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Die gemeinsame Außenwirtschaftspolitik: Die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP)

Seminararbeit 2014 27 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Ziel und Struktur der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen für Freihandelsabkommen
2.1 Definition Freihandelsabkommen
2.2 Definition tarifärer und nichttarifärer Handelsbarrieren
2.3 Definition Zollunion vs. Freihandelszone
2.4 Effekte von Freihandelsabkommen anhand der Club-Theorie
2.5 Die Freihandelsabkommen der EU mit Drittstaaten

3. Das Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen der EU und den USA
3.1 Ziele und Inhalte der Verhandlungen über TTIP
3.2 Der Handel zwischen der EU und den USA
3.3 Der ökonomische Nutzen von TTIP
3.3.1 Die Handelsschaffungseffekte
3.3.2 Die Handelsablenkungseffekte
3.3.3 Die Wohlfahrtseffekte
3.4 Kontroverse Gesichtspunkte

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Ziel und Struktur der Arbeit

Die schnell voranschreitende Globalisierung, technischer Fortschritt und die Liberalisierung von Märkten erhöhen den Wettbewerbsdruck auf dem internationalen Markt. Insbesondere technische Produkte werden nicht mehr nur in einem Land produziert. Die einzelnen Teile z.B. für ein Auto werden in verschiedenen Ländern hergestellt und in einem weiteren Land z.B. in Deutschland zusammengebaut. Damit die einzelnen Produkte für Unternehmen und Verbraucher nicht kostenintensiv sind und der Handel mit diversen Gütern zum Wirtschaftswachstum beitragen kann, besteht die Notwendigkeit, den internationalen Handel durch den Abschluss von Freihandelsabkommen bzw. das Zusammenschließen zu Freihandelszonen zu liberalisieren und verschiedene Handelsbarrieren wie z.B. Zölle abzuschaffen.1

Den Grundbaustein für die europäische Volkswirtschaft bildet gem. Art. 28 AEUV der gemeinsame europäische Binnenmarkt, auf dem freier Waren-, Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr herrschen, somit wird der Handel innerhalb der EU nicht beeinträchtigt.2 Um die europäische Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt zu stärken und Wirtschaftswachstum zu generieren, ist die EU daran interessiert, mit anderen Regionen wie z.B. den USA Freihandelsabkommen abzuschließen.3

Die Europäische Union und USA wollen ihre Handelsbeziehungen durch ein transatlantisches Freihandelsabkommen intensivieren.4 Die beiden größten Wirtschaftsräume der Welt sind darum bemüht den Handel zwischen den beiden Regionen zu liberalisieren. Hierfür sollen tarifäre sowie nichttarifäre Handelsbarrieren beseitigt werden.5 Die Zölle zwischen der EU und den USA sind nicht hoch und betragen im Durschnitt 3,5 und 7 %.6 Das größte Hindernis für den Handel zwischen den USA und der EU stellen jedoch die nichttarifären Hemmnisse, z.B. unterschiedliche technische Standards, Rechts- und Wettbewerbsvorschriften dar.7

Die Europäische Union und die USA versprechen sich von der transatlantischen Handelspartnerschaft positive ökonomische Effekte sowie die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit für beide Regionen.8 Das besondere an TTIP ist, dass es weit über den klassischen Ansatz eines gewöhnlichen Freihandelsabkommens geht, welches i.d.R. die Abschaffung der Zölle zum Ziel hat, bei TTIP sollen insbesondere die nichttarifären Handelsbarrieren abgebaut werden.9

Die Seminararbeit hat die Untersuchung des ökonomischen Nutzens der transatlantischen Handelspartnerschaft „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ zwischen den USA und der Europäischen Union zum Ziel. Dies soll anhand von Studien zur Transatlantic Trade and Investment Partnership dargestellt und erläutert werden. Hierfür werden die Ergebnisse der Studien des Ifo-Instituts, der OECD, des Centers for Economic Policy Research und der Ecorys Unternehmensberatung miteinander verglichen; anhand der Ergebnisse aus diversen Studien sollen die ökonomischen Vorteile des TTIP und Kritikpunkte für beide Regionen analysiert werden.

Im zweiten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Freihandelsabkommen dargestellt. Zunächst folgen allgemeine Definitionen der Begriffe Freihandelsabkommen, tarifäre- und nichttarifäre Handelsbarrieren sowie die Abgrenzung zwischen der Zollunion und der Freihandelszone. Anschließend sollen anhand der Clubtheorie handelsschaffende und handelsumlenkende Effekte von Freihandelsabkommen erklärt werden.

