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Zigeuner und Wahnsinnige in der Literatur der Romantik

Masterarbeit 2015 79 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Andersartigkeit theoretisch
1.1 Vom Zigeunersein
1.2 Vom Wahnsinnigwerden

2. Andersartigkeit literarisch
2.1 Andersartigkeit des Wahnsinns
2.1.1 „William Ratcliff“. Feminisierung – Normwidrigkeit – Grenzenlosigkeit
2.1.2 „Die heilige Cäcilie“. Geist – Ökonomie – Ordnungsinstanz
2.1.3 „Der Sandmann“. Aufklärungskritik – Kulturraumproblem – Vernunftmangel
2.2 Andersartigkeit der Zigeuner
2.2.1 „Isabella von Ägypten“. Geschichtsphilosophie – Kunstfiguren – Europäisierung
2.2.2 „Die drei Zigeuner“. Natur – Kultur – Wahnsinn
2.2.3 „Die mehreren Wehmüller“. Kapitalismus – Kunstidylle – Musikliebe

Schluss

Literatur

Einleitung

Die Epoche der Romantik ist ohnehin eine der spannenderen. Geschichtsphilosophisch aus Gründen der Inspiration greift sie wie die Klassik, die sich an der griechischen Antike orientiert, auch auf einen geschichtlich früheren Zustand zurück – das Mittelalter. Obwohl sie wie ihre voranstehende Literaturepoche auf Altes zurückgreift, bringt auch sie Neues hervor. Das literarische Bild der „Zigeuner“1 ändert sich beispielsweise im Zuge der Zigeunerromantik dadurch, dass es, wenn auch nur kurzfristig, positiver wird, nachdem diese seit ihrem Erscheinen am Ende des Mittelalters meist geächtet wurden. Genauso werden Figuren des Wahnsinns, die seit der Aufklärung eine gesellschaftlich niedere Stellung erfahren haben, mit anderen Herangehensweisen literarisch betrachtet. Diese Figurentypen sind also besonders interessant und werden deshalb zum Thema dieser Arbeit.

Die beiden andersartig gestalteten Figurengruppen sollen jedoch nicht nur getrennt behandelt werden, was für sich schon wichtig ist, sondern an gegebener Stelle auch im Vergleich gegenüber stehen. Somit ergibt sich nicht nur die Aufgabe, das Zigeunersein und das Wahnsinnigwerden zu analysieren, sondern es müssen auch Parallelen und Unterschiede zwischen den geschaffenen Gruppen aufgedeckt werden. Wie werden die beiden Kategorien semantisch bedient? Sind sie von Grund auf verschieden charakterisiert oder haben sie Gemeinsamkeiten?

Um die Analyse angemessen gestalten zu können, muss zunächst die theoretische Fachliteratur erörtert werden. Für die die Zigeuner thematisierende Theorie werden die Bücher „Europa erfindet die Zigeuner. Eine Geschichte von Faszination und Verachtung“2 von Klaus-Michael Bogdal, der 2013 für sein Buch den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung bekam, und „Leben auf der Grenze. Klischee und Faszination des Zigeunerbildes in Literatur und Kunst“3 von Hans Richard Brittnacher, der sich schon viele Jahre mit der Thematik befasst, herangezogen. Die Theorie die den Wahnsinn im Verhältnis zur normalen Gesellschaft näher beleuchtet soll hauptsächlich durch Michel Foucaults Buch „Wahnsinn und Gesellschaft. Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft“4 und Klaus Dörners „Bürger und Irre. Zur Sozialgeschichte und Wissenschaftssoziologie der Psychiatrie“5 dargestellt werden.

Im Anschluss daran werden die ausgewählten literarischen Werke verhandelt. Das früheste Werk ist Heinrich von Kleists Erzählung „Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik“6 von 1811. Es soll hier ausnahmsweise zur Romantik gezählt werden, da es die romantischen Topoi der Musik und der Religion enthält. Das späteste hier behandelte Werk, das den Wahnsinn darstellt, ist Heinrich Heines Drama „William Ratcliff. Tragödie in einem Akte“7, das er 1822 schrieb. Der dritte Text, der Wahnsinn thematisiert, ist E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“8 aus seinen Nachtstücken.

Die Auswahl der Literatur, die die „Zigeuner“ thematisiert, besteht aus Nikolaus Lenaus Gedicht „Die drei Zigeuner“9, welches erst 1838 veröffentlicht wurde, Achim von Arnims Erzählung „Isabella von Ägypten. Kaiser Karl des Fünften erste Jugendliebe“10 von 1812 und Clemens Brentanos Erzählung „Die mehreren Wehmüller und ungarischen Nationalgesichter“11 von 1817.

Die Vielfalt der sich durch die ausgewählten Texte ergebenden Thematiken gebietet es, Schwerpunkte zu setzen. Dies soll hier in kurzer Form geschehen.

Sicherlich ist die Frage nach dem Gender-Verhalten der verschiedenen wichtigen literarischen Figuren, die dem Leser im Text begegnen, beachtenswert, weil diese Figuren das strenge Polaritätsdenken, dass der Mann männlich ist und die Frau weiblich zu sein hat, anscheinend verwischen.

Auch die Kehrseite der Zigeuner und der Wahnsinnigen muss beachtet werden. Ihre Ferne oder Nähe zur europäischen Kultur wird Aufschluss über ihre Andersartigkeit geben. Sind die Zigeuner nur Zigeuner oder tragen sie Charakterzüge europäischer Kultur? Sind die Wahnsinnigen immer nur Wahnsinnige oder tritt in geordnetem wie ungeordnetem Verhalten Norm und Vernunft auf?

Neben den Unterschieden und Parallelen werden auch einige individuelle Phänomene Beachtung finden, weil dadurch weitere Entselbstverständlichungen hervortreten können. Die Geschichtsphilosophie der Romantik und der Topos der Musik werden besondere Aufmerksamkeit bekommen, weil sie Klarheit in Unklarheiten und Unklarheit in scheinbare Klarheiten bringen können.

1. Andersartigkeit theoretisch

1.1 Vom Zigeunersein

Die Einwanderung der „Zigeuner“12 nach Europa erfolgte im 14. und 15. Jahrhundert. So beschreibt es Klaus-Michael Bogdal in seinem Buch „Europa erfindet die Zigeuner. Eine Geschichte von Faszination und Verachtung“.13 Sie trafen auf Europäer, die sie auf Grund der Kenntnislosigkeit über die neu angekommenen Fremden skeptisch betrachteten. Das bisherige Weltbild der Europäer kannte die Romvölker nicht und deshalb versuchte man sie einzuordnen. Die Europäer wollten sich erschließen, warum und woher sie plötzlich auftauchten. Mögliche Antworten waren, dass es sich um Ausspäher bzw. um eine Vorhut von Eroberern handelte.14

Bogdal weist von Anfang an darauf hin, dass die Anschauung der Zigeuner von der Betrachtung der Juden abzutrennen ist, da „das Judentum zu den Wurzeln europäischer Zivilisation“ gehört. Nicht nur die Verbindung zum Christentum differenziert die Zigeuner von den Juden, sondern auch die bisherige jüdische Selbstdefinition, die Zigeunern nicht möglich war, da sie erst jetzt in Erscheinung traten. Hinzu kommt die Schriftkultur der Juden im Gegensatz zur Schriftlosigkeit der Zigeuner, da diese nur mündlich überlieferten. Weiter wird erwähnt, dass Juden „Figuren der Städte, des Handels, der Wissenschaft und der Kultur“ sind, während Zigeuner Menschen „der Wälder, der Heide, der Steppe und der Wege“ sind. Man hat es also mit zwei verschiedenen semantischen Räumen zu tun.15

