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Nutzung von IT-Systemen zur Pflegedokumentation. Ist die Einführung eines EDV-gestützten Pflegedokumentationssystems sinnvoll für einen ambulanten Pflegedienst?

Hausarbeit 2013 8 Seiten

Pflegemanagement / Sozialmanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methode

3. Pflegedokumentation in der ambulanten Pflege
3.1. Anforderungen an das System
3.2. Anwendungsmöglichkeiten
3.3. Klassifikationen
3.4. Mögliche Problemfelder
3.5. MDK Vorgaben an die Pflegedokumentation

4. Diskussion

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang

1. Einleitung

„Aufgrund der demographischen Entwicklung gewinnen ambulante Pflegedienstleistungen zunehmend an Bedeutung. Anders als im technischen Kundenservice werden im ambulanten Pflegedienst bislang weniger umfassend mobile Anwendungssysteme eingesetzt“ (Breitschwerdt, Thomas, Robert 2011). Die Autorin arbeitet selbst seit einigen Jahren in einem ambulanten Pflegedienst. Das genannte Zitat zu Beginn, stellt die Erfahrung der Autorin in diesem Bereich sehr treffend dar. Die Dokumentation erfolgt auch an ihrem Arbeitsplatz nach wie vor auf Papier. Durch den Besuch der Vorlesung im Modul 14c und im Vorfeld besuchte Pflegemessen, wurde das Interesse an EDV-gestützter Pflegedokumentation geweckt. Zur Bearbeitung dieser Hausarbeit, kam es zu folgender Fragestellung: Ist die Einführung eines EDV-gestützten Pflegedokumentationssystems sinnvoll für einen ambulanten Pflegedienst? Es soll beantwortet werden, welche Anforderungen an ein solches System gestellt werden. Dabei wird weniger auf die technische Komponente eingegangen, als auf den Inhalt eines solchen Systems. Außerdem soll beleuchtet werden, welche Möglichkeiten und Probleme sich bei der Anwendung ergeben. Es soll ebenfalls kurz auf die Wichtigkeit der Klassifikationen innerhalb eines EDV-gestützten Dokumentationssystems eingegangen werden. Jedoch darf dabei nicht außer Acht gelassen werden, welche Anforderungen auf Seiten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) an eine Pflegedokumentation in der ambulanten Pflege, gestellt werden. Am Ende dieser Hausarbeit kommt es zu einer Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile, welche nach Meinung der Autorin, eine Einführung einer EDV-gestützten Pflegedokumentation sinnvoll erscheinen lassen.

2. Methode

Zur Bearbeitung dieser Hausarbeit wurde die Methode der Literaturrecherche gewählt. Es wurde nach den Begriffen des Inhaltsverzeichnisses recherchiert. Außerdem kam das Internet zum Recherchieren in Frage, hauptsächlich über http://scholar.google.de/ . Da über diese Suchmaschine die Möglichkeit besteht, nach wissenschaftlichen Berichten und Büchern zu suchen, kam eine Suche über eine herkömmliche Suchmaschine nicht in Frage. Zusätzlich wurde in Datenbanken recherchiert, zur Findung verschiedener freizugänglicher Artikel. Ebenfalls kamen Bücher in Betracht, die sich mit dieser Thematik befassen. Es stellte sich heraus, dass zu dem Thema EDV-gestützte Pflegedokumentationssysteme ausreichend Literatur zu finden ist. Zur Bearbeitung dieser Hausarbeit konnte nur ein Anteil der recherchierten Literatur verwendet werden, um den gesetzten Rahmen nicht zu überschreiten. Als Schwierigkeit stellte sich die Recherche zu dem Thema „EDV-gestützte Pflegedokumentation in der ambulanten Pflege“ heraus. Die Literatur beschäftigt sich hauptsächlich mit der Dokumentation der stationären Altenhilfe oder der Krankenhausdokumentation. Aber auch in diesem Bereich konnte Literatur gefunden werden, die für diese Hausarbeit verwendbar schien. Zusätzlich wird sich auf die MDK Prüfkriterien nach §114a Absatz 7 SGB XI in Verbindung mit §53 SGB XI (Wasmund) gestützt, da die Einhaltungen der Kriterien sehr wichtig im Hinblick auf Qualitätsanforderungen sind. Insgesamt wurde nur Literatur von 2002 bis heute verwendet.

