Lade Inhalt...

Bericht über ein Wirtschaftspraktikum bei der Sparkasse

Praktikumsbericht (Schule) 2015 21 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

VORWORT

SPARKASSE WESTHOLSTEIN
DIE INSTITUTION
ZAHLEN UND FAKTEN
MITGLIEDSCHAFTEN
GESCHICHTE
ORGANISATION
KONKURRENZSITUATION
ZIELGRUPPE

PRODUKTE
PASSIVGESCHÄFT
AKTIVGESCHÄFT
VERSICHERUNGEN
IMMOBILIEN

WIRTSCHAFTSKRISEN - GEFÄHRDUNG DER SPARKASSE WESTHOLSTEIN?
FINANZKRISE
AUSWIRKUNGEN AUF DIE SPARKASSE WESTHOLSTEIN

DER PRIVATKUNDENBERATER

AUSBILDUNG ZUM BANKKAUFMANN

DAS TUN DES SELBST
DIE WOCHE IN DER TABELLE
DER DONNERSTAG EN DÉTAIL

FAZIT

ANHANG
SPARKASSEN-FINANZCHECK (ABB. J1)
ENTWICKLUNG DER BILANZSUMME DER SPARKASSEN-FINANZGRUPPE (ABBILDUNG J2)

QUELLENVERZEICHNIS

PRAKTIKUMSBERICHT - JUN-YING POON

Im Rahmen einer einwöchigen Schulveranstaltung wurde allen Schülerinnen und Schülern der jetzigen Qualifikationsphase die Aufgabe gegeben, sich einen Praktikumsplatz bei einem Unternehmen zu organisieren und entsprechendes Wirtschaftspraktikum in der Woche vom 26. Januar bis zum 30. Januar 2015 durchzuführen. Zugrunde liegt die Zielsetzung, dem Praktikanten Einblicke in die betrieblichen Arbeitsabläufe zu vermitteln und erste berufliche Erfahrungen zukommen zu lassen. So erhält dieser einen Eindruck von der strukturellen Organisation und den betriebswirtschaftlichen Abläufen in der ökonomischen Einheit eines wirtschaftlich orientierten Betriebes. Auch sollte ein Bild von den teilweise vielfältigen Karrieremöglichkeiten und entsprechenden Ausbildungsprozessen des ausgewählten Betriebes gemacht werden. Da bereits seit jungen Jahren eine rege Begeisterung für die wirtschaftlichen Strukturen im Alltag besteht, galt das Interesse auf meiner Seite dem Kreditinstitut Sparkasse Westholstein, an welchem mir freundlicherweise in dessen Hauptfiliale Dithmarscher Platz 2, ebenfalls als Hauptsitz agierend, die Möglichkeit für das Praktikum geboten wurde. Schon in meiner Kindheit wurde von engen Familienmitgliedern festgestellt, dass „das Geld“ und die Wirtschaft im Allgemeinen eines der Schwerpunkte meines persönlichen Interessenspektrums darstellt, sodass das Bankwesen und damit auch ein Kreditinstitut in der Region bei der Praktikumswahl schon bald die Position eines Hauptfavoriten einnehmen konnte.

Mit der Erwartung, eine aufschlussreiche Einführung in die örtliche Bankenwelt zu erhalten, trat ich dem Praktikum auch mit der Aussicht entgegen, mir einen ersten Einblick in die betrieblichen Arbeitsprozesse und die technischen Hintergründe im Kundenbereich einer Sparkassen-Filiale anzueignen. Anhand des Praktikums beabsichtigte ich, meine Eignung auf eine Tätigkeit im Finanzensektor zu prüfen und entsprechende Berufsbilder für eine mögliche Karrierelaufbahn kennenzulernen. Insbesondere war es mir ebenfalls von Relevanz, eine Antwort auf meine Leitfrage zu finden, lautend wie folgt: „Können Wirtschaftskrisen die Sparkasse Westholstein existenziell bedrohen?“. Als Resultat von im Vorhinein getätigten Überlegungen lag die Vermutung nahe, dass diese Möglichkeit wegen der direkten Involvierung des Bankensektors in krisenbedingte Gegebenheiten keineswegs auszuschließen ist und vielmehr im Bereich des Möglichen liegt.