Den Schwerpunkt des dritten Kapitels bildet das Transatlantische Freihandelsabkommen. Zunächst werden Inhalte und Ziele der Verhandlungen über TTIP sowie die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA dargestellt. Im Fokus dieses Kapitels steht die wirtschaftliche Analyse von TTIP. Hierfür werden anhand der aktuellen Studien zum TTIP die ökonomischen Effekte wie Handelsschaffungs-, Umlenkungs- und Wohlfahrtseffekte untersucht und daraus der wirtschaftliche Nutzen für die EU und USA abgeleitet. Im Kapitel vier folgt eine zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse.

2. Theoretische Grundlagen für Freihandelsabkommen

2.1 Definition Freihandelsabkommen

Unter dem Begriff Freihandel wird der Austausch von Gütern und Dienstleistungen, der nicht mit Handelsbarrieren wie Zöllen oder anderen Beschränkungen belegt ist, verstanden.10 Folglich handelt es sich bei einem Freihandelsabkommen um einen völkerrechtlichen Vertrag, der zwischen zwei oder mehreren Völkerrechtssubjekten bzw. Staaten abgeschlossen wird.11 Ferner wird zwischen bilateralen und multilateralen Abkommen unterschieden. Wenn z.B. zwei Staaten einen Vertrag schließen, dann handelt es sich um ein bilaterales Freihandelsabkommen. Wenn jedoch mehr als zwei Staaten ein Handelsabkommen abschließen z.B. GATT, dann geht es um einen multilateralen Vertrag.12 Das Ziel eines solchen Abkommens ist die Beseitigung von Hemmnissen jeder Art, die den internationalen Handel beeinträchtigen.13 In einem Freihandelsabkommen können neben der Vereinbarung, die eine Beseitigung von Zöllen betrifft, auch andere Regelungen wie z.B. rechtlicher Natur oder im Bereich Finanzen und Investitionen getroffen werden.14

Die Doha-Runde der WTO ist seit mehreren Jahren ins Stocken geraten.15 Aus diesem Grund versuchen diverse Staaten, sich durch den Abschluss von Freihandelsabkommen bessere Zugangsvoraussetzungen zu internationalen Märkten zu verschaffen. Diese Vorgehensweise verstößt gegen ein wichtiges Prinzip der WTO und zwar gegen die Meistbegünstigungsklausel.16 Nach dem Grundsatz der Meistbegünstigung sind die Mitgliedsländer der World Trade Organization dazu verpflichtet, alle Handelspartner gleich zu behandeln, d.h. wenn ein Staat z.B. einem Land Handelsvorteile gewährt, so muss dieser Staat sich auch gegenüber den anderen Handelspartnern gleich verhalten.17

2.2 Definition tarifärer und nichttarifärer Handelsbarrieren

Allgemeine Beschränkungen, die den Handelsverkehr beeinträchtigen werden in tarifäre und nichttarifäre Handelsbarrieren unterteilt; diese Maßnahmen erschweren i.d.R. den ausländischen Teilnehmern den Marktzugang.18 Die Beseitigung bzw. Liberalisierung der Handelsbarrieren kann nicht in der gleichen Art und Weise erfolgen, da diese eine verschiedene Natur aufweisen.19

Unter tarifären Handelshemmnissen werden Mindestpreise, Exportsubventionen und insbesondere Zölle verstanden, z.B. Import- oder Exportzölle.20 Bei den Zöllen im Sinne der AO handelt es sich um Steuern; Zölle werden für Waren erhoben, mit denen über die Landesgrenzen hinaus gehandelt wird.21 Die nichttarifären Handelsbeschränkungen können in preis- und mengenbezogene Maßnahmen unterteilt werden. Zu den preisbezogenen Vorschriften gehören z.B. Exportsubventionen oder Steuern die für Ausfuhren erhoben werden und zu den Maßnahmen, die mengenbezogen sind zählen z.B. Export- bzw. Importkontigente sowie freiwillige Beschränkungen des Exports.22

2.3 Definition Zollunion vs. Freihandelszone

Das Ziel einer Zollunion bzw. Freihandelszone liegt in der Förderung des Wirtschafts-wachstums zwischen den teilnehmenden Staaten und zwar durch die Abschaffung von tarifären und nichttarifären Handelsbarrieren.23

