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Aufnahme und Dokumentation von Feuchteschäden in Tiefgaragen. Ein Praxisbeispiel

Studienarbeit 2012 20 Seiten

Ingenieurwissenschaften - Bauingenieurwesen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Schadensbilder

2 Durchführung der Untersuchungen
2.1 Ortsbegehungen
2.2 Nivellement
2.3 Kartierung von Rissbildern
2.4 Probenentnahme zur Salzanalyse
2.5 Feuchtemessung

3 Auswertung der Untersuchungen
3.1 Nivellement
3.2 Rissbilder
3.3 Salzanalyse
3.4 Wasserstände/Feuchtigkeit
3.5 Baugrundsituation

4 Weiterführende Hinweise zum geplanten Abdichtungskonzept

5 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse

6 Fotodokumentation

Anlagenverzeichnis

Quellenverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Ausgangssituation

Tiefgaragen als Teil von in den 1990er Jahren errichteten Bauwerken weisen häufig Schadensbilder infolge von Feuchteeinwirkung auf. Die treten zum Teil bereits nach einer Nutzungszeit von 10-15 Jahren auf. Auffällig ist, dass die festgestellten Schäden oft ähnlich und die Schadensmechanismen durchaus vergleichbar sind. Das Schadensbild hängt wird dabei wesentlich von der Baukonstruktion ab. Typische Konstruktionen sind zum einen die „Schwarzen Wannen" und zum anderen die wasserundurchlässigen (WU-)Konstruktionen, die sogenannten „Weißen Wannen". Beide Möglichkeiten stellen durchaus funktionsfähige Konstruktionslösungen dar, wenn bei Planung und Ausführung die Besonderheiten des jeweiligen Abdichtungskonzeptes beachtet werden.

Die zu untersuchende Tiefgarage wurde 1994 in Stahlbetonbauweise errichtet und gehört zum mehrgeschossigen Wohn-, Büro- und Geschäftskomplex in Dresden. Die Parkgarage erstreckt sich unter dem mehrflügeligen Gebäudekomplex mit Innenhof, die Zufahrt erfolgt straßenseitig über eine Rampe. Unmittelbar angrenzend befindet sich die Tiefgarage des Nachbarkomplexes, die über dieselbe Zufahrt erschlossen wird und von welcher eine Durchfahrt zum Untersuchungsobjekt führt.

Im Bereich rund um die Stellplätze sind ausgeprägte Pfützenbildung und Wasserflächen zu beobachten, die auf außerplanmäßigen Wasserzutritt schließen lassen. Weiterhin sind Risse und zum Teil starke Salzausblühungen vorhanden. Die Schäden wurden aufgenommen, hinsichtlich Art und Ursache untersucht. Weiterhin wurden Ansätze für das weitere Vorgehen erarbeitet.

1.2 Schadensbilder

Im hinteren Teil der Tiefgarage, im Bereich der Fahrwege 3 bzw. 4 (Bezeichnung siehe Anlage A) befinden sich größere Wasserflächen, welche je nach Gefälle der Bodenplatte unterbrochen sind und täglich abgepumpt werden. Abläufe zur Entwässerung der Bodenplatte sind weder an den Fahrwegen noch im Bereich der Stellflächen vorhanden. Insbesondere die Stellflächen rund um den Ausgang E sind durch stehendes Wasser gekennzeichnet. Durch zeitweise auftretende Schwankungen ist die Ausdehnung des Wasserstandes durch Wasserränder auf der Betonfläche markiert.

Aufgehende Wände rund um die unter Wasser stehenden Flächen weisen Salzausblühung und eine hohe Feuchtebelastung auf. Teilweise ist Bewehrungskorrosion an aufgehenden Wänden oder Stützen über der Bodenplatte sichtbar.

Auf der Bodenplatte sind bei den meisten Betonstützen weiß- bis graugefärbte Salzausblühungen sichtbar. Diese erstrecken sich außerdem auf Wandfüße von aufgehenden Wänden und teilweise über mehrere Stellplätze.

Die Risse sind auf dem untersuchten Fahrweg 3 netzartig verteilt. Im übrigen Bereich sind vereinzelt breitere Risse mit zum Teil aufgetrümmerten Risskanten vorhanden. Die Rissweite beträgt teils mehrere Millimeter. Arbeitsfugen sind vereinzelt bis auf mehrere Zentimeter aufgeweitet.

2 Durchführung der Untersuchungen

2.1 Ortsbegehungen

Um Aussagen über den Zustand des Bauwerks, das Ausmaß der Schäden und die weitere Vorgehensweise treffen zu können, fanden insgesamt drei Ortsbegehungen statt. Dabei waren mindestens zwei Personen anwesend.

