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Einflussfaktoren auf das kindliche Wohlergehen. Untersuchung der Rolle des Staates

Hausarbeit 2015 17 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Das kindliche Wohlergehen. Eine Frage der staatlichen Regulierung?

II. Familiäre Einflussfaktoren
1. Die Erziehungsstile und Ihre Auswirkungen
2. Elterliche Merkmale als Einflussfaktoren?
a. Das Einkommen
b. Religiosität
3. Die Trennung der Eltern als Einflussfaktor?

III. Staatliche Einflussfaktoren
1. Regulierung der Scheidung als Einflusskanal?
2. Ersetzen staatliche Leistungen großelterliche Fürsorge für Kinder?
3. Verbessern staatliche Sozialleistungen die kindlichen Entwicklungsmöglichkeiten?

IV. Diskussion der Ergebnisse

V. Fazit und Ausblick

VI. Literaturverzeichnis

I. Das kindliche Wohlergehen. Eine Frage der staatlichen Regulierung?

Das Wohlergehen der Kinder einer Gesellschaft ist nicht erst seit der von der Christlich-Sozialen Partei (CSU) angestoßenen Debatte rund um das Erziehungsgeld von großer Bedeutung für Politik und Gesellschaft. Selten ist eine Debatte wie diejenige um den richtigen Umgang mit „unserem Nachwuchs“ so emotional. Nicht nur beim Erziehungsgeld, sondern auch bei der Kindertagesstätten-Diskussion erhitzen sich die Gemüter. Dabei stellt sich ganz unmittelbar die Frage, welche Faktoren überhaupt die Gesundheit (physisch oder mental), die Entwicklung eines Kindes in Bezug auf seine Bildung aber auch das Verhalten von Kindern beeinflussen können. Spielt der Staat hierbei überhaupt eine Rolle? Wirken sich Entscheidungen des Staates auf der Makroebene überhaupt auf das kindliche Wohlbefinden auf der Mikroebene aus? Kann der Staat, die Legislative durch diverse Institutionen, Regelungen und Transferleistungen das Wohl bzw. die Entwicklung eines Kindes beeinflussen? Naheliegend ist zunächst die Annahme, dass das familiäre Umfeld und hier in erster Linie die Eltern eine wichtige Einflussgröße für ein Kind sind. Doch ist das wirklich zu beobachten? Diese Arbeit wird sich mit den externalen Einflussfaktoren auf Kinder beschäftigen, die von höchster politischer und gesellschaftlicher Relevanz sind. Sie soll aufzeigen, wie Kinder instrumentalisiert werden und welche Konsequenzen diese Beeinflussung hat.

II. Familiäre Einflussfaktoren

Eine mögliche Einflussgröße, die sich positiv wie negativ entscheidend auf die heilsame Entwicklung eines Kindes auswirkt, ist das familiäre Umfeld also hauptsächlich die Eltern. In diesem Teil der Arbeit sollen verschieden Faktoren berücksichtigt werden, wie Eltern extrinsisch auf Ihr/e Kind/er einwirken. Dabei werden verschiedene Erziehungsstile, das elterliche Einkommen, die Religiosität der Eltern und die Trennung der Ehepartner näher betrachtet, um deren Auswirkungen auf Kinder zu erläutern.

1. Die Erziehungsstile und Ihre Auswirkungen

Alle im Folgenden vorgetragenen Studien haben die Erziehungsstile in ihren Messungen verschiedenartig konstruiert. Um eine bessere Vergleichbarkeit und Lesbarkeit zu gewährleisten, wird darauf hingewiesen, dass „Authoritarian“, „overprotection“ bzw. „coercive control“ in den verschiedenen Studien einen autoritären Erziehungsstil meinen. Ein autoritativer Erziehungsstil geht einher mit „„behavioral control“, „structure“ und „nurturance“. Ein freizügiger Stil zeichnet sich vor allem durch niedrige Werte aller vorhandenen Konstrukte aus.

