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Die Bedeutung von Kompetenzen in der Sozialen Arbeit. Werden Kompetenzen benötigt, um in der Sozialen Einzelfallhilfe professionell handeln zu können?

Hausarbeit 2013 15 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Rahmenbedingungen methodischen Handelns in der Sozialen Arbeit
1.1 Der Begriff Methode
1.2 Hintergrund des Methodeneinsatzes

2. Soziale Einzelfallhilfe als klassische Methode
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Ziele der Einzelfallhilfe

3. Erwerb professioneller Handlungskompetenz für die Einzelfallhilfe
3.1 Definition Kompetenz
3.2 Kompetenzanforderungen in der Einzelfallhilfe

4. Die Bedeutung von Kompetenzen für die Einzelfallhilfe

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Bedeutung von Kompetenzen in der Sozialen Arbeit ist in der heutigen Arbeitswelt ein viel diskutiertes Thema. Für die einen sind sie das ausschlaggebende Kriterium für Professionalität, für die anderen lediglich eine wichtige Grundlage für die Ausübung dieses Berufes. Wegen der sich ständig verändernden Bedingungen, werden in der Forschung unterschiedliche Anforderungsprofile definiert. Der Erwerb und Einsatz von Kompetenzen wird somit zu einem immer wichtiger werdenden Faktor. Die Zusicherung, dass die Fachkraft kompetent sei, kann besonders in der Einzelfallhilfe entscheidend dafür sein, ob der Klient1 sich helfen lässt.

Werden somit in der Sozialen Einzelfallhilfe Kompetenzen benötigt, um professionell handeln zu können oder spielen auch andere Faktoren eine Rolle?

Diese Frage soll in der Hausarbeit mit Hilfe unterschiedlicher Literatur beantwortet werden. Als Einstieg in die Thematik wird durch die Definition des Begriffs „Methode“ und durch die Erläuterung zum Hintergrund des Methodeneinsatzes zunächst das Methodenverständnis erweitert. Im zweiten Teil der Arbeit wird die Soziale Einzelfallhilfe vorgestellt und die Ziele dieser betrachtet. Hier soll vor allem geklärt werden, was darunter zu verstehen ist und was die Einzelfallhilfe beabsichtigt. Daraufhin folgt eine Erläuterung über den Erwerb professioneller Handlungskompetenz. Durch eine Definition des Begriffes „Kompetenz“ und die Vorstellung eines Kompetenzprofils für Fachkräfte der Sozialen Einzelfallhilfe, soll dem Leser die Vielfältigkeit an Kompetenzanforderungen verdeutlicht werden. Im Anschluss ist zu berücksichtigen, welche Bedeutung Kompetenzen für die soziale Einzelfallhilfe haben. Diese Untersuchung besitzt für das Thema der Hausarbeit eine Relevanz, da somit die Frage beantwortet werden kann, ob allein der Einsatz von Kompetenzen zu professionellem Handeln führt.

1. Rahmenbedingungen methodischen Handelns in der Sozialen Arbeit

In der Sozialen Arbeit wird dem methodischen Handeln eine wichtige Bedeutung beigemessen. Bedingt durch die Vielfalt der Arbeitsgebiete innerhalb dieses Berufsbildes fällt es dennoch schwer, einheitliche Handlungsansätze für die Praxis zu definieren und festzulegen. Die Anzahl von Veröffentlichungen zu Methoden der sozialen Arbeit hat stetig zugenommen und führt oftmals nicht zu einem besseren Methodenverständnis. Begriffe wie „Verfahren“, „Techniken“ und „Konzepte“ werden heruntergebrochen und unter dem Oberbegriff „Methode“ zusammengefasst. Da diese Verallgemeinerung eine Grundlage fehlender fachlicher Begriffserläuterung sein kann, wird der Methodenbegriff im Kapitel 1.1 zunächst genauer definiert werden. Dies ist die Voraussetzung, um im Kapitel 1.2 schließlich auf die Hintergründe des Methodeneinsatzes eingehen zu können.

1.1 Der Begriff Methode

Der Begriff „Methode“ ist nicht nur eine Fachbezeichnung aus dem Bereich der Sozialen Arbeit, sondern wird auch im alltäglichen Sprachgebrauch gerne verwendet. Durch unterschiedliche Assoziationen, die man mit diesem Begriff verbindet ist es zunächst sinnvoll, diesen im Hinblick auf die fachliche Bedeutung zu definieren.

