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Der Kontakt zwischen Englisch und Französisch in Montréal

Examensarbeit 2007 100 Seiten

Didaktik - Französisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Ziele der Arbeit
1.2 Zum Aufbau der Arbeit

2. Der Kontakt zwischen Englisch und Französisch in Montréal
2.1 Soziohistorische Aspekte
2.1.1 Die Entdeckung Neufrankreichs
2.1.2 Québec unter britischer Herrschaft
2.1.3 Montréal im Zuge der Industrialisierung
2.1.4 Die Rückeroberung Montréals
2.1.4.1 Am Vorabend der Révolution Tranquille
2.1.4.2 La Révolution Tranquille
2.2 Soziopolitische Aspekte
2.2.1 Die Anfänge der Sprachpolitik in Québec
2.2.2 Die Sprachpolitik Québecs in den 60er Jahren
2.2.3 Die Sprachpolitik Québecs in den 70er Jahren
2.2.3.1 Loi
2.2.3.2 Loi
2.2.4 Auswirkungen von Loi
2.2.4.1 Le visage français du Québec
2.2.4.2 Veränderungen im Bildungsbereich
2.2.4.3 Französisierung von Unternehmen
2.2.4.4 Kritik und Grenzen der Französisierung
2.2.4.5 Sprache und Identität
2.2.5 Aktuelle sprachpoltitische Angelegenheiten
2.3 Soziolinguistische Aspekte
2.3.1 Der Sonderfall Montréal
2.3.1.1 Demolinguistisches Profil
2.3.1.2 Soziolinguistisches Profil
2.3.2 Hypothesen zur Sprachverwendung in Montréal
2.3.2.1 Im Privatleben
2.3.2.2 Im Berufsleben
2.3.2.3 Im Handel undöffentlichen Einrichtungen
2.3.2.4 In den Unterhaltungsmedien
2.3.2.5 Im Bildungssektor

3. Empirie: Umfrage zur Sprachverwendung in Montréal
3.1 Profil der Befragung
3.2 Forschungsmethoden
3.3 Beteiligte der Umfrage
3.4 Die Ergebnisse des Fragebogens
3.5 Überprüfung der Hypothesen anhand der Ergebnisse
3. 6 Fazit der Umfrage

4. Untersuchung : Le visage linguistique de Montréal
4.1 Beobachtungsprofil und Forschungsmethoden
4.2 Ergebnisse und Auswertung
4.3 Fazit der Untersuchung

5. Der Kontakt zwischen Englisch und Französisch in Montréal - ein Fazit

6. Literaturverzeichnis
6.1 Gebundene Literatur
6.2 Zeitschriften
6.3 Zeitungsartikel
6.4 Online- Ressourcen

7. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Québec, die Belle Province, ist die einzige offiziell französischsprachige Provinz Kanadas. Die anglophone Bevölkerung, die in Nordamerika die große Mehrheit bildet, ist hier nur mit ca. 11 % vertreten neben ca. 83 % Frankophonen und ca. 6 % Allophonen (vgl. Schafroth 2006: 438). Schon auf Grund der geographischen Lage, d.h. der Nähe zu den USA sowie weiteren englischsprachigen Provinzen Kanadas, kann Québec zweifellos als Beispiel einer einmalig engen Sprachkontaktsituation angesehen werden (vgl. Reinke 2006: 453). Dabei nimmt die Metropole Montréal, in welcher der Großteil der Anglophonen Québecs lebt, ebenfalls eine Sonderstellung ein, da es hier verstärkt zum Aufeinandertreffen frankophoner und anglophoner Sprache und Kultur kommt; ein Phänomen, das aus dem Alltag der Bevölkerung Montréals schon seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr wegzudenken ist.

Neben persönlichem Interesse am Kulturraum Québec und der französischen Sprache in Kanada stellt der Kontakt zwischen der frankophonen und der anglophonen Sprachgemeinschaft in Montréal ein äußerst interessantes Forschungsgebiet für mich dar, welches ich nachfolgend unter besonderer Berücksichtigung der gesellschaftlichen Faktoren näher betrachten werde. Zudem bieten mir meine Untersuchungen vor Ort im Rahmen einer Forschungsreise die Möglichkeit das ausgewählte Thema in eigener Tätigkeit zu untersuchen und eigene Eindrücke über die aktuelle sprachliche Situation Montréals zu gewinnen. Darüber hinaus halte ich eine praktische Untersuchung für weitaus effektiver als eine rein theoriebezogene Analyse des Themengebietes.

1.1 Ziele der Arbeit

Trudgill beschreibt Sprache als ein soziales Phänomen, deren Erforschung immer in den sozialen Kontext eingebettet sein muss (vgl. Trudgill 1974: 32). Es besteht demnach ein komplexer Zusammenhang zwischen Sprache und Gesellschaft (vgl. ebd. 24), wobei die Soziolinguistik das Teilgebiet der Linguistik darstellt, das sich mit Sprache als soziokulturelles Phänomen beschäftigt (vgl. ebd. 32). Der Schwerpunkt der nachfolgenden Arbeit liegt auf einer soziolinguistischen Untersuchung, nämlich der Analyse des Sprachkontaktes zwischen dem Englischen und dem Französischen im Ballungsraum Montréal sowie den sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Gesellschaft. In sprachlicher Hinsicht unterteilt sich Montréal in drei Hauptgruppen: die Gruppe der Frankophonen, die Gruppe der Anglophonen und die der Allophonen, wobei diese Begriffe von mir in folgender Bedeutung verwendet werden: Der in Québec übliche Terminus „allophon“ bezeichnet jede Person, deren Muttersprache weder Französisch noch Englisch ist, was beispielsweise bei Immigranten oder Autochthonen der Fall ist (vgl. Laur 2002: 138). Mit „frankophon“ werden nachfolgend Personen mit Französisch als Muttersprache, mit „anglophon“ Personen mit Englisch als Muttersprache bezeichnet. In der Soziolinguistik spricht man in diesem Zusammenhang auch von verschiedenen ethnischen Gruppen.

Ein übergeordnetes Ziel meiner wissenschaftlichen Arbeit besteht in der genauen Untersuchung und der kritischen Darstellung des oben genannten Themenkomplexes, dessen Inhalt sich in zwei große Hauptteile untergliedern lässt. Im ersten Teil soll vor allem verdeutlicht werden, wie es historisch gesehen zum Zusammentreffen der beiden Sprachgemeinschaften in Québec und speziell in Montréal kommt, wie die Politik mit Hilfe unterschiedlicher Sprachgesetze auf Konflikte der beiden Parteien reagiert und wie die Sprachverwendung der Bevölkerung dadurch beeinflusst wird. Im praktischen Teil werden die gesellschaftlichen Auswirkungen des Sprachkontakts mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens durchleuchtet, wobei es vor allem darum geht die Sprachverwendung der Frankophonen in Montréal in den Bereichen Privatleben, Arbeitsleben, Medien und Schulbildung genauer zu untersuchen. Ziel ist es nicht ein allgemeingültiges, repräsentatives Muster zu entwickeln, sondern vielmehr ein Trendverhalten zur Sprachverwendung der Frankophonen in der Stadt Montréal aufzuzeigen, welche eine Zone permanenten Kontaktes zwischen Englisch und Französisch darstellt. Dazu werden die im ersten Teil erläuterten Hypothesen zum Thema mit den Ergebnissen der Befragung auf ihren tendenziellen Wahrheitsgehalt überprüft. Es folgt eine ebenfalls im Rahmen des Forschungsaufenthaltes durchgeführte Untersuchung zum linguistischen Erscheinungsbild Montréals mit Schwerpunkt Beschilderung. Das Visualisieren der verschiedenen Ethnien unter Verwendung von Photographien dient zur qualitativen Festigung der gesammelten Daten. Demzufolge fließen neben Informationen zum aktuellen Forschungsstand auch eigene Untersuchungs- und Analyseergebnisse in die Auswertung der Arbeit mit ein.

