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Vegetarismus. Geschichte und Bewertung aus verschiedenen Fachbereichen

Wissenschaftlicher Aufsatz 2015 23 Seiten

Gesundheit - Ernährungswissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einführung und Aufgabenstellung

2 Vegetarismus
2.1 Definition und Begriffsbestimmung
2.2 Vegetarieranteile innerhalb der Bevölkerungen
2.3 Systematik und Differenzierung
2.4 Vegetarische Prädisposition
2.5 Geschichtlicher Abriss

3 Entwicklungsgeschichte der menschlichen Ernährung

4 Beweggründe zur vegetarischen Ernährung

5 Oecotrophologische Bewertung

6 Patho- und salutogenetische Bewertung

7 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tab.: 1 Anzahl der Vegetarier in verschiedenen Ländern nach 6 Schätzungen internationaler Vegetarier-organisationen (Leitzmann 2012 und Risi ; Zürrer 2012)

Tab.: 2 Anatomische und physiologische Merkmale des Verdau- 12 ungskanals bei Pflanzenfressern und Fleischfressern (von Koerber et al. 2004 zit. nach Leitzmann ; Keller 2012:34)

Tab.: 3 Gründe für eine vegetarische Ernährung 15 (In Anlehnung an Leitzmann 2012:17 / Leitzmann ; Hahn 1996:18)

1 Einführung und Aufgabenstellung

Innerhalb der Bundesrepublik Deutschland ist ein zunehmender Trend zu verzeichnen: Vegetarische Nahrungsmittel finden verstärkt Angebot und Absatz in den Supermärkten. Es scheint, als ob es sich bei Vegetariern nicht mehr nur um eine kleine Gruppe Menschen handelt, die sich einer besonderen Ernährungsform verschrieben haben, zunehmend bekennen sich auch Bundesbürger, die nicht, wie man Vorurteilen vernehmen könnte, einer alternativ-ökologischen Lebensweise angehören. Grund genug, sich dem Thema Vegetarismus tiefergehend anzunehmen.

2 Vegetarismus

Nach Gurath (2008) ist seit Beginn der 1990er Jahre ein rückläufiger Fleischkonsum innerhalb der Bundesrepublik Deutschland zu beobachten. So betrug demnach der Fleischverzehr Anfang der 1990er Jahre noch ca. 65 kg pro Kopf und Jahr, 2007 lag der Wert bei ca. 61 kg. (Gurath 2008) „Die Erklärungsansätze für den sinkenden Fleischkonsum sind vielfältig. Zum einen wird das zunehmende Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung als Grund diskutiert, zum anderen werden Tierseuchen wie BSE, MKS, Schweinepest oder Vogelgrippe sowie Skandale in der Fleisch-industrie verantwortlich für den rückläufigen Fleischkonsum gemacht." (Deimel et al. 2010:1) Bereits von Alvensleben (1995) prognostizierte eine Verschlechterung des Fleischimages in der Zukunft. Inwieweit diese Zahlen zutreffen lässt sich hier nicht abschließend klären, jedoch sind innerhalb der Bundesrepublik Deutschland immer wieder - und vielleicht auch zunehmend - Kampagnen pro Fleischkonsum bemerkbar. Interessanter Weise titelte selbst die Mitgliederzeitschrift „bleib gesund" der AOK in ihrer Ausgabe 6-2012 „Fleisch: Wofür es gut ist und wofür nicht" und widmete insgesamt 6 Seiten ihrer 33seitigen Broschüre dieser Thematik. Dabei herrscht gewisser Widerspruch zwischen den Abbildungen und Fenstertexten, die ein durchwegs positives und auf zunehmenden Fleischkonsum gerichtetes Bild vermitteln, zum narrativen Teil, der sich sehr wohl auch kritisch über den aktuellen Fleischverzehr äußert. So liest der Rezipient fettgedruckt: „Selbst in puncto Fett ist Fleisch besser als sein Ruf" (AOK 2012:9), während am gleichen Ort im Fließtext die Botschaft: „Ist Fleisch also unverzichtbar? Jedes Nahrungs­mittel ist ersetzbar [...]. Alle im Fleisch enthaltenen Inhaltsstoffe können über eine bewusste Auswahl anderer Nahrungsmittel abgedeckt werden" (AOK 2010:9) sich findet. Vielleicht rührt diese Ambivalenz auch von der zunehmenden Zahl der Vegetarier oder zumindest sich fleischreduziert ernährenden Versicherten einerseits, dem Wunsch der Konformität und der Beibehaltung des Status Quo, trotz besseren Wissens andererseits her?! Fakt ist, dass die Zahl der Ernährungsbewussten und auch die der Vegetarier, aller Couleur, zunimmt. (Deimel et al. 2010; Leitzmann ; Keller 2010) „Einst waren es nur ganz wenige, dann wurden es immer mehr, bis zum heutigen Tag. Vegetarismus und Veganismus haben sich vom Stigma der weltfremden Spinnerei befreien können und sind unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Und es sind nicht mehr nur Hippies, Aussteiger und Ökos in Jesus-Latschen, die die Vorzüge gesunder Ernährung zu schätzen wissen." (Bratherig 2012:62)

