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Erfolgsfaktoren bei der Einführung von Wissensmanagement

Seminararbeit 2014 27 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsvezeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einführung

2 Grundlagen des Wissensmanagement
2.1. Wissen
2.2 Wissensmanagement

3 Erfolgsfaktoren bei der Einführung
3.1 Unternehmenskultur
3.2 Unterstützung des Topmanagements und Strategische Einbindung
3.3 Informationstechnologie
3.4 Erfolgsmessung und festgesetzte Verantwortung
3.5 Motivation der Mitarbeiter

4 Fallbeispiele
4.1 Gescheitertes WM-Projekt
4.2 WM-Einführung bei Xerox

5 Fazit

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1:Wissenstreppe nach North

Abbildung 2:Bausteinmodell nach Probst

Abbildung 3: Gamification Beispiel

Abbildung 4: Komponente des Wissensmanagements bei Xerox

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Einführung prozessorientierten WM

1 Einführung

„Nicht die Arbeit, das Kapital, das Land und die Rohstoffe sind die Produktionsfaktoren, die heute in unserer Gesellschaft zählen. Sondern das Wissen der Mitarbeiter in den Unternehmen.“[1] Peter F. Drucker(1909 – 2005)

Der Pionier der Managementlehre Peter Drucker hat in seinem Zitat dem Produktionsfaktor Wissen schon vor Jahrzehnten eine hohe Bedeutung beigemessen. In der heutigen, technisch hoch entwickelten Welt ist der Wissensvorsprung und die daraus resultierende Innovationskraft eines Unternehmens zu einem erfolgsentscheidenden Faktor geworden. Die Globalisierung schreitet voran, die Wettbewerbsintensität nimmt zu und der Anteil von wissensintensiven Arbeitsplätzen beträgt bereits heute mehr als 70%[2] Dies erfordert ein erfolgreiches Wissens-management, um möglichst effizient mit der Ressource „Wissen“ umzugehen, um langfristig dem erhöhten Wettbewerbsdruck erfolgreich standhalten zu können.[3]

Neben den allgemeinen Projektproblemen sind besonders für Wissensmanagement spezifische Erfolgsfaktoren zu berücksichtigen, um die Implementierung erfolgreich durchzuführen und auch nach der Einführungsphase erfolgreich betreiben zu können. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die wichtigsten Dimensionen und Erfolgsfaktoren bei der Einführung von Wissensmanagement im Unternehmen aufzuzeigen und einen Bezug zur Praxis anhand von Fallbeispielen herzustellen.

Zunächst ist es notwendig, ein Grundverständnis für das Wissensmanagement herzustellen und die Begriffe und Bestandteile des Wissensmanagement zu erläutern. Dies erfolgt im zweiten Kapitel der vorliegenden Arbeit. Im Kapitel drei werden wichtige Erfolgsfaktoren bei der Implementierung aufgezeigt. Abschließend wird im letzten Kapitel ein Fazit gezogen.

2 Grundlagen des Wissensmanagement

2.1. Wissen

Zunächst ist es wichtig, eine Arbeitsdefinition des Begriffs „Wissen“ festzusetzen. Denn, der Wissensbegriff wird in der Fachliteratur sehr vielschichtig und heterogen benutzt. Je nach Einsatzgebiet variiert auch die Bedeutung. Der erste Schritt bei der Annäherung an eine Wissensdefinition ist es, die Begriffe Zeichen, Daten, Information und Wissen zu unterscheiden. Diese Begriffe stellen die sogenannte Wissenstreppe nach Klaus North dar und bilden die einzelnen Bestandteile von Wissen ab.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1:Wissenstreppe nach North[5]

Laut dieser Definition sind Zeichen die am häufigsten untergeordnete Einheit, welche beliebig angeordnet sind. Werden Zeichen strukturiert und nach bestimmten Kombinationsregeln (Syntax) zu festen Verbänden von Zeichen kombiniert, erhält man Daten. Ein Beispiel hierfür sind zum Beispiel Buchstaben, die zu Worten zusammengesetzt werden.[6] Werden Daten in einen Kontext gestellt, entsteht Information. Durch Verknüpfung von Informationen entsteht Wissen. Dabei ist das Wissen an den Menschen geknüpft, weil dieser über die Fähigkeit verfügt, die Informationen intellektuell einzuordnen. Innerhalb dieser Wissenstreppe ist auch die Bedeutung und der Stellenwert von Wissen im Rahmen der Wettbewerbsfähigkeit gut ersichtlich.