Verschiedene Erziehungsstile haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Kinder. Zu diesem Ergebnis kommt eine Arbeit, welche im Jahr 2014 veröffentlicht wurde. Diese untersucht fünf verschiedene Konstrukte („nurturance“, „structure“, „behavioral control“, „coercive control“ und „overprotection“), welche die elterliche Erziehungsweise darstellen sollen und deren Auswirkungen auf gesundheitliche Verhaltensweisen ihrer Kinder („sleeping time“, „eating habbits“).1 Insgesamt wurden bei der Befragung 288 Eltern und 145 Jungen und 143 Mädchen herangezogen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass zwischen Konstrukt „coercive control“ und „Sweet Food“ eine positive Korrelation besteht, wohin gegen die Konstrukte „behavioral control“ und „structure“ negativ mit „emotional eating“ korrelieren, was von vergangenen Studien ebenso bestätigt wird, welche ihrerseits aufzeigen konnten, dass autoritative Erziehungsstile, die teils durch die Konstrukte „structure“ und „behavioral control“ abgebildet werden, zu weniger „emotional eating“ führen.2 Das Paper, welches Daten aus der „ChiBS Study“ zur Auswertung heranzieht, welche jeweils einmal jährlich von 2010 bis 2012 Beobachtungen in Belgien durchgeführt hat, verwendet ausschließlich Daten aus dem letzten Erhebungsjahr. Dabei konnte des weiteren aufgezeigt werden, dass das Konstrukt „coercive control“ positiv mit dem Verzehr von „Sweet Food“ bei Kindern korreliert. Mögliche Gründe hierfür sind, dass durch die negative Atmosphäre, die durch die zwanghafte Kontrolle seitens der Eltern erzielt wird, ein höheres Cortison Niveau bei den Kindern erzeugt wird, woraufhin diese mehr Süßigkeiten verzehren. Außerdem korreliert „coercive control“ negativ mit der durchschnittlichen Schlafdauer von Kindern.3 Auch das Konstrukt „overprotection“ korreliert negativ mit dem Verzehr von Gemüse und positiv mit dem Verzehr von „soft drinks“. Eine negative Korrelation besteht zwischen den Konstrukten „behavioral control“ und „structure“ mit dem Verzehr von soft drinks. 4

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Konstrukte „overprotection“, und „coecive control“ tendenziell negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben und die Konstrukte „behavioral control“, „structure“ und „nurturance“ hingegen positive.5 Damit konnte aufgezeigt werden, dass unterschiedliche Erziehungsstile von Eltern sich verschiedentlich auf beispielsweise die Gesundheit von Kindern auswirken. Diese wiederum ist auch für das Wohlergehen eines Kindes sowie der weiteren Entwicklung von großer Bedeutung. Wenn Kinder aufgrund von schlechter Gesundheit beispielsweise des Öfteren nicht die Schule besuchen oder aufgrund dessen nicht mit gleichaltrigen interagieren können, dann wird deren Entwicklung negativ beeinträchtigt. Eine gute Konstitution von Kindern trägt im Wesentlichen dazu bei, dass diese am Alltag teilnehmen können, um ihre Persönlichkeit und Ihre Fähigkeiten entfalten zu können.

Gerade das „overparenting“, also das ein zu viel an Fürsorge der Eltern für ihre Kinder, stellt sich als problematisch heraus. Eine andere Studie aus dem Jahr 2013, welche von einem Forscherteam um Chris Segrin ausgearbeitet worden ist, untersucht die Auswirkungen von „overparenting“. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Kinder, die in diesem Erziehungsweise erzogen worden sind, Schwierigkeiten in den Beziehungen zu anderen Menschen haben. Diese Ergebnisse wurden auch von anderen Studien bestätigt.6 Wissenswert dabei ist ebenfalls, dass die Kinder das „overparenting“ oftmals anders einschätzen als ihre Eltern. Es gibt auch eine Korrelation zwischen „overparenting“ und „critical family environment“. Hier ist allerdings nicht klar, welche Kausalrichtung vorliegt, also ob eine Zunahme von elterlicher Kontrolle die Atmosphäre in der Familie verschlechtert oder vice versa.7

