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"Rom gegen Wales" im 1. Jahrhundert n. Chr. Die Insel Anglesey

Bachelorarbeit 2014 32 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Altertum

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Rom gegen Wales“ im 1. Jahrhundert n. Chr.
2.1 Überblick über Wales
2.1.1 Die Stämme
2.1.2 Die Insel Anglesey und ihre Druiden
2.2 Die Invasion Britanniens unter Aulus Plautius 43 - 47 n. Chr.
2.3 Expansion und Rückschläge unter Ostorius Scapula 47 - 52 n. Chr.
2.4 Eindämmung unter Didius Gallus 52 - 57 n. Chr.
2.5 Aggression unter Quintus Veranius und Suetonius Paulinus 57 - 61 n. Chr.
2.6 Verwaltungsarbeit und Defensive in Britannien 61 - 71 n. Chr.
2.7 Abschluss der Eroberung von Wales 71 - 80 n. Chr.

3. Fazit

4. Quellenverzeichnis

5. Literaturverzeichnis

6. Kartenverzeichnis

7. Versicherung

1. Einleitung

„Nichts anderes aber bringt uns in der Auseinandersetzung mit diesen äußerst kampfkräftigen Völkerschaften größeren Nutzen, als daß sie sich über Fragen, die sie gemeinsam betreffen, nicht absprechen. Nur selten verbinden sich zwei oder drei Stämme zu Abwendung einer gemeinsamen Gefahr; so kämpfen sie einzeln und werden alle zusammen besiegt.“1

Diesen für die Römer günstigen Umstand konnte Caesar in der fortgeschrittenen Phase der Eroberung Galliens nicht mehr bestätigen. Vielmehr musste er feststellen, dass die Gallier Unterstützung durch die Briten erhielten und diese wollte er in der Folge unterbinden.2 Da Caesar später ausführlich die Rolle der Druiden darstellt,3 muss ihm bewusst gewesen sein, dass das grenzübergreifende einigende Band der Kelten, das damals den Widerstand von Britannien aus unterstützt, die Institution der Druiden sein muss.4 Zudem erfuhr er, dass gallische Druiden zum Studium nach Britannien gingen, der vermeintlichen Heimat des Druidismus.5 Berücksichtigt man dies, könnte er bei seiner minder erfolgreichen und von Widrigkeiten begleiteten Erkundungsfahrt und dem frühzeitig abgebrochenen Feldzug in den Jahren 55 und 54 v. Chr.6 mitunter auf der Suche nach dem Zentrum der Druiden gewesen sein, welches sich aber fernab von seinen militärischen Operationen im heutigen nordwestlichen Wales7 auf der Insel Mona/Anglesey befunden hat.8 Weil das Wissen der römischen Welt über das vor Caesar gänzlich unbekannte Britannien9 durch seine Expeditionen nur um den Südosten erweitert wurde10 und er ebenso keine Provinz dort etablieren konnte, bemerkt Tacitus leicht abwertend, dass „der Eindruck entstehen [kann], er habe die Insel der Nachwelt nur gezeigt, nicht übergeben.“11

Dadurch dass Caesar den „Herd der nationalen und religiösen Gegenwehr“12 nicht ausfindig machen konnte und er darüber hinaus aufgrund mangelhafter Informationen über die Stämme Britanniens die Cantiaci, den Stamm im heutigen Kent, als die Zivilisiertesten und somit implizit als die Stärksten definierte,13 wurden Claudius und seine Nachfolger 100 Jahre später mit unerwarteten Problemen konfrontiert. Es sollte sich nämlich herausstellen, dass vor allem die Stämme in Wales den Römern 30 Jahre lang die größten Schwierigkeiten bereiten würden.

Ziel dieser Arbeit ist es daher, die lang andauernde Gefahr durch die walisischen Stämme für die Römer in Britannien umfassend und genau zu beleuchten, wobei das Augenmerk immer wieder auf die Druideninsel Anglesey gerichtet wird.

Die Hauptquellen hierfür sind Tacitus und die Erkenntnisse der Archäologie, die neben ergänzenden Quellen wie Cassius Dio und Sueton das Gegengewicht zu den taciteischen Texten bilden.

Der Forschungsstand hinsichtlich des römischen Vordringens in Wales baut tatsächlich primär auf der Archäologie mit ihren ausgegrabenen Kastellen und Legionslagern auf und wird stets intensiv rezipiert. Die detaillierte Darstellung der Druideninsel Anglesey aber bedurfte wegen fehlender Kenntnisse über jene der Hinzunahme diverser Quellen und Werke, die sich sowohl mit den gallischen als auch irischen Druiden und mit den Kelten im Allgemeinen befassten, damit eine logische Schlussfolgerung in Bezug auf die britischen Druiden ermöglicht werden konnte. Hauptsächlich dank Graham Webster14 und Jörg Daumer,15 die explizit die Rolle Angleseys betonten, konnte in dieser Arbeit der Fokus auf die Druiden gelenkt werden.

Um übersichtlich vorgehen zu können, werden zuerst die Stämme in Wales, die Insel Anglesey und die Funktion der Druiden in der keltischen Gesellschaft erörtert, bevor diejenigen Statthalterschaften analysiert werden, in denen direkt oder indirekt gegen Wales gekämpft wurde, wobei die Zeitspanne von 43 - 80 n. Chr. reicht. Im Fazit werden abschließend die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Arbeit zusammengefasst.

2. „Rom gegen Wales“ im 1. Jahrhundert n. Chr.

2.1 Überblick über Wales

2.1.1 Die Stämme

Nur fünf Stämme, die Wales besiedelt hatten, sind uns heute noch bekannt.16 Diese bildeten jedoch keine politische Einheit, sondern jeder Stamm herrschte einzeln über einen Teil von Wales.17 Die große Anzahl an Bergfrieden, die in Wales entdeckt wurde, lässt darauf schließen, dass die walisischen Stämme untereinander ebenfalls zerstritten waren und sich in Kleinkriegen gegenseitig bekämpften.18

Die Ordovices waren der größte Stamm in Zentral- und Nordwales. Der Name dieses altbritannischen Volkes19 bedeutet möglicherweise „Hammerkämpfer“20. Ptolemaios, ein Geograph des 2. Jh. n. Chr.,21 bestimmt diese im äußersten Nordwesten von Wales und sagt, dass das antike Mediolanum und Brannogenium in ihrem Gebiet lägen.22 Über die heutige Verortung dieser Städte herrscht zwar Uneinigkeit,23 aber rein geographisch kann das Gebiet der Ordovices durch Ptolemaios' Aussage zwischen dem Berg Snowdon im Nordwesten und dem Severn-Tal in Zentralwales vermutet werden.24 Für die südliche Gebietsbegrenzung spricht die Schlacht der Römer unter Ostorius Scapula gegen Caratacus und die Stämme, wobei sich das Schlachtfeld laut Tacitus explizit im Gebiet der Ordovices mit steilen Bergen und einem schwer überwindbaren Fluss befand,25 welcher nur der Severn sein könne.26 Aufgrund großer Ähnlichkeiten zwischen den Bauten auf Anglesey und Nordwales legt Hanson nahe, die Insel ebenso zu den Ordovices dazuzurechnen.27 Die kleineren uns bekannten Stämme in Nordwales, die östlichen Deceangli von Flintshire28 und die westlichen Gangani auf der Lleyn-Halbinsel,29 werden zudem mehrheitlich als ordovicische Unterstämme bezeichnet,30 auch wenn diese Unterstämme-Theorie von Daumer komplett verworfen wird.31

In Südwestwales lebten die Demetae mit Maridinum/Carmarthen als Zentrum.32 Wegen der Abwesenheit von Forts und der Nichterwähnung dieses Stammes in der römischen Kriegsgeschichte33 wird Sympathie gegenüber den Römern und Feindseligkeit gegenüber den östlich liegenden Silures vermutet,34 deren gemeinsame Grenze die Tame oder Mellte gewesen sein könnte.35 Die Silures selbst, die „nicht durch Strenge, nicht durch Milde“36 ihrer Unabhängikeit beraubt werden wollten und deren Angriffe auf Rom am häufigsten bezeugt sind, besiedelten das Gebiet in Südostwales bis zum Severn und von Süd nach Nord die Küstenregion Glamorgans bis zum Wye.37

Über den Ursprung der walisischen Stämme kann nichts Sicheres gesagt werden. Während Caesar behauptet, es gäbe allgemein im Binnenland Britanniens Stämme, die der Insel selbst entsprossen seien,38 ist Tacitus skeptisch.39 Verwunderlich ist jedoch, dass der Name Gangani nach Ptolemaios gleichzeitig für einen Stamm in Westirland steht.40 Die Nähe der Lleyn-Halbinsel zu Irland erlaubt die Spekulation, dass irische Gangani das Gebiet besiedelt hatten.41 Die Silures könnten aufgrund ihrer „dunkle[n] Gesichtsfarbe“, „sehr oft gekräuselten Haare“ und der „Tatsache, daß Spanien gegenüberliegt“42 von dort hinübergesiedelt und Iberi gewesen sein. Hubert versucht dies zwar ausführlich zu belegen,43 zum Beispiel mit einem bei Avienus genannten „mountain Silurus“44, aber die alleinige Vermutung von Tacitus ist zu wenig, um dies bekräftigen zu können.

