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Der arabisch-israelische Konflikt. Der Sechstagekrieg 1967

Ein historischer Ansatz

Seminararbeit 2015 15 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Bezug der Arbeit

2. Das Fundament
2.1 Der Sechs-Tage-Krieg von
2.2 Konfliktsituationen der Nationalismen
2.2.1 Arabischer Nationalismus
2.2.2 Zionismus
2.3 Fehlende Akzeptanz der arabischen Staaten gegenüber Israel
2.4 Arabische Bündnispolitik
2.4.1 Politische Beziehungen
2.4.2 PLO und EL-Fatah
2.5 Israelisch-syrische Grenzregionen
2.6 Die tragende Rolle Ägyptens
2.7 Bedrohungen des Staates Israel
2.8 Internationale Bezug auf den Nahostkonflikt

3. Fazit
3.1 Hintergründe die zum Ausbruch des Krieges geführt haben
3.2 Schlussbemerkung

6. Literaturverzeichnis
6.1 Quellen
6.2 Onlinequellen

7. Anhang
7.1 Chronologischer Kriegsverlauf 1967

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

1. Einleitung

'Kaum ein anderes Ereignis im 20. Jahrhundert hatte einen so tiefen und nachhaltigen Ein- fluss auf die regionalen Strukturen des Nahen Ostens. Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts lassen sich die Entwicklungen im israelisch-arabischen Konflikt, wesentliche Aspekte der Politik in Israel und der arabischen Welt und deren Beziehungen zum Westen, nicht ohne Berücksichtigung der israelischen Kampagne im Juni 1967 zu erklären‘. (Beck 2007: 1). Die Ereignisse des Sechstagekrieges waren überraschend und kaum jemand hätte zu Beginn des Jahres 1967 eine derart dramatische Zuspitzung der Lage gegenüber den kleinen Brennpunkten in den israelischen Grenzgebieten erwartet. Diese Arbeit bezieht sich auf Hin- tergründe und ethnische Strukturen welche, eine schlagartige Trendwende begünstigt haben.

2. Das Fundament

2.1 Der Sechs-Tage-Krieg von 1967

Der Sechs-Tage-Krieg zwischen den Parteien Israel und seinen angrenzenden Nachbarstaa- ten Ägypten, Jordanien und Syrien erzog sich vom 05. Juni bis zum 10. Juni 1967. Nachfol- gend zur Sueskriese 1956 und dem Unabhängigkeitskrieg 1948 gilt 1967 als der dritte inter- nationale, israelisch-arabische Konflikt.1 Ägypten als Konfliktpartei vertreten durch den Prä- sidenten Gamal Abdel Nasser führt nach der Niederlage 1956 eine Israel negativ gestellte Politik fort. Mit Hilfe der UdSSR gelangt es Ägypten wieder an militärischer Schlagkraft zu gewinnen, ebenso verstärkt auch Syrien seine Truppen. Die Grenzfälle nahmen wieder überhand, oft lagen israelische Grenzsiedlungen unter syrischem Beschuss. Nasser, der sich mittlerweile zum panarabischen Führer aufgeworfen hatte, verkündete die Vernichtung Isra- els. (Friedrich/Wolffsohn 1996: 196) Das ägyptisch-syrische Militärbündnis unter neuer Mili- tärstärke in Verknüpfung aufkommenden Nationalismus der arabischen Nationen bewirkt den Beitritt Jordaniens unter König Hussein eine Stärkung der arabischen Truppen auf dem Si- nai. Eine Falschmeldung der UdSSR Führung an Ägypten über den Aufzug israelischer Truppen an der Grenze zu Syrien vertieft die Konfliktbereitschaft der Parteien. Nasser lässt UN-Truppen vom Suez abziehen und erwirkt die Sperrung der Meerenge von Tiran für Han- delsverkehr unter israelischer Flagge. Diplomatische Verhandlungen seitens der Westmäch- te, sowie der UdSSR bleiben ohne Erfolg, was Israel 1967 veranlasst die Regierung unter Eshkol auf einen Präventivschlag gegen mehrere Fronten vorzubereiten. Der internationale Konflikt, Sechs-Tage-Krieg unter präventiver Führung Israels erlangte die Zerstörung der ägyptisch, syrisch und jordanischen Luftstreitkräfte mit der Erringung israelischer Lufthoheit nach kurzer Zeit, sowie die Erringung der Gebietshoheit auf dem Sinai, den Golan Höhen, Westjordanland und Ost Jerusalem. Israel eroberte binnen 6 Tagen Gebiete vielfacher Größe gegenüber der eigenen Fläche. (Vgl. Louis/Shlaim 2012: 4-6) Die UN- Sicherheitsresolutionen 233, 234 im Zeitraum 06.-07. Juni erreichten das Einstellen der Kampfhandlungen.2 3

