Lade Inhalt...

PISA-Länderbericht des Landes Schweden

Hausarbeit (Hauptseminar) 2004 18 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

I. Deskriptive Daten

II. Zusammenhänge
a) zwischen Lese-Freude und Lese-Leistung
b) zwischen verschiedenen Familienmerkmalen
c) zwischen verschiedenen Schulmerkmalen

III. Erklärungsmodelle
a) Zur Erklärung der Lesefreude
b) Zur Erklärung der Leseleistung
c) Untersuchung der inkrementellen Bedeutung des Geschlechts
d) Vergleich von Regressionsmodellen für beide Geschlechter
1. Für die Leseleistung
2. Für die Lesefreude

Vorwort

Diese Hausarbeit beschäftigt sich im Rahmen des Seminars „Quantitative Modelle der Bildungsforschung“ mit einem reduzierten Satz von Originaldaten aus der von der OECD durchgeführten Bildungsstudie „PISA 2000“, wobei hier nur Daten aus dem Land Schweden behandelt werden .

Auf dieses Beispiel sollen die im Seminar behandelten statistischen Methoden angewendet werden.

Es sollen Zusammenhänge der vorhandenen deskriptiven Daten herausgefunden und untersucht werden und Erklärungsmodelle besonders im Bezug auf die Leseleistung und die Lesefreude sowie hierarchische Modelle herausgearbeitet werden.

Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass im Rahmen dieser Arbeit keine repräsentativen Aussagen zum Land Schweden gemacht werden können, da die vorhandenen Variablensätze nur in eingeschränkter Form vorliegen und Gewichtungen fehlen.

I. Deskriptive Daten

Der hier behandelte Teil der OECD-Studie „PISA 2000“, das Land Schweden betreffend, wurde an N = 4416 Schülern durchgeführt, wovon 49% weiblichen und 51% männlichen Geschlechts sind. Die Schüler waren zwischen 15 und 16 Jahren alt, das durchschnittliche Alter betrug zum Zeitpunkt der Studie 15,72 Jahre (188,66 Monate). Mindestens ein Elternteil von 20,8% der Schüler wurde nicht in Schweden geboren. Die folgenden Variablen treffen Aussagen über den gesellschaftlichen Status der Familie. Der sozio-ökonomische Index (Highest International Socio-Economic Index, HISEI) hat in Schweden einen Mittelwert von 50,64 bei einer Standartabweichung von 16,121. Da der OECD-Mittelwert 50 beträgt, liegt Schweden nur minimal über dem Durchschnitt. Die kulturellen Besitztümer der Familie werden als in Bezug auf die OECD standardisierte Variablen mit einem Mittelwert von 0 und einer Standartabweichung von 1,0 angegeben; in Schweden liegt der Mittelwert bei 0,0466 und die Standartabweichung bei 0,97. Auch hier weicht Schweden nicht signifikant vom OECD-Durchschnitt ab. Die Unterstützung der Arbeiten für die Schule durch die Familie (Family Educational Support) wird ebenfalls in den oben genannten Standartwerten gemessen, wobei Schweden hier die Werte 0,274 (MW) und 0,867 aufweist und somit über dem OECD-Durchschnitt liegt, wenn auch nur gering bedeutend.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die folgenden Variablen beschreiben das schulische Umfeld der Schüler. Die Unterstützung durch den Lehrer ist mit 0,21 (MW) und 0,898 (SD) schwach bedeutsam besser als der Durchschnitt. Die Disziplinprobleme im Unterricht liegen mit 0,1854 (MW) und 0,848 (SD) gerade so schwach bedeutsam über dem Durchschnitt, wohingegen die Lehrer-Schüler-Beziehung (0,12 MW; 0,956 SD) mehr oder weniger, der Leistungsdruck (0,05 MW; 0,84 SD) voll mit diesem übereinstimmt. Die Wahrnehmung der Schule, bzw. die Schulzufriedenheit, ist mit 0,278 (MW) und 1,03 (SD) gering bedeutsam besser als im OECD-Durchschnitt, aber der Zeitaufwand für Hausaufgaben ist geringer (-0,37 MW; 0,87 SD).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die letzten beiden Variablen sind die Lesefreude und die Leseleistung, die in einem Leistungstest erfasst wurde. Die Lesefreude liegt mit -0,617 (MW) und 1,019 im Durchschnitt und die Leseleistung liegt mit 515,84 Punkten über dem Durchschnitt aller Länder in der Studie, der 500 Punkte beträgt. Bei der Leseleistung liegt Schweden damit im oberen Feld, wenn auch nicht an der Spitze.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II. Zusammenhänge