Ausgehend von dieser Wahrnehmung entstanden relativ schnell Identitätszuschreibungen. Wie oben angedeutet, wurde den Zigeunern ein Platz zugewiesen. Als Europäer empfand man sich zu dieser Zeit im Verhältnis zu den Andersartigen als fortschrittlicher, weil man den Romvölkern die Position eines selbst schon überwundenen Zustandes zuschrieb. Spannend ist in diesem Zusammenhang besonders, dass die damaligen Europäer Angst empfanden, obwohl den Zigeunern gleichzeitig eine überholte Stellung anhaftete. Vielleicht ergibt sich die Angst auch aus dem, was Sigmund Freud „intellektuelle Unsicherheit“16 nennt, weil der Mangel an Zeugnissen über die Zigeuner kein Wissen, sondern nur Spekulation erzeugt.17

Wie wenig man über die Zigeuner wusste, zeigte sich besonders um 1800 herum, als man herausfand, dass die Zigeuner nicht, wie bisher geglaubt, aus Ägypten stammten, sondern aus Indien. Man hatte herausgefunden, dass die Sprache der Romvölker mit dem Sanskrit verwandt war. Nun setzten zwei gegensätzliche Tendenzen ein. Die Fremden, die in der Literatur als Kunstprodukt auftauchen, wurden in zwei Richtungen erzeugt. Indien war um 1800 das führende Kulturideal. Ein Gesellschaftsteil wollte die Zigeuner „zu einem parasitären und zivilisationsresistenten Pariavolk [...] degradieren,“ sie also von der Kultur abtrennen, mit der sie durch die Entdeckung ihrer Herkunft nun verbunden waren. Der andere Teil, die Romantiker, schufen den Andersartigen ein eigenes Genre – die Zigeunerromantik – und stellten sie so in einen positiven Mittelpunkt. Während erstere die Zigeuner von der Kultur abspalteten wollten, suchten die Romantiker die Vorteile der Zigeunersemantik. Ursprünglichkeit, Natürlichkeit, Unabhängigkeit und Freiheit wurden zum geliebten Gegenbild der bürgerlichen Industriegesellschaft.18

Auch wenn es in dieser Arbeit um die Epoche der Romantik gehen soll, muss unbedingt die nächste Phase des Umgangs, mit den Zigeunern, genannt werden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden Zigeuner durch die „naturwissenschaftliche[...] Autorität“19 zu Asozialen und Arbeitsscheuen gewandelt. Dieser Aspekt hat enorme Wichtigkeit, was den Vergleich mit den Wahnsinnigen in der Literatur der Romantik betrifft, weil – wie noch zu sehen sein wird – die Ökonomie im Bereich der Irren eine große Bedeutung hat. Nach diesem kurzen geschichtlichen Überblick soll des Weiteren auf die Zigeunertopoi des Kunstproduktes hingewiesen werden.

Sie gelten aufgrund ihres „Mangels an Ressourcen“ und ihres „Mangels an Zugehörigkeit“ als sich dem „zivilisatorischen Fortschritt entziehende Elemente“, weil nicht ihre geleistet Arbeit Anerkennung findet, sondern nur ihre „Andersartigkeit“. Der Blick wird auf ihre „nomadische Lebensweise“ gelegt, da diese sie durch die in ihr nicht vorhandenen Gesetze und Normen sehr anschaulich von der zivilisatorischen Gesellschaft abtrennt. Es wird also von Anfang an nach Unterschieden und nicht nach Gemeinsamkeiten gesucht. In diesem Zusammenhang wird ihnen auch „Ungehorsam“ vorgeworfen.20

Wie verdreht die Sicht auf die Zigeuner ist, zeigt sich besonders gut durch die Interpretation ihrer Lebensweise. Ihr Alltag „entspricht dem wirkungsmächtigen frühchristlichen Ideal der Armut“. Sie rücken dadurch zunächst „in die Nähe der Heiligen Familie“. Sie leben somit eigentlich christlicher als jeder europäische Christ. Trotzdem kommt es zum Vorwurf der „Entheiligung der Armut“, weil ihnen zusätzlich „sündige Handlungen wie Diebstahl, Betrug, Wahrsagen und Unzucht“ vorgeworfen werden. Da sie keiner geregelten Arbeit nachgehen und es im 16. Jahrhundert zum „Umbruch zur kapitalistischen Industriegesellschaft“ kommt, stehen die Romvölker vor weiteren Problemen. Sie sind somit nicht nur als Sünder ausgewiesen, sondern werden auch als faul dargestellt.21

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Darstellung bzw. Gleichsetzung der Zigeuner mit Tieren. In „schaurigen Bildern des Animalischen“ werden sie abgewertet. Bogdal berichtet von einer Beschreibung, in der sich Zigeuner „wie Tiere mit ihren Zähnen und Nägeln über das Fleisch hermachen und [...] wie Schweine trinken.“ Ferner gelten sie wegen ihrer „unkontrollierbaren Mobilität“ als Seuchenträger.22 Auch die schwarze Hautfarbe, die den Andersartigen oft unterstellt wird, hat mit der Tiersemantik zu tun.

Die sogenannte präadamitische Theorie, die behauptet, dass Gott am sechsten Tag nur die seinem Antlitz gleichenden Menschen, die weißen und die ihnen verwandten Rassen, geschaffen habe, die anderen, schwarzen hingegen am fünften Tag zusammen mit den Tieren.23

Die soziale Ansiedlung der Zigeuner wird semantisch mit einer Art Unterschicht unter der Unterschicht verknüpft. Dies erfolgt durch eine Kumulation aus „Bildern des Animalischen, der Rohheit und Gemeinheit, der Unzucht, der Lasterhaftigkeit, des Schmutzes, der Hässlichkeit und der Gottlosigkeit.“24 Man hat fast den Eindruck, dass sich hier eine neue Zusammensetzung ergibt, indem man die Zigeuner mit dem unteren gesellschaftlichen Rand verbindet und mit dem, was darunter liegt. Angst vor einer Revolution scheint man nicht zu haben, gelten die Zigeuner doch als faul. Es ging nur darum, der unteren Gesellschaft ein „wiedererkennbares Gesicht“25 zu geben. Man will hier also bewusst die Gesellschaft teilen, indem man sie semantisch erkennbar macht. Das gilt dann häufig auch für das wahre Leben, weil es sich durch Kulturprägung über Literatur erschließt.

Die Zigeuner werden aber nicht einfach nur als Teil der Unterschicht und dem Darunterliegenden beschrieben, sondern als Grenzgänger zwischen Mensch und Tier. Sie seien kein eigenes Volk, „sondern eine Spezies der Gauner und Bettler.“26 Man hat den Eindruck, dass die Verfasser von Literatur und Chroniken sich je nach Situation bewusst für eine bestimmte Ausdifferenzierung entscheiden, um für entsprechende Momente eine möglichst passende Bewertung vornehmen zu können. Beispielsweise kann man einen Zigeuner als Straftäter aufgreifen, wenn man ihn als Gauner oder Bettler entlarvt. Hat er jedoch nichts Gesetzeswidriges getan, kann man ihn durch animalische Semantik andersartig kritisieren.

