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Geschichte der Griechen von den Anfängen bis in die 80er Jahre vor Christus hinein

Exzerpte von vier Standardwerken

Exzerpt 2015 53 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Vollständig exzerpiert:

1) Schulz, Athen und Sparta. 2011 (Geschichte kompakt)
2) Schuller, Griechische Geschichte (OGG). 2010.
3) Stahl, Michael: Gesellschaft und Staat bei den Griechen. Paderborn 2003.
4) Austin, Michel; Vidal-Naquet, Pierrel: Gesellschaft und Wirtschaft im alten Griechenland. München 1984.

Vollständig in Bezug auf das Thema „Griechen“ exzerpiert:

1) Gehrke/Schneider: Geschichte der Antike. 2000, (Griechen)
2) Schuller: Das erste Europa. 1000 v. – 500 n. (UTB Handbuch der Geschichte Europas 1). 2004
3) Leppin, Hartmut: Das Erbe der Antike. 2010. (Griechen)
4) Blois, L. de; Spek, R. J. van der: Einführung in die Alte Welt. Stuttgart 1994, S. 1-114 (Griechen)
5) Gehrke, Hellenismus (OGG), 2010. (außer Forschung zu sozialem S. 170-210)

Nur teilweise exzerpiert:

Gschnitzer, F.: Griechische Sozialgeschichte von der mykenischen bis zum Ausgang der klassischen Zeit. Wiesbaden 1981.

Hornblower, Simon: The Greek World. 479-323 BC. London/New York 20023 [1983]

Fischer: Griechische Frühgeschichte bis 500 v. Chr. 2010 (Geschichte kompakt)

Günther: Griechische Antike (UTB Studium Geschichte), 2011 (S. 44 -181 nicht exzerpiert)

Schubert: Athen und Sparta in klassischer Zeit. ein Studienbuch. 2011.

Weiwei: das klassische Athen. 1999

Wiesehöfer: das frühe Persien. 2009. (Beck Wissen)

Wirtschaftsthesen von Eduard Meyer, Karl Julius Beloch, Georg Busolt ab ca. 1850; TH Bücher 1893 Drei Stufen der wirtschaftlichen Entwicklung (geschlossene Hauswirtschaft (entspräche der Antike), Stadtwirtschaft (entspräche dem Ma), Volkswirtschaft (entspräche der Neuzeit) <=> widerlegt von Meyer; Meyer: 7/6.Jhd v. Chr. entspräche dem 14./15, Jhd. n. Chr., das 5. Jhd. v. Chr. entspräche dem 16. Jhd., Max Weber weist falsche Alternative zwischen Modernismus und Primitivismus zurück, große Bedeutung des Krieges (=> aufgegriffen von Hasebroek); Polanyi streicht heraus, dass Wirtschaft in der griech. Gesellschaft eingebettet war im Gegensatz zu heute; zwiespältige Rolle des Gewerbes in Gr. auch am Heros Prometheus (Erfinder und Zeusgegner) deutlich; kaum Arbeitsteilung bei Griechen, Arbeit war etwas was jemanden als „arm“ und „unfrei“ auszeichnete;

nach Pöhlmann war die antike Wirtschaft eine kapitalistische Wirtschaft neuzeitlicher Prägung

- Sklaverei:
- älteste und generellste Unterscheidung in allen Gesellschaften des Altertums, Sklaven waren allerdings nicht völlig rechtlos, in mykenischer Zeit konnten sie vermögen besitzen, bspw. Grundbesitz;
- meist auf Kriegsgefangenschaft zurückgehend (zumindest in archaischer Zeit), selten waren „hausgeborene Sklaven“
- wenig durchlässige Klassen (z.B. konnten mit der Ausnahme eines Sonderfalles in Sparta, laut dem die mothakes, Heloten, die angeblich mit den jungen Spartiaten erzogen worden waren, Heloten nicht vollberechtigte Spartiaten werden, wohl weil sie der Ehe eines Heloten mit einem Spartiaten entstammten)
- TH dass Auseinandersetzungen zwischen Sklaven und Herren Äußerung des Klassenkampfes gewesen sein ist falsch
- Kaufsklaven und Heloten und Schuldsklaven
- der Bauer wurde, in manchen Staaten wenigstens, zum vollberechtigten Bürger, ein Phänomen, das es in der Geschichte vor den Griechen nicht gegeben hatte;
- politische Betätigung von Frauen von Aristophanes in Lysistrata benutzt und von Aristoteles in seiner „Politik“ auf die gleiche Stufe mit der Machtausübung von Heloten gestellt
- wenige Inschriften aus archaischer Zeit erhalten, erst ab 5. Jhd. üblicher öfftl. Dokumente auf Stein zu veröffentlichen

Persien: Mittelpersisch: eran = Gen. Pl. von er, was wiederum auf ariya zurückgeht; Texte des Avesta erst aus dem 13. Jhd. n. überliefert; Zoroastrier; viele Sprachen: Altpersisch am Hof, ansonsten Medisch, Parthisch, Skythisch, Avestisch, Elamisch (Sprache vor der Landnahme der Perser), Akkadisch, Ägyptisch, Lydisch, Lykisch; Persepolis (Parsa) 515 wie Susa auf Königsbefehl Dareios I. hin gebaut; Kroisosaufstand in Lydien in 540ern gescheitert; Dareios I. erweitert Reich nach Norden, Westen und Osten hin ab 510ern;

- 424: Artaxerxes gestorben, Sohn Xerxes II erm. von Halbbruder , anderer Sohn Ochos rächt ihn, besteigt als Dareios II den Thron

Athen hilft aufständischen karischen Dynasten Amorges => satrap Tissarphernes soll wieder Tribut von ionischen Städten fordern, 412 vermittelt Tissarphernes Verträge mit Sparta (erhielt Geld von Persien); jüngerer Königssohn Kyros (dJ) sucht Zusammenarbeit mit Lysander