Eine Zollunion ist im Vergleich zur Freihandelszone eine intensivere Form der Beseitigung von Handelshindernissen und setzt voraus, dass die Mitgliedstaaten einen Teil ihrer Souveränität an eine höherstehende Institution abtreten, damit diese die politische Koordination vornehmen kann. Ein Beispiel für eine Zollunion bildet die Europäische Union, gem. Art. 28 AEUV herrscht in der EU ein freier Verkehr von Waren und Dienstleistungen. Es bestehen keine Zölle oder andere Maßnahmen, die den Handel in der EU beeinträchtigen könnten, da diese gem. dem AUEV verboten sind. Ferner werden in der Zollunion einheitliche Außenzolltarife zu Drittstaaten vereinbart.24

Eine Freihandelszone kann zwischen mindestens zwei und mehr Staaten durch den Abschluss eines Vertrages zustande kommen. In einem Freihandelsabkommen vereinbaren die Mitgliedsstaaten, alle Barrieren, die den Freihandel behindern, abzuschaffen.25 Zwischen den teilnehmenden Staaten werden alle anfallenden Zölle eliminiert und somit der Handel begünstigt. Die Mitglieder einer Freihandelszone behalten sich jedoch das Recht, die Zollsätze zu den Drittstaaten selbst zu gestalten, vor und haben daher unterschiedliche Außenzolltarife.26 Es existieren bereits viele verschiedene Abkommen wie z.B. das nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) zwischen den USA, Kanada und Mexiko, welches am 1.1.2014 in Kraft getreten ist,27 oder die europäische Freihandelszone EFTA, der Norwegen, Liechtenstein, die Schweiz und Island angehören.28 Die Verwaltung einer Freihandelszone erweist sich als schwierig, da bei einem Gut zunächst festgestellt werden muss, wo es herkommt, damit das Gut die Grenze ohne die Auflage eines Zolls passieren kann.29

2.4 Effekte von Freihandelsabkommen anhand der Club-Theorie

Die Clubtheorie befasst sich mit einer bestmöglichen Ausgestaltung und einer effizienten Organisation eines Clubs. Unter einem Club wird ein Zusammenschluss von mindestens zwei oder mehr Ländern, die sich zum Zwecke der gemeinsamen Verfolgung von Interessen, wie z.B. dem Abbau von diversen Handelsbarrieren, verstanden.30 Um eine optimale Größe des freiwilligen Zusammenschlusses zu erreichen, müssen alle Mitglieder einen gleich großen Nutzen haben. Wenn ein Club jedoch zu viele Mitglieder hat, dann kann es dazu kommen, dass mit jedem weiteren zusätzlichen Mitglied der Clubnutzen nur gering ansteigt bzw. besteht auch die Möglichkeit, dass dieser sinken kann. Wenn eine optimale Clubgröße nicht vorliegt, führt es dazu, dass in einem Zusammenschluss mit zu vielen Mitgliedern der Verwaltungsaufwand zwischen diesen höher und die Erzielung einer Einigung schwieriger erreichbar ist, daher können zusätzliche Transaktionskosten entstehen, die den Clubnutzen minimieren.31

Durch die Bildung von Clubs können sich innerhalb dieser Handelsschaffungs- sowie Handelsumlenkungseffekte bilden. Ein Handelsschaffungseffekt entsteht dadurch, dass der Handel zwischen den Clubmitgliedern z.B. in der Europäischen Union zunimmt, weil die Güter und Dienstleistungen durch den gemeinsamen Binnenmarkt bzw. die Abschaffung von Handelsbarrieren kostengünstiger werden.32 Durch den verstärkten Handel innerhalb der EU kann es zu einer Handelsumlenkung kommen. Ein Land X, welches z.B. Mitglied der EU ist, wird verstärkt mit EU-Ländern den Handel betreiben, da die Exporte aus Drittstaaten durch tarifäre Handelsbarrieren teurer sind. Die Drittstaaten verlieren wichtige Handelspartner und es findet eine Umlenkung des Handels zugunsten eines Clubs statt. Dies führt zu Wohlfahrtsverlusten in den Drittstaaten und zu Wohlfahrtsgewinnen innerhalb eines Clubs.33