Nach der Darstellung der walisischen Stämme wird im folgenden Kapitel Anglesey mit ihren Druiden ebenfalls separat behandelt, um später deren Bedeutung im Kampf gegen die Römer besser verdeutlichen zu können.

2.1.2 Die Insel Anglesey und ihre Druiden

Anglesey an der nordwestlichen Spitze von Wales,45 die auch möglicherweise von den Ordovices bewohnt wurde, war versorgungstechnisch das Rückgrat der bergigen Regionen.46 Weil sie „one of the largest fertile areas and some of the most favourable climatic conditions“47 besitzt, blieb sie auch die letzten zwei Jahrtausende hindurch ein äußerst wichtiger Getreidelieferant.48 Gemeinsam mit dem ungeheuren Kupferreichtum der Insel49 verwundert es einerseits nicht, dass diese ungewöhnlich stark bevölkert war50 und andererseits aus römischer Sicht als ökonomischer Schlüssel zur Kontrolle der Region gesehen wurde.51

Für die religiöse Importanz der Insel spricht der dortige Opferort Llyn Gerrig Bach. Die gefundenen 90 Opfergaben sind numerisch mehr als alle in Wales gefundenen Opfergaben zusammen,52 wobei 36 davon bemerkenswerterweise aus Südwest- (27), Südost- und Ostengland (7) sowie Nordostirland (2) stammen.53 Der dadurch implizierte regionenübergreifende und altehrwürdige Ruf der Druiden von Anglesey spiegelt sich darin wider, dass die Datierungen der importierten Opfergaben mindestens von 100 v. Chr. bis 80 n. Chr. reichen.54 Der rein religiöse Einfluss von Anglesey muss daher für nicht weniger als 200 Jahre enorm gewesen sein.55

Obwohl die keltischen Stämme untereinander meist zerstritten waren, bildeten die Druiden, wie eingangs erwähnt, als pan-keltische Institution das einigende Band, worauf die druidische Verbundenheit zwischen Iren, Briten und Galliern verweist.56 Wegen der mit der römischen Eroberung Galliens einsetzenden Unterdrückung des Druidismus,57 welcher aufgrund seiner Eigenständigkeit hinsichtlich Recht und Gesetz nicht in das römische System integrierbar und dadurch hinderlich für die vollständige Unterwerfung gewesen war,58 flohen die gallischen Druiden nach Britannien,59 wobei der konkrete Zufluchtsort Anglesey gewesen sein dürfte, da die Insel auch als solcher von Tacitus bezeichnet wird.60 Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde der Druidismus ein „element of resistance because it was an element of cohesion.“61

Die Druiden waren die soziale sowie intellektuelle Elite der Kelten und genossen bei diesen großes Ansehen.62 Hauptsächlich aus der Adelsschicht stammend,63 waren sie sowohl Philosophen und 'Naturwissenschaftler' als auch Theologen und Opferpriester,64 Tradierer, Historiker, Erzieher der Jugend, Sittenlehrer und Richter,65 Diplomaten, Berater und Krieger und darüber hinaus wegen ihrer Funktion als Vertreter der Götter das geistliche gleichwertige Gegenstück zum weltlichen König.66 Die Druiden von Anglesey und die gallischen Druiden, die bevor und nachdem Claudius den Druidismus in Gallien vollständig verboten hatte,67 nach Britannien ausgewandert waren und ihren Glauben bedroht sahen,68 besaßen aufgrund der massiven Konzentration an weltlichen und geistlichen Kompetenzen und ihres Ansehens in der Bevölkerung genügend Einfluss, die antirömische Haltung in Britannien ab 55 v. Chr. propagandistisch zu verstärken,69 vermehrt Römerfeinden und Deserteuren eine Zuflucht in Britannien sowie Anglesey zu ermöglichen70 und Aufständische stämmeübergreifend mit Truppen,71 Nahrung72 und Informationen73 zu versorgen.

All diese gebündelten ökonomischen, religiösen und politischen Gründe für die immense Bedeutung der Insel Anglesey und ihrer Druiden lassen klar erkennen, weshalb bei den anschließenden Betrachtungen der römischen Statthalterschaften, in denen Wales direkt oder indirekt bekämpft wurde, immer wieder die Druideninsel, das „inevitable target“74 römisch-militärischer Überlegungen,75 bewusst mitberücksichtigt wird.

2.2 Die Invasion Britanniens unter Aulus Plautius 43 - 47 n. Chr.

Nachdem Britannien für lange Zeit aufgrund unattraktiver Informationen durch Caesar76 in Vergessenheit geraten war77 und sowohl Augustus als auch Tiberius mit Zolleinnahmen zufrieden waren,78 wuchs das Interesse an der großen Insel erst wieder bei Claudius. Auch wenn Cassius Dio die Bündnispflicht gegenüber dem atrebatischen Klientelkönig Verica, der aus Britannien fliehen musste, als Anlass für die Invasion angibt,79 waren die tatsächlichen Gründe andere. Mit den Atrebates hing viel mehr der Eroberungsdrang der fusionierten Stämme der Catuvellauni und Trinovantes zusammen.80 Deren Machtzuwachs erlaubte ihnen die Unterwerfung der Cantiaci, der Dobunni und der Atrebates.81 In Verbindung mit romfeindlichen Aktionen befürchtete Claudius eher, dass eine Vereinigung der britischen Stämme eine starke antirömische Kraft entstehen lassen würde,82 die die komplette Unterwerfung Galliens schwieriger gestalten würde als sie aufgrund der seit Caesar stetig gewachsenen Unterstützung aus Britannien83 und des durch die Druiden gestärkten „nationalen und religiösen Zusammenhang[s] “84 ohnehin schon war. Die Eroberung Britanniens war somit zur Sicherung Galliens essenziell und gewährte ihm zudem die dringend benötigte Legitimation als Kaiser Roms.85 Ökonomische Fürsprache erhielt die Invasion wegen einer potentiellen Ressourcenausbeutung des Landes und der Überkapazitäten an Legionen.86

General der an die Überlegungen anschließenden claudischen Invasion 43 n. Chr. war „Aulus Plautius, ein hochangesehener Senator“87, der bis dahin Statthalter von Pannonien gewesen war.88 Die Armee umfasste die Legionen IX Hispana aus Pannonien, die obergermanischen II Augusta und XIV Gemina und die XX Valeria aus Untergermanien89 und kam zusätzlich mit Auxiliartruppen auf 40.000 Mann.90 Nach einer problemlosen Landung warfen die Römer in kleineren Kämpfen die Anführer des Widerstands, Caratacus und Togodumnus von den Catuvellauni,91 bis zum Medway zurück und besiegten auch in dieser Schlacht die Briten, wobei dort oder kurz danach Togodumnus getötet wurde.92 Während die Römer weiter nach Norden marschierten, flüchtete Caratacus vermutlich nach Wales.93 An der Themse angelangt, sandte Plautius nach Claudius, damit dieser glanzvoll die Stadt Camulodunum/Colchester erobere und die Herrschaft der Catuvellauni beende.94 „Sodann unterwarf er sich zahlreiche Völkerschaften, teils auf gütlichem Wege, teils mit Gewalt“, erteilte Plautius den Auftrag, „die restlichen Gebiete ebenfalls zu unterwerfen“ und reiste „selbst eilends nach Rom zurück“95.