Auf Grund der Zeit- und Themenbeschränkung beziehe ich mich in erster Linie auf die gesellschaftlichen Faktoren des Sprachkontaktes in Montréal. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass auch sprachinterne Aspekte wie lexikalische Besonderheiten der französischen Sprache in Québec im Sinne von Anglizismen und Entlehnungen, die auf Grund des permanenten Kontaktes mit dem Englischen entstanden sind, ein aufschlussreiches Untersuchungsgebiet darstellen, mit denen sich beispielsweise Darbelnet und Bossé-Andrieux näher beschäftigen (vgl. Darbelnet 1990 und Bossé- Andrieux 1988). Ein ebenso interessanter Themenkomplex stellen auch die Sacres dar, eine weitere Besonderheit des Québécois, die beispielsweise Razafimandimbimana näher erläutert (vgl. Razafimandimbimana 2005). Mit dem Kontakt zwischen den Frankophonen und der Sprache und Kultur der zahlreichen Immigranten in Montréal setzen sich unter anderem Bayley und Schecter auseinander (vgl. Bayley 2003).

1.2 Zum Aufbau der Arbeit

Der theoretische Teil der wissenschaftlichen Arbeit befasst sich zunächst mit soziohistorischen und sprachgeschichtlichen Hintergründen zur Provinz Québec und liefert zum besseren Verständnis der sprachlichen Situation einen geschichtlichen Exkurs von der Entdeckung Neufrankreichs über die Révolution Tranquille bis hin zum 20. Jahrhundert. Das erste Kapitel erläutert demnach einführend die historische Entstehung und die Wurzeln des englisch-französischen Sprachkontaktes in Québec und deren Metropole Montréal. Dabei soll vor allem geklärt werden, welche historischen Faktoren zum Kontakt der beiden Sprachgemeinschaften führen und wie sich diese auf deren Zusammenleben auswirken.

Thema des zweiten Kapitels ist der soziopolitische Kontext Québecs. Es behandelt die Anfänge der aktiven Sprachpolitik zur Zeit der Révolution Tranquille und deren Weiterentwicklung bis heute, wobei vor allem am Beispiel der linguistischen Situation Montréals untersucht werden soll, wie die Politik auf die Koexistenz der verschiedenen Sprachgemeinschaften reagiert. Darüber hinaus beschäftige ich mich mit der Frage wie das Zusammenleben der Sprachgemeinschaften konkret aussieht, welche Spannungen und Konflikte sich daraus ergeben und mit welchen Gesetzen die Politik auf diese antwortet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Sprachgesetzen mit dem größten Spannungspotenzial sowie deren gesellschaftlichen Folgen.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der besonderen Situation Montréals in demolinguistischer und soziolinguistischer Hinsicht und untersucht die Sprachverwendung der frankophonen Bevölkerung als Folge des permanenten Kontaktes mit dem Englischen unter Berücksichtigung der zuvor angeführten gesetzlichen Bestimmungen. Dabei werden als Vorstufe zum Praxisteil bestehende Theorien zur Sprachverwendung in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen wie Privatleben, Arbeitsleben, Medien und Schulbildung durchleuchtet. Als Diskussionsgrundlage für die empirische Studie im Anschluss werden verschiedene Hypothesen formuliert, welche im weiteren Verlauf der Arbeit mit den Tendenzen der Befragung sowie mit eigenen Eindrücken zu vergleichen und zu falsifizieren bzw. zu verifizieren sind.

Im Praxisteil werden die erhobenen Hypothesen mit Hilfe der Ergebnisse aus eigener Recherche anhand der Befragung im Forschungsgebiet Montréal auf ihren tendenziellen Wahrheitsgehalt untersucht. Außerdem dienen weitere persönliche Beobachtungen im Rahmen des Forschungsaufenthaltes dazu festzustellen, ob und inwiefern das Aufeinandertreffen der verschiedenen Kulturen in Montréal für eine neutrale Person sichtbar ist. Hier beziehe ich mich in erster Linie auf frankophone und anglophone Facetten der Stadt im Bereich Beschilderung und Architektur. Einen runden Abschluss bildet das Schlussfazit, in dem die Ergebnisse und Beobachtungen resümiert und erläutert werden.

2. Der Kontakt zwischen Englisch und Französisch in Montréal

2.1 Soziohistorische Aspekte

Zunächst soll anhand der wichtigsten Eckdaten ein grober Überblick zur Geschichte Québecs und Montréals gegeben werden um die Entstehung des Kontaktes zwischen der englischen und französischen Sprache und Kultur historisch zu erklären. Dabei wird das Aufeinandertreffen der verschiedenen Sprachgemeinschaften von der Entdeckung Neufrankreichs bis zum 20. Jahrhundert veranschaulicht. Ziel ist es demzufolge aufzuzeigen, wie der Sprachkontakt entstanden ist und wie dieser sich bis heute entwickelt hat.

2.1.1 Die Entdeckung Neufrankreichs

Kanada wird im Jahre 1534 unter der Herrschaft Franz I von Jacques Cartier entdeckt, der durch die Meerenge von Belle-Isle eindringt und in der heutigen Gaspésie landet (vgl. Niederehe 1977: 10). Im Jahre 1608 befährt Samuel de Champlain den Saint- Laurent und gründet an der Stelle, an welcher der Fluss sich verengt, die Stadt Québec (Tremblay 1980: 25). Auf Grund freundschaftlicher Beziehungen zu den Huronen und den Algonkin gelingt es den Franzosen innerhalb kurzer Zeit das Gebiet der großen Seen zu erschließen, Neu-Frankreich anzugliedern und von dort den Pelzhandel zu führen. 1642 gründet Chomedy de Maisonneuve die Stadt Montréal (vgl. Niederehe 1977: 11). Durch den Kontakt zwischen Franzosen und Autochthonen kommt es zu verschiedenen Entlehnungen aus der Autochthonensprache, welche sich bis heute in Orts- und Straßennamen der Provinz Québec sowie als Begriffe in Flora und Fauna erhalten haben (vgl. Cajolet-Langanière 1995: 50ff).

