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Das "Investment Banking" in Deutschland. Geschäftsfelder, Marktteilnehmer und Geschäftsanteile

Seminararbeit 2015 18 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Struktur und Geschäftsfelder einer Investmentbank
2.1 Equities
2.1.1 Equity Research
2.1.2 Strukturierung, Marketing und Handel mit Derivaten
2.1.3 Principal Investment
2.1.4 Equity Capital Markets
2.2 Debts
2.2.1 Debt Capital Markets
2.2.2 Leveraged Finance
2.2.3 Credit Derivatives
2.3 Investment Banking Division
2.3.1 Corporate Finance
2.3.2 Structured Finance
2.3.3 Mergers & Acquisitions
2.4 Investment Management
2.4.1 Asset Management
2.4.2 Private Wealth Management

3. Marktteilnehmer auf dem deutschen Markt
3.2 Goldman Sachs
3.3 JP Morgan Chase Bank
3.4 Mittelständische Investmentbanken

4. Geschäftsanteile
4.1 Equity Capital Markets
4.2 Debt Capital Markets

5. Fazit

Literatur

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Durch die Finanzkrise, welche im Herbst 2008 ihren Höhepunkt erreichte, war deutlich zu beobachten, dass das Finanz- und Bankensystem in der Wirtschaft eine bedeutende Rolle spielt. Das deutsche BIP sank in 2009 um 5,2%, was damit den stärksten Rückgang seit dem Zweiten Weltkrieg darstellt.[1] Obwohl sich das Ansehen der Berufsgruppe der „Banker“ seit der Finanzkrise kaum verbessert hat und sich mit 39,1% auf den letzten Rängen bewegt[2], ist ohne diese Sparte ein funktionierendes Wirtschaftssystem kaum vorstellbar. Durch das Finanzsystem soll dafür Sorge getragen werden, dass der Austausch von monetären Mitteln zwischen Anbietern und Nachfragern vereinfacht bzw. möglich gemacht wird. Die Bank tritt auch als Vermittler von Finanzdienstleistungen auf. In Deutschland gibt es über 2000 Banken, die sich in Universalbanken und Spezial-banken unterteilen. Universalbanken setzen sich zum großen Teil aus Kreditbanken und Kredit-genossenschaften zusammen. Spezialbanken werden durch Bausparkassen, Banken mit Sonderaufgaben, wie z.B. die KfW-Bank und Sonstigen repräsentiert.[3]

Im Beschluss des Finanzausschusses vom 15.05.2014 ist der Entwurf der „Einführung eines Trennbankensystems“ in Deutschland manifestiert. Universalbanken sollen bald „(...) den spekulativen Handel in rechtlich selbstständige Einheiten (...)“ auslagern.[4] Somit zeigt sich, dass neben der allgemein gestiegenen Bankenregulatorik, ein Eingriff in das deutsche Bankensystem stattgefunden hat, der sich vor allem auf die Trennung des Investmentbankings vom übrigen Finanzinstitut bezieht. Während das klassische Bankgeschäft den Zahlungsverkehr, die Einnahme von Kundengeldern und die Herausgabe von Krediten beinhaltet, ist der Bereich des Investmentbankings als deutlich umfangreicher und risikobehafteter einzustufen. Die Zielsetzung dieser Arbeit ist die Herausarbeitung der Geschäftsfelder, Markt-teilnehmer und Geschäftsanteile dieser Sparte in Deutschland.

Welche Bedeutung des Investmentbankings für die Marktteilnehmer hat, ist ebenfalls Bestandteil der folgenden Ausführung.

2. Struktur und Geschäftsfelder einer Investmentbank

Eine Investmentbank übernimmt auf dem Kapitalmarkt neben der Rolle der finanzierenden Institution auch die der Beratenden und Investierenden. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht Wechselkurse abzusichern, die Gewinnung von Finanzierungsquellen anzustreben und eine Risikobewertung bei z.B. Fusionen und Unternehmensübernahmen vorzunehmen.[5] Auch das Wertpapiergeschäft, welches u.a. die Bereiche "Emission" und "Handel" (Trading & Sales) umfasst, stellt das tägliche Geschäft einer solchen Bank dar. Die Geschäftsbereiche untergliedern sich in die Sparten "Equities", "Debts", "Investment Banking Division" und "Investment Management“.[6]

2.1 Equities

Der Bereich "Equities" zu Deutsch "Aktien", umfasst mehrere Teilbereiche. Diese betreffen z.B. den Eigenhandel, Eigenkapitalbeschaffungen von Unternehmungen und die Absicherung von Transaktionen mithilfe von Derivaten.

