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E-Procurement. Neue Möglichkeiten für den Einkauf

Hausarbeit 2014 13 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen
2.1 E-Procurement
2.2 Supply Chain

3. Auswirkungen E-Procurement auf die Supply Chain

4. Methoden des E-Procurement
4.1 Sell Side Lösung
4.2 Buy Side Lösung
4.3 Elektronische Marktplätze
4.4 Auswirkungen beim Einsatz der Methoden

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Beispiel für die Zeitersparnis durch E-Procurement-Systeme

1. Einleitung

1.1 Relevanz des Themas

Die Einkaufsabteilung nimmt in vielen Unternehmen einen hohen Stellenwert ein. Als Ursache dafür kann man anführen, dass beim Einkauf der Grundstein für den späteren Gewinn gelegt wird. Nicht umsonst lautet die alte Kaufmannsweisheit „Im Einkauf liegt der halbe Gewinn“.

Durch die Etablierung des Internet und der daraus resultierenden weltweiten Vernetzung ergeben sich Chancen und Risiken für die Unternehmen.

Mit Hilfe der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien kann (unter anderem) der Beschaffungsprozess elektronisch abgewickelt werden.

Bei einer wohl überlegten und sorgfältig geplanten Implementierung des Electronic-Procurement, kann ein smarter Einkaufsprozess entstehen, der nachfolgende Geschäftsprozesse in der Supply Chain positiv beeinflusst.

1.2 Ziel der Arbeit

In diesem Assignment wird das Thema Electronic-Procurement, also der elektronische Einkauf, behandelt. Es werden dabei die Auswirkungen bei der Einführung des E-Procurement auf die Supply Chain analysiert. Darüber hinaus werden die Methoden des E-Procurements vorgestellt sowie die Auswirkungen dieser Methoden auf die Lagerbestände und die Prozessgeschwindigkeit in der Supply Chain.

1.3 Aufbau der Arbeit

Nach der Einleitung im 1. Kapitel werden in Kapitel 2 die theoretischen Grundlagen in Form von Begriffsdefinitionen abgehandelt. In Kapitel 3 werden die Auswirkungen der E-Procurement-Einführung auf die Supply Chain beschrieben. Darauf aufbauend werden in Kapitel 4 die Methoden des E-Procurement sowie deren Auswirkungen auf die Prozessgeschwindigkeit und die Lagerbestandsgröße erörtert. Abschließend erfolgt im 5. Kapitel das Fazit.

2. Theoretische Grundlagen

Um die Auswirkungen des E-Procurement auf die Supply Chain zu untersuchen, ist es zunächst notwendig die wichtigen Begriffe „Electronic-Procurement“ und „Supply Chain“ zu definieren, um ein einheitliches Verständnis zu schaffen.

2.1 E-Procurement

Das E-Procurement stellt im Prinzip ein Sammelbegriff für die elektronisch unterstützte Beschaffung dar, ohne dass jedoch eindeutig definiert werden kann, was alles darunter zu verstehen ist.1 Deshalb gibt es auch eine Vielzahl von Definitionen in der Fachliteratur.

Stoll beispielsweise definiert das E-Procurement wie folgt: „E-Procurement unterstützt die strategische und operative Beschaffung derart durch elektronische Hilfsmittel, dass der Beschaffungsprozess in Hinblick auf die Kenngrößen Prozesskosten und Prozessergebnis optimal wird.“2 In dieser recht allgemein gehaltenen Definition ist bereits ein Hinweis auf die Vorteile des E-Procurement, nämlich die Optimierung der Prozesskosten und des Prozessergebnisses enthalten.

In der Definition von Nekolar wird beschrieben, dass unter E-Procurement die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen zu den geringsten Gesamtkosten zu verstehen ist.3 Hieraus kann man entnehmen, dass nicht nur die Prozesskosten durch die elektronische Beschaffung gesenkt werden können, sondern die Gesamtkosten der Beschaffung, welche sich aus Prozesskosten und den Einkaufspreisen der Güter zusammensetzen.

Grundsätzlich können alle Waren und Dienstleistungen elektronisch beschafft werden, jedoch eignet sich die elektronische Beschaffung für einige Waren besonders gut- die sogenannten MRO-Güter (Maintenance, Repair and Operations). MRO-Artikel charakterisieren sich durch ein geringes Beschaffungsrisiko, einen geringen prozentualen Bedarfswert und eine hohe Frequentierung wie z. B. Produkte zu Instandhaltung und Wartung.4

Die Umsetzung der in den Definitionen beschriebenen „elektronischen Unterstützung der Beschaffung“ erfolgt durch den Einsatz von Internet-technologien. Die Grundidee des elektronischen Einkaufs besteht also darin, dass die einkaufsrelevanten Abläufe zwischen Einkäufer und Verkäufer über die mit Hilfe des Internets vernetzten Computer und den damit einhergehenden Rahmenbedingungen des elektronischen Datenaustausches abgewickelt werden.5

2.2 Supply Chain

Die ganzheitliche Verkettung von vor-, nach- und parallelgelagerten Stufen zu einem Produktions- und Logistikwerk, das alle Beschaffungs-, Produktions-, Lager- und Transportaktivitäten vernetzt abwickelt wird als Supply Chain oder Versorgungskette bezeichnet.6

Nach Wannenwetsch umfasst eine typische Supply Chain:

Hersteller/Rohstoffproduzenten

Lieferanten und Vorlieferanten

das eigene Unternehmen

Zwischenhändler in Form des Groß- oder Einzelhandels und

Endkunden.

