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Nutzung sozialer Netzwerke durch Unternehmen. Theoretischer Unternehmensnutzen und Praxisbeispiele

Studienarbeit 2015 69 Seiten

Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Begriffsverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

III Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1. 1 Aufgabenstellung und Ziele der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Einführung in die sozialen Netzwerke
2.1 Der Begriff „soziale Netzwerke"
2.1.1 Begriffseinordnung
2.1.2 Begriffsdefinition
2.2 Vorstellung einiger sozialer Netzwerke
2.2.1 Unterteilung in die verschiedenen sozialen Netzwerktypen
2.2.2 Soziale Netzwerke im privaten Kommunikationsumfeld
2.2.2.1 Netzwerkauswahl
2.2.2.2 Facebook
2.2.2.3 Twitter
2.2.3 Soziale Netzwerke im beruflichen Kommunikationsumfeld
2.2.3.1 Netzwerkauswahl
2.2.3.1 Xing
2.2.3.2 LinkedIn

3 Unternehmensnutzen durch soziale Netzwerke
3.1 Theoretischer Unternehmensnutzen durch soziale Netzwerke
3.1.1 Kategorisierung der Nutzenarten
3.1.2 Bekanntmachung
3.1.3 Entwicklung
3.1.4 Personal
3.1.5 Kundenkontakt
3.1.6 Bemerkung
3.2 Praxisbeispiele einiger Unternehmen
3.2.1 Umfang und Vorgehensweise der Datenerfassung
3.2.2 Ergebnisauswertung des Fragebogens
3.2.2.1 Befragte und Beteiligung
3.2.2.2 Aktives mitwirken von Unternehmen in sozialen Netzwerken
3.2.2.3 Welche sozialen Netzwerke verwenden die Unternehmen?
3.2.2.4 Welchen Nutzen haben die sozialen Netzwerke?
3.2.2.5 Macht eine aktive Netzwerknutzung für jedes Unternehmen Sinn?
3.3 Abgleich Theorie und aktueller Stand der Praxis

4.. Ist die Nutzung von s.N. für UN in der Zukunft sinnvoll?

5.. Fazit

A Literaturverzeichnis

B Anhang

I Begriffsverzeichnis

Account

Als Account wird im Bereich des Internets ein Benutzerkonto verstanden. Dieses setzt sich aus einem Benutzernamen mit zugehörigem Passwort zusammen. Mit die­sen Zugangsdaten erhält der Benutzer Zugangsrechte auf ein Netzwerk, sein Post­fach oder auf ein anderes Kommunikationssystem. Das wesentliche Merkmal an ei­nem Account ist die Identifizierung beim Zugriff auf ein System durch den Benutzer­namen mit zugehörigem Passwort.'[1]

Crowdsourcing

Unter Crowdsourcing wird die Zusammenarbeit eines Unternehmens mit deren Kun­den zur Erweiterung des Produktportfolios verstanden.[2]

Employer Branding

„Employer Branding ist die identitätsbasierte, intern wie extern wirksame Entwicklung und Positionierung eines Unternehmens als glaubwürdiger und attraktiver Arbeitge­ber. Kern des Employer Brandings ist immer eine die Unternehmensmarke spezifizie­rende oder adaptierende Arbeitgebermarkenstrategie. Entwicklung, Umsetzung und Messung dieser Strategie zielen unmittelbar auf die nachhaltige Optimierung von Mitarbeitergewinnung, Mitarbeiterbindung, Leistungsbereitschaft und Unternehmens­kultur sowie die Verbesserung des Unternehmensimages. Mittelbar steigert Employer Branding außerdem Geschäftsergebnis sowie Markenwert.[3]

Follower

Der Begriff 'follow' stammt aus dem Englischen und bedeutet im Deutschen so viel wie 'folgen'. Im Bereich der sozialen Netzwerke wurde der Begriff erstmals von Twit­ter verwendet. Dort kann jeder User durch das Anklicken des Follow - Buttons einem User oder einer Fanpage folgen und erhält daraufhin immer alle aktuellen Statusmit­teilungen und Benachrichtigungen. Ein Follower ist daher ein User, welcher einer Fanpage oder einem anderem Mitglied folgt und dessen Neuigkeiten abonniert.[4]

