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Die Bedeutung von E-Learning für Hochschulen und Unternehmen

Bachelorarbeit 2015 46 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung
1.1 Persönliche Motivation & Hintergründe
1.2 Aufbau & Zielsetzung

2 Theoretische Grundlagen & Definitionen
2.1 E-Learning
2.2 E-Teaching
2.3 Präsenz- & Online-Lehre
2.4 E-Lectures & MOOCs
2.5 Blended Learning
2.6 E-Assessment

3 E-Learning in der Hochschullehre
3.1 Perspektiven
3.1.1 Studierende
3.1.2 Lehrende
3.1.3 Institution
3.2 Zwischenfazit

4 MOOC-Plattformen im Vergleich
4.1 Deutschland: iversity
4.2 Frankreich: France Université Numérique
4.3 Vergleich

5 SWOT-Analyse: MOOCs

6 E-Learning im Unternehmen
6.1 Instrument der Personalentwicklung
6.2 Corporate Universities
6.3 MOOCs im Unternehmen

7 Fazit
7.1 Generation Y & Digital Natives
7.2 Massifizierung & Personalisierung
7.3 Von MOOCs zu POOCs
7.4 Zukunft: Blended Learning & Informelles Lernen

8 Schlusswort

9 Danksagung

10 Abbildungsverzeichnis

11 Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Das erste Apple iPhone®ging im Juli 2007 über die Ladentheke. Anfang des Jahres 2008 waren bereits 3,71 Millionen des Smartphones verkauft (Verkaufszahlen bis zum Ende des ersten Quartals 2008). Der aktuelle Stand liegt bei 551,3 Millionen iPhones®(Verkaufszahlen bis zum Ende des dritten Quartals 2014).[1] Insgesamt wurden laut einer Statistik von Gartner, einem Anbieter von Marktforschungsergebnissen und Analysen über IT-Entwicklungen, im Jahr 2013 fast eine Milliarde (967,78 Millionen) Smartphones vertrieben.[2] Das soziale Netzwerk Facebook zählte am Ende seines Gründungsjahres 2004 ca. eine Million Mitglieder.[3] Im Juni 2014 waren insgesamt 1,32 Milliarden User aktiv.[4]

Die Zahlen veranschaulichen, dass wir längst im digitalen Zeitalter angekommen sind undderartige Technologien weiterhin an Bedeutung gewinnen werden. Sie führenbereits in den verschiedensten Bereichen zu gravierenden Veränderungen. Technologische Weiter-entwicklungen haben dabei nicht nur Auswirkungen auf Wirtschaft, Politik und Umwelt, sondern auch auf Gesellschaft und Kultur.

Die zunehmende Digitalisierung macht sich ebenso inder Hochschullehre sowie in derWeiterbildung von Mitarbeitern im Unternehmenskontext bemerkbar.Sowohl in Hochschulen als auch in Unternehmenkommt der Begriff des „E-Learning“immer häufiger vor. Gerade in der Hochschullehre setzen digitale Technologien gegenwärtig neue Impulse. Konkret geht es um deren Integrationindie vorhandenenLehr- und Lernstrukturen. In Unternehmen wurde dies zum Großteil schon umgesetzt.Für Hochschulen hingegen stellt eine Integration von digitalen Technologien in die Lehre meist noch Neuland dar.

Die zusehends populärer werdenden Online-Bildungsplattformen aus den Vereinigten Staaten, wie Coursera, edX oder Udacity, führten dazu, dass sich nun auch zahlreiche Hochschulen stärker mit der Thematik des E-Learning beschäftigen. Auf den genannten Plattformen werden Hochschulkurse, die von namhaften Bildungs- und Forschungsinstitutionen stammen, kostenlos und für jeden frei verfügbar bereitgestellt.DieKurse werden deshalb als Massive Open Online Courses (MOOCs) bezeichnet.

Auch die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Dr. Angela Merkel, ist sich der Bedeutung von E-Learning bewusst und sagte im Gespräch mit einem Vertreter von Deutschlands bekanntestem MOOC-Anbieter, iversity, Folgendes:

„Ich glaube, dass die Online-Lehre ein großer Baustein in der Lehre der Zukunft sein wird. (...) Ich sehe eine Riesenchance darin überall zu lernen, wo auch immer man ist. Man muss nicht immer auf der Schulbank sitzen oder in der Universität im Hörsaal sein; und insofern wird das unser Leben massiv verändern.”[5]

E-Learning ist vor allem in mittleren und großen Unternehmen ein fester Bestandteil der Personalentwicklung, welche sich mit der Förderung und Weiterbildung der Mitarbeiter auseinandersetzt. ImJahr 2013 fand eine Befragungdes Instituts für Medien-und Kompetenzforschung (MMB)in Kooperation mit der Haufe Akademie GmbH & Co. KG zum „Status quo von E-Learning“ statt. Es wurden rund 200 Personal-Experten aus deutschen Großunternehmen sowie aus KMUs (Kleine und Mittlere Unternehmen bis 499 Mitarbeiter) befragt. Ein Ergebnis dieser Umfrage war, dass etwas mehr als die Hälfte (52%) der befragten KMUs und 61% der Großunternehmenderartige Technologien nutzen.[6] Eine erneute Befragung im darauffolgenden Jahrkam zu folgendem Ergebnis (siehe Abb. 1):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Verbreitung von E-Learning in deutschen Unternehmen[7]

Im Jahr 2014 setzten55% der KMUssowie 66% der GroßunternehmenE-Learning zur Weiterbildung ihrer Mitarbeiter ein. Ebenfalls planten 17% der KMUs (2013: 19%) und 22% derGroßunternehmen (2013: 17%) dessen Einführung. Demgegenüber gab es bei 11% der Großunternehmen (2013: 23%) sowie bei 28% der KMUs (2013: 29%) keine solcher Bestrebungen. Die Verwendung von sogenannten E-Learning-Tools im Unternehmenskontext nahm folglich von 2013 auf 2014 zu und wird in den nächsten Jahren noch weiter ansteigen.[8]

1.1 Persönliche Motivation&Hintergründe

- vom Autor entfernt -

1.2 Aufbau& Zielsetzung

Zu Beginn der Arbeit werden theoretische Grundlagen anhand von Definitionen, rund um den Begriff des E-Learning, geschaffen.Daraufhin werden die verschiedenen Perspektiven der jeweiligen Akteure an einer Hochschule, in Bezug auf deren Wahrnehmung von digitalen Technologienim Bereich der Hochschullehre, dargestellt. Hierbei geht es vor allem um die Sicht der Studierenden, der Lehrenden und der Institution an sich.

Anschließend werden zwei MOOC-Plattformen, jeweils aus Deutschland und Frankreich, miteinander verglichen sowie deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet. Es folgt eine SWOT-Analyse zur Thematik der Massive Open Online Courses, hinsichtlich deren Stärken (strengths) und Schwächen (weaknesses) sowie deren Chancen (opportunities) bzw. Potentialen und deren Gefahren (threats) bzw. Risiken.

Danach geht esum E-Learning-Tools in der Personalentwicklung von wirtschaftlichen Unternehmen. Konkret wird dabei auf unternehmenseigene Weiterbildungs- und Schulungszentren, sogenannte Corporate Universities, eingegangen und wie diese E-Learning-Elemente oder gar MOOCs einsetzen. Abschließend wird ein Fazit gezogen, mit dem Ziel eine Aussage darüber zu treffen, wiedigitale Technologien gegenwärtig die Hochschullehre und die Weiterbildung von Mitarbeitern beeinflussen und wie in Zukunft an Hochschulen sowie in Unternehmen gelehrt werden wird und welche Bedeutung dabei E-Learning, speziell den MOOCs, zukommt.

2 Theoretische Grundlagen& Definitionen

Neben der Philipps-Universität Marburg (PU) und der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) beteiligt sich auch die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) an deren Verbundprojekt „WM3 Weiterbildung Mittelhessen“. Ziel dieses gemeinsamen Projektsist es, ein Weiterbildungsangebot für die Region Mittelhessen zu schaffen, welches sich an wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Interessen orientiert. In der Hauptsache geht es um den Aufbau eines berufsbegleitenden Weiterbildungsprogrammes.[9]

Im Rahmen des Bildungsprojekts setzte sich Herr Alexander Sperl, Zuständiger für die E-Learning-Beratung der JLU sowie Herr Ralf P. Frenger, Leiter der Koordinationsstelle Multimedia (KOMM) am Hochschulrechenzentrum der JLU, mit der E-Learning-Thematik auseinander. Dabei gingen sie unter anderem auf die „Trends und Hypes“ der vergangenen Jahre bis in die Gegenwart ein(siehe Abb. 2). Einige der dargestellten Begriffe spielen auch für diese Arbeit eine wichtige Rolle und werden im Folgenden genauer erläutert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Trends und Hypes[10]

2.1 E-Learning

Anfangs verstand man unter dem Begriff des E-Learning „elektronisch unterstütztes Lernen“ per CD-ROM oder Videoband. Im Laufe der 90er Jahre und mit der Einführung des World Wide Web wurde E-Learning als „webunterstütztes Lernen“ angesehen, etablierte sich danach allerdings wieder als allgemeingültiger Begriff für „medienunterstütztes Lernen“.[11]

Als E-Learning wird heutzutage die Erschließung von Lerninhalten mit Hilfe von digitalen Medien bezeichnet. Das vermittelnde Element stellt dabei in der Regel eine E-Learning-Plattform dar. Diese Plattformen werden auch Lernmanagementsysteme (LMS) genannt und charakterisieren sich durch ihre Orts- sowie Zeitunabhängigkeit, da LMS über das Internet aufgerufen und bedient werden. Häufig im Hochschulkontext verwendete LMS sind ILIAS, Stud.IP oderMoodle.[12] Lernmanagementsysteme präsentieren und verwalten die Lern-materialien und gewährleisten eine einfache Bedienbarkeit, sodass sich der Anwender vollkommen auf die Inhaltserschließung fokussieren kann. Ein typisches LMS bietet beispielsweise eine Zusammenstellung der Lernobjekte, regelt die Anmeldung (Benutzerkonten, Kursregistrierung, etc.) und stellt die erbrachten Leistungen bzw. den Lernfortschritt dar.[13]

Häufig schließt der Begriff des E-Learning das Lehren (E-Teaching) sowie das Prüfen (E-Assessment) von Lerninhalten durch digitale Medien mit ein und kann daher als Oberbegriff bezeichnet werden.[14]

2.2 E-Teaching

Die Begriffe des E-Teaching und des E-Learning sind schwer voneinander abzugrenzen, da es beim E-Teaching ebenso um die Vermittlung von Lerninhalten sowie um die Verwaltung und Betreuung von Lernenden mit Hilfe eines LMS geht.[15]

Allerdings kann man den Fokus auf die Seite des Lehrenden verlagern um eine Abgrenzung der Begriffe zu ermöglichen. E-Teaching handelt folglich vom Lehrprozess an sich und davon welche konkrete Form des medienunterstützen Lehrens die Defizite der klassischen Hochschullehre (z.B. ständige Präsenz der Studierenden) auffangen kann, ohne dass es zu einem Qualitätsverlust der Lehre kommt.[16] Eine Variante des E-Teaching stellensomit die bereits angesprochenen Massive Open Online Courses dar.