Zwischen 1665 und 1713 gelingt es den Franzosen Neufrankreich zu vergrößern und alle Flussbecken, die zu den Pelzgebieten führen, zu kontrollieren, wobei es ständig zu Unruhen zwischen den Kolonialmächten Neuenglands und Neufrankreichs kommt (vgl. Niederehe 1977: 11). Aus den in Europa seit 1618 bestehenden kaiserlichen Kriegen zwischen England und Frankreich geht Frankreich als Verlierer hervor und wird gezwungen den Vertrag von Utrecht zu unterschreiben und somit die Hudson-Bucht,

Neufundland sowie Französisch-Arkadien an England abzugeben (vgl. Niederehe 1977: 11). Im Jahre 1759 greifen die Engländer das Gebiet des heutigen Québecs an und erobern es. Nachdem diese als Sieger aus dem Siebenjährigen Kriege hervorgehen, muss Frankreich das heutige Québec an England abtreten, welches mit der Unterzeichnung des Traitéde Paris 1763 offiziell zur englischen Provinz wird (vgl. Niederehe 1993: 51). Dieser Zeitpunkt markiert die Anfänge des Sprachkontaktes zwischen der französischen und der englischen Sprache und deren Sprechern im heutigen Québec.

2.1.2 Québec unter britischer Herrschaft

Nach der englischen Eroberung im Jahre 1760 kehrt die Mehrheit der frankophonen Elite aus den Bereichen Verwaltung, Politik und Handel nach Frankreich zurück und lässt ca. 70.000 Frankokanadier, vorwiegend bestehend aus Bauern sowie einer kleinen Oberschicht frankophoner Kleriker, zurück (vgl. Niederehe 1977: 13). Unter ihrer Herrschaft besetzt die englische Bevölkerungsschicht alle wirtschaftlichen, administrativen und politischen Führungspositionen und dominiert die sich neu organisierende Gesellschaft (vgl. Reinke 2006: 455). Englisch wird zur alleinigen Amtsprache Québecs. Allerdings erlässt England bereits 1774 ein Gesetz, das auch als Akte von Québec bekannt ist, und den frankokanadischen Katholiken wieder den Zutritt zu Verwaltungsposten öffnet, ihnen erlaubt ihre Religion auszuüben und ihnen bürgerliches Recht sowie das Recht auf Verwendung ihrer Sprache gewährt (vgl. Niederehe 1977: 13f). Demzufolge wird es den Frankophonen ermöglicht ihre Sprache, Religion und somit ihre Kultur zu bewahren. Darüber hinaus erhalten die Frankokanadier nach ihrer Unterstützung der Anglophonen Kanadas in der Rebellion gegen England die politische Macht Nieder-Kanadas, dem heutigen Québec, in dem sie zahlenmäßig die Mehrheit bilden. Die Anglophonen hingegen kontrollieren Ober- Kanada, das heutige Ontario (vgl. ebd. 14).

Trotz der überwiegend frankophonen Bevölkerung entwickelt sich Montréal auf Grund einer starken anglophonen Elite zu einem wichtigen Handelszentrum mit englischem Charakter (vgl. Levine 1990: 8). Zwischen 1830 und 1850 kommt es zu einer beträchtlichen Zahl an Einwanderern aus Großbritannien und den Vereinigten Staaten, die in Montréal für kurze Zeit eine englischsprachige Mehrheit bilden (vgl. Niederehe 1977: 14). Diese wird allerdings im Jahre 1860 erneut durch eine französischsprachige Mehrheit ersetzt auf Grund des Zustroms vieler Frankophoner aus ländlichen Gebieten Québecs sowie deren außerordentlichen demographischen Vitalität, auch als Revanche des Berceaux bekannt (vgl. Niederehe 1977: 14).

Zur gleichen Zeit ringen britische Kaufleute mit einer frankophonen Mittelklasse und einer katholischen Elite um politische Machtansprüche. Diese Spannungen führen in den Jahren 1837 und 1838 zu Rebellionen (vgl. Levine 1990: 28). Bereits 1840 versuchen die Briten mit der Einheitsakte die Frankophonen zu assimilieren, indem sie eine einzige englisch dominierte Regierung für das vereinigte Kanada gründen, deren Gesetzgebung allein das Englische als offizielle Sprache zulässt und Französisch verbietet (vgl. ebd. 28). Jedoch macht die Gründung der Kanadischen Konföderation 1867 die Frankokanadier wieder zu Herren im eigenen Land; die Stellung der französischen Sprache gewinnt an Bedeutung und wird neben dem Englischen als offizielle Sprache Kanadas anerkannt (vgl. Niederehe 1977: 14f). Dies beruht allein auf Artikel 133 der Britischen Nordamerika Akte, in der es heißt, dass das Französische auf Bundesebene in der Legislativen und Judikativen dem Englischen gleichgestellt sein soll, in der Provinz Québec allerdings auch in der Exekutive (vgl. ebd. 219). Darüber hinaus soll nach Artikel 93 die französische Sprache auch im Bereich Bildung geschützt werden (vgl. Labrie 1996: 241). Trotz der Zugeständnisse hat Québec um die Gleichberechtigung der französischen Sprache zu kämpfen, denn im Wirtschaftsleben Montréals bleibt Englisch die führende Sprache der Industrie (vgl. Niederehe 1977: 219).

Auf Grund der Tatsache, dass das zahlenmäßig kleine Volk der Frankokanadier, dessen Kontakt zum Mutterland Frankreich als Kulturquelle über einen langen Zeitraum hinweg abgeschnitten ist, es trotz permanentem englischen Einfluss schafft seine Sprache und Kultur aufrechtzuerhalten, kann man auch vom Wunder von Québec sprechen (vgl. Niederehe 1977: 15). Dieses besteht zudem darin, dass das frankokanadische Volk, das in der Mitte des 18. Jahrhunderts noch größtenteils aus armen, bäuerlichen Analphabeten besteht, unter englischer Herrschaft weiterlebt und sich bis heute zu einer modernen französischsprachigen Bevölkerung von ca. 6 Millionen Menschen entwickelt. In diesem Zusammenhang ist das Phänomen der Revanche des Berceaux zu nennen, wobei es sich um eine besondere Art von

Widerstandsbewegung handelt, mit welcher die französischsprechende Bevölkerung Québecs durch eine relativ hohe Geburtenrate im 19. Jahrhundert ihre Sprecher beträchtlich steigert und somit die Aufrechterhaltung der französischen Sprache und Kultur sichert (vgl. Niederehe 1977: 10). Dabei spielt vor allem die katholische Kirche eine bedeutende Rolle, welche das durch die Abwanderung der französischen Elite entstandene Vakuum füllt, eine Art Beraterfunktion für die Frankophonen einnimmt und sich um die schulische Bildung derer Kinder kümmert. Anstatt sich der anglophonen Gesellschaft anzupassen und demzufolge Risiko zu laufen Traditionen, Kultur und Sprache zu verlieren, lassen sich die zurückgelassenen Frankophonen davon überzeugen, ihre engen Beziehungen zur katholischen Kirche und ihren Glauben weiterhin zu pflegen und ein von der Agrarwirtschaft bedingtes Leben mit kinderreichen Familien zu führen. Nur in dieser Weise sind ein Standhalten gegenüber dem englischen Einfluss und der Erhalt der Identität gewährleistet.

