzungsdauer höher und dies könnte eine Mitursache für das zunehmende Zurückfallen der schulischen Leistungen von Jungen gegenüber Mädchen sein. Mögliche Mechanismen für die Beeinträchtigung des Lernens sind Zeitverdrängung (z. B. für die Kommunikation mit Bezugspersonen, Lesen, kreatives Spiel), Beeinträchtigung der Quantität und Qualität des Schlafes (REM Schlaf) und der Gedächtnisfunktion durch emotionalen Stress (durch Horror und Gewalt in den Medien).

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass neue und alte Medien zu einem integralen Bestandteil unserer postmodernen Gesellschaft zählen. Der technische Umgang mit Geräten bereitet den Jugendlichen generell wenig Probleme (hohes Potenzial an Medienkunde und Mediennutzung[10] ), wenngleich der Bereich Medienkritik[11] (analytisch, reflexiv, ethisch) geschult werden muss. Um Medienkompetenz[12] zu erreichen darf das erzieherische Ziel der Mündigkeit nicht aus den Augen verloren werden, um eine kritische und selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

1.2. Didaktische Analyse

1.2.1. Legitimation

Kinder und Jugendliche nutzen heutzutage in ihrem Alltag ganz selbstverständlich Medien wie Radio, Fernsehen, Computer oder Handy. Sie wachsen in einer von Medien geprägten Welt auf. Doch selten hinterfragen sie ihre Mediennutzung kritisch. Eine Reflexion der Medienkompetenz allgemein und der eigenen speziell ist jedoch Voraussetzung für eine kritische und selbstbestimmte Teilhabe in der modernen Medienwelt. „Medienkompetenz“ ist das Schlüsselwort. Mit dieser Unterrichtseinheit werden Schülerinnen und Schüler für eine selbstbestimmte Mediennutzung sensibilisiert.

1.2.2. Methodische Analyse

Bei einer PowerPoint-Präsentation werden Bilder verschiedener Freizeitaktivitäten (Fußball, Radfahren, Lesen, Facebook, Fernsehen) gezeigt. Die Schülerinnen und Schüler äußern ihr Vorwissen hinsichtlich Chancen und Risiken der jeweiligen Beschäftigungsmöglichkeit.

Bei der PowerPoint-Präsentation werden auch Fotos gezeigt, die sich auf das heutige Stundenthema beziehen (Handy). Die Schülerinnen und Schüler äußern bereits ihr Vorwissen zu den besagten neuen Medien und assoziieren das Möglichkeiten-Gefahren-Muster der Vorstunden.

Der Lehrer erzählt von Mädchen namens Franziska und heftet eine Bildkarte an die Tafel.

Darauffolgend spielt der Lehrer ein kurzes Hörspiel über die Mediennutzung der Jugendlichen ab. Dadurch wird auf motivationale Art und Weise zum Thema hingeführt. Um eine gewisse Abwechslung in punkto Medien zu erreichen, wird das Hörspiel als Medium gewählt, da dieses logischerweise den auditiven Sinneskanal beansprucht. Um trotzdem eine begrenzte „Visualisierung“ zu ermöglichen, werden unterstützend fiktive Fotoaufnahmen der Protagonistin Franziska via Bildkarte an die Tafel geheftet. Die Schülerinnen und Schüler äußern daran anschließend ihre Eindrücke und geben einzelne Inhalte wieder.

[...]


[1] Vgl. http://definition-online.de/neue-medien/ aufgerufen am 12.04.2014

[2] Datenreport 2011 – Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland. Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.). Bonn. S.346

[3] Ebd. S.346

[4] Ebd. S.348

[5] Kinder in Deutschland 2007. Erste World Vision Kinderstudie. Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.). Bonn. S.190

[6] Ebd. S.191

[7] http://www.schau-hin.info/extrathemen/exzessive-mediennutzung.html aufgerufen am 12.04.2014

[8] http://www.schau-hin.info/extrathemen/exzessive-mediennutzung.html aufgerufen am 12.04.2014

[9] http://medienwissen-mv.de/wm_files/wm_pdf/Grundlagen/Folgen_Bildschirmmediengebrauch.pdf aufgerufen am 12.04.2014

[10] Verwendung des Begriffes nach Baacke.

[11] Verwendung des Begriffes nach Baacke.

[12] http://wieligmann.de/ikt/2008/11/medienkompetenz-dieter-baacke/ aufgerufen am 23.04.2014

Details

Seiten
10
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656964636
ISBN (Buch)
9783656964643
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v299908
Note
Schlagworte
franziska chancen risiken nutzung handys
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