Ein weiterer wichtiger Topos ist der der Heiden. Zigeuner zählen zu den Ketzern, Gottlosen und Teufelsanbetern. Unabhängig von ihrer ohnehin schon sündhaften Lebensweise werden ihnen „geheime, nichtchristliche Praktiken“ unterstellt. Als wäre das noch nicht schlimm genug, hat man Angst, sie könnten die „Gläubigen immer wieder auf Abwege führen.“ Man geht davon aus, das Zigeunern von Kindesbeinen an die Bosheit angewöhnt wird und sie deshalb nicht anders können, als die Gläubigen zu verführen. Sollten sie sich gegen alle Erwartungen trotzdem dazu hinreißen lassen, religiöse Handlungen zu praktizieren, wird ihnen Blasphemie unterstellt. Ferner werden sie wegen ihrer „Volksmagie und Wahrsagerei“ als Heiden angesehen. Sie bieten Dienste an „bei der Schatzsuche, beim Liebeszauber und immer wieder auf dem Gebiet des Wahrsagens durch Handlesen.“ Auch bei diesen Interesse weckenden Handlungen versucht man, die Zigeuner vom Normalbürger abzutrennen, indem man die „ernsthaft betriebene[...] Chiromantie“, die dem Spezialisten überlassen bleibt, von „betrügerischem Handablesen“ unterscheidet. Ferner wird das Inanspruchnehmen eines wahrsagenden Zigeuners mit einem Raub in Verbindung gebracht. Man berichtet einfach von Ereignissen, bei dem sich jemand hat aus der Hand lesen lassen, während er von einem anderen Zigeuner heimlich bestohlen wurde.27

Besonders in der Literatur der Romantik werden die Praktiken, die den Zigeunern zugeschrieben werden, für die Autoren wieder attraktiv. Neben der Magie wird die Volksmedizin wichtig. „Heilwissen“ wird ihnen als „Träger alten paganen Wissens“ zugeschrieben. Langfristig kommt es in der Dichtung zu Bildern der Angst, die durch Zigeuner ausgelöst werden, aber auch zu Bildern der Hilfe durch die Andersartigen. Beispiele hierfür sind „Schadens- und Feuerzauber“. In einem Volkslied wird beispielsweise berichtet, wie ein Haus durch die Segnung eines Zigeuners gerettet wird.28

Unbedingt muss das Genderverständnis geklärt werden, um zu verstehen, wie männliche und weibliche Zigeuner gestaltet werden.

Besondere Aufmerksamkeit muss „das Bild der schönen Zigeunerin“29 erhalten. Die folgende Beschreibung veranschaulicht ihr Auftreten deutlich.

Die schöne Zigeunerin zeichnet sich nicht allein durch ihre körperlichen Vorzüge aus. Sie verspricht [...] im jungfräulichen Alter das Wissen und Können einer verheirateten Frau. Sie entzündet das männliche Begehren, die „Liebesflammen“, auf eine teuflische Weise und führt es in moralische Abgründe.30

Brittnacher nennt neben der „Dämonisierung“ auch die „Animalisierung“ und die „Mortifikation“ als Elemente der Abwertung. Zusätzlich bestimmt er auch „Ambiguisierung“ und „De-subjektivierung“ als „eine effektive Strategie zur Neutralisierung der riskanten Schönheit der Zigeunerinnen.“31

Hiervon abzutrennen ist die ihr gegenüberstehende alte, hässliche Zigeunerin. Brittnacher legt im Gegensatz zu Bogdal auf den erheblichen Altersunterschied sehr großen Wert. Mit fünfzehn Jahren beziffert er den Altersdurchschnitt der jungen Zigeunerinnen, die mit frühreifer Sexualität assoziiert werden.32 Selten findet man Zigeunerinnen mittleren Alters in der Literatur. Brittnacher spricht in diesem Zusammenhang vom „Eiltempo“ der „mittleren Lebensphase“33. Die Unterscheidung zwischen der unattraktiven Alten und der erotischen Jungen ist jedoch in literarischen Werken oft vorhanden. Brittnacher analysiert, dass die Differenz zwischen der jungen Zigeunerin und der alten „Hexe“ absichtlich unterschiedlich konnotiert wird, um einen Figurentypus nicht zu überladen.34 Diese Idee ist sehr moralisch gedacht und bedeutet verkürzt: Würde man einer jungen Zigeunerin keine alte Frau zur Seite stellen, wäre zu viel Erotik in der Literatur.

Unter dem Begriff „Androgynie“ beschreibt Brittnacher Weiblichkeit hinsichtlich ihrer „eigentümlichen Tendenz ins Maskuline.“ Somit weist er nicht nur auf „physische Anomalien“ hin, die sich beispielsweise durch einen weiblichen Oberlippenbart, durch Statur oder durch „Männerkleider“, „männliche Tugenden“ und „männliche Kraft“ zeigen können, sondern auch auf „männliche Rollenmuster“ wie zum Beispiel „Souveränität.“ Arnims „Isabella [...] verspürt bereits ihre herrscherliche Bestimmung“, meint Brittnacher.35 Auf diesen Aspekt wird im Verlauf dieser Arbeit noch eingegangen, weil sich mit Isabellas Auftreten eine ganz besondere Art Mann assoziieren lässt.

Männliche Zigeuner werden nicht explizit in jung und alt unterschieden. Dennoch haben auch sie ein besonderes Auftreten. „Prägnanz“, „Vitalität“ und „physische Schönheit mit demonstrativem Selbstbewusstsein“ gehören zu seinen Topoi. Trotzdem sind ihm „Rang, Position und Insignien der Macht“, Topoi des westlichen Bürgertums, nicht wichtig. Sein symbolisches Kapital ist „erotisches Kapital“. Er gewinnt dadurch Männer zur Unterstützung und auch Frauen für sich. Sein Hemd ist oft zerrissen und aufgeknöpft, um seine Erotik zu untermauern. „[B]linkende goldene Knöpfe, geflochtene Gürtel mit goldenen Spangen und seidene, farbige Halstücher“ gehören zu seinem Auftreten ebenso dazu.36

Besonders interessant ist die Tatsache, dass auch er weibliche Eigenschaften aufzeigt. „Glanz“, „Gold“, „Schmuck“ und „pfauenhafte Selbstdarstellung“ sind Zeugnis des „weiblichen Zug[es] seines Wesens.“ Weiter nennt Brittnacher viele Vergleiche aus der Literatur. „[G]eschmeidiger Mann“, „genau wie eine Frau“ und „scheint eher eine Frau als ein Mann zu sein“ sollen hier als Beispiele genügen.37

Während die Androgynie der Zigeunerin Zweifel an ihrer Weiblichkeit erlaubt, ist die Männlichkeit des Zigeuners trotz eines weiblichen Einschlags über jeden Zweifel an seiner sexuellen Identität erhaben. Mehr noch: Wo die Frauen wegen ihrer Annäherung an das Männliche eine Einbuße ihres erotischen Liebreizes hinnehmen müssen, gewinnen die Männer gerade durch die Nähe zum Weiblichen an Attraktivität.38

Das Genderverständnis und seinen Veränderungen werden im Verlauf der Arbeit eine große Rolle spielen. Das Weibliche im Männlichen ist nämlich eine der wichtigen Parallelen zwischen Zigeunern und Wahnsinnigen. Andersartigkeit und deren Darstellungsweise scheint nämlich durch Verschiebung der üblichen Konvention sehr anschaulich zu funktionieren.

