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Teledolmetschen und das "Remote Interpreting Project"

Hausarbeit 2006 16 Seiten

Dolmetschen / Übersetzen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung & Entwicklung

2 Definitionen
2.1 Simultandolmetschen
2.2 Remote interpreting
2.3 Teleconference
2.4 Multilingual videoconference
2.5 Videoconference

3 Merkmale

4 Experimente
4.1 ETSI-Experiment
4.2 AIIC-Simulation
4.3 Remote Interpreting Project

5 Fallbeispiele
5.1 Alpbacher Technologiegespräche: Medien im Netz
5.2 Videokonferenz von Wien nach Genf

6 Probleme

7 Literaturverzeichnis

8 Quellen

9 Anhang

1 Einführung & Entwicklung

In der heutigen Zeit erfahren die Medien eine unglaublich schnelle und progressive Entwicklung. Dies führt zu immer mehr Herausforderungen an das Berufsfeld eines Dolmetschers. Man spricht von Dolmetschen in den neuen Medien. Dafür werden Bezeichnungen wie „remote interpreting“, „teleconference“, videoconference“ und „multilingual videoconference“ verwendet. Allein durch diese unterschiedlichen Begrifflichkeiten ist in diesem Zusammenhang zu erkennen, dass alles an einer immerwährenden fortschreitenden Entwicklung teilnimmt.

In Westeuropa kamen Mitte des 20. Jahrhunderts neben den klassischen Formen des Konferenzdolmetschens immer wieder neue Formen auf. Diese sind TVDolmetschen, Filmdolmetschen, Telefondolmetschen, Remote Interpreting, Voice over und Webcasting.

Hierbei wurde einerseits zwischen Konferenzen mit Verdolmetschungen über eine Satellitenverbindung und andererseits Konferenzen mit Verdolmetschungen über eine ISDN-Leitung unterschieden.

Bereits Ende der 60er Jahre gab es Satellitenübertragungen im Fernsehen, die simultan gedolmetscht wurden. Zehn Jahre später, Ende der 70er Jahre, hat man durch gedolmetschte Satellitenkonferenzen erste Erfahrungen im Bereich des so genannten Teledolmetschens gesammelt. Ein Beispiel dazu ist die UNESCO- Konferenz von Nairobi im Jahr 1976. Es wurde eine Verbindung zwischen den Dolmetschern, die sich in Paris befanden, und der Generalversammlung der UNESCO in Nairobi aufgebaut. Durch diese Satellitenverbindung wurde untersucht, wie sich die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen auf die Leistung der Dolmetscher und allgemein auf ihre physische und psychische Wahrnehmung auswirken. Es folgten weitere UN-Konferenzen mit einer Verdolmetschung per Satellitenverbindung wie zwischen New York City und Wien oder New York City und Buenos Aires. Ein weiteres Beispiel dazu ist die United Nations Conference on the Exploration and Peaceful Use of Outer Space in Wien 1982, bei der sich die Dolmetscher in einem gesonderten Gebäude befanden.

Ende der 90er Jahre wurden vermehrt Verdolmetschungen über eine ISDN-Leitung abgehalten, wie bei der Konferenz der Vereinten Nationen über Kinderrechte in Genf 1999.

Die Übertragung verlief von Wien nach Genf und es wurde in 6 Sprachen simultan gedolmetscht, wobei die Bildübertragung auf eine Großleinwand erfolgte.

Die Dolmetscher hatten Blick auf einen Ausschnitt des Konferenzsaals mit den Teilnehmern im Hintergrund und sahen den Vorsitzenden in einer Nachaufnahme und den jeweiligen Redner in einer Großaufnahme.

Noch im gleichen Jahr im April fand das Remote Interpreting Project der International Telecommunication Union ITU und der Ecole de Traduction et d’ Interprétation ETI statt. Es wurde die Verdolmetschung einer Sitzung der ITU in französisch durchgeführt und gleichzeitig von Dolmetschern am selben Ort und von Dolmetschern an der ETI über einen Monitor durchgeführt.

Weitere Verdolmetschungen dieser Art ist das UNO-Experiment von 2001 und das Experiment des Europäischen Parlaments von 2001. Das letzte bekannte, aber noch nicht veröffentliche Experiment, ist die Studie der EU aus dem Jahr 2005 zu Konferenzen mit Verdolmetschungen über eine ISDN-Leitung.