Eine japanische Studie die zwischen „Authoritative“, „Permissive“ und „Authoritarian“ unterscheidet, stellte fest, dass ein autoritativer Erziehungsstil der Eltern sich positiv gegenüber der späteren mentalen Gesundheit ihrer Kinder auswirkt.8 Eine Reihe von negativen Auswirkungen hat jedoch der autoritäre Erziehungsstil. Ein freizügiger Erziehungsstil des Vaters hat ebenso negative Auswirkungen auf die kindliche mentale Gesundheit, wohingegen die mütterliche Anwendung des permissiven Stils keine negativen Auswirkungen hat.9 Eine weitere Studie aus dem Jahr 2013 unterstützt die bisher zusammengetragenen Ergebnisse. Demnach korreliert ein autoritativer Erziehungsstil positiv mit der Untersuchungsvariable „emotion regulation“ (Kontrolle über die eigenen Gefühle), wohingegen ein freizügiger Erziehungsstil sich negativ auswirkt. Die Korrelationen bei einem autoritativen Erziehungsstil waren nicht signifikant.10

2. Elterliche Merkmale als Einflussfaktoren?

Nun stellt sich unweigerlich die Frage, ob es neben den unterschiedlichen Erziehungsstiles auch noch andere Einflussfaktoren auf das kindliche Wohlergehen gibt. Im Nachfolgenden werden das Einkommen der Eltern und deren Religiosität als Einflussfaktoren untersucht. Ersteres deswegen, weil die Vermutung naheliegt, dass Eltern mit höherem Einkommen mehr (und diesem Fall besser) für ihre Kinder Fürsorge in materieller Hinsicht betreiben können. Diese Hypothese soll überprüft werden. Die Gottesgläubigkeit der Eltern soll untersucht werden, um auf den ersten Blick unkonventionelle Einflussfaktoren miteinzubeziehen, denen unter Umständen bisher wenig Beachtung geschenkt worden ist.

a. Das Einkommen

Wie in der Einleitung dieses Kapitels erwähnt, stellt der Autor die Hypothese auf, dass sich ein höheres Einkommen positiv auf das kindliche Heranwachsen auswirkt. Eine Studie aus dem Jahr 2013 befasst sich mit dieser These. Dabei wurde das Durchschnittseinkommen der Eltern im Zeitraum von sieben Jahren herangezogen, um Schwankungen des jährlichen Einkommens nicht mit einfließen zu lassen. Für diese Arbeit sollen diejenigen Zahlen und Daten aufgezeigt werden, die belegen, welche Effekte eine Verdopplung des durchschnittlichen, siebenjährigen elterlichen Einkommens auf die Kinder hat. Dabei werden nicht die Daten betrachtet, die unter dem Set der „Basic Control“-Kontrollvariablen gewonnen worden sind, sondern ausschließlich diejenigen, welche unter mit Set „Advanced Control“-Kontrollvariablen erhoben worden sind. Dieses „Adanced Control“-Set beinhaltet die „Basic Control“-Kontrollvariablen. Zudem verfügt das „Advanced Control“-Set über die Variablen elterliche Bildung, elterliches Alter und elterliche Gesundheit, welche damit als Einflussfaktoren auf die Kinder kontrolliert werden und somit nicht für die Resultate verantwortlich sein können.11 Die Ergebnisse zeigen, dass bei einer Verdopplung des elterlichen Einkommens sich die Wahrscheinlichkeit um 15 Prozent reduziert, dass Kinder aufgrund ihres Gesundheitszustandes in der Schule beeinträchtigt werden.12 Außerdem reduziert sich die Wahrscheinlichkeit um 25 Prozent, dass Kinder einen Gesundheitszustand von „poor“ und/oder „fair“ vorweisen.13 Dabei stellen diese beiden Gesundheitszustände, welche auf einer fünfteiligen Skala von „poor“ bis „excellent“ abgebildet werden, den am niedrigsten bewerteten Teil der Skala dar.14 Weiter kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit reduziert wird, dass ein Kind über Nacht im Krankenhaus bleiben muss (10 Prozent). Auch die Tage, welche ein Kind im Krankenhaus verbringt oder wegen Krankheit zu Hause bleiben muss, reduzieren sich um 17 Prozent respektive 9 Prozent.15 Eine Verdopplung des elterlichen Einkommens hat auch Einfluss auf die Bildung eines Kindes. Demnach reduziert sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind eine Klasse wiederholen muss, um 25 Prozent. Die Wahrscheinlichkeiten, dass ein Kind suspendiert wird bzw. dass ein Kind an Förderschulen unterrichtet wird, reduzieren sich um 9 Prozent respektive um 11 Prozent.16

