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Elisabeth von Thüringen und Konrad von Marburg. Facetten einer Beziehung

Masterarbeit 2014 66 Seiten

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Quellen zum Leben Elisabeths
2.1 Summa Vitae von Konrad von Marburg
2.2 Libellus de dictis quatuor ancillarum sanctae Elisabeth confectus – Büchlein über die Aussagen der vier Dienerinnen
2.3 Das Leben der heiligen Elisabeth, Landgräfin von Caesarius von Heisterbach
2.4 Vita sanctae Elisabeth von Dietrich von Apolda

3 Lebensstationen der heiligen Elisabeth
3.1 Kindheit und Jugend
3.2 Die Zeit der Ehe mit Ludwig
3.3 Tod Ludwigs und Elisabeths Rückzug aus der höfischen Welt

4 Konrad von Marburg. Eine Kurzbiographie

5 Zum Wirken des Konrad von Marburg: Erzieher oder Tyrann Elisabeths?
5.1 Konrad als geistlicher Führer und Vormund: Licht und Schatten
5.2 Sachwalter über Elisabeths Wünsche?
5.3 Elisabeth als Beichtkind: vollkommener Gehorsam ihrem Beichtvater gegenüber?

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit bietet einen Überblick über Leben und Wirken der heiligen Elisabeth von Thüringen sowie eine Analyse über ihre Beziehung zu ihrem Beichtvater Konrad von Marburg. Elisabeth zählt zu den bekanntesten Heiligengestalten in der Katholischen Kirche. Auch außerhalb der Kirche kommt ihr eine besondere Bedeutung zu. Das zeigt sich z.B. daran, dass zahlreiche Institutionen ihren Namen tragen. Elisabeth hat schon bei ihren Zeitgenossen einen bleibenden Eindruck hinterlassen, der sich bis heute erhalten hat. Darstellungen über ihr Leben in verschiedenen Bereichen wie Kunst, Kultur und Literatur sind Beispiele für ihre bleibende Aktualität. Sie hat dort ihre individuellen Spuren hinterlassen. Anlässlich ihres 800. Geburtstages hat die Forschung ihre Spuren wieder aufgenommen. Dazu gab es im Jahr 2007 verschiedene Ausstellungen, dich sich mit Elisabeths Leben und ihrer Persönlichkeit beschäftigt haben und ihre Aktualität herausstellten.

Die Motivation, mich in meiner Masterarbeit mit Elisabeth von Thüringen zu beschäftigen, ergab sich aus der Thematik meiner Bachelorarbeit, in welcher es um biographisches Lernen an Franziskus von Assisi ging. Sein Lebensideal hatte entscheidenden Einfluss auf den Lebensweg Elisabeths. Sie ließ sich von seiner Lebenseinstellung faszinieren. Im Leben der beiden Heiligen lassen sich mehrere Parallelen aufführen: Ebenso wie Franziskus stammte Elisabeth aus einer gut situierten Familie, von dessen gesellschaftlichen Idealen sie sich schließlich entsagte. Die Imitatio Christi wurde zu ihrer Lebensaufgabe. Franziskus´ Streben nach Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Solidarität begegnet uns auch bei Elisabeth wieder. Beide führten ein Leben voller Widersprüche und Brüche.1 Als eine der populärsten Frauen in der Geschichte Thüringens sowie des europäischen Mittelalters2 hat Elisabeth von Thüringen mein Interesse für die Masterarbeit geweckt. Vor allem ihre geistige Beziehung zu ihrem Beichtvater Konrad von Marburg und das Verlassen ihrer Kinder erscheinen mir aus heutiger Sicht interessant und zugleich problematisch. In diesem Zusammenhang fällt ein besonderes Augenmerk meiner Arbeit auf den Einfluss, den Konrad von Marburg auf Elisabeths Willen und ihr Handeln hatte. Die vorliegende Literatur sowie die Elisabethausstellungen haben sich vorrangig mit Elisabeth und ihrer Persönlichkeit beschäftigt. Konrad von Marburg wird als Inquisitor, Ketzerrichter und Beichtvater Elisabeths zwar vorgestellt – aber einen zusammenfassenden Überblick über die Beziehung der beiden bleibt weitgehend unberücksichtigt. Daher bildet diese den Hauptgegenstand meiner Arbeit. Der Schwerpunkt richtet sich auf den Wandel, den Elisabeth unter der Führung Konrads durchgemacht hat sowie auf die Konflikte, die sie zu überwinden hatte.

Kapitel zwei stellt Quellen zum Leben und zur Person der heiligen Elisabeth vor. Diese Quellen bilden die Grundlage für das heutige Wissen über Elisabeth von Thüringen. Da es sich hierbei teils um Augenzeugenberichte handelt, sind sie für die Erschließung der Beziehung zwischen Konrad und Elisabeth eine unverzichtbare Hilfe. Kapitel drei bringt dem Leser Elisabeths Lebensstationen näher und ermöglicht so einen ersten Eindruck über ihr Leben und Wirken. Das Gesellschaftssystem und der Kontext der Zeit werden kurz vorgestellt, damit der Leser sich in die damaligen Lebensbedingungen einfühlen kann und er die Möglichkeit erhält nachzuvollziehen, was das Besondere an Elisabeth und ihrem Handeln war. Es wird deutlich, welche Ereignisse in ihrer Biographie zu der nicht endenden Aktualität und Faszination geführt haben. Im anschließenden Kapitel erfolgt eine kurze Einführung zur Person des Konrad von Marburg, der als Beichtvater Elisabeths Leben entscheidend geprägt hat. Kapitel drei und vier bilden die Grundlage für die weitere Auseinandersetzung mit Konrad und Elisabeth und sollen dabei helfen, die Beziehung der beiden näher analysieren zu können. Das fünfte Kapitel schlägt eine Brücke zu den vorangegangenen Kapiteln und bildet den Schwerpunkt dieser Arbeit. Es beschäftigt sich mit Konrads Wirken auf seine Beichttochter. Darin geht es vor allem um die Frage, ob Konrad eher als Erzieher oder Tyrann Elisabeths zu sehen ist. Hierbei werden die verschiedenen Facetten der Beziehung deutlich sowie ihre Interdependenz. Ein Fazit reflektiert die Ergebnisse meiner Arbeit und bildet ihren Abschluss.

2 Quellen zum Leben Elisabeths

Der Leser darf sich darüber freuen, dass mehrere Quellen überliefert sind, die über das Leben der Heiligen berichten, denn von vielen anderen Heiligen des Mittelalters gibt es keine Überlieferungen und ihr Leben liegt „im Dunkeln der Geschichte“3, was dazu führt, dass es oft nicht rekonstruiert werden kann.4 Im Folgenden Kapitel werden vier schriftliche Quellen zum Leben Elisabeths kurz vorgestellt. Es verschafft dem Leser einen Eindruck über Quellenlage und Quellenproblem. Bei den von mir herangezogenen Quellen handelt es sich um schriftliche Zeugnisse, die bereits recht kurz nach Elisabeths Tod entstanden sind. Auch Urkunden, Briefe, Kleidungsstücke, Bücher, Siegel und Münzen sind überliefert.5 Den schriftlichen Zeugnissen kommt aber eine besondere Bedeutung zu, daher werden sie in dieser Arbeit herangezogen.

Die Summa Vitae und der Libellus sind Texte von Augenzeugen aus unmittelbarer Nähe zu Elisabeth, sowohl zeitlich als auch persönlich. Sie sind die Hauptquellen für das Leben Elisabeths. Zeugenaussagen geben nähere Informationen zu Leben und Lebenswandel Elisabeths, ebenso zu ihrem Verhältnis zu Konrad. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Summa Vitae und der Libellus „überwiegend authentische Erinnerungen“6 widerspiegeln. Diese Tatsache bedeutet für den heutigen Leser, dass er zur Beantwortung der Frage, wer Elisabeth war, diesen berichtscharakteristischen Texten größtenteils folgen darf. Allerdings schildern diese Quellen nicht den Lebenslauf, sondern berichten davon, wie Elisabeth ihr Leben gestaltete und ihr Schicksal bewältigte.7 Der Leser muss sich darüber bewusst sein, dass die Verfasser einen Standpunkt hatten und bestimmte Zwecke verfolgten.8 Die Summa Vitae und der Libellus sollten die „Kanonisation, d.h. (die) (…) Erhebung in den Kanon der Heiligen“9 voranbringen. Der Ansicht, alle Quellen über das Leben der heiligen Elisabeth seien „klassische Parteigeschichtsschreibung“10 darf in dieser Radikalität jedoch nicht gefolgt werden. Die Heranziehung der Quellen ist von großem Wert, weil sie „viel mehr verraten, als sie beabsichtigen“11.

Wir sehen die Tugenden und Taten der Heldin wie sie uns berichtet werden unter einem anderen Gesichtspunkte als die Menschen vor (acht)hundert Jahren und deswegen erfahren wir über ihr Schicksal und ihren Charakter oft mehr und unbestechlichere Wahrheiten, als von den Protokollanten beabsichtigt wurde.12

Dennoch muss auch darauf hingewiesen werden, dass das Mittelalter „noch nicht die Verpflichtung zur Wahrheit und zur interesselosen Objektivität“13 kannte. Daher sollten die Quellen unter dem Gesichtspunkt einer „relative(n) Zuverlässigkeit“14 betrachtet werden. Für den heutigen Leser kommt das Problem der zeitlichen Distanz hinzu, mehr als 800 Jahre trennen uns von den Augenzeugen.15 Dadurch ergibt sich die Frage, ob wir überhaupt richtig verstehen können, was die Zeitzeugen zum Ausdruck bringen wollten. Einiges, was für sie damals selbstverständlich war, kann für den heutigen Betrachter aufgrund der fernen Vergangenheit vielleicht nie mehr präsent werden.

2.1 Summa Vitae von Konrad von Marburg

Die Summa Vitae stammt aus dem Jahr 1232, sie ist das älteste und wichtigste schriftliche Zeugnis über das Leben Elisabeths.16 Ihr Verfasser, Konrad von Marburg, berichtet summarisch über Elisabeths Leben, d.h. Einzelheiten des täglichen Lebens werden übergangen.17 Konrads Quelle ist präzise und knapp verfasst und enthält daher wenig biographische Details. Er hat sie zum Zweck der Heiligsprechung seines Beichtkindes verfasst. Es gab wohl niemanden, der für das Verfassen einer Elisabeth-Vita geeigneter war als ihr langjähriger Beichtvater, „(s)chließlich wußte er (…) vom inneren Leben Elisabeths, von ihren geistigen Schwächen und Stärken, von ihrem Sehnen und Wünschen“18. Hinzu kommt, dass er als Magister der Theologie und seiner Tätigkeit als Priester und Inquisitor die Verfahrensregeln für eine Kanonisation kannte und mit Papst Gregor bekannt und möglicherweise befreundet war.19 Veränderte Bedingungen des Heiligsprechungsverfahrens hatten dazu geführt, dass der Papst „das exklusive Recht (…) zur Heiligsprechung“20 besaß. Die Kriterien für die Anerkennung eines Heiligen forderten neben post mortem21 bezeugten Wundern den Nachweis eines tugendhaften Lebens.22 Die Existenz von Wundern wurde als „Nachweis der wahren Heiligkeit“ verstanden, denn es war ja durchaus möglich, „daß das Leben eines Nichtmärtyrers insgeheim laxer verlaufen ist, als es aus den Zeugenaussagen hervorgeht“23. Das Wunder stellte die „göttliche Bestätigung“24 der Tugenden dar. Konrad werden diese Bedingungen bekannt gewesen sein, weshalb er dem Papst neben einem zusammenfassenden Bericht über Elisabeths Leben, der Summa Vitae, einen Wunderbericht zukommen ließ.25 Abgedruckt im Lateinischen ist Konrads Brief an den Papst z.B. zu finden bei Albert Huyskens26 und Arthur Wyss27. In meiner Arbeit beziehe ich mich auf die deutsche Übersetzung von Karl Wenck28.