2.3 Präsenz- & Online-Lehre

Sobald Lernende und Lehrende einen direkten, unvermittelten Kontakt miteinander haben, spricht man von „Präsenzlehre“. In anderen Worten ausgedrückt, interagieren die Beteiligten miteinander am selben Ort und zur gleichen Zeit. Typische Szenarien der Präsenzlehre sind damit das Klassenzimmer, die Vorlesung oder das Seminar. Technologien werden dabei oft nur beiläufig bzw. unterstützend eingesetzt, beispielsweise in Form von Animationen und Videos, die den Unterrichtsstoff illustrieren oder durch Chat- und Diskussionsforen, auf denen sich die Beteiligten austauschen können.[17]

Der Begriff der Online-Lehre drückt eine Form des medienunterstützten Lehrens aus, bei der auf die körperliche Präsenz der Beteiligten verzichtet wird. An Stelle des Präsenzunterrichts kommen Informations- und Kommunikationstechnologien zur Vermittlung der Lerninhalte zum Einsatz. E-Learning-Tools, wie beispielsweise Online-Vorlesungen (siehe Kap. 2.4), nehmen somit eine tragende Rolle ein und dienen nicht nur unterstützend, im Vergleich zu deren Nutzung in der Präsenzlehre. Die Durchführung bzw. Nutzung erfolgt über die bereits erwähnten internetbasierenden Plattformen (Lernmanagementsysteme) und ist dement-sprechend ausschließlich über internetfähige Geräte bzw. mit Internetzugang möglich.[18]

2.4 E-Lectures& MOOCs

Bei E-Lectures handelt es sich um Aufzeichnungen von Vorlesungen, die meist den Vortragenden und dessen Foliensatz gleichzeitig abbilden. In der Regel kann hierbei auch zwischen den verschiedenen Abschnitten bzw. Kapiteln einer Vorlesung navigiert werden. Neben dieser klassischen Vorlesungsaufzeichnung gibt es noch zwei Abwandlungen. Dies wäre zum einen der sogenannte „Audiocast“ (auch „Podcast“), bei dem nur die Stimme des Vortragenden zu hören ist oder der „Screencast“, bei dem Lerninhalte ausschließlich in Text-oder bildhafter Form dargestellt werden, ohne auditiven Zusatz.[19]

Massive Open Online Courses, abgekürzt MOOCs, sind im Grunde vergleichbar mit E-Lectures, da diese ebenso Online-Lehrvideos darstellen. Allerdings ist das Gesamtkonzept ein vollkommen anderes. E-Lectures, die meist in Fernlehrgängen zur Anwendung kommen, stehen in der Regel nur denjenigen zur Verfügung, die an der jeweiligen Hochschule immatrikuliert sind bzw. einen finanziellen Beitrag dafür leisten. MOOCs hingehen stehen allen offen, ohne Zugangsbeschränkung, was den Bestandteil „Open“ erklärt. Dies hat zur Folge, dass sich oft mehrere Hundert oder gar Tausende von Interessierten für die Kurse registrieren („Massive“). Vorausgesetzt wird dabei eine funktionierende Internetverbindung („Online“), die nicht nur den Zugang zu den eigentlichen Lehrvideos ermöglicht, sondern auch zu Tests und Diskussionsforen.[20]

Man unterscheidet zwischen „cMOOCs“ und „xMOOCs“. Bei cMOOCs bestimmt der Teilnehmende seine Lernziele in der Regel eigenständig bzw. gestaltet diese selbst. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal stellt allerdings der gemeinsame Lernprozess dar, welcher von einer aktiven Beteiligung der Teilnehmenden sowie von deren Vernetzung untereinander geprägt ist (beispielsweise in Form von Blog-Beiträgen oder durch das Teilen solcher Beiträge mit anderen).[21] Bei xMOOCs geht es weniger um diesen diskursiven Austausch. Es bestehen meist klare Lernziele, wobei die Beteiligungsintensität des Teilnehmenden, wie auch bei den cMOOCs, diesem selbst überlassen ist. Jedoch müssen oft in einem wöchentlichen oder zwei- bis hin zu einem mehrwöchentlichen Rhythmus Aufgaben (z.B. Quizzes, Essays, etc.) bearbeitet bzw. eingereicht werden. Diskussions-Foren dienen, im Gegensatz zu den cMOOCs, oft nur der Klärung von Verständnisfragen zu Aufgabenstellungen oder anderen organisatorischen Angelegenheiten, und nicht der Schaffung eines „Lernnetzwerks“.[22]

Es waren auch die xMOOCs, die bei ihrer Einführung die Aufmerksamkeit der Presse auf sich zogen und seitdem aus aktuellen Hochschul-und Bildungsdebatten nicht mehr wegzudenken sind. Der Grund hierfür liegt an der meist viel höheren Teilnehmerzahl. Diese ist bei den cMOOCs geringer, da sie auf der Annahme des Konnektivismus(Connectivism) beruhen. Das „c“ voncMOOCs steht dementsprechend für "connectivistic" und bezeichnet die bereits erwähnte Vernetzung der Teilnehmenden und deren digitalen Diskurs.[23] Das „x“ vonxMOOCs stammt hingegen aus der Gründung einer der ersten großen amerikanischen MOOC-Plattformen, namens edX.[24] In anderen Worten unterscheidet man somit zwei didaktische „Settings“. Zum einen wären das die massenorientierten xMOOCs und zum anderen die konnektivistisch orientierten cMOOCs.[25] Auf die einzelnen Plattformen sowie deren Charakteristika wird in Kapitel 2 (MOOC-Plattformen im Vergleich) eingegangen.

Darüber hinaus existieren weitere, weniger bekannte Formen der Massive Open Online Courses, wie den Small Open Online Courses (smOOCs) oder den Blended MOOCs (bMOOCs; siehe Kap. 2.5). Gemeinsam ist ihnen allerdings ein Ziel,und zwar Bildung größeren bzw. sehr großen Gruppen zugänglich zu machen und das bei einem verhältnismäßig geringen Aufwand im Vergleich zur Präsenzlehre. Neben diesem übergeordneten Ziel spielen Marketingeffekte zur Verbesserung der Außenwirkung und der Reputation eine wichtige Rolle für die beteiligten Institutionen sowie für die MOOC-Anbieter selbst.[26]

Da die Differenzierung zwischen c- und xMOOCs sowie anderen MOOC-Formaten für die Ausarbeitung der Thesis von geringer Relevanz ist, wird in den folgenden Kapiteln „MOOCs“ als Überbegriff verwendet. Sollte eine Unterscheidung zur besseren Verständlichkeit notwendig sein, wird dies explizit erwähnt.

2.5 Blended Learning

Sobald Online-und Präsenz-Lehrmethoden nebeneinander bestehen, bezeichnet man dies als „Blended Learning“.[27] Hierbei gibt es verschiedene BlendedLearning-Formate, wie den sogenannten „Flipped-“ oder auch „InvertedClassroom“.[28] Diese Mischformen kennzeichnen sich durch eine Kombination aus Online- und Präsenzphasen. Eine klassische Präsenzveranstaltung wird dabei durch E-Learning-Inhalte ergänzt bzw. unterstützt, welche beispielsweise der Einarbeitung in ein Themengebiet oder der Wiederholung des Lerninhalts dienen können.[29] Die Herausforderung besteht also darin, Online- und Präsenz-komponenten so zusammenzufügen, dass diese den Lernerfolg maximieren und gleichzeitig Synergieeffekte erzielt werden.[30] MOOCs, die mit Präsenzveranstaltungen (Seminargruppen, etc.) kombiniert sind, werden daher auch als „bMOOCs“ (Blended Massive Open Online Courses) bezeichnet.[31]

Mehrere Beispiele für die Integration von E-Learning im sogenannten Blended Learning sind im Folgenden zu sehen(siehe Abb. 3):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Integration von E-Learning im Blended Learning[32]

2.6 E-Assessment

Als E-Assessment bezeichnet man die Bewertung bzw. Beurteilung des Lernenden in Hinsicht auf dessen (Vor-) Kenntnisse, dessen Lernfortschritt oderauch dessen abschließenden Wissensstand, mit Hilfe digitaler Systeme.[33] Es gibt dabei eine Vielzahl an Varianten, wie zum Beispiel ein kurzes Quiz am Ende jeder Lerneinheit oder eine abschließende E-Prüfung über den gesamten Inhalt einer Lehrveranstaltung.[34] Der „Assessment-Prozess“ kann durch Nutzung von Computer- und Internet-Technologien folglich ganzheitlich effizientergestaltet werden, sodass beispielsweise der Korrekturaufwand um ein Vielfaches gemindert werden kann.[35]

3 E-Learning in der Hochschullehre

E-Learning kann an verschiedenen Stellen im Bereich der Hochschullehre zum Einsatz kommen. Bereits vor dem Beginn des Studiums können Studieninteressierte beispielsweise mit Hilfe von digitalen Technologien ihre vorhandenen Kenntnisse überprüfen, auffrischen oder auch Wissenslücken schließen. Gegenwärtig finden solche Vorkurse größtenteils in Form von Präsenzveranstaltungen statt.[36] Ebenso kommen E-Learning-Tools im Verlauf des Studiums zum Einsatz. Gerade das Blended Learning bietet hervorragende Möglichkeiten zur Integration von mediengestützten (Selbst-) Lernphasen im Rahmen einer Präsenzveranstaltung.[37]

3.1 Perspektiven

Im Folgenden werden die Sichtweisen der verschiedenen Hauptakteure an einer Hochschule bezüglich des Einsatzes solcher Tools im Hochschulbetrieb näher erläutert.