2.1.3 Montréal im Zuge der Industrialisierung

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird Montréal im Zuge der Industrialisierung zu einem wichtigen Zentrum im Bereich der textil-, tabak- und lederverarbeitenden Industrie (vgl. Sancton 1985: 14). Das Anwachsen der Stadt zwischen 1951 und 1961 ist auf natürlichen Zuwachs, d.h. einer höheren Geburten- als Sterblichkeitsrate, sowie zum anderen auf den Zustrom von Personen anderer Provinzen Kanadas zurückzuführen (vgl. Joy 1972: 106) . Die Urbanisierung und explosionsartige Vergrößerung des Ballungsraumes Montréals ist ebenfalls bedingt durch die Immigration Anglophoner und die Migration zahlreicher Frankokanadier, die die ländlichen Gebiete Québecs auf der Suche nach Fabrikarbeit verlassen und in die Stadt ziehen (vgl. Sancton 1985: 60). Dabei sorgt die katholische Kirche anhand ihrer Institutionen weiterhin für die Trennung der beiden Sprachgemeinschaften und trägt zur Aufrechterhaltung einer kulturellen Barriere zwischen dem französischsprachigen Québec und dem anglophonen Nordamerika bei (vgl. ebd. 61).

Nach Abbruch der Kontakte mit Paris kommt es zu engen Geschäftsverbindungen mit London, wodurch der britische Kapitalismus in die kanadische Wirtschaft gelangt (vgl. McNicoll 1993: 132). Die Wirtschaft Montréals ist ausschließlich von angelsächsischer Vorherrschaft geprägt sodass die Stadt zu dieser Zeit einer englischen

Industriemetropole gleicht, in der das Englische als Sprache des sozialen und wirtschaftlichen Aufstieges angesehen wird (vgl. Sancton 1985: 19). Dabei ist es auch die britische Elite, die die Führungspositionen des damaligen Wirtschafts-, Finanz- und Handelszentrums Kanadas einnimmt; Frankophone und katholische Einwanderer aus Irland hingegen bilden zwischen 1871 und 1911 das Proletariat (vgl. McNicoll 1993: 121). Demnach bestehen erhebliche Diskrepanzen bei den Einkommensverhältnissen der verschiedenen Gruppen, wobei letztere in wirtschaftlicher Hinsicht eindeutig benachteiligt sind (vgl. Sancton 1985: 20). Die daraus resultierende Unzufriedenheit der Frankophonen über deren wirtschaftliche Benachteiligung erhöht sich im darauf folgenden Jahrhundert noch beträchtlich und führt zu verschärften Konflikten.

2.1.4 Die Rückeroberung Montréals

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird Montréal mit weiteren tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert. Die ethnische Zusammensetzung der Stadt, die bis dato hauptsächlich aus einer frankophonen und einer anglophonen Sprachgemeinschaft besteht, verändert sich mit dem Zustrom zahlreicher Immigranten aus Europa. Die Einwanderungswellen zwischen 1901 und 1931 sowie zwischen 1945 und 1961 führen zum weiteren Anwachsen Montréals und verwandeln es in eine multikulturelle Stadt (vgl. Levine 1990: 9). Bis zu den 60er Jahren existiert in Montréal eine Zwei-Klassen- Gesellschaft bestehend aus einer anglophonen Oberschicht an der Spitze der Gesellschaft, die sich durch ihre Sprache, Kultur und Verteilung in der Stadt von der frankophonen Klasse abschottet (vgl. McNicoll 1993: 121). Wegen der Isolation der beiden Gruppen besteht gleichzeitig ein geringer Anreiz sowohl für Anglophone als auch für Allophone die französische Sprache zu lernen, da es auch ohne deren Beherrschung möglich ist einen relativ hohen Lebensstandard zu genießen (vgl. Levine 1990: 25). Stattdessen nähern sich zahlreiche jüdische, italienische, griechische und portugiesische Immigranten der anglophonen Gemeinschaft an und nehmen gleichzeitig das Englische als Sprache ihrer neuen Heimat an (vgl. ebd. 10). Als Grund dafür ist nicht nur die Attraktivität des Englischen in der Arbeitswelt zu nennen, sondern auch die Tatsache, dass das Schulsystem der Anglophonen weit besser ausgebaut und finanziert ist (vgl. ebd. 58). Diese Tendenz erhöht die Anzahl der Sprecher der englischen Sprache in Montréal erheblich und stellt eine Bedrohung für die

Aufrechterhaltung der Mehrheit der Frankophonen dar, worauf diese reagieren müssen um einer Assimilation zu entgehen.

2.1.4.1 Am Vorabend der Révolution Tranquille

Levine beschreibt diese Zeit verschiedener wirtschaftlicher, kultureller und demographischer Umbrüche in Québec als Wurzeln der Révolution Tranquille. Zu den wirtschaftlichen Faktoren zählt beispielsweise die Ablösung Montréals als anglophones Wirtschaftszentrum Kanadas durch Toronto (vgl. Levine 1990: 41f). Dies stellt eine Beschneidung der anglophonen Macht in Montréal dar und bietet den Frankophonen eine Gelegenheit ihre eigene Wirtschaft auszubauen. Dazu kommt ein demographischer Wandel in der frankophonen Gemeinschaft, da diese im Zuge der Urbanisierung ihre Zahl in Montréal verdoppelt. Dies begünstigt wiederum das Aufeinandertreffen vieler frankophoner Künstler in der Stadt, die dort gemeinsam kulturelle Aktivitäten wie z.B. die Eröffnung neuer Theater fördern sodass Montréal schließlich zu einem Zentrum frankokanadischer Kultur anwächst, in dem sich die frankophone Identität als moderne französischsprechende Gesellschaft neu formuliert und von der angloamerikanischen Kultur deutlich abhebt (vgl. ebd. 43ff). Dazu kommt, dass die neu entstehende französische Mittelschicht ihre Unzufriedenheit über die gegenwärtige Situation Montréals ausdrückt, in der ein sozialer und wirtschaftlicher Aufstieg in einem anglophon dominierten System nur durch Assimilation zum Englischen möglich ist. Aus diesen Gründen wird aus der traditionellen Provinz ein modernes Québec (vgl. Cajolet-Langanière 1995: 61), in dem die Frankophonen das Ziel verfolgen in dem Gebiet, das ihnen zusteht, die wirtschaftliche Macht zurück zu erobern und Herren im eigenen Land zu werden.

2.1.4.2 La Révolution Tranquille

Die Hauptaspekte der Révolution Tranquille, die etwa 1960 mit dem Beginn der Regierungszeit Jean Lesages einsetzt, bestehen in einem neuen Neo-Nationalismus und dem Erstarken der Quebecer Regierung, die entscheidende Änderungen einführt (vgl. Levine 1990: 46). Die Macht der Kirche geht deutlich zurück. Dies zeigt sich beispielsweise in der Übernahme des Bildungsbereiches sowie des Gesundheitswesens durch die Regierung. Die zunehmende Säkularisierung des frankophonen Lebens drückt sich gleichzeitig in einem beträchtlichen Geburtenrückgang aus (vgl. Niederehe 1977: 15). Ebenso wird ein starker Rückgang religiöser Praktiken verzeichnet, und die Gesellschaft öffnet sich dem modernen Leben. Mit der Machtübernahme der liberalen Partei unter Jean Lesage 1960 bis 1966 kommt es zu zahlreichen Verstaatlichungen und einer verstärkten finanziellen Unterstützung frankophoner Unternehmen seitens der Regierung Québecs (vgl. Levine 1990: 46). Mit den in Montréal in den 60er und 70er Jahren stattfindenden internationalen Veranstaltungen wie die Weltausstellung und die Olympischen Spiele zeigt die Stadt weltweit Präsenz (vgl. Anctil 1984: 441). Zudem folgen große Projekte der Provinzregierung im Energiesektor wie das Projet da la Baie James, dem Bau mehrerer Wasserkraftwerke zur Elektrizitätsgewinnung durch Hydro Québec.