Nach der Unterwerfung dieser Stämme installierte Plautius Klientelkönigtümer im Norden (Brigantes), im Osten (Iceni) und Süden (Atrebates u. Regni),96 wodurch sowohl das gesamte Gebiet diesseits des Severn und Trent befriedet97 als auch sämtliche Flanken geschützt wurden.98 Bevor er sich jedoch der Eroberung des Westens zuwenden konnte, wollte er zuerst das eroberte Gebiet absichern und begann mit dem Bau des Fosse Way, einer militärisch befestigten Grenze, die von Lincoln bis Exeter reichte und von seinem Nachfolger fertig gestellt wurde.99 Die grobe Verteilung der Legionen, die lange Zeit in Detachements aufgeteilt waren,100 impliziert, dass Plautius bei den meisten Stämmen skeptisch war, ob sie die römische Herrschaft tatsächlich akzeptiert hatten. Während die IX Hispana bei Lindum/Lincoln stationiert wurde,101 um die Loyalität der Brigantes zu gewährleisten, blieb die XX Valeria wahrscheinlich zur Überwachung des gesamten Südostens in Colchester.102 Neuere Erkenntnisse der Archäologie bestimmen das kontrollierte Gebiet der XIV Gemina unter Plautius bei Mancetter in Zentralengland mit Nähe zu Wales.103 Die II Augusta unter dem späteren Kaiser Vespasian hat zwar „zwei sehr starke Stämme, über 20 Städte als auch die Insel Vectis Wight, d. A.104 im Südwesten unterworfen,105 aber aufgrund ihres großen Zuständigkeitsbereiches im Süden und Südwesten des Landes ist es nicht verwunderlich, dass bis 75 n. Chr. kein zentrales, großes Legionslager für die II Augusta vorbehaltlos bestimmt werden kann.106

Als Aulus Plautius' Statthalterschaft 47 n. Chr. endet,107 sind nun die gröbsten Vorkehrungen zur Eroberung von Wales getroffen. Nichtsdestotrotz sollten sich die walisischen Stämme als erbitterte Gegner und tödliche Herausforderung für den Nachfolger offenbaren.

2.3 Expansion und Rückschläge unter Ostorius Scapula 47 - 52 n. Chr.

Zugleich mit dessen Amtsantritt spät im Jahr 47 n. Chr.108 erwarteten den „Proprätor P. Ostorius schwere Unruhen, da die Feinde das Gebiet der Bundesgenossen um so ungestümer überschwemmt hatten, als sie einen Gegenzug des neuen Feldherrn mit einem ihm unbekannten Heer nach Beginn des Winters für unwahrscheinlich hielten.“109

Der einzige Stamm, der nachweislich den Status eines socius genoss, waren die nördlichen Dobunni an der walisischen Grenze.110 Darüber hinaus wurden die nördlichen Dobunni vor der Invasion von den Catuvellauni regiert und unterwarfen sich frühzeitig den Römern,111 sodass offensichtlich ist, dass Caratacus mit den südlichen Dobunni und den Silures dieses Gebiet angegriffen hatte.112 Ostorius aber schlug mit „schnellen Kohorten“ alle zurück, „die Widerstand leisteten“113. Es ist anzunehmen, dass Caratacus schon seit diesem Zeitpunkt auf Guerilla-Taktiken baute, wenn Ostorius nur Kohorten brauchte, um die Angriffe abzuwehren.114 Ostorius erkannte, dass weitere Überfälle aus dem südlichen Wales zu erwarten waren und wollte daher Kastelle bei den Flüssen Severn und Trent errichten.115 Um die Legionen, die größtenteils noch weiter im Inland stationiert waren,116 weiter nach Westen verschieben zu können, ordnete er eine Entwaffnung aller Stämme an, wodurch er jene potentiellen Aggressoren aufdecken und beseitigen konnte, „die noch zwischen Krieg und Frieden schwankten“117. Dazu zählte ein kleiner Teil der Iceni und Coritani,118 aber für die walisische Expedition war vor allem die Entwaffnung der Cornovii und Dobunni essenziell.119

Nachdem die Entwaffnung abgeschlossen und der Winter vorüber war, zog Ostorius 48 n. Chr.120 überraschenderweise gegen die Deceangli in Nordostwales und konnte rasch zur Küste vorstoßen, da jene nur erfolglose Hinterhalte wagten.121 Als Vorbereitung für seinen Angriff auf die Silures wollte er nicht nur eine Schneise zwischen die Brigantes und die walisischen Stämme schlagen, sodass jenen später keine Verstärkungen und Fluchtmöglichkeiten in den Osten zur Verfügung standen,122 sondern auch das Gebiet hinsichtlich alternativer Wege nach Wales überprüfen und die Loyalität der Brigantes testen.123 Ostorius wollte schon das neu eroberte Gebiet mit Garnisonen versehen und ausbeuten,124 als „bei den Briganten ausgebrochene Unruhen den Feldherrn zurückriefen“125. Sowohl der westliche Teil der Brigantes, über welchen die Klientelkönigin Cartimandua keine Kontrolle hatte und der mit den Stämmen der Marches verbündet war, als auch die Druiden von Anglesey mussten die Taktik durchschaut und folglich versucht haben, ihn an seinem Vorhaben zu hindern.126 Der militärische Widerstand war zwar wegen truppenmäßiger Unterlegenheit vonseiten der Brigantes nicht immens und konnte leicht unterdrückt werden, doch zog sich Ostorius aus Angst vor einem Zweifrontenkrieg zurück.127 Er verließ das Gebiet aber nicht ohne Gewinn: Erkundigungen über Nordwales konnten gemacht, rebellische Elemente bei den Brigantes beseitigt und eine gute Position für ein Legionslager bei Viroconium/Wroxeter im Severntal ausfindig gemacht werden.128

Gleich danach musste er sich wieder Südwales zuwenden, denn „das Volk der Siluren ließ sich nicht durch Strenge, nicht durch Milde umstimmen; sie führten weiter Krieg und mußten durch Legionslager niedergehalten werden.“129 An dieser Stelle lohnt es sich wieder, die Bewegungen der Legionen zu betrachten, da hier explizit vom Bau von Legionslagern berichtet wird. Mittels Archäologie und Tacitus kann Ostorius als Vollender der als Fosse Way bekannten Grenze bestimmt werden, auch wenn in diesem Zeitraum die Strecke lediglich von Lincoln über Wroxeter nach Glevum/Gloucester verlaufen sein dürfte.130 Die IX Hispana war weiterhin in Lincoln stationiert, um die Brigantes, Coritani und Iceni, deren Unzuverlässigkeit sich durch die letzten Ereignisse herauskristallisiert hatte, zu überwachen.131 Die anderen drei Legionen wurden nach vorne bewegt.132 Nach dem Feldzug gegen die Deceangli begannen die Römer mit der Errichtung von Wroxeter, welches das Hauptquartier der XIV Gemina wurde.133 Folglich wurde das nahe, aber defensiver gelegene Lager in Mancetter134 verlassen, um die Kontrolle über Zentralwales mit Expansionsmöglichkeiten in den Norden zu erringen. Für die feindseligen Silures wurde ferner eine Streitmacht im Süden gebraucht, weswegen bei Gloucester ein Legionslager für die XX Valeria etabliert wurde.135 Ostorius arrangierte dies durch die Gründung einer Kolonie in Colchester 49 n. Chr., sodass Ostengland durch Veteranen bewacht wurde und die legio XX nach Westen bewegt werden konnte.136 Die II Augusta wurde sicherlich auch weiter in den Westen verlegt, aber da Exeter erst frühestens 55 n. Chr. errichtet wurde,137 bleibt ein größeres Lager ungewiss.