Konrad bezieht sich in seinem Bericht auf die Zeit seiner Tätigkeit als Beichtvater, daher enthält seine Vita nur die letzten fünf Lebensjahre Elisabeths, die Jahre 1226-1231.29 Dadurch, dass Konrad seine Vita sehr zeitnah nach ihrem Tod geschrieben hat –„(b)ereits ein Dreivierteljahr“30 später–, kann davon ausgegangen werden, dass sich keine Legenden gebildet haben, wodurch ihre Authentizität wächst. Für mittelalterliche Verhältnisse war es sehr selten, dass fast zeitgleich zum Leben eine Vita niedergeschrieben wurde.31 Allerdings darf Konrads Intention nicht außer Acht gelassen werden. Er strebte danach einen Heiligenkult zu begründen, der ihm im Kampf gegen die Ketzer helfen sollte.32 Dazu beabsichtigte er Elisabeth „als leuchtendes Vorbild“33 darzustellen. Es ist jedoch anzunehmen, dass nicht nur der Kampf gegen die Ketzer leitendes Motiv Konrads war, sondern auch seine persönliche Hochschätzung Elisabeths.34 Er bezeichnete sie „als eine zweifellos sehr kluge Frau“35. Dennoch gilt es, die Aussagen kritisch zu prüfen und ggf. mit Aussagen anderer Zeugen zu vergleichen. Die Summa Vitae stellt eine Herausforderung für die Forschung dar, eine „(u)nkritische Übernahme ihrer Angaben ist (…) ebenso verfehlt wie ihre Beurteilung als realitätsfernes Konstrukt“36. Sie stellt nicht nur eine Lebensbeschreibung Elisabeths dar, sondern ist zugleich auch eine „Selbstdarstellung und starke Einbeziehung Konrads“37. Das macht sie für meine Arbeit unverzichtbar.

2.2 Libellus de dictis quatuor ancillarum sanctae Elisabeth confectus – Büchlein über die Aussagen der vier Dienerinnen

Dieses Büchlein bildet das „Aktenstück für den Heiligsprechungsprozess“38. Dieser war nach der Ermordung Konrads im Juli 1233 ins Stocken geraten. Im Oktober 1235 wurde das Kanonisationsverfahren offiziell wieder aufgenommen. Es wurde vom Papst eine neue Heiligsprechungskommission eingesetzt.39 Diese zweite päpstliche Kommission war der Ansicht, dass für eine Kanonisation Elisabeths die Summa Vitae als die Aussagen eines einzigen Zeugen über einen recht begrenzten Zeitraum nicht genügend seien.40 Aus diesem Grund wurden über das Leben Elisabeths ausführliche Zeugenverhöre durchgeführt. Als Zeugen wurden hierfür vernommen: Guda, Elisabeths Weggefährtin seit ihrer Kindheit und Isentrud von Hörselgau, Hofdame Elisabeths seit der Geburt ihres Sohnes Hermann. Durch den geringen Altersunterschied und die lebenslange Begleitung stellt Guda eine besonders glaubwürdige Zeugin dar. „Sie hatte offenbar ihr ganzes Leben auf die Begleitung Elisabeths ausgerichtet“41. Guda war bis auf die letzten beiden Lebensjahre Elisabeths bei ihr. Sie hat Elisabeth nicht verlassen, sondern wurde von Konrad von Marburg weggeschickt.42 Die Gläubigkeit Gudas erhöht ihre Glaubwürdigkeit, denn aufgrund ihres Glaubens „fühlte sich Guda der Wahrheit ihrer Aussagen verpflichtet“43. Auch Isentrud, eine thüringische Adelige, gilt als treue Freundin Elisabeths. Sie lebte von 1222 bis 1228/1229 in Elisabeths Familie. Ortrud Reber beschreibt die Verbundenheit der beiden wie folgt: „(Isentrud) (war) mit ihr so vertraut (…), dass sie alle ihre Geheimnisse wusste“44. Sie legte mit Elisabeth das Gelübde ab, nach dem Tod ihres Mannes nicht mehr zu heiraten, außerdem stand sie ihr nach Verlassen der Wartburg treu zur Seite.45 Auf diese Ereignisse weisen die nachfolgenden Kapitel noch detaillierter hin.

Weitere Zeugen waren der Pfarrer von Marburg und drei Hospitalschwestern.46 Die Hospitalschwestern waren Elisabeths Dienerinnen Elisabeth, Irmgard und Hildegund.47 Die Aussagen dieser Zeugen, die zu einem Bericht verfasst wurden, werden als kurzer Libellus bezeichnet.48 Die Befragung der Zeugen und die Aufzeichnung ihrer Aussagen wird im Winter 1234/1235 stattgefunden haben.49 Die Protokolle mit den Zeugenaussagen führten schließlich zur Heiligsprechung Elisabeths am 27. Mai 1235.50 Bei den Zeugenaussagen ist im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Forschung nach der Glaubwürdigkeit zu fragen. Die Kirche ließ die Zeugen einen Eid ablegen, der sie dazu verpflichtete ausschließlich Wahres zu sagen und nicht aus persönlicher Zuneigung, Freundschaft, wegen eines persönlichen Vorteils, aus Angst oder Hass Tatsachen zu verschweigen oder Falsches hinzuzufügen.51 Sie mussten „an einem Altar kniend unter Berührung der Evangelien einen Eid auf die Wahrheit (ihrer) Aussage(n)“52 ablegen, ihre „ewige Seligkeit“ diente dabei „als Pfand für (ihre) Wahrhaftigkeit“53.

Neben der kurzen Fassung des Libellus existiert eine weitere, längere Fassung. In der Forschung hat sich die Annahme durchgesetzt, dass die kürzere Fassung die ältere darstellt.54 Die Langfassung gilt als Überarbeitung der Kurzversion.55 Der lange Libellus setzt sich zusammen aus kurzem Libellus, der Predigt Ad decus et honorem, Stellen der Summa Vitae, der Kanonisationsbulle und Schriftzitaten.56 Die Predigt bezeugt das Heiligkeitsideal Elisabeths, der Prediger ist unbekannt.57 Er stellt Elisabeth als „ein Beispiel für gute Sitten, Buße und Unschuld“58 dar. Die Kanonisationsbulle wurde möglicherweise von Papst Gregor IX. verfasst. Sie liefert eine Parallele vom Leben Christi zum Leben Elisabeths: Christus, der König, steigt in Menschengestalt hinab. Elisabeth stammt aus einem Königsgeschlecht und wurde zur Magd der armen und kranken Menschen.59 Als Fürstin steigt sie – wie Christus – hinab zu hilfsbedürftigen Menschen. Die Bulle macht Elisabeth „zum Vorbild des rechten Glaubens gegen die Ketzerei“60. Der Grund für eine erweiterte Fassung des Libellus bestand darin, dass er als Heiligenlegende lesbar gemacht werden sollte. Zu diesem Zweck hat ein unbekannter Redaktor den Libellus mit Prolog, Epilog und zusammenfassenden Überleitungen versehen.61 Problematisch am Libellus ist, dass er in zwei Versionen überliefert ist und sich nicht eindeutig einer Gattung zuweisen lässt. Der Libellus befindet sich „in der Grauzone zwischen Kanonisationsakten und Hagiographie“62, wobei der kürzere Libellus den „Zeugenaussagen des Kanonisationsprozesses“63 näher steht und die Langversion hagiographischen Charakter zeigt. Der kürzere Libellus, im Folgenden mit Libellus bezeichnet, dient deshalb im fünften Kapitel u.a. als Grundlage für den Versuch „einen Schritt näher (…) an Elisabeth heran zu kommen“64 und Klarheit über die Beziehung zu Konrad von Marburg zu erlangen. Das „Wirken (des) Redaktors“65 muss kritisch betrachtet werden. Für seine Tätigkeit lassen sich mehrere Belege anführen: An wichtigen Punkten des Berichts, z.B. bei der Trennung Elisabeths von ihren Hofdamen, wird die Ich-Perspektive verwendet. Durch diese Erzählperspektive wird der Leser emotional involviert. Auch an einer anderen Stelle wird das Einwirken eines „stilsicheren, rhetorisch geschulten Bearbeiters und Übersetzers“66 für den Leser deutlich: Irmgard spricht in ihrem Bericht Elisabeth nicht mit „Du“ an, wie dies von Elisabeth gewünscht war.67 Für Elisabeth gab es zwischen ihr und ihren Dienerinnen keinen Unterschied. Der Bericht verwendet aber die „Euch“-Form und drückt somit bewusst einen Unterschied aus.68 Weiterhin aufmerksam zu betrachten ist die Sprache. Die Hofdamen werden ihre Aussagen auf Deutsch gemacht haben, weil sie die lateinische Sprache nicht beherrschten. Dadurch, dass die Schreiber ihre Aussagen ins Lateinische übersetzten und anschließend zum Verständnis und zur Bestätigung der Zeuginnen rückübersetzten, ließen sich Fehlerquellen nicht vermeiden. Es ist daher nicht auszuschließen, dass die Aussagen während des Verhörs durchs Übersetzen verfälscht worden sind. 69 Der Libellus hat die Aussagen der Dienerinnen also nicht unmittelbar überliefert. Hinzu kommt, dass ein Formular regelte „wie die Zeugen zu befragen waren“70. Ortrud Reber gibt hier zu bedenken, dass die Antworten wesentlich von den gestellten Fragen abhingen – was nicht gefragt wurde, wurde auch nicht berichtet.71 Auch wenn es sich beim Libellus um eine gestaltete Überlieferung handelt, ist sie dennoch sehr nah an den Aussagen der Dienerinnen. Trotz der dargestellten „Probleme“ überwiegt insgesamt aber der hohe Wert des Libellus, der in der Einfachheit der Zeugenaussagen liegt und vor allem darin, dass diese Quelle „seinen heutigen Leser näher als jede andere Quelle an die historische Person der Landgräfin, Hospitalschwester und Heiligen heran(führt)“72. Zudem ist die Glaubwürdigkeit des Libellus anerkannt und wird „auch von den jüngsten Forschungsergebnissen bestätigt“73. Die Aussagen des Libellus gelten als vollkommen unvoreingenommen und entsprechen den Vorgaben eines kanonistisch korrekten Prozesses.74 Zu loben ist vor allem, dass der kurze Libellus noch ungefiltert und ungeschönt alle ursprünglichen Aussagen der Zeugen enthält, „die in den späteren Darstellungen abgeschliffen wurden“75. Der kurze Libellus stellt demnach eine sehr authentische Lebensbeschreibung dar. Er gewährt „bemerkenswerte Einblicke“76 in das alltägliche Leben am Hof, im Hospital, aber auch in Elisabeths Vorstellungen und Sichtweisen.77 In diese Einblicke gehört auch „ihre Beziehung zu Konrad von Marburg“78, weshalb die Quelle besonders interessant für Kapitel fünf dieser Arbeit sein wird.