Unter dem Leitgedanken „Fair. Menschlich. Nah.“ stellt die in 1820 gegründete Sparkasse Westholstein als öffentlich-rechtliche Sparkasse eine der größten Anlaufstellen für Finanzdienstleistungen im Geschäftsgebiet Steinburg, Dithmarschen und teilweise Rendsburg- Eckernförde dar und ist Teil der Drei-Säulen-Struktur des deutschen Bankwesens, welche aus privaten Banken wie der Deutsche Bank oder Commerzbank, Volks- und Genossenschaftsbanken wie der Raiffeisenbank sowie aus öffentlich-rechtlichen Instituten wie Sparkassen und kooperierende Landesbanken besteht. In der Rolle einer Universalbank stellt sie dem Kunden ein umfassendes Dienstleistungsspektrum des Bankgeschäftes zur Verfügung, angefangen vom Aktivgeschäft (Kredite und Finanzierungen) und Passivgeschäft (Kontokorrentkonten wie Girokonten sowie Sparkonten) über allgemeine Dienstleistungen (Zahlungsverkehr, Bargeldgeschäft, Beratung) bis hin zur Vermittlung von Versicherungen und Immobilien, welche von Kooperationspartnern angeboten werden. Aufgrund dieser vielfältigen Bandbreite der Tätigkeitsfelder variieren dementsprechend auch die Aufgabenfelder der Mitarbeiter, von einfachen Servicetätigkeiten über routinelastige Sachbearbeitungen bis hin zu organisatorischen Aufgaben mit sehr hoher Verantwortungsbelastung. Diese Felder sind im Rahmen der verschiedenen Auf- und Umstiegsmöglichkeiten wechselbar, sodass dem Arbeitnehmer ein abwechslungsreiches Berufsleben ermöglicht werden kann.

Die Rechtsform ist die Anstalt des öffentlichen Rechts, welche sich vor allem durch die Orientierung am Gemeinwohl kennzeichnet. So ist auch ein erhebliches gesellschaftliches Engagement seitens des Betriebes zu erkennen. Dieser ist nicht gewinnorientiert, sondern schüttet die erzielten Gewinne an die kommunalen Gemeinden aus. Auch werden die Gewinne für Spenden und Sponsoring verwendet, wie in 2014 unter anderem durch sieben (Vergleich sämtliche Sparkassen: 739) für diesen Zweck gegründete Stiftungen mit einer Gesamtsumme über 647.000 Euro geschehen ist. Dadurch versucht das Institut, als größter nichtstaatlicher Förderer der Region die ökonomischen, ökologischen und sozialen Grundlagen der örtlichen Gemeinschaft zu erhalten. An insgesamt 1400 Anlässen in Projekten aus Kunst und Kultur, Soziales, Sport, Bildung und Umwelt war die Sparkasse Westholstein in dem Jahr beteiligt, so ist sie zum Beispiel auch Olympia Partner der deutschen Mannschaft. Der dafür benötigte Gewinn besteht zum größten Teil aus dem Zinsüberschuss aus Spareinlagen und Kreditvergaben, speist sich aber auch von den aus Vermittlungen von Versicherungs- und Immobilienverträgen entstehenden Provisionen sowie vom Kunden erbrachten finanziellen Leistungen wie Kontoführungsgebühren.

