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Die Altenversorgung im Nationalsozialismus

Bachelorarbeit 2014 50 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Zeitalter Weltkriege

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Abbildungsverzeichnis

2 Einleitung - Problemstellung – Quellenlage
2.1 Einleitung
2.2 Problemstellung
2.3 Quellenlage

3 Kaiserreich und Weimarer Republik – Kurzfassung über den Aufbau eines Sozialstaates mit besonderem Blick auf die Altenversorgung
3.1 Kaiserreich
3.2 Weimarer Republik

4 Alte Menschen im Nationalsozialismus - „Nutzlose Volksgenossen“?
4.1 Die Rolle des Staates
4.1.1 Funktionsweisen und Operieren des Staates
4.1.2 Das Versicherungswesen und seine juristischen Veränderungen
4.1.3 Institutionen
4.2 Die Rolle der Kirche
4.3 Die Lebens- und Pflegesituation alter Menschen im Nationalsozialismus
4.3.1 Vor dem Krieg: 1933-1939
4.3.2 Während der Kriegsjahre: 1939-1945

5 Welche Entwicklungen in der Altenversorgung ergaben sich nach 1945?

6 Ergebnis

7 Literatur- und Quellenverzeichnis

8 Anhang (A und B)

1 Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Anzahl von Betten in öffentlichen Anstalten

2 Einleitung - Problemstellung – Quellenlage

2.1 Einleitung

Das Alter hat kulturübergreifend seit jeher einen besonderen Stellenwert im Leben der Menschen. Der „Dorfälteste“ genießt durch seine Lebenserfahrung in vielen Kulturen ein hohes Ansehen und hat Entscheidungsbefugnisse in politischen, juristischen und sozialen Angelegenheiten.1 Im christlichen Glauben gilt das Ehren von Vater und Mutter als eine der 10 wichtigsten Tugenden. Aktuell beschäftigt die deutschen Politiker die Förderung von Fachkräften in der Altenversorgung und der Begriff „Inklusion“ wird zur moralischen Verpflichtung konstatiert. Die Achtung der älteren Generation ist also in vielen Kulturen und Generationen eine stille Übereinkunft.

Doch schon bei diesen Beispielen zeigt sich, dass der Begriff des Alters unterschiedlich besetzt ist. Keinesfalls können alte Menschen als einheitliche gesellschaftliche Gruppe gesehen werden: Weder das Alter in Jahreszahlen noch eine genaue Beschreibung des körperlichen Zustandes liefern hierbei eine genau definierbare Gruppe. In der Regel arbeiteten die Menschen bis vor wenigen Jahrzehnten bis zu ihrem Tod. Eine arbeitsfreie Zeit in hohem Alter, wie wir sie heute als Ruhestand bezeichnen, war im größten Teil der Geschichte unbekannt. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein galt als „alt“, wer seiner gewohnten Arbeit nicht mehr nachkommen konnte. Somit ließen auch Invalidität und Krankheit den Menschen, unabhängig seines Alters in Jahreszahlen, altern.2

Erst mit der Entwicklung moderner Sozialstaaten konstituierte sich das „Alter“ als eine fest abgegrenzte Lebensphase. Diese hat also eine relativ junge Entstehungsgeschichte, im Vergleich zu der seit jeher hohen Bedeutung dieses Lebensabschnitts für die Menschen. Benjamin Möckel beschreibt drei Entwicklungen, die die Alterswahrnehmung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert geprägt haben: der demographische Wandel, die Entwicklung der Sozialversicherung und ein kultureller Wandel in der Alterswahrnehmung, der den Gegensatz von Jung und Alt zum politischen und gesellschaftlichen Schlagwort werden ließ3.

Zunächst soll der demographische Wandel erläutert werden: Mit der Verbesserung von Medizin und Hygiene konnten ab dem Ende des 19. Jahrhunderts Vielzahl früherer Krankheiten vermieden oder deren Heilung verbessert werden. Vom späten 17. Jahrhundert bis ca. 1870 erhöhte sich die Lebensdauer von ~33 auf ~37 Jahre mit geringer Signifikanz. Im Vergleich dazu ist dieselbe Statistik der kommenden 60 Jahre beeindruckend: In den Jahren 1932 - 1934 lag die durchschnittliche Lebenserwartung für Männern bei 59,86 Jahren und bei Frauen bei 62,81 Jahren – eine Steigerung von jeweils rund 24 Jahren.4 Unter diesen Bedingungen änderte sich de facto auch die Altersstruktur der Bevölkerung. 1875 waren gerade einmal 2,6% aller Menschen über 65 Jahre alt5. 1910 erreichte diese Bevölkerungsgruppe bereits einen Anteil von 4,9% und erreichte bei einer Volkszählung am 16.6.1933 einen Wert von 7,1%. Zudem sank der Anteil der unter 15-jährigen von 1910 bis 1925 von 33,9% auf 24,2%.6. Diese Entwicklungen blieben nicht unbemerkt. Friedrich Burgdörfer, schon zu Zeiten der Weimarer Republik ein einflussreicher und vielbeachteter Bevölkerungswissenschaftler, dramatisierte die Lage des deutschen Volkes mit weitreichenden Folgen. Sein Buch „Volk ohne Jugend“ fand großen Anklang und viele populärwissenschaftliche Arbeiten folgten. Otto Helmut brachte 1934 sein Werk „Volk in Gefahr“ auf den Markt: Alte Menschen werden als „Lasten“ gesehen, welche die Bevölkerung verschlechtern würden7. Diese Problematik zu behandeln sei gemäß Burgdörfer eine Frage „über Sein und Nichtsein des deutschen Volkes schlechthin“8. Schon diese Aussagen lassen den kritischen Altersdiskurs im Dritten Reich erahnen.

