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Elterliche emotionale Vernachlässigung und die Auswirkungen auf die Sozialkompetenz

Hausarbeit 2014 21 Seiten

Psychologie - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Elementare Basisbedürfnisse eines Kindes für eine altersgemäße Entwicklung

3. Sozialkompetenz

4. Formen elterlicher Vernachlässigung

5. Folgen und Auswirkungen von emotionaler Vernachlässigung auf die sozialen Kompetenzen des Kindes

6. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungen:

Anhang:

1. Einleitung

Das Thema dieser Hausarbeit ist „Elterliche emotionale Vernachlässigung in der frühen Kindheit“ und befasst sich mit den Auswirkungen von Kindesvernachlässigung in der Sozialkompetenz. Emotionale Vernachlässigung von Kindern erhält in den Medien und der Öffentlichkeit, aber auch in der professionellen Wahrnehmung, eine erkennbar geringere Aufmerksamkeit als die körperliche Misshandlung oder sexueller Missbrauch. Nach Schätzungen liegt die Zahl der vernachlässigten Kinder um ein Vielfaches höher als etwa die des sexuellen Missbrauchs. Es besteht aktuell aber noch ein relativ geringes Wissen, denn emotionale Vernachlässigung von Säuglingen und Kleinkindern ist bislang ein wenig beachtetes Phänomen. Gerade diese Tatsache hat das Interesse der Autorin geweckt, sich näher mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Zunächst haben sich der Autorin im Laufe der Literatur- und Materialbeschaffung einige Fragen aufgetan, die in der Arbeit beantwortet werden.

Was benötigt ein Kind grundsätzlich um leben zu können?

Was braucht es, um eine gesunde geistige und seelische Entwicklung zu erfahren?

Welche Auswirkungen kann es für das Kind haben, wenn ihm die Befriedigung der Grundbedürfnisse durch seine Bezugsperson/en verwehrt bleibt?

Welche Folgen kann eine solche Vernachlässigung für das weitere Leben und die Entwicklung des Kindes haben?

Sind emotionale Misshandlung und emotionale Vernachlässigung immer aneinander gekoppelt?

Zu Beginn der Arbeit wird geklärt, was grundsätzliche und notwendige Grundbedürfnisse von Kindern sind. Somit ist der Begriff der Kindesvernachlässigung besser nachzuvollziehen und damit eine einheitliche Grundlage für die weitere Arbeit geschaffen. Zu einem besseren Verständnis wird auf weitere Formen der Vernachlässigung eingegangen, da diese nur schwer voneinander zu trennen sind. Des weiteren werden die möglichen vielfältigen Folgen der emotionalen Vernachlässigung skizziert. Die Auswirkungen solcher traumatischen Erfahrungen sind komplex, und es ist kaum möglich, sie auf allgemeingültige Folgeerscheinungen zu reduzieren, jedoch liegt das Hauptaugenmerk dieser Arbeit auf denen der sozialen Kompetenzen. Zudem wird weitgehend bewusst auf den Einbezug von statistischen Daten verzichtet, da bisher keine einheitlichen Datenerhebungen zu emotionaler Kindesvernachlässigung in der Bundesrepublik Deutschland erhoben und entwickelt wurden und sie somit in diesem Kontext nicht aussagekräftig sind. Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird meist von dem Kind gesprochen, dennoch bezieht sich die Ausarbeitungen auf das Säuglings- und Kleinkindalter. Zudem wird fast immer die männliche Form zur besseren Lesbarkeit verwendet, jedoch sind Frauen genauso gemeint. Ebenfalls der Einfachheit halber wird in der Arbeit von den Eltern als Primärbezugspersonen ausgegangen, könnte aber auf jede andere Form der Bezugsbetreuung übertragen werden.

2. Elementare Basisbedürfnisse eines Kindes für eine altersgemäße Entwicklung

Kinder haben das Recht auf eine individuelle, personale und soziale Entwicklung. D. h., sie haben das Recht zu wachsen, zu lernen und zu gedeihen, ihre Persönlichkeit zu entfalten und sich damit zu emotional stabilen, eigenständigen, einfühlsamen und sozial verantwortlichen Persönlichkeiten zu entwickeln (vgl. Art.2 Abs.1 iVm. Art.1 Abs.1 GG und die UN-Kinderrechtskonvention).