2.3 Das Leben der heiligen Elisabeth, Landgräfin von Caesarius von Heisterbach

Während die beiden vorangegangenen Quellen Schriften zum Kanonisationsverfahren darstellen, sind die Elisabethviten von Caesarius von Heisterbach und Dietrich von Apolda Schriften aus der Zeit nach der Heiligsprechung. Die Aufgabe der beiden bestand darin, „aus (dem) (…) Bruchstück aus den Prozeßakten eine wirkliche Lebensgeschichte zu gestalten“79. Es fehlte „an einer dem Genus Heiligenleben angemessenen Darstellung von Elisabeths Leben“80. Die Elisabethverehrung sollte vertieft und verbreitet werden, daran war vor allem dem Deutschen Orden gelegen, der „das Erbe der heiligen Elisabeth“81 übernommen hatte. Caesarius von Heisterbach verfasste seine Vita 1236/1237 im Auftrag des Priors Ulrich von Dürn82 und der Deutschordensbrüder zu Marburg83.84 Er wirkte im Zisterzienserkloster Heisterbach als Novizenmeister und Prior, daher sein Beiname. Gebürtig stammt er aus (der Umgebung von) Köln. Anders als die Dienerinnen und Konrad von Marburg kannte Caesarius Elisabeth nicht persönlich. Er war jedoch ein Zeitgenosse Elisabeths, der zugleich als Schriftsteller tätig und angesehen war. Durch seine Biographie des ermordeten Kölner Erzbischofs Engelbert hatte er sich auch als Hagiograph einen Namen gemacht.85 Seine Biographie über Elisabeth erlangte bleibende Bedeutung. Auch Albert Huyskens, der als der bedeutendste Elisabeth-Quellenforscher gilt, lobt die Arbeit Caesarius´ und bezeichnet sie als „in mehrfacher Hinsicht einen Markstein in der Entwicklung der Elisabethlegende“86. Zur Glaubwürdigkeit dieser Vita ist Folgendes festzuhalten: Caesarius fühlte sich geschmeichelt, dass ihm die Aufgabe anvertraut wurde, zugleich sorgte er sich jedoch darum, dieser nicht gewachsen zu sein. Diese Tatsache führt dem Leser vor Augen, dass er alle Bestrebungen unternommen haben wird, um die Aufgabe sehr gut zu erfüllen, da er sich so als Schriftsteller berühmt machen konnte. Er wird darum bemüht gewesen sein, historisch wahr zu schreiben. Peter Görg drückt dieses Bestreben Caesarius´ als Versuch aus, „eine eher schlichte Darstellung zu schreiben, die dafür aber ´historisch korrekt´ sei“87. In seiner Vita, für die er „mühsame() Forschungen“88 betrieben hat, beruft er sich auf Augenzeugen, bezieht eigenes Wissen ein und greift auf Berichte zurück, dessen Richtigkeit er jedoch nicht bezeugen kann.89 Diese erste literarische Elisabethvita hängt strukturell vom kurzen Libellus ab.90 Diese Fassung hatten seine Auftraggeber Caesarius zukommen lassen, damit er sie für seine Arbeit als Hilfe verwenden konnte.91 Er sollte daraus „eine stilistisch anspruchsvollere Bearbeitung ihres Tatsachenmaterials“92 machen. Seine Vita enthält theologische Ausschmückungen und „wertvolle biographische Ergänzungen“93. So erfahren wir dank ihm Näheres zu Konrad von Marburg, den er persönlich kannte.94 Da seine Vita strukturell vom Libellus abhängt, greift Kapitel 5 dieser Arbeit das Büchlein über die Aussagen der vier Dienerinnen auf und nicht die Vita des Caesarius.

2.4 Vita sanctae Elisabeth von Dietrich von Apolda

Dietrich von Apolda, Mönch des Dominikanerkonvents in Erfurt und Schriftsteller, verfasste die Vita sanctae Elisabeth zwischen 1289 und 1291, rund sechzig Jahre nach Elisabeths Lebenszeit.95 Sie verbreitete sich rasch, was ihre breite Überlieferung und zahlreiche Übersetzungen in die Volkssprache belegen.96 Diese Vita findet sich in Handschriften in ganz Europa.97 Als Quellen benutzte Dietrich von Apolda den langen Libellus, Konrads Summa Vitae und mehrere Predigten.98 Er formte den Libellus dahingehend um, dass er eine Biographie Elisabeths erhielt.99 Positiv zu bewerten ist, dass der Leser viele Informationen über Ortsangaben, Zeiträume und Personen erhält, was ja bei der Summa Vitae und dem Libellus deutlich kürzer kommt. Das wird daran gelegen haben, dass es damals solcher Erläuterungen noch nicht bedurft hat, weil alles „noch frisch im Gedächtnis und ohne weiteres verständlich gewesen (ist)“100. Durch diese näheren Bezeichnungen werden dem modernen Leser die zurückliegenden Ereignisse verständlicher. Die Vita sanctae Elisabeth enthält eine Vorrede, in welcher Dietrich von Apolda als sehr gewissenhaft erscheint. Dort beteuert er, seine Informationen fleißig zusammengetragen und geprüft zu haben:

Ich bekenne vor Gott und seinen Engeln, daß ich in diesem Buch nur niedergeschrieben habe, was ich in zuverlässigen Quellen fand, und was ich von zuverlässigen Leuten erfuhr, die es mit ihrem Eid bekräftigten. So habe ich es mit viel Fleiß und Mühe aufgezeichnet (…).101

Dietrich von Apolda wollte einen wahrheitsgemäßen Bericht geben. Dadurch, dass er mündlichen Traditionen persönlich nachgegangen ist und Informationen von Personen einfließen ließ, die Elisabeth persönlich gekannt haben, kann seine Vita als zuverlässige Quelle benutzt werden. Trotzdem muss berücksichtigt werden, dass sich historisch nicht alle Aussagen prüfen lassen und einige Darstellungen legendarisch klingen.102 Dietrichs Werk lässt sich charakterisieren als eine „eigentümliche Mischung von Wirklichkeitsgetreuem und Legendärem“103. Er fasst die schriftliche Überlieferung der ersten Jahrzehnte zusammen und schließt gleichzeitig die mündliche ab. Auf seiner Vita beruhte im Mittelalter die im Volk verbreitete Kenntnis der Lebensgeschichte Elisabeths.104 Er ist der Erste, der Wundergeschichten und novellistische Erzählungen über das Leben Elisabeths bringt.105 Es finden sich auch theologische Überlegungen.106 Die Rezeption seiner Vita ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Elisabeth Busse-Wilson weist in diesem Kontext darauf hin, dass Dietrich von Apolda Angaben über das Verhältnis zwischen Elisabeth und Konrad, die im Urtext vorhanden sind, abschwächt.107 Sie hält fest, dass er, der „sonst den Libellus und die Epistola Satz für Satz abschreibt“108, sich bei Prügelszenen „auffallend kurz (fasst)“109 und einige sehr extreme Züchtigungen Konrads „ganz unter den Tisch fallen (lässt)“110. Dazu gehört beispielsweise die Szene im Altenberger Kloster, wo Elisabeth und ihre Dienerinnen grausam gezüchtigt worden sind. An späterer Stelle wird darauf noch kurz eingegangen. Dietrich von Apolda vollzieht also „kleine Fälschungen der Urquelle bei (…) dunklen Kapiteln des Lebens seiner Heldin“111. Sein Auslassen verrät dem Leser, dass er das Vorgehen Konrads gegenüber seiner Beichttochter Elisabeth als unverständlich und peinlich empfand.

Ortrud Reber geht so weit, zu sagen, dass „Dietrich das Verhalten Konrads von Marburg gegenüber Elisabeth geschönt dar(stellt)“112. Er legt seinen Schwerpunkt auf die thüringische Zeit Elisabeths, nicht auf die Marburger Zeit, die für die Beurteilung der Beziehung zwischen Konrad und Elisabeth so bedeutend ist. Dietrich von Apolda „verfälscht (…) (an einigen Stellen) die historische Wahrheit, vermutlich um Elisabeths Geschick dem eines Märtyrers anzugleichen“113. Er war also „mehr Hagiograph als Historiograph“114. Aus diesen Gründen ist die Einbeziehung dieser Quelle für meine Arbeit weniger sinnvoll.

3 Lebensstationen der heiligen Elisabeth

Nachdem das zweite Kapitel eine Einführung über die Quellen geliefert hat, auf denen das heutige Wissen über Elisabeth basiert, wird der Blick nun konkret auf das Leben der Heiligen gerichtet. Der Leser wird in die Begebenheiten der Zeit eingeführt und soll sich den Lebensumständen Elisabeths ganz nah fühlen. Dieses Kapitel ist biographisch aufgebaut und beginnt mit der Geburt Elisabeths.