Nachdem 50 n. Chr.138 drei Legionen an die westliche Grenze verlegt und mit dem Bau von neuen Lagern begonnen worden war, „zog man gegen die Siluren, die über ihren eigenen wilden Mut hinaus auf die Fähigkeiten des Caratacus vertrauten“139. Hier wird Caratacus erstmals im Zusammenhang mit den Silures erwähnt. Doch schon nach kurzer Zeit manövrierte er den Krieg in das Gebiet der Ordovices.140 Die Gründe hierfür könnten mehrere sein: Erstens drohte ihm mit den Lagern bei Wroxeter und Gloucester zunehmend eine Einkreisung, die Fluchtmöglichkeiten minimierte.141 Zweitens zog er durch die Schlachtfeldverlagerung die Römer von ihren Basen weg in unebenes Gelände, sodass Guerilla möglich und Kavallerie nutzlos wurde.142 Drittens - der Grund, den auch Tacitus angibt - habe Caratacus wegen zahlenmäßiger Unterlegenheit versucht, mehrere Stämme gegen die Römer zu mobilisieren,143 was ihm nur mäßig gelungen sein dürfte.144 Daraufhin kam es an einer für die walisischen Truppen günstigen Position zur Entscheidungsschlacht.145 Die Waliser und Caratacus verloren die Schlacht zwar dennoch und er selbst floh zu den Brigantes,146 aber die Tatsache, dass keine Zahlen erwähnt werden, sondern der Sieg nur als glanzvoll beschrieben wird,147 erhärtet nicht nur den Verdacht, dass sich viele Waliser zurückziehen konnten, sondern auch Websters These des im vornherein geplanten Guerilla-Kriegs, nachdem die Römer soweit in unerobertes Gebiet marschiert waren.148 Demnach wäre nicht „Schutzlosigkeit auf Unglück“149 gefolgt, sondern im Gegenteil eine potentielle Truppenverstärkung auf einen taktischen Rückzug, wodurch die dann eingekesselten Römer in einer aussichtslosen Lage gewesen wären.150 Dass Cartimanduas Loyalität zu den Römern größer war und sie Caratacus an diese 51 n. Chr. ausgeliefert hatte,151 zeigt, wie zerstritten die Stämme nach wie vor waren.152 Die These mag nur eine Vermutung sein, doch findet sie ihre Legitimation in den nachfolgenden Ereignissen.

Allein weil die Schlacht gewonnen war, war der Krieg keineswegs vorbei und fortan entwickelte sich dieser zum Desaster für Ostorius. Sei es wegen der abnehmenden Disziplin aufseiten der Legionen oder der zunehmenden Rachegier der Waliser, das Kriegsglück fing jedenfalls an, Letztere zu begünstigen.153 Der Entschluss, der wohl mehr Ostorius' Stolz als strategischen Überlegungen entsprang, das nominell besiegte Gebiet um jeden Preis zu besetzen, brachte ihm viele Verluste ein, weil er die Armee über ein großes, faktisch nicht unterworfenes Gebiet verteilte, um Forts zu bauen, statt sich zurückzuziehen und neu zu organisieren.154 Auf seiner Verfolgung von Caratacus hat Ostorius Truppen im silurischen Gebiet zur Errichtung von Lagern zurückgelassen, sodass diese von den Silures selbst eingeschlossen und beinahe vollständig getötet worden wären.155 In einer anderen Situation „überwältigten sie unsere Leute beim Futterholen und die ihnen zu Hilfe geschickten Schwadronen.“156 Erst durch den Einsatz von Legionen konnten die Silures, wieder fast unbeschadet, vertrieben werden.157 Ferner erwähnt Tacitus die Niederstreckung von zwei plündernden Auxiliarkohorten.158 Dass sich der anfängliche Triumph in eine totale Niederlage wandelte, stellt Tacitus mit der Schilderung weiterer Angriffe prägnant dar:

„Vielfach kam es seitdem zu Gefechten, und zwar häufiger nach Art eines Kleinkrieges quer durch Wälder und Sümpfe, wie es jedem Zufall oder Mut eingab, auf gut Glück oder mit Bedacht, aus Wut oder Beutegier, auf Befehl und manchmal auch ohne Wissen der Führer.“159

Ostorius, welcher der desolaten Lage nicht Herr zu werden vermochte und damit rechnen musste, dass sich auch andere, möglicherweise bereits unterworfene Stämme den Silures anschließen würden,160 erlag laut Tacitus einem tödlichen Nervenzusammenbruch 52 n. Chr.161

Auch wenn Tacitus in seinen Beschreibungen Caratacus zum Hauptfeind Roms in Britannien erhoben hat und dieser in einem Atemzug mit anderen großen Widersachern des Reiches verglichen wird,162 klingen manche Stellen paradox und erlauben eine Lesart, die die Druideninsel Anglesey als den wahren Hort des Widerstands erkennen lässt.163

Die ersten Anzeichen für den druidischen Einfluss finden wir bereits zur Zeit der Statthalterschaft von Aulus Plautius. Es ist unmöglich, dass Caratacus 43 n. Chr. nach Wales geflüchtet ist und sich auf eigene Faust die Unterstützung mindestens der Silures gesichert hatte.164 Immerhin gehörte er als Catuvellaunus ursprünglich zu den Stämmen der Belgae, die erst vor ungefähr 150 Jahren nach Britannien ausgewandert waren,165 und seine Hegemonialbestrebungen konnten maximal von den hochgebildeten Druiden als Einigungsbestrebungen positiv aufgefasst worden sein.166 Ferner besaß er bei seiner Ankunft in Wales weder Land noch Untergebene oder Reichtum - alles unerlässliche Statussymbole für einen König. Daher müssen es die Druiden gewesen sein, die für ihn die Stämme nach Kräften überredet hatten, sich unter seinem Banner gegen die Römer zu vereinigen.167 Ebenso widersprüchlich zur Wichtigkeit von Caratacus, der sich spätestens 47 n. Chr. im Gebiet der Silures befunden hat, ist Ostorius' Marsch ins Land der Deceangli 48 n. Chr.168 Dadurch dass die Römer seit nunmehr fünf Jahren in Britannien waren, musste ihr Informationsdienst inzwischen das lang gesuchte Druidenzentrum grob bestimmt haben können.169 Die Annahme, dass Ostorius gegen Anglesey unterwegs war, wenn er „ganz in der Nähe des Meeres [war], das auf die Insel Hibernia zu liegt, als bei den Briganten ausgebrochene Unruhen den Feldherrn zurückriefen“170, klingt plausibel.171 Denn von wo wurde er zurückgerufen, wenn das Gebiet der westlichen Brigantes an die Deceangli anschließt? Entweder beschritt er die Halbinsel Wirral Richtung Norden oder er marschierte tatsächlich an der Küste entlang Richtung Anglesey. In beiden Fällen wurden die Druiden in Alarmbereitschaft versetzt und leiteten dementsprechende ablenkende Maßnahmen ein. In diesem Kontext erscheint es auch logisch, dass Caratacus von den Druiden sofort über die Position von Ostorius informiert und ihm der Befehl zum Angriff gegeben wurde, weshalb der Statthalter seine Erkundungen abbrechen und sich dem Süden zuwenden musste.172 Die Verlagerung des Kriegsschauplatzes in das Gebiet der Ordovices könnte zudem dem Schutz der Druiden gegolten haben.173 Dass die Erfolge der Silures durch die anschließenden Guerillas bei den anderen Stämmen verkündet wurden, war sicher das Werk des druidischen Propagandaapparats.174

Die offensichtlichsten Punkte für diesen Perspektivenwechsel zugunsten Angleseys sind jedoch die, dass die rebellischsten Stämme im Westen lebten und der auch noch nach Caratacus' Gefangennahme weitergeführte Krieg ein Chaos auf römischer Seite heraufbeschwor,175 dessen Eindämmung die Hauptaufgabe der nachfolgenden Statthalterschaft unter Didius Gallus gewesen ist, die im nächsten Kapitel bearbeitet wird.

2.4 Eindämmung unter Didius Gallus 52 - 57 n. Chr.

Der Hauptgegner der Römer im Westen blieb weiterhin der Stamm der Silures. Als Didius Gallus 52 n. Chr. in Britannien ankam, wurde er sogleich mit der Niederlage einer Legion unter Manlius Valens konfrontiert, welche trotz ihrer Bedeutungslosigkeit für die weitere römische Britannienpolitik von sowohl den Silures als auch Didius für propagandistische Zwecke genutzt wurde.176 Doch war diese verlorene Schlacht kein einmaliges Ereignis, sondern „[d] ie Siluren [...] streiften weit und breit umher, bis sie durch das schnelle Anrücken des Didius vertrieben wurden.“177 Falls diplomatische Versuche getätigt wurden, blieben diese wegen der feindseligen Druiden erfolglos,178 weshalb Didius im Anschluss an die Kämpfe mit einer umfassenden Sicherung der Westgrenze begann und diese wieder unter Kontrolle brachte.179

