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Die Vater-Tochter-Beziehung in Barbara Honigmanns "Eine Liebe aus nichts"

Hausarbeit 2013 14 Seiten

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Vater-Tochter-Beziehung
2.1 Die Erzählerin als „Kind“
2.2 „Eine Liebe aus nichts“
2.3 Das „Erbe“ des Vaters
2.4 Heimat und Identität

3. Schluss

Literaturangaben

1. Einleitung

„Ich liebte ihn und fragte mich,

warum er mich so viel allein ließ, so viele Jahre,

und dennoch machte mein Vater mich zu dem, was ich bin,

zu einer einsamen Frau ohne Sinn und Ziel,

so wie ich ein einsames Kind war ohne Vater.“1

In Barbara Honigmanns Leben spielt(e) ihr Vater eine wesentliche Rolle und hat sie gewiss auch geprägt. Mit seinem Tod war er nicht nur der Anlass des autobiografischen Romans „Eine Liebe aus nichts“2, sondern die Vaterfigur bedeutet auch für die Protagonistin ihrer Erzählung und deren Definition von Heimat und Identität sehr viel.

In Honigmanns Werk verbinden sich „Autobiografie, Familiengenealogie und Romanfiktion [...] zu einer Identitätserzählung“3, in welcher die Themen von „Erwartung und Enttäuschung, vom Hoffen auf ein neues Leben, in dem alte Wünsche begraben werden“4, von Erinnerun-gen und Sehnsüchten variiert werden. Reichart beschreibt Barbara Honigmanns Roman als eine „wehmütige Geschichte vom Wegfahren ohne Ankommen und Zurückkommen ohne Wiederkommen, vom Weglaufen, das in Wahrheit ein Hinterherlaufen ist.“5 Die Protagonistin reist von Zuhause weg, um ihrem Vater zu entfliehen, und läuft ihm und seiner Vergangen-heit doch hinterher.

Die autobiografisch geprägte Ich-Erzählung folgt zwar keiner Chronologie und scheint fast assoziativ, ist aber dennoch nicht beliebig angeordnet. Es findet sich eine Mischung aus verschiedenen miteinander verwobenen Erzählsträngen: Der Tod und die Beerdigung des Vaters in Weimar (der Rahmen des Romans), das Leben der Erzählerin in Paris und Erinne-rungen an ihre Kindheit und Jugend und Zeit im Theater in Berlin und an die Geschichte(n) des Vaters bzw. ihrer Eltern wechseln sich ab und ergänzen einander.

Der Roman, der den Vater und die schwierige Beziehung zu ihm auf fast jeder Seite the-matisiert, zeigt, dass Väter einen großen Einfluss auf die Persönlichkeit und das berufliche sowie private Leben ihrer Töchter haben.6 Wenn das Verhältnis zum Vater gestört ist, kann dies negative Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl, auf Beziehungen zu anderen und die Wahrnehmung von Heimat und Identität haben.

Für die Analyse des als „Vaterbuch“7 bezeichneten Romans stellen sich vor diesem Hinter-grund einige Fragen: Wie gestaltet sich der Einfluss des Vaters auf das Leben, Denken und Fühlen der Erzählerin? Welche Beziehung hat sie zu ihm? Wie hängen der Vater und die Suche nach Heimat und Identität der Protagonistin zusammen?

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die im Roman dargestellte ambivalente Vater-Tochter-Beziehung anhand der oben aufgeführten Fragen zu analysieren und dabei vor allem deren Auswirkungen auf die Heimat(losigkeit) und die Identität(ssuche) der Protagonistin einzuge-hen. Im Folgenden werden ihre Kindheit (Kapitel 2.1), die Beziehung zu ihrem Vater und anderen Männern (Kapitel 2.2) sowie die Vergangenheit und das „Erbe“ ihres Vaters (Kapitel 2.3) und zuletzt die damit verbundene Suche nach Heimat und Identität (Kapitel 2.4) genauer untersucht.

2. Die Vater-Tochter-Beziehung

Der Vater ist von Beginn an in der gesamten Erzählung präsent - „er“ kommt ab dem dritten Wort des Romans (7) immer wieder in Erinnerungen, Briefen, Gesprächen, Erzählungen und Träumen zur Sprache. Seine permanente Anwesenheit im Roman zeigt, dass die Beziehung zu ihm für die Erzählerin eine wichtigere Rolle spielt als die zu ihrer Mutter, deren Tod sie lediglich in einem Satz erwähnt (29). Tod und Beerdigung des Vaters stoßen dagegen eine Kette von Gefühlen und Erinnerungen bei der Tochter an, die sie im Laufe des Romans zu verarbeiten versucht.

