Lade Inhalt...

Mit welchen Problemen werden Lehrer mit ADHS-Kindern konfrontiert und welche besonderen Aufgaben haben sie?

Bachelorarbeit 2014 29 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung: Was ist ADHS?

3. Eigenschaften von ADHS
3.1 Symptome
3.2 Diagnose
3.3 Mögliche Ursachen von ADHS
3.4 Mögliche Folgen und Probleme durch ADHS
3.5 Therapie

4. ADHS in der Schule
4.1 Die Rolle des Lehrers
4.2 Das Lernumfeld und der Umgang der ADHS- Kinder
4.3 Feedback, Kommunikation und Kooperation zwischen Lehrern, Eltern und Therapeuten
4.4 Einführung von Ritualen und Strukturen
4.5 Grenzen und Schwierigkeiten im Unterricht

5. Fördermöglichkeiten im Unterricht
5.1 Lernmethoden im Unterricht
5.2 Lernmotivation und Interesse
5.3 Hausaufgaben für ADHS Kinder
5.4 Soziales Lernen

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Den Begriff ADHS hört man heutzutage sehr oft in Schulen und Kindergärten. Es scheinen viele Kinder davon betroffen zu sein. Diese Kinder fallen mit ihrer Hyperaktivität und ihrer Unruhe und dadurch bedingte Lernschwierigkeiten auf. Sie können nicht ruhig sitzen und lassen sich sehr schnell von anderen Dingen ablenken. Ihnen fällt es sehr schwer, sich auf etwas zu konzentrieren. Sie machen durch Störungen im Unterricht auf sich aufmerksam. Diese Konzentrationsschwäche beeinträchtigt die Kinder in der Schule sehr. Die Lehrer planen ihre Stunden sorgfältig, können sie aber wegen der Störungen nicht wie vorgesehen durchführen. Viele Lehrkräfte sind deswegen mit den Nerven am Ende und wissen nicht, wie sie mit diesen Kindern umgehen sollen. Sie sind ratlos. Sie befürchten sogar, dass sie unfähig sind, mit solchen Kindern zu arbeiten. Leider werden aus diesem Grunde immer noch viele Kinder mit dem ADHS-Syndrom auf eine Sonderschule verwiesen, da es bei der Integration in Klassen herkömmlicher Schulen die genannten Probleme gibt.

Als Lehrer hat man jedoch viele Möglichkeiten, diese Schülerinnen und Schüler beim Lernen zu unterstützen, zu helfen und gleichzeitig einen störungsfreien Unterricht durchzuführen. Da ADHS im Lehrerberuf eine große Rolle spielt, sollten sich Lehrer .früh genug mit diesem Thema auseinandersetzen, um gut auf kontroverse Situationen, die sich mit ADHS- Kindern ergeben können, vorbereitet zu sein.

Das Thema ADHS ‚Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung‘ interessiert mich schon seit sehr langer Zeit. Im Bekannten- und Freundeskreis habe ich zwar davon gehört, aber das erste Mal wurde ich in meinem dreiwöchigen orientierenden Praktikum an einer Grundschule damit konfrontiert. In diesen drei Wochen habe ich in einer 2. Klasse hospitiert. Ich hatte viel Zeit, die Kinder zu beobachten. Ein Junge war besonders auffällig. Er hatte an einigen Tagen der Woche einen Integrationshelfer an seiner Seite, der sich um ihn, seine Hausaufgaben und seine Medikamente kümmerte. Sehr oft wurde er ermahnt, weil er sich mit anderen Kindern gestritten hatte und den Unterricht durch Reinrufen störte. Die Lehrkraft erzählte mir, dass sein Verhalten so störend sei, dass er im schlimmsten Falle auf eine Sonderschule gehen müsse, obwohl er ein intelligenter Junge sei. In Mathematik war er meist als erster mit den Aufgaben fertig und rief die Antworten laut in die Klasse hinein, so dass die anderen Kinder gar nicht erst die Möglichkeit hatten, sie zu lösen.