3.1.1 Studierende

Durch eine Kombination aus Präsenz- und Onlinephasen (Blended Learning) wird es Studierenden ermöglicht ihren Wissensstand semesterbegleitend zu prüfen und zu erweitern. Diese Integration in den Semesterverlauf verhindert das sogenannte „Bulimielernen“, was daskurzfristige Aneignen von Wissen und dessen darauffolgende Wiedergabe in einer Klausur bzw. Prüfung beschreibt. E-Learning-Tools, speziell Formen des E-Assessments (sieheKap. 2.6) wie Quizzes oder Selbsttests, fungieren dabeials eine Art „Feedback-Geber“, indem Studierende nach Beendigung einer jeden Lerneinheit eine individuelle Rückmeldung hinsichtlich ihres persönlichen Lernerfolgs erhalten und dabei gleichzeitig auf mögliche Defizite aufmerksam gemacht werden.[38]

Darüber hinaus erlauben Vorlesungsaufzeichnungen die freie Wahl des Lernortes sowie die Bestimmung der Lerngeschwindigkeit. Der Lernprozess passt sich somit den persönlichen Präferenzen des Studierenden an, wodurch eine Flexibilisierung erzielt wird. Die Verwendung von digitalen Technologien fördert folglich selbstorganisiertes Lernen.[39] Oft besteht allerdings die Problematik, dass Studierende ein solches Online-Angebot zur besseren Nachbereitung bzw. Prüfungsvorbereitung nur nutzen, sofern sie dafür Leistungspunkte erhalten. Aus diesem Grund muss eine feste Integration von derartigen E-Learning-Tools in den Studienverlauf erfolgen, da diese sonst nur als reines Zusatzangebot wahrgenommen werden.[40]

3.1.2 Lehrende

Das Lehrpersonal hat durch die Einführung eines E-Learning-Systems die Möglichkeit Schwierigkeiten der Studierenden frühzeitig zu erkennen und diesen entgegenzuwirken.Inhaltliche Unklarheiten können dann in der Präsenzlehrphase angesprochen und wiederholt werden. Ebenso können daraufhin weitere Übungsaufgaben mit Hilfe eines solchen Systems bereitgestellt werden um das Wiederholte weiter zu festigen.Allerdings besteht unter Lehrenden die Annahme, dass solche Technologien nur eine kurzfristige Entlastung bzw. Arbeitserleichterung für das Lehrpersonal darstellen und diese daher nicht aktiv in den Kontext einer Präsenzveranstaltung integriert werden.[41]

Neben der zeitaufwändigen Konzeption von E-Learning-Tools, verbunden mit einer möglichen Unkenntnis bezüglich einer didaktisch-sinnvollen und ansprechenden Gestaltung, fürchten Lehrende vor allem Misserfolge, da diese in der Regel nach Anerkennung innerhalb der eigenen Hochschule streben. Gleichzeitig sind die Fördermittel zur Durchführung eines solchen Projekts oft beschränkt.[42]

3.1.3 Institution

Im Hochschulbetrieb findet zwischen den verschiedenen Fachbereichen meist keine Zusammenarbeit statt. Auch innerhalb eines Fachbereichs arbeiten die einzelnen Institute und Lehrstühle oft unabhängig voneinander. Dies liegt zum einen daran, dass es kaum Hierarchieebenen gibt, die zueinander in Bezug stehen. Zum anderen spielt die im Grundgesetz verankerte Freiheit von Forschung und Lehre hierbei eine wichtige Rolle, welche die Unabhängigkeit von Professoren und Professorinnen gewährleistet. Diese Autonomie eröffnet dem akademischen Lehrpersonal zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb des jeweiligen Instituts oder des Fachbereichs. Allerdings behindert bzw. verhindert sie gleichzeitig die Integration von „Innovationen“ in den Hochschulalltag, welche eine fachspezifische, fachübergreifendeoder gar hochschulweite Dimension haben.[43]

3.2 Zwischenfazit

Durch die Verwendung von digitalen Technologien in der Lehre können sich Lernende Wissen unabhängig vom Lehrenden aneignen. Dies fördert die Autonomie des Lerners, gleichzeitig kann es auf Seiten des Lehrenden allerdings dazu kommen, dass dieser eine Art „Kontrollverlust“ empfindet. Es gilt daher die Akzeptanz der Lehrenden hinsichtlich innovativer Lehrmethoden zu erhöhen, ebenso wie deren Bereitschaft eine neue Rolle anzunehmen, die den Lehrenden nicht mehr als „alleinigen Wissensvermittler“ sieht. Gerade bei Einführungsveranstaltungen, in denen die Grundlagen zu einer bestimmten Thematik gelegt werden, können Präsenzlehrphasen mit Hilfe von E-Learning innovativer gestaltet werden. Ein Großteil der Inhaltsvermittlung findet vor einer jeden Präsenzsitzung statt, sodass der Lehrende in dieser einen weitaus größeren Gestaltungsfreiraum hat. In anderen Worten ausgedrückt, werden Inhalte, die zuvor mittels eines Vortrags an den Lernenden weitergeben wurden, nun online vermittelt. In der Präsenzphase können schließlich ganz andere methodische und didaktische Konzepte zum Einsatz kommen. Lehrende müssen sich mit der neuen Lehrsituation arrangieren und auseinandersetzen, da sowohl zur Erstellung von E-Learning-Einheiten als auch zur Umsetzung von kreativen Konzepten in der Präsenzphase neue Kompetenzen erforderlich sind.[44]

Dadurch würde auch eine tatsächliche Integration der digitalen Technologien in den Studienverlauf erzielt werden, da die Präsenzveranstaltung auf den zuvor erlernten Kenntnissen der E-Learning-Einheit aufbaut. Es wäre damit nicht nur ein reines Zusatzangebot aus der Perspektive der Studierenden. Solche Integrationen gilt es zu schaffen. Nachhaltig können diese allerdings nur sein, sobald die jeweilige Institution eine strategische Orientierung vorgibt und die Lehrenden möglichen Innovationen positiv und unvoreingenommen, aber gleichzeitig auch kritisch, gegenüberstehen. Das Lehrpersonal muss sich dabei mit einem neuen Rollenbild, dem des „Lernprozessbegleiters“, beschäftigen.[45]

4 MOOC-Plattformen im Vergleich

Anfang November 2012 titelte die New York Times „The Year ofthe MOOC“ und machte erstmals auf die bis dahin eher weniger bekannten MOOCs (Massive Open Online Courses) aufmerksam.[46] Diese mediale Aufmerksamkeit kam durch einen der ersten MOOCs zustande, an dem 90.000 Menschen teilgenommen haben. Im darauffolgenden Kurs waren es 160.000 Teilnehmer.[47]

Die ersten großen MOOC-Plattformen wurden von amerikanischen Hochschulen gegründet und vermarktet. Die Plattform „edX“ entstand beispielsweise aus einer Kooperation zwischen der Harvard University und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT). Ebenso sind die Wurzeln der zweiten großen MOOC-Anbieter „Udacity“an der Stanford University zu finden, woraus auch eine weitere entstand, nämlich „Coursera“. Die beiden letzteren sind allerdings „for-profit“-Organisationen, wohingegen edX auf einem „non-profit“-Konzept beruht.[48] Coursera und edX haben gemein, dass sie abgesehen von Kursen der Gründungshochschulen noch eine Vielzahl an weiterenKursenanderer Hochschulen und sonstigen Bildungsinstitutionen bereitstellen. So zählt Coursera ca.114 Partnerschaften[49], bei edX sind es ca. 36 .[50] Udacity hingegen verfügt über keine Hochschulpartnerschaften, sondern über Partner aus Industrie und Wirtschaft, darunter größtenteils Technologie-Unternehmen, die im Silicon Valley (Kalifornien) angesiedelt sind. Aus diesem Grund erfolgte eine Spezialisierung auf Technik- bzw. Programmierkurse.[51]

Auch in Deutschland und Frankreich sind solche MOOC-Anbieter zu finden.Seit 2012 bietet das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut eigene MOOCs auf deren Plattform „openHPI“ an. Ebenfalls startete die Leuphana Universität Lüneburg ihre „Digital School“, genauso wieEuropas führender E-Learning-Anbieter, die IMC AG, ihre eigene Plattform „OpenCourseWorld“. Darüber hinaus folgten im Juli 2013 die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sowie die Technische Universität München (TUM) dem MOOC-Trend, die seitdem einige ihrer Kurse aufder amerikanischen Plattform Coursera veröffentlichen.[52]

Der wohl bekannteste und gleichzeitig auch größte deutsche MOOC-Anbieter ist allerdings „iversity“, auf den im Folgenden näher eingegangen wird. Neben der Darstellung von iversity, wird ebenso die einzige französische MOOC-Plattform„France UniversitéNumérique“ (FUN) vorgestellt. Daraufhin kommt es zueinemVergleich, welcher mögliche Gemeinsamkeiten sowie Unterschiededer beiden Plattformen hervorbringen und zusammenfassen soll.

4.1 Deutschland: iversity

Seit Oktober 2011 existiert iversity, ein Berliner Start-Up-Unternehmen, als MOOC-Anbieter auf dem deutschen Markt(siehe Abb. 4). Gegründet wurde es allerdings bereits im Jahr 2008 von Jonas Liepmann, einem Studenten der Kulturwissenschaft, Komparatistik und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin sowie der Humboldt Universität zu Berlin.[53]

Anfänglich sollte iversity eine Alternative zu den bereits bestehenden, internen Systemen an Hochschulen darstellen, da diese teilweiseunausgereift und wenig intuitiv sind. Nach einer Überarbeitung des Konzepts, hinsichtlich der Bereitstellung von MOOCs,wurde iversity durch das „EXist“-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gefördert. Weitere Fördermittel kamen gleichzeitig aus deren Stifterverband sowie von Investoren.[54]

Abb. 4: Startseite von iversity[55]

Inspiriert wurde der Gründer durch die erfolgreichen amerikanischen MOOC-Anbieter sowie durch Sebastian Thrun, ehemaliger Professor für Künstliche Intelligenz an der Universität Stanford, welchem mit seinen MOOCs (90.000 - 160.000 Teilnehmer) der Durchbruch gelang.[56]

Nach diesem Vorbild sind nun auch zahlreiche Online-Kurse von ca. 20Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen auf der MOOC-Plattform von iversity frei zugänglich.Dabei handelt es sich ausnahmslosum europäische Institutionen, wie die Universität Osnabrück, die University of Buckingham oder die Maastricht School of Management Romania.Die Teilnehmer eines solchen Kurses erhalten nach dessen Abschlussein Zertifikat von iversity und vereinzelt sogar ECTS-Punkte. Hierbei bietet iversity mehrere Möglichkeiten bzw. verschiedene „Tracks“ an, welche im Folgenden dargestellt werden(siehe Abb. 5). Als Beispiel dient der Kurs „Einführung in die Betriebswirtschaftslehre“ der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Die verschiedenen Tracks für iversity-Nutzer[57]

Wie der Abbildung zu entnehmen ist, sollen verschiedene Zielgruppen angesprochen werden. Zum einen können Schüler oder Auszubildende vor dem Antritt ihres Studiums Credit Points erwerben und erste „Hochschulluft“ schnuppern. Zum anderen können bereits eingeschriebene Studenten durch ihre Teilnahme ECTS-Punkte zur Anrechnung in ihrem aktuellen Studium erhalten. Der „Executive Track“ zielt hingegen auf Berufstätige ab, die sich neben dem Beruf weiterbilden möchten. Sofern Prüfungen Bestandteil eines „Tracks“ sind, können diese allerdingsnicht online ablegt werden, sondern ausschließlich in Form einer Präsenzprüfung an der RWTH Aachen. Ebenso besteht auch die Möglichkeit den Kurs ohne Prüfung und damit frei von Gebühren zu besuchen. In diesem Fall ist der Erwerb von ECTS-Punkten ausgeschlossen, wie bei den meisten anderen MOOCs auf iversity, die diesen „ECTS-Zusatz“ nicht aufweisen. Der Erwerb von Credit Points ist somit an eine Teilnahmegebühr gebunden.