Möckels zweiter Punkt, betreffend die Entwicklung der Sozialversicherung, wird in Kapitel 3 ausführlich behandelt. Der dritte Aspekt betrifft den kulturellen Wandel in der Alterswahrnehmung: Um die Jahrhundertwende wandte sich der Blick von den alten hin zu den jungen Menschen. Übernahm bis dahin die Jugend die Gelassenheit, Abgeklärtheit und Ruhe der erfahrenen älteren Bevölkerungsschichten, so entwickelten sich jetzt Schwung, Jugendlichkeit, Aufbruchseuphorie und Innovationskraft zu den Leitwerten der deutschen Gesellschaft. Der Zeitzeuge Ortega Y. Gasset berichtete: „Noch in meiner Generation genossen die Gebärden des Alters großes Ansehen. Der Jüngling war bestrebt, baldmöglichst Mann zu werden, und ahmte den müden Gang von Greisen nach. […] Es ist kein Zweifel […], Europa tritt in ein Stadium der Kindlichkeit ein.“9 „Das Alter“ verlor seine Funktion als Wertgeber. „Alt“ war keine deskriptive Beschreibung des Lebensalters mehr, sondern ein Ausdruck für weniger modern.10

2.2 Problemstellung

Diese Arbeit geht der Frage nach, wie die Versorgung alter Menschen im Nationalsozialismus umgesetzt wurde und durch welche äußeren Einflussfaktoren diese geprägt war. Insbesondere die staatlichen Einflüsse auf die älteste Generation und auf die freien Wohlfahrtsverbände, die sich der Altenversorgung annahmen, sollen dargestellt und kritisch hinterfragt werden. Dabei wird zunächst auf die Entwicklungen in den Jahren vor und am Ende nach Hitlers Regime eingegangen. Zudem werden die Einflüsse von Staat und Kirche beleuchtet sowie die Geschehnisse im Kontext des zeitgenössischen Altersdiskurses betrachtet.

2.3 Quellenlage

Die Kombination aus der Hochhaltung der Jugendlichkeit und der abnehmenden Schätzung alter Menschen Anfang des 20. Jahrhunderts hatte auch Auswirkungen auf die Altenversorgung. In der Forschung wurde diesem Aspekt bisher wenig Beachtung geschenkt. Insbesondere für die Jahre des Zweiten Weltkriegs ist die Quellenlage mager. Gründe hierfür sind, dass durch die Notsituation des Krieges eine umfangreiche Bürokratie besonders in den Stellen aktiver Altenversorgung nicht mehr im selben Umfang möglich war wie beispielsweise noch in Zeiten der Weimarer Republik. Zudem wurden viele Dokumente vernichtet, als das Kriegsende absehbar war. Betroffen sind vor allem Dokumente, die bewusste Fehlbehandlungen, Missstände oder Tötungen bewiesen hätten11. Des Weiteren sind die Kirchenarchive des Vatikans noch immer teilweise unter Verschluss, weshalb die Rolle der katholischen Kirche im Nationalsozialismus und im Besonderen deren Wirken in der Altenversorgung weitgehend unerforscht sind.12

Wie mir bei meinen Recherchen immer wieder bestätigt wurde, haben bis heute viele Altenheime ihre Archive nicht aufarbeiten lassen. Immer wieder fehlen in den Heimen die Jahresberichte aus den Jahren, in welchen die Nationalsozialisten an der Macht waren. Über humanitäre Hilfe oder auch deren Unterbleiben liegt bis heute ein Tuch des Schweigens. Aus Schuld, Scham und/ oder Verdrängung schockierender Erlebnisse sind Zeitzeugen rar, Interviewtermine wurden abgesagt. Aus diesen Gründen wählte ich bei Befragungen in einem Pflegeheim in Süddeutschland die Form der Gruppenbefragung, um eine Diskussion unter den Zeitzeugen entstehen zu lassen und den Eindruck des „Ausfragens“ zu vermeiden.