In Form linearer Zusammenhänge zwischen Variablen soll hier untersucht werden, welche Faktoren den größten Einfluss besitzen. Dazu werden Korrelationen bestimmt und auf Signifikanz geprüft.

II.a) zwischen Lese-Freude und Lese-Leistung

Zuerst sollen die Zusammenhänge zwischen der Lesefreude und der Leseleistung untersucht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Korrelation zwischen diesen beiden Variablen beträgt 0,448 und ist auf dem Niveau von 0,01 signifikant. Das Ausmaß an Bedeutsamkeit ist somit noch mittelstark an der Schwelle zu starker Bedeutsamkeit.[1] Der Anteil der Variation der abhängigen Variablen, der durch das Regressionsmodell erklärt wird, liegt bei 0,20 ist damit statistisch relevant. Dieser Wert bedeutet, dass 20% der Variation der Leseleistung durch die Lesefreude erklärt wird.

Wenn man das Geschlecht in Interaktion mit diesen Variablen betrachtet, erkennt man, dass die Korrelation für Mädchen mit 0,438 höher ist als mit 0,393 für Jungen. Bei Jungen beträgt die Variation nur 15,5% während sie bei Mädchen 19% beträgt. Bei Mädchen ist der Einfluss der Lesefreude auf die Leseleistung also geringfügig höher als bei Jungen. Anhand der Regressionsgeraden erkennt man, dass bei Mädchen vor Allem bei hohen Werten der Leseleistung dieser Einfluss ansteigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wenn man die Leseleistung und die Lesefreude in Interaktion mit dem Migrationshintergrund der Schüler betrachtet, erhält man für die Korrelation die Werte 0,466 für schwedischstämmige Schüler und 0,403 für Schüler mit Migrationshintergrund und Varianzen von 22% für Schüler ohne und 16% für Schüler mit Migrationshintergrund. Die Lesefreude hat bei schwedischstämmigen Schülern einen größeren statistisch relevanten Einfluss auf die Leseleistung, dieser ist aber nicht gravierend.

II.b) zwischen den Familienmerkmalen

Die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Familienmerkmalen sollen im Folgenden untersucht werden. Die Familienmerkmale werden durch den sozio-kulturellen Index (HISEI), der Unterstützung der Arbeiten für die Schule und die kulturelle Praxis der Familie beschrieben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Korrelation ist zwischen dem kulturellen Index und der Unterstützung für die Arbeiten für die Schule ist stark bedeutsam, während die Korrelation zwischen der dem kulturellen Index und der kulturellen Praxis von mittlerer Bedeutsamkeit ist. Die Korrelation zwischen der kulturellen Praxis und der Unterstützung bei Schularbeiten ist nur schwach bedeutsam. Der Zusammenhang zwischen dem HISEI und der Unterstützung (r²=0,0048) sowie der Unterstützung und der kulturellen Praxis (r²=0,0218) ist nicht bedeutsam, der Zusammenhang zwischen dem HISEI und der kulturellen Praxis beträgt 12% und ist daher schwach bedeutsam.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Nach Cohen (schwach r=10, mittel r=30, stark r=50)

Details

Seiten
18
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638310710
Dateigröße
864 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v29602
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1
Schlagworte
PISA-Länderbericht Landes Schweden Quantitative Modelle Bildungsforschung

Autor

Zurück

Titel: PISA-Länderbericht des Landes Schweden