Ziel von iversity ist es im Laufe der nächsten Jahre unabhängig von Fördermitteln zu werden und erste Gewinne zu verzeichnen. Dies kann einerseits durch eine Gebühr für die bisher kostenlosen Zertifikate geschehen oder durch die Implementierung einer Art „Jobbörse“.Unternehmen könnten dabei die Test- bzw. Prüfungsergebnisse der Teilnehmer einsehen um mit deren Hilfe Talente ausfindig zu machen. Sofern die Teilnehmenden ihre Einwilligung dazu gegeben haben, können diese daraufhin von den Unternehmen kontaktiert werden.[58] Ein vergleichbares Konzept verfolgt bereits die irische MOOC-Plattform „Alison“, auf der Recruiter gegen eine Gebühr von ca. 100 Euro die Lösungswege bestimmter Kandidaten mitverfolgen und ihnen kurze Aufgaben stellen können, was auch als „Flash Testing“ bezeichnet wird.[59] Darüber hinaus könnte eine Hochschule seinen Studierenden die Teilnahme an einem Kurs ermöglichen, den sie gegenwärtig nicht selbst anbieten kann. Für Ersatz sorgt dabei eine andere Hochschule, die den gewünschten Kurs auf iversity bereitstellt. An der Bereitstellung verdient folglich iversity und die Partnerhochschule, welche eine Art Aufwandsentschädigung erhält.Diese Ideen wurden jedoch noch nicht in die Realität umgesetzt.[60]

Neben dem Anbieten von MOOCs, verfolgt iversity ebenso die ursprüngliche Idee eine Alternative zu den bereits bestehenden, hochschuleigenen Systemen darzustellen. Mehr als 300 Hochschulen und andere Bildungsinstitutionen nutzen iversity als Ersatz für ihre internen Netzwerke, welche oft nicht mehr den Ansprüchen der Lehrenden sowie der Studierenden genügen.Dabei erhalten die Studierenden, ähnlich wie bei Stud.IP oder Moodle, Zugriff auf Materialien oder haben die Möglichkeit in einem Forum Fragen zu stellen, die sowohl vom Lehrpersonal als auch von Kommilitonen beantwortet werden können. Auch das sogenannte „Social Reading“ wird unterstützt, bei dem mehrere Nutzer gleichzeitig eineText-Datei bearbeiten, bestimmteZeilen oder Abschnitte hervorheben und kommentieren können. Diese Vernetzung innerhalb der Studierenden soll auch auf das Lehrpersonal ausgebaut werden, sodass ein hochschulübergreifendes Netzwerk entsteht, mit dessen Hilfe sich Lehrende, die eine ähnliche Thematik behandeln oder eine verwandte Forschung betreiben, austauschen können.[61]

Iversity als MOOC-Anbieter trägt dabei eine andere„Domain“, als das iversity -Netzwerk. Auch einige Dozenten bzw. Mitarbeiter der Justus-Liebig-Universität Gießen greifen auf das System von iversity zurück . So nutzten es u.a. Herr Dr. Michael Basseler (FB05) und Herr Dr. Olaf Hartung (FB04) zu ihren Konferenzen sowie der wissenschaftliche Mitarbeiter Herr Thomas Stöber von Frau Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger (FB02) im Rahmen einer Arbeitsgruppe zum Thema „Einführung einer Kostenrechnung im Mittelstand“(siehe Abb. 6):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Das iversity-Netzwerk in Verwendung[62]

4.2 Frankreich: France UniversitéNumérique

Die französische MOOC-Plattform „France UniversitéNumérique“ (FUN) wurde Anfang Oktober 2013 vom Ministère de l'Enseignementsupérieur et de la Recherche (MESR) unter der Leitung von Geneviève Floraso (Ministre de l'Enseignementsupérieur et de la Recherche) gestartet. FUN stellt damit ein staatliches Projekt dar, welches bis 2017 andauern soll. Das Projekt richtet sich zum Großteil an Studierende, soll aber auch Nicht-Studierendeansprechen, welche sich fürAus- und Weiterbildungsprogramme interessieren. Ende Oktober startete daraufhin die Anmeldung, welche bis zum Beginn der ersten Online-Kurse im Januar 2014andauerte.[63] Eines der Hauptziele des Projekts ist es 20% aller aus Frankreich stammenden Hochschulkurse bis 2017 im Internet zu veröffentlichen.[64]

Für einen der ersten Kurse „Du manager au leader“ des Conservatoire national des arts et métiers (CNAM) registrierten sich 30.000 Teilnehmer.[65] Aktuell sind ca. 90 MOOCs online verfügbar, welche nach mehreren Fachgebieten, wie u.a. Sciences, Management, Santé oder Scienceshumaines et sociales sortiert sind. Die Kurse sind i.d.R. französischsprachig und stammen ausschließlich von Hochschulen (z.B. Université de Lyon, UniversitéPanthéon-Assas - Paris II oder der Université de Bordeaux)und anderen Bildungseinrichtungen aus Frankreich(siehe Abb. 7).Unter den ca. 30 Partnerhochschulen ist keine Hochschule aus einem anderen frankophonen Staat zu finden.[66] Dennoch soll FUN auch die frankophone Vernetzung vorantreiben. Die Staatsministerin für Frankophonie, Yamina Benguigui, ist davon überzeugt, dass digitale Technologien eine Brücke zwischen den Kontinenten bilden werden.[67]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Startseite von France UniversitéNumérique (FUN)[68]

Zur technischen Umsetzung von FUN arbeitete das Ministerium für Hochschulbildung und Forschung mit dem non-profit Unternehmen edX aus den Vereinigten Staaten zusammen. Diese Kooperation zwischen einer staatlichen Institution und einem MOOC-Anbieter ist bislang einzigartig. FUN basiert nämlich auf einer Open-Source-Software, die von edX entwickelt wurde und sich daher auch „openedX“ nennt. Gleichzeitig ist FUN allerdings von edX getrennt, da es eine eigene „Domain“ besitzt, die unabhängig von edX.org betrieben wird. Folglich hat sich das Ministerium die bereits bestehenden Software-Kenntnisse des MOOC-Anbieters zu Nutzen gemacht. Für den Inhalt und die Gestaltung des Internetauftritts ist dieses jedoch selbst verantwortlich.[69] Für die Teilnahme an einem MOOC der France UniversitéNumérique erhält man ein Zertifikat. Eine Umwandlung in ECTS-Punktewurde noch nicht ermöglicht. Allerdings arbeitet FUN aktuell an einer Lösung zu dieser Problematik.[70]

4.3 Vergleich

Die beiden MOOC-Anbieter iversity und France UniversitéNumérique entstanden in einem ähnlichen Zeitraum. Wenige Monate nach der Veröffentlichung der ersten amerikanischen MOOCs, die schnell sowohl national als auch international großes Interesse weckten, folgte iversity mittels seiner Umkonzeptionierung (Ende 2011) und später auch Frankreichs France UniversitéNumérique (Ende 2013) dem MOOC-Trend.

Diese zeitliche Differenz zwischen dem Start der deutschen und französischen MOOC-Plattform erklärt womöglich gewisse Unterschiede. FUN befindet sich hinsichtlich der Vergabe von ECTS-Punkten noch in der Anfangsphase, wohingegen iversity diese Phase bereits überwunden hat und vereinzelt akkreditierte MOOCs anbietet. Auch bei deren Kurs-Angebot legen die beiden MOOC-Anbieter verschiedene Schwerpunkte. So bietet FUN ausschließlich aus Frankreich stammende bzw. französischsprachige Kurse an, wohingegen iversity über deutsch- und englischsprachige Kurse verfügt, welche von Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen aus ganz Europa stammen. FUN strebt dabei jedoch die Ausweitung der Partnerhochschulen auf Vertreter anderer frankophoner Staaten an, dennoch bleibt der Fokus auf der Vermittlung von Lerninhalten in der französischen Sprache.

Darüber hinaus spielt auch die Entstehung sowie die technologische Umsetzung der beiden Plattformen eine wichtige Rolle. Iversity stellt ein Start-Up-Unternehmen aus Berlin dar, welches von einem Studenten gegründet und später in einem Gründer-Team weiterentwickelt wurde. Neben der Finanzierung aus staatlichen und privaten Fördermitteln verfolgt iversity das Ziel sich mit der Zeit selbst tragen zu können, worin dessen wirtschaftliche Bestrebungen deutlich werden. France UniversitéNumérique ist hingegen ein staatliches, von einem Ministerium ins Leben gerufenes Projekt, welches zeitlich begrenzt ist. Auch nach Ablauf der zeitlichen Befristung ist dennoch mit einer Fortführung des Projekts zu rechnen. Allerdings wird damit deutlich, dass iversity und FUN über unterschiedliche finanzielle Mittel verfügen und daher andere wirtschaftliche Interessen vorfolgen. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass iversity nur rund die Hälfte an Kursen anbieten kann, die France UniversitéNumérique derzeit zur Verfügung stellt.

Bezüglich der technischen Umsetzung ist hinzuzufügen, dass FUN auf einer Open-Source-Software („openedX“) des amerikanischen MOOC-Anbieters edX basiert. Folglich geschah der Aufbau der französischen Plattform in Zusammenarbeit mit edX. Die Nutzung des Know-Howsowie der vorhandenen Erfahrung des non-profit Unternehmens aus den Vereinigten Staaten verschaffte FUN ein schnelles Wachstum. Das Vorgehen des Ministeriums für Hochschulbildung und Forschung wurde dafür allerdings auch stark kritisiert. Neben dem Vorwurf, dass es sicherlich auch Spezialisten in Frankreich für den Aufbau von France UniversitéNumérique gegeben hätte, musste sich das Ministerium mögliche Verstrickungen in ein Geschäftsgebaren mit dem Technologie-Unternehmen Google vorwerfen lassen.[71] Dieses arbeitet seit November 2013 gemeinsam mit edX an einer neuen MOOC-Plattform (mooc.org).[72] Somit wurde das non-profit Konzept von edX in Frage gestellt, wenn es mit einem solch einflussreichen und gegenwärtig recht umstrittenen Unternehmen wie Google kooperiert. Die Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium und edX bestand allerdings schon mehrere Monate bevor es zur Kooperation mit dem Technologie-Unternehmen gekommen ist, was diesen Vorwurf entkräftet.[73]

Iversity bietet neben seinen MOOCs noch ein davon getrenntes Netzwerk an, welches eine Alternative zu hochschuleigenen Systemen darstellen soll. In diesem Netzwerk kommt es zur Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden, beispielsweise durch die Bereitstellung von Materialien oder durch das gemeinsame Bearbeiten eines Dokuments. Über ein solches System verfügt FUN nicht.Eine Herausforderungfür die beiden Plattformen stellt die Akkreditierung ihrer MOOCs und damit deren Umwandlung in ECTS-Punkte dar. Iversity bietet bereits einige Kurse mit der Möglichkeit des Credit Point-Erwerbs an, wohingegen dies auf France UniversitéNumérique noch nicht möglich ist.