Während der Begehungen erfolgte ein geometrisches Aufmaß der Tiefgarage, um die Bestandspläne mit Maßen zu ergänzen und zu aktualisieren. Alle Untersuchungsergebnisse wurden in den aktuellen Grundriss (Anlage 1) eingetragen. Zum Feststellen der Gefällesituation wurde ein Höhennivellement durchgeführt (Anlage 2). Der Wasserstand wurde auf der Oberseite der Bodenplatte gemessen und Feuchtemessungen auf Bauteiloberflächen vorgenommen.

Bodenplatte, Wände und Stützen wurden visuell auf Schadenserscheinungen wie Risse, Salzausblühungen, Bewehrungskorrosion und Feuchtebelastung untersucht. Die Schäden wurden in der Schadenskartierung erfasst (Anlage 3).

Zur Charakterisierung des Rissbildes wurden die Risse auf der Bodenplatte erfasst und an relevanten Stellen die Rissweite bestimmt.

2.2 Nivellement

Für die gesamte Tiefgarage wurde ein Flächennivellement mittels Rotationslaser und Messlatte durchgeführt. Zur Bestimmung der exakten Höhenlage wurde der Bezug zu außenliegenden geodätischen Punkten hergestellt.

2.3 Kartierung von Rissbildern

Für die Kartierung der Risse in Bodenplatte und an aufgehenden Wänden wurden diese lokalisiert und die Rissweiten mit Hilfe einer optischen Vergleichsskala (Risslineal) bestimmt. Zudem wurden aufgeweitete und ausgeplatzte Arbeitsfugen in den Plan aufgenommen.

2.4 Probenentnahme zur Salzanalyse

Im Bereich der Stellplätze 39 und 52 wurde je eine Salzprobe zur Analyse der Salzausblühungen entnommen. Zur Analyse hinsichtlich ihrer Art und Konzentration wurden die Proben an das Baustofflabor der Technischen Universität Dresden übergeben, um das Schädigungspotenzial für die Bewehrung und die Herkunft der Salze bewerten zu können. Die Stellen der Probenahme sind in Anlage 3 dokumentiert.

2.5 Feuchtemessung

An drei verschiedenen Stellen wurden mit einem Feuchtigkeits-Indikator (Fa. GANN) vertikale Feuchtemessungen vorgenommen. Mit einem Abstand von 10 cm zwischen den einzelnen Messpunkten wurde von Oberkante Fertigfußboden bis in eine Höhe von 1,50 m die Feuchteverteilung bestimmt. Anhand dieser Werte wurden Feuchteprofile (Anlage 4) erstellt. Die Stellen der Feuchtemessung können Anlage 3 entnommen werden.

3 Auswertung der Untersuchungen

3.1 Nivellement

Der Punkt im zentralen Einfahrtsbereich wurde als Nullpunkt gewählt. Dieser Punkt liegt auf einer Höhe von 204,24 mü. NN und damit in dem am höchsten gelegenen Bereich der Tiefgarage.

Das Nivellement ergibt verschiedene lokale Tiefpunkte. Diese befinden sich am Ende der Fahrwege 1 und 2 mit ca. 2-3 cm Höhenunterschied zum gewählten Nullpunkt. Im Bereich der Stellplätze 61 und 62 ist eine Höhendifferenz von 13,40 cm messbar, im Fahrweg 3, im Bereich der quadratischen Stützen ist eine Höhe von -14,00 cm im Vergleich zum gewählten Nullpunkt messbar. Der absolute Tiefpunkt befindet sich mit -15,00 cm im Bereich des Hauseingangs D.

Trotz dieser Tiefpunkte kann nicht von einem Gefälle gesprochen werden. Einerseits spricht die Verteilung von Tiefpunkten für ein zufälliges Zustandekommen der Höhen (ein Gefälle z.B. zur Fahrwegmitte ist nur abschnittsweise gegeben), andererseits ist die Tiefgarage ca. 50 m lang; 15,00 cm Höhenunterschied entsprechen auf dieser Strecke einer Neigung von 0,3 %. Diese Neigung würde nicht ausreichen, um anfallendes Wasser zu einer Entwässerungseinrichtung zu transportieren.

Im Bereich des Fahrweges 3 ist mittig eine Aufwölbung der Bodenplatte erkennbar. Diese ist auch mit bloßem Auge sichtbar.

Es ist deutlich zu erkennen, dass der flächige Wasserstand in einem Bereich auftritt, der ca. 11,00 cm oder tiefer liegt als der selbstgewählte Nullpunkt. Dies betrifft den hintersten Bereich von Fahrweg 4 und den gesamten Fahrweg 3. Der Anfall von Wasser ist nicht auf ein vorhandenes Gefälle zurückzuführen, sondern vielmehr auf die tiefere Höhenlage.