Ferner ist die Verortung der Zigeuner beachtenswert. Oben wurde kurz angedeutet, dass Zigeuner im Gegensatz zu den Juden außerhalb der Städte leben. Bogdal weist darauf hin, dass der häufigste Zigeunerort der Wald ist, weil dieser als Gegenpol zum „Arbeitsethos und zur religiösen Pflichterfüllung der arbeitenden Stände“ steht. Diese Zuordnung ist spannend, weil man hierdurch die Zigeuner zu den Dieben und Räubern zählt, die man aus dem Wald schon kennt. Es kommt sogar zu Behauptungen, „dass Zigeuner verkleidete Diebe seien.“ Somit werden Zigeuner zu einer Unterkategorie von Räubern und Dieben. Auch wird darauf hingewiesen, dass zu Beginn des 18. Jahrhunderts „das Treiben räuberischer, marodierender Banden,“ die gut organisiert sind, für Autoren wieder interessant sind. „Konstante Formen eines „anderen“ Gemeinschaftslebens interessieren also und die Zigeuner sind Teil davon.39

Weiter ist bemerkenswert, was die aufgeklärten absolutistischen Staaten für den „Erhalt der bestehenden Ordnung“ erschaffen, da es hier eine große Parallele zu den Behandlungsmethoden der vom Wahnsinn befallenen Andersartigen gibt. Im Verlauf von Verfolgungsmaßnahmen kommt es nämlich auch zur Errichtung von Internierungslagern. Man zäunte einfach ein kleines, leicht zu überwachendes Feldstück ein und sperrte die Unerwünschten darin ein, um sie auszugrenzen.40

Ein solches Provisorium ist zwar nicht mit einem richtigen Irrenhaus zu vergleichen, aber es folgt einem ähnlichen Prinzip, nämlich dem Beiseiteschaffen der Normabweichler.

Das Interesse an den Zigeunern, die semantisch nah an Räubern angelegt sind, reißt nicht ab. Auf staatlicher Seite hatte man sich erhofft, den Leser zu erziehen, aber zu gewollter „Angst und Ekel“ gesellen sich auf Seiten der Leserschaft „Neid und Bewunderung“ für die Zigeuner. Sie ließen sich somit nicht aus dem Gedächtnis der Menschen löschen, wie man es sich auf staatlicher Ebene erhofft hatte, weil zur gewünschten Verachtung die Faszination hinzukam.41

Mit dieser Faszination einhergehend erfolgte die „Popularisierung des Wissens über Zigeuner“. „Heinrich Grellmann“ und der Artikel über die Zigeuner in „Zedlers Universal-Lexikon“ tragen dazu bei, Wissen über die Andersartigen zu verbreiten. Durch dieses Wissen ergibt sich beim Rezipienten eine bestimmte Erwartungshaltung. Man erkennt die Zigeuner jetzt an den tradierten Topoi. Zu den schon beschriebenen Zigeunereigenarten des Kunstproduktes zählt auch die des schwarzen Zigeuners, der ein gutes Beispiel ist für die im Kern dargestellte „exotische Kuriosität“ und „Deplatziertheit“. Die Rezipientenerwartung sorgt für die Erstellung eines inoffiziellen, kurzen Katalogs der Topoi, der „die Komplexität der Verhältnisse auf ein Ensemble vertrauter Bilder und geläufiger Erzählmuster reduziert.“42 Der Transport negativer Bilder war also gewünscht. Nicht nur ordnende Institutionen, sondern auch die Literaturrezipienten wünschten bestimmte Topoi.

Ein kurzer Moment der Hoffnung auf Besserung entstand kurzfristig um 1800, weil man den Ursprung der Romvölker in Indien entdeckte. Eine „enge Verwandtschaft mit dem Sanskrit“ konnte durch Sprachanalysen nachgewiesen werden. Jetzt konnte man nicht mehr behaupten, dass das „Romanes“, wie man sie nun nannte, mit den verschiedenen Gaunersprachen aus diversen europäischen Ländern gleichzusetzen seien. Da die „Zigeunersprache“ nun zur großen europäischen Sprachfamilie zählte, erkannte die romantische Wissenschaft darin „kulturelles Kapital.“ Trotzdem kam es zu keiner grundlegenden Verbesserung, weil man sich mit dem Romanes wesentlich weniger beschäftigte als mit allen anderen Sprachen. Es wurde im Nachhinein sogar „in einen gehörigen Abstand zum Sanskrit gerückt.“ Es zählte plötzlich zu einer „verwahrlosteren Form indischer Volksmundarten“ und stellte seine Sprechergruppen auf die niedrigste soziale Stufe. Zusammenfassend muss man sagen, dass die neue Feststellung zu keiner Verbesserung für die Romvölker führte.43

Ein wichtiger Punkt, der hier immer angedeutet wurde, aber nie vollständig ausgesprochen wurde, soll nicht vergessen werden. „Der europäische Kulturmensch ist all das, was die Zigeuner nicht sind. An ihrem Zustand sieht er, wie weit er es gebracht hat.“44 Mit zu beachten ist bei der Betrachtung der Zigeuner in der Literatur immer ihre Kehrseite und wie diese durch die Darstellung erscheint. Bogdal bringt das komplexe Wechselspiel durch drei unterschiedliche Begründungslinien zum Ausdruck.

Erstens schließe das Fehlen einer Schriftkultur die Zigeuner von den entscheidenden Kommunikationsprozessen aus und versperre den Zugang zu höheren Stufen kulturellen Fortschritts. [...]

Zweitens fehle ihnen als nomadisierende Horden oder Banden von sehr einfacher sozialer Organisation der Antrieb zur Nationen- oder Staatenbildung. [...]

Drittens habe ein mehrere hundert Jahre währender Aufenthalt inmitten der europäischen Länder, die man für die höchste Zivilisationsstufe hält, an ihrem kulturlosen Verhalten wie den barbarischen Essgewohnheiten, an denen immer wieder Anstoß genommen wird, nichts än- dern können. [...]45

Hier ist sehr schön die semantische Wechselwirkung zu sehen. Die Schreibenden sind besser als die Schriftlosen, weil sie in einen schriftlichen Kommunikationsprozess einsteigen können. Die Landbesitzer haben die Möglichkeit, etwas zu errichten, was die Landlosen nicht können, usw. Es geht also bei der Darstellung von Andersartigkeit gleichzeitig um die semantische Erschaffung des Eigenen.

In diesem Zusammenhang ist unbedingt die Ökonomie anzusprechen, da gerade diese in einem Länderkomplex, der den Fortschritt als Ziel hat, von Bedeutung ist. Aus der Sicht der Aufklärer hat jeder Bürger die Pflicht, seine Begabung nutzbar zu machen, was die Zigeuner in den Augen der Europäer natürlich nicht tun. Da „die Produktion als wichtige Ressource des Fortschritts gilt“,46 spiegelt sich auch dieses Verhältnis wider.

Das folgende, Theorieteil 1 abschließende Zitat gilt sowohl für die Literatur, die Zigeuner darstellt, als auch für die Literatur, die Wahnsinnige darstellt, und soll deshalb hier zur Überleitung dienen.

Literarische Werke können Bilder und Klischees tradieren, aber auch entlarven, sie vermögen Kontinuitäten zu stiften, aber ebenso Brüche zu inszenieren, sie können Selbstverständlichkeiten behaupten und Selbstverständliches verfremden.47

1.2 Vom Wahnsinnigwerden

Anders als bei den Zigeunern, die von außerhalb Europas einwanderten, handelt es sich bei Irren und Wahnsinnigen ab der Aufklärung um ein gesellschaftliches Sichtbarwerden eines Problems, dass nicht neu war, aber bisher im Verborgenen lag. Besonders in der Romantik, in der sich eine Weiterschreibung für und gegen die Aufklärung etabliert, ist das Phänomen der Beschäftigung mit der eigenen Innerlichkeit und deren Unvernunft auch in der Literatur präsent. Ähnlich wie die Zigeuner funktionieren auch die Irren als Gegenstück zur nicht als andersartig klassifizierten Gesellschaft.48

Klaus Dörner beschreibt in seinem Buch unter anderem, wie im Zeitalter der Vernunft und der Aufklärung das Sichtbarwerden des Problems mit Wahnsinnigen auftritt. Zugespitzt handelt es sich jedoch um ein Noch-Sichtbarerwerden der Andersartigkeit. Foucault erkennt den aufkommenden Wahnsinn schon zu Beginn der Renaissance durch den „Zerfall des gotischen Symbolismus“, weil die „gotischen Formen [aufhören] zu sprechen, zu erinnern, zu mahnen und zu belehren.“49 Die Renaissance breitet sich seit dem 15. Jahrhundert über Europa aus. Im 18. Jahrhundert wird sie auch in Mitteleuropa wichtig, wie am Beispiel von Winkelmanns Studien zur Antike und seiner Beeinflussung der Weimarer Klassik zu sehen ist. Der Gedanke der Verknüpfung von Zeitgeist und Realität ist sehr nachvollziehbar, da mit der Renaissance und insbesondere durch ihre Kunst der Mensch als Individuum wichtig wird. Wahnsinnige sind in bestimmter Weise Einzelgänger. Eine Problematik auf künstlerischer Ebene sieht man hier jedoch noch nicht. Das Problem mit den Wahnsinnigen im 18. Jahrhundert wird durch gesellschaftliche Ordnungsprinzipien hergestellt, weil es sich erst mit dem Fortschritt des Kapitalismus ergibt (siehe unten).