2.1.1 Equity Research

Der "Research Report" ist das zentrale Ergebnis des "Equity Research“. Dieser wird an Klienten verkauft oder für eigene Unternehmensbereiche, wie z.B. das AM oder den Eigenhandel, genutzt. Er beinhalten Studien über Märkte, Stärken und Schwächen der Marktteilnehmer und dient der Informationsgrundlage und Investmentempfehlung.[7] Die Erkenntnis über die Wichtigkeit umfangreicher Informationen zu Unternehmen und Branchen, führte auch Warren Buffett zu seinem großen Erfolg. Seit 1950 analysiert er Jahresabschlüsse von Unternehmen, um so fundierte Anlage- und Investitions-entscheidungen treffen zu können.[8]

2.1.2 Strukturierung, Marketing und Handel mit Derivaten

Bei Derivaten handelt es sich um Finanzinstrumente die begeben werden, um zukünftige Kurs- und Preisschwankungen abzusichern.

Ihr Preis orientiert sich an den "Underlyings" bzw. Basiswerten, denen das Termin-geschäft zugrunde liegt. Beispiele für Derivate sind "SWAP-Zinsaustauschgeschäfte", Optionen und Futures.[9]

Derivate, mit Aktien als „Underlyings“, werden als "Equity Derivatives" bezeichnet. Investmentbanken entwickeln diese, integrieren sie anschließend in das bestehende Portfolio und präsentieren sie dem Kunden. Der Handel am Markt erfolgt im Auftrag oder im Namen des Kunden (AM), oder findet im Rahmen des "Proprietary Tradings" (Eigenhandel) statt. So sichert sich z.B. das deutsche Unternehmen CRONIMET, mit Sitz in Karlsruhe, gegen stark schwanken Preise von Edelstahl, mithilfe von z.B. Nickel-Futures, an der Börse ab. Über die verschiedenen Möglichkeiten hierbei lässt sich CRONIMET von einer Bank beraten.[10]

2.1.3 Principal Investment

Eine Investmentbank investiert auch direkt selbst in Unternehmen, die z.B. im Bieterverfahren potentiellen Investoren angeboten werden. Die Anbahnung und Abwicklung dieser "hauseigenen Private Equity-Aktivitäten" übernimmt der Bereich des "Principal Investments".[11] So bietet z.B. die Hypovereinsbank an, Unternehmen mit Eigenkapital (Aktien, aktiennahen Beteiligungen) zu unterstützen und formuliert Varianten von Beteiligungshöhen, Beteiligungsarten und Geschäftstypen bereits online aus[12]. Neben direkten Eigenkapitalinvestitionen (Direct Investments) werden Co-Investments durchgeführt, bei denen mehrere Investoren an einem Deal beteiligt sind. Interessenskonflikte können entstehen, sofern Investmentbanken und ehemaligen Kunden, welche nun selbst als PEI auftreten, in eine Investition in das identische Unternehmen anstreben[13].

2.1.4 Equity Capital Markets

Um Eigenkapital am Kapitalmarkt zu generieren gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie z.B. Kapitalerhöhungen, IPOs (Börsengänge) oder "Block Trades". Für die optimale Gestaltung dieser Vorgänge, greifen Unternehmen auf die Kompetenz und Erfahrung von Investmentbanken zurück. Der Bereich „Equity Capital Markets“ bildet somit die Schnittstelle von Unternehmen und Kapitalmarkt ab. Während bei einer Kapitalerhöhung weiteres Eigenkapital generiert wird, ist das Unternehmen bei seinem Börsengang auf Expertenwissen angewiesen. Von der Investoren-ansprache, über die Einschätzung des „Pricings“ der Aktien, bis zu den Berichten zum aktuellen Kapitalmarktgeschehen, erfolgt die Betreuung durch eine Investmentbank. Ähnlich verhält es sich bei „Block Trades“. Diese verfolgen das Ziel, außerbörslich und diskret, einen geeigneten Investor zu finden, statt große Aktienpakete an der Börse zu platzieren. Eine Aktienkursbeeinflussung soll hierbei vermieden werden. Diese Aufgabe hatte die Deutsche Bank im Jahr 2001. Hier sollte ein großes Aktien-paket mit über 40 Millionen Aktien platziert werden, ohne, dass der Markt davon Kenntnis erlangt. Dies funktionierte nicht problemlos und die Telekomaktie erlitt einen deutlichen Kursverlust innerhalb von vier Tagen von 24,21 € auf 18,75 €.[14]

2.2 Debts

Neben der Ausgabe und dem Handel mit festverzinslichen Wertpapieren wird dem Unternehmensbereich "Debts" auch der Bereich der Fremdfinanzierung zugeordnet. Die Geschäfte werden nach "Public" bzw. "Private Side" eingeteilt. Diese Unterteilung bezieht sich auf die Zugänglichkeit von Informationen zu Projekten, die entweder für Interessierte frei zugänglich sind oder nur berechtigten Personengruppen möglich ist.[15]