2.1 Die Erzählerin als „Kind“

Bereits von klein auf leidet die Erzählerin an mangelnder Liebe und Beständigkeit von Beziehungen. Die Tochter kann sich an die Zeit, in der ihre Eltern zusammenlebten, kaum erinnern (24). Früh erfolgte eine Scheidung und das Kind musste zwischen Mutter und Vater hin- und herpendeln (28). Dies hatte einen großen Einfluss auf die Fähigkeit der Tochter, enge Bindungen zu anderen aufzubauen. Durch das dauerhafte Kommen und Gehen entstand nie ein Gefühl der Nähe und Vertrautheit (28); bei jedem Wiedersehen legten sich „die Schalen der Fremdheit“ (28) darüber. Auch in den Wohnungen ihres Vaters mit den „Nachfolgerinnen“ (24) ihrer Mutter fühlte sie sich fremd und ungewollt (24), der Weg dorthin war für sie „wie eine Reise in ein anderes Land“ (24). Die wenigen Treffen der Erzählerin mit ihrem Vater in Kindheit und Jugend waren oftmals geprägt von strengen Erwartungen und Vorwürfen seinerseits (24f.).

Der Vater, zum Zeitpunkt seines Todes bereits mit der vierten Frau verheiratet (24), scheint selbst bindungs- oder beziehungsunfähig. Die Anzahl seiner Frauen legt nahe, dass er seine Tochter als einzige „konstante“ Frau in seinem Leben sieht und es daher umso schwerer verkraften kann, dass sie ihn verlässt. Er klammert sich an seine Tochter und kann sie nicht ziehen und erwachsen werden lassen. Dies zeigt sich z.B. in einem der Briefe, die er ihr schreibt, in welchem er ihr Weggehen mit „Mord“ gleichsetzt (23). Dadurch schafft er eine negative Atmosphäre von Vorwürfen, Druck und Enge, die seine Tochter nur schwer verar-beiten kann. Schon seit ihrer Kindheit ist der Vater unzufrieden mit ihr, erniedrigt sie durch „abfällige Bemerkungen“ (23) und beeinflusst so sogar ihre Selbstwahrnehmung negativ: „[W]eil ich es ihm schon mit meinem Aussehen nicht recht machen konnte, habe ich mich auch selber mit dieser Gestalt nur schwer abfinden können.“ (23) Die väterlichen Gefühle schwanken zwischen „[S]tolz“ (65) und, viel öfter, Enttäuschung (23). Selten kann die Toch-ter seine hohen Erwartungen erfüllen.

Es herrscht ein ständiger Machtkampf zwischen Vater und Tochter, in welchem sie sich gegenseitig die Schuld zuschieben.8 So gibt die Protagonistin ihrem Vater, der sie ja verlas-sen, gar „betrogen“ (8) hat (23), die Schuld an den Enttäuschungen in ihrer Beziehung zu einander. Auch für ihr rastloses Leben, sein Schweigen über die jüdische Vergangenheit und dafür, dass sie sich in Frankfurt nicht sehen, macht sie ihn verantwortlich.9 Er dagegen wirft ihr „mangelnde[] Liebe, [...] Kälte und Gleichgültigkeit“ (23) vor, und dass sie seine Liebe nicht erwidere (23). Dadurch, dass der Vater die Anerkennung und Liebe seiner Tochter zu sehr einfordert, hemmt er so ihre Unabhängigkeit und erzieht sie zu einer Frau, die emotional keinen Abstand nehmen kann.10 Den Brief, den er ihr nach dem ersten Abschied schreibt, zerknüllt sie zunächst, vermutlich aus Zorn und Verletzung (59). Dann jedoch wirft sie ihn nicht weg, sondern glättet ihn. Dies zeigt, dass sie sich doch noch nicht von ihrem Vater lösen kann. Genau wie der Brief, „abgesondert, exiliert“ (59) in ihrer Handtasche, nimmt auch er eine Sonderstellung in ihrem Leben ein. Sie hat ihn „immer nur als einen einzelnen gesehen, der zu niemandem gehörte“ (69).

Dass der Vater seine Tochter nicht vom Bahnhof abholt, weil er kein „letztes Wiedersehen“ (63) wollte, zeugt von seinem fehlenden Einfühlungsvermögen und seiner Feigheit gegen-über der Tochter, deren Hoffnungen er dadurch enttäuscht (60). Während er erwartet, dass sie ihm vergibt (im Brief, 63), kann er es nicht verzeihen, dass sie ihn verlassen hat (23). Der Gingko Biloba, der „mickrig[er]“ (9, 95) ist als von Goethes gleichnamigen Gedicht erwartet und sich als Leitmotiv durch den gesamten Roman zieht (8f., 56, 76, 77, 95, 97, 107), kann als Sinnbild für die enttäuschten Erwartungen gesehen werden.11

Einige Stellen im Roman zeigen, dass sich nicht nur der Vater unreif verhält, sondern auch die Erzählerin emotional gesehen ein „ewiges Kind“ bleibt. In Paris erhofft sie sich „Abenteu-er und ein Versteck“ (61) und verkriecht sich zum Schutz vor der Welt in ihrer „Höhle“ (13) im Souterrain. Selbst nach dem Tod des Vaters verhält sie sich in seinem Zimmer noch „wie ein kleines Kind“ (9), indem sie die Erinnerungsstücke wie ein solches betrachtet (9).

