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Gespräche mit Freunden im biblischen Buch Hiob und Joseph Roths Roman "Hiob"

Vergleich der Gestaltung und Funktion der Gespräche

Unterrichtsentwurf 2014 9 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

A. Didaktische Entscheidungen

1. Thematischer Zusammenhang

1.1. Thema der Unterrichtsreihe

Joseph Roth Hiob - Individuum und Gesellschaft

1.2. Thema der Unterrichtsstunde

Vergleichende Untersuchung der Gestaltung und Funktion der Gespräche mit den Freunden im biblischen Buch Hiob und Joseph Roths Roman Hiob

1.3. Stellung der Stunde in der Unterrichtsreihe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.4. Verortung im Kernlehrplan Sekundarstufe II. Gymnasium und Einbettung in das schulinterne Curriculum für das Fach Deutsch

Joseph Roths Roman Hiob stellt einen inhaltlichen Schwerpunkt zur Vorbereitung auf das Zentralabitur 2015 im Lernbereich „Umgang mit Texten und Medien“ dar. Der Text steht exemplarisch für den Aspekt Epochenumbruch 19./20. Jh. – unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung epischer Texte.

2. Lernziel

2.1. Hauptlernziel

Die Schülerinnen und Schüler können…

- anhand des Vergleichs der biblischen Geschichte Hiob mit Roths Hiob ermitteln, wie es Roth gelingt, der Hiob-Geschichte Aktualität zu verleihen.

2.2. Teillernziele

Die Schülerinnen und Schüler können…

- die wichtigsten Themen bzw. Aspekte, die in den „Gesprächen mit den Freunden“ genannt werden, benennen.
- ihre Wahl der wichtigsten Aspekte begründen und ggf. dem Kurs erläutern.
- nachvollziehen, dass Roth auf Grund der Gegenwartsrelevanz auf die Hiob-Thematik zurückgreift.
- den Gebrauch der Gestaltungsmittel Roths in ihrer Wirkung aufzeigen.

Eventualphase

- für und wider argumentieren, ob der Roman auch für heutige Schüler/-innen im Allgemeinen Relevanz besitzt.

3. Hausaufgabe zur Unterrichtsstunde

Die Schülerinnen und Schüler haben in der vorangegangenen Stunde Auszüge aus dem biblischen Buch Hiob bearbeitet und Übereinstimmungen, Parallelen und Widersprüche zu Joseph Roths Hiob herausgearbeitet. Die folgende Hausaufgabe bereitet die vorliegende Unterrichtsstunde vor. Die Ergebnisse der Hausaufgabe sind Grundlage für die stundeneröffnende Gruppenarbeit.

Lesen Sie die Auszüge aus dem biblischen Buch Hiob und J. Roths Roman Hiob. Finden Sie zentrale Aspekte und/oder Themen, die angesprochen werden, und belegen Sie diese durch die Auszüge. Dabei können sich die Auszüge widersprechen oder entsprechen. Möglicherweise können die Auszüge auch mehrfach genutzt werden, um einerseits Entsprechungen und andererseits Widersprüche zu belegen.

Entweder markieren Sie die Auszüge auf dem Arbeitsblatt und schreiben die zentralen Aspekte/Themen dazu oder Sie übernehmen die folgende Tabelle. Nutzen Sie an dieser Stelle die Legende aus der Zusammenfassung „Gegenüberstellung: Das Buch Hiob - Joseph Roth Hiob“, damit in der folgenden Stunde ein Vergleich Ihrer Ergebnisse leichter fällt.

Legende: ( = ) Übereinstimmung ( II ) weist Parallelen auf ( x ) Widerspruch

4. Hausaufgabe zur folgenden Stunde

Nehmen Sie Stellung zu der Aussage 1) „Mendel Singer ist der moderne Hiob“ / 2) „Ich kann mich mit Mendel Singer besser identifizieren als mit dem biblischen Hiob.“

Die Hausaufgabe dient der Sicherung der Unterrichtsergebnisse.

1) Je nach Fortschritt des Unterrichtsgesprächs rekapitulieren die Schülerinnen und Schüler die Inhalte des Unterrichtsgesprächs, d. h. die Beweggründe Roths, die Hiob-Thematik aufzugreifen, die Mittel, mit denen er die biblische Geschichte in die Gegenwart überträgt sowie die dadurch erzielte Aktualität: Die Schülerinnen und Schüler können in der Bearbeitung der Hausaufgabe die im Unterricht erzielten Teillernziele anwenden.