- 404 glatter Thronwechsel auf Sohn Arses/Artaxerxes II; längste Regierungszeit bis 359 v.; Ägypten war zw. 401-399 verloren gegangen; Änderungen in Inschriftenkonzeption (Mithra und Anahita treten als herrschaftsverleihende Gottheiten nun neben Auramazda), Statuenkult für Anahita eingerichtet;
- 359 eigentlich berechtigter Dareios und zwei seiner Brüder u.a. von Bruder Ochios/Artaxerxes III ermordet, erobert 343 Ägypten wieder zurück
- 338 nach Blutbad an Königsfamilie für das Eunuch verantwortlich gemacht wurde, einziger legitimer Nachkomme Artaxerxes IV nach zwei Jahren erm., ein Neffe Artasata/Dareios III wird von Eunuchen auf den Thron gebracht, der ihn aber umbringt;

Gründe für Niedergang des Persischen Reichs:

- antike: Dekadenz (Xenophon, Kyroupaideia: bes. „Verweichlichung“)
- heute: starkes Reich trotz oder wegen Heterogenität

Könige. Titel „König der Könige“ von Urartu entlehnt, ursprüngl. Mesopotamisch; von Auramazda ernannt, gleichsam Gottes „Stellvertreter“; Untergebene (= bandaka = die, die den Gürtel (banda) der Gefolgschaft tragen); Polygamie, Stellung der Frauen nach der ihrer Söhne; nach Königstod eine gewisse Trauerzeit, Inthronisation in Pasargadai: essen einfacher Speisen (Erinnerung an Anfang der Perser), dann Kleidungsstück des Königs: Zeichen Kleidung, purpurne Tiara, Zepter in der rechten und Lotosblüte in linker Hand, Lanze und Bogen), zeigt sich so den Untertanen

Satrapen (altper. xsacapavan) oftmals unbefristet hatten Residenzen, paradeisoi (Gärten und Parks), Tribut auf Provinzebene erhoben und eingezogen; Straßennetz und Postwesen von Vorgängern

Zaratustra sehr umstritten (um 1000 v. oder um 600 v. gelebt, im Ostiran?)

aramäisch als Lingua Franca

ca. 200 v-200 n. Arsakiden, Parther: Parthisch Reichssprache (babylonisch aber noch gesprochen u. andere Sprachen)

Grund für griechisches Durchsetzungsvermögen nach Herodot: Freiheit (doch wurde nach Raaflaub 1985 sie oft als „Freiheit als das Recht Athens und seines Demos verstanden, andere zu unterdrücken“)

- seit etwa 1900 wird europäische Vorgeschichte (nach C J Thomsen in drei Abschnitte gegliedert: Altsteinzeit/Paläolithikum (Steinwerkzeuge 2,5 Mio. in Griechenland 11 000 v.; älteste Menschenspuren von ca. 400 000 v., nur noch homo sapiens sapiens ab 30 000 v.); Mittelsteinzeit/Mesolithikum (Neandertaler etc.; bis 9000 v.); Jungsteinzeit/Neolithikum (7000-3700v.); In Knossos ab 7000 v. Siedler nachweisbar; C14 Methode (Halbwertszeit 5700 Jahre, auf Stücke bis zu 50 000 Jahre alt anwendbar, 1946 entwickelt), Vulkanausbrüche (z.B. Santorin 17. Jh. v.)

- Minoisches Kreta (c. 3000 – 1300 v.) hatte KEINEN Einfluss auf Polisausbildung (Paläste von Knossos (Zentrum der Regierung), Malia, Zakros, Phaistos mit stadtähnl. Siedlungen gehören zum Typus der zentral gelenkten bürokratischen Palastherrschaft) Minoer waren der Sprache und Kultur nach keine Griechen ; 2 Einteilungssysteme (nach Keramikstilen oder nach Vorpalastzeit (beginnt mit Kupfergebrauch ((ca. 5000 v.))), ältere und jüngere Palastzeit (ab 2000 v.; durch Erdbeben 1700, nachdem alle Paläste wieder aufgebaut wurden, getrennt), Nachpalastzeit; herausragende Rolle des Stieres in der Religion; unkriegerisch, aber viele außenpolit. Beziehungen; nicht durch Theraausbruch (schon 1510 v.) sondern entweder Erdbeben, innere Aufstände, Eroberung (durch myken. Kreter); Linear B ist 1952 von Michael Ventris als eine Schrift erkannt worden, aber auch griechische Götter und agrarisch geprägt; Knossos ausgegraben ab 1900 von Arthur Evans; Religion: Heiligtümer, Höhenplateaus, Höhlen, Berge; mehr weibliche als männl. Götter, Stier und Doppelaxt (labrys => Labyrinth) bes. Bedeutung; Vulkan von Thera zerstörte Akrotiri auf Santorin