Innerhalb der Supply Chain bzw. Wertschöpfungskette werden sowohl Waren und Dienstleistungen als auch Informations- und Geldströme gemanagt.7

Werner geht noch einen Schritt weiter, indem er eine Unterteilung der Supply Chain in eine unternehmensinterne und eine unternehmensintegrierte bzw. unternehmensübergreifende Supply Chain vornimmt, wobei sich Letztere auf die Schnittstellen einer Unternehmung mit ihren externen Partnern richtet.8

3. Auswirkungen E-Procurement auf die Supply Chain

Die Nutzung von E-Procurement bietet wirkungsvolle Möglichkeiten, die traditionelle Wertschöpfungskette in ein elektronisch basiertes, unter-nehmensübergreifendes Wertschöpfungsnetz (eine effiziente elektronische Supply Chain) zu transformieren. Eine elektronische Vernetzung der Supply Chain-Akteure ermöglicht:

Prozessoptimierung der Beschaffungsaktivitäten

Transparenzsteigerungen innerhalb der Versorgungskette

Kostengünstiger Informationsaustausch

Schnelles Feedback über veränderte Kundenbedürfnisse

Verbesserte Planungs-, Koordinations- und Kontrollmöglichkeiten

Engere Verbindung zu den Lieferanten und Vorlieferanten9

Durch die Einführung der elektronischen Beschaffung profitiert das Unternehmen von den Nutzenpotentialen des E-Procurement, welche als Vorteilsdreieck beschrieben werden:

- Kostenreduktion (Prozesskosten, Einstandspreise, Reduktion der Personalkosten, Lagerkosten, Zahlungsabwicklungskosten)
- Zeitersparnis (Verkürzung von Prozessen, Automatisierung von Prozessen, Reduktion operativer Tätigkeiten, Verbesserung der Reaktionsfähigkeit, schnellere Reaktion auf sich ändernde Markt- und Kundenanforderungen)
- Qualitätssteigerung (Stärkung des strategischen Einkaufs, Erhöhung der Markttransparenz, Optimierung der Lieferantenbeziehungen, Reduktion von Medienbrüchen und Erfassungsfehlern, Verbesserung der Termingenauigkeit).10

Die Auswirkungen der E-Procurement-Einführung auf die Supply Chain kann man ebenfalls gut veranschaulichen, indem man den traditionellen Beschaffungsprozess mit dem Beschaffungsprozess bei dem Einsatz von E-Procure-Lösungen vergleicht. Hier wird ersichtlich, dass ein Teil der Prozesse weitgehend reduziert werden kann und einige Prozesse durch die elektronische Beschaffung komplett entfallen. Darüber hinaus ergibt sich eine Aufgabenverlagerung im Beschaffungsprozess, was zu einer Entlastung der Einkaufsabteilung führt. Als Beispiele hierfür kann der Prozess des Einsetzens der Artikeldaten in die ausgefüllten Bestellanforderungen genannt werden. Jeder Mitarbeiter kann selbst die für sich benötigten Artikel mit Hilfe eines Web Browsers auswählen und die Bestellung auslösen. Weitere Beispiele für die Verlagerung der Aufgaben sind die Prozesse des Wareneingangs und der Rechnungseingangsprüfung. Auch hier wird die Einkaufsabteilung entlastet, indem diese Prozesse vom bestellenden Mitarbeiter (dezentral) ausgeführt werden können.11

Viele Studien belegen, dass durch die Einführung von E-Procurement eine Dezentralisierung der operativen Beschaffung und damit einhergehend eine Zentralisierung der strategischen Beschaffungsprozesse durch die höhere Supply Chain-Transparenz, erreicht werden kann. Die Einkaufsabteilung kann durch die Verlagerung bzw. den Wegfall der administrativen Routineaufgaben, strategisch Aufgaben (mit höherer Wertschöpfung) übernehmen.12

[...]


1 Vgl. Kollmann, 2011, S.101

2 Stoll, 2007, S.17

3 Vgl. Nekolar, 2003, S.1

4 Vgl. Berres/Bullinger, 2002, S.314

5 Vgl. Kollmann, 2011, S.101

6 Vgl. Wannenwetsch/Nicolai, 2004, S.5

7 Vgl. Wannenwetsch/Nicolai, 2004, S.91 ff.

8 Vgl. Werner, 2000, S.5

9 Vgl. Wannenwetsch/Nicolai, 2004, S.91 ff.

10 Vgl. Berres/Bullinger, 2002, S.315 ff.

11 Vgl. Nekolar, 2003, S. 19 ff.

12 Vgl. Boutellier/Wagner/Wehrli, 2003, S.888

Details

Seiten
13
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656931331
ISBN (Buch)
9783656931348
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v295286
Note
Schlagworte
e-procurement neue möglichkeiten einkauf

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Titel: E-Procurement. Neue Möglichkeiten für den Einkauf