Mit insgesamt 717 Mitarbeitern, darunter 46 Auszubildende, welche in 32 Filialen und im Dienstleistungszentrum beschäftigt werden, erreicht die Sparkasse im Ranglistenvergleich aller Unternehmen aus Schleswig-Holstein (Stand: 2013) den 68. Platz. Aufgrund der Regulierungen des Bankengeheimnisses unterliegen sämtliche Mitarbeiter der staatseidlichen Schweigepflicht. Mittlerweile bilden 21 SB-Filialen die restlichen der 53 Geschäftsstellen, an welchen aufgrund der Einrichtung als Selbstbedienungsfiliale mit Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker allerdings kein Personal angestellt ist. In 2013 weist die Sparkasse Westholstein eine Bilanzsumme über 3,2 Milliarden Euro auf. Auch sind Kundeneinlagen (wie Spareinlagen, Termingelder und Sichteinlagen) in Höhe von 2,2 Milliarden Euro sowie Kreditvergaben über 2,7 Mrd. Euro an Unternehmen, Privatpersonen und öffentliche Haushalten zu vermerken.

Das Institut ist mittelbares Mitglied der Sparkassen-Finanzgruppe, welche mit 417 Sparkassen, entsprechenden Landesbanken und der DekaBank (Wertpapierhaus mit 182 Milliarden Euro Fondsvolumen) als Tochtergesellschaft den größten Finanzverbund Deutschlands darstellt.

Ebenfalls gehören die zweitgrößte Versicherungsgruppe des Bundes mit elf Erstversicherungsunternehmen (wie die Provinzial und die Versicherungskammer Bayern), Finanz Informatik als IT-Dienstleister, zehn Landesbausparkassen mit Marktführerpositionen, fünf Leasing-Gesellschaften (mit 21% Markanteil, darunter Deutsche Leasing) und nicht zuletzt der Deutsche Sparkassenverlag als Distributor der SparkassenZeitung und Fachzeitschriften in den Mitgliederkreis der Finanzgruppe. Hauptmerkmal des Verbundes ist die beschlossene Institutssicherung des Haftungsverbandes, welche die existentielle Absicherung aller beteiligten Unternehmen sicherstellt. So werden im Insolvenzfall eines einzelnen Sparkassen- Instituts die verbliebenen Verbindlichkeiten von anderen Sparkassen erfüllt, sodass der Fortbestand ungefährdet gesichert ist. Im Übrigen ist die Sparkasse Westholstein, wie sämtliche Sparkassen, Mitglied des deutschen Sparkassen- und Giroverbands. Dieser ermöglicht eine einheitliche, weitreichende Personalentwicklung und die effiziente Übertragung von Know- how und Entwicklungsfortschritten innerhalb des Sparkassenverbandes.

Die Sparkasse Westholstein wurde in 1820 als „Itzehoe Spar- und Leihkasse“ gegründet, welche aufgrund der damaligen gesetzlichen Sparkassen-Regulierungen auf wenige Tätigkeitsbereiche wie das Passivgeschäft beschränkt war. In 1974 wurde die Spar- und Leihkasse nach Änderungen der Regulierungen zur „Sparkasse Itzehoe“ umbenannt, 20 Jahre später entstand durch die Fusion mit der Sparkasse Glückstadt-Krempe die Sparkasse in Steinburg. Nach weiteren Übernahmen von den Sparkassen in Horst, Kellinghusen und Wilster erfolgte 2003 der Zusammenschluss der Sparkasse in Steinburg, der Alten Marner Sparkasse und der Dithmarschen Kommunalbank in Heide, aus welchem letztlich die Sparkasse Westholstein entstanden ist. Daraufhin folgten Fusionen mit der Verbandssparkasse Meldorf 2008 und der Landessparkasse Schenefeld in 2011.