Der Begriff „Methode“ hat einen griechischen und lateinischen Ursprung und kann übersetzt werden als „der Weg zu etwas hin“. Diese zielorientierte Bedeutung wird von Michael Erler aufgegriffen, indem er Methoden als ein Verfahren definiert, „das unmittelbar auf die Erreichung eines bestimmten Zweckes abzielt“2. Die Frage: „Wie erreiche ich das Ziel“ wird somit in den Mittelpunkt gestellt und als wesentlicher Aspekt des Methodenbegriffes verstanden. Diese auf die Technik reduzierte Frage, wird auch von Michael Galuske in den Fokus gestellt. Er erweitert das Methodenverständnis jedoch, indem Fragen nach dem „Woher“, dem „Wohin“, dem „warum“ und dem „mit wem“ nicht ausklammert werden3. Für ihn thematisieren Methoden „jene Aspekte im Rahmen sozialpädagogischer Konzepte, die auf eine planvolle, nachvollziehbare und damit kontrollierbare Gestaltung von Hilfeprozessen abzielen und die dahingehend zu reflektieren und zu überprüfen sind, inwieweit sie dem Gegenstand, den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, den Interventionszielen, den Erfordernissen des Arbeitsfeldes, der Institutionen, der der Situation sowie den beteiligten Personen gerecht werden“4. Methoden werden somit als Verbindungsstück zwischen Theorie und Praxis angesehen, bei dem bereits vorhandenes Wissen in planvolles und zielorientiertes Handeln umgesetzt wird. Dieses Handeln ist stetig zu überprüfen und zu reflektieren, damit eine Routine bei der Anwendung von Methoden verhindert wird.

1.2 Hintergrund des Methodeneinsatzes

In der Sozialen Arbeit gibt es mittlerweile eine Vielfalt an Methoden, die jeweils unterschiedliche Herangehensweisen erfordern. Zu den klassischen Methoden werden die Soziale Einzelfallhilfe, die Soziale Gruppenarbeit und die Soziale Gemeinwesensarbeit gezählt. Die Bewältigung problembelasteter und krisenhafter Lebenslagen durch die Anwendung von Methoden wird in den Vordergrund gestellt. Dabei wird versucht, den Ausgangspunkt des Problems zu definieren und eine Veränderung dieses Zustandes mittels des Einsatzes von Methoden herbeizuführen5. Ziel des Methodeneinsatzes ist es, „je nach Anforderungen auf verschiedene Interventionsebenen (Einzelperson; Gruppe; Gemeinwesen) auf die Lebenssituation von Klienten flexibel und adäquat reagieren zu können“6. Um ein möglichst hohes Wohlbefinden des Klienten zu erzielen, muss die Problemlage erfasst werden und auf Grundlage dessen, die passende Methode für den Unterstützungsprozess gewählt werden.

2. Soziale Einzelfallhilfe als klassische Methode

Bedingt durch Probleme in der Schule, Partnerschaft oder Familie, wird oftmals professionelle Hilfe bei der Bewältigung dieser benötigt. Die Soziale Einzelfallhilfe oder auch Einzelhilfe genannt, wird als die älteste klassische Methode anerkannt. Sie kann eingesetzt werden, um eine Veränderung oder im besten Fall eine Lösung des Zustandes zu erzielen. Sie richtet sich immer an Individuen. Darunter wird nicht nur die Arbeit mit einem einzelnen Klienten verstanden, sondern auch mit Paaren und Familien. Eine intakte Beziehung zwischen Klient und Sozialarbeiter ist eine Grundvoraussetzung für den Erfolg dieser Methode. Um ein besseres Verständnis darüber zu erlangen, was unter Einzelfallhilfe zu verstehen ist, wird im Folgenden vorerst der Begriff erläutert und anschließend die Ziele dieser Methode beschrieben.

2.1 Begriffsbestimmung

Was ist Einzelfallhilfe? Welche spezifischen Aspekte spielen eine Rolle? Diese Frage wird unter anderen auch von Galuske beantwortet. Nach ihm wird die Soziale Einzelfallhilfe als „therapeutische Intervention verstanden, die mittels Einstellungs- und Verhaltensänderung zu einer Verbesserung der problematischen Lebenslage beiträgt“7. Bei dieser ausgewählten Definition wird davon ausgegangen, dass Probleme individuell durch den Menschen selbst verursacht werden bzw. in diesem zu finden sind. Diese Annahme bildet die Grundlage dafür, dass in der Einzelfallhilfe innerhalb der Gesprächsführung in erster Linie mit und an dem Klienten gearbeitet wird. Den Umweltfaktoren wird dabei keine große Bedeutung beigemessen. Sie werden lediglich als Ursachen individueller Probleme wahrgenommen. Da bei dieser Methode der Fokus auf dem Individuum liegt und seine Probleme in den Mittelpunkt gestellt werden, ist eine intakte Beziehung zwischen Klient und Sozialarbeiter von großer Wichtigkeit. Hilfe wird im „dyadischen System“8 geleistet. Somit kann sich der Hilfeprozess nur erfolgreich entwickeln, indem sich sowohl der Sozialarbeiter, als auch der Klient darauf einlassen und eine Vertrauensbasis entwickeln. Aufgabe der Fachkraft ist es, durch Gesprächsführung, mit dem Klienten gemeinsam einen Hilfeplan zu erarbeiten, nachdem die Probleme analysiert wurden.