Auch ihre Gefühle bezüglich ihres Vaters sind zum Teil wie die eines Kindes. Sie hat einer-seits Schuldgefühle, nicht früher nach Hause gekommen zu sein (8), anderseits Gefühle wie Angst (ihn krank oder tot zu sehen) (8) und Rache, weil ihr Vater sie „ja auch verlassen“ (8) hat. Die Angst bzw. Furcht zieht sich als stärkste Empfindung durch den Roman und findet immer wieder Erwähnung (8, 12, 24, 41, 47, 48, 51, 61, 81, 87, 89, 96).

Die Protagonistin weiß nicht, wie sie sich von ihrem Vater verabschieden soll (86) und hat Angst vor seinem Tod (87), befürchtet aber auch, dass sie keine Tränen für ihn hat (89) und versucht deshalb, in der Nachahmung seines Leidens auf dem Bett Erlösung im Weinen zu finden (89). Beim letzten Telefongespräch der beiden kurz vor seinem Tod zeigt sich die Verletzung, die der Vater seiner Tochter zufügt: Er spricht von der Hauptdarstellerin, anstatt sich nach seiner Tochter zu erkundigen, scheint sich nicht für deren Leben zu interessieren (86). Die Verletzung versucht die Erzählerin abzuwehren, indem sie selbst verletzend wird (86). Das beschriebene Denken und Verhalten zeugt nicht von erwachsener Reife, und lässt sich auf eine seit der Kindheit gestörte Beziehung zum Vater zurückführen.

Verbunden werden Vater und Tochter durch die Liebe zum Theater (25). Hier, in den Kulis-sen an der Seite der Bühne stehend, verschmelzen die beiden zum ersten und letzten Mal in der Erzählung deutlich zu einem „Wir“ (25-27): In dieser Passage werden besonders häufig die Pronomen „wir“ und „uns“ verwendet, während im Rest des Buches der „Vater“ von der Ich-Erzählerin isoliert steht. Als Erwachsene arbeitet sie schließlich an genau diesem Theater (40). Beruflich wird die Erzählerin also stark von ihrem Vater beeinflusst. Später erkennt sie, dass sie vom Theater loskommen und „endlich keine Gehilfin mehr sein“ (73), sondern sich verwirklichen, selbst etwas Eigenes schaffen möchte (52). Mit ihrem Umzug nach Paris schlägt sie „einen ganz anderen Weg“ (52) ein, indem sie sich dem Malen und Zeichnen widmet. Dies kann man als Zeichen für die beginnende Loslösung von den Erwartungen des Vaters und die zunehmende Selbstständigkeit deuten.

Jedoch ist der geografische Schritt der Trennung (die Flucht nach Paris) um einiges leichter als der psychische12, und gerade durch den Versuch der Abgrenzung entsteht paradoxer-weise wiederum ein größerer Bezug zum Vater.13

Der Vater dominiert nicht nur die Gedanken und Erinnerungen, sondern auch die Träume seiner Tochter. In einem Alptraum sieht sie bereits den Tod ihres Vaters voraus, der in einem Sumpf im Belvedere Park ertrinkt (81f.). Hier wird die negative Wassermetaphorik zur Ver-deutlichung der Ängste der Erzählerin verwendet.14 Nach dem tatsächlichen Tod des Vaters träumt die Tochter hingegen davon, dass er wieder lebt und mit ihr über wichtige Dinge spricht (89). Hier wird der Wunsch nach einer richtigen Beziehung deutlich, die sie zu seinen Lebzeiten nie gehabt hat. Ihre „Sehnsucht nach dem Zusammensein ist [und bleibt] wie die Sehnsucht nach dem ewigen Leben: ein kindischer Traum.“ (89)