Für eine optimale Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit ist eine zuverlässige Erfüllung der Grundbedürfnisse nötig. Unabdingbar ist der Zusammenhang zwischen der Befriedigung dieser kindlichen Bedürfnisse und einer guten Entwicklung des Kindes.

„Welche Bedürfnisse zu den Grundbedürfnissen von Kindern zählen, wird einerseits anhand von Menschenbildern und insbesondere anhand der Bilder von Kindern und Kindheit begründet, die in unserer Gesellschaft geformt werden. Andererseits haben empirische Forschungen nachgewiesen, welche Bedürfnisse von großer Bedeutung für die Entwicklung von Kindern sind und daher zu den Grundbedürfnissen gehören“ (Galm, 2010, S.33).

Abraham Harold Maslow, als Gründervater der humanistischen Psychologie, hat einige wichtige Erkenntnisse der menschlichen Bedürfnisse dazu aufgestellt, sowie zu deren Motivationsgrundlagen. Auch wenn das Modell seiner „Bedürfnispyramide“ umstritten ist, sind die Grundannahmen dafür in der Fachliteratur verbreitet, immer wieder aufgegriffen und geben im Wesentlichen die empirischen Forschungsergebnisse wieder. Er hat die grundlegenden Bedürfnisse, die für die gesunde Entwicklung eines Kindes erfüllt sein müssen, wie folgt definiert: bei Fehlen wird Krankheit hervorgerufen, bei dem Vorhandensein Krankheit vermieden, bei Wiederherstellung Krankheit geheilt. Ein zusätzliches Merkmal ist die bewusste oder unbewusste Sehnsucht danach (vgl. Maslow, 1973, S.37f.). Maslow hat diese Bedürfnisse im Rahmen der Hierarchie in Form einer Pyramide angeordnet (vgl. Abb.1). Ihm zufolge müssen i.d.R. zunächst die Basisbedürfnisse bis zu einem Mindestmaß befriedigt sein, damit sich auf der nächsten Stufe überhaupt Interessen entwickeln und deren Befriedigung angestrebt werden kann. Je älter das Kind ist, desto mehr Gewicht bekommen die auf den oberen Ebenen benannten Bedürfnisse. Abhängig sind diese vom Entwicklungsstand des Kindes und von seiner Gesamtkonstitution. Vernachlässigung bedeutet hier, dass die Bedürfnisse auf einer oder mehreren Ebenen (der Pyramide) chronisch unzureichend befriedigt werden. Die Folgen sind umso gravierender, je niedriger die versagten Bedürfnisse in dieser Hierarchie angesiedelt sind. So führt das Ausbleiben physiologischer Bedürfnisbefriedigung, wie z.B. Essen, Trinken, Atmen, Schlafen etc., nach einer gewissen Zeit zum Tode. Die Befriedigung höherer Bedürfnisebenen verträgt dagegen eher einen Aufschub. „Gesunde Menschen“ fühlen sich in ihren Grundbedürfnissen befriedigt und streben Wachstum an, das der Selbstverwirklichung dient. Wohingegen vernachlässigte Menschen weiterhin die Grundbedürfnisse wie Sicherheit, Geborgenheit, Liebe, Achtung und Selbstbewusstsein anstreben. (Vgl. Maslow, 1973, S.40 f.). Jedoch belegt ein Experiment z.Z. von Kaiser Friedrichs II. (1194-1250), wie wichtig emotionale Wärme, Zuwendung und Liebe für eine gedeihliche Entwicklung von Babys ist. Einige Babys wurden von ihren Eltern getrennt und von Ammen versorgt. Es wurden ihre physischen Bedürfnisse gestillt, jede weitere soziale Interaktionen wie Kuscheln und Reden waren untersagt, alle Kinder starben (vgl. Burat-Hiemer/Suess, 2009, S.119). In neuerer Zeit wurden von Charles A. Nelson ähnliche Erkenntnisse dazu in Rumänien gewonnen (vgl. Brinck, 2012, S.2).

