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Unter welchen Bedingungen ist Telearbeit erfolgreich einsetzbar und ist sie eventuell weiterzuentwickeln?

Seminararbeit 2003 20 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Gliederung

Vorbemerkungen

1. Einordnung der Problemstellung in praktischen und wissenschaftlichen Kontext

2. Eventuelle Nachteile der Telearbeit können durch richtige Implementierung gänzlich vermieten werden!
2.1. Nachteile der Telearbeit
2.2. Einführungsvoraussetzungen zur Überwindung der Nachteile
2.3. Schlussfolgerung

3. Telearbeit als fester Bestandteil der heutigen Arbeitswelt!
3.1. Vorteile von Telearbeit
3.2. erfolgreiches Anwenden von Telearbeit am Beispiel BMW

4. Telearbeit wird im Zuge sozialer und technischer Veränderungen an Bedeutung gewinnen!

5. Fazit

Vorbemerkungen

Grundlage dieser Ausarbeitung ist das Thema: „Unter welchen Bedingungen ist Telearbeit erfolgreich einsetzbar und ist sie eventuell weiterzuentwickeln?“.

Die Entscheidung, dieses Thema zu bearbeiten, resultierte aus der Notwendigkeit den Anforderungen an Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entsprechen. Unter diesen Aspekten sollte die Arbeitsform der Telearbeit näher beleuchtet werden.

Zunächst einmal wurde das Thema Telearbeit in die heutige Arbeitswelt eingeordnet und näher erklärt.

Um einen logisch strukturierten Aufbau zu gewährleisten, wurde dann auf die Bearbeitung von drei aufeinander aufbauenden Hauptthesen zurückgegriffen.

Dazu wurde mit der These: „Eventuelle Nachteile der Telearbeit können durch richtige Implementierung gänzlich vermieten werden!“ begonnen.

In diesem Punkt sollte näher darauf eingegangen werden, welche Risiken bei der Einführung der Telearbeit bestehen und wie diese minimiert werden können.

Darauf basierend ergibt sich die zweite These „Telearbeit ist fester Bestandteil der heutigen Arbeitswelt!“ als Möglichkeit der Fehlerbeseitigung. Um diese These zu stärken sollte sie mit einem Beispiel der erfolgreichen Einführung in der Praxis belegt und näher auf die Vorteile der Telearbeit eingegangen werden.

Als logische Folge dieser Feststellung ergibt sich dann die dritte These „ Telearbeit wird im Zuge sozialer und technischer Veränderungen an Bedeutung gewinnen!“. Unter diesem Punkt wurde vor allem versucht zu klären wie sich die Arbeitswelt, aber auch die Stadtentwicklung und die sozialen Aspekte, zukünftig unter dem Einfluss der Telearbeit entwickeln könnten.

Zu guter letzt wurden in einem kurzen Fazit die Hauptgedanken und Erkenntnisse nochmals zusammenfassend dargestellt.

1. Einordnung der Problemstellung in praktischen und wissenschaftlichen Kontext

Wie alle Bereiche des Lebens unterliegt auch, oder vor allem, die Arbeitswelt einem ständigen Wandel, bzw. einer permanenten Weiterentwicklung. Anforderungen werden immer spezifischer und verlangen nach einer hohen Flexibilität der Arbeitnehmer. Da dies allerdings nicht immer von allen Arbeitnehmern erfüllt werden kann, bedarf es der Schaffung flexiblerer Arbeitsmöglichkeiten. So können alle Ressourcen abgeschöpft werden, die sonst der Arbeitswelt nicht zur Verfügung stehen würden. Hierunter fallen beispielsweise körperlich Gehandicapte, Frauen im Mutterschaftsurlaub, Alleinerziehende oder auch Randgruppen ohne Automobil. Auf diese Arbeitskräfte zu verzichten dürfte sich in der Zukunft als fatal erweisen, denn durch den demographischen Wandel, und den sich daraus ergebenden Fachkräftemangel, können zukünftig immer weniger Arbeitsplätze besetzt werden. Aus diesem Grund ist eine optimale Nutzung der Ressourcen erforderlich.