Foucault deutet den Umgang mit den sichtbarwerdenden Psychopaten als ein Ende eines Dialoges der zu einem „Monolog der Vernunft über den Wahnsinn“50 wird. Vorher hatte der Mensch noch eine Beziehung zur Andersartigkeit, die hier gegen Ende der Aufklärung aufgekündigt wird.51 Es handelt sich also auch um ein Ende von Toleranz.

Hervorzuheben ist, dass die Personengruppe der Wahnsinnigen nicht alleine dasteht, sondern sie semantisch auf einer Ausgrenzungsstufe mit Armen, Bettlern, Vagabunden, Asozialen, Unmoralischen, Lustsiechen, Waisen und anderen „der Vernunft widersprechenden Existenzen“52 stehen. Hier lassen sich Parallelen zu den Zigeunern ziehen, weil auch diese mit Bettlern verglichen wurden.

Weil die Irren nicht wie die Zigeuner umherwanderten, konnte man diese im Gegensatz zu den Nomaden leichter eliminieren. Dörner weist darauf hin, dass es durch die vielen Kleinstaaten in Deutschland zu dieser Zeit eine Vielzahl von verschiedenen Einrichtungen gab. Sie nannten sich „Zucht-, Korrektions-, Verwahrungs-, Versorgungs-, Arbeits-, Waisen-, Findel-, Fremden-, Narren- und Tollhäuser.“53 Die verschiedenen Einrichtungen begründen sich aus dem Wunsch der verschiedenen Fürsten, „öffentliche“ und „privat-familiäre Ordnung“ zu schaffen. Der „erste Unternehmer“ des Landes wollte hierdurch die „Untertanen zu maximaler Arbeitsamkeit als sittlicher Pflicht“ erziehen, um „dadurch merkantilistisch den größtmöglichen Reichtum“ erzielen zu können.54

Um gute Arbeiter zu erhalten, so dachte mancher Fürst, müssen alle nicht gut Arbeitenden stigmatisiert werden. Durch diesen abschreckenden Umgang konnte die Mehrheit der Menschen indirekt in produktive Arbeit gezwungen werden. Dörner begründet den Arbeiternotstand zusätzlich mit den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges und dem damit einhergehenden Mangel an Arbeiterschaft.55

Foucault klassifiziert Wahnsinn als „das Fehlen einer Arbeit.“56 Diese Zustandsbeschreibung ist für ihn die allgemeinste und konkreteste. Zur Zeit der aufkommenden Industrialisierung teilte sich die Bevölkerung also in zwei Gruppen. Die eine ist die arbeitende Gruppe und die andere die der Nichtarbeitenden, die deshalb zu diffamieren ist.

Die Stigmatisierten waren aber für die Mehrheitsgesellschaft nicht schon immer sichtbar. Erst jetzt im Zuge der Aufklärung und den damit einhergehenden Auflösungen von Klöstern, Stiften und anderen geistlichen Besitztümern traten diese Menschen in den sichtbaren Vordergrund. Auch andere gesellschaftliche Strukturen, die seit dem Mittelalter die Andersartigen versorgt hatten, zerfielen. Genossenschaften, Zünfte und Nachbarschaften hatten bisher das Unglück der schlechteren Arbeiter zu mildern versucht. Die „merkantilistische Rationalisierung der Gesellschaft“ war das große Ziel der Kleinstaaten. Hinzu kam das neue „Familienbewußtsein“, nach dem man sich nur noch um die nächsten Angehörigen kümmerte. Auch deshalb traten nun viele Blödsinnige, Irre und Wahnsinnige in Erscheinung, die zuvor noch im großen Familienverband versorgt worden waren. Durch sie verursachte Zwischenfälle geschahen nun nicht mehr im Familienverband, sondern häufiger in aller Öffentlichkeit.57

Durch den Zerfall der bisherigen Institutionen und das Aufkommen der sich neu herausbildenden, zur Vernunft und Arbeitsamkeit erziehenden Behörden standen die Andersartigen nun unter der Führung letzterer. Diese sorgten entweder für die Internierung oder Abschiebung der unökonomischen Irren, weil sie nicht gebraucht wurden, aber versorgt werden mussten, im Zweifel also nur für eine schlechte Kosten-Nutzen-Relation gesorgt hätten.58

Sie wurden aber nicht nur wegen ihres mangelnden ökonomischen Nutzens beseitigt, sondern auch weil von ihnen Gefahr ausging. Sie sind nicht so gut kontrollierbar wie der Durchschnittsmensch.59 Weil ihnen die Ordnung fremd ist, wurden sie zu Fremden gemacht. Ähnlich sind ihnen auch hier die Zigeuner, weil auch diese nicht der Norm entsprechen. Weiter werden sie wie die Zigeuner mit Tieren verglichen, weil sie, wie Dörner es formuliert, ihrer „Animalität zügellos die Freiheit“60 überlassen. Auch hier existiert also eine Parallele zu den ausgegrenzten Eingewanderten.

Die Praktiken der Häuser, in denen die Irren interniert wurden, waren schrecklich. Wie Tiere wurden sie beispielsweise in enge Kisten gesperrt, um ihre Bewegung einzuschränken. Trotzdem waren die Familien glücklich, einen solchen Platz für Angehörige zu bekommen, weil sie sich so der Verantwortung entledigen konnten.61

Ein solches Phänomen findet sich auch in der Literatur wieder. In Heinrich von Kleists „Heiliger Cäcilie“ bezahlt die Mutter am Ende lieber etwas Geld an die Gerichte, als ihre als wahnsinnig klassifizierten Söhne wieder mit nach Hause zu nehmen.62 Auch wenn die genauen Gründe für ihr Vorgehen unklar sind, handelt sie doch entsprechend dem Phänomen der abgegebenen Verantwortung.