Vor der Regierungszeit Jean Lesages sind die Frankophonen vorwiegend im Handwerk oder in Berufen wie Priester, Rechtsanwalt und Arzt vertreten; die Anglophonen hingegen besetzen die Spitzenjobs in der Wirtschaft (vgl. Joy 1972: 108f). Der durch die zunehmende Demokratisierung bedingte Machtverlust der Kirche im Bildungsbereich führt zu einer Modernisierung des Schulsystems. Die Gehälterkluft zwischen englischsprachigen und französischsprachigen Arbeitnehmern schrumpft, und die beruflichen Aufstiegschancen der Frankophonen verbessern sich deutlich. Nach dem Motto „French Power“ unterstützt auch die kanadische Regierung unter Trudeau kleine und mittelständige frankophone Unternehmer und trägt somit deutlich zur Herausbildung einer neuen frankophonen Bourgeoisie bei (vgl. McNicoll 1993: 84).

Darüber hinaus kommt es verstärkt zur Integration von Immigranten in die frankophone Sprachgemeinschaft. Anfangs wird die Aufnahme von Einwanderern durch die katholische Kirche stark gebremst, da deren Werte schwer mit denen protestantischer Immigranten zu vereinbaren sind (vgl. ebd. 124). Anders als die bis dahin relativ homogene, geschlossene Gruppe der Frankophonen, nehmen die Anglophonen Immigranten schneller in ihre Gemeinschaft auf. Dies hat anfänglich zur Folge, dass zahlreiche Immigranten ihre Kinder in englische Schulen schicken und sich somit die Zahl der Englischsprachigen deutlich erhöht (vgl. Levine 1990: 60). Aus diesem Grund sowie angesichts einer eigenen niedrigen Geburtenrate, steigt das Interesse der Frankophonen an der Eingliederung der Immigranten in ihre Sprachgemeinschaft deutlich. Ab 1960 betreibt Québec eine aktive Sprachpolitik, mit deren Hilfe unter anderem versucht wird die Immigranten gesetzlich dazu zu verpflichten sich im Bildungsbereich in die frankophone Gemeinschaft zu integrieren. Dies ist Bestandteil des nächsten Kapitels und wird in diesem genauer ausgeführt.

Neben wirtschaftlichen und sozialen Neuerungen ist auch eine zeitgleich einsetzende Mentalitätsveränderung bei der frankophonen Bevölkerung festzustellen. Unter der Révolution Tranquille erlangen diese ein neues Selbstbewusstsein und ein Gefühl des Stolzes der frankophonen Gemeinschaft anzugehören (vgl. Levine 1990: 48). Dabei spielt die sich herausbildende frankophone Mittelschicht eine führende Rolle. Dieser wird schnell bewusst, dass die Frankophonen um laut ihrem Motto „ Ma î tres chez nous “ wieder Herren im eigenen Land und vor allem im Bereich der Wirtschaft zu werden, die Stärke der Anglophonen und deren Sprache in Montréal abschwächen und die Stadt wieder zu einem frankophonen Zentrum umformen müssen (vgl. ebd. 40). Ein zentrales Thema ist demnach die Förderung wirtschaftlicher und kultureller Interessen der Frankophonen (vgl. ebd.). Mit ihrem Slogan „ C ’ est le temps queça change! “ spiegelt auch die Wahl der liberalen Partei am 22. Juni 1960 diese Haltung wider und markiert zugleich den Beginn der Umwälzungen (vgl. Cajolet-Langanière 1995: 61). Um den Bezug zur Provinz Québec statt zu Kanada zu festigen wird besonders seitens der Nationalisten der Begriff Canadien Français durch Québécois ersetzt.1 Dessen Bedeutung scheint heutzutage allerdings ambivalent zu sein, da er jede Person bezeichnen kann, die in der Provinz Québec lebt.

Mit der Révolution Tranquille ändert sich das traditionelle Bild der Frankokanadier als bäuerliches, wenig gebildetes und unterdrücktes Volk mit strengen katholischen Werten. Denn noch vor diesen Umbrüchen ist die frankophone Gesellschaft von Großfamilien geprägt, die oft ein isoliertes und sehr primitives Leben ohne Strom führt, teilweise ohne schulische Bildung. Vor allem die älteren Generationen sind sehr katholisch und pflegen ihre Werte und Traditionen. Der plötzliche Wechsel von streng katholisch zu säkular ist jedoch auch mit Nachteilen wie Scheidungen und zerrütteten Familien verbunden, andererseits erhalten die Frankophonen bessere Ausbildungschancen und werden weltoffener. Bis heute ist Québec auf Grund der frankophonen Kultur und Sprache eine besondere Provinz Kanadas. Die Separatismusbewegungen und die beiden Referenda zur Souveränität Québecs, deren Ergebnisse äußerst knapp ausfielen, zeigen, dass sich ein Großteil der Bevölkerung weiterhin vom Rest Kanadas abheben möchte.

2.2 Soziopolitische Aspekte

Das folgende Kapitel gibt einen Überblick über die Sprachpolitik Québecs von den Anfängen bis heute. Dabei soll verdeutlicht werden wie das Aufeinandertreffen Anglophoner und Frankophoner und die daraus resultierenden Auseinandersetzungen zum politischen Thema werden und wie die Politik auf diese reagiert. Aufgezeigt werden die wichtigsten Gesetze von den Anfängen und Höhepunkten in den 60er und 70er Jahren bis hin zur gegenwärtigen Sprachpolitik in Québec. In diesem Zusammenhang werden die aus den Sprachgesetzen resultierenden Folgen zur Sprachverwendung sowie weitere gesellschaftliche und wirtschaftliche Konsequenzen für Québec und vor allem Montréal dargestellt. Dabei sollen im Besonderen die gesetzlichen Grundlagen angeschnitten werden, die für die praktischen Untersuchungen im zweiten Teil der wissenschaftlichen Arbeit relevant sind, d.h. in erster Linie Sprachgesetze, die sich auf die Bereiche Arbeitsleben, Bildung, Medien sowie Beschilderung beziehen.

2.2.1 Die Anfänge der Sprachpolitik Québecs

Nach Gründung der kanadischen Konföderation 1867 bestehen in Kanada zwei Regierungsarten, die föderale Regierung und die jeweiligen Provinzregierungen (vgl. McNicoll 1993: 57). 1910 versucht die Regierung Québecs erstmals in die sprachliche Situation Montréals mit Hilfe des Loi Lavergne einzugreifen. Dieses regelt den Sprachgebrauch öffentlicher Versorgungseinrichtungen wie Eisenbahn-, Telefon- und Energieversorgungsunternehmen, die speziell in Montréal ausschließlich in englischer Sprache arbeiten. Nach Loi Lavergne müssen diese nun ihre Öffentlichkeitskommunikation in Form von Rechnungen, Aushängen in Büros und Bahnhofsgebäuden, Zugtickets und Verträgen sowohl in englischer als auch in französischer Sprache führen (vgl. Levine 1990: 34). 1937 erlässt die Quebecer Regierung ein weiteres Gesetz, welches bei der Interpretation von Gesetzen und Regelungen der Provinz französischen Texten den Vorrang bietet und somit ebenfalls die Verwendung der französischen Sprache fördert (vgl. ebd.).

