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Vereinsamung in unserer Gesellschaft anhand Ilse Aichingers "Fenstertheater"

Prüfungslehrprobe in einer 8. Klasse

Unterrichtsentwurf 2015 19 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungsanalyse der Lerngruppe und Schlussfolgerungen für die Gestaltung des Unterrichts

2. Didaktisch-methodische Überlegungen und Begründungen
2.1 Stellung der Stunde in der Stoffeinheit
2.2 Darstellung und Begründung der Lernziele
2.3 Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen

3. Tabellarische Verlaufsplanung

4. Literaturverzeichnis

5. Anhang
Anhang B – Partneraufgaben
Anhang C – Tabelle
Anhang D – Text
Anhang E – Kontrollkarten
Anhang F – Erwartungsbild Figurenbschreibung
Anhang G – Platzdeckcen
Anhang H – Präsentation

1. Bedingungsanalyse der Lerngruppe und Schlussfolgerungen für die Gestaltung des Unterrichts

Seit Oktober 2013 unterrichte ich die Klasse 8 im Fach Deutsch mit zwei Einzelstunden und einer Doppelstunde pro Woche. Insgesamt besteht die Klasse aus 19 Schülerinnen und Schülern[1] und setzt sich aus 12 Jungen und 7 Mädchen zusammen.

Die Lerngruppe kann als sehr lebhaft, vorwiegend interessiert und motiviert beschrieben werden. Der Kompetenzstand der Klasse reicht von gut bis ausreichend. Leider sind nur wenige Schüler zu sehr guten Leistungen in der Lage. Zu den leistungsstärksten Schülern zählen W., L. und J.. Neben einem breiten Mittelfeld gibt es mehrere leistungsschwächere Schüler, die aber in der Regel mittels geeigneter Methoden ausgleichende Unterstützung erfahren. In diesem Zusammenhang sind T., F., L. und E. zu nennen.

Die Anstrengungsbereitschaft zur Leistungssteigerung ist bei den Schülern sehr unterschiedlich ausgeprägt. Einige Schüler sind sehr bemüht, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu erweitern, was sich in aktiver Beteiligung an Unterrichtsgesprächen und gründlicher Bearbeitung schriftlicher Aufgaben widerspiegelt. Hierzu zählt vor allem W.. Andere Schüler hingegen fallen nicht nur durch schwache Leistung, sondern auch durch fehlende Einsatzbereitschaft und Eigeninitiative auf. Hier sind im Besonderen T. und L. zu erwähnen.

Überwiegend gestaltet sich die Mitarbeit in der Klasse aktiv und lebendig, während sich einige Schüler dagegen sehr ruhig im Unterricht verhalten und ohne Aufforderung nur selten Beiträge zum Inhalt liefern. In diesem Zusammenhang sind R. und N. zu nennen.

Seit Beginn dieses Schuljahres treten vermehrt Unterrichtsstörungen auf, zu denen es neben dem Deutschunterricht auch in anderen Fächern kommt.[2] Diese werden meist von E., L., P., J. und/ oder A. verursacht. Begründet sehe ich diese Auffälligkeiten in dem pubertären Alter der Schüler und der ungünstigen Zusammensetzung des Klassengefüges, da die Anzahl von zugleich leistungs-schwachen und verhaltensauffälligen Schülern recht groß ist.

Bei Partner- oder Gruppenarbeit muss daher streng darauf geachtet werden, eine Konstellation dieser Schüler zu vermeiden, da sie sonst das Lernklima der Gruppe stören. Erfasst wurde dies in der Vergangenheit nicht allein durch Beobachtung aus der Lehrerperspektive, sondern auch dank einer wiederholten Reflexion des Arbeits-prozesses durch die Mitschüler. Einzeln oder in Zusammenarbeit mit anderen ge-eigneten Lernpartnern und einer festen Funktion in der Gruppe, z. B. durch die Ver-gabe von Rollenkarten, zeigen jene Schüler zumeist eine höhere Lernbereitschaft.

Da es sich um eine heterogene und lebhafte Lerngruppe mit starken Leistungs- und Verhaltensunterschieden handelt, erfolgt einer steter Wechsel zwischen lehrer- und schülerzentrierten Phasen. Es wird sich um abwechslungsreiche Methoden, die einen Lebensbezug aufweisen, sowie eine stete Förderung durch geeignete Binnen-differenzierungsmaßnahmen, zum Beispiel in Form von Lernhilfen, bemüht. Kreative Unterrichtselemente bereiten den Schülern Spaß am Lerngegenstand und erhöhen ihre Lernbereitschaft. Des Weiteren ist es unabdingbar die Lesefähigkeit und das Hörverständnis im Unterricht zu trainieren, da die Lerngruppe diesbezüglich erhebliche Defizite aufweist. Es wird stets der Versuch unternommen, den Schülern mit ihren differenten Leistungsniveaus, Lerntypen und Interessen durch eine sinn-volle Ausgewogenheit von analytischen und produktionsorientierten Phasen gerecht zu werden und damit die Motivation für das Fach Deutsch hoch zu halten oder zu verstärken. Letztlich kann mein Verhältnis zu der Lerngruppe als harmonisch und positiv beschrieben werden. Die Schüler begegnen mir freundlich und respektvoll, sodass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist.