2.5 Die Freihandelsabkommen der EU mit Drittstaaten

Die internationalen Verhandlungen der WTO sind seit der Eröffnung der neunten Handelsrunde in Doha am persischen Golf in eine Sackgasse geraten.34 Der wirtschaftliche Aufschwung im asiatischen Raum hat ein weiteres Wettrennen um die Erschließung neuer Märkte eröffnet. Aus diesem Grund schließt die EU bilaterale Freihandelsabkommen mit Drittstaaten ab, um ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt zu stärken. Ferner versucht die EU, über Themen zu verhandeln, die auf der multilateralen Plattform bisher nicht diskutiert wurden, z.B. Investitionen, öffentliche Beschaffung und nichttarifäre Handelsbarrieren. Auch die USA sind darum bemüht, bilaterale Freihandelsabkommen abzuschließen, um ihre starke Handelsposition auf dem Weltmarkt zu behalten.35

Die EU hat im Jahr 2013 mit Ländern wie den USA, Japan, Vietnam u.a. Verhandlungen über bilaterale Abkommen aufgenommen. Das Handelsabkommen mit Japan hat den Abbau von nichttarifären Handelshemmnissen sowie die Eröffnung der Beschaffungsmärkte zum Ziel. Bei den Verhandlungen mit Vietnam sollen insbesondere die Visa-Bestimmungen vereinfacht und ein höherer Rechtsschutz bei geistigen Eigentumsrechten und Marken geschaffen werden. Darüberhinaus gibt es bereits fertig verhandelte Handelsabkommen zwischen der EU und den Drittstaaten wie z.B. mit Georgien, Kanada und Singapur; diese sind jedoch noch nicht in Kraft getreten.36

Diverse Abkommen der EU mit den Drittstaaten haben i.d.R. den gegenseitigen Abbau von tarifären Handelshemmnissen bzw. eine Ermäßigung der Zölle zum Gegenstand und sind mit Bedingungen versehen, die dem jeweiligen Vertragstext zu entnehmen sind, z.B. gelten nur auf bestimmte Waren die Zollermäßigungen, auf andere Waren dagegen nicht.37

3. Das Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen der EU und den USA

3.1 Ziele und Inhalte der Verhandlungen über TTIP

Die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA sollen durch eine Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft intensiviert werden.38 Das Ziel des TTIP ist der Abbau von tarifären und insbesondere nichttarifären Handelsbarrieren.39 Von einer transatlantischen Handelspartnerschaft versprechen sich beide Regionen neue Wachstumsimpulse für die europäische und amerikanische Wirtschaft und so langfristig eine Erhöhung der Wohlfahrt in beiden Regionen. Das umfassende Abkommen bringt Vorteile für Unternehmer und Verbraucher; die Preise für Güter und Dienstleistungen sollen durch die Abschaffung von tarifären und nichttarifären Handelshemmnisse sinken und die Beschäftigung steigen. Ferner hätten dadurch insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen einen besseren Zugang zum jeweiligen Markt.40

Gemäß der EU-Kommission umfasst das transatlantische Handelsabkommen drei wesentliche Elemente: den Marktzugang, Regulierungsfragen und nichttarifäre Handelshemmnisse sowie die gemeinsamen Herausforderungen und Chancen des 21. Jahrhunderts.41 Zu den Themen, die den Marktzugang betreffen, gehören die vollständige Eliminierung von Zöllen, die Annäherung der Standpunkte in Bezug auf Ursprungsregeln, die Öffnung der Dienstleistungssektoren insbesondere in neuen Bereich z.B. im Verkehrswesen sowie die Anerkennung von Berufsqualifikationen in beiden Regionen.42

Ferner soll das Investitionsschutzniveau in der EU und den USA im Rahmen des TTIP liberalisiert werden. Hierfür sollen Regeln für den freien Transfer von Geldern, Garantien zum Schutz vor Enteignungen und gleiche Wettbewerbsbedingungen für EU-Unternehmen in das Freihandelsabkommen aufgenommen werden. Die Ausschreibungen für die Vergabe öffentlicher Aufträge werden transparenter, und zukünftig soll auch den amerikanischen Unternehmern die Möglichkeit geboten werden, sich an europäischen Ausschreibungen zu beteiligen.43