Grund genug, sich diesem Thema anzunähern.

2.1 Definition und Begriffsbestimmung

Das Klinische Wörterbuch Pschyrembel (2002:1739) definiert einen Vegetarier von lat. vegetabilis pflanzlich, maskulinium, engl. vegetarian, als einen „sich vorwiegend od. ausschl. von vegetabiler Nahrung Ernährender." Umfangreicher findet sich die Begriffsbestimmung bei Leitzmann ; Keller (2010:19), die erläutern, dass es sich beim Vegetarismus „um eine Ernährungsweise [handelt], bei der ausschließlich oder überwiegend pflanzliche Lebensmittel wie Getreide, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen verzehrt werden. Je nach Form des Vegetarismus können auch Produkte von lebenden Tieren, wie Milch, Eier und Honig sowie alle daraus hergestellten Erzeugnisse enthalten sein. Ausgeschlossen sind Lebensmittel, die von toten Tieren stammen, wie Fleisch, Fisch (einschließlich anderer aquatischer Tiere) sowie alle daraus hergestellten Produkte. [...] Beim Vegetarismus handelt es sich um einen Lebensstil, da neben gesundheitlichen Aspekten auch ethisch-moralische, ökologische, soziale, ökonomische und politische Anliegen beachtet werden." Wie weiter unten gezeigt wird, existieren mehrere fließende Übergänge, so dass aus naturwissenschaftlich-philosophischer Sicht nicht jeder ein tatsächlicher Vegetarier ist, der sich selbst so etikettiert. Nach Haddad ; Tanzman (2003) gaben innerhalb einer US-amerikanischen Studie mit 13.313 Probanden 64% der sich selbst als „Vegetarier" bezeichnenden Teilnehmer an, Fleisch zu verzehren. Eine finnländische Studie mit 24.393 Probranden zeigte, dass 80% der Stichprobe, die sich selbst als Vegetarier deklarierten, Fleisch und Fisch aßen. (Vinnari et al. 2009)

2.2 Vegetarieranteile innerhalb der Bevölkerungen

Nachfolgende Tabelle zeigt die Anteile der vegetarisch lebenden Be-völkerungen nach Ländern geordnet, obgleich die Angaben von Leitzmann (2012) und von Risi ; Zürrer (2012) minimal abweichen, zeigt der Überblick, dass die Bundesrepublik Deutschland, Italien bzw. das Vereinigte Königreich Großbritannien die Pool-Positionen innerhalb Europas einnehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Anzahl der Vegetarier in verschiedenen Ländern nach Schätzungen internationaler Vegetarierorganisationen (Leitzmann 2012 und Risi Zürrer 2012)

Wie viele Vegetarier es weltweit gibt, läßt sich nicht genau feststellen. Vegetarierverbände, aber auch Gesundheitsinstitutionen, Wissenschaft und Meinungsforschungsinstitute führen jedoch immer wieder Bevölkerungsumfragen durch, die ungefähre Schätzungen erlauben. [...]

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Details

Seiten
23
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656929161
ISBN (Buch)
9783656929178
Dateigröße
640 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v295093
Note
Schlagworte
Vegetarismus Pythagoräismus; Ernährung;

Autor

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