2. Didaktisch-methodische Überlegungen und Begründungen

2.1 Stellung der Stunde in der Stoffeinheit

Die Lehrprobenstunde fügt sich in die Unterrichtsreihe „Kurzgeschichten“[3] ein. Meine Intention für diese Stoffeinheit ist, dass die Schüler ihre Verständnisfähigkeit von epischen Texten weiterentwickeln, diese auf ausgewählte Schwerpunkte hin unter-suchen und dazu produktionsorientierte Verfahren anwenden können. Außerdem soll in diesem Zusammenhang besonders das Hörverstehen sowie die Lesekompetenz geschult werden. Anhand ausgewählter Texte werden die klassischen Merkmale der Kurzgeschichte zu Beginn der Reihe induktiv erfasst und nachgewiesen. Näher zu untersuchende Elemente bilden an ausgewählten Texten die Zeit-, Erzähl-, Motiv- und Figurengestaltung.

Im Hinblick auf den Thüringer Lehrplan greift die Lehrprobenstunde zum einen den Bereich Texte rezipieren auf. Die Schüler nehmen mittels Hörverstehen Informationen auf und verarbeiten diese, indem sie die Kurzgeschichte „Das Fenster-theater“ von Ilse Aichinger über eine Lesekette und einen Hörtextauszug erfassen. Bei der anschließenden selbstständigen Lektüre des Textes bildet das Lesever-stehen die erste Grundlage zur Ermittlung der Bedeutung und Intention des Textes. Zum anderen lässt sich die Stunde in den Bereich Texte produzieren einordnen. Das hierzugehörende Feld Schreiben wird durch untersuchendes und kreatives Schreiben, in Form der Figurenanalyse und dem Verfassen eines inneren Monologs aufgegriffen. Das dialogische Sprechen erfährt durch einen diskursiven Austausch in verschiedenen Sprechsituationen, so etwa bei der Partner- und Gruppenarbeits-phase sowie bei der Äußerung von Gedanken und Empfindungen während des impulshaften Einstiegs, Verwendung. Ebenso kommt es zum monologischen Sprechen bei der mündlichen Darstellung des inneren Monologs, wobei der Fokus auf das gestaltende Sprechen aus einer fremden Perspektive gelegt wird.[4]

In Ankoppelung an die Bildungsstandards nimmt die Lehrprobenstunde Bezug auf die prozessbezogenen Kompetenzbereiche Lesen (Nutzung der eigenen Lesekompetenz für den analytischen (Figurenbeschreibung), kreativen (innerer Monolog) und interpretatorischen (Deutung der Wirkungsabsicht) Umgang mit der Kurzgeschichte), Sprechen und Zuhören (Aufgabenerschließung, –bearbeitung sowie –performation in kooperativen Sozialformen) und Schreiben (Anwendung des gestaltenden Schreibens). Die Auseinandersetzung mit Texten und somit ein domänenspezifisches Arbeiten wird erreicht, indem die Schüler den Sinnzu-sammenhang der Kurzgeschichte erschließen, auf der Basis von Analyse und Textproduktion ein eigenes Verständnis herausbilden und dieses reflexiv in Beziehung zu anderen Medien und der eigenen Lebenswelt setzen.[5]

Im Folgenden wird ein tabellarischer Überblick über die Unterrichtsreihe gegeben. Die Lehrprobenstunde kann somit eingebettet in den größeren Zusammenhang der gesamten Unterrichtsreihe betrachtet werden.

[...]


[1] Im Folgenden wird aus Gründen der Lesbarkeit auf die weibliche Form verzichtet. Die maskuline Form steht selbstverständlich für beide Geschlechter.

[2] Seitdem ich die Klasse unterrichte, arbeite ich mit einem selbstentwickelten Punktesystem, welches nach einer festgelegten Sequenz für jeden Schüler eine mündliche Epochalnote ergibt. Hierbei spiegeln grüne Punkte positive Leistungen, wie z.B. aktive Mitarbeit und rote Punkte negative Auffälligkeiten, in Form von Unterrichtsstörungen wider. Dieses System wird sowohl den Schülern als auch den Eltern transparent gemacht, und das gelegentlich sogar mit einem Worturteil. Mit diesem System wurden bisher sehr gute Erfahrungen gesammelt, da die positive Verstärkung die Motivation stärker fördert als eine ausschließliche Verwendung von Sanktionsmaßnahmen.

[3] Vgl.: Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (2011). Lehrplan für den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife. Deutsch. S. 46.

[4] Vgl.: Ebd. S. 9 ff.

[5] Bildungsstandards im Fachbereich Deutsch für die Allgemeine Hochschulreife. (Beschluss der Kulturministerkonferenz vom 18.10.2012). S. 13ff.

Details

Seiten
19
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656940159
ISBN (Buch)
9783656940166
Dateigröße
2.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v295685
Institution / Hochschule
Staatliches Studienseminar für Lehrerausbildung Erfurt
Note
2,0
Schlagworte
Ilse Aichinger Fenstertheater Einsamkeit Isolation Deutsch 8. Klasse Kurzgeschichten Autorenintention Kommunikationsproblem

Autor

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