2) Sollte die Eventualphase erreicht werden, in der die Schülerinnen und Schüler hinterfragen, welche Bedeutung Roths Hiob für sie im Allgemeinen hat, setzen sie sich mit der Frage auseinander, weshalb auch sie und ihr gegenwärtiges Leben sich im Buch widerspiegeln: Die Schülerinnen und Schüler können in der Bearbeitung der Hausaufgabe die im Unterricht erzielten Teillernziele anwenden sowie für und wider argumentieren, ob der Roman auch für sie persönlich Relevanz besitzt.

5. Geplanter Verlauf der Stunde

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

B. Literaturangaben

- Schulinternes Sek-II-Curriculum für das Abitur 2015. Deutsch.
- Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II. Gymnasium/Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen: Deutsch. Erste Auflage 1999.
- von Brand, Tilman (2013): Deutsch unterrichten. Einführung in die Planung, Durchführung und Auswertung in den Sekundarstufen. Seelze.
- Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen: Vorgaben zu den unterrichtlichen Voraussetzungen für die schriftlichen Prüfungen im Abitur in der gymnasialen Oberstufe im Jahr 2015. Vorgaben für das Fach Deutsch. [abrufbar unter: http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/abitur-gost/fach.php?fach=1]
- Evangelische Kirche in Deutschland (Hrsg.): Lutherbibel. Bibeltext in der revidierten Fassung von 1984. Stuttgart.

C. Anhang

Arbeitsblätter der vorhergehenden Doppelstunde

DAS BUCH HIOB (IJOB)

1 Hiobs Frömmigkeit und Glück

1Es war ein Mann im Lande Uz, der hieß Hiob. Der war fromm und rechtschaffen, gottesfürchtig und mied das Böse. 2Und er zeugte sieben Söhne und drei Töchter, 3und er besaß siebentausend Schafe, dreitausend Kamele, fünfhundert Joch Rinder und fünfhundert Eselinnen und sehr viel Gesinde, und er war reicher als alle, die im Osten wohnten. 5[…] [Hiob] machte sich früh am Morgen auf und opferte Brandopfer nach ihrer aller Zahl [ Kinder ]; denn Hiob dachte: Meine Söhne könnten gesündigt und Gott abgesagt haben in ihrem Herzen. So tat Hiob allezeit.

Hiob bewährt sich in schwerer Prüfung

6Es begab sich aber eines Tages, da die Gottessöhne kamen und vor den HERRN traten, kam auch der Satan unter ihnen. 7[…] 8Der HERR sprach zum Satan: Hast du Acht gehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn es ist seinesgleichen nicht auf Erden, fromm und rechtschaffen, gottesfürchtig und meidet das Böse. 9Der Satan antwortete dem HERRN und sprach: Meinst du, dass Hiob Gott umsonst fürchtet? 10Hast du doch ihn, sein Haus und alles, was er hat, ringsumher beschützt. Du hast das Werk seiner Hände gesegnet, und sein Besitz hat sich ausgebreitet im Lande. 11Aber strecke deine Hand aus und taste alles an, was er hat: was gilt's, er wird dir ins Angesicht absagen! 12Der HERR sprach zum Satan: Siehe, alles, was er hat, sei in deiner Hand; nur an ihn selbst lege deine Hand nicht. Da ging der Satan hinaus von dem HERRN. 13An dem Tage aber, da seine Söhne und Töchter aßen und Wein tranken im Hause ihres Bruders, des Erstgeborenen, 14-17[ Drei Boten kommen zu Hiob und verkünden ihm, dass alle seine Knechte, Rinder, Eselinnen, Schafe und Kamele getötet oder geraubt wurden.] 18Als der [dritte Bote] noch redete, kam einer und sprach: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken im Hause ihres Bruders, des Erstgeborenen, 19und siehe, da kam ein großer Wind von der Wüste her und stieß an die vier Ecken des Hauses; da fiel es auf die jungen Leute, dass sie starben, und ich allein bin entronnen, dass ich dir's ansagte. 20Da stand Hiob auf und zerriss sein Kleid und schor sein Haupt und fiel auf die Erde und neigte sich tief 21und sprach: Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt! – 22In diesem allen sündigte Hiob nicht und tat nichts Törichtes wider Gott.