- ca. 2000 v. Einwanderung der Indogermanen/Indoeuropäer in Griechenland
- ca. 2000 auf Kreta erste Schriftgebrauchsanzeichen (Europaweit erstmals) auf Siegeln aus Ton (für Hieroglyphische 400, Linear A 1400 und Linear B 6000 Text(Fragmente) erhalten, letztere ist die einzige, die entziffert worden ist; Linear B muss vor 1450 v. Chr. entstanden sein)
- in Mykene (Konvention späte Bronzezeit 1600-1200 v. = Mykenische Zeit“),(von mykenischer Kultur weiß man erst seit ((etwa 1870)) durch Schliemanns Ausgrabungen), Burgen in Tiryns, Pylos, Athen, Iolkos; zentralistisch; Mykener hatten wohl wirtschaftliche Organisation der Minoer übernommen, nicht aber Architektur (z.b. Schachtgräber um 1500 und Kuppelgräber um 1400); Königstitel „Wanax“, König hatte auch sakrale Funktionen; Mykener waren kriegerisch (hatten z.B. auch Streitwagen); um 1200 zerstört von Völkern, die dort nicht siedelten sondern weiterzogen (Seevölker, die wohl erst von Ägypten unter Merenptah und Ramses 3 aufgehalten werden konnten), danach dorische Einwanderer, die evtl. aber nur eine Umgruppierung innerhalb des bisherigen Siedlungsgebietes war, auf jeden Fall sprachen sie dorisch; Tafeln von Pylos (von ca. 1200) zeigen Aufteilung des Reiches in zwei große Provinzen und diese wieder in 9 Bezirke mit einem Statthalter (korete), Bezeichnung für Amtsgut des Königs war Temenos; es gab auch Gemeindeland dass dem Demos gehörte; der Gegensatz von Kulturland und Weideland dürfte dem Gegensatz Privatland-Gemeindeland entsprochen haben; Kunst: gut in Elfenbeinschnitzerei, Bronzekörperpanzer aus Nekropole von Dendra bei Midea erhalten
- 1200-800 „Dark Ages“ Bevölkerungsrückgang Niedergang wohl auch durch die militär. überlegenen Seevölker und Nahrungskrisen – Schrift, Kunst, Handel, Kriegskunst, Schiffsbau verloren (homerische Überlieferung spielt wohl in mykenischer Kultur (aber! Anachronismen, evtl. auch Dunkle Jahrhundert (10./9. Jhd.) eingearbeitet (TH erstmals Finley 1954); TH Schrott 2008, die methodische Defizite aufweist: Homer sei ein griech. Schreiber im Dienst eines neuassyrischen Fürsten in Kilikien gewesen und durch Archivstudien angeregt worden; unzweifelhaft war Homer im äolisch-ionischen Raum ansässig, in Antike sieben Geburtsstädte diskutiert, von ihnen am ehesten Smyrna; Homeriden (= die die Erzählungen Homers erzählten) hatten ihren Sitz sicher in Chios, um 520 v. entsteht in Athen eine Standard-Edition der Ilias und Odyssee, allerdings nur eine Anspielung auf danach eingewanderte Dorier; (dorische Wanderung schwer fassbar, aber ionische Wanderung hat sicher ab ca. 1100 stattgefunden (Athener waren Ionier, bezeichneten sich stolz als alteingesessene (Autochthonie), die sich nachweisen lässt, denn Attika blieb unberührt von der Völkerwanderung der Eisenzeit), besiedelten Ionien, das davor schon durch aiolische Wanderung (ca. 1600) besiedelt worden war; das Heiligtum Olympia wurde im 11. Jhd. v. Chr. gegründet als regionales Zentrum des Zeuskultes (beginn der Olympischen Spiele angeblich 776, jedenfalls beginnt damit die Zählung der Olympiaden, der einzigen gemeinsamen Chronologie der olympischen Welt, immer vier Jahre, letzten Spiele 393n., zuerst Stadionlauf, danach Faustkampf (ab ca. 700 v.), Allkampf, Ringkampf, Fünfkampf (Pentathlon), wegen Nacktheit der Sportler wurden die Agone als „gymnisch“ (wörtl. nackte) klassifiziert) und im Stadion durchgeführt, das seinen Namen von dem Längenmaß von knapp 200 m, de zu laufenden Distanz, hatte. ab 680 v. auch Pferde als Reittiere dabei bekannt im Hippodrom (Pferdebahn); keine musischen Agone (obwohl bei anderen Agonen durchaus +blich); daneben isthmische Spiele bei Korinth, nemeische Spiele, pythische Spiele bei Delphi, Sportler, die alle vier Disziplinen gewannen, wurden als „Periodoniken“ bezeichnet; Siegespreis: Kranz von Lorbeer, Eppich, Ölbaum, Fichte; Olympiagewinner = Olympionik, Pythische Spiele Gewinner = Pythionk(e)) übertreibt den Reichtum der Könige gern; wenig Anzeichen eines Gemeinschaftsgefühls , bei Homer keine Verkaufsmärkte und Agora ist nur versammlungsplatz ohne wirtschaftliche Funktion, Händler (Homer nennt sie nur „Agenten“, späteres Wort „emporos“ war damals noch nicht anderes als „Passagier“ auf einem Schiff) sind fremde wie Phönizier, Handwerker und demiourgoi (Seher, Ärzte, Zimmerleute, Sänger, Herolde, also umherfahrende Spezialisten) der schon beratende und beschließende Versammlungen erwähnt in Odyssee und die Gemeinde als ganze mit demos bezeichnet, noch nicht institutionalisiert aber formalisierte Volksversammlung; aber auch neue Techniken wie Töpferscheibe (erstmals charakteristische Bemalung der keramischen Gefäße: geometrische Kreise etc.), Bearbeitung von Eisen, Schrift auf der Grundlage der ägyptischen Hieroglyphen über die Phönizier (mit Vokalen; vier große Gruppen der griech., Alphabete, in den meisten stand X für „ch“, aber Chalkidier sprachen es wie ks und über ihre Kolonie Kyme/Cumae und etruskisches so in unser Alphabet übernommen); Ionisch (in Attika gesprochen u.a. ; Assyrer im 9. Jhd. v. machten Jagd auf ionische Seeräuber;) und Äolisch (Böotien, Thessalien) repräsentierten die vordorische Bevölkerung, das Dorische von Messenien, Sparta, Argos, Korinth, Kreta, Elis, Arkarnanien und Ätolien der Neuankömmlinge; Arkado-Kyprisch = frühgriech. Dialekt erhielt sich in Arkadien; Fundstätte Lefkandi ein Fürstengrab um 1000 v.: Mann und Frau mit Pferden zusammen bestattet (verbrannt) (Lefkandi vermittelt den Eindruck, dass es nicht nur kleine Ansiedelungen gegeben hat); wohl kleine Könige (basileus), die unter einem (w)anax standen, kein Geburtsadel sondern Adel der Mächtigsten; gift-giving society; wenige Spezialberufler (Sänger, Ärzte, Herolde, Zimmerleute, Schmiede) wenige Sklaven (deren Position sicherer sein konnte als die eines besitz- u schutzlosen Freien); drei dorische, vier ionische Stämme, lokale Phylen, keine übergreifende gentilizische Einheiten
- zeitgleich in Ägypten unter Ramses II (1279-1213) dehnte sich Ägypten fast bis Kleinasien aus (auch Thutmosis III um 1450 war expansionistisch gewesen); griechische Söldner und Techniker wurden z.B. für Flottenbau zwischen 700 und 500 unabdingbar für Ägypten
- in Mesopotamien anders als in Ägypten früh Stadtherrschaften:
1) Sargon I. von Arkad um 2300 Begründer des Akkadischen Reiches = erstes bekanntes Großreich Mesopotamiens); Hammurapi um 1750;
2) Neuassyrisches Reich dehnt sich zwischen 900 und bis 650 aus: 760 wird babylonischer Gott Marduk eingesetzt in den Staatskult;
Assyrerreich (um 700 v.) war Inbegriff der Grausamkeit (Herrscher rühmen sich der Grausamkeiten, Massendeportationen, u.a. Nebukadnezar die Jüdische Elite um 600); Bibliothek des Assurbanipal um 650 mit Gilgamesch-Epos; Assurbanipal um 650 v rebelliert gegen seinen Bruder, den König von Babylon, letzt er König Assyriens fällt 609 v.
3) Neue chaldäische babylonische Dynastie und Mederreich, weiterhin grausam (Nebukadnezar)
4) Eroberung Babylons durch Perserkönig Kyros II 539 ; erst Kambyses erobert Ägypten 526; König der Perser stets auch König der Perser; Kyros um 550 setzt auf Integration, kann Babylon erobern, gilt als Innbegriff des weisen Herrschers; doch Kambyses tötet den Apisstier um 520 und verletzt religiöse Gefühle der Ägypter; 480 ließ Xerxes Athen mit Tempeln zerstören (was Alexander als Rachegrund nimmt)