Die dargelegten Ergebnisse der Studie zeigen, dass ein höheres Einkommen der Eltern einen Einfluss nicht nur auf die Gesundheit eines Kindes hat, sondern auch auf dessen Bildung.

b. Religiosität

Hat auch die Religiosität der Eltern einen Einfluss auf ein Kind? Eine Studie hat sich mit dieser Frage befasst und dabei als messbaren Faktor für Religiosität die Anzahl der Teilnahmen an Gottesdiensten herangezogen.17 Die Auswirkungen der Teilnahme an Gottesdiensten werden daraufhin auf das Wohlergehen der Eltern (der elterlichen Einstellungen, der elterlichen Gesundheit und der elterlichen mentalen Gesundheit) und auf das kindliche Wohlergehen (kindlichen Gesundheit, Verhalten des Kindes und dem kindlichen Engagement in der Schule) hin untersucht.18 Bei armen Familien stellte sich heraus, dass sich der Glaube der Eltern negativ auswirkt. Kindern werden oftmals durch religiöse Praktiken (Gebete) zu heilen versucht.19 Allerdings kann eine positive Korrelation von Religiosität bei dem schulischen Engagement und dem Verhalten gerade von Jugendlichen (12-17 Jahre) festgestellt werden. Zudem kann auch festgehalten werden, dass sich das bessere Wohlergehen der Eltern, bedingt durch die Religiosität, auch auf das eines Kindes niederschlägt.20

Die Studie zeigt weiterhin auf, dass auch beispielweise die Ethnizität einen Einfluss auf das Befinden der Kinder hat, in Kombination mit der Religiosität. Auf alle diese Faktoren einzugehen, würde zu sehr ins Detail gehen. Resümierend, dass die Religiosität positive wie auch negative Effekte auf das Wohlergehen des Kindes hat. Im Folgenden soll untersucht werden, ob die Trennung der Eltern einen Einfluss auf das Kindeswohl darstellt.

3. Die Trennung der Eltern als Einflussfaktor?

Um zu untersuchen, ob eine Scheidung der Eltern einen Einfluss auf ein Kind hat, wird eine Studie aus dem Jahr 2014 herangezogen. Gemessen an den „Approachs to learn“ (ATL), mit denen die Forscher im Wesentlichen die Lernmotivation eines Kindes messen wollen, wird verglichen, ob die Schulleistung von Kindern, deren Eltern getrennt leben, beeinflusst wird.21 Dabei lässt sich nicht sagen, dass allgemein Kinder von getrennt lebendenden Eltern schlechtere Leistungen in der Schule erreichen. Die Studie zeigt vielmehr auf, das vor allem Mädchen in Mathematiktests schlechter abschneiden als Mädchen, deren Eltern zusammen leben. Kein relevanter Unterschied ist bei Jungen auszumachen. Auch zeigt sich, dass sowohl Jungen und Mädchen von getrennt lebenden Eltern bei Lesetests nicht schlechter abschneiden als die Vergleichsgruppe.22 Als entscheidend für die schulische Leistungsfähigkeit eines Kindes hat sich der Trennungszeitpunkt erwiesen. Während ein Kind, das die Trennung seiner Eltern im Alter von sechs Jahren erfährt im Durchschnitt besser abschneidet als ein Kind, dessen Eltern zusammenleben, so fallen die schulischen Leistungen bei einem Trennungsalter von zehn Jahren im Hinblick auf die Vergleichsgruppe ab.23

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen folglich auf, dass sich die Trennung von Eltern unterschiedlich auf das männliche und das weibliche Geschlecht auswirkt. Auch das Alter eines Kindes, in dem sich die Eltern scheiden lassen, ist für dessen schulische Leistungen entscheidend. Diese Erkenntnisse aller vorgestellten Studien zeigen, dass die Sphäre der Familie Einfluss auf Kinder hat. Hat die Gemeinschaft, sprich der Staat, vergleichsweise auch Auswirkungen auf das Kind? Im Folgenden werden potenzielle staatliche Einflussfaktoren näher untersucht. Dabei soll auch die Regelungen von Scheidungen eine Rolle spielen, da gerade ausgeführt worden war, dass die Trennung der Eltern einen Einfluss beispielsweise auf die Bildung eines Kindes hat. Spielen hierbei staatliche Gesetze zur Scheidung eine maßgebliche Rolle?

