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Bezahlen im Internet. Klassische Zahlungssysteme und „Electronic Payment Systems“

Akademische Arbeit 2012 24 Seiten

BWL - Handel und Distribution

Leseprobe

Inhalt

1. Zahlungssysteme im Internet
1.1 Klassische Zahlungssysteme
1.1.1 Überweisung
1.1.2 Zahlung per Lastschrifteinzug
1.1.3 Nachnahme
1.1.4 Zahlung mit Kreditkarte
1.2. Electronic Payment Systems
1.2.1 PayPal
1.2.2 ClickandBuy
1.2.3 Paysafecard

2. Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

1. Zahlungssysteme im Internet

Die Art der Bezahlung spielt für den Käufer eine wichtige Rolle, da hier oft Daten preisgegeben werden, die vertraulich behandelt werden müssen. Die verschiedenen Zahlungsmethoden im Internet lassen sich in Klassische Zahlungsmethoden und Electronic Payment Systems unterteilen. Zu den klassischen Methoden zählen Zahlung per Nachnahme, Zahlung per Lastschrifteinzug, Zahlung per Vorkasse durch Überweisung und die Zahlung mit der Kreditkarte. Zu den EPS zählen unter anderem PayPal und die Paysafecard.

Der wichtigste Aspekt bei den verschiedenen Zahlungssystemen ist die gebotene Sicherheit. Wirtz schrieb bereits im Jahre 2001: „Die Sicherheit des Zahlungssystems zeichnet sich als die wichtigste Anforderung aus, da die sichere Transferierung von Kundendaten als einer der sensibelsten Bereiche des Electronic Business gilt. Dabei kann die Sicherheit eines Zahlungssystems an den bereits definierten Merkmalen Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität verifiziert werden“.[1]

Die traditionelle Überweisung ist zurzeit die meistgenutzte Methode für Zahlungen im Internet. Bei einer von der BITKOM und Forsa durchgeführten statistischen Erhebung für Zahlungsarten im Internet nutzten im Jahr 2010 immer noch 41% der befragten die Zahlung auf Rechnung, während 36% der Verbraucher Zahlung per Vorkasse nutzten. Internetbezahlsysteme nutzen bereits 17% der Verbraucher. Im Jahr 2008 waren es nur 11%. Abbildung 1 verdeutlicht diese Ergebnisse.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Genutzte Zahlungsarten für Einkäufe im Internet (Quelle: Statista, 2010) [2]

1.1 Klassische Zahlungssysteme

Viele Verbraucher empfinden die klassischen Zahlungssysteme, z.B. Nachnahme oder Zahlung per Überweisung als sehr sicher, da die eigenen Kontodaten nicht ins Internet gestellt werden müssen. Die klassischen Zahlungssysteme werden nie in Vergessenheit geraten, da diese gegenüber den EPS viele Vorteile bieten, z.B. keine Registrierung der Zahlungsmittel im Internet und auch fallen keine Gebühren für eine Auszahlung an. Die Kapitel 1.1.1 bis 1.1.4 beschreiben die wichtigsten klassischen Zahlungssysteme.

1.1.1 Überweisung

Die Zahlung per Vorkasse durch Überweisung ist die traditionelle Art eine Bestellung zu bezahlen. Die Überweisung ist trotz der verschiedenen Zahlungssysteme immer noch eine der meist genutzten Zahlungsmethoden. Laut der IZV9 Studie macht im C2C Bereich die Überweisung einen Anteil von 69% aus und im B2C Bereich einen Anteil von 22%.[3] Für viele Händler ist die Bezahlung per Vorkasse durch Überweisung eine der sichersten Methoden. Die Ware wird meist erst nach Geldeingang verschickt, so dass dem Händler kein Zahlungsausfall durch den Käufer droht. Für den Käufer besteht jedoch das Risiko, dass der Händler trotz Geldeingang die Ware nicht verschickt. Eine einmal ausgeführte Überweisung, die dem Konto des Empfängers bereits gutgeschrieben wurde, lässt sich nicht mehr stornieren. Um zu überprüfen wie seriös der Händler ist und ob eine sorglose Zahlung per Vorkasse gewährleistet ist, gibt es verschiedene Vergleichsportale im Internet, z.B. www.billiger.de, auf denen viele Verkäufer bewertet werden. Auch Auktionsportale wie Ebay bieten solche Bewertungen an. Nach jeder erfolgreichen Auktion können Käufer und Verkäufer sich gegenseitig bewerten. Bewertet werden dabei die Artikelbeschreibung, die Kommunikation mit dem Verkäufer, die Lieferzeit und die Versandkosten.

Fast alle Händler bieten die Zahlungsmethode Vorkasse an. Nach einem getätigten Kauf bekommt der Käufer i.d.R. eine Bestätigungsemail mit der Bankverbindung des Händlers. Mit diesen Daten kann die Überweisung in der Hausbank oder per Online-Banking durchgeführt werden. Die Überweisungssumme wird dann an die Bank des Händlers transferiert und dem Konto gutgeschrieben. Nach Geldeingang wird die Ware dann an den Käufer verschickt.