Tacitus bemerkt, wenn auch leicht verächtlich, dass Didius das von Ostorius eroberte Gebiet halten und ein wenig vergrößern konnte.180 Deswegen fällt in seine Zeit am geeignetsten der Bau des Legionslagers bei Usk für die XX Valeria aus Gloucester,181 die Fertigstellung von Wroxeter für die XIV Gemina182 und das frühestmögliche Datum von Exeter für die II Augusta.183 Nachdem der Westen beruhigt worden war, musste sich Didius mit der in Lincoln stationierten IX Hispana dem Norden zuwenden. Die zu Beginn internen Streitigkeiten zwischen dem später geschiedenen Königsehepaar, dem romfeindlichen Venutius und der romfreundlichen Klientelkönigin Cartimandua, nahmen solche Ausmaße an, dass Letztere aufgrund ihres Klientelstatus' nicht nur Auxiliartruppen, sondern auch eine Legion zur Unterstützung benötigte.184 Die dortigen Probleme bestanden über die gesamte Statthalterschaft von Didius fort185 und konnten lediglich eingedämmt, aber nicht beseitigt werden.186

Das defensive Verhalten des Statthalters, welches von Tacitus durchweg negativ bewertet wird,187 könnte ein direkter Befehl von Claudius gewesen sein.188 Da Didius als ehemaliger Kavalleriegeneral 43 n. Chr. in Britannien189 bereits Kenntnisse über das Land erlangen konnte und durch seine Reorganisationsarbeit in den Provinzen Moesien, Makedonien und Achaia190 wusste, wie man instabile Provinzen verwalten muss, war er prädestiniert, die Provinz und ihre Westgrenze zu stabilisieren.191 Als Claudius 54 n. Chr. ermordet wurde, waren Didius bis zur Ernennung des neuen Kaisers in offensiver Hinsicht die Hände gebunden192 und der nachfolgende Kaiser Nero war nicht nur an einer Vergrößerung des Reiches desinteressiert, sondern „er spielte sogar mit dem Gedanken, die Truppen aus Britannien abzuziehen. Nur die Scheu, dem Ruhme seines Stiefvaters Abbruch zu tun“193 erlaubte Didius, das Erworbene zumindest zu verteidigen.194 Aber genau wegen des planvollen Aufbaus einer starken Westgrenze und der Rekonsolidierung des Nordens war es den nächsten Statthaltern möglich, umso schneller und kompromissloser gegen Wales vorzugehen.195

2.5 Aggression unter Quintus Veranius und Suetonius Paulinus 57 - 61 n. Chr.

Inzwischen hatte Nero erkannt, dass die bloße Sicherung des bisher eroberten Britanniens mehr Kosten als Gewinn verursachen würde196 und entsandte 57 n. Chr. Quintus Veranius,197 der dank vieler erfolgreicher Feldzüge gegen die Bergvölker Kleinasiens eine hohe militärische Reputation genoss.198 Aufgrund dieser Expertise befahl ihm der Kaiser die Unterwerfung des Westens199 und sogleich verheerte er „in unbedeutenden Streifzügen das Gebiet der Siluren“200. Diese 'unbedeutenden' Angriffe bauten auf der gefestigten Grenze von Didius auf201 und waren geprägt von unglaublicher Effektivität, da er innerhalb eines Amtsjahres - bis zu seinem Tod - soweit vorgestoßen war, dass der Nachfolger Suetonius Paulinus gemäß Veranius' eigener Einschätzung nur zwei Jahre brauchte, um Wales kurzfristig zu besiegen.202

Suetonius Paulinus, der 58 n. Chr. das Amt des verstorbenen Veranius antrat,203 hatte Anfang 40 n. Chr. einen Aufstand in Mauretanien niedergeschlagen und als erster Römer das Atlasgebirge überquert, weswegen ihm gleichermaßen große militärische Erfahrung im Kampf gegen wilde Bergvölker beigemessen wurde wie davor Veranius.204 Seine Biographie lässt auch erkennen, wie bedrohlich den Römern Anglesey erschien.205 Denn analog zu seinem Vorgehen in Nordafrika, als er das Atlasgebirge überquerte und dadurch überraschend in das Kernland der Garamantes einfiel,206 setzte er in Wales alles daran, den Hauptsitz des Widerstands, Anglesey, möglichst schnell zu besetzen.207 Bevor Suetonius jedoch gegen die Insel ziehen konnte, mussten Vorkehrungen getroffen werden.208 Zuerst wurde der verbleibende Widerstand im silurischen Gebiet 58 n. Chr. gebrochen209 und im Anschluss das Land der Deceangli 59 n. Chr. in römischen Besitz gebracht und ausgebeutet.210 Von Tacitus hören wir 60 n. Chr.211 das erste Mal explizit aus römischer Sicht über die Rolle Angleseys in der Widerstandsbewegung: „So bereitete er einen Angriff auf die Insel Mona vor, die stark bevölkert und ein Zufluchtsort für Überläufer war“, und „den Aufständischen Truppen stellte“212. Nach der theatralisch dargestellten Schlacht verlegte Suetonius Truppen auf die Insel und zerstörte die dortigen Haine, wobei das Propagandamittel der Menschenopferung zur Rechtfertigung der Auslöschung des Druidenkults vorgeschoben wurde.213

Als er dabei war, die gleichen Maßnahmen zu ergreifen wie in Afrika,214 brach zeitgleich215 in Ostengland der Boudicca-Aufstand aus.216 Für die vorliegende Analyse interessant sind die möglichen Gründe für die Revolte, die mit Suetonius' Aufenthalt auf Anglesey zusammenhängen. Wichtig ist nicht nur die Tatsache, dass bei den Briten „durch die Abwesenheit des Statthalters die Furcht geschwunden war“217, nachdem er mit vielen Truppen in ein weit entferntes Gebiet vorgerückt war,218 sondern auch der Angriff auf das gesamtbritische religiöse Heiligtum219 selbst kann zur Erhebung der östlichen Stämme beigetragen haben.220 Die IX Hispana, die versuchte, der Lage Herr zu werden, konnte aufgrund der unsicheren Brigantes im Norden nur wenige Truppen mobilisieren und diese wurden unter dem damaligen Legaten Petillius Cerialis vernichtend zurückgeschlagen.221 Die einzige Truppenverstärkung, auf die Suetonius noch hoffen konnte, war die II Augusta im Südwesten, doch der Lagerpräfekt Poenius Postumus verweigerte den Befehl, zu marschieren.222 Da die Legion die feindseligen Durotriges, die südlichen Dobunni und im Zuge der Waleskampagne auch noch potentiell die Silures im Zaum halten musste und deswegen über weites Gebiet dezentral organisiert war, handelte der Stellvertreter des Legaten strategisch gesehen richtig,223 auch wenn ihm das das Leben kostete.224 Immerhin hatten die westlichen Stämme nicht am Aufstand teilgenommen.225 Doch Suetonius blieb nun nichts anderes mehr übrig als die Eroberung abzubrechen und den Großteil der an der Westfront stationierten Truppen nach Osten abzuziehen,226 wobei Truppen der XX wiederum zurückgelassen werden mussten, um Zentral- und Nordwales notdürftig abzudecken.227 Nachdem Suetonius „die 14. Legion mit einer Abteilung der 20. und Hilfstruppen aus der nächsten Umgebung, etwa 10.000 Bewaffnete, beisammen“228 hatte und bis dahin zusehen musste, wie nach Colchester auch noch Londinium/London und Verulamium/St. Albans fielen,229 kam es eher wegen Versorgungsmangels als durch Ungeduld zur ungleichen Schlacht,230 die die Römer erst nach langem Kampf für sich entscheiden konnten.231 Der Krieg war aber eine Katastrophe und dauerte noch nach Boudiccas Tod an.232

Glaubt man den taciteischen Zahlen, starben in den Städten 70.000 römische Bürger und Bundesgenossen233 und 80.000 Briten234 in der Schlacht, was für die britische Wirschaft pragmatisch betrachtet einen Verlust von 150.000 Arbeitskräften bedeutete. Aufgrund der anschließenden Hungersnot, welche ausbrach, weil die Briten „sich um die Aussaat des Getreides nicht gekümmert hatten und alle Jahrgänge in den Krieg gezogen waren, wobei sie unseren Nachschub für sich vorsahen“235, und der drakonischen Vergeltungsaktionen von Suetonius war ein Ende des Chaos vorerst nicht in Sicht.236 Die einzigen 'Sieger' waren die Legionen selbst, die scheinbar nur geringe Verluste erlitten hatten237 und von denen die XIV Gemina und wahrscheinlich auch die XX Valeria im Anschluss Ehrentitel erhielten.238

Wales konnte dank der Revolte noch einmal für 17 Jahre der römischen Herrschaft entkommen und leistete unbewusst einen erheblichen Beitrag zur desaströsen Situation. Erstens lockte Anglesey mit ihrer weit entfernten Lage die feindliche Armee in die Peripherie und schaffte durch die römische Schändung der heiligen keltischen Stätten zeitgleich sowohl den letzten Anstoß als auch den nötigen Freiraum für die Revolte. Da dem Feldherrn zweitens neben der IX Hispana nicht nur die Soldaten der XX Valeria, die er zur Sicherung der nordwalisischen Grenze zurücklassen musste, sondern auch die komplette legio II Augusta fehlte, die vor allem die Silures an der Beteiligung am Aufstand hindern musste, konnte er die Revolte nicht vor dem Verlust weiterer Städte unterdrücken und hatte in zahlenmäßiger Unterlegenheit die Entscheidungsschlacht zu bestreiten.