Der hierarchische Aufbau innerhalb des Betriebs entspricht einem Einliniensystem mit Stabsabteilungen, wie zum Beispiel die Personalabteilung. Der Gesamtvorstand unterteilt sich in den ersten, zweiten und dritten Vorstand, welche auf identischer Ebene gleichberechtigt sind. Der zweite Vorstand ist verantwortlich für die Regional- und andere Direktoren. Der Regionaldirektor wiederum trägt die Verantwortung für beispielsweise Filialleiter A, Filialleiter B sowie für die Leiter von Vermögensmanagement und Immobilien. Die Leiter der Filialen und der Abteilung verfügen über gleichwertige Berechtigungen. Einem Filialleiter untergeordnet sind die Service- und Kundenberater der zu verantwortenden Kundenstelle; der Leiter der Immobilien-Abteilung hingegen ist für die Sachbearbeiter, Betreuer und das Verwaltungspersonal eben dieser Abteilung zuständig. Jeweils zuständige Personen verfügen über eine direkte Weisungsbefugnis über unterstellte Beschäftigte der unteren Ebene. So sind Anordnungen über zwei Ebenen meist indirekt; so kann der Bezirksleiter keine direkten Anweisungen an Serviceberater tätigen. Die Mitglieder der Personalvertretung, im Falle der öffentlichen Anstalt anstelle des Betriebsrates eingesetzt, vertreten die Arbeitnehmerinteressen und werden dementsprechend mit einer Wahlperiode von einigen Jahren aus den Mitarbeiterkreisen gewählt; jeder Beschäftigte verfügt indes über ein gleichberechtigtes Stimmrecht. Diese verfügen in jedem Fall über Informations- und teilweise Mitbestimmungsrechten bei betrieblichen Entscheidungen des Vorstands, die Mitglieder sind teilweise von ihrer eigentlichen Tätigkeit freigestellt.

Die Verflechtung innerhalb des Betriebes ist abhängig von den Abteilungen sehr unterschiedlich. Viele Beschäftigte haben mit anderen Mitarbeitern sowohl organisatorisch als auch aufgabentechnisch gar keine Kontaktpunkte; so ist zum Beispiel keine Verbindung zwischen dem Immobilienberater und dem Sachbearbeiter der Postabteilung zu verzeichnen. Andererseits liegt es beispielsweise am Serviceberater, einen potentiellen Immobiliennehmer an einen Berater der Immobilienabteilung weiterzuleiten, welcher nach einer erfolgreichen Vermittlung den Kontakt zur Finanzierungsabteilung aufbaut und gleichzeitig den Versicherungsfachleuten von der potentiellen Immobilienversicherung unterrichtet.

Mit einem Gesamtanteil von 48% am regionalen Bankengeschäft stellt die Sparkasse Westholstein im Kampf gegen private Großbanken (wie Commerzbank und Deutsche Bank), andere regionale Kreditinstitute (z.B. Volksbanken), Direktbanken ohne Filialen (wie comdirect) sowie Spezialisten (wie Institute für Immobilienfinanzierung oder private Makler) den offiziellen Marktführer dar. Die Sparkasse nimmt zu keinem Zeitpunkt die Position des Preisführers ein, da durch den umfassenden Personalaufwand und der Instandhaltung der vielen Standorte hohe Kosten entstehen, welche sich in der Kostenstruktur für den Endkunden niederschlagen. Dennoch ergibt sich durch die persönliche Beratung vor Ort ein höherer Gewinn für den Kunden, wenn auch ein Preis für den Service bezahlt werden muss. Das Institut realisiert durch die als „hervorragend“ ausgezeichnete Kundenberatung nicht nur eine diskrete Kundennähe, sondern auch die optimale und/oder preisgünstigste Angebotskomposition für jeden individuellen Kunden. Die Sparkasse Westholstein zeichnet sich des Weiteren durch ihre Regionalität aus. So ist ein eigener Unternehmenssektor für Unternehmer und Selbständige der regionalen Agrar- und Energiewirtschaft konzipiert, welcher diese mit speziellem Fachwissen berät und unterstützt. Auch die Immobilienvermittlung verläuft mithilfe der regionalen Kenntnisse sehr effizient. Aufgrund der hohen Dichte des Filialnetzes sind auch in kleinen Dörfern Geschäftsstellen zu finden, sodass in der gesamten Region ein zügiger und direkter Zugang zum Bankengeschäft ermöglicht wird.