3.1 Kindheit und Jugend

Elisabeth erblickte 1207 das Licht der Welt. Sie gehörte dem europäischen Hochadel an. Elisabeth war Tochter des ungarischen Königs Andreas II. und seiner Frau Gertrud aus dem Hause Andechs-Meranien.115 Ihr Geburtstag und Geburtsort sind, wie oft im Mittelalter, historisch nicht eindeutig belegt. Die Quellen gehen von Sárospatak aus, im Nordosten des heutigen Ungarn.116 Elisabeth wurde bereits als kleines Kind von Ungarn nach Thüringen gebracht, als Ergebnis politischer Machtkämpfe um das abendländische Kaisertum.117 Sie wurde mit Hermann, einem Sohn des Landgrafen Herrmann I. von Thüringen, verlobt. Seit ihrem vierten Lebensjahr lebte sie auf dem thüringischen Hof, um auf die Hochzeit mit dem künftigen Landgrafen vorbereitet zu werden. Außerdem sollte so eine angemessene Erziehung gewährleistet werden, d.h. sie sollte sich „in die dortigen Verhältnisse“118 einleben und „die Sprache“119 erlernen. Es entsteht der Eindruck, dass Kinder im Mittelalter nicht als Individuen betrachtet und geliebt wurden, sondern Mittel zum Zweck darstellten. Ortrud Reber legt hingegen Wert darauf dem Leser mitzuteilen, dass die Behauptung, „im Mittelalter seien die Kinder wenig beachtet und geliebt worden“120 eine „Fehleinschätzung“121 ist. Fest steht jedoch: Elisabeth wurde „als politisches Faustpfand für den Erhalt einer Kaiserkrone“122 aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen in ein für sie fremdes Milieu. Es sollte ein Bündnis zwischen Thüringen, Ungarn und Andechs-Meranien hergestellt werden.123 Politische Heiraten im Kindesalter waren im Mittelalter nichts Unübliches.124 Der Landgraf erhielt für die Verlobung von Königin Gertrud eine reiche Aussteuer. Dazu zählten Schmuck, Gefäße, Gewänder und Stoffe.125 Die Kindheit Elisabeths war also kaum geprägt durch ihre Eltern, sondern durch die Familie des Landgrafens. Sie musste früh erwachsen werden. Die „Früherwachsenheit war in Elisabeths Zeit (…) eine normale Erscheinung“126. Bis zum siebten Lebensjahr blieb Elisabeth in der „Obhut der Frauen“127, bevor sie als adeliges Mädchen Lesen und Schreiben lernte.128 Es wird deutlich, dass auf die „strengen Regeln höfischer Lebensweise und Umgangsformen“129 sehr viel Wert gelegt wurde. Höfische Bildung und Sitte sollten Kennzeichen der jungen Elisabeth sein. Es wurde von ihr erwartet ein standesgemäßes Verhalten zu zeigen, ein Verhalten, das einer Fürstin und dem Leben am Hofe entsprach. Dieses konnte sich Elisabeth am Auftreten der Landgräfin Sophia absehen und es für ihr eigenes Verhalten übernehmen. Das Mittelalter erzog Kinder und Jugendliche zu Reife und Eigenverantwortung. Elisabeth erlebte eine kurze Kindheit, die von Schicksalsschlägen gekennzeichnet war. Im Alter von gerade einmal sechs Jahren erfuhr sie vom Tode ihrer Mutter. Diese wurde im September 1213 ermordet.130 Auch wenn in den Quellen keine Äußerung Elisabeths über den Tod der Mutter zu finden ist, so wird diese schreckliche Nachricht Elisabeths Persönlichkeit und weitere Entwicklung geprägt haben. Als Elisabeth neun Jahre alt war, verstarb unerwartet ihr Verlobter Hermann. Nur ein Jahr später, 1217, kam es zum Tode des Landgrafen. Durch diese Ereignisse wurden die bisherigen Pläne in Frage gestellt. Hermann kam als Nachfolger seines Vaters nicht mehr in Frage. Welche Auswirkungen ergaben sich mit dem plötzlichen Tod für Elisabeth?131 Ihr wurde am Hof nach dem Tod ihres Verlobten nicht mit Offenheit und Freude begegnet, der thüringische Adel hat sie mit „Zurücksetzungen gedemütigt“132. Ratgeber sollen sich für eine Braut mit einer noch größeren Mitgift ausgesprochen und die Rückkehr Elisabeths nach Ungarn gefordert haben. Schließlich übernahm Landgrafensohn Ludwig die Regierung und entschied sich für Elisabeth als Braut.

Neben diesen Schicksalsschlägen wurde Elisabeth auch durch die Geschehnisse ihrer Zeit wie Elend und Armut geprägt. „Zur materiellen Verelendung kamen die furchtbaren gesundheitlichen Zustände in den unteren Volksschichten.“133 „Armut war eine Konstante der mittelalterlichen Gesellschaft, die viele Gesichter zeigte“134, ihre Kennzeichen waren „soziale() Verachtung und Schutzbedürftigkeit“135. Schätzungen gehen davon aus, dass im Hoch- und Spätmittelalter mehr als fünfzig Prozent der Stadtbevölkerung von Armut betroffen waren.136 Sie stellte ein Massenphänomen dar. „Krüppel, bedürftige Witwen und Waisen, Aussätzige, Blinde gehörten (…) zum Alltag und boten ein gewohntes Bild.“137 Der Mensch des Mittelalters war ständig „bedroht, hilflos und in seinen Lebensbedingungen (…) erschüttert“138. Elisabeth lebte in einer Zeit, in der eine „Diskrepanz zwischen Reichtum und Armut, Macht und Ohnmacht“139 kennzeichnend war. Um die „soziale Frage“140 zu lösen, gab es Aufforderungen Almosen zu geben. Die Erwartungen der Spendenhöhe ergab sich durch die Höhe, auf welcher man auf der „gesellschaftlichen Stufenleiter“141 stand. Almosenspenden war keine Liebestätigkeit, sondern eine konventionelle Pflicht. Die Kontraste zwischen Reich und Arm wurden immer schärfer erfahrbar, die Zahl der Armen wuchs stetig weiter und die bisherigen karitativen Institutionen reichten nicht mehr aus.142 Viele Männer und Frauen suchten bedingt durch die sozialen und geistigen Veränderungen ihrer Zeit nach Möglichkeiten, die Worte des Evangeliums konkret in ihr Leben einzubeziehen. Diese allgemeine religiöse Aufbruchsströmung zu Beginn des 13. Jahrhunderts brachte Laienbewegungen, neue Bettelorden, „aber auch religiöse Gruppierungen (hervor), (…) die als Häresien, als Ketzereien, in bislang nicht bekannten Dimensionen als Bedrohung des christlichen Glaubens empfunden und verfolgt wurden“143. Die neue spirituelle Bewegung zog vor allem Frauen in ihren Bann. Ihr Kennzeichen war eine „unmittelbare() imitatio Christi, (…) (die) Hinwendung zu den Armen, Kranken und Marginalisierten der Gesellschaft“144.

Elisabeth führte schon in ihrer Kindheit Umgang mit den Armen und machte ihnen Geschenke. Bei Wettspielen gab sie von ihrem Gewinn mitspielenden ärmeren Mädchen den zehnten Teil ab.145 Hier zeigt sich bereits Elisabeths Selbstlosigkeit und Aufmerksamkeit für hilfsbedürftige Mitmenschen. Erwähnenswert ist auch ihr bereits in der Kindheit ausgeprägter Glaube. Sie ergriff regelmäßig die Gelegenheit, um „allein in die Kapelle zu gehen“146. Schon früh wird deutlich, dass Elisabeth sich mit Aufgaben auseinandersetzte, die für adelige Frauen in diesem Stande ungewöhnlich und nicht vorgesehen waren, wie z.B. mittellosen Menschen persönlich zu helfen. Sie zeigte keinerlei Berührungsängste oder ließ ärmere Menschen ihre höhere Stellung spüren. Vielmehr bediente sie sich ihrer Möglichkeiten, um für die Not leidenden Mitmenschen unterstützend da zu sein. Elisabeth leistete Beistand bei Geburten, bei der Bestattung von Toten, übernahm bei Taufen die Patenschaft für Kinder von Armen, nähte Taufgewänder oder stellte eigenhändig Totengewänder für arme Verstorbene her.147 Sie war in ihrer Bereitschaft herausragend, „(d)enn wenn damals von fürstlichen Familien finanzielle Stiftungen in Form von Hospitälern gemacht wurden, so hat doch niemand wie die Landgräfin von Thüringen persönlich mit zugegriffen“148. Vor allem zeigte Elisabeth ein großes Herz für arme Kinder: „Sie war so gütig und liebevoll zu ihnen, dass alle sie ´Mutter´ nannten (und) (…) auf sie zuliefen, und sie freudig umringten.“149 Elisabeth hatte den Mut, sich bereits als Kind ihren fürstlichen Pflichten zu widersetzen und den höfischen Sitten sowie der adeligen Prachtendfaltung mit Protest zu begegnen. Als Beleg verweise ich auf Ortrud Reber, die hierfür einige Handlungen Elisabeths anführt: „Zum Beispiel heftete sie an Festtagen vor der Messe die üblichen weiten Schmuckärmel nicht an das Gewand und zog an Sonntagen keine Handschuhe an. Auch nahm sie öfter in der Messe bei bestimmten Evangelien ihre Hals- und Armbänder ab.“150 Sie hielt ihre äußerlichen Verpflichtungen bewusst nicht ein, sondern zeigte sich Gott gefällig in Demut und Ehrfurcht. Elisabeth nahm kirchliche Veranstaltungen zum Anlass, sich öffentlich selbst zu erniedrigen, während andere Mitglieder der Oberschicht diese als Gelegenheiten wahrnahmen, um ihre hohe Stellung nach außen zu offenbaren.151 Der Besuch der Messe war im Hochadel vorrangig „ein Anlass zur Repräsentation“152. Ein solches Auftreten wurde von Elisabeth abgelehnt, ebenso Statussymbole, die ihren Stand repräsentierten. Für Elisabeth waren die kirchlichen Feiern eine Gelegenheit zu „persönlicher religiöser Einkehr“153. Ihr Verhalten stand diametral zu den von ihr geforderten Pflichten als künftige Landgräfin. Die Familie Ludwigs war sehr darauf bedacht, keinen Verlust an Würde und Ansehen zu erleiden. Elisabeths solidarische Einstellung war ihr ein Dorn im Auge. Ihre Handlungen provozierten die Landgrafenfamilie und führten zu „manche(m) Widerspruch“154. Eine Steigerung dieser Provokation ergab sich durch Elisabeths weitergehende Hilfe und Unterstützung der Armen, die darin bestand, dass sie die Toten wusch, sie bekleidete und an ihrer Beerdigung teilnahm.155 Diese Handlungen „grenzte(n) wohl an einen Skandal“. Elisabeth war sehr daran gelegen, die anderen Frauen des Adels von ihren Idealen zu überzeugen, sie wollte sie „für ein Leben in Einfachheit und Gottergebenheit (…) gewinnen“156. Ihr Einsatz und ihre Unterstützung für die Randgesellschaft werden im weiteren Verlauf der Arbeit noch stärker aufgegriffen.