Um alle Regulierungsfragen insbesondere im Chemie-, Kraftfahrzeug-, und Finanzsektor anzugleichen, sehen die Verhandlungsführer des TTIP die Notwendigkeit für ein dynamisches Handelsabkommen mit festformulierten Zielen sowie für einen Zeitrahmen, in dem diverse Maßnahmen umgesetzt werden, vor. Das transatlantische Freihandelsabkommen befasst sich mit Angelegenheiten, die nicht nur für die EU und USA von großer Bedeutung sind sondern auch den internationalen Weltmarkt betreffen. Daher wollen sich beide Regionen den Herausforderungen und Chancen des 21. Jahrhunderts stellen und in Bereichen wie Rohstoffe und Energie, Wettbewerb und staatliche Unternehmen verstärkt zusammenarbeiten.44

3.2 Der Handel zwischen der EU und den USA

Die Bevölkerung der EU und der USA beläuft sich zusammen auf ca. 820 Mio. Menschen (Stand 2012). Beide Regionen unterhalten enge Beziehungen zueinander und gehören zu den größten Wirtschaftsmächten der Welt. Das BIP der EU und USA beträgt 32.500 Mrd. US-Dollar (Stand 2012), das macht einen Anteil in Höhe von 45 % am Welt-BIP aus.45

Der Handel zwischen den Verhandlungsführern des TTIP konzentriert sich im Wesentlichen auf die Güter aus dem Industriesektor wie Maschinen, Kraftfahrzeuge und chemische Erzeugnisse. Der Export von Industriegütern aus der EU in die USA stellte mit 83,8 % im Jahr 2012 den größten Anteil an allen europäischen Exporten in die USA dar, der Export von Agrarprodukten spielte dagegen mit einem Handelsvolumen in Höhe von 14,1 % eine geringe Rolle.46

Der Handel zwischen der Europäischen Union und den USA konzentriert sich im Wesentlichen auf Güter aus drei Sektoren: Maschinen-, Chemie- und Automobilindustrie. Die EU-27 exportiert in die USA Waren aus den drei Sektoren in Höhe von 61,8 % (Maschinen 24,8 %, Chemie 21,5 %, Automobil 15,8 %). Die EU-27 Importe aus den USA konzentrieren sich auf die gleichen Sektoren und belaufen sich auf insgesamt 56,6 % (Maschinen 25,5 %, Chemie 19,2 %, Automobil 11,9 %).47

Für die EU-27 sind die USA mit 17,3 % das wichtigste Exportland. Weitere wichtige Handelspartner der EU-27 sind China mit einem Exportvolumen von 8,5 % und die Schweiz mit 7,9 %. Die EU exportiert nach Brasilien und Indien jeweils 2,3 % und 2,2 % der Ausfuhren gehen nach Korea.48

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: EU: Ranking der Handelspartner, Export 2012

Quelle: https://www.vci.de/Downloads/Top-Thema/Daten-Fakten-Transatlantisches-Freihandelsabkommen-TTIP.pdf

Die wichtigsten Handelspartner der USA sind Kanada, die EU-27 und Mexiko. Die Exporte nach Kanada belaufen sich auf 18,1 %, in die EU-27 auf 16,5 % und nach Mexiko auf 13,4 %. Am wenigsten exportieren die USA nach Australien (1,9 %), Singapur (1,9 %) und Hong Kong (2,3 %).49 Die USA betreiben mehr Handel mit Kanada, weil zwischen den USA, Mexiko und Kanada ein Freihandelsabkommen (NAFTA) besteht; trotz NAFTA ist die EU-27 der zweitwichtigste Handelspartner der USA.50

[...]


1 Europäische Kommission, Die Europäische Union erklärt: Handel, Freihandel - Motor für wirtschaftliches Wachstum, S. 4.

2 Europäische Kommission, Die Europäische Union erklärt: Handel, Freihandel - Motor für wirtschaftliches Wachstum, S. 3.

3 Europäische Kommission, Die Europäische Union erklärt: Handel, Freihandel - Motor für wirtschaftliches Wachstum, S. 5.

4 Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Neue Chancen für Verbraucher und Unternehmen, Zehn Gründe für ein Freihandelsabkommen der EU mit den USA, S. 7.

