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Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

I) Einleitung

II) Hauptteil
II.1) Der neue Weg
II.2) Die Begründung des Optimismus aus dem Willen zum Leben
II.3) Das Problem der Ethik auf Grund der Geschichte der Ethik

III) Schluss: Schweitzers Gesellschaftsethik

Literaturverzeichnis:

Primärliteratur:

Schweitzer, Albert – Kultur und Ethik (Erstausgabe 1923), München 1990

Sekundärliteratur:

Bernhard, Th. – Wittgensteins Neffe, Frankfurt a. M. 1967

Ernst, P. – Ehrfurcht vor dem Leben: Versuch einer aufgeklärten Ethik, Frankfurt a. M. 1991

Günzler, C. – Albert Schweitzer. Einführung in sein Denken, München 1996

Grabs, R. (Hg.) – Albert Schweitzer. Gesammelte Werke in fünf Bänden, Berlin-Ost 1971,

München 1974

Müller, W.E. – Albert Schweitzers Kulturphilosophie im Horizont säkularer Ethik, Berlin

1993

I) Einleitung

Albert Schweitzer sucht im XVII. – XIX. Kapitel seines kulturphilosophischen Werkes „Kultur und Ethik“ von 1923 nach einer optimistisch-ethischen Weltanschauung. Der Optimismus und die Ethik werden von einem weitergefassten Begriff Schweitzers eingeschlossen: der Weltanschauung der Ehrfurcht vor dem Leben. Dieses Wort darf nicht als eine Welterklärung verstanden werden, sondern vielmehr als eine umfassende geistige Überzeugung oder Gesinnung, die alles Denken, Entscheiden und Handeln des Menschen beeinflusst und prägt. Diese Art von Weltanschauung muss laut Schweitzer optimistisch, das heißt lebensbejahend, und ethisch, das heißt auf die innere Vollendung des Menschen ausgerichtet sein. Der bis zu Schweitzer gewesenen europäischen Philosophie unterstellt er, sie habe die optimistisch-ethische Weltanschauung der Ehrfurcht vor dem Leben zwar immer gewollt und zu begründen versucht. Dabei habe sie es jedoch versäumt die Schwierigkeiten der Begründung zu beachten, was zu Fehlschlägen führte.

Angefangen bei der Stoa und deren Begründer Zenon, der bereits im Jahre 250 v. Chr. um eine optimistisch-ethische Weltanschauung bemüht war, anstelle ihrer aber nur die Resignation erreichte. Die Stoa vertrat eine subjektive Ethik, die auf das Wohlergehen des Einzelnen ausgerichtet war und nicht als Gesellschaftsethik verstanden werden darf. Somit schafften die Stoiker keine umfassende Ethik der Weltanschauung. Über die optimistisch-ethische Naturphilosophie des Grafen Shaftesbury am Ende des 17. Jahrhunderts, die mystische Ansätze in sich trug, welche auch Schweitzer naheliegen. Shaftesbury scheiterte an der fehlenden Begründung seiner Ideen. Bis hin zu Nietzsche, der mit seinem Wort „Erschaffe dich selbst!“ eine Tätigkeitsethik der Selbstvervollkommnung vorlegte, die von Schweitzer gewünschte Zusammenlegung mit der Ethik der leidenden Selbstvervollkommnung aber missen lässt. Schweitzer empfiehlt die vorangegangenen Ethiken als Warnungen vor falschen Wegen zur Erreichung des Zieles einer optimistisch-ethischen Weltanschauung zu betrachten. Der Gedanke, welcher in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder Scheitern verursachte, war die Annahme, dass die Existenz der Menschheit aus der Deutung der Welt erklärt werden könne. In seiner Kulturphilosophie III notiert Schweitzer hierzu, dass „das Denken, das mit der Wirklichkeit in Übereinstimmung bleiben will, stets gegenwärtig haben muss, wie klein die Erde in der Welt ist und wie wenig der Mensch auf der Erde bedeutet. Er ist etwas Vorübergehendes.“ An dieser Stelle möchte ich bemerken, dass der Mensch sich seit Jahrtausenden immer wieder erneuert, indem er sich fortpflanzt, und auf diesem Wege vieles geschaffen hat, was die Erde beeinflusst, Gutes wie Schlechtes. Die Klimaveränderungen sind beispielsweise auf den Menschen zurückzuführen.

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Details

Seiten
13
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638117630
ISBN (Buch)
9783656561705
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v2934
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Philosophische Fakultät
Note
sehr gut
Schlagworte
Ethik Albert Schweitzers Proseminar Schweitzer-Kultur

Autor

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Titel: Die Ethik Albert Schweitzers