Trotz unterschiedlicher Entstehungsgeschichten und verschiedener technischer Gegebenheiten eint iversity und FUN ein gemeinsames Ziel. Beiden Anbietern von MOOCs geht es darum Hochschulbildung jedem zur Verfügung zu stellen, der sich dafür interessiert. Bei beiden sind dies in der Hauptsache Studierende sowie Berufstätige. Die Umsetzung erfolgt dabei gleichermaßen. Bisherige Lerninhalte werden in ein Online-Format übersetzt, indem Vorlesungen aufgezeichnet und in kurze Videos und Sequenzen eingeteilt werden. Nach jeder Einheit folgt in der Regel eine Unterbrechung in Form eines Quizzes zur Überprüfung und Verfestigung des zuvor erlernten Stoffes. Sowohl die Kurzvideos als auch die Quizzes können beliebig oft wiederholt werden. Es handelt sich folglich nicht um Vorlesungen, die „einfach“ nur aufgenommen und ins Internet gestellt werden.[74]

5 SWOT-Analyse: MOOCs

Im Folgenden werden die Stärken (strengths), die Schwächen (weaknesses) sowie die Chancen (opportunities) bzw. Potentiale und die Gefahren (threats) bzw. Risiken der Massive Open Online Courses zusammengefasst und mit Hilfe einer Grafik veranschaulicht(siehe Abb. 8). Hierbei wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Vielmehr sollen die in diesem Zusammenhang bereits genannten Punkte verdeutlicht sowie durch neue ergänzt werden.

Der Einsatz von digitalen Technologienin der Hochschullehre bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Neben einem Reputationsgewinn aus Sicht der Hochschule[75] erzielen die Studierenden eineSteigerung ihres Lernerfolgs.[76] Letzteres ist allerdingsnicht ausreichend empirisch belegt.[77] Außerdem tritt bei den Lehrenden eine Entlastung hinsichtlich des organisatorischen Aufwands ein.[78]

Als Schwachpunkt ist hingegen die kosten-[79] und zeitintensive[80] Erstellung eines Massive Open Online Course auszumachen. Die Kosten hierfür trägt i.d.R. die jeweilige Hochschule oder Bildungsinstitution. Es kommt zu Folgekosten durch Aktualisierung und Pflege des Tools, in Formvon Updates oder durch denEinsatz modernerer Software.[81] Für die Teilnehmer eines MOOC ist der Zugang hingegen kostenfrei. Erst sobald der Teilnehmer eine Prüfung ablegen bzw. ein Zertifikat oder gar ECTS-Punkte für seine Leistungenerhalten möchte, sind Gebühren zu entrichten.[82] Der anfänglich hohe Entwicklungsaufwand sowie der zwischenzeitliche Bedarf an Updates sollen sich somit durch die stetige Verwendung und Weiterentwicklung eines MOOC ausgleichen. Ebenso werden einerseits Kosten reduziert, die sonst im Rahmen einer Präsenzveranstaltung anfallen würden (Räumlichkeiten, etc.) und andererseits Einnahmengeneriert (Vergabe von Zertifikaten, etc.). Die Wiederverwendbarkeit der MOOCs ist hierbei hervorzuheben.[83]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8: SWOT-Analyse: MOOCs (eigene Darstellung)

Gerade bei MOOCs stagniert im zeitlichen Verlauf oft die Teilnehmeraktivität, wodurch hohe Abbruchquoten zu Stande kommen. Zurückzuführen ist dies auf fehlende Anreizsysteme, sodass der Nutzer keine Würdigung seiner Leistung erhält.[84] Im Idealfall sollte das persönliche Interesse an einer bestimmten Thematik als Anreiz zur erfolgreichen Beendigung eines MOOC ausreichen. Da solch eine intrinsische Motivation oft allerdings nicht genügt, gibt es neben der Vergabe von ECTS-Punkten weitere Varianten einer Anerkennung. Hierbei wären insbesondere sogenannte „Badges“ (Abzeichen, Plaketten) zu nennen, welche eine informelle Anerkennung darstellen. Einen Badge erhält beispielsweise diejenige Person, mit den meisten hilfreichen Beiträgen in einem Forum. Die Vergabe eines Badge ist jedochsehr subjektiv, da sie nicht an eine konkrete Lern-Leistung gekoppelt ist.[85]

Gleichzeitig verspüren die Teilnehmenden ein gewisses „Autonomieerlebnis“, welches einen positiven Einfluss auf deren Motivation ausübt. Ein Potential von E-Learning ist es daher selbstreguliertes Lernen zu fördern und eine „Lernerautonomie“ zu schaffen.[86]

Darüber hinaus werden durch die freie Verfügbarkeit der MOOCs neue Zielgruppen erschlossen. So erhaltenbeispielsweise auch Interessierte aus bildungsfernen Gruppen, gerade aus Schwellen- und Entwicklungsländern, die Möglichkeit an Hochschulkursen teilzunehmen, sofern die technischen Gegebenheiten dazu gegeben sind. Hieraus wird die wohl bedeutendste Stärke der MOOCs deutlich: Lehren und Lernen unabhängig von Ort und Zeit.[87] DieFlexibilität des Teilnehmers nimmt folglich zu, wodurch bestimmte Faktoren wie Familie, Beruf oder Krankheit leichter miteinander vereinbart werden können. Diese Berücksichtigung der individuellen Situation eines jeden Teilnehmers ist im Kontext der Präsenzlehre meist nicht gegeben.[88] Gleichzeitig gewinnt auch der Lehrende an Freiraum um sich beispielsweise seiner Forschung zu widmen oder um an forschungsbezogenen Reisen oder Tagungen teilzunehmen.[89]

Organisatorische Aspekte wie dietechnische Ausstattung zur Erstellung und Instandhaltung eines MOOCbergen Gefahren, ebenso wie das notwendige Know-How zu deren Bedienung. Außerdem stellen die bestehenden Urheberrechte ein Gefahrenpotential für MOOCs dar, da es auch hierbei zu Plagiaten kommen kann. Im Urhebergesetz (UrhG) gibt es mehrere sogenannte Schrankenbestimmungen wie die „Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung“ (§ 52 a UrhG), welche besagt, dass nur die Kursteilnehmer bzw. registrierten Nutzer Zugang zu den jeweiligen Inhalten haben dürfen. Ebenfalls spielt das „Zitatrecht“ (§ 51 UrhG) oder der Erwerb von Nutzungsrechten eine wichtige Rolle.[90]

6 E-Learning im Unternehmen

In einem wirtschaftlichen Unternehmen sind sämtliche Tätigkeiten, die der Mitarbeiter-weiterbildung dienen dem Bereich der Personalentwicklung (PE) zuzuordnen, welcher einen Teilbereich des strategischen Personalmanagements darstellt.[91] In den folgenden Kapiteln geht es darum, wie digitale Technologien im Personalmanagement, insbesondere in der Personal-entwicklung, zum Einsatz kommen.

6.1 Instrument der Personalentwicklung

Durch PE-Maßnahmen sollen vor allem fachliche und persönliche Kompetenzen vertieft und ausgebaut werden, wodurch zahlreiche Effekte auf Seiten des Unternehmens sowie auf Seiten des Mitarbeiters hervorgerufen werden. Das Unternehmen steigert damit beispielsweise seine Arbeitgeberattraktivität„nach innen“, indem es die Beschäftigungsfähigkeit („Employability“) seiner Mitarbeiterfördert, wodurch gleichzeitig deren Motivation gesteigert wird.[92] Unter Employability ist die Fähigkeit zu verstehen, auf dem Arbeitsmarkt mitzuwirken bzw. diesem etwas beizutragen. Langfristig kann diese Beschäftigungs- oder Arbeitsmarktfähigkeit nur durch Weiterbildung gewährleistet werden.[93] Fördert ein Unternehmen seine Mitarbeiter darin beschäftigungsfähig zu bleiben, kommt es zu einer stärkeren Bindung des Mitarbeiters an das Unternehmen, was die Mitarbeiterfluktuation verringert. Andererseits verbessert sich auch die Außenwirkung des Unternehmens. Auf dem Arbeitsmarkt werden Unternehmen, die gezielte PE-Maßnahmen betreiben, als positiv wahrgenommen, was gerade in Zeiten des Fachkräftemangels oder auch des demographischen Wandels von großer Bedeutung ist. Darüber hinaus bleibt das Unternehmen wettbewerbsfähig, da es die Arbeitsleistung eines Mitarbeiters zum gegenwärtigen Zeitpunkt erhöht, diesen simultan allerdings auch auf zukünftige Aufgaben und Herausforderungen vorbereitet.[94]

Unternehmen müssen daher genau die Erwartungen, Bedürfnisse und Wünsche ihrer Mitarbeiter sowie ihrer Zielgruppen außerhalb des Unternehmens kennen. Diese gilt es bei der Auswahl eines bestimmten PE-Instruments zu berücksichtigen. Besonders Absolventen erachten beispielsweise Coaching und Mentoring als sehr wichtig. Hierbei erhalten die angehenden Nachwuchskräfte regelmäßig individuelle Beratung durch einen erfahrenen Kollegen oder eine Führungskraft. Dies hilft zum einen bei der Einarbeitung, da der Einsteiger eine Vertrauensperson an seiner Seite hat, die ihn dabei unterstützt im Unternehmen Fuß zu fassen. Zum anderen werden dabei langfristig Ziele festgelegt und Zukunftsperspektiven aufgezeigt.Neben Coaching und Mentoring gibt es noch eine Vielzahl an weiteren PE-Maßnahmenund -Instrumenten, wie Onboarding- und Trainee-Programme, Sprachkurse, Auslandseinsätze, Soft-Skills-Workshops oder allgemeine Fort-und Weiterbildungen zu einem bestimmten Sachverhalt (z.B. Führungskräfte-Trainings) oder zu einer speziellen Thematik (z.B. Produkt-Schulungen).[95]

Auch E-Learning ist als ein Instrument der Personalentwicklung zu bezeichnen. Wie in der Einleitung bereits dargestellt, setzen derzeitig 55% der KMUs (Kleine und Mittlere Unternehmen bis 499 Mitarbeiter) sowie 66% der Großunternehmen E-Learning-Tools zur Weiterbildung ihrer Mitarbeiter ein.[96] Gegenwärtig werden in Großunternehmen vor allem Web Based Trainings (66%), virtuelle Klassenräume bzw. Webinare (49%), Wikis (59%) und BlendedLearning (52%) verwendet(siehe Abb. 9).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 9: Zurzeit verwendete Lernformen und -Tools [97]

Unter einem Web Based Training (WBT) versteht man eine thematisch abgeschlossene Lerneinheit, welche über das Internet bereitgestellt wird.[98] Als virtuelles Klassenzimmer bzw. Webinar bezeichnet man die Situation, wenn sich derLehrende und seine Teilnehmerzur gleichen Zeit über das Internet austauschen können wie an einem realen Ort. Ein Wiki hingegen stellt ein kollaborativ erstelltes Online-Nachschlagewerk dar.[99] Jeder Mitarbeiter hat dabei die Möglichkeit auf alle Inhalte im Wiki zuzugreifen bzw. neue zu erstellen. Sofern ein Beitrag nicht komplett oder fehlerhaft ist, kann dieser von jedem Nutzer korrigiert oder ergänzt werden. Ebenso können Beiträge, beispielsweise durch Links, miteinander verbunden werden, sodass ein Wissensnetzwerk entsteht.Darüber hinaus bleibt das Wissen im Unternehmen, selbst wenn der jeweilige Mitarbeiter die Firma verlässt.[100]