Ich erfuhr, dass er neben der Schule noch nachmittags einen Hort besuchte und zusätzliche Hilfe von einem Psychotherapeuten erhielt. Ebenso bekam das Kind zweimal die Woche Förderunterricht in den Hauptfächern. Der Junge stand also den ganzen Tag unter der Beobachtung von Erwachsenen. Die Klassenlehrerin war ständig mit der Mutter des Kindes in Kontakt und bemühte sich, eine angenehme Beziehung zu dem Kind zu schaffen.

Das was ich gehört habe, hat mich so inspiriert, dass ich mehr über ADHS und die davon betroffenen Kinder wissen wollte. Deshalb habe ich mich damit intensiver beschäftigt, denn im Lehrerberuf möchte ich Probleme im Unterricht so gut wie möglich vermeiden.

Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit den zentralen Aspekten der ‚Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung‘ (ADHS) in der Schule. Dabei habe ich den Schwerpunkt auf die Aufgaben bzw. Probleme der Lehrkraft mit den ADHS-Kindern gelegt, mit denen sie tagtäglich im Unterricht konfrontiert wird. Der Titel meiner Arbeit heißt zwar ADHS und ADS im Unterricht, jedoch beziehe ich mich hauptsächlich auf ADHS mit Hyperaktivität. In meiner Begriffserklärung stelle ich jedoch den Unterschied der beiden Bezeichnungen dar.

Mit dieser Bachelorarbeit möchte ich deutlich machen, wie wichtig es ist, die ADHS- Kinder beim Lernen zu unterstützen. Mit kompetenter Unterstützung und durch die Zusammenarbeit von Lehrern und Eltern entsteht die Möglichkeit, dass auch die lernschwächeren, verhaltensauffälligen oder an Konzentrationsschwäche leidenden Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, heterogene Klassen zu besuchen bzw. an einem gemeinsamen Unterricht teilzunehmen. Durch die Hilfestellungen und Unterstützung der Lehrkraft können alle Kinder gemeinsam lernen, kein Kind wird ausgeschlossen. Das gemeinsame Lernen führt dazu, dass die betroffenen Kinder nicht mehr das Gefühl haben, sie seien ‚anders‘ als die anderen Kinder.

Die Arbeit ist in zwei Teile gegliedert. Ich erkläre in einer kurzen Einleitung, worum es in meiner Bachelorarbeit geht, wie ich auf dieses Thema aufmerksam worden bin und welche wichtigen Aspekte ich analysieren werde.

Zu Beginn geht es um die Erklärung des Begriffs „ADHS“. Was bedeutet ADHS und worin besteht der Unterschied zwischen ADS und ADHS. Warum unterscheidet man zwischen ADS und ADHS? Anschließend geht es um die Eigenschaften von ADHS. Ich erläutere dazu die die Symptomatik, die Diagnostik, Folgen und Probleme, die durch ADHS verursacht werden, die möglichen Ursachen von ADHS und die Therapiemöglichkeiten, an denen das Kind während dieser Zeit teilnehmen kann. ADHS ist keine reine Kinder- und Jugendkrankheit, sie tritt ebenso im Erwachsenenalter auf, jedoch habe ich mich in meiner Arbeit auf ADHS im Kindes- bis Jugendalter fokussiert, weil dies sonst den Rahmen der Arbeit sprengen würde.

Im zweiten Teil der Arbeit geht es um den Schwerpunkt ‚ADHS in Verbindung mit der Schule‘. Wie kann ich als Lehrer Hilfestellung leisten und den Unterricht so gestalten, dass das von ADHS betroffene Kind sich integrieren kann und den Anschluss nicht verliert? Dabei gehe ich auf viele wichtige Aspekte ein, die Rolle des Lehrers, das Lernumfeld des Kindes, die Kooperation zwischen den Eltern, dem Lehrer und dem Therapeuten, die Regeln und Rituale im Unterricht und die Grenzen und Schwierigkeiten mit denen die Lehrkraft im Unterricht konfrontiert wird. Der Lehrer spielt nämlich eine besondere Rolle bei der Integration des ADHS-Kindes in den Unterricht. Er hat die Aufgabe, die schwere Situation für das Kind, für sich und für die Mitschüler des Kindes mit Hilfe der Eltern und des Therapeuten einfacher zu machen.