5 Behringer/ Kowall, Außenhandel der USA, Eine regionale und sektorale Analyse, in: IMK, S. 1.

6 Welfens/ Korus/ Irawan, Transatlantisches Handels- und Investitionsabkommen, S. 18.

7 Krause/ Lux, Transatlantischer Freihandel in Verhandlung, in: ExportManager, S. 17.

8 Behringer/ Kowall, Außenhandel der USA, Eine regionale und sektorale Analyse, in: IMK S. 1.

9 Krause/ Lux, Transatlantischer Freihandel in Verhandlung, in: ExportManager, S. 17.

10 BPB, Stichwort: Freihandel.

11 Wirtschaftslexikon24, Stichwort: Handelsabkommen.

12 Industrie- und Handelskammer Bremerhaven, Praktische Bedeutung von Handelsabkommen im Auslandsgeschäft.

13 Springer Gabler, Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Handelsabkommen.

14 Wirtschaftslexikon24, Stichwort: Handelsabkommen.

15 Krugman/ Obstfeld/ Melitz, Internationale Wirtschaft, Theorie und Politik der Außenwirtschaft, S. 339.

16 Industrie- und Handelskammer Bremerhaven, Praktische Bedeutung von Handelsabkommen im Auslandsgeschäft.

17 Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Europa-Lexikon, Stichwort: Grundsätze der Welthandelsbeziehungen.

18 Then de Lammerskötter, WTO und Regional Trade Agreements (RTAs), S. 98.

19 Then de Lammerskötter, WTO und Regional Trade Agreements (RTAs), S. 99.

20 Then de Lammerskötter, WTO und Regional Trade Agreements (RTAs), S. 98.

21 Bundesanzeiger Verlag, Zoll.

22 Then de Lammerskötter, WTO und Regional Trade Agreements (RTAs), S. 98.

23 Schöbener, Völkerrecht, Lexikon zentraler Begriffe und Themen, S. 96.

24 Krugman/ Obstfeld/ Melitz, Internationale Wirtschaft, Theorie und Politik der Außenwirtschaft, S.342, 343.

25 Schöbener, Völkerrecht, Lexikon zentraler Begriffe und Themen, S. 96.

26 Schöbener, Völkerrecht, Lexikon zentraler Begriffe und Themen, S. 96.

27 Schöbener, Völkerrecht, Lexikon zentraler Begriffe und Themen, S. 98.

28 BPB, Stichwort: Europäische Freihandelszone (EFTA).

29 Krugman/ Obstfeld/ Melitz, Internationale Wirtschaft, Theorie und Politik der Außenwirtschaft, S. 343.

30 Redweik, Organisation und Verfolgung von Business Angel-Netzwerken, S. 13.

31 Redweik, Organisation und Verfolgung von Business Angel-Netzwerken, S. 13, 14.

32 Bütter, Grundlagen internationaler Handelsbeziehungen, S. 25.

33 Bütter, Grundlagen internationaler Handelsbeziehungen, S. 26.

34 Krugman/ Obstfeld/ Melitz, Internationale Wirtschaft, Theorie und Politik der Außenwirtschaft, S. 339.

35 Langhorst, Die bilateralen Handelsabkommen der Europäischen Union, S. 3.

36 Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken, Künftige Handelsabkommen der EU.

37 Industrie- und Handelskammer Pfalz, EU-Handelsabkommen.

38 Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Neue Chancen für Verbraucher und Unternehmen, Zehn

Gründe für ein Freihandelsabkommen der EU mit den USA, S. 7.

39 IFO Institut, Dimensionen und Auswirkungen eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA –

Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, Endbericht, S. 9.

40 IFO Institut, Dimensionen und Auswirkungen eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA – Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, Endbericht, S. 10.

41 IHK Dortmund, Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) Aufbau und Inhalte des Abkommens, S. 1-2.

42 IHK Dortmund, Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) Aufbau und Inhalte des Abkommens, S. 1.

43 IHK Dortmund, Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) Aufbau und Inhalte des Abkommens, S. 1.

44 IHK Dortmund, Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) Aufbau und Inhalte des Abkommens, S. 2.

45 VCI, Transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP), S. 1.

46 KAS, Die Transatlantische Wirtschaftspartnerschaft, Dynamik durch vertieften Handel?, S. 12.

47 VCI, Transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP), S. 2.

48 VCI, Transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP), S. 1.

49 VCI, Transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP), S. 2.

50 Wirtschaftslexikon24, Stichwort: NAFTA.

Details

Seiten
27
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656911036
ISBN (Buch)
9783656911043
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v293548
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,7
Schlagworte
außenwirtschaftspolitik verhandlungen freihandelsabkommen ttip Thema TTIP

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Titel: Die gemeinsame Außenwirtschaftspolitik: Die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen  zwischen der EU und den USA (TTIP)