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Verhandlungen zwischen Betriebsrat, Geschäftsführung und Personalleitung

Seminararbeit 2015 21 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1 Entwicklung der Verhandlungsführung
2.2 Allgemeine Konzepte der Verhandlungsführung

3. Teilnehmerkreis bei internen Verhandlungen in Unternehmen
3.1 Geschäftsführung
3.2 Personalabteilung
3.3 Betriebsrat

4. Interne Verhandlungen in Unternehmen
4.1 Verhandlungsschritte
4.2 Einigung
4.3 Probleme

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Der Verhandlungsprozess in fünf Phasen

Abbildung 2: Die fünf Möglichkeiten der Strategiewahl

1. Einleitung

Verhandeln gehört zum Alltag eines jeden Menschen[1]. Der Eine verhandelt gerne, der Andere versucht dies stets zu vermeiden. Dennoch steht vor vielen Entscheidungen und gesetzten Zielen das Verhandeln als Ausgangspunkt.

Feilschen auf dem Markt, verhandeln vor Gericht oder beim Autokauf, diplomatisches Ringen und politische Sitzungen – streiten, debattieren, überzeugen und handeln sind alles Wege des Verhandelns.

Auch in Unternehmen bestimmen Verhandlungen über den Geschäftserfolg. Erfolgreiches Verhandeln führt z.B. zu einer höheren Verkaufsmarge. Für jeden Mitarbeiter besonders ereignisreich ist die Gehaltsverhandlung. Ohne eine gute Vorbereitung kann man sich hier leicht um Kopf und Kragen reden.

Eine besondere Form der Verhandlungen in Unternehmen stellen Verhandlungen mit dem Betriebsrat dar. Allerdings haben nicht alle Unternehmen einen Betriebsrat, da Sie zu klein sind oder die Mitarbeiter noch keinen gegründet haben.[2]

In manchen Unternehmen wie z.B. bei AMAZON[3] oder Burger King[4] wird hingegen versucht die Gründung eines Betriebsrates zu verhindern bzw. Betriebsräte zu entlassen. Besonders die amerikanische Unternehmenskultur verträgt sich hier wenig mit der deutschen Gesetzgebung, so dass in diesem Zusammenhang der Begriff „Union-Busting“ geprägt wurde.[5]

In dieser Arbeit wird allerdings nicht der Verhandlungsprozess zwischen Geschäftsführung, Personalabteilung und Betriebsrates in einem speziellen Unternehmen untersucht, sondern eine allgemeine Darstellung über Verhandlungen zwischen Geschäftsführung, Personalabteilung und Betriebsrat gegeben, um einerseits zu verdeutlichen, wie zwischen diesen Parteien erfolgreiche Verhandlungen geführt werden können, und andererseits zu erklären, wo Probleme liegen, die diese Verhandlungen zur Eskalation bzw. zum Scheitern bringen können. Dabei sollen gewerkschaftliche (Tarif-) Verhandlungen ausgeblendet werden bzw. nur am Rande mit einbezogen werden, da mehr das Alltagsgeschäft in Unternehmen beleuchtet werden soll.

Für den Einstieg wird zuerst ein Stand über die Entwicklung der Verhandlungsführung gegeben, und welche aktuellen Konzepte bzw. Grundlagen für erfolgreiches Verhandeln von Nöten sind.

In einem zweiten Schritt werden die Verhandlungsgruppen vorgestellt, und nach welchen Maßgaben diese verhandeln können.

Weiter sollen die internen Verhandlungen in Unternehmen dargestellt werden, wobei insbesondere ein Fokus auf die Verhandlungsschritte und die Entscheidungsfindung gelegt werden soll. Ergänzt wird dieser Abschnitt mit einer Problemdarstellung bei Verhandlungen zwischen Geschäftsführung, Betriebsrat und Personalabteilung.

Abschließend erfolgt ein Fazit mit einer Zusammenfassung der richtigen Grundlagen für den Verhandlungserfolg zwischen den beteiligten Gruppen.

Quellen für diese Arbeit sind vor allem das Betriebsverfassungsrecht[6], Standardwerke über Verhandlungsführung[7] und Personalarbeit[8] sowie Zeitungs- und Magazinartikel[9] zum Thema. Allerdings ist die Literatur- und Quellenlage zum Thema Verhandlungen zwischen Geschäftsführung, Personalabteilung und Betriebsrat als sehr überschaubar zu beurteilen, so dass sich hier noch ein größeres Forschungsfeld abzeichnet.

2. Grundlagen

2.1 Entwicklung der Verhandlungsführung

Verhandeln bedeutet laut dem Duden, „etwas eingehend erörtern, besprechen, sich über etwas, in einer bestimmten Angelegenheit, eingehend beraten, um zu einer Klärung, Einigung zu kommen”.[10]

Mit der Entwicklung des modernen Menschen nahm das Verhandeln einen immer höheren Stellenwert ein. Neben eine Gewaltlösung trat die alternative der Verhandlungslösung durch Kommunikation ein.

Eine weitere Definition lautet: „Eine Verhandlung ist ein Kommunikationsprozess mit dem Ziel der Einigung über zukünftiges Handeln. Mindestens zwei Parteien beteiligen sich an diesem Prozess, um mit einer Absprache ihre Interessen zu verwirklichen. Da sich die Ziele der Verhandlungspartner widersprechen können, aber die vereinbarten Maßnahmen erst wirksam werden, wenn alle Parteien zustimmen, sind die Beteiligten teilweise aufeinander angewiesen. Durch das Schaffen von Win-win-Situationen kann diese Interdependenz produktiv genutzt werden.“[11]

Weiter ausgeführt bedeutet dies, dass eine Verhandlung dann vorliegt, wenn sich gleichstarke Parteien in Abhängigkeit gegenüberstehen und einen Interessenkonflikt haben, der durch verhandeln beigelegt werden soll.[12]

Ohne zuvor definierte Rahmenbedingungen kann nicht verhandelt werden, da diese zu einem guten Verhandlungsergebnis beitragen können. Daher kann die Qualität einer Verhandlung wie in der Ökonomie unter Effizienz- und Effektivitätsgesichtspunkten gemessen werden.