Durch zunehmenden Konkurrenzdruck an den Märkten, ist es für die Unternehmen unerlässlich kostensparender und innovativer zu arbeiten. Traditionelle Arbeitsformen müssen weiterentwickelt werden um diesen Ansprüchen gerecht werden zu können.

Aus dem technischen und wissenschaftlichen Fortschritt heraus ergeben sich neue Möglichkeiten die angesprochenen Anforderungen zu bewältigen.

Mit einer dieser Möglichkeiten, der Telearbeit, möchten wir uns im Weiteren beschäftigen.

Eine allgemeingültige Definition des Begriffes Telearbeit ist schwierig, da sich der Begriff Telearbeit im Sinne eines Eigennamens etabliert hat. (telearbeit.net) nach Voß: „Telearbeit ist aus Unternehmen ausgelagerte, in der Regel wohnortnahe Arbeit.“(Voß, 1998, S.27)

Im Wesentlichen umfasst Telearbeit die Vernetzung unterschiedlicher Telearbeitsplätze, die ortunabhängig zusammenarbeiten. Es handelt sich also um dezentralisierte Bürotätigkeiten, die durch Informations- und Kommunikationstechniken unterstützt werden.

Vor allem in den neunziger Jahren gewann diese Arbeitsform an Beliebtheit und es gelang ihren anfangs eher schlechten Ruf abzuschütteln.

2. Eventuelle Nachteile der Telearbeit können durch richtige Implementierung gänzlich vermieten werden

2.1. Nachteile der Telearbeit

Wie schon erwähnt genoss Telearbeit nicht immer einen guten Ruf, denn vor allem zu Beginn des Einsatzes dieser Arbeitsform wurde der Begriff in der Öffentlichkeit eher negativ aufgefasst. Telearbeit wurde mit vorindustriellen Arbeitsverhältnissen in Verbindung gebracht, wobei die Vorstellung einer Schreibkraft in einem unsichern Beschäftigungsverhältnis zu Hause, umgeben von kleinen Kindern mit allen häuslichen Pflichten, die am Computer arbeitet, das Denken dominierte. Diese Vorstellungen zogen sogar Verbotsforderungen der Gewerkschaften nach sich.

Mittlerweile hat sich das Bild in der Gesellschaft allerdings geändert. Dennoch gibt es die folgenden, nicht von der Hand zu weisenden Nachteile:

a) für das Unternehmen

Durch die flexiblen Arbeitszeiten kann der Telearbeiter nicht immer Kontakt mit seinen Mitarbeitern aufnehmen, da diese unter Umständen alle zu verschiedenen Zeiten tätig sein können, was zu einem eingeschränkten Informationsfluss führen kann.

Ein großes und immer aktueller werdendes Problem ist die Datensicherheit bei der Telearbeit. Vor allem bei größeren Unternehmen ist die Wahrscheinlichkeit der Industriespionage sehr hoch. Des Weiteren können Informationsverluste bei der Datenübertragung auftreten.

Auch eine eventuelle Unwirtschaftlichkeit für das Unternehmen könnte aus Teletätigkeit resultieren, falls Fehler bei der Auswahl der Telearbeiter oder der Arbeit selbst unterlaufen, nicht jede Arbeit kann durch Telearbeit bewältigt werden.

In der Umstrukturierungsphase hin zur Telearbeit können in Einzelfällen Reibungen mit einem eher traditionellen, unflexiblen Management auftreten.

Um Telearbeit erfolgreich einzuführen, bedarf es eines sehr hohen Koordinierungsaufwandes und damit verbundenen finanziellen und zeitlichen Aufwendungen.