2.2 Konfliktsituationen der Nationalismen

2.2.1 Arabischer Nationalismus

Die Konflikte im Nahen Osten begründen ihren zeitlichen Ursprung mit Ende der 1930er Jah- re. Frühere Auseinandersetzungen wie die Arabische Revolte von 1936 wurden differenziert noch als Konflikt zwischen Juden und palästinensischen Arabern gewertet. In den folgenden Jahrzehnten kann man ein Aufkommen des Zionismus sowie des arabischen Nationalismus differenzieren. 'Immer häufiger vermochten die Zwischenfälle in Palästina auch Tumulte in Bagdad, Kairo, Homs Tunis und Casablanca zu bewirken' (Oren 2003: 3). Als Sonderform des arabischen Nationalismus muss man hier den Panarabismus werten. Der Panarabismus strebt die politische Unabhängigkeit an und möchte sich jeglicher Abhängigkeit entziehen sowie die Kolonialgrenzen überwinden, um die arabischen Stämme in ein gemeinsames Großreich zu einen. Ausgehend vom europäischen Imperialismus, der erstmals nach Ende des ersten Weltkrieges auf ehemals osmanische Gebiete übergriff und einen gesamt arabi- schen Nationalstaat verhinderte, verlor der Arabische Nationalismus bis 1954 unter Gamal Abdel Nasser an Bedeutung. 'Panarabismus kommt in Ägypten erst in der Ära Gamal Abdel Nassers zur Geltung. In der vorrevolutionären, nationalen Phase des politischen Lebens Ägyptens, spielen die national-arabischen Ideen eine untergeordnete Rolle...' (Hajjaj/Aref 1974: 247) Zunehmendes Misstrauen gegenüber dem Imperialismus begründet mitunter durch den Zusammenbruch des Osmanischen Reiches mit britisch franz. Mandatsherschaft, schärfere Feindseligkeit gegen den jüdischen Staat und seiner internationalen Unterstüt- zung. (Vgl. Jendges 1976: 52)

2.2.2 Zionismus

Mit dem Aufschwung der europäischen Nationalstaaten und deren Vorherrschaft im Nahen Osten wurden 1789 erste Pläne für jüdische Gemeindewesen außerhalb Europas geschaf- fen. 'Vor dem Krieg hatte die große Mehrheit der europäischen Juden in drei Multinationalen Reichen gelebt: dem Zarenreich, dem Habsburgerreich und dem Osmanischen Reich‘. (Brenner 2002: 93) Zusammen mit Napoleons Vormarsch 1798 nach Syrien konnten erste jüdische Siedlungsprojekte in Palästina begründet werden. Zunehmend mit dem Antisemi- tismus ausgehend im 19.-20. Jahrhundert erklärte sich Großbritannien in der Balfour- Deklaration vom 02. November 1917 einverstanden, in Palästina eine nationale Heimstätte des jüdischen Volkes zu schaffen und wurde 1920 im Friedensvertrag der Alliierten mit der Türkei aufgenommen.4 Zionismus abgel. von Zion, Name des Tempelberges in Jerusalem bezeichnet die politische Ideologie europäisch, meist aschkenasischer Juden. Ziel der Be- wegung ist die Rechtfertigung und Errichtung eines jüdischen Nationalstaates. (Vgl. Chowers 2002: 599) Grundlage für die Verwirklichung war der erste Zionistenkongress 1897 in Ba- sel5. Der Jüdische Staat sollte seine Heimat im Biblischen Palästina finden. Liberale Zionis- ten gingen von einer friedlichen Koexistenz zweier Völker zueinander aus. Erstarkende Ein- reisewellen ab 1939 lösten aber zunehmend gewaltsame arabische Reaktionen hervor. Im Generalstreik von 1939 kam es zu heftigen arabischen Ausschreitungen, denen erste jüdi- sche Einwanderer entgegen traten.6 Die britische Mandatsmacht sah sich gegenüber den arabischen Gewaltreaktionen, überfordert. Die jüdische Bewegung, nun als Nationalismus, ist begründet teils durch religiös motivierten Vorstellungen sowie als auch durch die nationale Selbsständigkeitsbewegung. (Vgl. Morris 1990: 12-14)