Nero, der jetzt nicht mehr den Befehl zur Aufgabe Britanniens geben konnte, ohne endlose Schmach auf sich zu ziehen, und im selben Jahr mit einer großen Pest und bitteren Niederlagen im Orient konfrontiert wurde,239 sah in der Folge von einer aggressiven Politik in Britannien ab und leitete entsprechende Maßnahmen zur Erholung der Provinz ein.240 Suetonius wurde schnellstmöglich abberufen241 und „[t]he work of pacification, education and acculturation had to begin again.“242

[...]


1 Tac. Agr. 12, 2.

2 Vgl. Caes. Gall. IV 20, 1.

3 Vgl. Caes. Gall. VI 13 u. 14.

4 Vgl. Hubert 1996: S. 188 u. 227.

5 Vgl. Caes. Gall. VI 13, 10-12.

6 Zur Expedition vgl. Caes. Gall. IV 20, 2; 28, 1-3; 29, 3 u. 4; 36, 2. Zum Feldzug vgl. Caes. Gall. V 4, 1; 22, 4. Hinsichtlich der jeweiligen Jahre vgl. Jones/Mattingly 1990: S. 43.

7 In dieser Arbeit werden „Wales“ und „walisisch“ als rein geographische Bezeichnungen verwendet.

8 Vgl. Frere 1987: S. 69.

9 Vgl. Holmes 1913: S. 88f.

10 Vgl. Jones/Mattingly 1990: S. 43 u. [K1] im Kartenverzeichnis.

11 Tac. Agr. 13, 1.

12 Mommsen 1976: S. 164.

13 Vgl. Caes. Gall. V 14, 1. Zur Schlussfolgerung vgl. Ellis 1980: S. 137.

14 Webster, G.: Rome Against Caratacus (London 1981) u. ders.: The Roman Invasion of Britain (London 1993).

15 Daumer, J.: Aufstände in Germanien und Britannien (F. a. M. 2005. Europäische Hochschulschriften 3, 1021).

16 Vgl. [K4].

17 Vgl. Manning 2001: S. 1.

18 Vgl. Manning 2001: S. 5 u. Christ 2002: S. 220.

19 Vgl. Macdonald 1939: Sp. 936. Altbritannisch muss aber nicht gleichzeitig autochthon bedeuten.

20 Ibid.

21 Vgl. Folkerts 2001: Sp. 559.

22 Vgl. Ptol. geogr. II 3, 18.

23 Vgl. Jarret/Mann 1968: S. 168f. Der Übersetzer von Ptol. geogr. II 3, 18 bestimmt diese bei Whitchurch und Leintwardine.

24 Vgl. Todd 2000: Sp. 14 u. Richmond 1986: S. 39.

25 Vgl. Tac. ann. XII 33.

26 Vgl. Webster 1981: S. 29.

27 Vgl. Hanson 1987: S. 47 u. Frere 1987: S. 41.

28 Vgl. Richmond 1965: S. 154.

29 Vgl. Ptol. geogr. II 3, 3 u. Hogg 1965: S. 128.

30 Vgl. Jarret/Mann 1968: S. 170, Jones/Mattingly 1990: S. 44 u. Webster 1981: S. 19.

31 Vgl. Daumer 2005: S. 175f.

32 Vgl. Ptol. geogr. II 3, 23 u. Richmond 1965: S. 172.

33 Vgl. Jarret/Mann 1968: S. 166f.

34 Vgl. Richmond 1986: S. 39.

35 Vgl. Webster 1981: S. 17.

36 Tac. ann. XII 32.

37 Vgl. Todd 2001: Sp. 561 u. Macdonald 1927: Sp. 114.

38 Vgl. Caes. Gall. V 12, 1.

39 Vgl. Tac. Agr. 11, 1.

40 Vgl. Ptol. geogr. II 2, 5.

41 Auch ungewöhnliche archäologische Funde in Caernarvonshire sprechen hierfür (vgl. Hogg 1965: S. 128).

42 Tac. Agr. 11, 2.

43 Vgl. Hubert 1987: S. 192-202. Er bezieht sich dabei hauptsächlich auf Mythologie und Etymologie.

44 Avien. ora. 433. Demnach müssten die Silures aus der Nähe von Màlaga nach Wales gesegelt sein.

45 Vgl. Macdonald 1933: Sp. 42.

46 Vgl. Todd 2000: Sp. 351f.

47 Hanson 1987: S. 50.

48 Vgl. Llwyd/Gauden/Clifford 1833: S. 6.

49 Vgl. Richmond 1965: S. 155.

50 Vgl. Tac. ann. XIV 29.

51 Vgl. Hanson 1987: S. 50.

52 Vgl. Hogg 1965: S. 113.

53 Vgl. Fox 1946: S. 61.

54 Vgl. ibid.

55 Vgl. Hogg 1965: S. 113.

56 Vgl. Hubert 1996: S. 188, 226 u. Caes. Gall. VI 13, 10-12.

57 Vgl. Suet. Claud. 25, 5: „Er [Claudius, d. A.] schaffte den Druidenkult der grauenhaften Unmenschlichkeit, der unter Augustus auch nur den römischen Bürgern untersagt gewesen war, bei den Galliern völlig ab.“ (eig. Übsg.). Ab Augustus kam es damit zu ersten Restriktionen.

58 Vgl. Fraser 1993: S. 68 u. Webster 1993: S. 74.

59 Vgl. Webster 1993: S. 75.

60 Vgl. Tac. ann. XIV 29.

61 Hubert 1996: S. 227.

62 Vgl. Strab. geogr. IV 4 u. Caes. Gall. VI 13, 4.

63 Vgl. Fraser 1993: S. 68 u. Guyonvarc'h/Le Roux 1996: S. 70.

64 Vgl. Diod. hist. V 31, Caes. Gall VI 14, 5 u. 6, Strab. geogr. IV 4 u. Guyonvarc'h/Le Roux 1996: S. 147.

65 Vgl. Caes. Gall. VI 14, 3-6; 13, 4 u. 5, Strab. geogr. IV 4 u. Guyonvarc'h/Le Roux 1996: S. 70-73, 98-102 u. 108.

66 Vgl. Guyonvarc'h/Le Roux 1996: S. 107, 124, 128, 132, 140, Caes. Gall. VI 13, 9 u. Diod. hist V 31. Durch die Darstellung gallischer (Caesar, Diodor, Strabo) und irischer (Guyonvarc'h/Le Roux) Druiden und die Annahme einer pan-keltischen Institution werden hier zugleich die britischen Druiden charakterisiert.

67 Vgl. Fn. 57.

68 Vgl. Webster 1993: S. 74.

69 Vgl. ders.: S. 75. Webster spekuliert an der Stelle sogar, dass die anti-römische Politik von Caratacus und Togodumnus ihren Ursprung in der druidischen Propaganda habe.

70 Für Britannien vgl. Mommsen 1976: S. 161 u. für Anglesey vgl. Tac. ann XIV 29.

71 Vgl. Tac. Agr. 14, 3.

72 Vgl. Richmond 1986: S. 29 u. Frere 1987: S. 69.

73 Vgl. Webster 1981: S. 15, 28, 32, 36, 88 u. Richmond 1965: S. 155.

74 Birley 2004: S. 278.

75 Vgl. Richmond 1965: S. 156.

76 Vgl. Cic. Att. IV 16, 7: „die Wege ins Innere der Insel [sind] durch Berge geschützt [...]weder [ist] irgendein Steinchen Silber auf jener Insel vorhanden [...] noch irgendeine Aussicht auf Beute jenseits von Gefangenen.“(eig. Übsg.).

