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Gesunder Arbeitsplatz und betriebliche Gesundheitsförderung. Wie sich das Verhalten von Führungspersönlichkeiten auf Mitarbeiter auswirkt

von Johannes Koschwitz (Autor)

Seminararbeit 2015 17 Seiten

Psychologie - Sozialpsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abstract

1. Einleitung
1.2. Zielsetzung
1.3. Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Die Theorie des Modelllernens nach Bandura

3. Betrachtung zweier Studien
3.1. Betrachtung der ersten Studie
3.2. Betrachtung der zweiten Studie
3.3. Zusammenfassung der Studien

4. Student-Consulting-Projekt

5. Literaturverzeichnis

II. Abstract

Die nachfolgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss von Autoritätspersonen auf ihr Umfeld. Unter Betrachtung eines gesunden Arbeitsplatzes wird dies in Verbindung zur betrieblichen Praxis gestellt und mögliche Handlungsfelder werden aufgezeigt. Die gesamte Arbeit beruht auf der Theorie des Modelllernens von Bandura.

1. Einleitung

„Gesunder Arbeitsplatz: Betriebliche Gesundheitsförderung.“ Warum genau dieses Thema, könnte der Leser sich fragen. Die Antwort: Aus gutem Anlass! Am 9. Dezember 2014 stellte der BKK Dachverband den Gesundheitsreport für das Jahr 2013 mit erschreckenden Ergebnissen vor (Knieps et al., 2014). Ein trauriger Trend setzte sich auch im Folgejahr fort. Dies bedeutet, dass seit 2006 eine kontinuierliche Zunahme an Krankheitstagen registriert wird. So stiegen die Krankheitstage im Jahr 2013 auf 17,6 je Beschäftigte im Bundesdurchschnitt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme um 7,3 Prozent. 2003 waren es 13,3 Tage je Beschäftige (Knieps et al., 2014).

Die häufigste Krankheitsursache sind Muskel- und Skeletterkrankungen mit 25,2 Prozent, gefolgt von Atemwegserkrankungen mit 16,2 Prozent, Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen nehmen mit 14,7 Prozent den dritten Platz ein und Verletzungen/ Vergiftungen liegen bei 11,4 Prozent (Knieps et al., 2014).

Einen starken Zuwachs, wie auch in den vergangenen Jahren, verzeichnen vor allem psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen (Knieps et al., 2014). Aus diesem Grund liegt das Augenmerk dieser Arbeit auf der Zunahme an psychischen Erkrankungen.

1.2. Zielsetzung

Die vorliegende Arbeit versucht präventive Verhaltensweisen in der betrieblichen Praxis aufzuzeigen sowie Problemkreise darzustellen, um neue Forschungsfelder zu öffnen.

1.3. Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

Um darzulegen, welche Interdependenzen zwischen Lernen, Führungsverhalten und dem Wirkungskreis von Modellen bestehen, erfolgt eine Annäherung an die Beantwortung der Problemstellung zunächst durch eine sukzessive Betrachtung des theoretischen Hintergrundes. Anschließend werden zwei Studien im ähnlichen theoretischen Kontext angeführt. Die Erkenntnisse der Studien sowie die Erfahrungen und Beobachtungen des Autors werden im vierten Kapitel dargestellt.

2. Theoretischer Hintergrund

Menschen streben danach ihr Verhalten an die Umweltbedingungen anzupassen (Bohner & Wänke, 2002). Lernen, wissen und erinnern sind dabei zentrale Eigenschaften. Eine Anpassung an die Umwelt kann zum einen durch Evolution als auch durch Lernen vollzogen werden. Evolutionär selektieren Umweltbedingungen Verhaltensweisen (Darwin, 1859). Durch Lernen passt der einzelne Organismus sein Verhalten nach seinen Erfahrungen mit der Umwelt an (Bischof, 2014).

Wie der Titel dieser Arbeit erahnen lässt, wird im weiteren Verlauf auf die Verhaltensänderungen durch Lernprozesse näher eingegangen.

In der Literatur herrscht im Hinblick auf eine einheitliche und allgemeingültige Definition zum Thema „Lernen“ Uneinigkeit (Park, 2003). Schaut man sich allein die Anzahl der verwendeten Begriffe an, erhält man einen ersten Eindruck der Komplexität dieser Thematik. So wird in der Literatur unter anderem Aktives Lernen, Datenlernen, Dazulernen, Emotionales Lernen, Empirisches Lernen, Exemplarisches Lernen, Induktives Lernen, Modelllernen und Umlernen genannt (Park, 2003). Weitere Begriffe sind ebenso denkbar.

Um in dieser Arbeit von einem einheitlichen Verständnis von Lernen auszugehen, wird die Definition nach Bredenkamp & Wippich (1977) zu Grunde gelegt. Diese besagt, dass Lernen aufgrund von Reflexion, Beobachtung oder Übung als eine relativ überdauernde Änderung einer Verhaltensmöglichkeit definiert werden kann.