Da hier die Lieferadresse und die Bankverbindung des Händlers ausgetauscht werden, besteht eine Authentizität, da beide Seiten identifiziert werden können.[4] Die Anforderung der Anonymität ist bei der Vorkasse, aber auch bei den meisten anderen Zahlungssystemen nicht gegeben. Bei der Bestellung muss der Kunde zwangsweise seine Adresse angeben und der Händler seine Bankverbindung. Durch die Weitergabe der Bankverbindung kann es für den Händler aber auch eventuell zum Datenmissbrauch kommen, da der Händler nicht weiß, wie seriös der Käufer ist und wie vertraulich die Daten behandelt werden. Abbildung 2 zeigt den Ablauf einer Überweisung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2. Transaktionsablauf einer Überweisung (Quelle: Eigene Darstellung) [5]

1.1.2 Zahlung per Lastschrifteinzug

Der elektronische Lastschrifteinzug gehört ebenfalls zu den klassischen Zahlungsmitteln. Viele Online-Shops, wie Amazon, nutzen den Lastschrifteinzug als Zahlungsmittel. Beim Lastschrifteinzug muss der Käufer selbst keine Überweisung durchführen. Nach dem Bestellvorgang übermittelt der Käufer dem Händler seine Bankverbindung, mit dieser der Händler dann seine Bank veranlassen kann die Summe vom Bankkonto des Kunden abzubuchen.

Der Aufwand für die Bezahlung per ELV ist für den Käufer sehr gering, da er dem Verkäufer lediglich seine Bankverbindung übermitteln muss und der Zahlungsprozess in Folge automatisiert abläuft.

Im Gegensatz zur Banküberweisung, kann das Lastschriftverfahren innerhalb von sechs Wochen widerrufen werden. Dadurch hat der Käufer mehr Sicherheit, falls die bestellte Ware nicht geliefert wird. Da beim ELV die Bankdaten durch das Internet übermittelt werden, sollte das größte Augenmerk darauf liegen, dass die Daten mithilfe von SSL verschlüsselt übertragen werden. Auch hier gilt, wie bei der Überweisung, sich vorher über die Seriosität der Online-Shops zu informieren.

Beim ELV besteht für den Händler jedoch ein höheres Risiko des Zahlungsausfalls. Ist das Konto des Käufers nicht gedeckt, wird die Lastschrift wieder zurückgesetzt und die dafür anfallenden Gebühren fallen beim Händler an, auch wenn er das Geld nicht bekommt. Die lange Frist für die Stornierung der Lastschrift erhöht nochmals das Risiko des Händlers. Denn auch nach Erhalt der Ware, kann das ELV bis zu sechs Wochen danach storniert werden.[6]

Auch hier ist eine vollständige Anonymität nicht gegeben, da der Käufer seine Bankverbindung preisgibt. Wie bei der Banküberweisung, kann es auch hier zum Missbrauch der Daten kommen. Abbildung 3 zeigt den Transaktionsablauf des ELV.Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3. Transaktionsablauf beim Lastschrifteinzug (Quelle: Eigene Darstellung) [7]

1.1.3 Nachnahme

Bei der Nachnahme wird die Ware erst bei der Warenlieferung bezahlt. Jedoch sind bei der Nachnahme die Versandkosten höher als bei Vorkasse oder Lastschrift, da der Lieferant eine Nachnahmegebühr berechnet. Der Paketzusteller liefert die Sendung zum Empfänger und der Empfänger der Ware muss die Rechnungssumme direkt vor Ort an den Zusteller zahlen. Das Unternehmen des Zustellers überweist anschließend den Betrag, abzüglich Nachnahmegebühren, auf das Konto des Verkäufers.

Bei dieser Methode müssen weder Käufer noch Verkäufer die Daten miteinander austauschen. Der Käufer muss nur seine Lieferadresse angeben. Durch die Weitergabe der Lieferanschrift ist zwar keine 100%ige Anonymität geboten, jedoch ist die Anonymität höher als z.B. bei der Lastschrift, da keine Bankverbindung an Fremde weiter geben werden muss. Abbildung 4 zeigt den Transaktionsablauf bei Nachnahme.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4. Transaktionsablauf bei Nachnahme (Quelle: Eigene Darstellung) [8]

1.1.4 Zahlung mit Kreditkarte

Die Kreditkartenzahlung wird im Internet häufig für Hotelbuchungen oder Flugtickets verwendet. Bei einer Kreditkarte werden alle getätigten Zahlungen am Ende des Monats vom Konto abgebucht. Beim Einkauf mit einer Kreditkarte, muss der Name, das Gültigkeitsdatum der Karte, die Kartennummer und die Prüfnummer der Karte angegeben werden.

