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Smart-Beta-ETF's. Vor- und Nachteile der Produktentwicklung bei passiven Investmentfonds. Darstellung und kritische Beurteilung

Hausarbeit 2015 23 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Produktinnovation
2.1 Verschiedene Arten der Produktinnovation
2.2 Strategie der Ansoff-Matrix

3. Exchange Traded Funds - ETFs
3.1 Entstehung und Entwicklung der ETFs
3.2 Anwendung der Ansoff-Matrix auf ETFs
3.3 Produktentwicklung durch Smart-Beta-ETFs

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Ansoff-Matrix

Abbildung 2: Die Geschichte der ETFs

Abbildung 3: Globaler ETF-Markt

Abbildung 4: Die Anwendung der Ansoff-Matrix auf ETFs

1. Einleitung

Der Fokus dieser Seminararbeit liegt auf der Analyse der Produktentwicklung des Finanzinstrumentes Exchange Traded Funds. Im Speziellen werden hinsichtlich der Produktentwicklung Smart-Beta Exchange Traded Funds betrachtet und deren Vorund Nachteile dargestellt.

Diese Arbeit folgt einem systematischen Aufbau, in dem zuerst im theoretischen Teil die Grundlagen erklärt werden, um diese dann in der praktischen Anwendung aufzugreifen. Daher wird die Produktinnovation zunächst einer Analyse unterzogen und im Anschluss in Kategorien unterteilt. Diese kategoriale Unterteilung einer Pro- duktinnovation ist für das dann folgende strategische Modell der Ansoff-Matrix äu- ßerst relevant.

Im Gliederungspunkt 3 folgt dann der Kern der vorliegenden Seminararbeit. Zu- nächst wird das Finanzinstrument Exchange Traded Funds vorgestellt und konkre- tisiert. Im Anschluss daran wird ein Einblick in ihre noch relativ junge Entstehungs- geschichte gegeben. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit findet dieses Finanzinstru- ment dann seine Anwendung auf das strategische Modell der Ansoff-Matrix. Prinzi- piell wird dieses Modell verwendet, um Wachstumsstrategien für ein Unternehmen zu kreieren und dieses als Planungsinstrument zu nutzen. Diese Arbeit hingegen wird aufzeigen, dass dieses Medium auch für eine Anwendung auf Finanzinstru- mente genutzt werden kann. Am Beispiel der Exchange Traded Funds wird aufge- zeigt, dass sich auch für diese Finanzinstrumente Wachstumsstrategien ergeben können. Diese Wachstumsstrategien, bezogen auf das Finanzinstrument, werden dann von verschiedenen Investmentbanken (Unternehmen) aufgegriffen und diese konzipieren daraus verschiedenste Exchange Traded Funds Produkte.

Explizit wird diese Arbeit auf die neueste Produktentwicklung von Exchange Traded Funds eingehen. Sogenannte Smart-Beta Exchange Traded Funds versprechen das Risiko einer Finanzanlage zu minimieren, ohne einen erheblichen Renditever- lust zu erleiden. Diese grundsätzlich wünschenswerte Anlageidee wird dann detail- liert betrachtet und anschließend kritisch-analytisch auf die verschiedenen Vor- und Nachteile eingegangen. Im Anschluss daran erfolgt dann als Fazit die Beantwor- tung der Frage, ob eine Anlage in Smart-Beta Exchange Traded Funds lohnens- wert ist.

2. Die Produktinnovation

Seit den Thesen von Schumpeters im Jahr 1912 besteht ein grundsätzliches Einvernehmen darüber, dass Innovation als der bedeutendste Faktor für Wirtschaftswachstum angesehen werden kann. Diese Betrachtungsweise wird dadurch untermauert, dass westliche Industrieländer nur durch Innovationen und Entwicklungen ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit ggü. Schwellen- und Entwicklungsländern beibehalten können, um einerseits ihre bestehenden Wettbewerbsvorteile zu schützen und andererseits neue zu generieren.1

Die Produktinnovation kann unterschiedlich definiert werden. In den folgenden Ka- piteln werden darunter die Einführung und Entwicklung von Produktneuheiten bzw. Produktverbesserungen verstanden, die einen weiteren oder höheren Nutzen ge- nerieren sollen. Aus dieser Definition können sowohl defensive als auch offensive Ziele abgeleitet werden. Als Kriterien für defensiv ausgerichtete Ziele gelten die Verbesserung von Produkten, die Verlängerung der Lebensdauer eines Produktes, die Berücksichtigung des technischen Fortschritts und die Umsetzung von Geset- zesänderungen.2

Zu den offensiven Zielen, die als maßgeblich für die Produktinnovation gelten, wer- den die Erschließung von neuen Märkten und die Einführung von Ergänzungspro- dukten, um bisherige Kundenverbindungen zu intensivieren, gezählt. Die Produkt- innovation kann einerseits proaktiv aggressiv betrieben werden, um der Konkurrenz Marktanteile streitig zu machen bzw. eher sukzessiv-destruktiv, um in etablierten Märkten sich zu akklimatisieren und den Marktführer kontinuierlich zu verdrängen.3