3.2 Rissbilder

Risse treten hauptsächlich im Bereich von Fahrweg 3 und 4 auf. Auffällig ist, dass nahezu alle Risse parallel zu Fahrweg 3 verlaufen. Im Zusammenhang mit der in der Mitte von Fahrweg 3 festgestellten Aufwölbung liegt die Schlussfolgerung nahe, dass sich die Bodenplatte im Randbereich von Fahrweg 3 teilweise gesenkt hat. Die verstärkt vorhandenen und netzartig verteilten feinen Risse lassen auf eine erhöhte Beanspruchung des Betons im Bereich des aufgewölbten Fahrweges schließen.

In der Mittelachse von Fahrweg 3 befinden sich flächig netzförmige Risse mit einer Rissweite von max. 1,2 mm. Zwischen den Stellplätzen Nr. 65 und 74 wurden bereits lokale Ausbesserungen vorgenommen. Der Mörtel ist an dieser Stelle erneut gerissen (max. Rissweite 1,2 mm). Im vorderen Bereich des flächigen Rissbildes sind 5 parallel verlaufende Risse sichtbar (max. Weite 1,6 mm), wobei der mittlere die größte Rissweite hat und diese symmetrisch zu den Seiten hin abnimmt.

Die auf der gesamten Länge des Ganges im vorderen Bereich der Stellplätze 62-70 vorhandene Arbeitsfuge ist bis zu 2,5 cm aufgeweitet und die Ränder sind teilweise ausgeplatzt. Jeweils in der Mitte der Parkbuchten verläuft ein Einzelriss bis zur Außenwand. Die Weite dieser Risse beträgt maximal 3,0 mm. Teilweise wurden diese mit Mörtel ausgebessert, zeigten jedoch erneut feine Risse. Im Bereich der vorderen Parkbucht (Stellplätze 63/64) sind 5 parallel verlaufende Risse mit einer maximalen Rissweite von 0,4 mm vorhanden.

Auffällige Risse sind im vorderen Bereich von Fahrweg 4 vorhanden, sie verlaufen annähernd parallel und haben eine maximale Rissweite von 4,5 mm. Einige der Risse beginnen am Wandfuß. Im hinteren Bereich von Fahrweg 4 ist ein großer Riss als Fortführung der Arbeitsfuge feststellbar. Von diesem Riss mit einer maximalen Rissweite von 5,0 mm ausgehend, verlaufen vier parallele Risse Richtung Wand. Die Ränder der Arbeitsfuge sind teilweise ausgeplatzt. Die maximale Aufweitung beträgt 5,0 cm. Aus den aufgeweiteten Arbeitsfugen tritt Wasser aus.

Im Bereich des Fahrweg 1 sind keine Risse vorhanden.

Im vorderen Bereich von Fahrweg 2 befinden sich senkrecht zueinander verlaufende Risse mit einer maximalen Rissweite von 2,0 mm. Ein Riss beginnt am Wandfuß. Im hinteren Bereich von Fahrweg 2 befinden sich Risse mit einer maximalen Rissweite von 1,5 mm. Auch hier beginnt ein Riss am Wandfuß, die anderen verlaufen annähernd parallel zur Mittelachse des Ganges.

Im Bereich der Wand zwischen Fahrweg 1 und 2 sowie in der Wand im vorderen Bereich des Fahrwegs 2 sind Risse in der aufgehenden Wand, welche diese scheinbar durchtrennen. Die Risse verlaufen senkrecht nach oben bis zum Unterzug, anschließend parallel zu diesem. Die maximale Rissweite beträgt 5,0 mm.

3.3 Salzanalyse

Die Salze auf der Bodenplatte können aus der Konstruktion selbst stammen. An einigen Stellen ist es jedoch offensichtlich, dass der Tausalzeintrag durch Fahrzeuge die Ursache ist (lokal beschränktes Auftreten von Salzausblühungen an Radstandflächen). Nur die Stellen mit offenbar aus der Bauwerkskonstruktion stammenden Salzausblühungen sind für die weiteren Untersuchungen von Bedeutung.

Im Labor wurden die vor Ort entnommenen Proben auf die 3 schadensrelevanten Salze bzw. deren wasserlösliche Anionen Sulfat, Chlorid und Nitrat untersucht. In der Tabelle 3.1 sind die qualitativen Ergebnisse der Analyse aufgeführt [1].

Tabelle 3.1: Qualitative Anionenuntersuchungen (wasserlöslich)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Details

Seiten
20
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656935650
ISBN (Buch)
9783656935667
Dateigröße
2.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v295474
Note
1,3
Schlagworte
Bestandsaufnahme Sanierung Tiefgarage Abdichtung

Autor

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