2.3 Fehlende Akzeptanz der arabischen Staaten gegenüber Israel

Die im Jahr 1945 gegründeten Vereinten Nationen übernahmen das britische Mandat von 1922 als Nachfolger des Völkerbundes.7 Eine Sonderkommission UNSCOP wurde mit der Problemstellung der verschiedenen Parteien in Palästina beauftragt.8 Es sollten zwei Wirt- schaftsunionen gebildet werden mit internationaler Verwaltung Jerusalems oder alternativ ein Bundesstaat mit arabischen und jüdischen Anteil. Mit Bruch des Selbstbestimmungsrechtes der Völker wurde die erste Möglichkeit unter Mehrheit explizit Afghanistan, Ägypten, Grie- chenland, Indien, Iran, Irak, Jemen, Kuba, Libanon, Pakistan, Saudi-Arabien, Syrien und die Türkei, angenommen und in die Resolution 181 (II) am 29. November 1947 überführt.9 (Vgl. Tessler 2008: 258) Mit Ende des britischen Mandates verkündete am 14. Mai 1948, David Ben Gurion aufgrund des Beschlusses der UN-Vollversammlung, vor dem jüdischen Natio- nalrat, die Unabhängigkeit des Staates Israel. Stunden später eröffneten Armeen Transjor- daniens, des Libanon, des Irak, Ägyptens und Syriens einen internationalen Konflikt gegen Israel.10 Als wichtigste Druckmittel kommen Wirtschaftssanktionen, Infrastrukturschwächung von Kommunikation und Transport, Propaganda, Drohungen sowie Übergriffe radikal arabi- scher Truppen auf israelisches Staatsgebiet und damit israelische Vergeltungsschläge vor. Vor Ausbruch des Sechstagekrieges folgen noch die Blockade des Suezkanals, wie auch die Sperrung der Meerenge von Tiran. 11 Bis dato ist kein arabischer Staat ausgenommen Tunesien auf Basis der Resolution 181 (II) bereit, Israel als Staat anzuerkennen. Friedensangebote und Verhandlungen seitens der israelischen Regierung Eschkol von 1963 und 1965 blieben ohne Erfolg. (Vgl. Jendges 1976: 26)

2.4. Arabische Bündnispolitik

2.4.1 Politische Beziehungen

Mit Gründung der Arabischen Liga am 22. März 1945 erfolgte ein erster arabischer Zusam- menschluss auf Basis von Beziehungen im politischen, kulturellen, sozialen und wirtschaftli- chen Gebiet, sowie der Wahrung gemeinschaftlicher Außeninteressen.12 Der verlorene Pa- lästinakrieg von 1947-49 zerrüttete den Zusammenschluss. Ägypten und Syrien schlossen sich 1958 bis zum Zerbrechen des Bündnisses 1961 zur Vereinten Arabischen Republik zu- sammen. 1964 erwirkte die Arabische Liga auf der arabischen Gipfelkonferenz in Kairo am 16. Januar 1964, mit den Aufbau der Palästinensischen Befreiungsfront.13 Grundsätzlich wurde beschlossen, die innenpolitischen Interessen der Staaten beizubehalten und Kräfte und Mittel zur Wiederherstellung der Arabischen Liga bereit zu stellen. Vgl. (Oren 2003: 20). Die Umsetzung der Bündnispolitik scheiterte doch an mehreren Punkten, der Panarabismus kämpfte mit Uneinigkeit und der fehlenden Vereinbarkeit der einzelnen politischen Systeme. Jordanien untersagte eine Stationierung der Palästinensischen Befreiungsarmee auf dessen Territorium. Pläne Syriens, den Jordanverlauf strategisch zu ändern, scheiterten an fehlender Unterstützung seitens Ägyptens.14 Der Verzug, abweichend von den Zielen der arabischen Bündnispolitik begünstigt die steigende Anspannung bis 1967. Fern von Realität wird durch Nachrichten und Propaganda die Stimmung der Völker künstlich angeheizt. Ausgehend und bestärkend wirken der Verteidigungspakt Ägyptens zu Jordanien am 30. Mai 1967, sowie zum Irak am 04. Juni 1967 und das bestehende Bündnis zu Syrien von 1966. (Vgl. Oren 2003: 13)