Geschlossene Netzwerke

Unter geschlossenen Netzwerken werden personendefinierte Gemeinschaften ver­standen. Diese Netzwerke sind für den Ottonormalverbraucher 'geschlossen' und somit nicht zugänglich. Anwendung finden diese Netzwerke bei Unternehmen, in de­nen intern wichtige Informationen schnell an die Belegschaft weitergeleitet und nicht an Unternehmensfremde gelangen sollen.

Hashtag

Als Hashtag wird eine Art von Schlagwort für den Zettelkatalog im Netz bezeichnet. Ein Tag wird zum Hashtag indem ein # - Zeichen vorangestellt wird. Das Zeichen (#) wird im Englischen Sprachgebrauch als „Hash" ausgesprochen. „Tag" ist hingegen eine weitere englische Bezeichnung, welche ins Deutsche mit dem Begriff Schlag­oder Stichwort übersetzt werden kann. Demnach ist ein Hashtag ein durch das #- Zeichen bewusst hervorgehobenes Schlagwort. Hashtags werden im Internet dazu verwendet, Beiträge einem Schlagwort und dadurch auch einem bestimmten Thema unterzuordnen.[5] Insbesondere das soziale Netzwerk Twitter verwendet Hashtags mit Verlinkungen, welche den Mitgliedern eine Zielgenaue Themennavigierung ermögli­chen. Ein typischer Hashtag, welcher bei Twitter mit Beiträgen des Deutschen­Fußball-Bundes verlinkt ist, wäre der Hashtag '#dfb'.[6]

Like

Das Englische Wort 'Like' lässt sich ins Deutsche mit 'Gefällt mir' übersetzen. Inner­halb der sozialen Netzwerke ist der Like - Button eine Anwendung, welche von Fa- cebook zuerst verwendet wurde. Like - Buttons ermöglichen dort eine Verbindung zwischen einem geposteten Beitrag eines weiteren Users oder einer Fanpage. Prin­zipiell signalisiert das Klicken des Like - Buttons die Zustimmung des Nutzers mit dem jeweiligen Inhalt, welcher ein Beitrag, Kommentar oder eine Fanseite sein kann.[7]

Multiple Choice

Multiple Choice ist eine Fragenart, welche hauptsächlich bei Situationseinschätzun­gen Anwendung findet. Bei dieser Art der Frage hat der Befragte die Möglichkeit eine der beliebig vielen vorgegebenen Antworten auszuwählen.[8]

Post

Ein Post bezeichnet einen Beitrag oder einen Artikel innerhalb eines sozialen Netz­werkes im Internet. Gepostete Beiträge können daraufhin von weiteren Mitgliedern des gleichen Netzwerkes gelesen werden.[9]

Time-To-Market

Time to Market bezeichnet den vorübergehenden Zeitraum von einer Produkt- oder Dienstleistungsidee bis zu dessen Markteinführung. Im Deutschen wird diese Zeit-spanne auch Vorlaufzeit genannt[10].

II Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Web 2.0 Anwendungen

Abbildung 2 Netzwerkerweiterungen durch unterschiedliche Bereiche

Abbildung 3 Untergliederung der sozialen Netzwerke

Abbildung 4 Netzwerkeingliederung

Abbildung 5 Startseite Facebook

Abbildung 6 Unternehmensprofil Audi (FB)

Abbildung 7 Dialog auf einem Unternehmensprofil (FB)

Abbildung 8 Startseite Twitter

Abbildung 9 Unternehmensprofil VW (Twitter)

Abbildung 10 Userprofil XING

Abbildung 11 Userprofil LinkedIn

Abbildung 12 Unternehmensprofil Daimler (LinkedIn)