Ferner ist beachtenswert, dass die Irren nicht einfach interniert wurden. Soweit es ihnen möglich war, mussten sie arbeiten, genau wie alle anderen Eingesperrten auch. Dörner erwähnt als Beispiel hierfür Soldatenfrauen und -kinder, die zum Spinnen gezwungen wurden. Interessanter ist jedoch die Funktion der Präsentation der Wahnsinnigen. Irrenhäuser konnten und sollten besichtigt werden, um dem Normalbürger zu zeigen, wie er nicht sein darf, und um gleichzeitig zu drohen, dass die Besucher auch interniert werden können, wenn sie nicht gut arbeiten. Es geht also im Kern um eine Abschreckungsmaßnahme.63

Um 1800 beginnt man die große Gruppe von Bettlern, Irren und anderen weiter zu unterteilen. Man bemerkte ihre Unterschiede und teilte sie nun in Arbeitsfähige und Arbeitsunfähige ein. In Internierten, die beispielsweise wegen Diebstahls einsaßen, erkannte man plötzlich Talent, dass man nutzbar machen wollte. So kam es zu Veränderungen in der Internierungshäuserstruktur, weil Kleinkriminelle plötzlich mit der Beaufsichtigung von Irren betraut wurden und so ihre mögliche Arbeit leisten sollten, was natürlich zu einer Verschlechterung der Situation der Irren führte.64

Ein besonders wichtiger Punkt ist die Degradierung der Wahnsinnigen zu Heiden. Als Irre könnten sie Gott nicht angemessen huldigen und sollten deshalb vom Gottesdienst ausgeschlossen werden, weil sie zu einer Entweihung beitragen würden.65 Das Heidentum haben die Irren mit den Zigeunern gemeinsam. Auch die Trennung der Juden von den Wahnsinnigen haben die Irren mit den Zigeunern gemeinsam. Da der Jude im Stande ist zu arbeiten und ein als arbeitsunfähig klassifizierter Irrer nicht, werden die Personengruppen von einander getrennt.66 Eine weitere Gemeinsamkeit der Zigeuner und der Irren ist das Phänomen der Abstufungen innerhalb der geschlossenen Personengruppen. Ein arbeitsfähiger Irrer ist höher gestellt als ein arbeitsunfähiger.67 Genauso ist der sesshafte Zigeuner eher angesehen als ein Nomade, eventuell auch wegen seiner vor Ort geleisteten Arbeit, die bei einem umherwandernden Zigeuner nicht direkt sichtbar ist.

Das der ökonomische Nutzen um 1800 wichtig erscheint, ist auch daran zu sehen, dass man versuchte, Wahnsinnige von ihrer Krankheit zu heilen. Der Versuch wurde nämlich nicht aus Nächstenliebe unternommen, sondern zur Wiederintegrierung in die arbeitsame Bevölkerung, also um den Arbeitsnutzen wiederherzustellen.68

Die Bedeutung des Geldes nimmt im Verlauf der Aufklärung eine große Rolle in der Gesellschaft ein. Wer nicht arbeiten kann, gilt in dieser Zeit als unmoralisch, weil er seiner Pflicht zur Produktivität nicht nachkommt. Hinterfragt wurde diese Ordnung in Deutschland nicht. Weil der größte Teil der Menschen zu dieser Zeit nicht lesen konnte, gab es nur kleine Eliten. In der Romantik kommt es dann zu einem Kult um die Wahnsinnigenthematik, die eine besondere Rolle in der Literatur spielt.69

Ähnlich wie die Zigeuner werden in der Realität Irre, die nicht zur eigenen Bürgerschaft gehören, verjagt. Die Wahnsinnigen, die dem Lebensraum angehören, werden aber nicht medizinisch behandelt, sondern in Gefängnisse geworfen.70

Eine weitere Parallele zwischen Irren und Zigeunern bildet die Tatsache, dass verjagte Wahnsinnige ein Leben in Wanderschaft führen.71 Georg Büchners „Lenz“ ist ein Beispiel für einen wandernden Andersartigen.

Unbedingt anzusprechen sind Topoi der Wahnsinn thematisierenden Literatur. „Wasser und Wahnsinn sind im Traum des abendländischen Menschen für lange Zeit verbunden.“72 Wahnsinn will der Wahrheit meistens näher sein als die Vernunft. Irresein bedeutet auch eine unmittelbare Nähe zum Tod. Davon abgesehen ist das Thema Tanz bzw. Narrentanz beispielsweise auf Volksfesten oder Theateraufführungen oft vorhanden.73

Genau wie von Zigeunern geht vom Wahnsinn ebenso eine Faszination aus. Deshalb gilt er seit dem Mittelalter als Laster, um seine Attraktivität zu schmälern. Trotzdem bietet er die Möglichkeit, das Innere an die Oberfläche zu ziehen. In der Kunst schlägt sich dieser Effekt beispielsweise durch Bosch nieder. Foucault spricht in diesem Zusammenhang von der „primitive[n] Kraft der Enthüllung.“74

Grundsätzlich ist Wahnsinn „eine Bezugsform der Vernunft.“ Wahnsinn findet fast immer seine „beurteilende und meisternde Vernunft.“ Die Thematik der Erhabenheit ist in diesem Zusammenhang interessant, weil Schiller in seiner ästhetischen Theorie „Über das Erhabene“75 auch von einem „Meister“76 ausgeht, der den Menschen einschränkt. Eine Person, die sich von dieser Obrigkeit befreien würde, wäre nach Schiller erhaben, aber im Verhältnis zur Vernunft wahnsinnig.

Mit „der maßlosen Vernunft Gottes“ vergleicht Foucault die einfache Vernunft eines jeden Menschen. Dadurch ergibt sich überhaupt erst die Uneindeutigkeit von Wahnsinn. Der Mensch ist nämlich nicht maßlos vernünftig. Trotzdem maßt er sich an, über Vernunft und Unvernunft zu entscheiden. „Im Verhältnis zur Weisheit ist die Vernunft des Menschen nur Wahnsinn.“ Aus diesen Überlegungen heraus ergibt sich der Topos vom Zusammenspiel von Genie und Wahnsinn, wie man sie beispielsweise aus Hoffmanns „Ritter Gluck“ kennt. Foucault hinterfragt nämlich das menschliche Wissen, da man nicht wissen kann, ob eine „kluge[…] Handlung [...] von einem Irren vollzogen worden ist“ oder ob eine verrückte Tat von einem klugen und vernünftigen Menschen begangen wurde.77

Ein weiterer Topos ist der der eigenen Unkenntnis. Wenn sich eine Person nicht als sich selbst erkennt und sich deshalb für eine andere hält, ist das ein Indiz für dargestellten Wahnsinn.78

Ferner ist der Topos „der verzweifelten Leidenschaft“79 zu beachten. Einem solchen begegnet man auch im hier behandelten „William Ratcliff“ von Heine. Enttäuschte Liebe dient hier nicht nur als Topos, sondern auch als Auslöser von Wahnsinn.

Unbedingt muss Foucaults Einteilung der verschiedenen Wahnsinnsformen aufgezeigt werden, weil sie, wie später zu sehen sein wird, von der Literatur durchkreuzt wird.

Als erste Gruppe nennt er die der „Demenz“. Sie zeichnet sich aus durch „Unordnung, Dekomposition des Denkens, Irrtum, Illusion, Nicht-Vernunft und Nichtwahrheit.“ Auch nennt Foucault die Demenz auf diagnostischer Ebene „Stupidität [durch] Defekt der Intelligenz und der Urteilskraft.“ Auch sagt er: „Die Demenz ist alles, was es an Unvernünftigem in der weisen Mechanik des Gehirns, der Fibern und der Lebensgeister geben kann.“ In Berichten des 18. Jahrhunderts finden sich spannenderweise Tiervergleiche, die es auch in Berichterstattungen und Literatur über Zigeuner gibt.80

Ebenfalls ist interessant, dass als einer der Auslöser für Demenz die „Alraunwurzel“81 als Konsumprodukt genannt wird. In „Isabella von Ägypten“ begegnen wir einer zum Leben erwachten Alraunwurzel. Die negative Konnotation des Wurzelmännchens erinnert in der Tat an die im weitesten Sinne negative Konnotation, die wir im 20. und 21. Jahrhundert illegalen Drogen zuordnen.