- Lydien: Gyges um 650 schickt Ägypten Söldner und bricht damit 15 Jahre zuvor geschlossenen Vertrag mit Assurbanipal; expansionistisch; Kroisos (561-546) greift Achämenidenreich an (Delphisches Orakel Apollon: er werde ein großes Reich zerstören, wenn er Grenzfluss Halys überschreite) und wird von Kyros II besiegt, Sardes wird eingenommen, Satrapie; Aufstand des Paktyes führte durch Scheitern zur Involvierung zahlreicher griech. Poleis und deren Unterwerfung

800-500 v./479 v. (Abwehr der persischen Invasion) Archaik Begriff 1872 durch Nietzsche, Brunn Heinrich und Jacob Burkhardt geprägt

- wohl Siedlungskonzentration (Aufgeben von ganzen Siedlungen wie Lefkandi, Turkovuni, Larethua, Paros) „Binnenkolonisation“? „große griechische Kolonisation“
- Epik hat sich wohl in Teilen der griechischen Welt im 8. Jhd. entwickelt, die schon Polis hatten, in Äolier- dann Ioniergebiet
- alte monarchische Elemente halten sich teilweise: Ämterzulassung nur für Mitglieder einer einzigen Familie; (Ionien: Basiliden, Korinth: Bakchiaden, Epeiros: Charoner) bzw. einiger Familien (Kreta: Kosmen; Thespiai: Demuchen (7 Geschlechter), Metropolis in Thessalien (4 Geschlechter))
- König bekommt nur noch liturgische Funktionen und verschwindet dann vielerorts
- Befristung der Ämter auf ein Jahr, Iterationsverbot;
- Gesellschaftsordnung: Freie (Bürger (Grundbesitzer (Adelige <=> Bauern) <=> Grundbesitzlose (Handwerker u Kaufleute <=> Theten)) <=> fremde (Metoiken <=> Fremde i. e. S.)), Unfreie (unfreie Bauern <=> Kaufsklaven)