Abbildung 13 Unternehmensneuigkeiten auf LinkedIn

Abbildung 14 Nutzenuntergliederung der sozialen Netzwerke

Abbildung 15 Nutzen von sozialen Netzwerken 1. Bekanntmachung

Abbildung 16 Nutzen von sozialen Netzwerken 2. Entwicklung

Abbildung 17 Top vier s.N. für die Veröffentlichung von Stellenanzeigen

Abbildung 18 Nutzen von sozialen Netzwerken 3. Personal

Abbildung 19 Nutzen von sozialen Netzwerken 4. Kundenkontakt

Abbildung 20 Auswertung: Seit wann ist Ihr UN in s.N. aktiv vertreten

Abbildung 21 Auswertung: Nutzen s.N. von Endherstellern und Zulieferern

Abbildung 22 Auswertung: UN Präsenz in den s.N

Abbildung 23 Auswertung: Verwendete s.N. der befragten UN

Abbildung 24 Auswertung: Wichtigstes s.N. der befragten UN

Abbildung 25 Auswertung: Nutzen s.N. Bekanntmachung

Abbildung 26 Auswertung: Nutzen s.N. Entwicklung

Abbildung 27 Auswertung: Nutzen s.N. Personal

Abbildung 28 Auswertung: Nutzen s.N. Kundenkontakt

Abbildung 29 Nutzeranzahl der s.N. weltweit

1. Einleitung

1.1 Aufgabenstellung und Ziele der Arbeit

Die seit der Jahrtausendwende bestehendentechnischen Fortschritte im Bereich des Internets haben das Verhalten der Menschheit drastisch verändert.

Insbesondere die im Internet häufig verwendeten sozialen Netzwerke nehmen dabei überwiegend in den ersten und zweiten Welt Ländern einen hohen Stellenwert ein. Diese von Privatpersonen genutzte Vernetzungsmöglichkeit bietet auch Unternehmen die Option, sich über diese von der Konkurrenz abzusetzen und weitere Marktanteile zu sichern oder aufrecht zu erhalten.

Ziel ist es zu untersuchen, welche sozialen Netzwerke zum heutigen Zeitpunkt am häufigsten verwendet werden und welche dieser Netzwerke für Unternehmen, insbe­sondere der Automobilindustrie, am wichtigsten sind. Die Hauptnutzungsarten der Netzwerke sollen erkenntlich herausgearbeitet werden, sodass im Fazit die Frage beantwortet werden kann, ob die Nutzung von sozialen Netzwerken für alle Unter­nehmen der Automobilbaubranche sinnvoll ist.

1.2 Aufbau der Arbeit

Zu Beginn der Ausarbeitung erfolgt eine Einführung in die Thematik der sozialen Netzwerke. Anschließend werden ausgewählte Netzwerke sowohl aus dem privaten als auch aus dem beruflichen Bereich in ihrem Aufbau und ihrer Funktion genauer erläutert. Es folgt eine theoretische Analyse der sozialen Netzwerke bezogen auf den potentiellen Nutzen für Unternehmen. Im Anschluss wird darauffolgend eine Praxis­untersuchung von Unternehmen innerhalb der Automobilbaubranche mit Hilfe eines Fragebogens durchgeführt und anschließend ausgewertet. Im nächsten Schritt wer­den die theoretischen Kenntnisse mit dem erlangten Praxiswissen abgeglichen. Da­rauffolgend wird die Frage, ob die Nutzung von sozialen Netzwerken für Unterneh­men in der Zukunft sinnvoll ist beantwortet. Das abschließende Fazit rundet darauf­hin die Ausarbeitung ab.

2. Einführung in die sozialen Netzwerke

2.1 Der Begriff „soziale Netzwerke“

2.1.1 Begriffseinordnung

Der Begriff „soziale Netzwerke" wird im Kontext des WWW (World Wide Web) in die Sparte der Web 2.0 Anwendungen eingegliedert.