3 Kaiserreich und Weimarer Republik – Kurzfassung über den Aufbau eines Sozialstaates mit besonderem Blick auf die Altenversorgung

3.1 Kaiserreich

Bis 1881 kann in Bezug auf das Deutsche Reich13 nicht von einem Sozialstaat gesprochen werden. Trat ein Lebensrisiko, wie zum Beispiel ein Unfall, Krankheit oder altersbedingte Erwerbsunfähigkeit ein, stand in erster Linie die Familie zur Seite. Kommunale Armenfürsorge, ständische Sicherungseinrichtungen der Zünfte und Gilden, kirchliche, betriebliche und genossenschaftliche Fürsorge waren nur regional ausgeprägt und konnten in Zeiten des ausgeprägten Pauperismus nicht den breiten Bevölkerungsschichten helfen. Städtische Wohlfahrtspolitik versorgte ausschließlich arbeitende Stadtbürger, wobei die Versicherung in einer Krankenkasse wiederum nur der Hälfte derer zur Verfügung stand. Eine Ausnahme des ansonsten mangelhaften Versicherungssystems betraf die Berufsgruppe der Bergarbeiter; Fürsorgepolitik für alte Menschen gab es nicht. 14 Die soziale Gruppe der erwerbsunfähigen Alten ging beinahe nahtlos in die Gruppe der Armen über und wurde somit der kommunalen Armenfürsorge anvertraut. Diese waren zwar nach dem „Gesetz über die Verpflichtung zur Armenpflege“ seit 1842 zur Hilfe verpflichtet, mit dieser Aufgabe aber zunehmend überfordert.

Die boomende Industrialisierung in Verbindung mit dem Massenelend von Arbeitern und Alten ließ Rufe nach einem neuen Gesellschaftssystem lautwerden. Gewerkschaften richteten sich gegen Besitzbürgertum, Unternehmer und Staat. Der preußische Staatsreformer Lorenz von Stein (1815 – 1890) erkannte schon früh das Konfliktpotenzial, fürchtete gar gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Proletariat und den Besitzenden, wie er sie in Frankreich und England einige Jahre zuvor beobachtet hatte. Stein verwendete erstmals den Begriff des „Sozialstaates“ und stellte Lösungsansätze auf, in denen die Staatsmacht eine bedeutende Rolle bei der Konfliktbewältigung einnimmt. Trotz der Kritik aus liberalen und den eigenen konservativen Kreisen ließ Kaiser Wilhelm I. durch Otto von Bismarck am 17. November 1881 die Kaiserliche Botschaft verkünden, nach der der Anspruch auf materielle Absicherung für alle Bevölkerungsschichten erstmals formal anerkannt wurde.15 Primäres Ziel war aber weniger den Pauperismus einzudämmen, als den Staat politisch und gesellschaftlich zu stabilisieren.

Über die folgenden Jahre hinweg entwickelten sich drei Grundbereiche der Sozialversicherung: 1883 die Krankenversicherung, 1884 die Unfallversicherung und 1889 schließlich die Alters- und Invalidenversicherung.16 Es ist notwendig, die historischen Wurzeln und die Entwicklung der Alters- und Invalidenversicherung zu betrachten, um die Struktur der Gesetzlichen Rentenversicherung bis in die heutige Zeit nachvollziehen zu können. Esping-Andersen bezeichnet diesen Sachverhalt als die „Pfadabhängigkeit“ der Geschichte von Sozialsystemen.17

Das Gesetz betreffend die Invaliditäts- und Alterssicherung wurde in einer Zeit verabschiedet, in der das Leistungsniveau gering war und Zusätze in der Versicherungsleistung, wie zum Beispiel eine Witwenrente, noch nicht vorgesehen waren. In die Pflichtversicherung wurden lediglich Arbeiter bis zu einer gewissen Einkommensobergrenze aufgenommen. Nur ein Bruchteil der Arbeiter kam mit seinem Einkommen über diese Grenze und arbeitete dann meist in einem Großbetrieb mit einem betrieblichen Alterssicherungssystem. Ausgeschlossen waren ferner alle Heimarbeitskräfte, Familienangehörige (dies traf insbesondere die Frauen, die vergleichsweise selten einer Beschäftigung in einem Betrieb nachgingen) und Angestellte, die weniger als 2000 Reichsmark im Jahr verdienten (sogenannte „Betriebsbeamte“). Für Selbstständige mit einem kleinen Betrieb bestand die Möglichkeit der freiwilligen Versicherung. Die Versicherung finanzierte sich hälftig aus Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen und orientierte sich am Kapitaldeckungsverfahren. Dennoch verschaffte die Versicherung nur einem marginalen Teil alter Menschen eine „arbeitsfreie Arbeitsphase“18. Die Altersrente wurde ohne Prüfung der Erwerbsunfähigkeit erst ab einem Alter von 70 Jahren ausbezahlt.

U. Haerendel beschreibt in seinem Aufsatz über „Die historische Entwicklung bis 1945“ im „Handbuch der gesetzlichen Rentenversicherung SGB VI“ die Problematik der Altersgrenze: „Arbeiter starben in der Regel deutlich früher, und wenn sie das Alter erlebten, dann meist nicht mehr in ihrem alten Beruf. Die für zeitgenössische Ohren utopisch hoch klingende Grenze von 70 Jahren trug erheblich dazu bei, das Gesetz zu deskreditieren. Sie wurde bis in unsere Tage oft fälschlich als der eigentliche Übergang in das Rentenalter im Kaiserreich angesehen, während de facto das Durchschnittsalter bei Rentenzugang seit der Jahrhundertwende ins 20. Jahrhundert bei knapp 57 Jahren lag“19 Die Höhe von einem Fünftel bis einem Sechstel des vormaligen Jahresverdienstes ab 30 Beitragsjahren diente lediglich einem Zuschuss und reichte nicht für die Existenzsicherung aus.20 Mit dem Idealbild der Lebenssituation eines alten Menschen, der in Würde einen arbeits- und sorgenfreien Lebensabend im Kreise der Familie genießen kann, hatte die Realität zur Jahrhundertwende nichts gemein. Die altersbedingte Erwerbsunfähigkeit bedeutete für immer mehr Menschen bittere Armut und der Pauperismus weitete sich aus.21