III. Staatliche Einflussfaktoren

1. Regulierung der Scheidung als Einflusskanal?

Auf die Auswirkungen der Trennung der Eltern auf ein Kind wurden bereits im vorherigen Absatz eingegangen. Nun soll untersucht werden, ob der Staat qua gesetzlicher Regelungen ebenso auf das Wohlergehen eines Kindes einwirken kann. Eine Studie untersuchte, ob die gesetzliche Umstellung für eine zulässige Scheidung von der früheren Regelung der beidseitigen Einstimmung auf ein einseitiges Scheidungsrecht Effekte auf das Wohlergehen der Kinder hat.24 Als unabhängige Variablen werden dabei das einseitige Scheidungsrecht, ebenso wie die Miteinbeziehung der Familienkomposition und der sozioökonomischen Status zur Zeiten der Kindheit als Kontrollvariablen des Kindes betrachtet. Die Bildung und Gesundheit der Kinder stellen die abhängige Variablen dar, wobei ersteres in Jahre der erfahrenen Schulbildung und letzteres durch Selbsteinschätzungen, der Euro-D Skala und dem BMI gemessen wird.25 Dabei zeigt sich, dass die gesetzliche Umstellung die Wahrscheinlichkeit einer Heirat, die Wahrscheinlichkeit Kinder zu bekommen und jemals das Rauchen anzufangen senkt (3, 5 und 6 Prozentpunkte), wobei die Familienkomposition und der sozioökonomische Status während der Kindheit keinen wesentlichen Effekt haben. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass das Aufwachsen von Kindern unter einseitiger Scheidungsregelungen, deren Wahrscheinlichkeit übergewichtig zu werden, um 4 Prozentpunkte erhöht.26 Interessanterweise wird festgestellt, dass die gesetzliche Änderungen - wie beschrieben - Auswirkungen auf Kinder haben und hier gerade auf deren späteres Leben, womit beispielsweise die gesunkene Wahrscheinlichkeit jemals verheiratet zu sein, gemeint ist. 27 Außerdem wurde eruiert, dass beispielsweise Frauen aufgrund dieser staatlichen regulatorischen Änderung vermehrt am Arbeitsleben teilnehmen.28 Dies legt den Schluss nahe, dass diese Änderung innerhalb der Ehe die Positionen der Familienmitglieder verändert, wobei vor allem die Ehepartner mehr am eigenen Wohl interessiert sind (oder sein müssen), da eine latente Gefahr der Scheidung vorherrscht. Dabei werden Kinder im Allgemeinen vernachlässigt, auch aufgrund der Erwerbstätigkeit beider Eltern, die aufgrund dieser Regelung zugenommen haben soll. Folglich betrifft die momentane rechtliche Ausgestaltung nicht nur die Kinder und Familien von geschiedenen Eltern, sondern auch Familien, in denen die Eltern verheiratet sind. Schlussendlich verändert die derzeitige staatliche Regelung des Scheidungsrechts also die innerfamiliären „Verhandlungsposition“ von Familienmitgliedern und nimmt damit Einfluss auf das Wohlergehen von Kinder. 29

[...]


1 Nele Philips et al., “The influence of parenting style on health related behavior of children: findings from the ChiBS study,” International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity 11 (2014): 4, 6.

2 Nele Philips et al., “The influence of parenting style on health related behavior of children,” International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity (2014): 17.

3 Nele Philips et al., “The influence of parenting style on health related behavior of children,” International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity (2014): 17.

4 Nele Philips et al., “The influence of parenting style on health related behavior of children,” International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity (2014): 17.

5 Nele Philips et al., “The influence of parenting style on health related behavior of children,” International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity (2014): 19.