3. Pflegedokumentation in der ambulanten Pflege

„Seit über 25 Jahren besteht die Verpflichtung, professionell angebotene Pflege zu planen und Handlungen begründet und nachvollziehbar darzustellen, d.h. zu verschriftlichen.“ (Meißner, Althammer 2012, 11). Eine Pflegedokumentation ist in der ambulanten Pflege genauso wichtig, wie in allen anderen pflegerischen Bereichen. Sie muss dabei mehrere Aufgaben erfüllen. Zum einen ist sie rechtlich von Nöten (König 2010, 259), zum anderen dient sie der Qualitätssicherung, sowie der Sicherheit des Klienten. Es soll sichergestellt werden, dass alle pflegerelevanten Aspekte zur Pflege eines Klienten bedacht wurden -> Anamnese. Daraus resultiert die Pflegeplanung. Zudem spiegelt die Pflegedokumentation die erbrachten Leistungen dar und dient damit gleichzeitig als Leistungsnachweis (König 2010, 259). Die Pflegedokumentation stellt den Pflegeprozess dar und stellt dadurch auch die Informationsweitergabe an Kollegen sicher, folglich muss sie stets auf dem aktuellen Stand sein (Schär, Laux 2003, 8).

3.1.Anforderungen an das System

„In Deutschland ist der Pflegedienst verpflichtet, den Pflegeprozess anzuwenden und entsprechend zu dokumentieren.“ (Ammenwerth, Eichstädter, Schrader 2003, 20). Ein Pflegedokumentationssystem sollte folglich den Pflegeprozesses darstellen. Unterstützt wird dieser dann innerhalb des Systems durch die jeweils ausgewählten Inhalte (Schär, Laux 2003, 139). In diesem Bereich müssen dementsprechende Assessmentinstrumente ausgewählt werden, die in dem Pflegedokumentationssystem integriert werden sollen (Meißner, Althammer 2012, 15; Schär, Laux 2003, 142ff.). Danach folgt laut Pflegeprozess von Fiechter und Meier (Meißner, Althammer 2012, 13) die „Pflegediagnostik“ (vgl. Kapitel 3.3.), auch genannt „Probleme und Ressourcen“ (Meißner, Althammer 2012, 15ff.; Schär, Laux 2003, 148ff.). Als nächstes wird innerhalb des Pflegeprozesses die Zielsetzung formuliert (Meißner, Althammer 2012,15ff.; Schär, Laux 2003, 150f.). Daraus resultieren die pflegerischen Maßnahmen (Meißner, Althammer 2012, 21ff.; Schär, Laux 2003, 151ff.). In dem Prozess der Pflegeplanung (Pflegediagnostik, Zielsetzung, Maßnahmen) ist es sinnvoll, dass die Anwender die Möglichkeit haben, vorgefertigte Formulierungen zu nutzen, diese aber auch durch Freitextfelder individualisieren können (Ammenwerth, Eichstädter, Schrader 2003, 189; Schär, Laux 2003, 153). Für die Pflegeplanung ist es wichtig, dass die Pflegetheorie, nach der die Institution arbeitet, integriert ist und der Aufbau der Pflegeplanung sich daraus ergibt (Ammenwerth, Eichstädter, Schrader, 2003 25ff.). Darüber hinaus beinhaltet der Pflegeprozess von Fiechter und Meier (Meißner, Althammer 2012, 13) noch die Durchführung der Pflege, welche sich in dem Pflegebericht widerspiegelt und die regelmäßige Evaluation der gesamten Pflegesituation (Meißner, Althammer 2012, 20ff.; Schär, Laux 2003, 154f.). Außerdem kann innerhalb des Systems, durch hinterlegte Datenbanken, eine Recherche möglich sein, z.B. für die Suche nach Arzneimitteln die „Rote Liste“ (Meißner, Althammer 2012, 25). „Die Einführung eines EDV-gestützten Pflegedokumentationssystems verfolgt oft zwei Ziele mit unterschiedlicher Priorität: Die Unterstützung der Dokumentation des Pflegeprozesses sowie eine pflegerische Leistungsdokumentation.“ (Ammenwerth, Eichstädter, Schrader 2003,63). Darin liegt die zweite Anforderung eines solchen Systems. Ambulante Pflegedienste rechnen nach SGB XI und SGB V, direkt mit der Pflege- bzw. Krankenkasse ab (Wasmund), folglich ist es sinnvoll die erbrachten Leistungen direkt innerhalb des Systems von der Pflegefachkraft abzeichnen zu lassen (Schär, Laux 2003 62ff.). Die EDV-gestützte Pflegedokumentation muss logisch in der Anwendung sein, damit Mitarbeiter schnell in das System eingearbeitet werden können und die Umstellung nicht überfordert (Ammenwerth, Eichstädter, Schrader 2003 25ff.). Außerdem ist eine Anwendung vor Ort äußerst sinnvoll (vgl. Kapitel 3.2.). Darüber hinaus lassen sich noch unzählige Anforderungen aufzählen, die jedoch in dieser Arbeit nicht weiter genannt werden, es wird an dieser Stelle auf die angegebene Literatur verwiesen.