Identität

- alte falsche Vorstellung: Geschlecht (genos, pl. gene) umfasst bestimmte Haushalte (oikos, oikoi, alle die abhängig sind von einer Familie und Besitztümer, Ideal Autarkie aber wegen Metallen und Sklaven die von außen hergeholt werden mussten wurde in Praxis nicht erreicht), gekennzeichnet durch gemeinsamen Ahn (Heros), Gentilkult, Gentilvermögen, Selbstverwaltung, Endogamie, Klienten
- 1976 Felix Bourriot u Denis Roussel: gemeinsamer Ahnherr ist fiktive Konstruktion, Kult ist Schlüssel zum Verständnis der Gruppierungen, die tatsächlich als gene bezeichnet werden in Quellen; gene = priesterliche Familien, Gentilvermögen nur bei ihnen nachweisbar, Selbstverwaltungsorgane nur im kultischen Zusammenhang, Endogamie ist nicht zu erweisen, Klientele Abhängige hat es nicht gegeben
- 3 wichtigste Funktionen auf Ämter verteilt: Verkehr mit den Göttern, Kriegführung, Rechtsprechung; Recht wurde auch öffentl. ausgestellt auf steinernen Inschriften (kretisches Gortyn die eindrucksvollste von ca. 500 v.)
- Phylen (Stämme) und Geschlechter(Gene) wohl überkommene Organisationsform, aber erst wohl um 800 herausgebildet (zu Beginn der Archaik); Phratrien später entwickelt, ihnen konnten auch Nichtadelige angehören (Phratrie eine auf weitgehend fiktiver Verwandtschaft basierende territoriale Einheit; in Athen vor Kleisthenes konnte man sich durch Ausweis der Zugehörigkeit zu einer der in archaischer Zeit 12 Phratrien als Athener ausweisen)
- Familie, Haus, Besitz; Hausherr ist kyrios aber dem Haus stand Hausfrau vor, Zentralraum des Hauses megaron; Adel nur aufgrund von Hausbesitz und arete (Tüchtigkeit), nicht Größe sondern Güte des Besitzes entscheidend, Besitzlose (Thetes, freie Lohnarbeiter) hatten kein Ansehen,
- Frei: Theten, Demiurgen (ab der archaischen Zeit sesshafter),in homerischer Zeit Therapontes (Gefolgsleute eines Königs), die durch unfreie Sklaven ab archaischer Zeit ersetzt werden
- viel Hügel- und Bergland (Biuld S. 22) führt zu Landmangel, man baute Getreide, öl, Oliven (+ Äpfel, Birne, Granatapfel, Feige, Hülsenfrüchte) an, Kleintiere, selten waren Rinder und Pferde; Realerbteilungsrecht; Streubesitz; ab 4 Hektar Land Hoplitenstellungspflichtig; etwa 40/50 Hektar Land sind die größten uns aus klassischer Zeit bekannten Besitztümer was dem Zehnfachen eines sein Auskommen findenden Bauern entspricht
- Polis = Gemeinschaft der Hausherren (ursprüngl. Bedeutung „Fluchtort“, hatte evtl. einen getrennten Hafen; Aristoteles nennt entwickelten griech. Staat so, doch nicht wie im 19. Jhd. höhere entrückte Lebensform, sondern Siedlung befestigt auf Anhöhe, obere politische Einheit, gelegentliche sakrale Zusammenschlüsse (Amphiktyonien);
- Hausväterliteratur (Xenophons Oikonomikos = erstes wirtschaftwissenschaftliches Traktat Europas, sieht Bodenbearbeitung als Teil eines göttlichen Planes, nicht als menschl. Produktionstätigkeit; danach Cato, Varro, Columella, in Früher Neuzeit Wolf Helmhard von Hohberg z.B.)
- Wandel des Frauenbildes: erste Zeugnisse des Frauenhasses von Hesiod, Archolochos aus Paros, Semonides

Ideale: patriarchalisches Ideal (aber nur im oikos-Bereich); ergebnisorientierte Normerfüllung, aidos- (griechische Kultur sei Scham-Kultur gewesen, erstmals 1951 von Eric R Dodds geprägt); Grad der Ehre (time) bestimmt Ansehen (Adelige: hoi kaloi kagathoi = die Schönen und Guten); Agon (Wettkampf); agonales Ideal = Aristie Ideal (immer Bester zu sein und überlegen zu sein den anderen

Aristokratische Lebensformen:

- gemeinsame Werte: aristos = Überlegenheit gegenüber anderen; äußere Repräsentation auf Symposien oder Wettspielen, sophia = lebenspraktische Klugheit; Körperkraft; Negative Aristie zeichnete sich aus; Gastfreundschaft, Schönheit, Reichtum;
- ursprünglich sind sportliche Wettkämpfe Teil des Kults; panhellenische Spiele seit etwa 600 v. Chr. nicht nur in Olympia, sondern auch in Delphi, Nemea, bei Korinth regelmäßig; Olympia bis ca. 700 v. Kultfest für Zeus: alle vier Jahre Ende Juli, dauerte sechs Tage (1. tag Eid, Einteilung, Agon der Trompeter und Herolde seit 396v.; 2. Tag Agone der Jugendlichen, 3. Tag hippische Agone, Pentathlon, Riten für Pelops; 4. Tag: Prozession u großes Zeusopfer, Festmahl im Prytaneion; 5. Tag: Laufwettbewerbe (Dolichos, Stadion, Diaulos), Kampfsportarten (Ringkampf, Faustkampf, Pankration), Waffenlauf, 6. Tag: Siegerehrung vor Zeustempel, Bewirtung der Sieger im Prytaneion); erstmals Berufsathleten ab 5. Jhd. v.; außer Waffenlauf kein Praxisbezug der Sportarten; oft versuchten Sieger politisch Kapital zu schlagen (Kylon 630v. scheitert mit Tyrannenaspirationen in Athen); Preise waren nur symbolisch wie Kränze oder Öl, manchmal materielles;
- Gastfreundschaft; geschenketausch
- Dreh- und Angelpunkt des geselligen Lebens der Aristokratie: Symposia; wie auch außerhalb Griechenlands, aber Homer erster Zeuge (Aufgeschrieben was Aöden gesungen haben, zuerst Ilias, dann Odyssee; Ilias 24 Bücher, Ilion = Troja; nur 51 Tage aus 10 Jahren Schlacht; Odyssee 24 Bücher, eine Geschichte aus den Nostoi (Heimfahrgeschichten)); zu Homers Zeiten konnten noch Ehefrauen teilnehmen (später nur Sklavinnen und Hetären) und man setzte sich zu Tisch, während man seit dem 7. Jhd. v. Chr. auf Klinen, Liegebetten, lagerte, eine Sitte, die aus dem Osten (Assyrer, Perser, Lyder) übernommen wurde; Kriegerkaste der Spartiaten war in Zelt- u Mahlgemeinschaften (Syssitien) gegliedert: ab 4. Jhd. v. Chr. Symposionliteratur (Plutarch Symposiaka 80n Chr.; Athenaios Deipnosophistai, Gelehrtenmahl 200 n.); im Gelageraum (andron) waren 3-15 Liegen; Trankopfer für Dionysos von ungemischtem Wein; Symposiarch wird gewählt der Themen und Mischung des Weins und Rhythmus des Trinkens bestimmt; das Außer-Sich.-Sein (komos) konnte auch Bestandteil sein;