2.2.2 Die Sprachpolitik Québecs in den 60er Jahren

Ab den 60er Jahren spricht man in Québec von einer aktiven Sprachpolitik, die sich vorwiegend um die Verwaltung des sprachlichen Pluralismus kümmert und deren Entwicklung von einem Schwanken zwischen Konflikten und sprachlichen Kompromissen der verschiedenen Gruppen geprägt ist (vgl. Labrie 1996: 240). Dabei setzt die Révolution Tranquille bereits eine Aufwertungsbewegung des Französischen in Gange, ein Prozess, der sich auch in den Gesetzesentwürfen niederschlägt, die dem Parlament vorgelegt werden.2 Man beschäftigt sich vor allem intensiv mit der Tatsache, dass eine zunehmende Anglisierung der Immigranten durch die Eingliederung in englische Schulen langfristig gesehen zu einer Abnahme der Zahl der Frankophonen führt. Dabei kommen die Einwanderer vor allem aus wirtschaftlichen Gründen nach Québec und entscheiden sich in ihrer neuen Heimat meist für die Sprache mit den besseren Erfolgsaussichten und einem höheren Maß an Mobilität, d.h. mit Eigenschaften, die in Montréal vor allem mit der englischen Sprache verbunden werden.3 Es stellt sich somit die Frage, ob Immigranten generell dazu gezwungen werden sollen französische Schulen zu besuchen oder ob man ihnen eine freie Schulwahl überlässt und stattdessen versucht sie mit Hilfe verschiedener Eingliederungsmethoden zu ermutigen sich für eine französische Schulbildung zu entscheiden (vgl. Levine 1990: 86).

Besonders in Montréal ist die Sprachenfrage im Bildungsbereich ein brisantes Thema, wird heftig debattiert und führt vermehrt zu Krisen, darunter beispielsweise die Krise von Saint-Léonard im Jahre 1969, einem Stadtteil Montréals, in dem der Anteil der italienischen Einwanderer bei ca. 27 % liegt (vgl. Labrie 1996: 243). Die Immigranten italienischer Herkunft wollen im anglophonen Bereich bleiben um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben sowie ihre Mobilität auf dem nordamerikanischen Kontinent zu sichern. Daher protestieren sie stark gegen die Regelung der zuständigen

Schulkommission den Unterricht nur noch auf Französisch zu halten, unter anderem in Form von illegalem Unterricht in privaten Haushalten und zahlreichen Demonstrationen (vgl. ebd.). Dieser Konflikt dehnt sich bis auf die Regierungsebene Québecs aus, worauf von diesem Zeitpunkt an unter dem Druck der Öffentlichkeit weitere Sprachgesetze folgen.4 Im Jahre 1968 tritt Loi 85 in Kraft, das die Rechte von Minderheitensprachen in der Schulbildung sichert und somit einerseits freie Wahl der Unterrichtssprache gewährt, andererseits aber ein Basiswissen der französischen Sprache bei allen Schulabsolventen voraussetzt (vgl. Levine 1990: 74). Dieses Gesetz wird im Jahre 1969 mit dem Erlass von Loi 63 weitergeführt. Da eine freie Wahl der Unterrichtssprache jedoch gleichzeitig eine zahlenmäßige Verkleinerung der frankophonen Gruppe bedeutet, kommt es vermehrt zu starker Kritik sowie zu Protestbewegungen gegen Loi 63 seitens der Frankophonen (vgl. ebd. 79f).

2.2.3 Die Sprachpolitik Québecs in den 70er Jahren

In den 70er Jahren, in denen sich die gesellschaftlichen und sprachlichen Spannungen in Québec weiter zuspitzen, gibt es vor allem in Montréal heftige Auseinandersetzungen unter anderem in Form von Demonstrationen und Entführungen (vgl. ebd. 89). Besonders radikal sind die Anschläge der Front de Libération du Québec (FLQ), welche das Ziel einer völligen Unabhängigkeit Québecs verfolgt und bereit ist dies mit Terror- und Bombenanschlägen gewaltsam durchzusetzen.5 In diesem Zusammenhang spricht man auch von der Crise d ’ octobre von 1970, die mit der Entführung des britischen Handelsattachés James Richard Cross am 5. Oktober 1970 einsetzt. Des Weiteren kommt es zur Entführung von Pierre Laporte, dem Arbeitsminister von Québec sowie dem Versand zahlreicher Briefbomben nach Westmount, einem englischen Nobelviertel in Montréal.6 Zwar sind Konflikte und Gewalt zwischen Frankophonen und Anglophonen keine Neuheit, auf solche Ereignisse muss die Politik allerdings mit verschärften Sprachgesetzen reagieren.

2.2.3.1 Loi 22

Im Jahre 1968 wird in Québec eine Untersuchungskommission ins Leben gerufen, die Commission Gendron, welche das Ziel verfolgt die Situation der französischen Sprache und der sprachlichen Rechte genauer zu untersuchen (vgl. Sauriol 1997: 204). Unter besonderer Berücksichtigung des Konkurrenzverhaltens zwischen dem Englischen und dem Französisch kommt man zum Ergebnis, dass die französische Sprache rechtlich geschützt werden muss. 1974 tritt Loi 22 in Kraft, das allein dem Französischen den Status einer offiziellen Sprache in Québec zuspricht (vgl. Razafimandimbimana 2005: 36). Robert Bourassa, Kopf der damaligen Regierung, rechtfertigt dieses Gesetz wie folgt: „La langue française constitue un patrimoine national que l’État a le devoir de tout mettre en œuvre pour en assurer la prééminence et pour favoriser l’épanouissement et la qualité.“7 Loi 22 regelt die Verwendung der französischen Sprache in allen öffentlichen Dokumenten, Firmennamen, öffentlichen Aushängen, Reklametafeln und Plakatwänden und bezieht sich hauptsächlich auf die Förderung des Französischen im wirtschaftlichen Bereich (vgl. Levine 1990: 99f). Es erlaubt einen französisch- englischen Bilinguismus bei öffentlichen Aushängen, verbietet diesen jedoch bei kommerziellen Aushängen mit der Begründung, dass die Sprache der Aushänge einen starken Einfluss auf die Sprachverwendung im Handel ausübe (vgl. Bourhis 2002: 108).

Gleichzeitig wird Französisch zur Unterrichtssprache öffentlicher Schulen und begrenzt den Besuch englischsprachiger Schulen auf diejenigen Personen, die über ausreichendes Wissen in Englisch verfügen, wodurch englische Schulbildung zu einem Privileg wird (vgl. Levine 1990: 102). Obwohl mit Loi 22 die Zahl der Anmeldungen an französischen Schulen weiterhin stagniert, bringt es bereits eine bedeutende Verlagerung des sprachlichen Gleichgewichtes in Montréal zum eindeutigen Nachteil für die Anglophonen mit sich, welcher sich innerhalb kürzester Zeit noch weiter verschärfen wird (vgl. ebd. 107).