1. „Konferenzen per Bildschirm und Satellit. […] Die Vorteile liegen auf der Hand. […] Angesichts steigender Reisekosten und verbilligter Nachrichtenübermittlung wird „teleconferencing“ eine echte Alternative zu den vielen face-to-face meetings.“ [Die Zeit, 18. Juni 1982]

2. „Teleconferencing, videoconferencing, satellite meeting, call it what you will, but the fact is it’s here to stay.“ [Conferences and Exhibitions International, April 1988]

3. « Realität : Video-Konferenz. » [Die Presse, 20. April 1994]

4. « Personne ne peut pas fermer les yeux devant les progrès incroyables des techniques de communication: nous ne sommes plus à la veille, mais bien rentrés dans la société globale d’ information. La visioconférence en fait partie. » [Heynold 1995:341]

2 Definitionen

2.1 Simultandolmetschen

« Simultandolmetschen ist die heute am häufigsten angewendete Art des Dolmetschens. Das gesprochene Wort wird zeitgleich - also simultan - in eine oder beliebig viele andere Sprachen übersetzt. Das erfordert vom Dolmetscher höchste Konzentrationsfähigkeit. Die Dolmetscher wechseln sich deshalb alle 20 bis 30 Minuten ab. Beim Simultandolmetschen arbeiten die Konferenzdolmetscher in schallisolierten Kabinen, die entweder im Saal fest eingebaut sind oder als transportable Anlage für die Veranstaltung angemietet und aufgebaut werden. Die Dolmetscher hören den Redner über Kopfhörer und sprechen über Mikrofon auf einen Übertragungskanal. Der Vorteil des Simultandolmetschens: Es erfordert praktisch keinen zusätzlichen Zeitaufwand.“[http://www.aiic.de/beruf_artsimultan.html]

2.2 Remote interpreting

“Remote interpreting means simultaneous interpretation where the interpreter is not in the same room as the speaker or his/her audience, or both.” [Mouzourakis 1996:23]

2.3 Teleconference

“Any form of communication, comprising at least an audio stream, between spatially distant participants in a meeting.” [Mouzourakis 1996:22]

2.4 Videoconference

“Videoconferencing is a special case of teleconferencing involving at least two different media, sound and image, in digital form.” [Mouzourakis 1996:22]

2.5 Multilingual videoconference

“It means a room videoconferencing in more than one language with interpretation.” [Mouzourakis 1996:22]

3 Merkmale

Durch so genannte Tele- oder Videokonferenzen wird die zwischenmenschliche Kommunikation in Wort und Bild über große Entfernungen ermöglicht. Bereits aus der Definition geht hervor, dass sich die Konferenzteilnehmer an einem Ort befinden und die Dolmetscher per Videokonferenz dem Geschehen zu geschalten sind. Das bedeutet, dass die Übertragung entweder über eine Satellitenverbindung oder über einen ISDN-Kanal stattfinden muss. „Linking the video conference with a fully equipped simultaneous intrepreting facility requires the connection of booths via ISDN and the possibility for interpreters to visually monitor the conference participants.” [Moser-Mercer 1997:191]

Hierbei besteht keine direkte Einbeziehung des Dolmetschers in das Konferenzgeschehen. Daher ist die dolmetschende Person von bestimmten Informationsströmen ausgeschlossen und durch den nichtvorhandenen direkten visuellen Kontakt zum Publikum bekommt sie nicht immer die für sie nötigen Informationen, die für die Ausführung einer korrekten und vollständigen Verdolmetschung von essenzieller Bedeutung sind. Hierbei spielen vor allem die Mimik, Gestik, Blickrichtung und die Körperhaltung, sowie einzelne Reaktionen und Kopfbewegungen der Teilnehmer eine entscheidende Rolle im Verdolmetschungsprozess, um die Aussage des Redners überhaupt erst richtig deuten zu können. Daraus wird ersichtlich, dass der Dolmetscher teilweise nur von einem einzigen Wahrnehmungskanal abhängig ist, nämlich dem auditiven, nur noch akustisch präsent ist und so keinen Kontakt zu den sprechenden Personen sowie zu den Empfängern seiner Verdolmetschung hat. Folglich ist absolut keine Kommunikationsgemeinschaft zwischen den Konferenzteilnehmern und dem Dolmetscher gewährleistet. „Kommunikation ist ein dynamisches Geschehen, in das die Aktionen und Reaktionen aller daran teilhabenden Personen einfließen. Der Dolmetscher muss alle potentiell an der Kommunikation Beteiligten sehen können, um über sämtliche Informationen zu verfügen, die auch den Zuhörern zugänglich sind.“ [Vgl. Ingrid Kurz In: Translationswissenschaft: Festschrift für Mary Snell- Hornby, 1998]

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Details

Seiten
16
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783656925309
ISBN (Buch)
9783656925316
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v294669
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – FTSK Germersheim
Note
1,7
Schlagworte
teledolmetschen remote interpreting project

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Titel: Teledolmetschen und das "Remote Interpreting Project"