Eine besondere Rolle spielt allerdings das Verhandlungsklima, da stets Emotionen von beiden Verhandlungsseiten im Spiel sind, die von professionellen Verhandlungspartner außen vor gelassen müssen.

Ein gutes Verhandlungsergebnis würde so aussehen, dass ein klarer, realisierbarer, fairer und nachhaltiger Kompromiss gefunden wird, der für beide Parteien nützlich ist.[13]

Um diesem Ziel nahe zu kommen kann eine Verhandlung in mehrere Prozessschritte aufgeteilt werden, wie folgendes Schaubild verdeutlicht.

Abbildung 1: Der Verhandlungsprozess in fünf Phasen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung nach Erbacher (2011), S. 31

In der Vorbereitungsphase erfolgt die Analyse der eigenen Position als auch die der Gegenseite, ggfs. wird ein Verhandlungsteam zusammengestellt, der Verhandlungsort gewählt, der Verhandlungsplan erarbeitet und Überzeugungsmaterial geordnet.[14]

Während der Kontaktphase wird das Verhandlungsgebiet formal abgegrenzt, d.h. eine Verhandlungsreihenfolge erstellt, und eine positive Beziehung zwischen den Verhandlungspartner hergestellt.[15]

In der Kernphase werden Regeln für den Verhandlungsverlauf aufgestellt, aber auch Diskussionen über Inhalte geführt. Jede Seite wendet ihre festgelegten Taktiken in dieser zentralen Verhandlungsphase an.[16]

In der Vereinbarungsphase werden nun der Verhandlungsverlauf zusammengefasst und getroffene Vereinbarungen aufgenommen und zu einem Vertrag gestaltet, der im Anschluss unterzeichnet wird.[17]

Abgeschlossen wird der Verhandlungsprozess mit der Umsetzungsphase, in der jede Verhandlungsseite feststellen kann, ob jeweils erfolgreich verhandelt wurde, oder ob eventuell nachverhandelt werden muss. Dazu ist auch eine Dokumentation notwendig.[18]

Das Pflegen einer guten Geschäftsbeziehung sollte daher stets das Motto jeder Verhandlungsseite sein, da man meist nicht nur einmal miteinander verhandelt und ggfs. in anderen Projekten zusammen weiterarbeiten muss.

Im größeren Verhandlungsrahmen oder bei besonders schwierigen Verhandlungen bietet sich auch das Einbeziehen eines Moderators, eines Verhandlungsführers, eines Experten oder eines Beobachters an, um den Verhandlungsfaden zusammenzuhalten und, um erfolgreiches Ergebnis zu erzielen.

Aus diesen Grundlagen der Verhandlungsführung wurden nach und nach verschiedenen Verhandlungskonzepte entwickelt, wie der folgende Abschnitt zeigt.

2.2 Allgemeine Konzepte der Verhandlungsführung

Die Entwicklung der Verhandlungsführung verdeutlicht, dass neben den Grundlagen des Verhandelns verschiedene Theorien entwickelt wurden, die auf eine Verhandlung vorbereiten bzw. ein Verhandlungsgerüst bieten. Eine der bekanntesten Verhandlungstheorien ist das Harvard-Konzept.

Ausgangspunkt des Harvard-Konzeptes waren die grundlegenden Verhandlungsstile, die sich in „hart“ und „weich“ unterteilen lassen. Unter diesen beiden Stilen versteht man immer genau das Gegenteil des Anderen. Unter dem Stil „weich“ bedeutet dies, dass die Verhandlungsteilnehmer Freunde sind, eine Übereinkunft erzielen, Vertrauen aufbauen wollen und Angebote unterbreitet werden. Unter dem „harten“ Verhandlungsstil versteht man hingegen, den Verhandlungsteilnehmer als Gegner zu betrachten, einen Sieg zu erringen, misstrauisch zu bleiben und Drohungen auszusprechen.[19]

[...]


[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.

[2] Vgl. BetrVG (2006), §1

[3] Vgl. Gropp/FAZ (2012), o.S.

[4] Vgl. Döring/Handelsblatt (2013), o.S.

[5] Vgl. Die Zeit (2014), o.S.

[6] Vgl. BetrVG (2006), o.S.

[7] Vgl. Erbacher (2009), o.S., u. Fisher u.a. (2009), o.S.

[8] Vgl. Küttner (2014),o.S.

[9] Vgl. Die Zeit; FAZ; Handelsblatt; Personalmagazin

[10] Vgl. Duden (2015), o.S.

[11] Vgl. Erbacher (2010), S. 23

[12] Vgl. Portner (2013), S.29

[13] Ebd., S.23f.

[14] Vgl. Erbacher (2009), S. 32

[15] Ebd., S. 49f.

[16] Vgl. Erbacher (2009), S. 51f.

[17] Ebd., S. 53f.

[18] Ebd., S. 54f.

[19] Vgl. Fisher u.a (2009), S. 21ff.

Details

Seiten
21
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656929086
ISBN (Buch)
9783656929093
Dateigröße
432 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v295084
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule – Betriebswirtschaftslehre
Note
3,0
Schlagworte
Verhandlungsführung Betriebsrat Geschäftsführung Personalleitung Harvard Konzept Strategiewahl

Autor

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Titel: Verhandlungen zwischen Betriebsrat, Geschäftsführung und Personalleitung