2.2.3.2 Loi 101

Im Jahre 1976 findet Ereignis statt, welches einen Meilenstein für die Umwälzungen der sprachlichen Situation Québecs bedeutet; der Wahlsieg der Parti Québécois unter René Lévesque (vgl. ebd. 111f), der bereits anlässlich seiner Wahlkampagne mit einer Verschärfung von Loi 22 wirbt. Das Ergebnis der Sprachdebatte ist Loi 101, welches einen weiteren Schritt zur Stärkung der Bedeutung und der Verwendung der französischen Sprache in Québec darstellt. Mit dem Ziel die Qualität und die Entwicklung des Französischen zu sichern wird 1977 die Charte de la Langue Française von der Nationalversammlung angenommen (vgl. Razafimandimbimana 2005: 41). Diese tendiert dazu die Verwendung der französischen Sprache in der Öffentlichkeit Québecs vor allem in den Bereichen Bildung, Arbeit und Beschilderung durchzusetzen (vgl. ebd. 43). Kontrollinstitutionen wie das Office Québécois de la Langue Française8 und der Conseil de la Langue Française überwachen die Einhaltung dieses Gesetzes (vgl. ebd. 42f). Das 1963 gegründete OQLF mit Sitz in Montréal ist ebenfalls Hauptinstrument zur Planung sprachlicher Angelegenheiten der Provinz und teilt sich diese Aufgabe mit dem Conseil de la Langue Française (vgl. Heller 2002: 47). Es ist zudem für die Überwachung und Bewertung der Französisierung von Unternehmen verantwortlich und stellt so genannte Französisierungszertifikate aus (vgl. ebd. 49). Da eine weitere Aufgabe in der Annahme von Beschwerden über Verstöße gegen die Charte de la Langue Française besteht, wird das OQLF vor allem von Anglophonen oft ironisch als „Sprachpolizei“ etikettiert.9

Loi 101 setzt sich aus mehreren Artikeln zusammen und erhebt das Französische zur Sprache der Provinz, des Gesetzes, der Bildung, des Handels und der Arbeit. Es folgen zwar einige Abänderungen bezüglich der Anwendung der Artikel, jedoch bleiben die fünf Hauptprinzipien in ihrem Grundsatz wie folgt bestehen: Französisch ist die offizielle Sprache Québecs und macht diese offiziell zu einer französischen Provinz, die einen institutionellen Bilingualismus ablehnt. Ein weiterer Grundsatz zielt auf die Vereinheitlichung des öffentlichen Lebens unter der ausschließlichen Verwendung der französischen Sprache. Jegliche Art von öffentlichen Aushängen und Reklame müssen ausschließlich in Französisch erfolgen. Ein weiterer Grundsatz schützt die Rechte der Verbraucher und erlaubt Mehrsprachigkeit bei Vertragstexten. Um die freie Entfaltung kultureller Minderheiten zu gewährleisten, lässt der fünfte Grundsatz die Verwendung von Minderheitensprachen bei der Religionsausübung, in privaten schulischen Einrichtungen, in den Medien, im Fachhandel und bei kulturellen Demonstrationen zu (vgl. Razafimandimbimana 2005: 41f). Daneben trägt Loi 101 dazu bei die Kinderzahlen in französischen Schulen zu sichern, indem es festlegt, dass künftig alle Immigranten ihre Kinder in französische Schulen schicken müssen (vgl. Levine 1990: 141).

2.2.4 Auswirkungen von Loi 101

Obwohl Loi 101 einschneidende Veränderungen in fast allen gesellschaftlichen Bereichen mit sich bringt, sollen im Folgenden besonders die Bereiche Beschilderung, Bildungswesen und Berufsleben näher betrachtet werden, da diese die Grundlagen der praktischen Untersuchungen im zweiten Teil der wissenschaftlichen Arbeit darstellen. Des Weiteren werden Änderungen von Loi 101 aufgezeigt sowie unterschiedliche Reaktionen beider Sprachgemeinschaften auf die gesetzlichen Neuerungen vor allem hinsichtlich ihrer sprachlichen Identität.

2.2.4.1 Le visage français du Québec

Neben der Einführung eines französischen Unilinguismus bei jeglicher Art von Aushängen und Beschilderungen im Straßenverkehr und im Verwaltungsbereich müssen mit dem Inkrafttreten von Loi 101 nun alle öffentlichen und kommerziellen Aushänge in französischer Sprache erfolgen (vgl. Bourhis 2002: 107). Allerdings kommt es hier mit Loi 57 von 1983 bereits zu Ausnahmen für besondere ethnische Gruppen, denen bilinguale Aushänge außerhalb der Geschäftsräume unter Erfüllung bestimmter Voraussetzungen erlaubt werden (vgl. ebd. 108). Darüber hinaus erlässt 1988 die kanadische Regierung ein Gesetz zur Verwendung offizieller Sprachen, welches in allen Provinzen somit auch in Québec einen offiziellen Bilinguismus in bundesstaatlichen Institutionen einführt (vgl. Labrie 1996: 249).

Die Bestimmungen der Charte de la Langue Française über französischsprachige Aushänge im Handel, die vor allem für anglophone Verkäufer benachteiligend sind und von diesen heftig kritisiert werden, verstoßen gegen das Recht der freien Meinungsäußerung (vgl. Razafimandimbimana 2005: 36). Nach verstärktem Protest wird 1988 Loi 178 erlassen, welches zwar einen französischen Unilinguismus bei öffentlichen und kommerziellen Aushängen außerhalb von Gebäuden beibehält, jedoch zum Nachteil der Frankophonen in bestimmten Fällen eine Ausnahme macht und je nach Größe des Unternehmens, der Anzahl der Angestellten und der Art der verkauften Waren neben Französisch eine weitere Sprache erlaubt sodass beide Sprachen toleriert werden solange das Französische eindeutig dominiert (vgl. Bourhis 2002: 111). Dies führt zu einer allgemeinen Unzufriedenheit beider Parteien; die Situation der Anglophonen verbessert sich kaum, und die Frankophonen zweifeln diese Art von Bilinguismus an.10

1993 kommt es mit Loi 86 zu einer weiteren Modifikation der Charte de la Langue Française in diesem Bereich. Dieses schreibt fest, dass alle öffentlichen und kommerziellen Aushänge innerhalb und außerhalb der Geschäftsräume in Französisch sein müssen, erlaubt jedoch daneben den Gebrauch einer weiteren Sprache außerhalb und innerhalb der Verkaufsgebäude solange der Einfluss des Französischen im Gesamtbild überwiegt (vgl. Woehrling 1997: 81). Nach Artikel 58 der Charte de la Langue Française gilt: „L’affichage public et la publicité commerciale doivent se faire en français. Ils peuvent également être faits à la fois en français et dans une autre langue pourvu que le français y figure de façon nettement prédominante […].“11 Nach Artikel 59 greift diese Regelung allerdings nicht für die Bereiche „[…] la publicité véhiculée par des organes d’information diffusant dans une langue autre que le français, ni aux messages de types religieux, politique, idéologique ou humanitaire pourvu qu’ils ne soient pas à but lucratif.“ (Bourhis 2002: 119) Darüber hinaus wird bei Aushängen im Bereich Gesundheitswesen, öffentliche Sicherheit, internationale Veranstaltungen, Museen, kulturelle und wissenschaftliche Ausstellungen sowie Touristeninformationen ein äquivalenter Bilingualismus, d.h. neben Französisch eine weitere Sprache, erlaubt (vgl. ebd.). Werbeschriften auf Reklametafeln am Straßenrand, großformatige Werbeplakate und Werbung auf öffentlichen Transportmitteln sind ausschließlich in französischer Sprache zu verfassen (vgl. ebd. 119).