2.2.1 Debt Capital Markets

Festverzinsliche Wertpapiere werden von Unternehmen ausgegeben, um Fremdkapital auf dem Kapitalmarkt zu beziehen. Sie geben den Käufern der Anleihe ein "Zahlungsversprechen" über einen festen Zins, auf eine vorher vereinbarte Laufzeit.[16] Bei der Begebung von Anleihen, die eine Abdeckung des langfristigen Kapitalbedarfs anstrebt, ist eine zielgerechte Kapitalmarktanalyse, sowie eine bedarfsgerechte Beratung der Emittenten das Ziel des Investmentbankings. Die betreuende Investmentbank tritt teilweise auch als "Market-Maker" auf und fungiert somit als Vermittler zwischen potentiellen Investoren und dem emittierenden Unternehmen.[17]

2.2.2 Leveraged Finance

Dieser Bereich des Investmentbankings umfasst die Dienstleistungen des "Advisories", der "Strukturierung" und der "Fremdkapitalbereitstellung" für PEIs, welche z.B. im Rahmen von Projekten der Übernahmefinanzierung, mittels Fremdkapitals, durch-geführt werden. Hierbei sind oft mehrere Investoren an dem sogenannten "Leveraged Buy Out" eines Unternehmens beteiligt.[18] Die Gestaltung der Rückzahlung, der aufgenommenen Gelder, erfolgt mithilfe des prognostizierten zukünftigen Cash Flows. Warren Buffet vertritt die Philosophie, nur bei niedrigem Zinsniveau Fremdkapital für Investitionen zu beschaffen, während George Soros nur bei entsprechender Eigen-kapitalunterlegung fremde Mittel aufnimmt.[19] Solche Finanzierungsaspekte werden bei einer Leveraged Finance Beratung abgewogen.

2.2.3 Credit Derivatives

Abweichend zu den "Equity Derivatives" stellt in diesem Fall das Risiko eines Referenzwertes, wie z.B. Anleihen, Kredite oder Indizes, das Underlying dieser Finanz-instrumente dar. Somit wird das Kreditrisiko, jedoch nicht die Risikoposition selbst, gegen Zahlung einer Prämie an eine andere Partei übertragen.[20] Nicht zu verwechseln ist diese Finanzierungsform mit den verbrieften Kredit-forderungen, die als "Asset Backed Securities" bezeichnet werden. Hierbei werden Risikoaktiva an eine SPV verkauft. Die Finanzierung des Forderungskaufes erfolgt durch die Ausgabe von Wertpapieren, welche in Tranchen unterschiedlicher Risikoklassen, bezüglich ihres Kreditausfallrisikos, unterteilt werden. Die Abwicklung dieser Vorgänge kann ebenfalls von einer Investmentbank übernommen werden.

[...]


[1] Vgl. www.bundesbank.de (Zugriff am 09.02.2015).

[2] Vgl. www.gfk.com (Zugriff am 09.02.2015).

[3] Vgl. www.bundesbank.de (Zugriff am 09.02.2015).

[4] Vgl. www.bundestag.de (Zugriff am 09.02.2015).

[5] Vgl. www.bankenverband.de (Zugriff am 09.02.2015).

[6] Vgl. Trunk, T. (2012), S. 29.

[7] Vgl. Trunk, T. (2012), S. 30.

[8] Vgl. Tier, M. (2008), S. 106.

[9] Vgl. Gunter, M. (2007), S. 100; Mayländer, R; Krapf, W.; Biro, J. (2008) S. 388.

[10] Vgl. www.bankenverband.de (Zugriff am 09.02.2015).

[11] Vgl. Trunk, T. (2012), S. 30-31.

[12] Vgl. www.hypovereinsbank.de (Zugriff am 09.02.2015).

[13] Vgl. Trunk, T. (2012), S. 31.

[14] Vgl. www.handelsblatt.com (Zugriff am 09.02.2015).

[15] Vgl. Trunk, T. (2012),S. 32-33.

[16] Vgl. Mayländer, R; Krapf, W.; Biro, J. (2008), S. 249.

[17] Vgl. www.bankenverband.de (Zugriff am 09.02.2015).

[18] Vgl. Trunk, T. (2012), S. 33.

[19] Vgl. Tier, M. (2008), S. 81-82.

[20] Vgl. Burghof, H.-P., u.a. (2005), S. 33.

Details

Seiten
18
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656952817
ISBN (Buch)
9783656952824
Dateigröße
774 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v298810
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Stuttgart
Note
1,3
Schlagworte
Investment Banking Banking Deutschland Geschäftsanteile Marktteilnehmer Geschäftsfelder

Autor

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Titel: Das "Investment Banking" in Deutschland. Geschäftsfelder, Marktteilnehmer und Geschäftsanteile