77 Vgl. Tac. Agr. 13, 2.

78 Vgl. ibid. u. Strab. geogr. IV 4. Strabo war Zeitzeuge beider Kaiser (vgl. Radt 2001: Sp. 1021).

79 Vgl. Cass. Dio hist. LX 19, 1 u. Wacher 2005: S. 506.

80 Vgl. Jones/Mattingly 1990: S. 43.

81 Vgl. Webster 1981: S. 13-15, Wacher 2005: S. 506 u. [K5].

82 Vgl. Wacher 2005: S. 506f. u. Todd 2004: S. 11.

83 Vgl. Caes. Gall. IV 20, 1 u. Kapitel 2.1.2: S. 6f.

84 Mommsen 1992: S. 185. Das Druidismusverbot von Claudius (vgl. Fn. 57) zeigt außerdem, dass er sich der immensen Bedeutung der Druiden bewusst war.

85 Vgl. Braund 1996: S. 97 u. Suet. Claud. 17, 1: „Weil er [...]den Glanz eines verdienten Triumphs wollte, wählte er die zwar seit dem vergöttlichten Iulius von niemandem mehr angegriffene, aber sich wegen nicht zurückgegebener Flüchtlinge empörende Insel Britannien aus, sodass er den vorzüglichsten Triumph erhalten würde.“ (eig. Übsg.). Die antirömische Haltung in Britannien wurde von Claudius möglicherweise forciert.

86 Vgl. Wacher 2005: S. 506. Durch britische Prinzen gelangte man potentiell zu akkurateren Informationen über die dortigen Bodenschätze.

87 Cass. Dio hist. LX 19, 1 und bezüglich des Jahres vgl. Todd 2004: S. 11.

88 Vgl. Frere 1987: S. 48.

89 Vgl. Hoffmann 1951: Sp. 27. Den Ehrentitel 'Victrix' erhielten die XX u. XIV frühestens 60 n. Chr. (vgl. Malone 2006: S. 42).

90 Vgl. Potter 2002: S. 25.

91 Vgl. Todd 2004: S. 11.

92 Zur Landung vgl. Cass. Dio hist. LX 19, 1 u. zum Feldzug vgl. Todd 2004: S. 12 u. Potter 2002: S. 25f.

93 Vgl. Wacher 2005: S. 507.

94 Vgl. Cass. Dio hist. LX 21, 1-4 u. [K2].

95 Cass. Dio hist. LX 21, 4 u. 5.

96 Vgl. Jones/Mattingly 1990: S. 66 u. Potter 2002: S. 27f.

97 Vgl. Frere 1987: S. 55.

98 Vgl. Potter 2002: S. 27.

99 Vgl. ders.: S. 28, Wacher 2005: S. 508, Webster 1960: S. 67 u. [K3].

100 Vgl. Potter 2002: S. 27. Feldzüge und Sicherung großer Gebiete ließen erst sehr spät Legionslager zu.

101 Vgl. Frere 1987: S. 55, CIL VII, 183 u. 184, AE 1909, 0241; AE 1951, 0129 etc.

102 Vgl. Potter 2002: S. 26 u. AE 2006, 0741. Fehlender Ehrentitel bestimmt Besatzung vor 60 n. Chr. (vgl. Frere 1987: S. 73).

103 Vgl. Webster 1981: S. 47.

104 Suet. Vesp. 4, 1 (eig. Übsg.).

105 Vgl. Richmond 1986: S. 23. Möglicherweise die Durotriges und Belgae.

106 Vgl. Richmond 1965: S. 162.

107 Vgl. Frere 1987: S. 59.

108 Vgl. Aldhouse-Green/Howell 2000: S. 44.

109 Tac. ann. XII 31.

110 Vgl. Daumer 2005: S. 146.

111 Vgl. Cass. Dio hist. LX 20, 2. Münzen belegen, dass der Stamm zweigeteilt war (vgl. Webster 1981: S. 17). Die Bodunni bei Cassius sind zweifelsohne die Dobunni (vgl. Braund 1996: S. 100).

112 Vgl. Webster 1981: S. 20. Die Süd-Dobunni waren den Römern feindlich gesinnt. Für die Silures spricht ihre Nähe zu den Nord-Dobunni und die Aussage bei Tac. ann. XII 32, dass sie den Krieg fortsetzen wollten.

113 Tac. ann. XII 31. Zu allen im Folgenden erklärten Unternehmungen von Ostorius vgl. [K6].

114 Vgl. Todd 2004: S. 12.

115 Vgl. Tac. ann. XII 31.

116 Vgl. Kapitel 2.2: S. 9.

117 Tac. ann. XII 32.

118 Vgl. Webster 1981: S. 22 u. Tac. ann XII 31. Auch wenn Tacitus die Erhebung der Iceni dramatisch darstellt, kann diese nicht so groß gewesen sein, wenn Ostorius nur Auxiliartruppen zur Niederwerfung gebraucht hat.

119 Vgl. [K4].

120 Vgl. Richmond 1965: S. 154.

121 Vgl. Tac. ann XII 32. Die Decangi sind die Deceangli (vgl. Jarret/Mann 1968: S. 165).

122 Vgl. Richmond 1965: S. 154.

123 Vgl. Webster 1960: S. 60.

124 Vgl. Tac. ann. XII 32.

125 Ibid.

126 Vgl. Frere 1987: S. 61.

127 Vgl. Tac. ann. XII 32 u. Webster 1981: S. 23.

128 Vgl. Webster 1981: S. 22f.

129 Tac. ann. XII 32.

130 Vgl. Nash-Williams 1954: S. 1, Tac. ann. XII 31 u. Hoffmann 1951: Sp. 28. Exeter ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht existent (vgl. Frere 1987: S. 59).

131 Vgl. Richmond 1986: S. 25.

132 Vgl. Webster 1981: S. 42.

133 Vgl. Mommsen 1976: S. 165, AE 1995, 0997 u. CIL VII, 155. Zusätzlich wurden bei dortigen Ausgrabungen viele claudische Münzen und militärische Ausrüstung gefunden (vgl. Webster 1960, S. 65).

134 Vgl. Kapitel 2.2: S. 9.

135 Vgl. Webster 1960: S. 61 u. Richmond 1986: S. 25. Die Inschriften RIB-03, 3073 u. 3074 sind wegen fehlenden Ehrentitels vor 60 n. Chr. zu datieren (vgl. Fn. 102).

136 Vgl. Tac. ann. XII 32 u. Potter 2002: S. 30.

137 Vgl. Frere 1987: S. 59.

138 Vgl. Birley 2004: S. 66.

139 Tac. ann. XII 33.

140 Vgl. ibid. Die Ordovices werden hier das erste Mal erwähnt.

141 Vgl. Frere 1987: S. 64.

142 Vgl. Webster 1981: S. 29.

143 Vgl. Tac. ann. XII 33.

144 Die Teilnahme vieler Stämme an der Schlacht ist ungewiss. Sogar die Beteiligung der Ordovices und Silures kann wegen ausbleibender Aussagen bei Tacitus, die den römischen Gegner näher beschreiben würden, infrage gestellt werden (vgl. Daumer 2005: S. 149f. u. Hanson 1987: S. 48).

145 Vgl. Tac. ann. XII 33. Bezüglich des vermuteten Schlachtfeldes siehe Kapitel 2.1.2: S. 4.

146 Vgl. Tac. ann. XII 35 u. 36.

147 Vgl. Tac. ann. XII 35. Beim Boudicca-Aufstand zehn Jahre später wird dagegen an Zahlen weder bei Cassius Dio (vgl. hist. LXII 1, 1) noch bei Tacitus (vgl. ann. XIV 37) gespart.