Hauptsächlich wird E-Learning in Großunternehmen und KMUs verwendet, wenn es um die Vermittlung von Kenntnissen zu bestimmten IT-Anwendungen und -Geschäftsprozessen geht. Hierbei erhalten neue Mitarbeiter beispielsweise eine Einführung in die vorherrschenden Systeme und Programme. Weitere wichtige Themen sind darüber hinaus auch „Compliance“ und damit alles, was mit dem unternehmensinternen Verhaltenskodex sowie den damit verbundenen Regeln zusammenhängt. Ebenso spielt E-Learning bei Produktschulungen eine bedeutende Rolle. Vereinzelt werden auch Fremdsprachenkenntnisse oder gar Kompetenzen im Bereich der „Soft-Skills“ vermittelt.[101] Die Entwicklung der Soft-Skills, wie beispielsweise „Teamfähigkeit“ eines darstellt, wird i.d.R. durch Weiterbildungen abgedeckt, die vollkommen auf die Präsenz der Teilnehmer ausgerichtet sind. Bei der Vermittlung von Kompetenzen hinsichtlich den Themen „Management“ und „Führung“ wird ebenso auf Präsenz-Formate gesetzt.[102]

6.2 Corporate Universities

Der Begriff „Corporate Learning“ oder auch „Corporate Education“ fasst alle unternehmensinternen Maßnahmen undMethoden der Mitarbeiterweiterbildung bzw. der Personalentwicklung zusammen. Er wird hauptsächlich im Kontext von international agierenden Großunternehmen verwendet, welche immer mehrsogenannte „Corporate Universities“ gründen.Als Corporate University bezeichnet man eine unternehmenseigene Akademie oder Fortbildungseinrichtung, welche als Anbieter aller Dienstleistungen rund um den Bereich Wissen und Weiterbildung fungiert. Hierbei bieten Corporate Universities eigens für das Unternehmen konzipierte Trainings- und Fortbildungsprogramme an, die im Idealfall in die jeweiligen Geschäfts- und Arbeitsprozesse integriert sind. Folglich sind alle Lernaktivitäten, die von der Corporate University ausgehen, fest in der Unternehmensstrategie verankert.[103] Für Corporate Universities gibt es zahlreiche Beispiele wie die Lufthansa School of Business, die Apple University, die Volkswagen AutoUni oder auch die McDonalds Hamburger University. Oft werden bei den angebotenen Trainingsmöglichkeiten nicht nur die unternehmenseigenen Mitarbeiter miteinbezogen, sondern auch Lieferanten und Kunden, um die gesamte Wertschöpfungskette abzudecken, wodurch Synergieeffekte erzielt werden sollen.[104]

Eine besondere Umsetzung, welche als musterhaft gilt, gelang der Walt Disney Company. Aus ihrer eigenen Corporate University heraus , der Disney University, schufWalt Disneydas Disney Institute, mit dem es seine Rolle als unternehmensinterner Weiterbildungs-Dienstleister erweiterte. Neben der Förderung der eigenen Mitarbeiter in der Disney University werden im Disney Institute zahlreiche Kurse für externe Kundenund Interessenten angeboten, unter denen sich viele namhafte Unternehmen befinden. Insbesondere handelt es sich dabei um Kurse, in denen es um das Führen von Mitarbeitern oder um die Verbesserung des Kundenservice geht. Da Walt Disney für eine überdurchschnittliche Mitarbeiterzufriedenheit sowie eine hohe Service-Qualität bekannt ist, möchten andere Unternehmen von deren Know-How profitieren, um „thebusinessbehindthemagic“ zu verstehen und auf das eigeneGeschäft anzuwenden, womit das Disney Institute wirbt.[105]

Bei solch umfangreichen Weiterbildungsaktivitäten, die teilweise auch über das eigene Unternehmen hinausgehen, spielen neue Technologien zu deren Umsetzung eine wichtige Rolle.[106] So sindin der McDonalds Hamburger University E-Learning-Einheiten, samt integrierter Zwischentests, zur Vorbereitung der Teilnehmer vor Beginn eines jeden Präsenz-Seminars verpflichtend. Insgesamt werden bei McDonalds ca. 30 % der Lerninhalte digital vermittelt.[107]

6.3 MOOCs im Unternehmen

Die Deutsche Telekom AG startete Anfang April 2014 den ersten deutschen Corporate Massive Open Online Course. Da die Telekom seit geraumer Zeit verstärkt ihre Konzernfarbe bei sämtlichen werbe- und medienwirksamen Maßnahmen in den Vordergrund rückt, erhielt der Kurs den Namen „Magenta-MOOC“. Der Magenta-MOOC entstand in Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg, welche ihre vorhandene Expertise aus dem eigenen Online-Kursangebot in das Telekom-Projekt einbrachte. Die Zusammenarbeit der Teilnehmer in virtuellen Teams sowie deren intensive Betreuung im Verlauf des Kurses, was die Leuphana Universität als „Mentored Open Online Course“ bezeichnet, stand dabei im Mittelpunkt.[108]

Die Resonanz bei den Mitarbeitern war für die Projekt-Verantwortliche, Birgit Klesper, ebenso überraschend wie die kreativen Resultate, die aus dem Magenta-MOOC hervorgegangen sind. Von den 3600 registrierten Teilnehmern waren die Ersteller gezwungen 700 Kandidaten per Zufallsprinzip auszuwählen, welche dann in 140 Teams mit jeweils fünf Personen eingeteilt wurden. Die restlichen 2900 Nutzer durften dennoch am Magenta-MOOC teilnehmen, erhielten jedoch keine Betreuung. Am Ende des drei-monatigen MOOCs reichten 100 der 140 Teams ein finales Ergebnis zum Thema „Share yourEntrepreneurial Spirit“ ein, was eine überdurchschnittlich hohe Abschlussquote darstellt.[109]

Bei dem ersten Corporate Massive Open Online Course handelte es sich folglich um eine Mischung aus einem x- undcMOOC, was auch als hybrider MOOC bezeichnet werden kann. Das für einen xMOOC typische Merkmal von kurzen Video-Vorlesungen, welche im Fall des Magenta-MOOC von internen und externen Experten (Manger, Berater, Universitäts-Angestellte) gehalten wurden, steht hierbei der digitalen Vernetzung der Teilnehmenden gegenüber, was als eindeutiges Kennzeichen eines cMOOCs zu identifizieren ist. Die Teilnehmer tauschten sich im Verlauf des Magenta-MOOCs mit Hilfe von sozialen Netzwerken aus und erarbeiteten gemeinsam Lösungen zu den gestellten Aufgaben.[110]

Derartige „Massenzusammenschlüsse“[111] von Lernenden bergen ein nicht zu unterschätzendes Potential für den Bereich des Corporate Learning.Generell sind sich Fachleute einig, dass Lernen und Arbeiten in Zukunft noch enger miteinander verknüpft sein werden. Auch der E-Learning-Experte Dr. Jochen Robes vertritt diese Ansicht und ist der Meinung, dass Arbeits- und Lernprozesse nicht mehr getrennt voneinander ablaufen können, wie es noch immer des Öfteren der Fall ist. Er ist sich deshalb sicher, dass die Übergänge zwischen den beidenProzessen immer fließender werden. Diese Entkoppelung führt dazu, dass „informelles Lernen“ an Bedeutung gewinnt, was im Gegensatz zum „formalen Lernen“ und damit den klassischen E-Learning-Formaten steht, wie zum Beispiel: Webinare und Web Based Trainings (WBTs). Beim informellen Lernen gehtes vielmehr um die Vernetzung der Lerninhaltesowie der Nutzer, welche ihr Wissen mit Hilfe von Communities und Foren austauschen oderin Form von Wikis miteinander teilen können. Folglich liegt die Verantwortung für die Inhalte dabei nicht mehr bei der unternehmenseigenen Personalentwicklung, sondern bei jedem einzelnen Mitarbeiter selbst.[112] Die Vernetzung führt damit zwangsläufig zu einem „Kontrollverlust“über die Inhalte auf Seiten des Unternehmens, welcher allerdings nach Meinung von Experten riskiert werden sollte, da nur auf diese Weise ein Mehrwert erzielt werden kann.[113]

7 Fazit

Die Veröffentlichung „Digital wird normal“ des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) vom November 2014 macht deutlich, dass die zunehmende Digitalisierung sowie deren Einfluss auf die Hochbildung eine höchst aktuelle Thematik darstellt.Darin werden verschiedene Trends behandelt, die sich gegenwärtig im Bereich der Hochschullehre abzeichnen.Diese werden im Folgenden zusammengefasst. Ebenfalls wird abschließend auf ähnliche Entwicklungen im Unternehmenskontext eingegangen.

7.1 Generation Y & Digital Natives

Die sogenannte„Generation Y“ spielt hierbei eine besondere Rolle, welche die Generation junger Menschen definiert, die zwischen 1977 und 1998 geboren sind. Diese werden auch als „Digital Natives“ bezeichnet, da sie mit technologischen Innovationen aufgewachsen und groß geworden sind. Der technologische Fortschritt machte sich durch eine annährend unbegrenzte Verfügbarkeit von Wissen bemerkbar, welche unabhängig von Ort und Zeit war. Mit den technisch versierten Mitgliedern der Generation Y, die den Großteil der derzeitigen Studierendenschaft ausmacht, stehen Hochschulen vor neuen Herausforderungen. Zusätzlich zu den Besonderheiten der Digital Natives wird Hochschulbildung in Deutschland zunehmend zum Normalfall. Die Mehrheit der jungen Menschen in Deutschland studiert bereits an einer der hiesigen Hochschulen, welche einerseits immer höhere Studentenzahlen zu verzeichnen haben und andererseits mit einer steigenden Diversität bzw. Heterogenität innerhalb der Studierendenschaft umgehen müssen.[114]

Für die Generation Y ist der Umgang mit dem Internet und mit sozialen Netzwerken eine Selbstverständlichkeit. Ebenso unterscheidet sie sich auch in ihrem Lernverhalten gegenüber den vorangegangen Generationen. Siesetzt beim Lösen einer Aufgabe viel mehr auf „Kollaboration“. Anstatt sich allein mit einer bestimmten Problematik zu befassen, werdenTeams oder Lerngruppen gebildet. Die Bereitschaft sein Wissen mit anderen zu teilen ist gestiegen. Zudem geht es ihnen nicht um die reine Wissensaufnahme, sondern auch darum Sachverhalte und Lerninhalte zu hinterfragen, zu kommentieren und zu diskutieren. Nicht zuletzt können Lernende die Worte des Lehrenden viel leichter und schneller mit Hilfe des Internets überprüfen. Das Kräfteverhältnis zwischen den beiden Seiten scheint sich auszugleichen oder gar umzukehren, was zu einem neuen Rollenverständnis führt.[115]

7.2 Massifizierung& Personalisierung

Das Stichwort der „Massifizierung“ ist dabei ebenso von großer Bedeutung. Da immer mehr Menschen einen akademischen Abschluss anstreben, vielerorts Studieren allerdings mit hohen Kosten verbunden ist, insbesondere außerhalb Europas, müssen andere Lösungen geschaffen werden. Technologische Innovationen haben dabei zur „Vermassung“ oder positiv ausgedrückt zur „Demokratisierung“ der Hochschulbildung beigetragen. Der Grundgedanke der Massive Open Online Courses war es, Hochschulbildungzu demokratisieren, indem diese für Massen kostenfrei zugänglich gemacht wird. Inwieweit MOOCs tatsächlich auch von bildungsfernen Gruppen wahrgenommen und genutzt werden, ist hingegen als zweifelhaft einzuschätzen. Wie Studien belegen genügt der alleinige Zugang zu Bildungnicht, sofern dieser nicht genutzt wird. Der typische Online-Lerner wird daher auch als „white, whealthyandwelleducated“ bezeichnet.[116]