Beamtenpensionen haben eine längere Geschichte (Bayern 1805, Preußen 1825), wurden aber von Land zu Land unterschiedlich gehandhabt. Dennoch zeichnete sich schon früh eine relative Besserstellung von Pensionisten und deren Hinterbliebene ab, da das Pensionswesen von Beginn an mit dem Ziel der Lebensstandardsicherung aufgebaut wurde.22 Schließlich wurde 1911 die Angestelltenversicherung verabschiedet. Das sogenannte „Altersruhegeld“ konnte hierbei schon ab dem 65. Lebensjahr bezogen werden.23 Fünf Jahre später wurde die Altersgrenze auch für Arbeiter auf 65 Jahre festgeschrieben, nicht zuletzt, um die Loyalität der Arbeiter gegenüber dem kriegsführenden Regime zu stärken. Im Verlauf des Ersten Weltkrieges wurden die Renten stetig erhöht, konnten aber die hohen Inflationsraten nicht ausgleichen.

3.2 Weimarer Republik

Mit Beendigung des Ersten Weltkrieges und der Ausrufung der Weimarer Republik legten insbesondere die Rentner große Hoffnungen in die neue Staatsform. Am 14. August 1918 trat die erste parlamentarisch-demokratische Verfassung in Kraft. Der Artikel 161 im fünften Abschnitt der Weimarer Reichsverfassung legte erstmals eine Sozialpolitik mit einem umfassenden Versicherungswesen gegen die Wechselfälle des Lebens verbindlich fest. M. Schmidt bezeichnet dies als einen Qualitätssprung in der sozialstaatlichen Entwicklung Deutschlands.24

1923/24 stand die Sozialversicherung vor dem Zusammenbruch: Die Hyperinflation mit über 50% Geldentwertung pro Monat25 traf am stärksten die Rentenversicherung, da die Rücklagen wertlos wurden. Hinzu kamen Aspekte wie Demobilisierung, Rückgang der Produktion in der Kriegsindustrie, Stagnationstendenzen in der Wirtschaft und eine steigende Zahl von Altersrentnern.26 Alte Menschen, Frauen sowie große Teile der Mittelschicht gaben erstmals dem Staat die Schuld an ihrer Notsituation. Bis 1928 schaffte es die Regierung, die Sozialversicherung wieder zu stabilisieren und Sozialleistungen auszuweiten. „Im Durchschnitt stieg der Prozentsatz der in den verschiedenen Zweigen versicherten Personen von 46 Prozent (1920) auf bemerkenswerte 62 Prozent (1929). Die Sozialleistungsquote […] erreichte einen Stand von 15 Prozent, dreimal so viel wie im Jahre 1914.“27 28 Die Weltwirtschaftskrise in den folgenden Jahren veranlasste den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg über Artikel 48 der Weimarer Verfassung, Notverordnungen zu erlassen. Strikte Sparmaßnahmen im Staatshaushalt trafen auch die Rentenversicherung.

An diesem wirtschaftlichen und sozialen Tiefpunkt konnte und wollte der Staat kaum Abhilfe leisten. Erschwerend kam die in Kapitel 2 dargelegte zunehmend kritische Haltung gegenüber der ältesten Generation hinzu. „Galt zumindest in bürgerlichen Kreisen noch die Norm der Achtung vor dem Alter, so wurde dieser Personenkreis in den jugendbewegten 20er Jahren immer stärker als gesellschaftliches Fortschrittshindernis gesehen.“29 Die folgende Propagierung der Altenheime als beste Antwort auf die Altersnot, galt nicht etwa einer besseren Versorgung alter Menschen, als vielmehr einer Kosten- und Wohnungsersparnis, war Wohnungsraum doch rar. „Im Fortschrittsideal der Rationalisierung einer möglichst zweckmäßigen und kräftekalkulierenden Disposition menschlicher und maschineller Arbeitskraft und dem möglichst kostengünstigen Einsatz sachlicher und finanzieller Mittel im gesamten menschlichen Leben, fand die Ideologie dieser Gesellschaft ihre zentrale, geradezu kulturphilosophische Deutungsfigur.“30 Durch den Bau von Altenheimen in den Kommunen, erhöhte sich die Bettenzahl in Altenheimen um fast 36,8%, wie Abbildung 1 verdeutlicht.