3.2 Die Zeit der Ehe mit Ludwig

Wie bereits in 3.1 erwähnt, war es im Mittelalter nicht unüblich, im Kindesalter verheiratet zu werden. Bei ihrer Hochzeit mit Ludwig war Elisabeth erst vierzehn Jahre alt, ihr Bräutigam einundzwanzig.157 Die Ehe brachte drei Kinder hervor: 1222 Hermann, 1224 Sophie und 1227 Gertrud.158 Die politischen Interessen ihrer Eltern hatten Elisabeth und Ludwig schließlich zusammengeführt, ihren Lebensweg und ihr Schicksal vorherbestimmt. Trotz dieser Vorbestimmung füreinander führten die beiden eine liebevolle Ehe, sie wuchsen „menschlich eng zusammen“159. Diese Vertrautheit und Unterstützung zwischen den beiden wird von verschiedenen Autoren belegt. Im Mittelalter galt die Ehe als „körperliche und geistige Gemeinschaft“160, in welcher die Ehepartner in „Liebe und Treue“161 vereint sein sollten. Dieses Ehe-Ideal haben Ludwig und Elisabeth verwirklicht, ihre Ehe wird als „beispielhaft“162 bezeichnet.163 Elisabeth versuchte, möglichst oft bei ihrem Gemahl sein zu können. Dafür nahm sie sogar längere Reisen mit dem Pferd auf sich. Ungewöhnlich war auch, dass Elisabeth nicht nur bei festlichen Mahlzeiten an der Seite Ludwigs saß, sondern für gewöhnlich. Bemerkenswert ist Ludwigs Verständnis für Elisabeths regelmäßige, auch nächtliche Gebete, zu denen sie sich sogar von ihren Dienerinnen wecken ließ. Das religiöse Leben Elisabeths wurde sogar von ihrem Mann gefördert. Als Belege sind hier zu nennen, dass Ludwig Konrad von Marburg an den Hof holte, dem sie Gehorsam geloben und dessen Speisegebot sie einhalten durfte, auch wenn sie dadurch auf viele der Speisen verzichten musste und oft hungerte. Person und Rolle des Konrad von Marburg werden in Kapitel vier eingeführt. Das Speisegebot forderte, keine Speisen zu essen, die aus unrechtmäßigem Besitz stammten, d.h. aus erpressten Abgaben oder Eintreibungen.164 Ludwig unterstützte auch Elisabeths ausgeprägte Nächstenliebe und Hilfe für die Armen und Kranken, in dem er ihr dafür viel Freiheit gab. Das Gelübde der Enthaltsamkeit, welches Elisabeth für den Todesfall ihres Mannes ablegte, kann als Hinweis der engen und glücklichen Ehe verstanden werden. „Damit sollte besiegelt werden, dass die eine Ehe die ausschließliche Bindung für das ganze Leben sei (…).“165 Ludwig stand hinter seiner Frau und zeigte ihr das deutlich, wie die zuvor aufgeführten Beispiele zeigen. Ein enormer Vertrauensbeweis seinerseits bestand auch darin, dass sie in seiner Abwesenheit die Regentschaft übernehmen durfte.

Elisabeth hatte kein einfaches Los gezogen: in der Welt des Adels wurde von ihr höfisches Verhalten gefordert. Doch zugleich hatte Elisabeth schon immer eine Seite an sich, die diesen Erwartungen entgegenstand: das Bestreben ein christliches Leben voller Nächstenliebe zu führen, ohne weltlichen Prunk und die Einhaltung der strengen Bräuche der Hofgesellschaft. Eine Unterstützung durch ihren Ehemann war unter diesen Voraussetzungen ein enorm großer Liebesbeweis und zugleich auch eine Provokation seiner Familie, die Elisabeths Bestrebungen und Einstellung missbilligte. Ihr Verhalten wird am Hofe als „Herausforderung und Belastung“166 empfunden worden sein, zumal Elisabeth öffentlich die höfischen Grundlagen in Frage stellte.167 Als besonders provokant muss die landgräfliche Familie ihre offensichtliche Ablehnung der privilegierten Lebensweise erfahren haben, da Elisabeth diese zugleich (aus)nutzte zur Unterstützung der Armen, Kranken und Schwachen. Elisabeths „Ziele störten den Lebensrhythmus ihrer Umgebung“168. Ludwigs Familie hat ihr das „Heraustreten aus der religiösen und aus der gesellschaftlichen Konvention (…) nie verziehen“169. Ludwig hielt jedoch in jeder Situation treu zu seiner Gattin, die beiden verband eine „gemeinsame() Blickrichtung“170, „(v)on der intrigenreichen Ohrenbläserei am Hofe ließ er sich nicht beirren und hielt treu zu Elisabeth“171. Selbst Vorwürfe, denen Ludwig wegen der auffallenden und ungewohnten Lebensweise seiner Frau ausgesetzt war, änderten nichts an seinem Rückhalt für Elisabeth.172 Dass die gelebte Frömmigkeit Elisabeths ohne die Akzeptanz und Förderung Ludwigs nicht möglich gewesen wäre, betont auch Christine Reinle und hebt dabei das „liebevolle Vertrauensverhältnis“ der beiden hervor.173 Elisabeth war sich der Unterstützung ihres Mannes bewusst und so handelte sie durchaus selbstständig. Ein Beispiel dafür ist eine in Thüringen hereingebrochene Hungersnot. Der Landgraf war abwesend und ohne die Erlaubnis ihres Mannes „nahm (Elisabeth) den Kampf gegen den würgenden Hunger auf“.174 Sie zögerte nicht und verschenkte Vorräte der Burg, bediente sich am Getreidespeicher und verkaufte ihre kostbaren Juwelen und Kleider, um an einem Tag über neunhundert Menschen mit Nahrung zu versorgen.175 Dieses Handeln wird von Walter Nigg zutreffend als „christlich-heroisch()“176 bewertet. Elisabeth blickte nicht von oben auf die Menschen hinab, sondern betrachtete ihre Schicksale aus nächster Nähe. Weil sie ihre Situation auf Augenhöhe wahrnahm, konnte sie ihr Leben als ständige Herausforderung realisieren. An dieser Stelle muss zwar angemerkt werden, dass Elisabeths evangelisch geführtes Leben hinsichtlich der Radikalität nicht unbedingt ungewöhnlich war für die Strömung der Zeit, aber in den damaligen europäischen Fürstenhäusern stellte es eine Ausnahme dar.177

Als Zwischenfazit zu 3.1 und 3.2 kann festgehalten werden, dass Elisabeth keine Mühe und Energie scheute, um ihren Mitmenschen zu helfen. Sie wandte sich vom höfischen Leben ab, um sich der karitativen Armenfürsorge zu widmen. Von ihren Überzeugungen ließ sie sich nicht abbringen und setzte sich somit der Gefahr von Missgunst und Verachtung durch die landgräfliche Familie aus. Elisabeth fasziniert den heutigen Leser durch ihre tiefe Wandlung von einem Leben als privilegierter Fürstin zu einem Leben in Gemeinschaft und Solidarität mit den Armen, in der Nachfolge Christi. Sie zeigte eine intensive Hinwendung zu „Randgruppen und Ausgestoßenen der Gesellschaft“178, einen „radikalen Perspektivenwechsel, einen Wechsel des Blicks von der Spitze der damaligen Gesellschaft hin zu den Niedrigsten, den Untersten, in gezielter freiwilliger Gleichstellung mit ihnen“179. Der einzelne Mensch war ihr wichtig, ihren eigenen Bedürfnissen maß sie keine Bedeutung bei. Sie hatte den Entschluss getroffen, „ihr bisheriges Leben völlig aufzugeben“180.

3.3 Tod Ludwigs und Elisabeths Rückzug aus der höfischen Welt

Ludwigs Teilnahme am Kreuzzug im Juni 1127 musste er mit seinem Leben bezahlen. Wie viele der Kreuzfahrer erkrankte er an einem „typhusartige(n) Fieber“181 und starb im September in Otranto, Süditalien. Die Nachricht vom Tode Ludwigs ließ Elisabeths glückliches Leben zusammenbrechen, „hatte sie doch den ihr liebsten Menschen verloren“182. Elisabeth blieb mit ihren drei Kindern auf der Wartburg zurück in tiefer Trauer, bewusst darüber, dass sie „ihnen nun den Vater ersetzen“183 musste und die alleinige Verantwortung für ihre Kinder zu tragen hatte. Sie stand nach dem Tod ihres Mannes in einer „tiefen Lebenskrise“184. Ihre Absicht, die Kinder auf der Burg großzuziehen, wurde bald geändert. Es kam zum Streit mit Ludwigs Bruder Heinrich Raspe über das Speisegebot und Elisabeths Verwaltung ihres Witwengutes.185 Der Streit ging so weit, dass Heinrich Elisabeth die Verfügung über ihr Wittum186 entzog, wegen „angeblicher Unzurechnungsfähigkeit“187. Diese Tat stellte einen „eklatanten Rechtsbruch auf höchster Ebene“188 dar. Aus Widerstand und Ablehnung gegenüber Elisabeth zu Lebzeiten Ludwigs war „offene Feindschaft“189 geworden. Zwar gewährte Heinrich ihr an der Tafel weiterhin teilzuhaben, doch war dieses Zugeständnis zugleich eine Absage und ein Verweis, denn Elisabeth war die Teilnahme aufgrund des Speisegebotes kaum möglich.190 Die Landgräfin musste sich neu orientieren und entschied sich schließlich für eine „Lossage von der fürstlichen Welt“191. Die Quellen sind sich nicht einig darüber, ob Elisabeth von der Burg vertrieben wurde, oder freiwillig die Wartburg verließ, im Sinne einer „franziskanische(n) Armutserwählung“192.193 Ihr Lebenswandel entspricht den Idealen des Franziskus von Assisi194. Auch wenn sie ihn persönlich nicht kannte, empfand sie ihn als Vorbild und strebte nach einem Leben in Armut und Nächstenliebe. Die franziskanischen Ideale erfuhr sie vom Franziskanermönch Rodeger, der sich 1224 oder 1225 am Hof der Landgrafen aufgehalten hatte. Er wurde zum geistlichen Leiter Elisabeths und unterwies sie in Keuschheit, Demut, Geduld, Barmherzigkeit und dem Verharren im Gebet.195 Die Fratres Minores, die minderen Brüder, breiteten die franziskanische Lebensweise aus. Sie lebten in völliger apostolischer Armut, wirkten als Bußprediger und Pfleger von Kranken und Elenden.196 Die Begegnung Elisabeths mit den Minderen Brüdern war ein existenzielles Ereignis in ihrem Leben. Die Konsequenzen dieser Nachfolge Christi im Sinne des Franziskus von Assisi waren weitreichend, stellten sie doch alle Normen ihres Lebens in Frage und standen im Kontrast zu ihren landgräflichen Pflichten, aber auch zu ihren Pflichten als Ehefrau und Mutter.197 Für den weiteren Verlauf dieser Arbeit halte ich es für wichtig den Leser darauf hinzuweisen, dass nicht eindeutig zu unterscheiden ist, welche Einflüsse von Rodeger und den frühen Minderbrüdern auf Elisabeth ausgingen und welche Verhaltensformen Konrad ihr auferlegt hatte.198

Wurde Elisabeth das Leben auf der Burg nicht verweigert, so wurde es ihr dort zumindest unmöglich gemacht.199 Fest steht, dass Elisabeth lieber mit armen Menschen Hunger und Entbehrungen leiden wollte als unrechtmäßig erworbene Speisen zu verzehren und so in Sünde zu verfallen. Die These der freiwilligen Abkehr Elisabeths von der Wartburg wird von der historischen Forschung der neueren Zeit vertreten, die These der Vertreibung findet sich im Libellus und bei Caesarius von Heisterbach.