Die Demokratisierung von Bildung ist den MOOCs folglich nicht gelungen, weshalb sich Sebastian Thrun, der auch „godfatheroffreeonline education“ genannt wird, wie folgt zu seinem einstigen Vorhaben äußerte:

„We were on the front pages of newspapers and magazines, and at the same time, I was realizing, we don’t educate people as others wished, or as I wished. Wehave a lousyproduct.” [117]

Obwohl mit den MOOCs keine Chancengleichheit zwischen bildungsnahen und -fernen Bevölkerungsgruppen erzielt wurde, sind sie dennoch als ein wichtiger Katalysator hinsichtlich der Digitalisierung der Hochschullehre zu begreifen. Was mit der Grundidee einer Massifzierung und Demokratisierung begann, mündet nun in die Personalisierung von Bildung. Die MOOCs zeigten, dass es mit Hilfe von Technologie möglich ist, jedem kostenlos Zugang zu Hochschulbildung zu gewähren. Die Herausforderung besteht nun darin sich von dem „Onesizefits all“-Ansatz abzuwenden und die Hochschullehre, online wie offline,einer Transformation zu unterziehen bzw. neu auszurichten. Durch Personalisierung soll Bildung dabei individuell nach den jeweiligen Bedürfnissen sowie nach der persönlichen Lebens-und Lernsituation einer Person gestaltet werden. Die Lehre passt sich folglich dem Lernenden an, was auch den MOOCs zu Grunde lag. Diese Anpassung geschah allerdings nicht auf der inhaltlichen Ebene. Die wachsende Heterogenität innerhalb der Studierendenschaft an einer Hochschule ist somit auch bei Online-Lernern gegeben.[118]

Im Studienalltag kann eine Personalisierung durch eine Flexibilisierung des jeweiligen Studienmodels, eine individuelle Anerkennung von Vorkenntnissen, beispielsweise aus einer Ausbildung oder Berufstätigkeit, oder eben durch ein Online-Lehrangebot erzielt werden. Sofern diese Transformation unter Berücksichtigung der Kosten bei gleichzeitiger Gewährleistung der Lehrqualität vollzogen werden kann, sollten Hochschulen auch mit einer steigenden Studierendenzahl sowie der angesprochenen Heterogenität zurechtkommen. Ein digitales Lehrangebot kann und sollte vielerorts als Ergänzung zur Präsenzlehre dienen. Technologien werden jedoch nie die persönliche Bindung zwischen Lehrendem und Lernenden ersetzen.[119] Bestimmte Lerninhalte können aus didaktischer Sicht außerdem nicht auf ein Online-Format übertragen werden. Von daher richtet sich die Entwicklung und Umsetzung immer nach den zu vermittelnden Inhalten, wovon auch der Bildungsforscher Heinz Reinders von der Universität Würzburg überzeugt ist.[120] Die Rolle der MOOCs im Kontext der zunehmenden Digitalisierung der Hochschullehre fasst der CEO des englischen MOOC-Anbieters FutureLearn, Simon Nelson, treffend in folgenden Worten zusammen:

„We don’t believe it’s MOOCs that are going to transform higher education, we believe the internet is going to transform higher education, and that MOOCs are one part of that overall transformation.”[121]

7.3 Von MOOCs zu POOCs

Das personalisierte Format eines MOOC könnte in Zukunft POOC heißen, was für „Personalized Open Online Course“ steht. Bei POOCs erhalten Lernende für sie individuell zugeschnittene Inhalte und Aufgaben, welche durch einen Computer-Algorithmus zusammengestellt werden. Der Computer misst den Fortschritt des Lernenden und schließt daraus den Schwierigkeitsgrad für die nachfolgenden Inhalte und Aufgaben.[122]

Die Unternehmens- und Strategieberatung Roland Berger prognostiziert ebenfalls eine solche Entwicklung. Neben den POOCs, istdabeiauch von SPOCs („Small Private Online Courses“), SOOCs („Selective Open Online Courses“) oder von TORQUEs („Tiny Open Online courses with definite Restrictions, focusing on Quality and Effectiveness“) die Rede.Allen Formaten ist gemein, dass sich der Teilnehmerkreis im Vergleich zu den MOOCs deutlich verringert, indem bestimmte Zulassungsvoraussetzungen erfüllt werden müssen bzw. eine Selektion anhand der Vorkenntnisse erfolgt.[123]

7.4 Zukunft: BlendedLearning & Informelles Lernen

Vor der Jahrtausendwende, als E-Learning seine Anfangsphase erlebte, stand die Technologie vor der didaktischen Umsetzung. Dies hat sich mit der Zeit verändert, sodass die Didaktik immer mehr in den Vordergrund rückte. Soziale Interaktion wurde als bedeutender Faktor des persönlichen Lernerfolgs ermittelt, da Erlerntes vor allem durch den Austausch mit anderen gefestigt wird. Ebenfalls kann es durch jegliche Art der Kollaboration zu einer Entwicklung des Wissens kommen bzw. neues geschaffen werden. Aus diesem Grund wurden verschiedene Lernmethoden miteinander in Verbindung gebracht, woraus die Idee des Blended Learning entstand, was einer Kombination aus Präsenz- und Onlinelehrphasen entspricht.[124]

Auch der Bildungsforscher Heinz Reinders ist sich sicher, dass Online-und Präsenzlernen nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Er sieht vielmehr einen „Co-Nutzen“ in der kombinierten Verwendungbeider Konzepte, welcher vermutlich noch an Bedeutung für die Lehre an Hochschulen sowie im Unternehmen gewinnen wird.[125] Diese Entwicklung zeichnet sich bereits in der Wirtschaft ab. Unternehmen, die anfänglich auf simple E-Learning-Toolswie beispielsweise WBTszurückgriffen, haben diese bereits durch kombinierte Konzepte ersetzt oder sind im Begriff von Blended Learning-Formaten abgelöst zu werden, was für eine „friedliche Koexistenz“ von verschiedenen Lernmethoden spricht.[126] Laut der Studie des Instituts für Medien- und Kompetenzforschung (MMB) befindet sich u.a. Blended Learning auf dem Vormarsch. Von gegenwärtig 52% der Großunternehmen, bei denen eine Kombination von Präsenz- und Onlinelernmethoden zum Einsatz kommt, streben weitere 37% dessen Verwendung in den kommenden Jahren an, was zu einer prognostizierten Nutzung von 89% führt.[127] In einer weiteren Studie des MMB wird Blended Learning gar als die „wichtigste Lernform der nächsten drei Jahre“ bezeichnet.[128]

Neben der Verwendung von Blended Learning, fördern immer mehr Unternehmen „informelles Lernen“ am Arbeitsplatz. Informelles Lernen bezeichnet eine Lernform, die hauptsächlich spontan und aus eigener Initiative heraus stattfindet. Digitale Technologien können dabei eine unterstützende Rolle spielen. Die Adidas Group legt zum Beispiel ihren Fokus genau darauf. Sie startete im Juli 2014 ihre eigene Corporate University, den „Adidas Learning Campus“. In der Hauptsache soll der Adidas Learning Campus den Austausch unter den Mitarbeitern intensivieren, welcher sowohl digital als auch von Angesicht zu Angesicht stattfinden soll. Die Entwickler setzen auf das 70-20-10-Modell, welches besagt, dass Menschen nur 10% durch „formelles Lernen“ lernen, beispielsweise durch Weiterbildungen und Schulungen. Weitere 20% lernen wir von und mit anderen (Mentoren, Vorgesetzte, Kollegen, Familie, Freunde, etc.) sowie 70% durch praktische Erfahrungen. Praktische Erfahrungen müssen dabei aus anspruchsvollen Aufgaben bestehen, sodass eine Entwicklung der persönlichen Fähigkeiten stattfinden kann.[129] Das 70-20-10-Modell stammt von Morgan McCall, Robert W. Eichinger und Michael M. Lombardo und wird gegenwärtig in zahlreichen international agierenden Unternehmen angewandt.[130] Ebenso wurde das Modell oft speziell an die unternehmenseigenen Anforderungen angepasst, sodass sich beispielswiese die Mitarbeiter von Google 70% ihrer Arbeitszeit mit stellenbezogenen Aufgaben beschäftigen,weitere 20% arbeiten diese an Projekten, die das jeweilige Kerngeschäft betreffen sowie 10% an anderen Projekten, die außerhalb des Kerngeschäfts liegen.[131]

8 Schlusswort

Seien es festgelegte Freiräumezur Verfolgung eigener Projekte, wie bei Google, dem Zusammenschluss hunderter Telekom-Mitarbeiter im Magenta-MOOC oder dem Adidas Learning Campus, bei dem Lernen größtenteils „on-the-job“ und im Austausch mit anderen stattfinden soll, vereint alle der Gedanke die Kommunikation und Vernetzung der eigenen Mitarbeiter zu fördern und voranzutreiben. Derartige Projekte und Vorhaben sind als zukunftsweisend zu bezeichnen. Inspiriert von den MOOCs, begehen Unternehmen dabei neue Wege beim Thema „Lernen“. Ebenso spielen digitale Technologien bei der Umsetzung oft eine tragende Rolle. Besonders hervorzuheben sindBlended Learning-Formate, welche in den vergangenen Jahren bereits ein starkes Wachstum zu verzeichnen hatten, sich aber auch in Zukunft noch weiter verbreiten werden. Kombinierte Konzepte aus Online- und Präsenzlehre sind allerdings nicht nur für die Personalentwicklung eines Unternehmens von Bedeutung, sondern auch für die Hochschullehre. Hochschulen müssen gegenwärtig mit zahlreichen Herausforderungen umgehen, wie den steigenden Studierendenzahlen und der zunehmenden Heterogenität der Studierendenschaft.

Verschiedenste Erwartungen und Vorstellungen zum Nutzen von E-Learning-Elementen treffen an Hochschulen aufeinander. Neben steigenden Lernerfolgen auf Seiten der Studierenden, erhoffen sich die Lehrenden und die Institution u.a. Kapazitätseffekte, Kostenvorteile und einen Zugewinn an Reputation. Schon vor der Einführung von digitalen Technologien zur Unterstützung der Lehre ist es deshalb notwendig Kennzahlen zu identifizieren, die jene Auswirkungen und Fortschritte belegen und wahrnehmbar machen. Sofern der Nutzen einer Innovation im Alltag nicht deutlich messbar ist, sind die Aussichten auf dessen Fortbestand als äußerst gering einzuschätzen,[132] was sowohl für Hochschulen als auch für Unternehmen gilt.