Abbildung 1: Anzahl von Betten in öffentlichen Anstalten31

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bis Anfang der 30er Jahre entwickelten sich unterschiedlichste Formen an Einrichtungen für alte Menschen: Altenwohnheime, Altersheime, Armenhäuser und die Weiterentwicklung zu Siechenhäusern und Altenpflegeheimen. Erstere waren lediglich für Rentner bestimmt, die ihr Leben noch eigenständig bewältigen konnten, in Letzteren rückte die Pflege in den Vordergrund.32 Die Abhängigkeit der Bevölkerung von nichtstaatlichen Institutionen, wie der Kirche und unabhängiger kommunaler Gesundheitsfürsorge, ließ das Vertrauen der Bevölkerung in die Weimarer Demokratie schwinden und bescherte der NSDAP viele Neuwähler.

Schon Anfang der 1910er Jahre propagieren einzelne Interessengruppen die „Euthanasie“ als Vernichtung „unwerten Lebens“. Erschreckenderweise befinden sich gerade unter den HeimleiterInnen und ÄrztInnen der Psychiatrien und Pflegeanstalten viele Anhänger dieser Forderung: „[…] wenn man bedenkt, dass Hunderte von Vollidioten, die jahrzehntelang auf der Bewusstseinslage neugeborener Tiere verharren, und Tausende von alten gebrechlichen Leuten, die geistig verfallen und von Schmerzen dauernd gepeinigt werden, elend vegetieren und unsere Arbeitsplätze füllen, ohne dass irgend ein Zweck ihres Daseins erkannt werden könne.“33

Das antisemitische Parteiprogramm der NSDAP wurde am 24. Februar 1920 verkündet. Durch Forderungen, wie dem großzügigen Ausbau der Altersversorgung und der Brechung der Zinsknechtschaft34, fanden sich unter den Wählern auffallend viele Alte. Sie hofften auf einen versorgten Lebensabend und eine verlässliche Rente. Doch mit zunehmender Ausbreitung nationalsozialistischen Gedankengutes verschlechterte sich auch der Grundton in der Altenpflege. Nach parteiinternen Auseinandersetzungen wurde das Programm, ohne nennenswerte Änderungen, 1926 für „unabänderlich“ erklärt.35 Solche inneren Widersprüche, wie hier dem Helfen und zeitgleichen Vernachlässigen der alten Menschen, finden sich im gesamten nationalsozialistischen System wieder. Ein Großteil der Punkte des Parteiprogramms wurde nie zum Wohle der Menschen umgesetzt, auch wenn immer wieder durch diese das eigene Wohlwollen gegenüber dem deutschen Volk begründet wurde.

4 Alte Menschen im Nationalsozialismus - „Nutzlose Volksgenossen“?

Um den Umgang einer Gesellschaft mit alten Menschen zu verstehen, soll zunächst einmal das zeitgenössische Bild jener Gesellschaftsgruppe beschrieben werden. Beschäftigt man sich mit dem Nationalsozialismus, fällt vor allem Eines auf: Junge, aktive Menschen prägen das Ideal der Gesellschaft, Alter und Gebrechlichkeit werden tabuisiert. Die staatlich regulierte Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) hatte zur Aufgabe, die politisch gewollte Umerziehung und Kontrolle der „Volksgemeinschaft“ unter dem Deckmantel eines freien Wohlfahrtsverbandes umzusetzen. Bei einer genaueren Analyse der Strukturen fällt auf, dass unter all den NSV-Unterorganisationen und Helfershelfern, sich keiner um die Belange alter Menschen bemüht. Im Gegensatz dazu existiert eine beinahe unüberschaubare Anzahl an Einrichtungen für Familien, Mütter, Kinder und Jugendliche, wie zum Beispiel das Hilfswerk „Mutter und Kind“, die NSV-Jugendhilfe, Erziehungsberatung und die NS-Frauenschaft. Permanent versuchte Hitlers Regime die sogenannte „Volksgemeinschaft“ zu inszenieren, welche sich als Generationengemeinschaft verstand.36

Auch hier zeigt sich eine paradoxe Situation: Das Familienideal wird propagiert, ohne dabei auf alle Familienmitglieder Rücksicht zu nehmen. Alte Menschen scheinen im Nationalsozialismus nicht vorzukommen. M. Heinzelmann sieht die Ursache der Geringschätzung darin, dass die NSDAP ihre Stärke der Propagierung der Überwindung wilhelminischer Strukturen zu verdanken hat.37 Jene Menschen, die den letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. stützten, gehörten im Dritten Reich bereits zur älteren Generation und ihr Schaffen in jungen Jahren fand keinerlei Würdigung mehr, wurde gar verachtet.

Eng verbunden mit dem jugendlichen Ideal ist die Neuausrichtung der Krankenfürsorge. „Physische Leistung“ als Qualitätsmerkmal des deutschen Volkes wird zum Leitgedanken für Bedürftigenversorgung und Forschung, „Gesundheit“ zum Synonym für Leistungsfähigkeit. Nur wer diese dem Volk zur Verfügung stellt, habe ein Recht auf die Zugehörigkeit zur Volksgemeinschaft und somit Anspruch auf Hilfe.