Grundsätzlich kann die Produktinnovation in Dimensionen unterteilt werden, die für die unterschiedlichen Blickwinkel der Definition für eine Neuheit stehen. Hier ist die Subjektdimension zu nennen, welche aufzeigt, für wen die Innovation neu ist. In- wiefern die Innovation neuartig ist, stellt die Intensitätsdimension dar. Außerdem können die Zeit- und Raumdimension benannt werden, wobei die Erste Beginn und Ende fixiert und die Zweite das Gebiet absteckt, auf welchem die Neupräsentation erfolgt.4 Aus diesen Dimensionen können wiederum verschiedene Arten der Produktinnovation abgeleitet und unterschiedlich interpretiert werden.

2.1 Verschiedene Arten der Produktinnovation

Die Produktinnovation kann in vier Kategorien unterteilt werden, die hinsichtlich des Gliederungspunkt 1.2 relevant sind.

Zum einen ist die Marktdurchdringung zu nennen, die eine Intensivierungsstrategie darstellt, um das Marktpotenzial mit den bisherigen Produkten auszuschöpfen. Im Wesentlichen bedeutet dies, dass vermehrt strategische Marketingelemente zum Einsatz kommen. Eine weitere Kategorie stellt die Marktentwicklung dar, deren Ziel darin besteht, weitere bzw. neue Märkte für ein bestehendes Produkt zu erschlie- ßen.5

Als dritte Möglichkeit eine Produktinnovation zu entwickeln, zählt die Diversifikationsstrategie. Hauptsächlich basiert die Strategie darauf neue Produkte für weitere bzw. neue Märkte zu entwickeln.6 Diese Strategie der Produktinnovation gilt als die riskanteste, da sie viele Risiken, aber auch viele Chancen beinhaltet. Beispielhaft für eine gelungene Diversifikation steht der von Apple eingeführte ITunes Music Store mit dem Apple durch ein neues Produkt einen neuen Markt erschließen konnte.7 Dieses Diversifikationsbeispiel wird auch als laterale Diversifikation bezeichnet, da sich völlig neue Produkt- und Marktgebiete ergeben haben.8

Neben der beschriebenen lateralen Diversifikation kann eine Diversifikation auch horizontal bzw. vertikal erfolgen. Die horizontale ist dadurch gekennzeichnet, dass die Produktpalette erweitert wird9, z.B. wenn ein Fahrzeughersteller der mittleren Preisklasse zukünftig auch Kleinwagen verkauft.10 Die vertikale Diversifikation ist hingegen darauf ausgerichtet bspw. die Tiefe eines Produktes oder die Herkunft von Produktionsmittel zu vergrößern. Diese Vorgänge werden auch als Vorwärtsbzw. Rückwärtsintegration bezeichnet.11

Die vierte Kategorie einer Produktinnovation beinhaltet die Strategie der Produktentwicklung. Für bereits bestehende Märkte werden neue Produkte kreiert. Diese können einerseits durch Innovationsvorsprung echte Neuheiten sein bzw. andererseits eine Ausdehnung der Produktpalette durch zusätzliche Produktvarianten.12 Insbesondere die Produktentwicklung ist essentiell für die Strategie der AnsoffMatrix im folgenden Gliederungspunkt 2.2.

2.2 Strategie der Ansoff-Matrix

Die Ansoff-Matrix von 1966, auch als Produkt-Markt-Matrix bezeichnet, kann strategische Wege für ein Unternehmen aufzeigen.13

Hinsichtlich dieser Arbeit wird die Ansoff-Matrix aber nicht spezifisch auf ein Unternehmen bezogen, sondern auf das Finanzinstrument Exchange Traded Funds (ETF). Die Struktur und Transparenz der einzelnen ETF-Anbieter ist sehr ähnlich, weil diese zumeist passiv einen Index abbilden.14 Die Anwendung der Ansoff-Matrix auf ETFs erfolgt unter dem Gliederungspunkt 3.2.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Ansoff-Matrix

Quelle: Vgl. Horton, G. (o.J.b), S.1f.

Die in Abbildung 1 dargestellte Form der Ansoff-Matrix verbindet die Parameter Markt und Produkt und unterteilt diese in gegenwärtige (alt) bzw. zukünftige (neu) mögliche Wachstumsfelder.