Im nächsten Punkt geht es um die Frage, wie die Lernmotivation eines ADHS-Kindes gesteigert werden kann, wie sein Interesse und sein soziales Lernen mit Hilfe von verschiedenen Lehrmethoden im Unterricht, die ich in meiner Arbeit vorstelle, gefördert werden kann. Da ADHS-Kinder in der Regel eine niedrige Aufnahmekapazität haben, wird die Konzentrationsfähigkeit der Kinder nicht beeinträchtigt und das Lernen wird für sie mit Hilfe der individuellen Lehrmethoden einfacher.

Abschließend äußere ich mich in einem Fazit noch persönlich zu diesem Thema. Was ist für mich noch unklar? Fühle ich mich nun bereit für die Arbeit mit ADHS- Kindern? Was habe ich alles gelernt?

2. Begriffserklärung: Was ist ADHS?

AD(H)S ist die Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Dieses Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom gibt es mit oder ohne Hyperaktivität. „Dieses Syndrom ist eine der bekanntesten Verhaltens- und Lernstörung im Kindesalter.“ (Farnkopf, Rosemarie 2002, S. 12) Der Ausdruck ‚Aufmerksamkeitsdefizit‘ stellt die Schwäche der betroffenen Kinder dar, sich eine längere Zeit auf etwas bzw. auf jemanden oder auf die Aufgaben in der Schule zu konzentrieren. (Vgl. Drüe, Gerhild 2007, S. 47)

Den Begriff Hyperaktivität hört man sehr oft in schulischen Einrichtungen. Fast in jeder Klasse befindet sich ein Kind, welches von ADHS betroffen ist. Hyperaktivität ist die Bezeichnung für die Kinder, die nicht ruhig sitzen oder stehen, sich auf nichts konzentrieren können und öfters Probleme in der Schule haben. Sehr oft treten „Konzentrations- und Ausdauerschwierigkeiten“, aber „Impulsivität und emotionale Labilität“ (Farnkopf, Rosemarie 2002, S. 12) bei diesen Kindern auf. Eine Störung des Sozialverhaltens wird als eine weitere Störung gesehen. Den Kindern fällt es oftmals schwer, sich in im Unterricht bzw. beim Erledigen der Hausaufgaben zu konzentrieren. (Vgl. Farnkopf, Rosemarie 2002, S. 11ff.) Sie beachten häufig Einzelheiten nicht und machen Fehler beim Schreiben. Sie haben große Probleme bei längeren Konzentrationsphasen, was schließlich zu Organisationsproblemen führt. Da sie sehr vergesslich sind, verlieren sie öfters Gegenstände. Sie hören den Lehrern meistens nicht zu, wenn mit ihnen sprechen und gehorchen nicht, wenn man ihnen Anweisungen gibt. ADHS-Kinder lassen sich sehr oft ablenken, was dann im Unterricht dazu führt, dass sie nicht wissen was zu tun ist. Der Störfaktor ist enorm groß, denn sie reden sehr viel. Das kann dazu führen, dass sich andere Schüler gestört fühlen und eventuell deswegen Abstand von ihnen halten. Ihre ungeduldige Art zeigt sich im Unterricht sehr oft durch das Reinrufen der Antworten. Somit nimmt dieses Kind den anderen Kindern, die sich ordnungsgemäß melden, die Chance, ihre Antworten zu präsentieren. Sie haben nämlich keine Geduld und es fällt ihnen es deswegen sehr schwer abzuwarten. (Vgl. Wolff-M., Döpfner 2006, S. 1ff.) Die genannten Symptome lassen sich sehr früh, im Alter von sieben Jahren, erkennen. (Vgl. Stiehler, Miriam 2007, S.2) Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit und ohne Hyperaktivität müssen deutlich voneinander unterschieden werden.