4.1 Die Rolle des Staates

4.1.1 Funktionsweisen und Operieren des Staates

4.1.1.1 Das 25-Punkte-Programm

Deutschland wurde von 1933 bis 1945 uneingeschränkt von der NSDAP in einem totalitären Einparteien- und Führerstaat regiert.38 Dass das 25-Punkte-Programm als Parteiprogramm nur wenig hielt was es versprach, wurde bereits erläutert. Auch wenn unter Punkt 15 ein „großzügiger Ausbau der Alters-Versorgung“ gefordert und unter Punkt 21 verkündet wurde, der Staat habe „für die Hebung der Volksgesundheit zu sorgen“, so zeichnete sich das politisch gewollte Desinteresse an Alten und Invaliden schon in Punkt 10 ab: „Erste Pflicht jedes Staatsbürgers muß sein, geistig oder körperlich zu schaffen. Die Tätigkeit des Einzelnen darf nicht gegen das Interesse der Allgemeinheit verstoßen, sondern muß im Rahmen des Gesamten und zum Nutzen Aller erfolgen“39. Entsprechende Parolen wie „Deine Gesundheit gehört nicht dir!“ oder „Gesundheit ist Pflicht!“ verstärkten die Meinung in der Gesellschaft, dass lediglich Menschen geholfen werden dürfe, die der Allgemeinheit „nutzen“ und keine anderweitig verwendbaren Ressourcen binden.

Durch staatliche Interventionen sollten Schwäche, Krankheit und Behinderung abgeschafft, im Falle alter Menschen zwischen dem Produktionsprozess dienlichen und pflegebedürftigen differenziert werden.40 Diese Form der Bewertung menschlichen Lebens forderte in ihrer Radikalität, dass „es im dritten Reich auch in der Fürsorge für die Alten keine Sentimentalität geben wird. Nicht jeder alte Mensch ist ein wertvoller Mensch. […] Ein weichlicher aus der Vergreisungsatmosphäre kommender Kult der Alten ist widernational“41.

4.1.1.2 Der Einfluss der Politik auf die medizinische Versorgung

Weitreichenden Einfluss hatte die Politik auch auf die medizinische Versorgung alter Menschen. Friedrich Bartels und Gerhard Wagner leiteten gemeinsam das „Hauptamt für Volksgesundheit“ der NSDAP und sahen den Leistungsabfall im Alter als eine der größten Bedrohungen des Staates an. Somit fand der Anspruch auf Leistungsfähigkeit Einzug in die Medizin und deren Erhaltung wurde oberstes Forschungsziel. An dieser Stelle erfolgte erstmals ein Umdenken von der Nachsorge zur Vorsorge, wie sie sich bis heute in unserem Sozialstaat etabliert hat. Ziel dieser Leistungsmedizin sollte aber nicht etwa die Verlängerung der Lebenszeit, sondern eine Verlängerung der „Lebensarbeitszeit“ bei gleichzeitiger Verkürzung der arbeitsfreien Lebensphase sein. Das Volk müsse „im Vollbesitz seiner auf Grund seines Erb- und Rassegutes überhaupt erreichbaren Leistungsfähigkeit und Gesundheit sein. Es muss zuverlässig dafür Sorge getragen werden, daß diese Leistungsfähigkeit nicht vorzeitig absinkt, sondern daß sie trotz aller Lebensnot und trotz aller Berufsbeanspruchung bis ins hohe Lebensalter hinein erhalten wird […]“42. Dieses Zitat von F. Bartels verdeutlicht, dass sich Politiker nicht um die Linderung von Einzelschicksalen bemühten, sondern einen starken Staat vorsahen, der alleine durch allgemeine „Volksgesundheit“ bestehen könne. Neben der Vorsorge wurde besonderer Wert auf die Fürsorge gelegt. Entscheidend dabei war, dass fortan eine Gewährung der Fürsorgeleistung von der Bedürftigkeit und Arbeitseinsatzunfähigkeit abhängig gemacht wurde. Eine derartige Verknüpfung ist in der Geschichte des deutschen Sozialstaates einmalig.

4.1.1.3 Das ökonomische Problem

Das Regime hegte keine Verachtung alter Menschen per se, sondern vor dem Leistungsabfall, der nun einmal in den meisten Fällen mit dem Alterungsprozess einhergeht. Somit stellten altersschwache Menschen für die Nationalsozialisten weniger ein medizinisches als ein ökonomisches Problem dar, was verheerende Folgen für die betroffene soziale Gruppe hatte. Trotz größter Schmerzen war es legitim einen Menschen zur Arbeit zu zwingen, um dem Produktionsfaktor „Arbeit“ jegliche verfügbare Ressource zukommen zu lassen auch wenn dies eine Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes zur Folge hatte, und sei es der Tod. Im Optimalfall sollten Todeszeitpunkt und endgültiger Kräfteverfall zusammenfallen, so die sozialpolitische Vorstellung. Auf diese Weise wollte man die Utopie einer totalen Arbeitergesellschaft etablieren. 43