Zur Sicherung des französischen Erscheinungsbildes der Provinz Québec, das vor allem in Montréal von großer Bedeutung ist, kommt es im Anschluss an Loi 101 folglich zu mehreren gesetzlichen Änderungen im Bereich Schilderpolitik. Die Durchführung und Kontrolle der Bestimmungen, die gleichzeitig mit hohen Kosten verbunden sind, zeigen wie heikel die Sprachdebatte ist. Die Entwicklung von Loi 101 im Jahre 1977 zu Loi 86 im Jahre 1993 spiegelt jedoch eine leichte Mentalitätsveränderung wider und sichert in gewisser Hinsicht einen linguistischen Frieden bei der Französisierung der sprachlichen Landschaft Québecs (vgl. Bourhis 2002: 120). Darüber hinaus werden heute bereits weitaus weniger Klagen gegen Verstöße der Charte de la Langue Française verzeichnet als noch vor einigen Jahren. So scheint einige Jahre nach dem Inkrafttreten von Loi 86 das französische Erscheinungsbild Montréals gefestigt zu sein. Denn laut einer Untersuchung von Bourhis im Jahre 1999 respektieren 76 % der Unternehmen in Montréal diese Bestimmung und verwenden entweder Aushänge in Französisch oder respektieren im Falle zweisprachiger Aushänge die eindeutige Überlegenheit des Französischen (vgl. ebd. 122).

2.2.4.2 Veränderungen im Bildungsbereich

Loi 101 bewirkt eine Aufwertung der französischen Sprache und sichert deren Vorherrschaft in den meisten Bereichen, zu denen auch das Bildungswesen gehört.12 Der beträchtliche Anstieg von Immigrantenkindern füllt die französischen Schulen, und es bilden sich äußerst heterogene Schülergruppen (vgl. Levine 1990: 142). Alle Personen, die neu nach Québec einwandern, auch diejenigen aus anderen Provinzen Kanadas, müssen ihre Kinder nach Loi 101 in französische Schulen schicken (vgl. McNicoll 1993: 87). Die daraus resultierende Vielzahl der Ethnien und deren Integration in die frankophone Gemeinschaft stellt eine pädagogische Herausforderung für viele Lehrkräfte dar. Auf Grund der zahlreichen Immigranten wird die einst homogene Gruppe der Frankophonen vor allem in Montréal zu einer multi-ethnischen Gemeinschaft, was nicht selten mit Spannungen verbunden ist (vgl. Levine 1990: 147).

Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass die Pflicht französische Schulen zu besuchen nicht immer zwangsläufig dazu führt, dass Immigrantenkinder zuhause Französisch sprechen.

Ferner verstößt Loi 101 auch im Bildungssektor teilweise gegen Artikel 23 der Charte Canadienne des Droits de Libertés, die versichert, dass jedes Mitglied einer offiziellen Minderheitensprache das Recht hat eine Schulbildung in dieser Sprache zu erhalten (vgl. Labrie 1996: 247). Aus diesem Grund entstehen Konflikte zwischen der kanadischen Regierung und der Provinzregierung Québecs über die Verwendung von offiziellen Sprachen. Im Jahre 1982 wird eine Verfassungsänderung ohne die Zustimmung Québecs entschieden, und für die Schulfrage gilt fortan: "L’accès à l’école anglaise sera donc étendu à tout enfant dont l’un des parents a reçu son enseignement primaire en anglais au Canada".13 Daraufhin werden 1985 und 1986 Loi 57 und Loi 58 erlassen, die es den Kindern, die bereits eine Grundschulbildung in englischer Sprache erhalten haben, erlaubt auch eine weiterführende Schulbildung in Englisch zu erhalten (vgl. Levine 1990: 131). Diese Regelung wird 1988 mit Loi 86 noch erweitert, und zwar dahingehend, dass auch die Geschwister der unter das obige Gesetz fallenden Kinder englische Schulen besuchen dürfen.14 Allerdings ist zu sagen, dass viele Anglophone ihre Kinder aus freien Stücken in französische Schulen schicken, wodurch sich die englisch-französische Zweisprachigkeit der neuen anglophonen Generation beträchtlich erhöht. Andererseits besuchen viele Frankophone auch anglophone Hochschulen wie z.B. McGill und Concordia in Montréal auf Grund einer breitgefächerten Auswahl an Studienmöglichkeiten, wodurch wiederum die französisch-englische Zweisprachigkeit gesteigert wird.

2.2.4.3 Französisierung von Unternehmen

Mit Loi 101 gehen ebenfalls wirtschaftliche Veränderungen einher. Nach 1977 verlassen zahlreiche Anglophone, vorwiegend aus der Mittelklasse, Montréal wegen wirtschaftlichen Faktoren oder gehen in Rente; zahlreiche Unternehmen verlagern ihren Sitz nach Toronto (vgl. Levine 1990: 172).

[...]


1 vgl. Marilyn Hsiung : Le Front de libération du Québec et son effet sur le nationalisme au Québec: La Crise d ’ octobre, janvier 2001: http://www.chass.utoronto.ca /~wulfric/lexperimenta/hsiung (13. Juli 2007).

2 vgl. Christiane Troni>http://www.tu-dresden.de/sulcifra /quebec/publ2.html (15. Juli 2007).

3 vgl. ebd.

4 vgl. Christiane Troni>http://www.tu-dresden.de/sulcifra /quebec/publ2.html (15. Juli 2007).

5 vgl. ebd.

6 vgl. ebd.

7 M. Chevrier : Les fondements d ’ une politique linguistique au Québec. Espoir. Paris : Fondation et Institut Charles de Gaulles. 1997 (mise en ligne : avril 2005) http://uni.ca/chevrier_f.html (12. September 2007).

8 Office Québécois de la Langue Française wird nachfolgend mit OQLF abgekürzt.

9 vgl. Pierre Vallée : Office Québécois de la langue française: L ’ange gardien de la langue. Le Devoir, samedi 18 mars 2006. www.vigile.net/article7824.html (28. Juli 2007).

10 vgl. Anne-Marie Busque : Politiques linguistiques du Québec. L’Encyclopédie canadienne. http://www.thecanadianencyclopedia.com/index.cfm?PgNm=TCE&Params=F1ARTF0009488 (15. Juli 2007).

11 Noée Murchison: Saint-Anne-de-Bellevue: Le français ne prime pas. Le Journal de Montréal, lundi 23 juillet 2007. www.vigile.net/article7824.html (28. Juli 2007).

12 vgl. Christiane Troni>http://www.tu-dresden.de/sulcifra /quebec/publ2.html (15. Juli 2007).

13 vgl. Christiane Troni>http://www.tu-dresden.de/sulcifra /quebec/publ2.html (15. Juli 2007).

14 vgl. ebd.

Details

Seiten
100
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656925781
ISBN (Buch)
9783656925798
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v294813
Institution / Hochschule
Universität Trier – Französische Philologie (Romanistik)
Note
1,0
Schlagworte
kontakt englisch französisch montréal

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Titel: Der Kontakt zwischen Englisch und Französisch in Montréal