Herausragendes Merkmal ist jedoch die „Unfähigkeit, richtig zu Urteilen.“ Um keine falsche, heute häufige Assoziation zwischen Demenz und Alter herzustellen, sei angemerkt, dass laut damaliger Vorstellung auch Kinder betroffen sein konnten. In diesem Fall sprach man von „Dummheit und Einfältigkeit.“ Bei alten Menschen hingegen war die Rede von „Faselei oder Infantilität.“ Besondere Wichtigkeit hatte der Bereich der Gefühle. Die Nichtwahrnehmung von Lärm oder Licht oder deren Vernachlässigung sind übliche Topoi.82

Der Begriff der Demenz steht im Gegensatz zur nächsten Gruppe – der Melancholie und Manie. „Natur und Unvernunft bleiben in ihm [dem Demenzkranken] an der Oberfläche ihrer abstrakten Allgemeinheit, kommen nicht zu ihrer Zusammensetzung in imaginären Tiefen wie jenen, in denen die Begriffe der Manie und der Melancholie ihren Beginn nehme“ Die Melancholie ist damals gekennzeichnet von „Furcht und [...] Traurigkeit.“ Die Manie zeigt sich beispielsweise in „explosiven Gesten“ und „einer ununterbrochenen Vibration der Empfindsamkeit.“ Foucault weist ausdrücklich darauf hin, dass „[d]ie wesentlichen Symptome der Manie daher rühren, daß die Gegenstände sich den Kranken nicht so darstellen, wie sie tatsächlich sind.“ Die Begriffe, die hier zusammen besprochen werden, scheinen eigentlich recht verschieden zu sein. In der Realität sind sie aber nur schwer zu unterscheiden.83 Die Literatur, die wie oben angedeutet die klare Einteilung der Theorie durchkreuzt, ist eventuell von diesem Gedanken der Unklarheit geprägt.

Die dritte und letzte Gruppe benennt Foucault als die der „Hysterie und Hypochondrie.“ Die Begriffe werden zusammengefasst, weil sie „als zwei Varianten desselben Leidens beschrieben“ werden können. Ihr typischstes Anzeichen sind „Halluzinationen“. Weitere Anhaltspunkte werden von Foucault zusammengefasst.84

Ein außergewöhnliches Gefühl der Kälte und der Wärme, die Schmerzen in verschiednen Teilen des Körpers, die Ohnmachtsanfälle und die Konvulsionen aufgrund von vapeurs, die Katalepsie und der Tetanus, Winde im Magen und in den Eingeweiden, Flüssigkeit, ein plötzlicher und reichlicher Fluß hellen und klaren Urins, Auszehrung oder nervöse Atrophie, nervöses oder spasmisches Asthma, nervöser Husten, Herzklopfen, unregelmäßiger Puls, regelmäßiger Kopfschmerz, Schwindelgefühle und Betäubungszustände, Verminderung und Schwächung der Sehkraft, Entmutigung, Niedergeschlagenheit, Melancholie oder sogar Wahnsinn, Alpträume oder der Inkubus.85

Dieses Zitat zeigt sehr anschaulich, wie unterschiedlich und vielfältig ein Krankheitsbild aus-fallen kann. Zusätzlich wird die große Spanne zwischen völligem Wahnsinn und der leichten Form einer Andersartigkeit deutlich. Ab dem „Zeitalter der französischen Klassik“ wurden dann beide Begriffe zu einem Begriff: „Nervenkrankheit“. Beachtenswert ist, dass nicht das Gehirn als Zentrum der Krankheit gesehen wurde, sondern lediglich als „Verteiler.“ Als Ursprung wurden die „Eingeweide“ betrachtet.86

In der sich nun anzuschließenden Analyse wird sich zeigen, wie und warum die Wahnsinnigen in der Literatur der Romantik wichtig sind bzw. wie und warum sie eventuell funktionieren. Auch ihre Nähe oder Ferne zu den Zigeunern der romantischen Literatur wird zu betrachten sein. Kleine Phänomene und Parallelen, die hier schon vergleichend angesprochen wurden, werden nicht nochmals explizit thematisiert.

2. Andersartigkeit literarisch

2.1 Andersartigkeit des Wahnsinns

2.1.1 „William Ratcliff“. Feminisierung – Normwidrigkeit – Grenzenlosigkeit

Heinrich Heines Theaterstück „William Ratcliff“ soll zuerst behandelt werden, weil es eine Antwortmöglichkeit darauf gibt, warum in der Literatur, die Wahnsinn thematisiert, fast ausschließlich der Mann betroffen ist. Dazu soll zuerst das Ende des Dramas Beachtung finden. Hier kommt es zum Tod des Protagonisten und der weiblichen Hauptperson. Sicherlich sind die beiden im Sinne einer „Schicksalstragödie“87 durch das Fatum zum Tode verdammt. Aber diese Todesbegründung ist nicht die einzige. William, die als wahnsinnig klassifizierte männliche Hauptfigur, steht nämlich in Differenz zu Maria, der Frau, die er liebt und die seine Liebe nicht zu erwidern scheint. Die unerfüllte Liebe löst offensichtlich neben dem Fatum, welches durch die Vorgeschichte, die nicht Teil von Heines Stück ist, erzeugt wird, seinen Wahnsinn mit aus.

Die Differenz der beiden gendertechnisch getrennten Figuren beruht auf einer Aussage, die Maria kurz vor ihrer Ermordung macht. „Dein Wahnsinn steckt mich an – verlaß mich! laß mich!“88 Maria darf aber nicht wahnsinnig werden, weil sie eine Frau ist. Wahnsinn ist eine Geisteskrankheit. Der Mann ist aber der Mensch des Geistes.89 Würde also eine Frau dem Irrsinn verfallen, würde das bedeuten, dass diese zu denselben geistigen Leistungen fähig wäre wie der Mann. Dieser Vorfall ist im Genderdenken dieser Zeit nicht möglich. Um geisteskrank zu werden, muss man Geist haben. Aus diesem Denken heraus lässt sich auch die Nähe von Genie und Wahnsinn nachvollziehen. Marias Tod ereilt sie also auch aus der Begebenheit heraus, dass in ihr kein Wahnsinn entstehen darf. In Medizinersprache würde man formulieren, dass sie sterben muss, bevor die Inkubationszeit abgelaufen ist, um der Frau keinen Geist zuzugestehen.

Aber wie passt hierzu die verrückt singende Margarethe? Nach dem hier erläuterten Genderverständnis kann sie als Frau nicht wahnsinnig werden. Deshalb sollte genau betrachtet werden, wie sie im Stück als wahnsinnig klassifiziert wird. Hierzu sei eine einschlägige Stelle zitiert.

Margarethe.

O Weh! mein rothes Püppchen

Ist kreideblaß, und kalt wie Stein. O Weh!

(Halb singend, halb sprechend und Maria streichelnd.)

„Püppchen klein, Püppchen mein,

Schließe auf die Aeugelein!

Püppchen fein, du mußt seyn

Nicht so kalt wie Marmelstein.

Rosenschein, will ich streu'n

Auf die weißen Wängelein.“90

Die hier gestaltete Reaktion ergibt sich aus der Tatsache, dass Maria zuvor in Ohnmacht gefallenen ist. Margarethe, die Amme Marias, kümmert sich also um die Zusammengesunkene. Etwas merkwürdig ist das Verhalten der Amme, weil sie beginnt zu singen. Allerdings ist durch Kleist vermerkt, dass Musik der „weiblichen Geschlechtsart“91 entspricht und Gesang allein deshalb noch kein Merkmal von Wahnsinn ist, sondern von Weiblichkeit. Davon abgesehen berichtet der Nebentext des Dramas nicht, dass die Amme schlecht singen würde, wie es beispielsweise die wahnsinnigen Brüder in Kleists Cäcilienlegende tun.92 Margarethe ist also nicht unbedingt wahnsinnig. Sie wird aber trotzdem als Wahnsinnige bezeichnet, weil MacGregor ihr folgendes entgegnet.

MacGregor.