Die Ausrichtung einer Gesellschaft auf physische Leistung als Zugehörigkeitsmerkmal forderte von ihren „Volksgenossen“ die permanente gegenseitige Überwachung, um den Leistungsabfall eines Individuums schnell ausmachen zu können. So waren auch kirchliche und freie Verbände der Politik untergeordnet und dazu verpflichtet, Lehrgänge zur „Volksgesundheit“ zu besuchen und Personen, die nicht mehr in der Lage waren zu arbeiten, über bundesweit verteilte Meldebögen aufzudecken. Betroffene galten fortan als „gemeinschaftsfremd“ und hatten – wie oben bereits erläutert – keinen Anspruch auf Hilfe.44

Das bereits im Juli 1933 erlassene „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ wurde schnell auf Personengruppen ausgeweitet, die an keiner erblich bedingten Krankheit litten oder einen Lebensstil pflegten, der sich nicht mit nationalsozialistischem Gedankengut vereinbaren ließ. Betroffen waren neben Personen mit erblichen Krankheiten damit auch sogenannte „sozial Untüchtige“, wie Arbeitsunwillige, Kriminelle, Prostituierte oder auch „Geistesschwache“ wie Demente und Hilfsschüler.45 Dieses Gesetz schuf die Legitimation für massenhafte Sterilisierungen, später Krankenmorde und Euthanasieverbrechen und zwang Alte und Schwache, den Forderungen dieser repressiven Leistungsgesellschaft nachzukommen. Nur so konnten sie die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft unter Beweis stellen.

Die Altenpolitik im Dritten Reich war durch eine beachtliche interne Zwiespältigkeit gekennzeichnet: anerkannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, zumeist der NSDAP nahestehende Personen, erfuhren noch im hohen Alter Achtung und genossen einen ruhigen, sorgenfreien Lebensabend mit medizinischer Unterstützung im Krankheitsfall. Dem entgegen stand die vielfache Ermordung von als „überflüssig“ definierten alten Menschen.46

4.1.1.4 Die Gleichschaltung der Wohlfahrt

Nach der Weltwirtschaftskrise 1930 und der „Machtergreifung“ Hitlers am 30. Januar 1933 führte die NSDAP eine Reihe von Sparmaßnahmen, besonders in der Sozialpolitik, ein. Laufende amtliche sozialpolitische Maßnahmen für die nicht arbeitenden Bevölkerungsteile wurden massiv eingeschränkt, wie zum Beispiel der Umfang der Krankenversicherung, Arbeitslosenunterstützung und die gesamte Wohlfahrtspflege der Gemeinden.47 Auf letztere waren alte Menschen am stärksten angewiesen, da Kommunen und Kirchen bis Kriegsbeginn selbstständig die nötigste Versorgung von Bedürftigen leisten konnten. Alleine im Rechnungsjahr 1933/34 setzte die Regierung die Reichszuschüsse für die Gemeinden von 701 Millionen auf 230 Millionen Reichsmark herab48 – eine Kürzung um rund zwei Drittel der Ausgaben. Ziel war die Gleichschaltung aller Wohlfahrtseinrichtungen und damit die maximale Stärkung der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt als Dachorganisation. Die Aufbringung benötigter Gelder lief künftig über freiwillige und erzwungene Spenden von Privatpersonen und Institutionen und wurde durch einen enormen Propagandaapparat begleitet. Mit der Eingliederung von kirchlichen und freien Verbänden wie der Diakonie, der Caritas oder auch dem Deutschen Roten Kreuz in die NSV, ging Eigentum freier Verbände für eine geringfügige Entschädigung an die NSV, und somit in Staatseigentum über. Aufforderungen, nur noch im Sinne der Allgemeinheit zu agieren und die Aufstellung des Prinzips der „Selbsthilfe“ (der Notleidende musste sich gewährte Hilfe verdienen), brachten auch ursprünglich staatsferne Hilfseinrichtungen in den Einflussbereich der Nationalsozialisten. Im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart finden sich unzählige Dokumente dieser einstmals freien Verbände, die nicht nur Verständnislosigkeit über deren Auflösung, sondern auch Bedenken bezüglich der Versorgung alter Menschen zum Ausdruck bringen. Der „Paulusbund Vereinigung nichtarischer Christen e.V.“ gibt 1936 dem evangelischen Landesbischof in einem Brief zu bedenken: „Die Aufgaben unseres Bundes sind in den letzten Monaten so gewachsen und die durchschnittliche wirtschaftliche Lage unserer Mitglieder hat sich derart verschlechtert, dass wir ohne regelmäßige Unterstützung der beiden Kirchen in unserer Arbeit zum Erliegen kommen“49. Tatsächlich wurde der Bund 1939 verboten.

Mit solch einem Vorgehen erreichte die NSDAP noch weitere Ziele: Die Leistungen und Bedeutung der Partei wurde dem Volk im Alltag vor Augen geführt und sollte die Parteiverbundenheit zur Einheitspartei stärken. Des Weiteren konnten unkontrolliert Millionenbeträge angehäuft und ausgegeben werden. Die Zuteilung der Gelder an die verschiedenen Unterorganisationen der NSV erfolgte dabei nach rassistischen Kriterien und ließ somit staatskritische Einrichtungen, ohne direkten Zwang zur Auflösung, insolvent gehen. 50 Erschwerend wurde durch das Sammlungsgesetz vom 5. November 1934 der NSV ein Sammlungsmonopol zugebilligt.51 Ein weiterer Zweck war gewiss auch die Unterdrucksetzung der mittellosen Massen, indem diese von der staatlichen Fürsorge in Abhängigkeit gerieten und hierdurch Widerstand eingedämmt wurde. Als letzten Punkt soll hier die staatsinterne Arbeitsplatzbeschaffung genannt werden. Durch das gewaltige Aufblähen des Staatsapparates konnten mehr Parteimitglieder in einflussreiche Stellen gebracht werden, um eine nationalsozialistisch ausgerichtete Umerziehung der Bevölkerung zu realisieren.52

[...]