Grundlegend werden die kindlichen Basisbedürfnisse in drei wesentlich gleichwertige Gruppen gegliedert. Diese Gruppen stehen miteinander in Zusammenhang und sind in ihrer Wirkung voneinander abhängig.

Die erste Kategorie ist das Bedürfnis nach grundlegender Versorgung und Schutz. Sie stellt eine Zusammenfassung von Ansprüchen dar, die für das Leben und Überleben des Heranwachsenden existenziell sind. Das beinhaltet die körperliche Unversehrtheit, Versorgung und Sicherheit. Damit sich ein Kind physisch und kognitiv gesund entwickeln kann, müssen, in Verbindung mit dieser Bedürfniskategorie, bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Ein Kind sollte regelmäßig und genügend mit gesunden und ausgewogenen Nahrungsmitteln und Getränken versorgt werden. Zudem ist es wichtig, dass die Eltern auf Hygiene und Körperpflege achten, für einen angemessenen Wach- und Ruhe-rhythmus sowie für Schlaf sorgen. Ebenso ist es Aufgabe der Bezugsperson/en, den Nachwuchs vor Gewalt, Zwang und anderen physisch und psychisch verletzenden Handlungen zu schützen. Kinder und Jugendlichen haben das Recht auf gewaltfreie Erziehung: „Körperliche Bestrafung, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig“ (§ 1631 Abs.2 BGB). Das Kind muss gegen ungünstige und schädliche äußere Einwirkungen und Einflussfaktoren (z.B. Witterung), Gefahren (z.B. Straßenverkehr und Alkohol) sowie Krankheiten abgesichert werden (vgl. Galm, 2010, S.34).

Kinder haben nicht zuletzt von Natur aus ein Bedürfnis nach sozialer Bindung und Beziehung, aufgrund ihrer Abhängigkeit von einer Bezugsperson in den ersten Jahren, da das Kind nicht in der Lage ist für sich selbst zu sorgen. Dieses Basisbedürfnis wird grundlegend durch das Heranwachsen des Kindes in einer beständigen und liebevollen Beziehung zumindest einer Bezugsperson erfüllt, also, eine Verbindung, die sich durch Nähe, Fürsorge, Zärtlichkeit, Empathie, Verfügbarkeit und Verlässlichkeit der Bezugsperson/en auszeichnet. Dadurch ist gewährleistet, dass sich die Identität eines heranwachsenden Individuums entwickeln kann. Dabei werden die Beziehungen in Abhängigkeit von dem individuellen Kind, seinem Temperament, seiner Gefühlsregulation und Ausdrucksfähigkeit mitgestaltet. In den ersten Lebensjahren geht das Kind Bindungen, im Sinne von Bowlby und seiner Bindungstheorie, zu den Person/en ein, die seine physischen und psychischen Bedürfnisse befriedigen. Diese Bindungen sichern das Überleben und entwickeln Erfahrungen, die das zukünftige Bindungsverhalten und den Umgang mit anderen Menschen bestimmen. Das ist beim Knüpfen von sozialen Kontakten (z.B. zu Peers) von großer Bedeutung. Stabile und konstante Bindungen ermöglichen die Weitergabe von Wissen und Fähigkeiten. Positive Verbindungen erleichtern die Exploration und fördern damit die geistige Entwicklung, indem sie Konstanz und Verlässlichkeit sicherstellen, sowie Konzentration und Aufmerksamkeit ausbilden. Diese Beziehungen bieten dem Kind eine Basis für Rückzugsmöglichkeiten und Unterstützung (vgl. Julius, 2009, S.13f.). Als Rahmen kann dem Bedürfnis nach sozialen Beziehungen, Verbundenheit, Zugehörigkeit, stabilen, unterstützenden Gemeinschaften und kulturelle Kontinuität zugeordnet werden. Soziale Kontakte, faire, durchschaubare und respektvolle Verhältnisse sowie deren Werte und Normen, aber auch die Auseinandersetzung mit und die Akzeptanz durch anderen können die Entwicklung von Persönlichkeit und sozialer Verantwortung unterstützen (vgl. Brazelton/Greenspan, 2002, S.31).