Entgegen Elisabeths Absicht wurden ihre Kinder mit ihr ins Elend gerissen, da Heinrich sie von der Burg bringen ließ.200 Glaubt man dem Libellus und geht von einer Vertreibung aus, so sind allein diese Umstände für den heutigen Leser schon unbegreiflich, aber der bevorstehende Winter lässt die Handlung Heinrichs noch viel kaltherziger erscheinen. Zutreffend finde ich Elisabeth Busse-Wilsons Feststellung über das Verlassen der Wartburg. Ihrer Meinung nach kann von einem freiwilligen Verlassen in keiner Weise die Rede sein.201 Zwar war es im Mittelalter nichts Ungewöhnliches für eine Frau des Hochadels nach dem Tod ihres Mannes einen Witwensitz zu beziehen, aber das geschah erst, wenn der älteste Sohn erwachsen war und er die Haushaltsführung übernommen hatte.202 Elisabeth überstand mit ihren drei Kindern und einigen Begleiterinnen den Winter „in bitterer Armut“203. Sie entschied sich schließlich für das Verlassen ihrer Kinder, das dem heutigen Leser problematisch erscheint. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird noch näher auf diese Entscheidung Elisabeths eingegangen.

Elisabeths Beichtvater Konrad von Marburg war es durch sein diplomatisches Verhandlungsgeschick gelungen, Heinrich „zu einem Ausgleich in der Wittumsfrage zu bewegen“204, wodurch Elisabeth bei Marburg Ländereien zur lebenslänglichen Nutzung zugesprochen bekam sowie 2000 Mark Silber.205 Konrad von Marburg wird im Folgenden Kapitel näher dargestellt. Nach der Beisetzung von Ludwigs Gebeinen in Reinhardsbrunn zog Elisabeth nach Aufforderung Konrads nach Marburg zu ihrem Witwengut, um dort ein Hospital mit Kapelle errichten zu lassen.206 Bis ins zwölfte Jahrhundert hatten sich ausschließlich Geistliche um Arme und Kranke gekümmert.207 Ritterliche Spitalorden gaben Laien Gelegenheit, sich für die Armen- und Krankenfürsorge einzusetzen, Frauen wurden hierbei allerdings abgelehnt. Elisabeths Handeln wird Staunen erregt haben, weil sie sich als eine hochrangige Frau mit „Liebe in Werken der Barmherzigkeit betätigte“208. Das Marburger Franziskushospital wurde zu ihrem Lebensmittelpunkt.209 Elisabeth legte ihre Vermögen zum Nutzen für die Armen an, wodurch sie ihren Wünschen und Zielen näher kam. Elisabeth hatte in Marburg eine „eigene, von ihr und für sie gefundene religiöse Lebensform“210 umgesetzt. Diese stellte „ein neues, eigenständiges Modell sowohl franziskanischer Lebensweise für Frauen wie karitativer Frauenfrömmigkeit dar“211. Der Beschluss der Hospitalgründung wird ihr eine Hilfe gewesen sein, um die durch den Tod ihres Gemahls und die Trennung von ihren Kindern entstandene Leere zu kompensieren. Kennzeichen für diesen neuen Lebensabschnitt Elisabeths war ihre endgültige Absage an die Welt sowie das Tragen eines Bußgewandes, wodurch sie sich auch äußerlich mit den Armen solidarisierte.212 „Sie trat damit endgültig und nach außen sichtbar in den geistlichen Stand ein und konnte nun endlich das von ihr lang ersehnte Armutsgelübde ablegen.“213 In dieser Zeit begab sie sich in den Dienst der radikalen Christusnachfolge, da sie sich persönlich um die Kranken gekümmert hat, vor allem um Menschen, „die an ansteckenden Hauterkrankungen wie Lepra und Krätze litten“214. Sie sah in jedem Menschen Christus und verstand in der Krankenfürsorge die Einhaltung der Christusnachfolge. Elisabeth schaute „mit den Augen Gottes auf die ihr anvertrauten Menschen.“215 Ihre Aktualität ergibt sich aus ihrem Vorbildcharakter für Zivilcourage, soziales Verhalten und Verantwortung in der Gesellschaft.216 Die Probleme, denen sie sich gestellt hat, sind noch heute aktuell, beispielsweise Armut in unserer unmittelbaren Umgebung.217 Elisabeth hat Unvorstellbares für die Armen geleistet, vor allem vor ihrem adeligen Hintergrund und den mittelalterlichen Bedingungen.218 Selbstlos stellte sie sich in den Dienst der Armen und Kranken. Ihr Leben war von „Mühen und Entbehrungen“219 gekennzeichnet, die nicht spurlos an Elisabeth vorüber gehen konnten: Sie starb im November 1231 mit gerade einmal vierundzwanzig Jahren.220 Ihre Lebenskraft war verbraucht aufgrund ihrer großen Anstrengungen für die Krankenpflege, die zahlreichen Bußübungen, die ihr Konrad auferlegte und die Spannungen, die ihr Leben bestimmten. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird auf die Beziehung zwischen Konrad und Elisabeth in ihren verschiedenen Facetten näher eingegangen. Es wird zu prüfen sein, ob Elisabeth sich im Schutz von Konrad befand, oder durch Konrad körperliches und geistiges Unheil über sie hereinbrach. Im Folgenden Kapitel wird zunächst eine kurze Biographie über Elisabeths Beichtvater gegeben.

4 Konrad von Marburg. Eine Kurzbiographie

Konrad von Marburg „kam 1224 im Zuge der Zusage Landgraf Ludwigs IV. zum Kreuzzug Kaiser Friedrichs II.“221 an den thüringischen Hof und wurde von Elisabeth unter Einwilligung Ludwigs zum Beichtvater gewählt.222 Elisabeth benötigte eine geistige Führung, da sie ein Leben nach dem Evangelium anstrebte, jedoch als Landgräfin nicht ihr Leben sowie ihre ehelichen Pflichten dafür aufgeben konnte.223 Ihr Anschluss an die franziskanische Lebensform bedurfte einer Regelung, die ihren Intentionen entsprach. Dem Franziskaner Rodeger war die Übernahme dieses Amtes vom Ordensstifter Franziskus von Assisi nicht gestattet. 224 Seine Elisabeth durch Worte und Beispiele vermittelten Ideale über Leben und Ziele des Franziskus konnte er nicht vervollkommnen. Es musste also ein geistlicher Leiter gefunden werden, der nicht dem Franziskanerorden angehörte, aber dessen Zielen nahestand. Außerdem musste sein Profil dem Rang Elisabeths entsprechen.225 Konrad erfüllte diese Anforderungen und trat in das Leben der jungen Landgräfin ein.

Ludwigs Zustimmung zur Seelenführung durch Konrad von Marburg weist auf ein enormes persönliches Vertrauen des Landgrafen zu Konrad hin. Wer also war Konrad von Marburg und welche Eigenschaften zeichneten ihn aus, dass ihm eine solch große Wertschätzung entgegen gebracht wurde? Hierfür müssen langjährige, ausgezeichnete Dienste erforderlich gewesen sein. Es kann davon ausgegangen werden, dass Konrad bereits früher lange Zeit in Thüringen tätig war.226 Der Landgraf wird ihn geschätzt haben aufgrund seiner „kirchlichfromme(n) Gesinnung, (seiner) Reinheit des Wandels und (der) pastorale(n) Umsicht“227. Diese Merkmale werden Ludwig darin bestätigt haben, Konrad sogar in seiner Abwesenheit vom Hofe während der Zeit des Kreuzzuges die Ausübung seiner Patronatsrechte anzuvertrauen.228 Dieses Recht bedeutete, dass Konrad eine Art Vertreter des Landesherrn in kirchlichen Angelegenheiten war.229 Die Besetzung aller geistlichen Ämter wurde Konrad in die Hand gelegt, außerdem erhielt er dadurch eine Mitbestimmung bei innenpolitischen Angelegenheiten des Landes.230 Für Ludwig mag das Wissen über Konrad als Beichtvater in Zeiten seiner Abwesenheit beruhigend gewesen sein, da er sich durch ihn Schutz für seine Frau versprach.

Zu Konrads Genealogie ist zu sagen, dass Herkunft, Familie und Geburtsjahr nicht bekannt sind, es wird vermutet, dass er aus dem Marburger Dienstadel stammte.231 Die Quellen belegen, dass er als Priester tätig war und den Titel des Magisters trug.232 Konrad selbst bezeichnete sich als Magister Conradus predicator verbi dei, Prediger des Wortes Gottes.233 Der Magistertitel bescheinigte ihm eine hohe Bildung, die ihn rühmte.234 Er stand in enger Verbindung zum Papst. Gregor IX. beauftragte ihn nach dem Tode Ludwigs, seinen „apostolischen Schutz“235 für Elisabeth auszuüben. Neben der Vormundschaft Elisabeths betraute der Papst Konrad mit weiteren Aufgaben, dazu gehörten u.a. kirchenpolitisches Engagement als „Kreuzzugsprediger“236 und seine Tätigkeit als „Ketzerjäger“237. Wie bereits kurz in Kapitel 3.1 erwähnt, hatten die Verfechter des apostolischen Armutsideals das Misstrauen der kirchlichen Obrigkeit geweckt, es wurde ein Umsturz in der Gesellschaftsordnung befürchtet, dem vorgebeugt werden musste. Konrad genoss „die höchste Achtung des Papstes“238. In seiner Aufgabe blühte der Magister in so starker Weise auf, dass der Papst ihn „zum selbstständigen Ketzerrichter mit weitreichenden Vollmachten“239 ernannte. In der Ketzerverfolgung war Konrad „treibende Kraft“240. Hier wird deutlich, dass er seine Aufgaben sehr ernst und gewissenhaft ausführte. Wenn Konrad von seinen Pflichten und Zielen überzeugt war, dann verfolgte er sie ehrgeizig und zielstrebig, auch wenn andere dabei Verluste hinnehmen mussten. Für den Leser ergibt sich an dieser Stelle die Frage, ob Konrad seine vom Papst verliehene Autorität missbrauchte. Die Zahl derjenigen, die durch das Urteil Konrads den Feuertod erlitten haben, kann nicht angegeben werden, es sind „Unzählige“241. Sein Gerichtsverfahren wird als „ungeregeltes“242 beschrieben. Konrads Grundsatz war, besser hundert Unschuldige zu verbrennen, als einen Schuldigen ungestraft davonkommen zu lassen.243 Diese Fähigkeit zur Härte und Brutalität wird auch später noch bei der geistlichen Führung Elisabeths deutlich. Konrad steckte seine ganze Energie und Überzeugung in seine Aufgabe als Ketzermeister, er schreckte vor keiner Anklage und Strafvollstreckung zurück. Dass er vor keiner sozialen Schranke Halt machte, wird deutlich an Graf Heinrich III. von Sayn, den er der Ketzerei anklagte.244 Seine Härte zeigt u.a. die Verurteilung eines ihm gebrachten „Ketzers“ „ohne angestellte Prüfung“245. Konrad war beim Klerus und Adel für seinen Fanatismus und seine Hartnäckigkeit bekannt, mit seiner Tätigkeit als Ketzerrichter machte er sich viele Feinde. „Und sein finsteres Gesicht, sein echtes mönchisches Charisma und männlich-autokratisches Auftreten suggerierte Unterwerfung (…).“246 Der Name Konrad von Marburg wird mit den „furchtbarsten Unthaten der Inquisition in Deutschland“247 verbunden. Das übergroße „Engagement“ in dieser Tätigkeit musste er schließlich mit seinem Leben bezahlen, als der von ihm der Ketzerei angeklagte Graf von Sayn ihn ermorden ließ.248 Der Graf hatte sich nicht von Konrad einschüchtern lassen oder rekapituliert. Durch Konrads Unmenschlichkeit und Grausamkeit hat er „sich am Ende (…) selbst sein Grab (gegraben)“249. Die geschichtliche Bedeutung Konrads liegt in der Ketzerbekämpfung und der Vormundschaft Elisabeths. Ich halte es für notwendig darauf hinzuweisen, dass Konrads Vorgehen als Ketzerrichter differenziert betrachtet werden muss. Teile der Forschung halten Konrads negative Beurteilung hinsichtlich seiner Justiz als Ketzerrichter für falsch, „da Konrad nur die Regeln des neuen, prozesslich noch unerprobten Ketzerinquisitionsverfahrens anwandte, dabei zwar an dessen Grenzen ging, aber nicht darüber hinaus“.250 Es ist also möglich, dass Konrads rigoroses Vorgehen erklärt werden kann, durch den Grundsatz des neuen Verfahrens, „lieber einen Unschuldigen zu verurteilen als einen Schuldigen davonkommen zu lassen“251. Desweiteren muss die Mentalität der mittelalterlichen Gesellschaft berücksichtigt werden: das ewige Heil war den Menschen wichtiger als das irdische Leben.252 Durch die irdische Strafe wollte man einen Ketzer vor der himmlischen Strafe entziehen.253 Die Todesstrafe wurde bereits bei „viel unbedeutenderen Delikten“254 ausgesprochen, z.B. bei Münzverschlechterung oder Majestätsbeleidigung.255 Um die Situation im Mittelalter besser beurteilen zu können, ein Vergleich zu heute: „Sodann wirkten die offen auftretenden Irrlehrer, (…), auf ihre Umgebung ungefähr so, wie wir heutige Menschen Terroristen gegenüber empfinden, da sie mit dem Angriff auf den christlichen Glauben auch einen Angriff auf die gesellschaftliche Ordnung verbanden (…).“256