Der Hauptstandort in der Filiale am Dithmarscher Platz zeichnet sich durch seine ausgeprägte Zentralität unmittelbar am Eingang zur Fußgängerzone Feldschmiede aus, welche die meistfrequentierte Straße Itzehoes darstellt. Das Parkhaus in vierminütiger Fußgängerentfernung mit der Möglichkeit zu einer kostenfreien Parkstunde, der anliegende Parkplatz und der geografische Standort in der Stadtmitte begünstigen eine direkte Erreichbarkeit durch Kraftwagen. Das Grundstück liegt zusammen mit allen assoziierenden Gebäuden im Besitz des Sparkassenverbundes, sodass lediglich Instandhaltungskosten wie Renovierungen oder Neubauten, aber keine Mietkosten bezahlt werden müssen. Allerdings sind nicht alle Standorte der Sparkasse Westholstein in diesem Ausmaß exemplarisch. So musste in vergangener Zeit der Standort Wellenkamp verschoben werden, da der kommunal genehmigte Bahnübergang in Alsen den Zugang zur Filiale unterband.

Durch die hervorragende Beratungsqualität und Kundennähe, der Regionalität und der sowohl qualitativen als auch quantitativen Erreichbarkeit genießt die Sparkasse nicht nur einen allgemein sehr guten Ruf, sondern kann durch diese Differenzierung den hohen Marktanteil halten. Nicht unwesentlich hat auch die Tatsache zur Kundengewinnung beigetragen, dass die (privaten) Großbanken in vergangener Zeit sowohl im regionalen als auch im nationalen Pressewesen unter teils intensiver Kritik standen.

Die Sparkasse Westholstein arbeitet als Generalist und bietet alle Finanzprodukte an; eine Spezialisierung ist nur innerhalb des eigenen Betriebes (durch Abteilungen und spezifisch zugeordneten Beratungskräften) gegeben. Aus diesem Grund spricht das Produktportfolio sämtliche Zielgruppen aus dem Geschäftsgebiet Steinburg und Dithmarschen an, welches nicht nur private Haushalte und Unternehmer bzw. Selbstständige (insbesondere mittelständische und regionale Firmen) umschließt, sondern auch die Kommunen, deren öffentliche Haushalte und sonstige Institutionen und Vereine. Die Interessengruppen sind unabhängig von soziodemografischen oder psychografischen Merkmalen; so wird das Angebot nicht durch Alter, Geschlecht, Einkommen oder gar persönlichen Vorlieben eingeschränkt (verständlicherweise im Rahmen gesetzlich regulierter Bestimmungen wie die geschäftliche Handlungsunfähigkeit unter 18 Jahren sowie der Prüfungspflicht bei bonitätsabhängigen Leistungen). Dies ist auch durch den öffentlichen Auftrag der „Geldversorgung für alle Schichten“ bedingt, welchem sich die Sparkasse aufgrund ihrer Rechtsform als öffentliche Anstalt verpflichtet hat. Für eine effizientere Organisation des breiten Kundenspektrums wurde der „Sparkassen-Finanzcheck“ eingeführt, welcher bei allen beratenden Kunden als maßgeschneiderte Beratung für alle Lebens- und Geschäftssituationen durchgeführt wird. Diese ist nach den Kundengruppen Privatkunden, Geschäftskunden, Firmenkunden, kommunale / institutionelle Kunden und Freiberuflern ausdifferenziert, welche sich untereinander im Aufbau unterscheiden. So steht bei allen Gruppen „Service & Liquidität“ als grundlegendes Fundament in der untersten Ebene. Wenn dieser Bereich ausreichend analysiert wurde, folgt beim Privatkunden die „Absicherung von Lebensrisiken“, welche den Bedarf nach grundlegenden Versicherungen (Unfallversicherung, private Haftpflichtversicherung) ermittelt. Anschließend wird der Aspekt der Lebensvorsorge beleuchtet und Maßnahmen wie der Abschluss einer Rentenversicherung unternommen. Den letzten Schritt bildet das „Vermögen bilden“, in welchem die Möglichkeiten zur Rücklagenbildung (Fondssparen, Zuwachssparen oder gar Bausparen) geprüft wird. Ein grafischer Vergleich aller Gruppen findet sich im Anhang.