Die dritte Gruppe ist das Basisbedürfnis nach Wachstum. Um sich geistig und auch körperlich entwickeln zu können, sollte das Bedürfnis nach kognitiver, emotionaler, ethischer und sozialer Anregung, Orientierung und Erfahrung erfüllt werden.

Der Explorations- und Wissensdrang von Kindern schließt gleichermaßen das Verlangen nach Spiel und Leistung ein. Durch Ermutigung und angemessene Stimulation wird das Explorationsverhalten unterstützt. Kinder brauchen Erfahrungsräume, in denen sie selbstständig üben und sich unter Beweis stellen können. In ihnen benötigen sie Struktur und Halt, wie auch sinnvoll gesetzte Grenzen. Das erfordert Geduld, Klarheit, Beständigkeit, Lob und Anerkennung.

Bereits Säuglinge wollen und benötigen für ihre Entwicklung ein anregungsreiches, materielles (Mobilé, Spielzeug, Bücher etc.) und gleichermaßen soziales Umfeld. Dabei ist es für die Entwicklung günstig, vom einzelnen Kind und nicht von altersgebundenen allgemeinen Vorgaben auszugehen. Sowohl ständige Über- als auch Unterforderung wirkt sich altersunabhängig negativ aus (vgl. Galm, 2010, S.36 f.). Die Möglichkeit zur Teilhabe an ausgewählten Aktivitäten der Erwachsenen und zu möglichst selbstständigen Versuchen der Bewältigung unterschiedlicher Aufgaben und Probleme in gestalteten Erfahrungsräumen, sowie die Anerkennung dieser Leistungen, ist in jeder Altersstufe für eine positive Selbstkonzept- und Selbstkompetenzentwicklung wichtig (vgl. Galm, 2010, S.36).

Alle Grundbedürfnisse sind für ein gesundes Aufwachsen der Kinder von überaus großer Bedeutung und können in der Erziehung gehemmt oder gefördert werden. Diese Aspekte wurden von Tschöpe-Scheffler in „Fünf Säulen der Erziehung“ übersichtlich dargestellt (vgl. Abb.3 und Abb.4).

Um die Bedürfnisse nach grundlegender Versorgung und Schutz, sozialer Zugehörigkeit durch Bindung und Beziehung sowie körperliches und geistiges Wachstum zu fördern, sollten Eltern in der Zuständigkeit und Verantwortung stehen: Liebe, Achtung, Kooperation, Struktur und Förderung zu geben sowie zu ermöglichen.

3. Sozialkompetenz

Wie definiert sich Sozialkompetenz? Sozialkompetenz ist schwer von anderen Kompetenzen zu isolieren, da sie einander bedingen. Die exemplarische Betrachtung der Sozialkompetenz hat gezeigt, dass emotionale und kommunikative Kompetenzen i.d.R. Teile von ihr sind und soziales Verhalten im Umgang mit Menschen und Situationen zeigen (vgl. de Boer, 2008, S. 29). Somit wird von sozialen Kompetenzen gesprochen.