Ein weiterer Aspekt von Wissen, welcher für das Wissensmanagement eine große Bedeutung beinhaltet, ist die Unterscheidung zwischen impliziten Wissen und expliziten Wissen. Mit implizierten Wissen, wird Wissen bezeichnet, welches nicht oder nur teilweise bewusst wahrgenommen wird. Es ist personengebunden, kontextspezifisch und beruht auf subjektiven Erfahrungen. Dagegen kann das explizite Wissen bewusst wahrgenommen werden und ist verbalisierbar. Dieses Wissen kann dokumentiert und für Alle verfügbar gemacht werden.[7] Bei der Zielsetzung von Wissensmanagement-Projekten gilt es, diese Wissensarten zu unterscheiden und bei der Zielformulierung des Wissensmanagement zu berücksichtigen.

Als Arbeitsdefinition für die vorliegende Arbeit ist folgende Definition sinnvoll, weil sie die wichtigsten Aspekte erfasst und die Zusammenhänge anspricht: "Wissen bezeichnet die Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Individuen zur Lösung von Problemen einsetzen. Dies umfasst sowohl theoretische Erkenntnisse als auch praktische Alltagsregeln und Handlungsanweisungen. Wissen stützt sich auf Daten und Informationen, ist im Gegensatz zu diesen jedoch immer an Personen gebunden. Es wird von Individuen konstruiert und repräsentiert deren Erwartungen über Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge."[8]

2.2 Wissensmanagement

Bei dem Begriff Wissensmanagement ist ebenso keine homogene Definition vorhanden, deshalb wird eine weite Definition, welche die Kernpunkte von Wissensmanagement umfasst, als Arbeitsdefinition festgelegt. Wissensmanagement hat sich seit Mitte der 1990er Jahre als Managementdisziplin etabliert und fand seitdem eine verstärkte Bedeutung in der Fachliteratur.

Als Arbeitsdefinition eignet sich folgende Definition: "Wissensmanagement bezeichnet den bewussten und systematischen Umgang mit der Ressource Wissen und den zielgerichteten Einsatz von Wissen in der Organisation. Damit umfasst Wissensmanagement die Gesamtheit aller Konzepte, Strategien und Methoden zur Schaffung einer ´intelligenten´, also lernenden Organisation. [...]"[9]

Für die Umsetzung des Wissensmanagements in der Praxis existieren zahlreiche Modelle. Ein Modell, welches sich in der betriebswirtschaftlichen Praxis durchgesetzt hat, ist das Baustein-Modell von Probst et al. (1999). Es soll den Verantwortlichen für Wissensmanagement (WM) im Unternehmen helfen, die zentralen Probleme und Kernprozesse des WM abzubilden und somit einen Leitfaden darzustellen. Wie in der folgenden Abbildung zu sehen ist, sind die Kernprozesse aufeinander einwirkend. In der Weiterentwicklung ist das Modell auch mit strategischen Bausteinen wie „Festlegen der Wissensziele“ und „Wissensbewertung“ ergänzt worden.[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2:Bausteinmodell nach Probst[11]

Die Anordnung der einzelnen Bestandteile gewährleistet gleichzeitig auch, dass das Thema Wissensmanagement in die Unternehmensstrategie eingebunden wird und darauf aufbauend Wissensziele festgelegt werden.