Innerhalb des gesamten Kundenkreises werden unterschiedliche Kundensegmente (in der Regel abhängig von der Finanzkraft) in Kundengruppen gebündelt, welche dann einzelnen Privatkundenberatern zugeteilt werden. So ist beispielsweise Berater A für die Einkommensgruppen zwischen 1600 und 1900 Euro zuständig, während Berater B das Segment zwischen 3800 und 4100 Euro übernimmt (angegebene Zahlen wurden entsprechend der Verschwiegenheitspflicht modifiziert und entsprechen keinen realen Werten). Der Aufwand pro Kunde ist von seiner Klassifizierung (nach Einlagen / Einkommen) abhängig. So würden Sozialhilfeempfänger nicht einmal in den Genuss eines Privatkundenberaters kommen, während Fachkräfte aus dem Vermögensmanagement Kunden bei Vermögen über 100.000 Euro betreuen; vermögendste Kunden mit einem Barvermögen über einer halben Million erhalten von insgesamt vier Beratern im exklusiv eingerichteten Bereich des Private Bankings auf dem zweiten Stockwerk der Hauptfiliale mondäne Konsultationseinheiten. Neben eigenen Abteilungen für Firmenkunden (Unternehmer mit einem Geschäftsvolumen über einer Million Euro; Wert abgeändert, Größenordnung beibehalten) und Geschäftskunden (Geschäftsvolumen über einer halben Million) bietet die Sparkasse einen eigenen Bereich für in der Agrarbranche (und Energiebranche) tätige Unternehmen mit branchenspezialisierten und regional orientierten Beratern an. Des Weiteren sind Spezialisten in den Abteilungen für Immobilien, Versicherungen und Krediten zu finden, welche über beachtenswerte Qualifizierungen im entsprechenden Geschäftsfeld aufzuweisen haben. Als absolut bemerkenswert empfand ich die hautnahe Erfahrung der regionalen Disparitäten, welche mir während des Praktikums gewährt wurde. Es war beinahe unmoralisch, mit anzusehen, wie ein Sozialhilfeempfänger, welcher einen Dispositionskredit für eine Auszahlung über 25 Euro aufnimmt, unmittelbar gefolgt wird von einem Kunden, welcher gerne die wöchentlichen Ersparnisse fünfstelligen Bereiches einzahlen möchte.

Die Geschäftsfelder der Sparkasse Westholstein umfassen das Passivgeschäft, Aktivgeschäft, Versicherungen, Immobilien und dafür erforderliche Dienstleistungen.

Als elementarer Bestandteil des Bankwesens stellt das Girokonto eine der wichtigsten Leistungen der Sparkasse dar. Diese ermöglicht den elektronischen Zahlungsverkehr wie Überweisungen (darunter Daueraufträge) und Lastschriften und befähigt den Kunden zu Einzahlungen und Abhebungen von Papiergeld mit der SparkassenCard an einem der 25.700 Geldautomaten der Sparkassen-Finanzgruppe im Rahmen des SB-Services. Kontoauszugsdrucker in jeder Geschäftsstelle ermöglichen die Protokollierung und Buchhaltung für jeden Kunden; das Online-Banking, erreichbar über https://banking.spk- westholstein.de/ (Stand 27.02.2015), das Mobile-Banking sowie das Telefon-Banking ermöglichen das Ausführen der meisten Tätigkeiten über das Internetprotokoll respektive das Fernsprechnetz. Angeboten wird das Girokonto im Modell des „S-Komfort Giro“ (meistgenutztes Modell mit allen Leistungen), des „S-Direkt Giro“ (nur für das Online-Banking geeignetes, günstigeres Modell) sowie des „S-Classic Giro“ (Kontoführungspreis statt Pauschalpreis, sämtliche Posten gebührenpflichtig).

[...]

Details

Seiten
21
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668086418
ISBN (Buch)
9783668086425
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v299772
Note
1,0
Schlagworte
Praktikum Sparkasse Bank Wirtschaftspraktikum Praktikumsbericht Wirtschaftskrisen

Autor

Zurück

Titel: Bericht über ein Wirtschaftspraktikum bei der Sparkasse