Neben neuen Aufgaben und Herausforderungen an Hochschulen ändert sich mit der Digitalisierung vor allem das Rollenverständnis der Lehrenden sowie der Lernenden. Verschiedene Szenarien sind hierbei denkbar. Wenn sich immer mehr Studierende von der klassischen Lehre abwenden und verstärkt Online-Angebote zu ihrer Bildung nutzen, übernehmen Hochschulen nur noch eine „Zertifizierungsrolle“, was bedeuten könnte, dass diese keine eigene Lehre mehr anbieten, sondern nur noch bestimmte Kenntnisse bzw. Wissen zertifizieren. Ebenso wäre es möglich, dass sich Hochschulen rein auf Online-Bildung konzentrieren und gar keine eigenen Studenten mehr haben. Ein Student hätte somit keine Zugehörigkeit mehr zu einer bestimmten Hochschule. Sein Studium würde sich dieser individuell zusammenstellen.[133] Sebastian Thrun ist darüber hinaus der Ansicht, dass Hochschulabschlüsse im Laufe der Zeit verschwinden werden: „Vielleicht nicht morgen oder übermorgen, aber langfristig“.[134] Derartige Entwicklungen hätten erhebliche Auswirkungen auf das Lehrpersonal. Professoren, die beispielsweise sehr stark im Halten von Vorlesungen sind, würden sich womöglich genau darauf spezialisieren, ebenso wie andere eher den Kontakt zu den Studierenden suchenwürden, um diese während des Lernprozesses zu begleiten. Wiederum andere würden sich um die Prüfung bzw. Benotung kümmern.[135]

Ein aktuelles Projekt aus den Vereinigten Staaten hebt sich von den genannten Szenarien ab. Das Vorhaben mit dem Namen Minerva Project stellt die erste Hochschule dar, die ihre Kurse vollständig über das Internet anbietet. Dies erinnert natürlich an die MOOCs. Allerdings sollen an diesen Kursen höchstens 30 Studierende teilnehmen. Der Lehrende ist dabei der Einzige, der nicht physisch anwesend ist. Die Studierenden nehmengemeinsam an den Kursen teil und wohnen darüber hinaus auch zusammen in derselben Unterkunft. Das Minerva Project läuft über vier Jahre. Im ersten Jahr sind die Studierenden in San Francisco untergebracht, im nächsten Jahr in Buenos Aires und Berlin, daraufhin in Hong Kong und Mumbai sowie abschließend in London und New York. In sieben verschiedenen Studienorten, welche die Teilnehmer in vier Jahren passieren, sollen die Studierenden wichtige interkulturelle und soziale Kompetenzen entwickeln, was einen wichtigen Bestandteil des Projekts ausmacht.[136] Die Kosten belaufen sich hierfür auf 28.000$ pro Student, worin allerdings bereits die Unterkünfte und alle Studienkosten enthalten sind. Im Vergleich zu den Studienkosten der Elite-Universität Harvard von rund 44.000$ pro Jahr, stellen die Kosten des Minerva Projects einen Bruchteil davon dar. Diesen Herbst startete der erste Jahrgang mit 28 Studierenden aus 14 verschiedenen Nationen. Das Jahr darauf plant Minerva 200 bis 300 Studierende ein sowie in 5 bis 6 Jahren ca. 7.000 Studierende. Im ersten Jahr haben die Teilnehmer die Gelegenheit sich selbstständig, mit Hilfe von Lehrbüchern und Online-Kursen, bestimmte Kenntnisse anzueignen. Es gibt folglich keine Einführungsveranstaltungen, in denen spezielle Grundlagen gelegt werden. Erst im zweiten Studienjahr wählen die Studierenden dann einen der folgenden fünf Schwerpunkten aus: Socialsiences, computationalsciences, naturalsciences, business oder artsandhumanities. Generell geht es dem Gründer und CEOdes Minverva Project, Ben Nelson, hauptsächlichdarum den Geist der Studierenden zu entwickeln und weniger um die reine Vermittlung von Informationen.Außerdem ist das Minerva Project im Kontext der im Allgemeinen sehr hohen Studiengebühren in den Vereinigten Staaten zu betrachten, wo Studierende nach dem Abschluss ihres Studiums mit durchschnittlich 33.000$ an Schulden umgehen müssen.[137]

In gewisser Weise stellt Minerva damit eine Lösung zu den hohen Abbrecherquoten der MOOCs dar, bei denen mehr Wert darauf gelegt wurde hohe Teilnehmerzahlen zu erreichen als die Lerner miteinander in Kontakt zu bringen. Die Interaktion zwischen den Teilnehmenden war dabei folglich sehr begrenzt. Dennoch haben MOOCs gezeigt, wie Lernende aus aller Welt zusammenfinden können. Kleinere MOOC-Formate, die mehr auf die Vernetzung der Teilnehmenden setzen, werden in Zukunft auf jeden Fall an Bedeutung gewinnen und sowohl im Unternehmen als auch in der Hochschullehre zum Einsatz kommen. Digitale Technologien stellen im Unternehmen i.d.R. die technische Grundlage für alle Mitarbeiterweiterbildungs-maßnahmen dar und sind somit ein fundamentaler Bestandteil einer innovativen Personalentwicklung.

Zusammenfassend wird in Unternehmen Lernen und Arbeiten zunehmend miteinander verschmelzen, sodass es dem einzelnen Mitarbeiter in Zukunft schwer fallen wird die einst voneinander getrennten Bereiche auseinander zu halten.[138] Vor allem „informelles Lernen“ trägt zu dieser Entkoppelung bei. Zukunftsweisende Projekte bieten erste Anhaltspunkte wie formales und informelles Lernen im Unternehmen verbunden werden können und wie E-Learning darin integriert werden kann.

Die europäische Studienreform „Bologna“, mit ihrem einheitlichen ECTS-System, hat bereits die Mobilität der Studierenden innerhalb Europas gefördert. Der nächste Schritt wäre es nun eine „Mobilität der Bildung“ zu erreichen. „Bologna Digital“ ist damit eine der großen Herausforderungen, die europäische Hochschulen in den nächsten Jahren zu bewältigen haben.[139] Interessante Ansätze, wie das Minerva Project aus den USA, machen bereits deutlich wie Hochschulbildung im digitalen Zeitalter aussehen kann, dennoch bleibt es abzuwarten wie sich der Einsatz von neuen Technologien konkret auf die Hochschullehre, nicht nur europa- sondern auch weltweit,auswirken wird.

9 Danksagung

- vom Auto entfernt -

10 Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Verbreitung von E-Learning in deutschen Unternehmen stammend vom Institut für Medien- und Kompetenzforschung (MMB): Repräsentative Studie zu Status quo und Perspektiven von e-Learning in deutschen Unternehmen. 2014, online. S. 4.

URL: http://www.mmb-institut.de/projekte/digitales-lernen/E-

Learning_in_KMU_und_Grossunternehmen_2014.pdf [30.11.2014]

Abb. 2: Trends und Hypes aus Alexander Sperl/Ralf P. Frenger: E-Learning Grundlagen-

Szenarien und Instrumente für die Lehre.Gießen[: Justus-Liebig-Universität

Gießen] 2014, S. 15.

Abb. 3: Integration von E-Learning im Blended Learning aus Alexander Sperl/Ralf P. Frenger:

E-Learning Grundlagen. Gießen[: Justus-Liebig-Universität Gießen] 2014, S. 9.

Abb. 4: Startseite von iversity. 2014, online:

URL: https://iversity.org/ [03.11.2014]

Abb. 5: Die verschiedenen Tracks für iversity-Nutzer. 2014, online:

URL: https://iversity.org/de/courses/einfuehrung-in-die-betriebswirtschaftslehre-

75541449-b3fa-45de-8724-77b919dac6d9[10.11.2014]

Abb. 6: Das iversity-Netzwerk in Verwendung. 2013, online:

URL: http://un.iversity.org/organisations/57 [18.11.2014]

Abb. 7: Startseite von France UniversitéNumérique. 2014, online:

URL: http://www.france-universite-numerique.fr/ [03.11.2014]

Abb. 8: SWOT-Analyse: MOOCs (eigene Darstellung)

Abb. 9: Zurzeit verwendete Lernformen und -Tools stammend vom Institut für

Medien- und Kompetenzforschung (MMB): Repräsentative Studie zu Status quo und

Perspektiven von e-Learning in deutschen Unternehmen. 2014, online. S. 8.

URL: http://www.mmb-institut.de/projekte/digitales-lernen/E-

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[110] MarvinMilatz: Im Neuland vernetzt, in: Human Resources Manager. 2014, online.

[111] Jan C. Weilbacher: Mobiles Lernen liegt im Trend, in: Human Resources Manager. 2014, online.

[112] Christoph Bertram: E-Learning: Die Arbeitswelt wird zur Lernwelt, in: Personalwirtschaft. 2014, online.

[113] Milatz 2014, online.

[114] JörgDröger/Julius-David Friedrich/Ralph Müller-Eiselt: Digital wird normal - Wie die Digitalisierung die Hochschulbildung verändert. 2014, online. S. 5.

[115] Ebd.

[116] Ebd., S. 7.

[117] MaxChafkin: Udacity's Sebastian Thrun, Godfather Of Free Online Education, Changes Course, in: Fast Company. 2013, online.

[118] Dröger/Friedrich/Müller-Eiselt 2014, online. S. 7 f.

[119] Ebd., S. 8.

[120] Dörner 2013, online.

[121] Chris Parr: Moocs ‘will not transform education’, says FutureLearn chief, in: Times Higher Education. 2014, online.

[122] Milatz 2014, online.

[123] Roland Berger: Unternehmen lernen online - Corporate Learning im Umbruch. 2014, online. S. 9.

[124] Ebd., S. 12 f.

[125] Dörner 2013, online.

[126] Meifert 2013, S. 361.

[127] Institut für Medien- und Kompetenzforschung (MMB) 2014, online. S. 10.

[128] Institut für Medien- und Kompetenzforschung (MMB): Individuelles Lernen: Plädoyer für den mündigen Nutzer. 2014, online. S. 3.

[129] ChristianKuhna: Bringing the adidas Group Learning Campus to Life - Learning in the 21st Century. 2014, online.

[130] Princeton University: Learning Philosophy. 2011, online.

[131] AnnikaSteiber: How Google manages continuous innovation in a rapidly changing world. 2014, online.

[132] Bremer/Krömker 2013, S. 93.

[133] Dröger/Friedrich/Müller-Eiselt 2014, online. S. 8 f.

[134] Schulmeister 2013, S. 25.

[135] Dröger/Friedrich/Müller-Eiselt 2014, online. S. 9.

[136] ChristianDrösser: Akademische Nomaden, in: Die Zeit. Ausgabe: 37/2014, Hamburg[: Zeitverlag], S. 38.

[137] AbigailJones: How to Solve College Debt: An Online School May Have the Answer, in: Newsweek. 2014, online.

[138] Bertram 2014, online.

[139] Dröger/Friedrich/Müller-Eiselt 2014, online. S. 9 f.

Details

Seiten
46
Jahr
2015
ISBN (Buch)
9783656921615
Dateigröße
971 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v294471
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen – Institut für Romanistik
Note
1,7
Schlagworte
E-Learning MOOCs Corporate Education Blended Learning E-Teaching Online-Lehre iversity Corporate University Personalentwicklung Generation Y Digital Natives Informelles Lernen Massive Open Online Courses

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Titel: Die Bedeutung von E-Learning für Hochschulen und Unternehmen