2.2 „Eine Liebe aus nichts“

Der Titel des biografischen Romans wird in der Erzählung wörtlich aufgegriffen: „eine Liebe aus nichts, in der nichts passiert und die sich endlos im Nichts verliert“ (79). Dies kann einerseits der Beschreibung der Beziehung der Protagonistin zu Alfried, aber auch und vor allem der zu ihrem Vater gelten. Für die Erzählerin ist die Liebe zu ihrem männlichen Eltern-teil aufgrund des permanenten Getrenntseins und „wegen der wechselseitigen Forderungen, die nie erfüllt wurden, nur wie eine Liebe von weit her geblieben, so als sei es nur ein Ein-sammeln von Begegnungen und gemeinsamen Erlebnissen gewesen und nie ein Zusam-mensein“ (23f.). Der nüchterne Titel zeigt somit, dass die Sehnsucht der Protagonistin nicht erfüllt wurde, dass ihre Suche nach Liebe und Anerkennung unfruchtbar geblieben ist und sie traurig und enttäuscht zurückbleibt (78). Ihre elterliche Liebe hat genauso wenig „Sub-stanz“ wie die zu Alfried (oder zu Jean-Marc, dessen Heiratsvorschlag sie abschlägt (57)).

Die schwierige Beziehung zum Vater wirkt sich für die Tochter dauerhaft auch negativ auf die Beziehung zu anderen Männern aus15, da er für sie den ersten männlichen Einfluss auf ihre Persönlichkeit darstellt16 und ein wichtiges Vorbild für ihr Verhalten zu Männern ist.17 Wenn sich Väter von ihren Töchtern distanzieren, ist es daher schwer für diese, mit ihren Partnern eine symbiotische Beziehung einzugehen.18

So liebt die Protagonistin Alfried „wie gegen [ihren] Willen“ (47), was auch auf das Verhältnis zu ihrem Vater zutrifft. Diese Liebe scheint ebenfalls „wie ein Zusammenhang oder gar Zu-sammenhalt [...], aus dem [sie] nicht heraus [können]“ (47). Man könnte die Liebe zu Alfried sogar als eine Art Hassliebe sehen.19 Zugleich gestalten sich beide Beziehungen als eher distanziert, die Männer entziehen sich der Protagonistin.20

Töchter, die früh von ihrem Vater verlassen werden, können den Rest ihres Lebens mit der Angst verbringen, sich einem anderen Mann zu öffnen und erneut verlassen und verletzt zu werden.21 Weil sie nie ein nahes Verhältnis zu ihrem männlichen Elternteil hatten, fühlen sie sich unsicher und gehen keine tiefen Bindungen ein, weil sie damit nicht vertraut sind oder einfach keine Liebe, Wärme und Nähe von einem Mann erwarten. Oft führt die mangelnde Liebe und Aufmerksamkeit vom Vater auch zu großer Wut.22 Diese trägt die Protagonistin häufig in Streit (56) und in Konkurrenzkämpfen (48) mit Alfried aus.

[...]


1 Teil eines Zitats v. Diane Wakoski, Der Vater meines Landes, in: Leonard, Töchter und Väter, S. 21.

2 Honigmann, Barbara: Eine Liebe aus nichts, 2. Auflage, München 2012. Nach dieser Ausgabe wird im Folgenden zitiert. Zitate werden unter Angabe der Seitenzahl im Text nachgewiesen.

3 Braun, Michael: Barbara Honigmann, KLG online, abgerufen am 21.09.2013.

4 Reichart, Liebe aus nichts, Zeit online, abgerufen am 17.09.2013.

5 Ebd.

6 Appleton, Fathers and Daughters, S. x.

7 Braun, Michael: Barbara Honigmann, KLG online, abgerufen am 21.09.2013.

8 Vgl. Fiero, Enthüllen und Verstecken, S. 65.

9 Vgl. ebd.

10 Vgl. Appleton, Fathers and Daughters, S. 14.

11 Vgl. Lermen, Fremde der Heimat, S. 117.

12 Vgl. Appleton, Fathers and Daughters, S. 19f.

13 Vgl. Kuschel, Transitorische Identitäten, S. 98.

14 Vgl. Fiero, Enthüllen und Verstecken, S. 52.

15 Vgl. Leonard, Töchter und Väter, S. 199.

16 Vgl. Appleton, Fathers and Daughters, S. 134.

17 Vgl. Leonard, Töchter und Väter, S. 117.

18 Vgl. Appleton, Fathers and Daughters, S. 147.

19 Vgl. Fiero, Enthüllen und Verstecken, S. 69.

20 Vgl. ebd., S. 67.

21 Vgl. Appleton, Fathers and Daughters, S. 17.

22 Vgl. ebd., S. 13.

Details

Seiten
14
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656926764
ISBN (Buch)
9783656926771
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v294831
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn – Germanistik
Note
1,3
Schlagworte
Barbara Honigmann Honigmann Eine Liebe aus nichts Tochter Vater Tochter-Vater-Beziehung Heimat Heimatlosigkeit Identität

Autor

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