6 Chris Segrin et al., “Overparenting is Associated with Child Problems and a Critical Family Environment,” Journal of Child & Families Studies 24 (2013): 477-478.

7 Chris Segrin et al., “Overparenting,” Journal of Child & Families Studies (2013): 477-478.

8 Masayo Uji et al., „The Impact of Authoritative, Authoritarian, and Permissive Parenting Styles on Children’s Later Mental Health in Japan: Focusing on Parent and Child Gender,” Journal of Child & Family Studies 23 (2013), 299.

9 Masayo Uji et al., „The Impact of Authoritative, Authoritarian, and Permissive Parenting Styles,” Child & Family Studies 23 (2013), 300-301.

10 Farah Jabeen and M. Anis-ul-Haque, „ Parenting Styles as Predictors of Emotion

Regulation Among Adolescents,” Pakistan Journal of Psychological Research 28 (2013), 100-101.

11 Bhashkar Mazumder und Jonathan M. V. Davis, „Parental earnings and children’s well-being: An analysis of the survey of income and program participation matched to social security administration earnings data” Economic Inquiry 51(2013), 1800.

12 Bhashkar Mazumder und Jonathan M. V. Davis, „Parental earnings and children’s well-being,” Economic Inquiry 51 (2013), 1801.

13 Bhashkar Mazumder und Jonathan M. V. Davis, „Parental earnings and children’s well-being,” Economic Inquiry 51 (2013), 1802.

14 Bhashkar Mazumder und Jonathan M. V. Davis, „Parental earnings and children’s well-being,” Economic Inquiry 51 (2013), 1798.

15 Bhashkar Mazumder und Jonathan M. V. Davis, „Parental earnings and children’s well-being,” Economic Inquiry 51 (2013), 1803.

16 Bhashkar Mazumder und Jonathan M. V. Davis, „Parental earnings and children’s well-being,” Economic Inquiry 51 (2013), 1804-1805.

17 Ming Weng, „ Parental Participation in Religious Services and Parent and Child Well-Being: Findings from the National Survey of America’s Families,” Journal of Religion & Health 53 (2013), 1551.

18 Ming Weng, „ Parental Participation in Religious Services ,” Journal of Religion & Health 53 (2013), 1546.

19 Ming Weng, „ Parental Participation in Religious Services ,” Journal of Religion & Health 53 (2013), 1554.

20 Ming Weng, „Parental Participation in Religious Services ,” Journal of Religion & Health 53 (2013), 1557.

21 Christopher J. Anthony et al., „Divorce, approaches to learning, and children's academic achievement: A longitudinal analysis of mediated and moderated effects ,” Journal of School Psychology 52 (2014), 251.

22 Christopher J. Anthony et al., „Divorce, approaches to learning, and children's academic achievement,” Journal of School Psychology 52 (2014), 258.

23 Christopher J. Anthony et al., „Divorce, approaches to learning, and children's academic achievement,” Journal of School Psychology 52 (2014), 258.

24 Steffen Reinhold et al., „The long run consequences of unilateral divorce laws on children—evidence from SHARELIFE,” Journal of Population Economics 26 (2013), 1054.

25 Steffen Reinhold et al., „The long run consequences of unilateral divorce laws on children,” Journal of Population Economics 26 (2013), 1043.

26 Steffen Reinhold et al., „The long run consequences of unilateral divorce laws on children,” Journal of Population Economics 26 (2013), 1046.

27 Steffen Reinhold et al., „The long run consequences of unilateral divorce laws on children,” Journal of Population Economics 26 (2013), 1046.

28 Steffen Reinhold et al., „The long run consequences of unilateral divorce laws on children,” Journal of Population Economics 26 (2013), 1054.

29 Steffen Reinhold et al., „The long run consequences of unilateral divorce laws on children,” Journal of Population Economics 26 (2013), 1054-1055.

Details

Seiten
17
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656950080
ISBN (Buch)
9783656950097
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v298659
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,0
Schlagworte
Soziologie Familie Kindeswohl Bildung Entwicklung

Autor

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Titel: Einflussfaktoren auf das kindliche Wohlergehen. Untersuchung der Rolle des Staates