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Atemstimulierende Einreibung. Anleitung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 20 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen und Erläuterungen
2.1 Atmung
2.2 Atemstimulierende Einreibung (ASE)
2.3 Basale Stimulation®

3 Geschichte der Atemstimulierenden Einreibung

4 Teilkonzepte der Atemstimulierenden Einreibung

5 Prinzipien der Berührung in der Pflege

6 Die Atemstimulierende Einreibung
6.1 Indikationen der Atemstimulierenden Einreibung
6.2 Ziele der Atemstimulierenden Einreibung

7 Anleitungsprozess Atemstimulierende Einreibung
7.1 Bedingungen der Anleitung
7.2 Planung der Anleitung
7.3 Durchführung der Anleitung nach dem Wochenplan
7.4 Durchführung der pflegerischen Maßnahme

8 Zusammenfassung

9 Quellenverzeichnis

10 Abbildungsverzeichnis

11 Anhang

1 Einleitung

In meiner Hausarbeit habe ich mich mit dem Thema Atemstimulierende Einreibung (ASE) nach Christel Bienstein näher auseinandergesetzt. Die Atmung eines Menschen gibt uns Auskunft über seine Befindlichkeit. Bei unruhigen Menschen ist die Atmung meist oberflächlich und teilweise unregelmäßig. Es besteht also ein Atemmangel, der Patient ist kraftlos.

Die ASE ist eine geeignete, wirksame Maßnahme zur Schmerzreduktion, welche auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und dem Konzept der Basalen Stimulation zugeordnet wird. Über die Berührung wird eine Schmerzlinderung durch Entspannung erzielt, die zur Heilung führt. Die ASE dient auch der Schlafförderung und dem Wohlbefinden des Patienten. Die Pflegekraft muss in der Lage sein, sich auf die Maßnahme in Ruhe einzulassen. Dies setzt viel Einfühlungsvermögen und Verständnis bei der Anwendung der ASE voraus. Pflegende müssen sich mit dem ganzen Menschen auseinander setzen und deren Ängste und Aufregungen mit berücksichtigen. Die Hände sollen Ruhe, Entspannung und Sicherheit vermitteln und gleichzeitig eine eindeutige Information weitergeben. „Die Hände müssen „fühlend denken können" und äußerst bewusst eingesetzt werden!" (Bienstein/Fröhlich 2012, S. 182)

In meiner Arbeit möchte ich mich mit folgenden Fragen beschäftigen:

- Was ist ASE?
- Welche Bedeutung hat dabei die Atmung?
- Was versteht man unter Basaler Stimulation?
- Welche Rolle spielt die Berührung in der Pflege?

Kurz gehe ich auf den geschichtlichen Hintergrund der ASE ein und reiße deren Teilkonzepte an. Des Weiteren stelle ich die Schritte des Anleitungsprozesses der ASE dar, die von Schülerin Nancy, die sich im zweiten Ausbildungsjahr befindet, ausgeführt werden. Dabei zeige ich die Bedingungen am Arbeitsplatz auf, um die Anleitung korrekt durchführen zu können. Bei der Anleitung gehe ich auf die Phasen der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung ein. Durch klare Formulierungen und Anwendung von Lernaufträgen zeige ich auf, wie das Ziel erreicht wird. Abschließend folgt die Schlussfolgerung.

2 Definitionen und Erläuterungen

Mit der genauen Bestimmung folgender Begriffe möchte ich beginnen: Atemstimulierende Einreibung, Atmung, und Basale Stimulation.

2.1 Atmung

„Respiration; der aus innerer und äußerer Atmung bestehende Gasaustausch im Körper“ (Reuter 2004, S. 188)

„Atmung ist ein physiologischer Vorgang, der unwillkürlich gesteuert wird, aber auch willkürlich beinflussbar ist.“ (Elsevier GmbH 2007, S. 328)

Der Atem drückt unser Lebensgefühl aus. Wenn wir entspannt sind, atmen wir ruhig und tief. Sobald wir nervös und aufgeregt sind, atmen wir schneller und flach. So können wir von dem Atemmuster auf Gefühlszustände schließen. Wiederum ist es auch möglich, durch Beeinflussung der Atmung diese Zustände zu verändern. Diese wechselseitige Beziehung kann man therapeutisch nutzen. (vgl. Nydahl/Bartoszek 2012, S. 180)

2.2 Atemstimulierende Einreibung (ASE)

„Eine in der Hand angewärmte Lotion oder Salbe wird mit kreisenden Bewegungen in einem bestimmten Rhythmus auf den Rücken aufgetragen.“ (Kirschnick 2006, S. 251) „Durch sich angleichende Atemrhythmen entsteht zwischen Patient und Pflegekraft ein kommunikativer Prozess, der sehr viel Bewusstheit, Entspannung und Sicherheit vermitteln kann. Je nachdem, wie viel Druck ausgeübt wird, kann die ASE begleitend oder fördernd angeboten werden.“ (Nydahl/Bartoszek 2012, S. 182)