3 Erfolgsfaktoren bei der Einführung

Nach Erläuterung der Grundlagen, sollen nun die Erfolgsfaktoren für die erfolgreiche Einführung von Wissensmanagement in der Praxis identifiziert und näher beleuchtet werden. Unter Erfolgsfaktoren wird in diesem Zusammenhang ein Gerüst von Faktoren, welche für eine erfolgreiche Einführung im Unternehmen vorhanden sein müssen und bei denen – falls notwendig – Modifikationen vorgenommen werden müssen, um den Erfolg der Einführung zu gewährleisten, verstanden. Dabei wird der Fokus besonders auf Faktoren, welche mit Wissensmanagement im Zusammenhang stehen, gelegt. Allgemeine Voraussetzungen für erfolgreiche Projektarbeit bleiben dabei unberücksichtigt. Eine weitere Einschränkung findet bei der Auswahl der beschrieben Faktoren statt. Es werden ausschließlich Voraussetzungen mit dem höchsten Einfluss auf erfolgreiche Wissensmanagementinitiativen beschrieben.

3.1 Unternehmenskultur

Peter Heisig hat weltweit Wissensmanagement Bezugsrahmen für die Einführung von Wissensmanagement untersucht und dabei Gemeinsamkeiten bezüglich der Erfolgsfaktoren herausgearbeitet.[12] Innerhalb dieser Bezugsrahmen sind essentiellen Faktoren, welche über den Erfolg oder Misserfolg von Wissensmanagementinitiativen entscheiden und ihre gegenseitige Abhängigkeitsbeziehungen beschrieben. Ein Bezugsrahmen soll Wissensmanagement-Verantwortlichen dabei helfen diese Faktoren bei der Einführung zu beachten und einen erfolgreichen WM-Launch zu ermöglichen. Bei dem weltweiten Vergleich der Frameworks nimmt die Unternehmenskultur eine Schlüsselstellung ein. Auch andere Forschungen identifizieren die Unternehmenskultur als einen erfolgskritischen Faktor.[13]

Geht man von dem Wissensmanagement Ansatz von Probst et al.[14] aus unterteilen sich Wissensziele in normative, strategische und operative. Besonders die Umsetzung der normativen Wissensziele erfordert eine Festlegung der Wissensziele innerhalb der Unternehmenskultur. Ist diese Voraussetzung erfüllt, können Wissensmanagementsysteme und Methoden optimal genutzt werden. Die Unternehmenskultur schafft die Grundlage für das optimale Wissensmanagement und entscheidet darüber, ob die Anwendung des Wissensmanagements ermöglicht oder verhindert wird. Es hängt ebenso von der Unternehmenskultur ab, wie intensiv die für das WM zur Verfügung gestellten Informationstechnologien genutzt und wie motiviert beziehungsweise enthusiastisch die Mitarbeiter dabei vorgehen. [15]

Die Unternehmenskultur muss im optimalen Fall folgende drei Hauptkomponenten aufzeigen:

- positive Orientierung hin zum Wissen
- keine Angst, Wissen zu teilen
- Projekte im Bereich WM müssen mit der bereits existierenden Kultur bis zu einem gewissen Grad einhergehen[16]

Sind diese Faktoren erfüllt kann auch von einer Informations- oder Wissenskultur gesprochen werden (Lernende Organisation). Innerhalb dieser Kultur stellt die Information einen essenziellen Bestandteil aller Unternehmensaktivitäten dar. Ist diese Kultur noch nicht vorhanden, so wird dringend geraten, eine Modifikation vorzunehmen, welche allerdings nicht einfach ist und sich über einen langen Zeitraum erstrecken kann.[17] Als erster Ansatz für eine Veränderung bietet zum Beispiel die Reflexion über den Soll- und Ist-Zustand der vorherrschenden Werte, ihrer Beeinflussung der Arbeitsweise im Unternehmen und welche Gestaltungsmaßnahmen die kulturellen Rahmenbedingungen näher zum Wunschzustand führen können.[18]

Die Hauptschwierigkeit dabei ist, dass die Unternehmenskultur kein kurzfristig einzuführendes Instrument ist und erst durch Vorleben durch Führungskräfte und vielmehr durch authentische Handlungen entsteht. [19]

3.2 Unterstützung des Topmanagements und Strategische Einbindung

Zusammenhängend mit der Unternehmenskultur und der Forderung nach Vorleben durch das das Topmanagement ist auch die Unterstützung des Topmanagements bei der Einführung von WM ein wichtiger erfolgskritischer Faktor.