Im Hinblick auf den Gliederungspunkt 3.2, Einsatz der Ansoff-Matrix auf das Fi- nanzinstrument ETF, werden Praxisbeispiele für die Marktentwicklung als auch für die Marktdurchdringung aufgezeigt. Im Vordergrund steht jedoch die Produktent- wicklung, denn bei dieser Variante besteht die Möglichkeit die bisherigen Ver- triebsapparate und Kundenkontakte zu nutzen, um das neue Produkt am Markt zu platzieren.15

3. Exchange Traded Funds - ETFs

Bei dem Finanzinstrument ETF handelt es sich um börsengehandelte Indexfonds, die in den letzten Jahren verstärkt institutionelle als auch private Kapitalanleger ansprechen konnten.16 Diese passiven Indexfonds verfolgen das Ziel einen Index abzubilden, anstatt mit diesem zu konkurrieren, um eine bessere Performance zu erzielen.17

Diese passiven Indexfonds unterliegen aber ebenso dem Kapitalanlagegesetzbuch wie die aktiven Investmentfonds, die von einem Fondsmanager aktiv gemanagt werden. Dies betrifft auch alle rechtlichen Voraussetzungen, wie bspw. das auch ETF-Vermögen dem Sondervermögen unterliegen und dadurch keine Gefahr für die Anleger birgt, sollte der Emittent des jeweiligen Fonds insolvent gehen.18

Bei einem ETF können Anleger in verschiedenste Anlageklassen investieren z.B. in Aktien-, Anleihen-, Geldmarktpapier- als auch Rohstoffindizes.19 Die derzeitige Ex- pansion in ETFs ist damit begründet, dass diese passiv abbildenden Indexfonds keine Ausgabeaufschläge (Eintrittsgebühren) ausweisen, da sie über die Börse gehandelt werden. Des Weiteren sind sie anlegergerecht erklärt, da diese Produkte leicht verständlich sind. Die einzigen Kosten, die in diesem Zusammenhang ent- stehen können, sind die Transaktionskosten an der Börse, jährliche Fondsgebüh- ren sowie Depotgebühren, in welchem die ETFs verwahrt werden.20

3.1 Entstehung und Entwicklung der ETFs

Die Geschichte der ETFs beginnt 1952 durch die Entwicklung der PortfolioSelection-Theorie durch den Nobelpreisträger Harry Markowitz. Dieser konnte nachweisen, dass es sinnvoll ist Diversifikationseffekte zu nutzen, in dem das Vermögen über verschiedene Märkte, Regionen und Anlageformen angelegt wird, um unter bestimmten Voraussetzungen Teile des Risikos zu eliminieren und zugleich keinen Renditeverlust zu erleiden.21

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die Geschichte der ETFs Quelle: Vgl. o.V., DekaBank (2013).

Auf dieser Theorie basierend wurde 1975, wie in Abbildung 2 dargestellt, der erste Indexfonds zum S&P 50022, neben dem Dow-Jones-Index der relevanteste Aktien- index der Welt, aufgelegt. Beide genannten Indizes stammen aus den USA.23 Im Jahre 1993 wurde dann der erste passiv börsengehandelte ETF an der Ameri- can Stock Exchange zugelassen. Es dauerte bis ins Jahr 2000 bis alle rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen wurden, um ETFs auch in Deutschland an einer Börse handeln zu dürfen.24

[...]


1 Vgl. Meffert, H., Burmann, C., Kirchgeorg, M. (2012), S. 396.

2 Vgl. Horton, G. (o.J.a), S. 1f.

3 Vgl. ebd.

4 Vgl. Meffert, H., Burmann, C., Kirchgeorg, M. (2012), S. 396f.

5 Vgl. ebd., S. 272f.

6 Vgl. ebd.

7 Vgl. Horton, G. (o.J.b), S. 1f.

8 Vgl. Meffert, H., Burmann, C., Kirchgeorg, M. (2012), S. 273f.

9 Vgl. ebd.

10 Vgl. Mittermeier, A. (2013).

11 Vgl. Meffert, H., Burmann, C., Kirchgeorg, M. (2012), S. 273.

12 Vgl. Meffert, H., Burmann, C., Kirchgeorg, M. (2012), S. 273.

13 Vgl. ebd.

14 Vgl. o.V., Börse Frankfurt (2013), S. 2.

15 Vgl. Marion, S. (2007), S. 125.

16 Vgl. Lamprecht, C. (2010), S. 1.

17 Vgl. o.V., DekaBank (2013).

18 Vgl. Lamprecht, C. (2010), S. 1.

19 Vgl. o.V., Börse Frankfurt (2013), S. 3.

20 Vgl. ebd., S. 5ff.

21 Vgl. o.V., Frankfurter Börse (o.J.).

22 Vgl. o.V., DekaBank (2013).

23 Vgl. o.V., Gabler Wirtschaftlexikon (o.J.).

24 Vgl. o.V., DekaBank (2013).

Details

Seiten
23
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656945871
ISBN (Buch)
9783656945888
Dateigröße
760 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v296069
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Köln
Note
2,7
Schlagworte
Produktnnovation Angebotspoltik ETF Smart-Beta-ETF Ansoff-Matrix Strategie-ETF Produktentwicklung ETF

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Titel: Smart-Beta-ETF's. Vor- und Nachteile der Produktentwicklung bei passiven Investmentfonds. Darstellung und kritische Beurteilung