Die ASE führt zu einer tiefen und gleichmäßigen Atmung. Durch die Konzentration auf die eigene Atmung wird die Körperwahrnehmung gefördert und verstärkt. Außerdem wirkt sie atemregulierend, beruhigend und schlaffördernd. (vgl. Elsevier GmbH 2007, S. 341)

2.3 Basale Stimulation®

Basal: „an der Basis liegend, Basis betreffend; fundamental, grundlegend; den Ausgangswert bezeichnend“ (Reuter 2004, S. 236)

Stimulation: „Reiz, Reizung“ (Reuter 2004, S. 2039)

„Basale Stimulation®: Handlungskonzept zur Förderung und Aktivierung schwer beeinträchtigter Menschen mit Bewegungs-, Kommunikations- und Wahrnehmungsveränderungen. Basale Stimulation® heißt, dass die Pflegenden mit dem Patienten einfache, aber grundlegende Angebote zur Anregung gemeinsam entwickeln, die dem Patienten helfen, seinen Körper und seine Umwelt neu zu erspüren und zu erfahren.“ (Elsevier GmbH 2007, S. 552)

Zusammenfassend kann man die Basale Stimulation® als eine Form ganzheitlicher, körperbezogener Kommunikation für Menschen mit wesentlichen Einschränkungen bezeichnen. „Basale Stimulation® orientiert sich an den Fähigkeiten eines Menschen, nicht an seinen Defiziten.“ (Elsevier GmbH 2007, S. 553)

3 Geschichte der Atemstimulierenden Einreibung

Die ASE, welche dem pflegerischen Konzept der Basalen Stimulation® entnommen wurde, wurde in den 1970er Jahren durch den Heil- und Sonderpädagogen Andreas Fröhlich entwickelt und in den 1980er Jahren durch die Krankenschwester und Diplompädagogin Professor Christel Bienstein in die Pflege übertragen. Sie griff grundlegende Elemente der Rhythmischen Einreibung von Frau Dr. Hauschka auf. Die ASE ist eine Möglichkeit, mit einem anderen Menschen über seine Atmung in Kontakt zu treten.

(vgl. Bienstein/Fröhlich 2012, S. 180)

Seit 1990 liegen erste Ergebnisse der Untersuchungen zur ASE vor, die das Konzept der Basalen Stimulation unterstützen. Durch Schürenberg konnte 1993 aufgezeigt werden, dass Ein- und Durchschlafverhalten durch die ASE gefördert wurde. 1998 wurde durch Lehmann aufgezeigt, dass die ASE Verwirrtheits­zustände bei alten Menschen positiv beeinflussen kann. Im Intensivbereich konnten ähnliche Erfahrungen gesammelt werden. Verunsicherten Patienten wird durch die Einreibung Nähe verschafft, und sie fühlen sich akzeptiert.

(vgl. Nydahl/Bartoszek 2012, S. 183)

4 Teilkonzepte der Atemstimulierenden Einreibung

Christel Bienstein hat für die Entwicklung der ASE mehrere Konzepte miteinander verknüpft. Sie berücksichtigte dabei die Atemtechnik.

Für die ASE sind drei Techniken aus der „Rhythmische Einreibung“ nach Wegmann/Hauschka von Bedeutung. Dazu zählen der Rücken-Abstrich, das einhändige Kreisen am Rücken und das beidhändige Kreisen am Rücken.

Ilse Middendorf beschreibt drei Arten des Atems: die unbewusste Atmung, die willkürliche Atemführung und den erfahrbaren Atem. Aus Beobachtungen schlussfolgerte sie die heilende Wirkung einer ruhigen Atmung.

Die ASE lehnt sich an die japanische Shiatsumassage an. Durch den verstärkten Druck von Daumen und Zeigefinger entlang der Energiemeridiane, die links und rechts der Wirbelsäule verlaufen, wird eine Reizung erzielt. Durch die Aktivierung der Druckpunkte werden Organe, Geist und Emotionen positiv beeinflusst. (vgl. Kropik 2009, S. 32 ff.)

5 Prinzipien der Berührung in der Pflege

Der Pflegeberuf gehört zu den wenigen Berufen, in denen fremde Menschen berührt werden dürfen. Dies ist ein besonderes Privileg, zum anderen eine große Herausforderung. Hierzu sind gezielte Kenntnisse und eine Auseinandersetzung mit Berührung notwendig. Die Aufmerksamkeit des Pflegenden konzentriert sich dabei auf die Hände. Unser Wissen gibt uns Auskunft über die Art und Weise einer guten Berührung. Grundlage einer „guten“ Berührung ist die Überwindung

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Details

Seiten
20
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656929901
ISBN (Buch)
9783656929918
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v295110
Note
eins
Schlagworte
atemstimulierende einreibung anleitung
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Titel: Atemstimulierende Einreibung. Anleitung