2 Hiob bewährt sich erneut in schwerer Prüfung

1-5[ Satan fordert von Gott, dass er Hiob nun auch seine Gesundheit nehmen darf. Er verspricht sich davon, dass Hiob endlich von Gott abwendet. ] 6Der HERR sprach zu dem Satan: Siehe da, er sei in deiner Hand, doch schone sein Leben! 7Da ging der Satan hinaus vom Angesicht des HERRN und schlug Hiob mit bösen Geschwüren von der Fußsohle an bis auf seinen Scheitel. 8Und er nahm eine Scherbe und schabte

sich und saß in der Asche. 9Und seine Frau sprach zu ihm: Hältst du noch fest an deiner Frömmigkeit? Sage Gott ab und stirb! 10Er aber sprach zu ihr: Du redest, wie die törichten Frauen reden. Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen? In diesem allen versündigte sich Hiob nicht mit seinen Lippen.

Hiob wird von drei Freunden besucht

11Als aber die drei Freunde Hiobs [Elifas, Bildad, Zofar] all das Unglück hörten, das über ihn gekommen war, kamen sie, ein jeder aus seinem Ort: […] 13und saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte und redeten nichts mit ihm; denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war.

- Gespräch zwischen Hiob und seinen drei Freunden wird separat behandelt. (Kapitel 3 – 27; später tritt ein vierter hinzu: 32–37)

Schließlich richten sich Hiobs Reden nur noch an Gott (Kap 29–31) und münden in einer Herausforderung:

31 35O hätte ich einen, der mich anhört – hier meine Unterschrift! Der Allmächtige antworte mir! –, oder die Schrift, die mein Verkläger geschrieben!

Gott geht auf diese Provokation ein. Im Wettersturm erscheint er und ergreift selbst das Wort. Er antwortet Hiob mit einer Flut von Gegenfragen, von denen eine lautet:

38 4Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sage mir's, wenn du so klug bist!

Gott stellt dem klagenden, rechtenden und hadernden Hiob die Beschaffenheit der Welt vor Augen. Sie stellt sich nach seinem Plan als ein nicht sehr stabiles Gleichgewicht im Ringen zwischen Chaos und Ordnung dar. Da Hiob diesen Grund- und Bauplan der Welt nicht kennt, sind seine Vorwürfe gegen Gott eine Anmaßung. Denn er hatte seine eigene Erfahrung zum Maßstab für das Weltganze gemacht. Dass dies eine Selbstüberhebung ist, sieht Hiob zuletzt ein: Die Welt muss dem begrenzten Erkennen des einzelnen Menschen widerspruchsvoll erscheinen. Er bedarf der Belehrung durch Gott. Denn es ist allein die Macht Gottes, die diese Welt trägt und erhält.

42 Hiobs letzte Antwort an den HERRN

1Und Hiob antwortete dem HERRN und sprach: 2Ich erkenne, dass du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer. 3-4[…] 5Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen. 6Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und Asche.

Gott rechtfertigt Hiob gegenüber seinen Freunden (427-9)

Die drei Freunde Hiobs von Gott zurechtgewiesen. Sie hatten sich zwar zu Anwälten Gottes gemacht, aber derart, dass sie sich über ihn [Gott] stellten.

Hiobs gesegnetes Ende

10Und der HERR wandte das Geschick Hiobs, als er für seine Freunde Fürbitte tat. Und der HERR gab Hiob doppelt so viel, wie er gehabt hatte. 11-15[…] 16Und Hiob lebte danach hundertundvierzig Jahre und sah Kinder und Kindeskinder bis in das vierte Glied. 17Und Hiob starb alt und lebenssatt.

Hiob (J. Roth)

Hiob (J. Roth)

Auszüge aus dem Buch Hiob, Kapitel 3-27 - Gespräch mit seinen drei Freunden Elifas, Bildad, Zofar (Übersetzung: Lutherbibel 1984) und J. Roth Hiob, S. 118, Z. 31 - S. 123

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Details

Seiten
9
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656941743
ISBN (Buch)
9783656941750
Dateigröße
627 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v295834
Note
1,7
Schlagworte
gespräche freunden buch hiob joseph roths roman vergleich gestaltung funktion

Autor

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Titel: Gespräche mit Freunden im biblischen Buch Hiob und Joseph Roths Roman "Hiob"