Die bisherige Forschung hat herausgefunden, dass der Mensch drei verschiedene Lernwege nutzt (Werth et al., 2008). Zum einen auf Basis von Assoziationen, als evaluatives Konditionieren (Walther et al., 2005), des Weiteren durch Verstärkungen, als operantes Konditionieren (Skinner, 1957) und auf Basis von Beobachtungen, als Modelllernen (Bandura, 1976). In dieser Arbeit wird das Modelllernen näher beleuchtet.

2.1. Die Theorie des Modelllernens nach Bandura

Die Theorie des Modelllernens (Bandura, 1976) besagt, dass Verhalten allein durch Beobachtungen erlernt werden kann. Dabei kann beobachtetes Verhalten wie auch eigenes Verhalten herangezogen werden. Verstärkend können positive wie auch negative Konsequenzen eines Modells oder des eigenen Handelns dienen. Bei der Identifikation mit einem Modell ist von Bedeutung, dass das Modell einen hohen sozialen Status trägt, das Verhalten persönlich und freundlich erscheint sowie den eigenen Intentionen entspricht. Des Weiteren sollte eine Bestärkung des Modellverhaltens ersichtlich sein (Bandura, 1976). Sind diese Voraussetzungen gegeben, findet mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Nachahmung statt (Werth et al., 2008).

Bandura hat sein Modell in zwei Phasen, der Aneignungs- und Ausführungsphase, mit je zwei Subprozessen aufgeteilt. Die Aneignungsphase beinhaltet Aufmerksamkeitsprozesse und Gedächtnisprozesse. Die Ausführungsphase besteht aus motorischen Reproduktionsprozessen und Verstärkungs- sowie Motivationsprozessen.

Die Aneignungsphase: Im Aufmerksamkeitsprozess muss Verhalten wahrgenommen werden, wenn es nachgeahmt werden soll. Demnach muss die Bereitschaft zur Aufnahme vorhanden sein – eine Selektion findet statt. Aufmerksamkeitsförderlich sind Modelle mit den bereits beschriebenen Identifikationsmerkmalen. Im Gedächtnisprozess muss beobachtetes Verhalten gespeichert werden, denn es kann zwischen Beobachtung und Selbstausführung einige Zeit liegen. Vor der Speicherung werden Modellreize verarbeitet und von Gedächtnisrepräsentationen (bildhaft und verbal) in stabile Handlungsanweisungen umgeformt. Auch kann eine symbolische Wiederholung, zum Beispiel in sprachlicher Form, stattfinden.

Die Ausführungsphase: Bei der motorischen Reproduktion findet Feedback in Form von Selbstbeobachtung und Selbstrückmeldung statt. In Abhängigkeit der manuellen Fähigkeiten werden motorisch Beobachtungen nachempfunden. Dabei fließt bereits Gelerntes als Teilreaktion mit ein. Ob, wie und wie oft eine Beobachtung ausgeführt wird, entscheidet sich in den Motivationsprozessen. Verstärkung zum Beispiel durch Lob hat motivierende Funktion und Bestrafung, zum Beispiel durch Tadel, hat demotivierende Funktion. Bandura unterscheidet in seinem Modell drei verschiedene Arten von Verstärkungen. So beschreibt er die externe Verstärkung, die innere/interne sowie die stellvertretende Verstärkung. (Bandura, 1976; 1979).

Bandura hat sein hier dargestelltes Modell mittels einer experimentellen Untersuchung an Vorschulkindern getestet, um herauszufinden, welche Faktoren kognitive Prozesse und Handlungen hervorrufen (Gudjons, 1994). Das Experiment ist im deutschsprachigen Raum unter dem Namen Bobo-Doll-Experiment bekannt (Bandura, 1963).

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich Modelllernen dadurch definiert, dass ein Individuum sich aufgrund von Verhaltensbeobachtungen anderer und der in Verbindung stehenden Konsequenzen neue Verhaltensweisen aneignet oder schon bestehende in Richtung des Modellverhaltens verändert werden. (Stumm et al., 2000)

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Details

Seiten
17
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656935261
ISBN (Buch)
9783656935278
Dateigröße
393 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v295559
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Berlin früher Fachhochschule
Note
1,0
Schlagworte
Führungsverhalten Vorgesetzte; Autoritätspersonen Wirkungskreise gesunder Arbeitsplatz; Gesundheit psychische Erkrankungen Vorbilder SCP FOM Sozialpsychologie Modelllernen Lernen am Modell Bandura Student Consulting Projekt FOM Berlin Seminararbeit Psychologie FOM Seminararbeit Konstrukt Konstrukte englische Studie Studie Sozialpsychologie Paech Hausarbeit kleine Hausarbeit FOM Hausarbeit Berlin Wirtschaftspsychologie Studium Wirtschaftspsychologie Wirtschaftspsychologie Berlin

Autor

  • Johannes Koschwitz (Autor)

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