Durch die Vermittlung der biographischen Daten und eine kurze Einführung ins Spätmittelalter in Kapitel 3 und 4 ist eine erste Annäherung an Elisabeth und ihren Beichtvater ermöglicht worden. Die bisherigen Informationen dienen dazu, dem Leser einen Einblick zu verschaffen über die Begebenheiten im Leben Elisabeths, die für ihren weiteren Lebensweg eine entscheidende Rolle spielten. Außerdem sollen sie helfen, ihre Entscheidungen unter der Aufsicht von Konrad von Marburg besser zu verstehen. Im folgenden Kapitel werden die geistliche Führung und ihre Auswirkungen näher dargestellt und bewertet. Die verschiedenen Facetten der Beziehung werden aufgedeckt.

[...]


1 Althaus, Dieter: „Grusswort“. In: Blume, Dieter, Werner, Matthias (Hrsg.): Elisabeth von Thüringen – Eine Europäische Heilige. Katalog. Petersberg: Michael Imhof, 2007. S. 17. [Im Folgenden zitiert als: Althaus.]

2 Ebd.

3 Görg, Peter H.: Elisabeth von Thüringen begegnen. Augsburg: Sankt Ulrich, 2009. S. 23. [Im Folgenden zitiert als: Görg.]

4 Vgl. ebd.

5 Vgl. Reber, Ortrud: Elisabeth von Thüringen. Landgräfin und Heilige. Regensburg: Friedrich Pustet, 2006. S. 9. [Im Folgenden zitiert als: Reber.]

6 Werner, Matthias: „Die heilige Elisabeth in ihrer Zeit – Forschungsstand und Forschungsprobleme.“ In: Disse, Jörg (Hrsg.): Fuldaer Hochschulschriften. Band 49: Heilige Elisabeth von Thüringen – theologische Spurensuche. Frankfurt a. M.: Josef Knecht, 2008. S. 27. [Im Folgenden zitiert als: Werner, Matthias: „Die heilige Elisabeth in ihrer Zeit“.]

7 Vgl. zu folgendem Abschnitt: Reber. S. 14.

8 Vgl. ebd. S. 9.

9 Görg. S. 90.

10 Busse-Wilson, Elisabeth: Das Leben der heiligen Elisabeth von Thüringen. Das Abbild einer mittelalterlichen Seele. München: Oskar Beck, 1931. S. 10. [Im Folgenden zitiert als: Busse-Wilson.]

11 Busse-Wilson. S. 12.

12 Ebd.

13 Ebd. S. 15.

14 Ebd. S. 17.

15 Vgl. zu folgendem Abschnitt: Werner, Matthias: „Die heilige Elisabeth in ihrer Zeit“. S. 27.

16 Vgl. Nigg, Walter: Elisabeth von Thüringen. Düsseldorf: Patmos, 1963. S. 61. [Im Folgenden zitiert als: Nigg.]

17 Vgl. Reber. S. 17.

18 Görg. S. 89.

19 Vgl. ebd.

20 Görg. S. 90.

21 nach dem Tode, siehe: Textor, A. M.: Auf Deutsch. Das Fremdwörterlexikon. Essen: Ernst Heyer, 2000. S. 259.

22 Vgl. Wehrli-Johns, Martina: „Armenfürsorge, Spitaldienst und neues Büssertum in den frühen Berichten über das Leben der heiligen Elisabeth.“ In: Blume, Dieter; Werner, Matthias (Hrsg.): Elisabeth von Thüringen – Eine Europäische Heilige. Aufsätze. Petersberg: Michael Imhof, 2007. S. 153. [Im Folgenden zitiert als: Wehrli-Johns.]

23 Görg. S. 92.

24 Ebd.

25 Vgl. Wehrli-Johns. S. 153.

26 Huyskens, Dr. Albert: Quellenstudien zur Geschichte der hl. Elisabeth Landgräfin von Thüringen. Marburg. N. G. Elwert´sche Verlagsbuchhandlung, 1908. S. 155-160. [Im Folgenden zitiert als: Huyskens.]

27 Wyss, Albert: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen, I (Leipzig 1879), S. 32-35.

28 Zu finden in: Nigg. S. 61-68.

29 Vgl. Reber. S. 17.

30 Werner, Matthias: „Die Summa Vitae Konrads von Marburg als die älteste Lebensbeschreibung Elisabeths.“ In: Blume, Dieter; Werner, Matthias (Hrsg.): Elisabeth von Thüringen – Eine Europäische Heilige. Katalog. Petersberg: Michael Imhof, 2007. S. 113. [Im Folgenden zitiert als: Werner, Matthias: „Die Summa Vitae“.]

31 Ebd.

32 Ebd.

33 Reber. S. 17.

34 Vgl. Werner, Matthias: „Siegel Konrads von Marburg“. In: Blume, Dieter; Werner, Matthias (Hrsg.): Elisabeth von Thüringen – Eine Europäische Heilige. Katalog. Petersberg: Michael Imhof, 2007. S.116. [Im Folgenden zitiert als: Werner, Matthias: „Siegel“.]

35 Nigg. S. 63.

36 Werner, Matthias: „Die Summa Vitae“. S. 114.

37 Ebd.

38 Görg. S. 24.

39 Vgl. Würth, Ingrid: „Die Aussagen der vier ´Dienerinnen´ im Januar 1235.“ In: Blume, Dieter; Werner, Matthias (Hrsg.): Elisabeth von Thüringen – Eine Europäische Heilige. Katalog. Petersberg: Michael Imhof, 2007. S. 154. [Im Folgenden zitiert als: Würth.]

40 Vgl. Reber. S. 18.

41 Ebd. S. 20.

42 Vgl. ebd.

43 Reber. S. 20.

44 Ebd. S. 21.

45 Vgl. ebd.

46 Vgl. Görg. S. 24.

47 Vgl. Reber. S. 22.

48 Vgl. ebd. S. 18.

49 Vgl. Vogel, Lothar: „Der Libellus der vier Dienerinnen. Beobachtungen zur Entstehung, Datierung und Wirkungsgeschichte.“ In: Bertelsmeier-Kierst, Christa (Hrsg.): Kulturgeschichtliche Beiträge zum Mittelalter und der frühen Neuzeit. Band 1: Elisabeth von Thüringen und die neue Frömmigkeit in Europa. Frankfurt a. M.: Peter Lang, 2008. S. 180. [Im Folgenden zitiert als: Vogel.]

50 Vgl. Würth. S. 154.

51 Vgl. Görg. S. 25.

52 Ebd. S. 26.

53 Ebd.

54 Vgl. Vogel. S. 173.

55 Vgl. ebd. S. 179.

56 Vgl. Görg. S. 25.

57 Vgl. Reber. S. 22.

58 Ebd. S. 23.

59 Vgl. ebd.

60 Ebd.

61 Rener, Monika: Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 53: Die Vita der heiligen Elisabeth des Dietrich von Apolda. Marburg: N. G. Elwert, 1993. S. 4. [Im Folgenden zitiert als: Rener.]

62 Würth. S. 187.

63 Ebd. S. 188.

64 Ebd.

65 Ebd. S. 189.

66 Ebd.

67 Vgl. Werner, Matthias: „Die heilige Elisabeth in ihrer Zeit“. S. 61.

68 Vgl. Würth. S. 189.

69 Vgl. ebd.

70 Görg. S. 94.

71 Vgl. Reber. S. 19.

72 Würth. S. 190.

73 Görg. S. 26.

74 Vgl. Würth. S. 190.

75 Görg. S. 26.

76 Würth. S. 154.

77 Vgl. ebd.

78 Görg. S. 26.

79 Huyskens. S. 14.

80 Rener. S. 4.

81 Ebd.

82 Vorsteher des Marburger Deutschordenshauses, vgl. Vogel. S. 179.

83 Huyskens. S. 6.

84 Vgl. zu folgendem Abschnitt: Görg. S. 27.

85 Vgl. Rener. S. 5.

86 Görg. S. 27.

87 Ebd.

88 Ebd.

89 Vgl. Görg. S. 27.

90 Vgl. Vogel. S. 179 f.

91 Vgl. Huyskens. S. 6.

92 Ebd. S. 7.

93 Busse-Wilson. S. 332.

94 Vgl. ebd.

95 Vgl. ebd.

96 Vgl. Rener. S. 6.

97 Vgl. Hömig, Herbert. (Hrsg.): Das Leben der heiligen Elisabeth von Thüringen. Cronica sant Elisabet zcu Deutsch. Bad Neustadt a. d. Saale: Dietrich Pfaehler, 1981. S. 9. [Im Folgenden zitiert als: Hömig.]