Kunst:

- Tempel: mit Säulenkranz (Peristasis), wenn zwei Säulenreihen um Tempel dann (Dipteros), Kerngebäude ist naos oder cella darin noch adynaton;
- ab 7. Jh. Großplastik aus Stein, 1. Kouroi (aufrecht stehende nackte Männer mit Händen zur Faust geschlossen und herabhängenden Armen) bis ca. 500 v. danach mit Kritos Knaben schon Ponderation 2. Korai aufrecht, oft mit einem vorgestreckten Arm, extravaganter werdende Frisuren, Trachtdetails (Untergewand Peplos oder Chiton und Obergewand Himation) 3. andere wie Reiterstandbilder, etc. Reliefs
- ab 8. Jhd. wieder figürliche Vasenmalerei; Führungsrolle Korinth, die ab 7. Jhd. schwarze Figuren als Shilouetten und Bonnenzeichnungen eingeritzt mit weiß oder rot; Athen übernimmt das ab ca. 600 c. und bildet 530 v. rotfigurigen Stil, bei dem Figuren ausgespart werden (roter Ton)
Stasis – permanenter Konflikt_
- angestachelt durch Rache (timoria) und Neid (phthonos), wie auch vom Innbegriff eines Aristokraten Alkibiades (+404) betont wurde; zu stasis, die auf einzelne Aristokratenperson ausgerichtet ist, gehören aber auch Nicht-Aristokraten <=> Kritik daran oft mit dem Begriff der Hybris (Zuviel) hantierend, Wahlspruch der allen Griechen heiligen Orakelstätte Delphi lautete meden agan (nichts zu sehr), sophrosyne (Mäßigung), polis als rechtsraum
- laut TH Eduard Meyer etc.: soziale und wirtschaftliche Entwicklung => Spannungen der archaischen Zeit (Problem Quellen, einzige Art handwerklicher Tätigkeit bei den Griechen von der wir genauere Vorstellungen haben ist die keramische im 7.f Jhd., früheste Münzprägungen ca. 650 in Kleinasien (erste Münzen, die aus Elektron angefertigt waren, ihre Einführung wird wiederholt mit den Lydern in Verbindung gebracht) ; (Fernhandel? gefundene Münzen von Athen und mazedonischen thrakischen Poleis wurden nur wegen ihres Silberwerts im Ausland gefunden

Erfindung des Bürgerstaates: Konzepte, Kolonisation, soziale Krise um 600 v. Chr. und Solon, Tyrannis ethnos bezeichnet polit. Gemeinschaft (musste nicht städtisches Zentrum haben, bezeichnet sich jedenfalls nicht nach Stadt, Begriff „ethnos“ aus klass. Zeit, davor einfach „Die Aitoler, die Thessaler))einige westl. u zentraler Gegenden wie der Aitoler und Arkader (Stammstaaten) seit der Einwanderung der Griechen 2000 v. Chr. (Einwand Fritz Gschnitzers der ungerechtfertigten Betonung der polis zum Nachteil der ethne kann wegen Quellenmangel nicht nachgekommen werden) in Boötien bspw. war der ethnos den poleis gewichen, aber ansonsten keine Quellen für andere Orte mit gleichem Vorgang

Bürgerstaat ab ca. 700 entwickelt, Athen war nicht der erste, es gab in Elis schon im 6. Jhd. Beamte, Volksbeschlüsse und Bürgerrecht in zeitgleich in Athen nicht vollendetem Maße

TH alt: Blütezeit der Polis zwischen Kriegen 480-431 danach Verfall

Konzepte: antiquarisch-positivistische Methode (Sammlung Inschriften seit 1873, Mommsen, 1890 wurde Aristoteles Verfassungsgeschichte Athens entdeckt); Marxistischer Denkansatz (durch 1884 Engels Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates; Überproduktion => Privateigentum, Tauschhandel, Zeit des Adelsstaates ab ca. 8 Jhd. v.); ideal-typisierende Betrachtungsweise (betont Stufenentwicklung und Kultverbandscharakter, z.B. Denis Fistel de Courantes; Burkhardt betont Zwangscharakter der Polis, Gewaltausübung und Unterdrückung; Victor Ehrenberg sieht Polis als Personengemeinschaft die durch Mitwirkung nicht unter Gewaltdiktat sondern Selbstverwirklichugsziel steht); Eduard Meyer vertritt Aristoteles‘ Definition; sozialanthropologischer Staatsbegriff (Staat entwickelt sich aufgrund von ökonom. sozialer Differenzierung; 1) Streitschlichtung (Normen); 2) Soziale Integration (zb Kult) 3) Kasuelles Entscheidungshandeln (zb Gerichte):

Staatlichkeit vs. Nichtstaatlichkeit (Zentralisierung von Macht und ihre Delegierung – nicht) (Institutionalisierung von Rollen oder Funktionen – individuelle Wahrnehmung von Aufgaben) (Kontinuität und Permanenz der staatl. Funktionen –nicht) (Quelle der Macht: Abstraktum Staat, repräsentiert zb durch Monarchen oder Bürgerschaft) (Durchsetzung von staatl. Entscheidungen der Amtsträger durch die Staatsgewalt – Zubilligung von Macht durch Konsens)

Kolonisation (ca. 750-ca. 500; Eigenbezeichnung nach 400 v. Chr.: synoikismos anachronistisch, denn nur selten siedelten Mitglieder mehrere Poleis zusammen; Kolonien = apoikie = Niederlassung, wörtl. Ab-Hausung)