Die Sicherheit ist hier ein sehr wichtiger Punkt, da es oft zum Missbrauch der Kontodaten kommen kann. Im Internet wird für die Kreditkartenzahlung, wie auch bei vielen anderen Zahlungssystemen, das SSL-Verfahren verwendet. Zusätzlich zum SSL-Verfahren wird das Sicherheitsverfahren Secure Electronic Transfer verwendet. Die Verwendung von SET soll eine höhere Sicherheit und Authentizität bieten. Höft schrieb bereits 2002 „Das SET-System ist für Händler und Kunden sehr sicher. Der Kunde hat die Gewissheit, dass er mit einem registrierten Händler kommuniziert und der Händler bekommt von dem SET-Anbieter eine Zahlungsgarantie“.[9] Um dies zu realisieren müssen sich beide Seiten bei einem Trust-Center registrieren. Beim SET-Verfahren sind die Kosten für den Händler höher.[10] Der Kunde kann Zahlungen mit SET nur am heimischen Computer ausführen, da eine auf dem Computer installierte Software benötigt wird.

Bei der Zahlung mittels Kreditkarte fallen beim Händler ebenfalls Kosten an. Es muss ein sogenanntes Disagio gezahlt werden. Disagio ist ein bestimmter Abschlag, den der Händler an das Kreditinstitut zahlen muss. Dieser ist ein vereinbarter Prozentsatz vom Verkaufspreis. Oft liegt dieser Satz zwischen 3-5% des Verkaufspreises. Für den Kauf im Inland oder innerhalb der EU muss der Käufer i.d.R. keine Gebühren bezahlen. Ein Vorteil für den Kartenbesitzer besteht darin, dass erst am Ende des Monats alle getätigten Transaktionen abgebucht werden. Dadurch muss der Käufer nicht sofort zahlen und hat zusätzlich einen genauen Überblick über die Abbuchungen, da alle Tätigkeiten auf der Abrechnung am Monatsende aufgelistet sind.

Für den Käufer ist hier eine sehr geringe Anonymität geboten, da sowohl Lieferadresse als auch die Daten der Kreditkarte an den Händler gesendet werden. Deshalb sollte in diesem Fall unbedingt darauf geachtet werden, dass die Daten verschlüsselt übermittelt werden.

1.2. Electronic Payment Systems

Neben den klassischen Zahlungssystemen gibt es die sogenannten Electronic Payment Systems, z.B. PayPal oder die Paysafecard. Diese haben gegenüber den klassischen Zahlungssystemen oft geringere Kosten. Für den Kauf einiger Produkte, z.B. einem MP3 Lied welches ca.80 Cent kosten würde, würde sich eine Zahlung mit einer Kreditkarte gar nicht lohnen, da hier die Gebühren viel zu hoch wären. Johannes Hanschke verdeutlichte dies in seinem Buch mit folgendem Zitat: „Möchte ein Leser beispielsweise eine neuartige multimediale Zeitschrift mit seiner Kreditkarte erwerben, in der Audioaufnahmen von Interviews enthalten sind, wäre dieser Vorgang nicht möglich, da die Transaktionskosten höher wären als der angebotene Preis zum Erwerb der Zeitschrift. Hätte der Zeitungsverleger die Absicht, einzelne Seiten oder ganze Artikel zu veräußern, wären diese Verkäufe nur auf Basis von Cent-Beträgen möglich, welche einen Kauf über die Kreditkarte von vornherein ausschließen würde“.[11]

[...]


[1] Wirtz, Bernd W. (2001): Electronic Business, S.615, 2.Auflage, Gabler Verlag

[2] Statista (2011) – Welche Zahlungsarten nutzen Sie für Einkäufe im Internet; URL: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/2631/umfrage/genutzte-zahlungsarten-fuer-einkaeufe-im-internet/ [Stand: 16.10.2011; Erstellung: 19.05.2010]

[3] Vgl. Dr.Krüger, Malte, et al (2008): Internet Zahlungssysteme aus Sicht der Verbraucher, S.28, Universität Karlsruhe

[4] Vgl. Pfanner, Tobias (2010): Zahlungssysteme im Internet, S.12, München: GRIN-Verlag

[5] Eigene Darstellung

[6] Vgl. Pfanner, Tobias (2010): Zahlungssysteme im Internet, S.16, München: GRIN-Verlag

[7] Eigene Darstellung

[8] Eigene Darstellung

[9] Höft, Marc (2002): Zahlungssysteme im Electronic Commerce: ePayment im Onlineshop, S.57, Norderstedt: Books on Demand

[10] Vgl. Höft, Marc (2002): Zahlungssysteme im Electronic Commerce: ePayment im Onlineshop, S.57, Norderstedt: Books on Demand

[11] Hanschke, Johannes (2007): Zahlungsverkehr im Internet, S.5, 2. Auflage, GRIN-Verlag

Details

Seiten
24
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656956396
ISBN (Buch)
9783668143753
Dateigröße
550 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v299338
Institution / Hochschule
Fachhochschule Koblenz - Standort RheinAhrCampus Remagen
Note
2,0
Schlagworte
bezahlen internet klassische zahlungssysteme electronic payment systems

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