Die Kinder ohne die Hyperaktivität sind im Unterricht meistens sehr ruhig, langsam und in Gedanken versunken. Sie stören den Unterricht nicht und bereiten der Lehrkraft kaum Probleme. Sie haben oft ein sehr geringes Selbstbewusstsein und fällt es ihnen schwer, das Gelernte zu behalten. Sie arbeiten sehr langsam und unmotiviert. Von dieser Störung sind in der Regel die Mädchen betroffen. Sie können ihre Hefte und Bücher in der Schule nicht zusammenhalten und brauchen sehr lange, bis sie mit einer Aufgabe anfangen. Für die Hausaufgaben brauchen sie Stunden und machen häufig dabei Flüchtigkeitsfehler. (Vgl. Klein, Margarita, Klein, Jochen 2003, S. 130)

Viele dieser Kinder, die von AHDS betroffen sind, verlieren den Anschluss in der Schule, schreiben schlechte Noten oder bleiben sitzen. Im schlimmsten Falle müssen sie deswegen sogar eine Sonderschule besuchen, weil sie wegen ihrer Konzentrationsschwäche wichtige Inhalte im Unterricht nicht mitbekommen. Sehr auffällig ist, dass überwiegend männliche Schüler unter ADHS und seinen Symptomen leiden. (Vgl. Farnkopf, Rosemarie 2002, S. 12)

3. Eigenschaften von ADHS

3.1 Symptome

Die drei „Hauptsymptome“ sind „Aufmerksamkeitsdefizit, Impulsivität und Hyperaktivität.“ (Fitzner Thilo, Stark, Werner 2004, S. 62)

Diese Symptome treten jedoch bei jedem Kind unterschiedlich auf. Bei einigen Kindern sind sie stärker, bei anderen leichter ausgeprägt. Sie fallen meistens das erste Mal in der Schule auf.

Das erste Hauptsymptom ist das Aufmerksamkeitsdefizit: Die Kinder sind unaufmerksam und können sich nur für kurze Zeit auf etwas konzentrieren. Sie können Aufgaben nicht lösen, lassen sich ablenken oder wissen nicht, welche Aufgabe gerade gelöst wird.

Das zweite Syndrom ist die Impulsivität: Die Kinder überlegen nicht, bevor sie etwas sagen, sie platzen dem Lehrer in das Wort hinein und lassen ihn nicht ausreden, sie stören den Unterricht durch das Reinrufen der Antworten oder andere Dingen, die ihnen einfallen. Sie stehen plötzlich auf, ohne zu wissen warum. Die Kinder sind unordentlich und unorganisiert. Sie streiten sich sehr oft und lassen sich sehr schnell von anderen provozieren.

Das dritte Symptom ist die Hyperaktivität: Sie können nicht ruhig sitzen und zappeln auf ihrem Stuhl hin und her und es fällt ihnen oftmals sehr schwer, sich langfristig auf eine Aufgabe zu konzentrieren. (Vgl. Fitzner Thilo, Stark, Werner 2004, S.62) Man kann ihr Verhalten nie vorhersagen. Sie sind schwer zu kontrollieren bzw. zu disziplinieren. Es fällt ihnen schwer, Regeln einzuhalten und sie lernen nicht aus ihrem falschen Verhalten. (Vgl. Klein, Margarita, Klein, Jochen 2003, S. 128)

Diese drei Hauptsymptome führen schließlich zu Organisations- und Orientierungsproblemen und somit zu schlechten Schulnoten. (Vgl. Fitzner Thilo, Stark, Werner 2004, S.62)

3.2 Diagnose

Die ADHS Diagnostik teilt sich in die vier Teilbereiche: „Diagnoseschlüssel, Anamnese, körperliche Untersuchung und Fragebogen.“ (Appel, Oliver/Zeitlinger-Brückemann, Gernot 2005, S. 39)

Bei der Diagnose sucht der Arzt nach ausschlaggebenden Ursachen. „Organische oder psychische Gründe“ für die Auffälligkeiten werden gesucht. Es werden diverse körperliche Tests wie „Hör- und Seh-Test, Intelligenztest, Wahrnehmungstests“ durchgeführt. Gleichzeitig bekommen die Eltern einen Fragebogen für zu Hause und für die Lehrkraft, der täglich auszufüllen ist. Wenn Anzeichen direkt nach der Einschulung oder kurz vor dem siebten Lebensjahr aufgetreten sind, wenn die Ärzte nach den durchgeführten Tests immer noch nichts Genaues wissen und eine Therapie über sechs Monate gedauert hat und für das Kind in der Schule viele Probleme auftreten, gehört es definitiv zu den ADHS- Kindern. (Vgl. Appel, Oliver/Zeitlinger-Brückemann, Gernot 2005, S. 29)

