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Kurzer sprachlicher Vergleich zweier Persil-Werbespots aus den 1940er- und 2010er-Jahren

Seminararbeit 2011 9 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2. Historische Einordnung und kurze Erklärung der Werbespots
2.1 Transkriptionen der beiden Werbespots
2.1.1 der aus den 1940er Jahren
2.1.2 der aus den 2012er-Jahren

3. Analyse der Sprache in den beiden Spots
3.1 Einleitung
3.2 Sprache in dem älteren Spot
3.3 Sprache in dem jüngeren Spot
3.4 kurzer Vergleich der beiden Spots

4. kurzes Fazit

Literatur- bzw. Quellenverzeichnis
Onlinequellen

1 Einleitung

Werbung spielt in unserem heutigen Kontext eine weitaus größere Rolle, als in der Zeit, wo das Fernsehen gerade seine ersten Schritte vollzog. Werbung sei „die Kunst, auf den Kopf zu zielen und die Brieftasche zu treffen.“. So treffend formulierte es der amerikanische Journalist und Sozialkritiker Vance Packard (1914 – 1996) zu Lebzeiten. Doch Werbung ist mehr als nur „Geldbeschaffung“ – Werbung ist auch Sprache. Daher habe ich mir das Ziel gesetzt, die folgenden zwei Werbespots kurz sprachlich miteinander zu vergleichen. Dabei spielen natürlich Rechtschreibung, Reimschemata und Zeichensetzung keine Rolle, da es sich hierbei um Werbefilme und keinen „geschriebenen“ Text handelt. Zunächst erfolgt eine kurze Einführung, sowie Transkription der beiden Werbespots. Danach widme ich mich der Sprache, die in den Spots verwendet wird.

2. Historische Einordnung und kurze Erklärung der Werbespots

Der ältere, höchst metaphorische Werbefilm entstand im Jahr 1948, also direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Was der Zuschauer bei der Betrachtung meines Werbefilmausschnitts allerdings nicht weiß, ist, dass in diesem Zeichentrick-Film ein Märchen erzählt wird, „in dem alle Tiere - weil sie am Pol lebten - weiß waren: Der Bär war weiß, der Fuchs und die Pinguine. Irgendwann begann die Sonne das Eis zu schmelzen, der Bär stolperte in eine Dreckpfütze und bekam einen braunen Pelz [usw.]. Dank eines Matrosen [Hein], der zufällig am Pol vorbei fuhr und Persil dabei hatte, konnten einige Tiere wieder rein gewaschen werden. Nur für die vielen Pinguine reichte das Waschmittel nicht, so dass sie nur eine ’weiße Weste’ bekamen.“1. Daher soll auch das Sprichwort „eine weiße Weste haben“ entstammen, das dafür steht, dass jemand unschuldig bzw. anständig ist.

Der jüngere Werbespot aus dem Jahr 2012 handelt von einer „Innovation“ der Firma Henkel, nämlich den Persil Mega-Caps. „Erstmals [sei] es möglich, flüssiges Waschmittel vordosiert direkt in die Trommel zu geben. Die kleinen Kissen lös[t]en sich während des Waschgangs komplett auf und sorg[t]en für ein perfektes Waschergebnis“ 2. Dieser Spot wird seit März 2012 auf allen Sendern ausgestrahlt.

2.1 Transkriptionen der beiden Werbespots

2.1.1 der aus den 1940er Jahren

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.2 der aus den 2012er-Jahren

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Analyse der Sprache in den beiden Spots

3.1 Einleitung

In der Werbung wird vermehrt auf die Verwendung rhetorischer Mittel gesetzt, denn diese bleiben dem Zuschauer längere Zeit im Gedächtnis. Auf die psychologischen Hintergründe, also „was Werbung mit dem Menschen macht“, gehe ich in meiner Arbeit nicht ein. Vielmehr interessiert mich die Verwendung von Sprache, sodass meine Arbeit eindeutig dem Bereich Medienlinguistik zugeordnet werden kann.

3.2 Sprache in dem älteren Spot

Der Spot beginnt musikalisch unterlegt mit dem Zeigen des Matrosen, der auf einem Schiff Wäsche wäscht. Es kommt zunächst ein „am Bauch dreckiger“ Pinguin(=P1) zu ihm, deutet auf die weißen Hemden und sagt ihm (Name des Matrosen ist „Hein“), dass er gerne wieder weiß sein wolle. Hein lächelt und sagt, der Pinguin könne das gerne so haben. Es entwickelt sich ein Dialog zwischen den beiden bzw. zwischen Hein und später auch den anderen Pinguinen. Es folgt Heins Aufforderung an P1, dass P1 zu ihm kommen solle. Dann wird zum ersten Mal nach ca. 11 Sekunden der Markenname Persil, um den es geht, von dem Matrosen genannt und das Produkt in die „Kamera“ gehalten. Persil wird mit dem Attribut „goldrichtig“ beschrieben, hier sieht man den ersten Bezug zu einer Werbebotschaft, nämlich, dass Persil die Flecken des Pinguins schnell entfernen kann und dafür das richtige Produkt ist. Hein wischt mit einem mit Persil (wohl) getränktem Lappen die Brust des Pinguins rein, sodass der Pinguin die uns allen bekannte Gestalt mit weißer Brust annimmt. Nun startet die Anfangsmusik erneut und die anderen unzähligen Pinguine kapern das Schiff. Hein ruft aus, was die ganzen Pinguine an Bord wollten. Alle Pinguine singen dann drei Mal „Persil“, hier wird deutlich, dass die Werbemacher bewusst auf die Zahl „3“ setzen, da diese z. B. in Märchen eine „magische“ Zahl darstellt. Durch die dreimalige Wiederholung des Markennamens soll eine möglichst intensive Verankerung im Gedächtnis des Käufers erreichen werden. Der Matrose nutzt dann eine Interjektion („Au Backe!“) und ist aufgrund der vielen Pinguine, die sich auch von ihm säubern lassen wollen, erschrocken, sodass er meint, sein Persil reiche nur noch für „weiße Westen“. Hier wird mit der deutschen Redewendung gearbeitet, die ja auch durch den Persilwerbespot entstanden sein soll. Es folgt der Schluss des Werbefilms, in dem Hein die anderen Pinguine, die anfangen zu singen, säubert, während der Markenname Persil durch die Pinguine gelobt wird, „es [sei] für [sie] das [b]este [Waschmittel]“. Hier wird von den Pinguinen bewusst der Superlativ („Beste“) als Werbeform benutzt, um sich von anderen Waschmitteln abzugrenzen. Durch die Tautologie „Persil bleibt doch Persil“ soll dem Käufer suggeriert werden, dass Persil seine Qualität niemals ändere, sondern immer gute Qualität liefere. Der letzte gesungene Satz ist wiederum „Persil bleibt doch Persil“; auch hier wieder, um die Werbung durch Wiederholungen beim Käufer einzuprägen. Der Satz „Persil bleibt Persil“ steht auf Schildern, die die Pinguine bei dem Verlassen des Schiffes tragen und dieser Slogan wird auch am Schluss eingeblendet.

[...]


1 = http://de.wikipedia.org/wiki/Persil

2 =http://www.Persil.de/ueber-Persil/historie.html

Details

Seiten
9
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656951322
ISBN (Buch)
9783656951339
Dateigröße
748 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v298559
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Germanistik, Medienlinguistik
Note
1,0
Schlagworte
kurzer vergleich persil-werbespots

Autor

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Titel: Kurzer sprachlicher Vergleich zweier Persil-Werbespots aus den 1940er- und 2010er-Jahren