- Lebensbedingungen durch Subtropisches Klima (Frühjahr März-Juni; Trockenzeit Juni-Oktober; Regenzeit Oktober – März) beeinflusst, 4/5 des Landes von Bergen bedeckt
- meisten Gemeinden siedelten auf unter 100 qm oft um Erhebung herum (Akropolis = Oberstadt), wenige Polis allgemein hatten mehr als einige hundert Bürger. aber ab 800 v. ca. mehr Siedlungen an Rändern der Fruchtebenen und möglichst in der Nähe eines Hafens ; oft dichte Bebauung ohne öfftl. Räume (Bild Smyrna S. 124)
- gleicher Kalender (Feste et c.) wie Metropolis
- Bevölkerungsanstieg (umstrittene Zahlen von Anthony Snodgrass geht von Versiebenfachung zwischen 780 und 720 v. Chr. aus), Ursachen unklar
- wohl Verlagerung von Viehwirtschaft auf LW
- Ziel neues Ackerland gewinnen
- 750 v. Nachweisbar Chalkidiker in heutigem Ischia (Pithekussai) um dort Erzvorkommen auszubeuten
- vor den Griechen schon die Phönizier (seit 1000 v. Chr. aber eher weitmaschiges Netz)
- in nördl. Ägais, Dardanellen, Schwarzem Meer, Sizilien (erstmals ca. 750 v. Chr.), Unteritalien, Südfrankreich, Spanien, Cyrenaika; zuerst chalkidische an heutigen Orten Al mina und Sukas, in Nordsyrien und Pitthekussai/Ischia dauerhaft sesshaft; Chalkidier als erste , besiedeln Unteritalien , Sizilien, dann Korinth (Syrakus, Magara), Rhodier u Kreter in Sizilien, Achäer nach Unteritalien, ausgeprägter im Westen als im Osten
- zuerst um Erz- und Keramikprodukte gegen Metall u Luxusgüter zu tauschen (Vorsicht: Bestreben, neue Absatzmärkte zu finden v.a. von marxistischen Historikern wie Thomson unterstellt
- Apoikien über Treuegefühl, aber nicht politisch an Metropolis gebunden
- nur in nicht stark politisch kontrollierten Gebieten (nicht in Phönizischem Nordafrika)
- Q Bericht Herodots über die Gründung des nordafr. Kyrene 630 durch Thera: nach Orakelbefragung, unter Führung eines basileus/oikistes/Archeget (Anführer)/ vor Ort: oikistes bzw. Ktistes (Gründer) (die dann später als Heros oft verehrt wurden), meist unter Apollon als Schutzgott
- in einigen Kolonien hießen die ersten Siedler und ihre Nachkommen gamoroi („die die das Land unter sich geteilt haben“), zb. in Syrakus
- es gingen meistens nur Männer
- Sparta beteiligte sich wohl wegen Eroberung Messeniens nicht an der Koloniegründung
- Beziehungen zu Ägypten: einzige von ihnen gegründete Stadt Naukratis über die hinaus sie sich nicht ausbreiten durften; Söldner in Ägypten gegen Assyrien; Lyderkönige Gyges und Kroisos sandten wie Griechen Weihgaben nach Delphi; Ägypterkönig Amasis hatte ein Bündnis gegen Persien mit dem Tyrannen Polykrates („Ring des Polykrates“)
- erstes aus Stein gebautes Gebäude war der Tempel (S. 165: immer größer) (erste um 800 gebaut auf Athen, Korinth, Eretria, Tiryns, Samos, Dreros auf Kreta)
- a ca. 600 Getreideimporthandel in ägäischen Städten (besonders viel Getreide aus Südrussland importiert)
- Solon verbot den Export jeglicher athenischer Agrarprodukte aus Attika bis auf Olivenöl; TH Poleis haben Handelspolitik nur insoweit betrieben, als sie Import und nicht Export unterstützten; Getreideversorgung und Güter fürs Militär besonders wichtig ((S. 94ff))
- theoretisch sollten die Poleis das staatsvermögen für die Unterhaltung der Bürgre ausgeben; es gab keinen Budgetplan der Poleis, Überschüsse wurden nicht investiert sondern für Prestigeobjekte ausgegeben;
- Q zu Wirtschaftsgeschichte „über die Einkünfte“ des Xenophon mit Liste der Verpachtung von Gruben;
- Staatseinnahmen: Steuern, Tribute
- ab 7. Jhd. graduelles einführen des Münzgeldes
- neue Hoplitentaktik (großes Rundschild stark nach außen gewölbt= Hoplon = Rüstung, die freie Bauern selbst bezahlten und stellten, brachte ihnen mehr Mitspracherechte, eine schlachtreihe = Phalanx ; panhoplia = Schuld, Beinschienenleisten, Brustpanzer, Rüstung, Lanzen, Schwert, Helm) Entstehung sicherlich mit Adelszustimmung, Entstehung des Amts des Polymarchos; auch Peltasten (Soldaten mit einem kleinen Rundschild der pelte) spielten in Landschlachten ((zumindest des 4. Jhds.)) eine große Rolle; beachtlicher Aufstieg des Söldnerwesens im 4. Jhd. schon in homerischer Zeit bekannte Phalanx (feste Schlachtreihe des schwerbewaffneten Fußvolks) bekannt => Reiterei, die dagegen nichts ausrichten kann verschwindet vielerorts; eigenwillige Einzelkämpfer nicht gefragt sondern mussten sich als festpositioniertes Glied eines Gesamten fühlen;
- für Seeschlachten wird drei Ruderreihige Triere gebildet, das typische Kriegsschiff der Griechen (aber auch der Phöniker), Taktik des Rammens und Ruderabtreifens => Bewaffnete (Epibaten) wurden nicht mehr so sehr gebraucht, Ruderer aus untersten Schichten erlangen poit. Erhöhung;
- neu ab 7. Jhd. tritt Reitpferd an die Stelle des Streitwagens, übernommen von östlichen und nördlichen Nachbarn
- Verschärfung der Stasis- Auseinandersetzungen seit 650v.
- Schlichter die über Wohlordnung (eunomia) der Gesellschaft nachdachten gab es viele (vorsokratische Philosophie)
- Verschuldung, Optionen: Landverkauf; Schuldsklaverei auf ehemalig eigenem Besitz; Schuldsklaverei als Söldner, Flucht; Hektemoroi (bäuerliche Hintersassen im vorsolonischen Athen) hatte 1/6 oder best. Anteil seines Erwirtschafteten abzuliefern, also fest abhängige Bauern; Schuldenmale (horoi)
-
- politische Konflikte durch Schiedsrichter (Aisymnetes) oder Versöhner (Diallaktes) zu schlichten, namentlich bekannte: Epizephyrioi in Süditalien um 600, Charondas von Katane auf Sizilien 6. Jhd., Lykurg in Sparta, sagenhafter Drakon, historisch gesicherter Solon in Athen, Pittakos in Mytilene auf Lesbos (7./6.Jhd), führten durch schriftlich aufgestellte Gesetze vom Adelsstaat weg