„Der Störungsbereich AD(H)S“ wurde in drei Gruppen geteilt: „Aufmerksamkeits-Störung mit Hyperaktivität/Impulsivität, Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität, Hyperaktivitäts- und Impulsivitätsstörung ohne Aufmerksamkeitsstörung.“ (Klein, Margarita, Klein, Jochen 2003, S. 128)

Die erste Störung mit Hyperaktivität ADHS kommt häufig bei den Jungen vor. Die Kinder verhalten sich unruhig. Bei der Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität sind sie meistens ruhig und verträumt. Die letzte Störung kommt fast nie vor. (Vgl. Klein, Margarita, Klein, Jochen 2003, S. 128)

3.3 Mögliche Ursachen von ADHS

ADHS ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, welches auf zwei verschiedene Ursachenbereiche deuten kann: den organischen oder psychischen Bereich. ADHS kann sehr viele Ursachen haben. Eine der wesentlichen Ursachen ist, dass die Kinder heutzutage nicht mehr so viele Möglichkeiten haben, sich in Ruhe zurückzuziehen. Ein weiterer Grund für das Ansteigen der ADHS-Diagnosen könnte an der mangelnden Bewegung im Freien liegen. Früher spielten die Kinder viel öfter draußen und bewegten sich. Heute verbringen sie die meiste Zeit in der Schule oder zu Hause vor dem Computer oder mit dem Smartphone.

„ADHS ist eine genetisch Bedingte komplexe Variante von Wahrnehmung, Konzentrations- und Strukturleistungen, die besonders in Situationen von Reizüberflutungen oder zu starrer Einengung auf nur wenige Denk- und Wahrnehmungsfunktionen sowie ungenügender körperlicher Bewegungsmöglichkeiten krank machen kann.“ (Appel, Oliver/Zeitlinger-Brückemann, Gernot 2005, S. 29)

Allerdings kann es auch vorkommen, dass diese Konzentrationsschwäche und die Unfähigkeit, sich selbst zu steuern, ein solches Ausmaß annehmen, dass man auch von einer Krankheit sprechen kann. Lebensmittel werden auch als Gründe für das unruhige Verhalten angeführt, sie können aber nicht als Antrieb von ADHS gelten. (Vgl. Appel, Oliver/Zeitlinger-Brückemann, Gernot 2005, S. 29f.) Man hat herausgefunden, dass sich ADHS-Kinder nach dem Verzehr von Süßigkeiten unruhiger verhalten. Zusätze in Lebensmitteln beeinflussen wohl das hyperaktive Verhalten dieser Kinder. (Vgl. Klein, Margarita, Klein, Jochen 2003, S. 135)

Viele denken, dass die Ursache in der Erziehung liegt. Das kann so nicht behauptet werden. Fehlverhalten bei der Erziehung kann allerdings das ADHS-Problem verschlimmern. (Vgl. Appel, Oliver/Zeitlinger-Brückemann, Gernot 2005, S. 29f.) Es wird vermutet, dass das soziale Umfeld eine der Ursachen der Störung sein kann. Dazu gehören beispielsweise Trennungen in der Familie, Krankheiten, Alkoholkonsum. Ebenso wird auch vermutet, dass die Verhaltensstörung durch eine „Hirnstörung (MCD)“ hervorgerufen wird. Eine Verletzung im Gehirn kann natürlich Symptome erzeugen, die eine gewisse Ähnlichkeit mit den ADHS Symptomen haben, aber man kann nicht sagen, dass ein ADHS-Kind an einer Gehirnschädigung leidet.

[...]

Details

Seiten
29
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656920939
ISBN (Buch)
9783656920946
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v294249
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Bildungswissenschaften
Note
3,0
Schlagworte
ADHS ADS Schüler Lehrer Unterricht Schule Probleme Bachelorarbeit Masterarbeit Abschlussarbeit

Teilen

Zurück

Titel: Mit welchen Problemen werden Lehrer mit ADHS-Kindern konfrontiert und welche besonderen Aufgaben haben sie?