1 vgl. Prof. Kruse (2009)

2 vgl. Heinzelmann (2004), S. 14

3 vgl. Möckel (2010)

4 vgl. Statistisches Bundesamt (2008)

5 vgl. Statistisches Bundesamt (2008)

6 vgl. Statistisches Bundesamt (1934 und 1935), S. 13 und S. 11

7 vgl. Helmut (1934)

8 Burgdörfer (1932)

9 zitiert nach Göckenjan (2004), S. 288

10 Möckel (2010), S. 12

11 vgl. Jenner (2012)

12 vgl. Gabbe (2009)

13 Im Folgenden werden die Staatsformen im deutschen Herrschaftsgebiet zur Vereinfachung mit „Deutschland“ betitelt

14 vgl. Pilz (2009), S. 23

15 vgl. Pilz (2009), S. 26

16 vgl. ebd., S. 27

17 vgl. Esping- Andersen (1990)

18 P. Bleses (2001), S. 9

19 Haerendel (2011), S. 1 ff.

20 vgl. Pilz (2009), S. 28

21 vgl. Schlag, Ch., Formen der Altersversorgung in der Frühen Neuzeit., in Schürmann, Geuther, Thaut (2011), S. 13 ff.

22 vgl. W. Schmähl, aus Wengst (2001), S.408 f.

23 vgl. Tennestedt (1981), S. 169 und Reidegeld (1996), S. 218 ff.

24 vgl. Schmidt (1998), S. 51

25 vgl. Holtfrerich (1989), S. 95

26 vgl. Pilz (2009), S. 29

27 Die Sozialleistungsquote zeigt, welchen Teil der gesamten Wirtschaftsleistung (BIP) die Empfänger von Sozialleistungen beanspruchen könnten.

28 vgl. ebd. S. 30

29 Heinzelmann (2004), S. 21

30 Tennstedt, F. (1999): Sozialpolitik (1871-1945). In: Jansen, B. / Karl, F. / Radebold H. / Schmitz-Scherzer, R. (Hrsg.) (1999): Soziale Gerontologie. Beltz Verlag. Weinheim, S. 193; zitiert nach Bloech (2012), S. 35

31 selbst erstellt nach Daten des Statistischen Jahrbuches für das Deutsche Reich 1932 (1932), S. 404; weiteres Datenmaterial im Anhang A

32 vgl. Bloech (2012), S. 36

33 Kondratowitz (1990), S. 112, zitiert nach Bloech (2012)

34 „Brechung der Zinsknechtschaft“ meint im nationalsozialistischen Kontext die Aufhebung von Abhängigkeiten von privaten Geldgebern (Duden, 2014). Zinsknechtschaft entsteht, wenn der Schuldner durch zu hohe Zinsen einen Kredit zum Fälligkeitsdatum nicht mehr zurückzahlen kann und dadurch in ein weiteres Schuldverhältnis zum Kreditgeber fällt. Diese Forderung wurde nie umgesetzt.

35 Bauer (2008), S. 106

36 vgl. Möckel (2010), S. 5

37 vgl. Heinzelmann (2004), S. 21

38 vgl. Lampert/ Althammer (2007), S. 99

39 25-Punkte-Programm der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (24.02.1920), in: documentArchiv.de [Hrsg.], URL: http://www.documentArchiv.de/wr/1920/nsdap-programm.html, Stand: 30.07.2014

40 vgl. Bloech (2012), S. 36

41 vgl. Andre (1993), S. 186

42 Deutsches Ärzteblatt 38 (1936), S. 939; zitiert nach Möckel (2010)

43 vgl. Möckel (2010), S. 33 ff.

44 vgl. Kittel (2004), S. 42

45 vgl. Kittel (2004), S. 42

46 vgl. Heinzelmann (2004), S. 23

47 vgl. Arbeiterwohlfahrt, Bundesverband e.V. (1988), S. 7

48 vgl. ebd.

49 Landeskirchliches Archiv Stuttgart, A126 / Titelaufnahmen (2514): Paulusbund Vereinigung nichtarischer Christen e.V, Bezirksgruppe Stuttgart, Gruppenleiter; 18.10.1936

50 vgl. Arbeiterwohlfahrt, Bundesverband e.V. (1988), S. 7 ff.

51 vgl. Lampert/ Althammer (2007), S. 103

52 vgl. Arbeiterwohlfahrt, Bundesverband e.V. (1988), S. 8

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Titel: Die Altenversorgung im Nationalsozialismus