Kinder kommen auf die Welt mit der grundlegenden Bereitschaft, sich sozial zu entwickeln und Verhaltensweisen zu erlernen. Das bedeutet, diese wahrzunehmen, nachzuahmen, zu erkennen und zu regulieren. Hier sind angemessene feinfühlige Reaktionen und Anregungen der Eltern nötig. Die Emotionsforschung geht von verschiedenen Ansätzen aus dies zu begründen. Gemäß dem funktionalistischen Ansatz haben einzelne Emotionen die Funktion Handlungsbereitschaften zu ändern, um Motive zu verfolgen und Bedürfnisse zu befriedigen. Im Laufe der Kindheit werden die Bereitschaften von Handlungen abgekoppelt. Der soziokulturelle Ansatz geht davon aus, dass Emotionen und deren Regulierung durch die soziale Interaktion gebildet werden. Hierbei spielen Normen, Einstellungen und Verhaltensweisen der jeweiligen Kultur und Familie eine entscheidende Rolle (vgl. Lohaus/Vierhaus, 2013, S.138 f.). Kasten verdeutlicht dies in seinem Buch „Soziale Kompetenzen: Entwicklungspsychologie Grundlagen und frühpädagogische Konsequenzen“ (Kasten, 2008), indem er einen Menschen als sozial kompetent bezeichnet, wenn er in der Lage ist, mit seinen Mitmenschen so zusammenzuleben, dass er von diesen und sich selbst als akzeptabel, angemessen und zufriedenstellend erlebt wird, d.h., dass man auf andere eingehen, deren Standpunkt nachvollziehen und mit ihnen kooperieren kann. Um die sozialen Kompetenzen auf- und ausbauen zu können, muss für das Kleinkind körperlicher Kontakt, wie auch Augenkontakt, Beobachtung und Nachahmung gewährleistet sein. Zudem ist das Explorieren, und die damit verbundene wechselseitige Interaktion, von Bedeutung, um sich selbst kennenzulernen und das soziale Gefüge zu verstehen. Im ersten Lebensjahr wird in Abhängigkeit der elterlichen Reaktionen das Fundament für eine (positive und tragfähige) Bindung gelegt. Das Kind lernt zunehmend seine Gefühle zu benennen, zu regulieren und zu steuern. Das Spektrum der sozial bedeutsamen Gefühle differenziert sich bereits im Laufe des zweiten Lebensjahrs und so entwickelt sich emotionale Kompetenz. Kinder drücken Gefühle zunehmend mehr in Abhängigkeit von vorangegangenen Ereignissen aus. So entsteht eine eigene Identität –das Ich– und die Abgrenzung von anderen Individuen. Wenn sie eine sichere Bindung, nach dem Modell von Mary Ainsworth haben, suchen sie von sich aus zunehmend mehr die Nähe und den körperlichen Kontakt zu ihren Bezugsperson/en. Das Verständnis für Dinge des sozialen Miteinanders nimmt rapide zu. Auch die Sprachentwicklung ist wichtig für die soziale Kompetenz, da durch sie die Fähigkeit entsteht, sich zum Einen anderen gegenüber mitzuteilen, zum Anderen sich selbst Prozesse erklären und beschreiben zu können. Eine weitere Fähigkeit ist das Integrieren in Gruppengefüge. Der Stellenwert von anderen Menschen und Gruppen wird wichtiger. Dieser Prozess hängt ganz entscheidend davon ab, ob die Entwicklungsaufgaben der gegenseitigen Abnabelung angemessen bewältigt wurden. Das Kind lernt zunehmend Kooperationen und Kompromisse einzugehen, dadurch Zugehörigkeitsgefühl und Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln. Durch das Fordern und Fördern kann Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit aufgebaut werden. In einer sicheren Bindung wird dies kontinuierlich geschehen. Es entwickelt sich ein natürliches Streben nach Anerkennung. Weiter reift eine Sensibilität für moralische Wertkategorien und macht Kinder besonders empfänglich für Vorbilder. Es werden in unterschiedlichen Zusammensetzungen verschiedene Rollenbilder beobachtet und ausprobiert.

Somit ist Sozialkompetenz die Gesamtheit individueller Einstellungen und Fähigkeiten für ein Miteinander. Es wird möglich, eigene Handlungsziele mit Werten einer Gruppe zu verknüpfen und das Verhalten sowie die Einstellungen dieser Gruppe zu beeinflussen. Soziale Kompetenz umfasst eine Vielzahl von Fertigkeiten, für soziale Interaktion nützlich, bzw. notwendig. Sie stellt Verfügbarkeit und Anwendung von kognitiven, emotionalen und motorischen Verhaltensweisen dar, die in bestimmten sozialen Situationen zu einem langfristig ausgewogenen Verhältnis für den Handelnden führen (vgl. Hinsch/ Pfingsten, 2007, S.82 f.). Das Kind muss seine eigenen Grenzen und die der Mitmenschen kennen und wahrnehmen.

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Details

Seiten
21
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656939726
ISBN (Buch)
9783656939733
Dateigröße
1015 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v296087
Institution / Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Note
1,0
Schlagworte
elterliche vernachlässigung auswirkungen sozialkompetenz

Autor

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Titel: Elterliche emotionale Vernachlässigung und die Auswirkungen auf die Sozialkompetenz