98 Vgl. Görg. S. 29.

99 Vgl. Reber. S. 32.

100 Huyskens. S. 9.

101 Görg. S. 29.

102 Ebd.

103 Hömig. S. 11.

104 Vgl ebd. S. 12.

105 Vgl. Busse-Wilson. S. 333.

106 Vgl. Reber. S. 32.

107 Vgl. Busse-Wilson. S. 332.

108 Ebd. S. 228.

109 Ebd.

110 Ebd.

111 Ebd.

112 Reber. S. 32.

113 Ebd. S. 33.

114 Ebd.

115 Vgl. Werner, Matthias: „Elisabeth als Angehörige des Europäischen Hochadels.“ In: Blume, Dieter; Werner, Matthias (Hrsg.): Elisabeth von Thüringen – Eine Europäische Heilige. Katalog. Petersberg: Michael Imhof, 2007. S. 28. [Im Folgenden zitiert als: Werner, Matthias: „Elisabeth als Angehörige des Europäischen Hochadels“.]

116 Vgl. ebd. sowie: Römer, Dr. Jürgen.: „Elisabeth von Thüringen. Von der Königstochter zur Heiligen.“ In: Römer, Dr. Jürgen (Hrsg.): Krone Brot und Rosen. 800 Jahre Elisabeth von Thüringen. München: Deutscher Kunstverlag GmbH, 2006. S. 8. [Im Folgenden zitiert als: Römer.]

117 Ebd. S. 18.

118 Reber. S. 53.

119 Ebd.

120 Ebd. S. 65.

121 Ebd.

122 Römer. S. 15.

123 Reber. S. 61.

124 Reber. S. 53.

125 Werner, Matthias: „Elisabeth als Angehörige des Europäischen Hochadels“. S. 28.

126 Busse-Wilson. S. 26.

127 Reber. S. 55.

128 Römer. S. 22.

129 Römer. S. 22.

130 Vgl. Reber. S. 57.

131 Vgl. ebd. S. 58.

132 Ebd.

133 Busse-Wilson. S. 69.

134 Kälble, Mathias: „Die Welt der Armen und Verachteten.“ In: Blume, Dieter; Werner, Matthias (Hrsg.): Elisabeth von Thüringen – Eine Europäische Heilige. Katalog. Petersberg: Michael Imhof, 2007. S. 118. [Im Folgenden zitiert als: Kälble.]

135 Ebd.

136 Ebd. S. 119.

137 Kemp, Wolfgang u.a.: Studien zur Kunst- und Kulturgeschichte. Band 9: Strategien barocker Bildpropaganda. Aneignung und Verfremdung der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Marburg: Jonas, 1990. S. 22.

138 Busse-Wilson. S. 144.

139 Kälble. S. 119.

140 Busse-Wilson. S. 70.

141 Ebd.

142 Vgl. Werner, Matthias: „III. Hinwendung zur religiösen Armutsbewegung.“ In: Blume, Dieter; Werner, Matthias (Hrsg.): Elisabeth von Thüringen – Eine Europäische Heilige. Katalog. Petersberg: Michael Imhof, 2007. S. 102. [Im Folgenden zitiert als: Werner, Matthias: „III. Hinwendung zur religiösen Armutsbewegung“.]

143 Ebd.

144 Bertelsmeier-Kierst, Christa: „Bräute Christi – Zur religiösen Frauenbewegung des 12. und 13. Jahrhunderts.“ In: Bertelsmeier-Kierst, Christa (Hrsg.): Kulturgeschichtliche Beiträge zum Mittelalter und der frühen Neuzeit. Band 1: Elisabeth von Thüringen und die neue Frömmigkeit in Europa. Frankfurt a. M.: Peter Lang, 2008. S. 9. [Im Folgenden zitiert als: Bertelsmeier-Kierst.]

145 Vgl. Reber. S. 55.

146 Ebd.

147 Vgl. Werner, Matthias: „Die heilige Elisabeth in ihrer Zeit“. S. 39.

148 Busse-Wilson. S. 79.

149 Werner, Matthias: „Die heilige Elisabeth in ihrer Zeit“. S. 43.

150 Reber. S. 57.

151 Vgl. Werner, Matthias: „Die heilige Elisabeth in ihrer Zeit“. S. 47.

152 Busse-Wilson. S. 97.

153 Ebd.

154 Görg. S. 70.

155 Vgl. ebd.

156 Görg. S. 69.

157 Vgl. Römer. S. 22.

158 Vgl. Reber. S. 63.

159 Römer. S. 21.

160 Reber. S. 71.

161 Ebd.

162 Ebd.

163 Vgl. zu folgendem Abschnitt: Reber. S. 72-74.

164 Werner, Matthias: „Elisabeth von Thüringen, Franziskus von Assisi und Konrad von Marburg.“ In: Blume, Dieter; Werner, Matthias (Hrsg.): Elisabeth von Thüringen – Eine Europäische Heilige. Aufsätze. Petersberg: Michael Imhof, 2007. S. 117. [Im Folgenden zitiert als: Werner, Matthias: „Elisabeth von Thüringen“.]

165 Reber. S. 73.

166 Westphälinger, Ariane: „Der Mann hinter der Heiligen. Die Beichtväter der Elisabeth von Schönau, der Elisabeth von Thüringen und der Dorothea von Montau.“ In: Medium Aevum Quotidianum 20 (2007) S. 27. [Im Folgenden zitiert als: Westphälinger.]

167 Vgl. ebd.

168 Busse-Wilson. S. 9.

169 Ebd.

170 Nigg. S. 19.

171 Ebd. S. 17.

172 Werner, Matthias: „Die heilige Elisabeth in ihrer Zeit“. S. 51f.

173 Vgl. Reinle, Christine: „Männliche Religiosität im Umfeld Elisabeths.“ In: Meyer, Andreas (Hrsg.): Elisabeth und kein Ende… Zum Nachleben der heiligen Elisabeth von Thüringen. Leipzig: Eudora, 2012. S. 173. [Im Folgenden zitiert als: Reinle.]

174 Nigg. S. 35.

175 Ebd.

176 Ebd.

177 Vgl. Westphälinger. S. 27.

178 Ebd.

179 Werner, Matthias: „Die heilige Elisabeth in ihrer Zeit“. S. 37.

180 Westphälinger. S. 26.

181 Reber. S. 116.

182 Ebd. S. 117.

183 Ebd.

184 Werner, Matthias: „Die heilige Elisabeth in ihrer Zeit“. S. 66.

185 Vgl. Reber. S. 117.

186 Vermögensleistung des Bräutigams an die Braut bei der Eheschließung [zugleich zum Zwecke der Versorgung der Witwe], siehe: http://www.duden.de/rechtschreibung/Wittum (Stand: 06.01.2014).

187 Werner, Matthias: „Die heilige Elisabeth in ihrer Zeit“. S. 52.

188 Ebd.

189 Vgl. Westphälinger. S. 28.

190 Vgl. ebd

191 Reber. S. 117.

192 Busse-Wilson. S. 151.

193 Vgl. Görg. S. 76.

194 Vgl. Römer. S. 29-31.

195 Vgl. Werner, Matthias: „Die heilige Elisabeth in ihrer Zeit“. S. 34.

196 Vgl. Görg. S. 21.

197 Vgl. Werner, Matthias: „Die heilige Elisabeth in ihrer Zeit. S. 34.

198 Vgl. Werner, Matthias: „Elisabeth von Thüringen“. S. 117.

199 Vgl. Busse-Wilson. S. 151.

200 Vgl. Reber. S. 120.

201 Vgl. Busse-Wilson. S. 160.

202 Vgl. ebd. S. 157 f.

203 Westphälinger. S. 28.

204 Ebd. S. 30.

205 Ebd.

206 Vgl. Reber. S. 139 f.

207 Vgl. Wenck, Dr. Karl: „Die heilige Elisabeth“. In: Sammlung gemeinverständlicher Vorträge und Schriften aus dem Gebiet der Theologie und Religionsgeschichte. 51-60 (1908). S. 32. [Im Folgenden zitiert als: Wenck.]

208 Ebd.

209 Vgl. Werner, Matthias: „Die heilige Elisabeth in ihrer Zeit“. S. 66.

210 Werner, Matthias: „III. Hinwendung zur Religiösen Armutsbewegung“. S. 103.

211 Ebd.

212 Vgl. Römer. S. 34.

213 Westphälinger. S. 30.

214 Römer. S. 34.

215 Stübig, Heinz: „Die heilige Elisabeth als Gegenstand fächerübergreifenden Lernens.“ In: Disse, Jörg (Hrsg.): Fuldaer Hochschulschriften. Band 49: Heilige Elisabeth von Thüringen – theologische Spurensuche. Frankfurt a. M.: Josef Knecht, 2008. S. 240. [Im Folgenden zitiert als: Stübig.]

216 Vgl. ebd. S. 244.

217 Vgl. ebd. S. 238.

218 Vgl. ebd.

219 Westphälinger. S. 31.

220 Vgl. Westphälinger. S. 31.

221 Westphälinger. S. 69.

222 Ranke, Ernst: „Konrad von Marburg“. In: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 644. [Onlinefassung, URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118713957.html (Stand: 21.10.2013).] [Im Folgenden zitiert als: Ranke.]

223 Vgl. Westphälinger. S. 24 f.

224 Vgl. ebd. S. 25.

225 Vgl. Werner, Matthias: „Die heilige Elisabeth in ihrer Zeit“. S. 48.

226 Vgl. Ranke. S. 644.

227 Vgl. ebd.

228 Vgl. ebd.

229 Vgl. Vogel. S. 186.

230 Vgl. Busse-Wilson. S. 136.

231 Vgl. Römer. S. 36.

232 Vgl. Segel, Peter: „Konrad von Marburg.“ In: Neue Deutsche Biographie 12 (1979). S. 544 [Onlinefassung, URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118713957.html (Stand: 21.10.2013).] [Im Folgenden zitiert als: Segel.]

233 Vgl. Römer. S. 36.

234 Vgl. Westphälinger. S. 25.

235 Römer. S. 36.

236 Segel. S. 544.

237 Römer. S. 36.

238 Ranke. S. 644.

239 Römer. S. 36.

240 Westphälinger. S. 33.

241 Ranke. S. 647.

242 Segel. S. 545.

243 Vgl. Ranke. S. 647.

244 Römer. S. 36.

245 Ranke. S. 647.

246 Busse-Wilson. S. 117.

247 Ranke. S. 642.

248 Römer. S. 36.

249 Busse-Wilson. S. 114.

250 Westphälinger. S. 32.

251 Ebd.

252 Vgl. Görg. S. 15.

253 Vgl. Görg. S. 15.

254 Ebd.

255 Ebd.

256 Ebd. S. 16.

Details

Seiten
66
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656937739
ISBN (Buch)
9783656937746
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v295905
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Katholisch-Theologische Fakultät, Seminar für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte
Note
1,3
Schlagworte
elisabeth thüringen konrad marburg facetten beziehung

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Titel: Elisabeth von Thüringen und Konrad von Marburg. Facetten einer Beziehung