2.4.2 PLO und EL-Fatah

Die PLO stellt eine Dachorganisation verschiedener Vertreterorganisationen aller Palästinen- ser dar und sollte an dem Vertreter der Panarabischen Bewegung durch Initiative Nassers geschaffen werden.15 Er erkannte in der Schaffung einer Bewegung für die weitesten teils in Flüchtlingslagern lebenden Palästinensern, hohes politisches und militärisches Potenzial gegen Israel. (Vgl. Chiari/Kollmer 2009: 117-122) Neben der Gründung der PLO spielt die EL-Fatah, eine große Rolle in Zusammenhang von Zwischenfällen an der israelisch- syrischen Grenze. Sie wurde am 10. Oktober 1959 als Guerillaorganisation in Kuweit ins Leben gerufen und verübte bereits Ende 1964 in kleinen Kommandos, Anschläge auf Israel. Die Organisation fand Unterstützung durch den syrischen Präsidenten Al-Atassi und wurde 1965 als syrische Sondereinheit in die Armee eingegliedert. Nach eigener Verfassung ver- folgt die Fatah die vollständige Befreiung Palästinas, die Bildung eines souveränen Staates mit Jerusalem als Mittelpunkt sowie die Ausrottung der ökonomischen, militärischen und kul- turellen Existenz des Zionismus.16 Durch gezielte Anschläge in quantitativer Zunahme vor 1967 sollte eine innerpolitische Spannung in Israel gelegt werden, sowie die Truppen der Armee gezielt weitgreifender Belastung zu schwächen. Durch Zunahme der Angriffe veran- lasste Israel aktiv großflächig gegen Mitglieder der Fatah und Führer vorzugehen. Mit Zuspit- zung der Einzelkämpfe verfehlte die Fatah ihr Ziel, die Bevölkerung zu zersplittern und trug mit zum innerisraelischen Zusammenhalt und der Konfliktbereitschaft bei. (Vgl. Jendges 1976: 62)

[...]


1 Sueskrise, Siani-Krieg 1956

2 United Nations Security Council Resolution 233, 234 von 6.-7. Juni 1967 beendete den Konflikt zwischen Israel und Syrien bzw. den Gesammtkonflikt im Nahen Osten und führte zur Einstellung der israelischen Kampfhand- lungen.

3 Chronologischer Kriegsverlauf (Chronologischer Kriegsverlauf] unter Punkt 7.1 (Vgl. Louis/Shlaim 2012: 13-14)

4 'Die britische Balfour-Deklaration war an die Führer der zionistischen Weltorganisation gerichtet. Sie wird als entscheidende Galatierklärung an den Zionismus angesehen, um in Palästina eine 'nationale Heimstätte für das jüdische Volk' errichten zu dürfen' (Morris 2001: 73).

5 'Dieser Kongress soll eine Imposante Kundgebung des Zionismus werden und Delegierte aus allen Ländern vereinigen' (Jaeger/Terlau/Wunsch 2003: 5)

6 Der arabische Aufstand von April 1936 bis 1939 im britischen Palästinamandat war eine Serie von Gewaltakten arabischer Einwohner gegen Juden und die britische Mandatsmacht. (Morris 1948: 12)

7 Vereinten Nationen, United Nations, UNO begründet einen zwischenstaatlichen Zusammenschluss von 193 Staaten und als globale internationale Organisation ein anerkanntes Völkerrechtssubjekt.

8 United Nations Special Comite on Palestine, war ein Sonderausschuss den die UN am 15. Mai 1947 einsetzte.

9 http://www.palestine-un.org/info/geo2.html, UN-Resolution 181 (II) of 29 November 1947 (Partition Plan), Stand: 23.03.2015

10 Palästinakrieg von 1947-49.

11 Sperrung der Meerengen von Tiran für israelischen Handelsverkehr 1967.

12 Die Arabische Liga ist eine Internationale Organisation arabischer Staaten und wurde am 22. März 1945 in Kairo gegründet.

13 Die Palästinensische Befreiungsfront ist eine militante palästinensische Gruppe, sie wurde im Jahre 1959 gegründet und genoss starke syrische Unterstützung. (Vgl. EU Amtsblatt 2005: 2)

14 Bezug zum Gipfeltreffen von Kairo vom 13. -16. Januar 1964 zur Jordan-Wasserfrage.

15 Die Palästinensische Befreiungsorganisation wurde am 28. Mai 1964 auf der Tagung den Palästinensischen Nationalrates (PNC) gegründet. (Chiari/Kollmer 2009: 117)

16 http://www.fateh.net/e_public/constitution.htm#CHAPTER%20ONE, Die Fatah Constitution (Introduction to the Fatah Constitution), Stand: 23.03.2015

Details

Seiten
15
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656929765
ISBN (Buch)
9783656929772
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v295166
Institution / Hochschule
Hochschule für Politik München
Note
1,4
Schlagworte
Sechstagekrieg Naher Osten PLO Fatah 1967 Israel Ägypten Nasser

Autor

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Titel: Der arabisch-israelische Konflikt. Der Sechstagekrieg 1967