Je nach Form der Telearbeit kann es erforderlich sein zwei Arbeitsplätze einzurichten, was natürlich höhere Kosten verursacht. Dies wäre zum Beispiel bei der alternierenden Telearbeit der Fall.

„In dieser Variante wird ein außerbetrieblicher Arbeitsplatz, zum Beispiel in der Wohnung, eingerichtet. Der Büroarbeitsplatz bleibt jedoch erhalten und wird in einigen Fällen mit Kolleginnen und Kollegen gemeinsam genutzt (sog .“Desk-Sharing“)“ (Börnecke 1998, S. 14).

Durch räumliche Differenz der Vorgesetzten zum Mitarbeiter und fehlender permanenter Erreichbarkeit kann es zum Machtverlust des Managements durch fehlende Kontrolle kommen, da der Vorgesetzter nicht sieht was der Mitarbeiter macht.

Unter Umständen kann die fehlende Nähe zum Verlust der Identifikation mit der Unternehmenskultur führen.

b) für den Arbeitnehmer

Durch freie Zeiteinteilung besteht die Gefahr von Selbstausbeutung und Überarbeitung, da theoretisch den ganzen Tag gearbeitet werden kann. Vor allem für sogenannte Workaholics stellt dies eine große Gefahr dar. Auf der anderen Seite kann es durch falsches Selbst- und Zeitmanagement aber auch zu Produktivitätsverlusten kommen.

Generell kann es zur Vermischung von Beruf und Privatleben kommen, da die räumliche Trennung fehlt und man im Prinzip ständig verfügbar ist. Durch fehlende Aufsicht und ein ohnehin stärkeres Sicherheitsgefühl zu Hause, kann es zu Vernachlässigungen der Datensicherheit kommen. Des Weiteren betreten auch unternehmensfremde Personen unter Umständen den Heimarbeitsplatz, was im Unternehmen selbst nicht eintreten kann.

Für die Telearbeiter besteht die Gefahr der sozialen Isolation und des fehlenden Erfahrungsaustausches mit den Mitarbeitern, da der direkte Kontakt zu Kollegen entfällt. In diesem Zusammenhang besteht auch die Gefahr verminderter Aufstiegschancen, da nur ein indirekter Kontakt zum Vorgesetzten besteht.

2.2. Einführungsvoraussetzungen zur Überwindung der Nachteile

Wie bei allen Neuerungen muss die Einführung gut durchdacht sein um grundlegende Mängel im weiteren Verlauf auszuschließen. So gibt es auch bei der Implementierung von Telearbeit unabdingbare Vorraussetzungen ohne die eine erfolgreiche Anwendung der Tätigkeitsform, also nachteilsfreie Arbeit, nicht gewährleistet ist.

a) Anforderungen an den Telearbeiter

Nicht alle Mitarbeiter sind wirklich für Telearbeit geeignet, es gilt also zunächst einmal die richtigen Mitarbeiter auszuwählen.

Der Telearbeiter muss verschiedene Eigenschaften in höherem Maße aufweisen als ein „traditioneller“ Arbeitnehmer. Im Nachfolgenden soll auf diese besonderen Eigenschaften näher eingegangen werden.

Eigenverantwortung

Der Telearbeiter muss die ihm aufgetragenen Tätigkeiten selbstständig und weitgehend ohne fremde Hilfe erledigen, da er aufgrund der eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten (direkter Kontakt) zu seinen Vorgesetzten und Kollegen nicht auf direkte Unterstützung zurückgreifen kann.

[...]

Details

Seiten
20
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638310765
Dateigröße
924 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v29607
Institution / Hochschule
Westsächsische Hochschule Zwickau, Standort Zwickau – Fachbereich Betriebswirtschaft
Note
2,0
Schlagworte
Unter Bedingungen Telearbeit

Autor

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Titel: Unter welchen Bedingungen ist Telearbeit erfolgreich einsetzbar und ist sie eventuell weiterzuentwickeln?