3.2.Anwendungsmöglichkeiten

„Einer der Grundsätze der Leistungserfassung ist, dass die Leistungen möglichst zeitnah am Ort ihrer Erbringung erfasst werden sollten.“ (Schär, Laux 2003, 156). Für die ambulante Pflege schließt dieses Zitat folglich eine Dokumentation in den Einrichtungsräumen aus. Es müssen also Lösungen zur mobilen Datenerfassung möglich sein, um ein solches Pflegedokumentationssystem überhaupt vollständig anwenden zu können (Breitschwerdt, Thomas, Robert 2011). Um eine mobile Datenerfassung möglich zu machen, können Geräte wie PDA’s, Smartphones, Notebooks, Netbooks und Tablet-PC’s genutzt werden (Breitschwerdt, Thomas, Robert 2011; Meißner, Althammer 2012, 34ff.; Schär, Laux 2003, 156ff.). Außerdem muss genau zuzuordnen sein, wer Eintragungen innerhalb des Pflegedokumentationssystems gemacht hat. Jeder Mitarbeiter muss folglich einen eigenen, passwortgeschützten Zugang besitzen, mit dem er sich zu Beginn einloggen muss (Ammenwerth, Eichstädter, Schrader 2003, 19, 189; Meißner, Althammer 2012, 89; Schär, Laux 2003, 33). Bei der Anschaffung solcher Geräte muss darauf geachtet werden, wie die erfassten Daten vor Ort anschließend in die Einrichtung übermittelt werden. Dabei muss sich die Einrichtung bei der Anschaffung solcher Geräte im Klaren sein, welche Anforderungen das Gerät hat. Wird bspw. das Mobilfunknetz benötigt muss sichergestellt sein, dass überall Empfang besteht. Ist dies nicht der Fall, müssen Alternativen gesucht werden. (Meißner, Althammer 2012, 34f.). An dieser Stelle wird jedoch auf die technische Komponente nicht weiter eingegangen, da sie zur Beantwortung der Fragestellung nicht weiter relevant ist, es wird auf die Literatur verwiesen.

3.3.Klassifikationen

Klassifikationen sind im Bereich der EDV-gestützten Pflegedokumentation ein wichtiges Thema. Da vermehrt die Aussage auftritt, dass Pflege vergleichbar gemacht werden muss und dies nur durch eine einheitliche Fachsprache möglich ist (Ammenwerth, Eichstädter, Schrader 2003, 25; Güttler, Schoska, Görres 2010, 20; Meißner, Althammer 2012, 15; Schär, Laux 2003, 76, 135ff.). Dabei sind verschiedene Gruppen zu nennen, die eine einheitliche Pflegefachsprache entwickeln, z.B. NANDA, NIC und NOC, ICNP, ENP (Ammenwerth, Eichstädter, Schrader 2003, 25; Bruggen 2002; Meißner, Althammer 2012, 16ff.; Schär, Laux 2003, 135ff.). NANDA stellt z.B. Pflegediagnosen im gesamten Bereich der Pflege (Bruggen 2002, 45ff.; NANDA International 2010). Werden diese in einer Einrichtung genutzt, kann die Einrichtung z.B. Statistiken über die Häufigkeit einzelner Pflegediagnosen mit Hilfe des Pflegedokumentationssystems erstellen und die Einrichtung würde vergleichbar (Ammenwerth, Eichstädter, Schrader 2003, 25ff.; Bruggen 2002, 45ff.; Meißner, Althammer 2012, 15f.; NANDA International 2010; Bruggen 2002, 45ff.). Klassifikationen haben noch anderen Nutzen im Bereich der EDV-gestützten Pflegedokumentation. So wäre z.B. eine Pflegeüberleitung durch die gestellten Pflegediagnosen, immer gleich formuliert und definiert und könnten an eine andere Einrichtung über die EDV übermittelt werden.

3.4.Mögliche Problemfelder

Als mögliches Problemfeld erweist sich vor allem die Einführung eines EDV-gestützten Pflegedokumentationssystems. Die Mitarbeiter müssen innerhalb des Systems ausreichend geschult werden, möglichst mit Übungsangeboten. Die Schulungen sollten über die Softwarefirma direkt erfolgen und es sollte im Pflegedienst Experten geben, die sehr eingehend in das System eingeführt wurden (Ammenwerth, Eichstädter, Schrader 2003, 85f.;

[...]

Details

Seiten
8
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656950844
ISBN (Buch)
9783656950851
Dateigröße
539 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v296364
Institution / Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main – Fachbereich 4
Note
1,0
Schlagworte
nutzung it-systemen pflegedokumentation einführung edv-gestützten pflegedokumentationssystems pflegedienst

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