148 Vgl. Webster 1981: S. 29.

149 Tac. ann. XII 36.

150 Vgl. Webster 1981: S. 32.

151 Vgl. Tac. ann. XII 36 u. Richmond 1986: S. 26.

152 Vgl. Webster 1981: S. 32.

153 Vgl. Tac. ann. XII 38.

154 Vgl. Webster 1981: S. 33f. u. Webster 1960: S. 62f.

155 Vgl. Tac. ann. XII 38.

156 Ibid.

157 Vgl. Tac. ann. XII 39.

158 Vgl. ibid.

159 Ibid.

160 Vgl. Tac. ann. XII 39 u. Webster 1981: S. 36.

161 Zur Todesursache vgl. Tac. ann. XII 39. Zur Datierung vgl. Jones/Mattingly 1990: S. 67.

162 Vgl. Tac. ann. XII. 33 u. 38.

163 Vgl. Daumer 2005: S. 151.

164 Vgl. Kapitel 2.2: S. 8.

165 Vgl. Webster 1981: S. 14.

166 Vgl. Daumer 2005: S. 151.

167 Vgl. Webster 1981: S. 15. Zum Ansehen der Druiden siehe Kapitel 2.1.2: S. 6f.

168 Vgl. Kapitel 2.3: S. 10f.

169 Zur Wichtigkeit Angleseys aus römischer Sicht vgl. Kapitel 1: S. 2 u. Kapitel 2.2: S. 5-7.

170 Tac. ann. XII 32.

171 Vgl. Daumer 2005: S. 147.

172 Vgl. Kapitel 2. 3: S. 11 u. Tac. ann. XII 32.

173 Vgl. Webster 1981: S. 28 u. Tac. ann. XII 33.

174 Vgl. Webster 1981: S. 36. Es wäre nicht abwegig, wenn Ostorius' Ausspruch hinsichtlich der Auslöschung aller Silures (vgl. Tac. ann. XII 39) von den Druiden erfunden oder zumindest berichtet worden wäre, um jene anzustacheln.

175 Vgl. Daumer 2005: S. 148f. u. 151.

176 Vgl. Potter 2002: S. 31f. u. Tac. ann. XII 40.

177 Tac. ann. XII 40.

178 Vgl. Webster 1981: S. 94.

179 Vgl. Manning 2001: S. 11 u. Frere 1987: S. 67. Zu Didius' Aktionen allgemein vgl. [K7].

180 Vgl. Tac. Agr. 14, 2.

181 Vgl. Frere 1987: S. 66. Die Behauptung, Veranius hätte diese errichtet (vgl. Webster 1981: S. 107), steht im Widerspruch zu dessen kurzer Amtszeit (vgl. Tac. Agr. 14, 2) und effektivem Vorgehen gegen die Silures (vgl. Tac. ann. XIV 29).

182 Vgl. Frere 1987: S. 67. Die Fertigstellung in Suetonius' Zeit zu legen, ist auch hier wegen dessen späterer aggressiver Vorgehensweise schwer nachvollziehbar (vgl. Tac. ann. XIV 29).

183 Vgl. Webster 1981: S. 45.

184 Vgl. Tac. ann. XII 40.

185 Vgl. Frere 1987: S. 67 u. Tac. ann. XII 40.

186 Vgl. Potter 2002: S. 32.

187 Vgl. Tac. ann XII 40 u. Tac. Agr. 14, 2.

188 Vgl. Jones/Mattingly 1990: S. 68.

189 Vgl. Frere 1987: S. 66.

190 Vgl. Webster 1981: S. 87f.

191 Vgl. Frere 1987: S. 66.

192 Vgl. Webster 1981: S. 89.

193 Suet. Nero 18, 1.

194 Vgl. Jones/Mattingly 1990: S. 68.

195 Vgl. Manning 2001: S. 13.

196 Vgl. Frere 1987: S. 68.

197 Vgl. Jones/Mattingly 1990: S. 68.

198 Vgl. Frere 1987: S. 68.

199 Vgl. Potter 2002: S. 32.

200 Tac. ann. XIV 29 und vgl. [K8].

201 Vgl. Webster 1981: S. 105.

202 Tacitus' „intra annum“(Agr. 14, 2) muss sich in Verbindung mit Veranius' eigener Aussage, „er hätte die Provinz unterworfen, wenn er die beiden nächsten Jahre erlebt hätte“(Tac. ann. XIV 29) auf das Amtsjahr beziehen, wenn er zudem gegen die Silures so weit fortgeschritten war (vgl. Webster 1981: S. 105). Suetonius hatte tatsächlich zwei Jahre später im Jahr 60 n. Chr. bereits fast ganz Wales erobert (vgl. Frere 1987: S. 70 u. Tac. Agr. 14, 3).

203 Vgl. Aldhouse-Green/Howell 2000: S. 48.

204 Vgl. Birley 2004: S. 278, Plin. nat. V 14 u. Potter 2002: S. 32.

205 Dazu der Verweis auf Kapitel 2.1.2: S. 5-7.

206 Vgl. Richmond 1965: S. 156 u. Plin. nat. V 14.

207 Vgl. Mommsen 1976: S. 165.

208 Vgl. Tac. Agr. 14, 3. Zu allen militärischen Aktionen siehe [K9].

209 Vgl. Frere 1987: S. 70.

210 Vgl. Jarret/Mann 1968: S. 165, CIL VII, 1203 u. Eph. Ep. VII, 1120.

211 Vgl. Richmond 1965: S. 155.

212 Tac. ann. XIV 29 u. Tac. Agr. 14, 3.

213 Vgl. Tac. ann. XIV 30. Der klassische Vorwurf der Menschenopferung bei den Kelten (vgl. Caes. Gall. VI 16, 2 u. 4, Diod. hist. V 31 u. Strab. geogr. IV 4) ist rein propagandistischer Natur (vgl. Webster 1993: S. 74) und weder in Gallien (vgl. Fraser 1993: S. 68) noch in Irland (vgl. Guyonvarc'h/Le Roux 1996: S. 84f.) spätestens ab dem 1. Jh. v. Chr. verifizierbar.

214 Vgl. Richmond 1986: S. 29.

215 Vgl. Tac. ann. XIV 30 u. Cass. Dio hist. LXII 8, 1. Der Aufstand begann also spät im Jahr 60 n. Chr.

216 Gründe, Verlauf und Schlacht der Revolte bei Tac. ann. XIV 31-37 u. bei Cass. Dio hist. LXII 1-12.

217 Tac. Agr. 15, 1.

218 Vgl. Cass. Dio hist. LXII 7, 1 u. Jones/Mattingly 1990: S. 69.

219 Zur religiösen, regionenübergreifenden Bedeutung von Anglesey siehe Kapitel 2.1.2: S. 6.

220 Vgl. Daumer 2005: S. 180 u. Birley 2004: S. 278.

221 Vgl. Tac. ann. XIV 32 u. Jones/Mattingly 1990: S. 69.

222 Vgl. Tac. ann. XIV 37.

223 Vgl. Webster 1981: S. 15, Jones/Mattingly 1990: S. 69 u. Frere 1987: S. 72.

224 Vgl. Tac. ann. XIV 37. Einer Bestrafung für Befehlsverweigerung kam er mit seinem Selbstmord zuvor.

225 Vgl. Aldhouse-Green/Howell 2000: S. 49.

226 Vgl. Manning 2001: S. 19.

227 Vgl. Jones/Mattingly 1990: S. 71.

228 Tac. ann. XIV 34.

229 Vgl. Tac. ann. XIV 32 u. 33.

230 Zum Versorgungsmangel vgl. Cass. Dio LXII 8, 1 u. zur Ungeduld vgl. Tac. ann. XIV 34.

231 Vgl. Cass. Dio hist. LXII 12, 5.

232 Bei Tacitus (vgl. ann. XIV 37) nahm sie Gift, bei Cassius Dio (vgl. hist. LXII 12, 6) erkrankte sie und starb.

233 Vgl. Tac. ann. XIV 33. Bei Cassius Dio (vgl. hist. LXII 12, 1) waren es sogar 80.000.

234 Vgl. Tac. ann. XIV 37.

235 Tac. ann. XIV 38.

236 Vgl. ibid.

237 Vgl. Tac. ann. XIV 37 u. 38. Mit den Legionären der IX fielen 2.400 Legionäre.

238 Vgl. Frere 1987: S. 73. Zu den Zweifeln bezüglich des Ehrentitels der XX vgl. Malone 2006: S. 42.

239 Vgl. Suet. Nero 39, 1.

240 Vgl. Richmond 1944: S. 35.

241 Vgl. Tac. ann. XIV 39.

242 Jones/Mattingly 1990: S. 71.

Details

Seiten
32
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656961161
ISBN (Buch)
9783656961178
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v299714
Institution / Hochschule
Universität Passau – Professur für Alte Geschichte
Note
1,3
Schlagworte
Wales Anglesey Druiden Invasion Britanniens Aulus Plautius Ostorius Scapula Didius Gallus Quintus Veranius Suetonius Paulinus Trebellus Maximus Petronius Turpilianus Petilius Cerialis Iulius Frontinus Iulius Agricola Boudicca-Aufstand Ordovices Silures Brigantenaufstand Venutius XIV. IX XX

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Titel: "Rom gegen Wales" im 1. Jahrhundert n. Chr. Die Insel Anglesey