ATHEN

- wie Sparta kaum an der Kolonisationsbewegung teilgenommen (Sigeion und thrakisches Chersones sind untypische Ausnahmen)
- bereits im 7. Jhd. erster (gescheiterter) Versuch durch den Adligen und Olympioniken Kylon, eine Tyrannis zu errichten
- im 7. Jhd. Athen
- in vier Phylen (Geleontes, Hopletes, Aigikoreis, Argadeis) gegliedert, jede hat einen phylobasileus;
- Trittyen
- insg. 48 Naukarien (Schiffssteller)
- Phratrien führen Geburts- und Volljährigkeitsregister
- 621/620 Drakon,
- davon nur Gesetz über Tötungsdelikte: erstmals unterschied es vermutlich für das Strafmaß die absichtliche und die unabsichtliche Tötung (modern: Mord/fahrlässig); Intention war die Aufhebung der Blutrache
- durch Drakons sollen laut Aristoteles die polit. reche den hoplitai (Schwerbewaffneten) zugewiesen worden sein, womit das aktive Wahlrecht gemeint ist, denn nur diese Bürger wählten Archonten, Kassenwarte (tamiai), militär. Kommandeure, Feldherren (strategoi), Reiterführer (hipparchoi)
- passives Wahlrecht hatten alle über 30-Jährigen mit rechtmäßiger Ehefrau und mindestens zehnjährigen Kindern sowie einem best. Mindestvermögen
Diskussion um Epheten-Gerichte (TH Keimzelle der Staatlichkeitswerdung Athens?) (51 Epheten)
- Bürger <=> Metoike oder Fremder (xenos); bestimmte Gruppen: Ostrakisierte; solche die ihre atimia verloren hatten;
- selten wurden Gruppen oder Einzelpersonen athen. Bürgerrecht verliehen (427 Überlebenden der Schlacht bei Plataiai, 406 den bei Schlacht teilgenommen habenden Metoiken, 405 Bewohner von Samos)
- bis zum Peloponnesischen Krieg war Elite immer Landbesitzer, dann Veränderung der Besitzverhältnisse
- Metöken („Mitwohner“) waren Freie die in Attika u Athen wohnten; man wurde wohl von selbst nach einer gewissen Aufenthaltszeit Metöke (was aber umstritten ist), früherer Name metanastes („Mitwohner“) bei Homer mit „atimetos“ unehrenhaft verbunden
- mussten das metoikion zahlen (die Metoikensteuer, etwa 12 Drachmen pro Jahr für erwachsenen Mann, Hälfte für Frau, also nicht sehr hoch) (Bürger zahlten keine Kopfsteuer sondern höchstens unregelmäßige Abgabe für ihr Vermögen),
- Abgabe für Recht auf agora Handel zu treiben
- bestimmte Steuer für Fremde (xenika)
- Möglichkeit des Gewährens der Gleichheit mit Bürgern bez. Abgaben „isoteleia“
- jeder Metöke musste sich prostates (einen Patron) suchen, athen. Bürger der ihn vor Gericht vertrat
- plus Abgaben (Liturgie, Kriegsdienst), die auch Bürger geben mussten
- bei Nichterfüllung der Pflichten konnten Metöken in die Sklaverei verkauft werden;
- Sklaven
- durften nicht ungestraft misshandelt oder getötet werden,
- mit Ausnahme mancher Staatssklaven (demosioi) und der choris oikountes (der Sklaven die „getrennt wohnten“ und ihrem Herrn eine Rente zahlten, ansonsten aber mehr oder weniger unabhängig waren) konnten sie nicht selbstständig vor Gericht gehen
- die Zeugenaussage eines Sklaven vor Gericht wurde im allgemeinen nur anerkannt, wenn sie unter Folter gemacht wurde
- übten mehr oder weniger dieselben Tätigkeiten aus wie die Freien, allerdings keine politische und militärische Betätigung; und häufiger waren Sklaven in Bergwerken tätig

[...]

Details

Seiten
53
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656943587
Dateigröße
780 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v296205
Note
Schlagworte
Peloponnesischer Krieg Alexander der Große Seleukiden Ptolemäer Griechen Makedonen Griechenland Perserkriege Minoische Kultur Mykene Kreta

Autor

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Titel: Geschichte der Griechen von den Anfängen bis in die 80er Jahre vor Christus hinein