2.2 Ziele der Einzelfallhilfe

Als Einstieg in die Thematik wurde bereits im Kapitel 1.2 erläutert, welche Absicht sich hinter dem allgemeinen Einsatz von Methoden verbirgt. Nun ergibt sich im Hinblick auf das Thema der Hausarbeit die Frage, welche Ziele durch die Soziale Einzelfallhilfe als klassische Methode verfolgt werden. Die Vorgehensweise bei dieser Methode beruht auf der Grundannahme, dass sich die Soziale Einzelfallhilfe immer an einzelne Individuen richtet und Probleme in diesen selbst zu lokalisieren sind. Das der Klient seine vorhandenen Probleme möglichst selbst erkennt und sie versucht zu lösen, ist ein definiertes Ziel dieser Methode. So wird auch durch Galuske betont: „Angesichts der Fokussierung auf individuelle Probleme ist es nur folgerichtig, dass die Veränderungsabsicht sich primär auf die Individuen, ihre Kompetenzen, Qualifikationen, Sichtweisen, Verhaltensweisen beziehen“9. Durch eine intensive Gesprächsführung soll der Klient zu einer Veränderung seines Verhaltens, seiner Sichtweise und Einstellung bewegt werden. Die Selbstständigkeit wird gefördert und der Klient kann eine Persönlichkeits- und Verhaltensentwicklung vollziehen. Ein weiteres Ziel der Einzelfallhilfe besteht aus der Erweiterung der Sichtweise des Klienten. Da der Klient immer mehr vor dem Hintergrund seiner jeweiligen Lebenswelt und als Teil eines gesellschaftlichen Systems gesehen wird, soll er seine Umwelt beachten10. Ein Ausgleich zwischen Individuum und Umfeld führt dabei zu einem besseren Wohlbefinden des Klienten. Dies wird durch eine verbesserte Anpassung erreicht. Damit gemeint ist die Anpassung des Individuums an seine Umwelt, wie auch die Anpassung der Umwelt an die individuellen Möglichkeiten des Klienten11. Es wird auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Umfeld und dem Klienten als Person gesetzt. Die Entwicklung einer ausgeglichenen und funktionierenden Persönlichkeit, die mit ihrer Identität und ihrer sozialen Umgebung im Einklang ist, wird somit als übergeordnetes Ziel der sozialen Einzelfallhilfe verstanden.

3. Erwerb professioneller Handlungskompetenz für die Einzelfallhilfe

Die Soziale Einzelfallhilfe ist eine Methode, die in der Sozialen Arbeit auch heute noch Anwendung findet. Entscheiden sich die ausgebildeten Fachkräfte für den Einsatz dieser Methode, wird Professionalität und Handlungskompetenz seitens des Klienten erwartet und vorausgesetzt. Diese professionelle Handlungskompetenz wird als „individuelles und kontextgebundenes berufliches Können konkretisiert, das von wissenschaftlichen und normativen Wissensbeständen profitiert und zentrale wissenschaftliche Arbeitsregeln beachtet“12. Daraus ergeben sich die Fragen, wie sich diese professionelle Handlungskompetenz erwerben lässt und welche Anforderungen an die Fachkräfte der Sozialen Arbeit formuliert werden können? Um auf diese Fragen eine Antwort geben zu können, wird im Folgenden der Begriff „Kompetenz“ definiert werden. Anschließend werden im Kapitel 3.2 die Kompetenzanforderungen für Fachkräfte der Sozialen Einzelfallhilfe vorgestellt werden.

[...]


1 Obwohl aus Gründen der Lesbarkeit im Text die männliche Form gewählt wurde beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter

2 Erler, Michael (2012): S. 81

3 vgl. Galuske, Michael (2009): S. 29

4 Galuske, Michael (2009): S. 31

5 vgl. Erler, Michael (2012): S. 83

6 Ehrhardt, Angelika (2010): S. 10

7 Galuske, Michael (2009): S. 79

8 Erler, Michael (2012): S. 84

9 Galuske, Michael (2009): S. 79

10 vgl. Kreft, Dieter/Müller, C. Wolfgang (2010): S. 64

11 vgl. Galuske, Michael (2009): S. 80

12 von Spiegel, Hiltrud (2008): S. 115

Details

Seiten
15
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656923503
ISBN (Buch)
9783656923510
Dateigröße
405 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v294319
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Institut für Soziale Arbeit und Sozialpolitik
Note
1,7
Schlagworte
bedeutung kompetenzen sozialen arbeit werden einzelfallhilfe

Autor

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