Auf der Führungsebene sind drei Aspekte besonders zu beachten. Zum einen muss das Topmanagement in der gesamten Organisation signalisieren, dass das Wissensmanagement und das organisationale Lernen erfolgskritisch für das Unternehmen sind.[20] Dieses Signal erfolgt am besten durch Vorleben, indem Vorgesetzte ihr eigenes Wissen ebenso teilen.[21]

Weiterhin ist der Support des Topmanagements bezüglich der Freigabe der Ressourcen wichtig. Die Führungsebene muss Ressourcen in Form von Geld und Infrastruktur bereitstellen, welche für die WM-Initiative gebraucht werden um die Nachhaltigkeit der WM-Einführung zu gewährleisten und die erfolgskritische Masse bei den Teilnehmern zu erreichen. Auch die Ressource Zeit ist durch das Topmanagement dabei zu berücksichtigen. Denn, die fehlende Zeit stellt einen der stärksten Barrieren im WM dar.[22]

Das Management muss klar kommunizieren, dass dem Mitarbeiter Zeit während der regulären Arbeitszeit eingeräumt wird. Abschließend ist es die Aufgabe des Topmanagements zu identifizieren, welches Wissen für das Unternehmen am wichtigsten ist.[23]

[...]


[1] Quelle: http://www.poeteus.de/zitat/Nicht-die-Arbeit-das-Kapital-das-Land-und-die-Rohstoffe-sind-die-Produktionsfaktoren-die-heute-in-unserer-Gesellschaft-z%C3%A4hle/321

[2] Vgl. Bundeszentrale für Politische Bildung: Erwerbstätige nach Wirtschaftsbereichen; Mit wissensintensiven Arbeitsplätzen sind Arbeitsplätze im Tertiären Sektor berücksichtigt.

[3] Vgl. Dokmagazin, Wissen als Erfolgsfaktor

[4] Vgl. North, K., (2014); S.32

[5] Quelle: http://www.4commerce.de/images/articles/20050317174427258_1.png

[6] Vgl. Bodendorf, F. (2006), S.1

[7] Vgl. Gust, S. (2009), S.15

[8] Probst, Raub et al.,(2006), S. 22

[9] Reinmann-Rothmeier et al.,(2001), S.18

[10] Vgl. Probst et al.,(2006), S. 32

[11] Quelle: Nach Probst et al. 2006

[12] Vgl. Heisig, P. (2009), S. 4

[13] Vgl. hierzu Aspinwall, E. (2005), S. 71

[14] Vgl. Probst et al.,(2006), S. 40

[15] Vgl. Gust von Loh, S. (2009), S. 100

[16] Davenport et al.(1998), S. 52

[17] Vgl. Gust von Loh, S. (2009), S. 104

[18] Vgl. Mertins und Seidel (Hg.) (2009), S. 20

[19] Vgl. Bünnagel, W. (2010), S. 35

[20] Vgl. Davenport et al. (1998), S. 54

[21] Vgl. Wissensmanagement, Heft 7/2011, S 30-32

[22] Vgl Linde, F. (Hg)(2005), S. 55

[23] Vgl. Davenport et al. (1998), S.54

Details

Seiten
27
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656934172
ISBN (Buch)
9783656934189
Dateigröße
892 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v295481
Institution / Hochschule
Hochschule Reutlingen – ESB Reutlingen
Note
1,7
Schlagworte
erfolgsfaktoren einführung wissensmanagement

Autor

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Titel: Erfolgsfaktoren bei der Einführung von Wissensmanagement