Halt ein, verrücktes Weib, mit Wahnsinnsprüchen

Bethörst du ihr noch mehr das kranke Haupt.93

Hier wird jemand als wahnsinnig klassifiziert, weil die Person ihrer Arbeit nicht angemessen nachkommt. Sie wird als verrückt bezeichnet, weil sie singt, anstatt zum Beispiel ein feuchtes Tuch für Marias Stirn zu holen, um diese zu kühlen. Für eine Amme verhält sie sich also abseits der Norm. Somit lässt sie sich sogar mit William vergleichen, der als Anführer einer Räuberbande ebenso keiner geordneten Tätigkeit nachgeht. Aber wird hier wirklich das Genderverständnis aufgehoben? Besitzt die Amme Geist, um wahnsinnig sein zu können? Nein, weil der Unterschied zwischen Frau und Mann um 1800 wichtiger ist als Wahnsinn, weil die Geschlechtereinordnung die Mehrheit der Bevölkerung betrifft.

Nach Kant besteht an der Annahme, dass eine Frau wahnsinnig sein kann, erheblicher Zweifel. Er teilt die Geschlechter nämlich in mündig und unmündig ein: „Das Weib in jedem Alter wird für bürgerlich-unmündig erklärt.“94 In diesem Sinn kann eine Frau zu dieser Zeit sagen was sie will, weil sie aufgrund ihrer Unmündigkeit sowieso nicht ernst zu nehmen ist. Sie steht praktisch auf der gleichen Ebene wie ein Kind.

Im Text selbst wird ihr auch kein wirklicher Wahnsinn zugestanden. Sie wird als „verrücktes Weib, mit Wahnsinnssprüchen“ bezeichnet. Sie bedient sich also nur der Sprache eines Wahnsinnigen. Der echte Wahnsinn bleibt also dem Mann vorbehalten. Diese Tatsache gilt vielleicht nicht zuletzt deshalb, weil Wahnsinn auch als Weiblichkeit im männlichen Körper auftreten kann, wie noch zu zeigen sein wird. Auch wenn Mann und Frau im Denken strickt getrennt sind, erlaubt das Ausgestalten einer wahnsinnigen Figur in einem Text, das stereotype Genderverhalten aufzuweichen.

Männlichkeit zeigt sich unter anderem durch die Fähigkeit, erhaben zu sein. Der Mann kann der ihm drohenden Gewalt realistisch Gewalt entgegensetzen oder idealistisch „den Begriff der Gewalt vernichten“.95

[...]


1 Der Begriff Zigeuner meint keine negative Abschätzung, sondern das Kunstprodukt Zigeuner.

2 Bogdal, Buchtitel.

3 Brittnacher, Buchtitel

4 Foucault, Buchtitel.

5 Dörner, Buchtitel.

6 Kleist, S. 216 – 228. Die erste Fassung entstand 1810.

7 Heine, S. 69 – 105.

8 Hoffmann, S. 11 – 49.

9 Lenau, S. 44.

10 Arnim, S. 452 – 557.

11 Brentano, S. 251 – 311.

12 Die Bezeichnung Zigeuner meint im Verlauf dieser Arbeit keine abwertende Benennung, sondern das Kunstprodukt Zigeuner. Sie wird deshalb nicht dauerhaft in Anführungszeichen stehen.

13 Bogdal, Buchtitel.

14 Vgl. ebd., S. 9 – 11.

15 Ebd., S. 11.

16 Freud, S. 256.

17 Vgl. Bogdal, S. 13.

18 Vgl. Bogdal, S. 13 – 14.

19 Ebd., S. 14.

20 Ebd., S. 46 – 48.

21 Bogdal, S. 48 – 49.

22 Ebd., S. 52 – 55.

23 Ebd., S. 149.

24 Ebd., S. 52.

25 Ebd.

26 Bogdal, S. 65.

27 Ebd., S. 68 – 75.

28 Ebd., S. 80 – 82.

29 Bogdal, S. 92.

30 Ebd., S. 99.

31 Brittnacher, S. 96 – 98.

32 Vgl. ebd., S. 100 – 101.

33 Ebd., 103.

34 Vgl. ebd., S. 103.

35 Brittnacher, S. 125 – 130.

36 Ebd., S. 130 – 132.

37 Ebd., S. 132 – 135.

38 Ebd., S. 136.

39 Bogdal, S. 116 – 120.

40 Ebd., S. 119 – 121.

41 Ebd., S. 121.

42 Ebd. S. 141 – 153.

43 Bogdal, S. 154 – 158.

44 Ebd. S. 160 – 161.

45 Ebd., S. 161.

46 Bogdal, S. 163 – 164.

47 Ebd., S. 16.

48 Vgl. Dörner, S. 185.

49 Foucault, S. 36 – 37.

50 Ebd., S. 8. Die Hervorhebung ist im Originaltext schon vorhanden.

51 Vgl. ebd., S. 9.

52 Dörner, S. 185.

53 Ebd.

54 Ebd., S. 185 – 186.

55 Vgl. Dörner, S. 186.

56 Foucault, S. 11. Die Hervorhebung ist im Original schon vorhanden.

57 Vgl. Dörner, S. 186.

58 Vgl. ebd., S. 187.

59 Vgl. ebd.

60 Dörner, S. 187.

61 Vgl. ebd.

62 Vgl. Kleist, S. 228.

63 Vgl. Dörner, S. 188.

64 Vgl. ebd., S. 190.

65 Vgl. ebd., S. 191.

66 Vgl. Dörner, S. 193.

67 Vgl. ebd., S. 192 – 193.

68 Vgl. ebd., S. 195.

69 Vgl. ebd., S. 197 – 200.

70 Vgl. Foucault, S. 27.

71 Vgl. ebd., S. 25.

72 Ebd., S. 29.

73 Vgl. Foucault, S. 32 – 35.

74 Vgl. ebd., S. 29 – 48.

75 Schiller: Über das Erhabene, S. 792 – 808.

76 Ebd., S. 793.

77 Foucault., S. 51 – 57.

78 Vgl. ebd., S. 59 – 60.

79 Ebd. Die Hervorhebung ist im Original schon vorhanden.

80 Foucault, S. 256 – 261.

81 Ebd., S. 260.

82 Ebd., S. 265. Die Hervorhebungen sind schon im Original vorhanden.

83 Foucault, 267 – 281. Auf diesen Seiten wird auch ausführlich Auskunft über die früher populäre Vier-Säfte-Theorie gegeben, die hier aber unerläutert bleiben soll.

84 Ebd., S. 285 – 287.

85 Ebd., S. 287. Foucault zitiert diese ausführliche Textstelle.

86 Ebd., S. 288 – 294.

87 Kircher, S. 91.

88 Heine, S. 102.

89 Vgl. Schiller: Anmut und Würde, S. 477.

90 Heine, S. 73.

91 Kleist, S. 217.

92 Vgl. ebd., S. 223.

93 Heine, S. 73.

94 Kant, S. 522.

95 Vgl. Schiller: Über das Erhabene, S. 793.

Details

Seiten
79
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656931140
ISBN (Buch)
9783656931157
Dateigröße
791 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v295256
Institution / Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf – Germanistik
Note
2,7
Schlagworte
Romantik Bogdal Foucault Brittnacher Dörner Heinrich von Kleist E.T.A. Hoffmann Heinrich Heine Achim von Arnim Clemens Brentano Nikolaus Lenau Die drei Zigeuner William Ratcliff Der Sandmann Die heilige Cäcilie Isabella von Ägypten Die mehreren Wehmüller Zigeunerromantik Zigeuner Wahnsinn Irre Verrückt Othering Andersartigkeit Europa erfindet die Zigeuner Wahnsinn und Gesellschaft Tiervergleiche Natur Gender

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Titel: Zigeuner und Wahnsinnige in der Literatur der Romantik