Aber was genau ist das Web 2.0? Seit 1991 existiert das Internet und wurde in seiner ersten Generation als Web 1.0 bezeichnet. Für die anfänglichen Schritte im Internet gab es nur wenige Personen, welche bestimmten, was im Internet veröffentlicht wur­de und was nicht.[11] Exemplarisch für die erste Phase des Internets (Web 1.0) steht somit die immens hohe Anzahl von Nutzern, welche Informationen aus dem Internet erhalten, jedoch auf Grund der nicht vorhandenen Optionen ihr eigenes Wissen nicht teilen konnten.

Der Begriff des Web 2.0 hingegen bezeichnet eine neue Generation des Internets. Als ein gravierendes Unterscheidungsmerkmal wird im Vergleich zur Vorgängerver­sion (Web 1.0) das Internet als interaktionsintensive Plattform verstanden.[12] Die Be­nutzer des Internets sind somit nicht nur passive Nutzer indem sie persönlich rele­vante Informationen absorbieren, sondern sie greifen aktiv ein und sind zugleich Produzenten, welche nützliche Beiträge, Ergänzungen oder Einschätzungen liefern.[13]

[14] Die offene Kommunikationsstruktur mit den vielen Meinungen der Nutzer erzeugt dabei eine kollektive Intelligenz.[15]

Innerhalb des Web 2.0 finden sich einige Services und Communities wieder, welche durch die Mitwirkung, Zusammenarbeit und dem Informationsaustausch zwischen den Benutzern, geprägt sind.[16] Die bekanntesten Web 2.0 Anwendungen sind im folgenden Schaubild dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Web 2.0 Anwendungen

Im Folgenden werden die einzelnen Anwendungsmöglichkeiten der Wikis, Weblogs, Podcasting, Tagging und Media Sharing kurz vorgestellt.

Wikis

Wikis sind Plattformen, welche den Nutzern erlauben den Inhalt dieser zu gestalten. Generell wird diese Funktion als Onlinelexikon genutzt, weshalb diese Art von ge­meinschaftlicher Wissenssammlung auch als „Knowledge Community“ bezeichnet wird. Die Nutzung kann dabei weltweit jedem Internetnutzer frei zugänglich sein oder sich auf ein Unternehmen oder eine Hochschule beschränken.[17] Wikis vertrauen auf das Prinzip der kollektiven Wahrheitsfindung, so dass die ein­fachsten Wikis den Nutzern jederzeit erlauben Inhalte zu erstellen und zu bearbeiten. Das bekannteste Wiki ist das Onlinelexikon Wikipedia, welches für jedermann mit Internetzugang kostenlos abrufbar ist. Auch hier kann jeder Nutzer Veränderungen vornehmen, welche aber vor der finalen Änderung freigegeben werden müssen.[18]

Weblogs

Früher wurden Weblogs ausschließlich als Online-Tagebücher angesehen bis sie sich zu themenspezifischen Communities weiterentwickelt haben. Innerhalb der Weblogs hat jeder Nutzer die Möglichkeit, Beiträge zu verfassen und diese einem definierten Leserkreis zur Verfügung zu stellen. Die Leser haben daraufhin die Mög-lichkeit, Artikel zu kommentieren, wodurch der Blog zu einem gemeinschaftlichen Produkt des Bloggers und weiterer, kommentierenden Usern, wird.[19]

Podcasting

Unter Podcasting versteht man das Veröffentlichen und Bereitstellen sowohl von Au­dio- als auch Video-Dateien im Internet. Auf diese kann entweder auf der Plattform zugegriffen werden oder nach dem Herunterladen vom jeweiligen Abspielgerät auch ohne Internetverbindung.[20]

Das Podcasting darf dabei nicht mit dem Broadcasting verwechselt werden. Als Un­terschied zum Broadcasting handelt es sich beim Podcasting nicht um Liveübertra­gungen.[21]

Tagging

Als Tagging wird das Zuordnen eines Schlagwortes zu einem bestimmten Artikel in­nerhalb einzelner Onlineplattforen bezeichnet.[22] Die ausgezeichneten Artikel werden dadurch weiter spezifiziert und kategorisiert.[23] Mit den angegebenen Schlagworten, 'Keywords', lassen sich zu bestimmten Themeninhalten leichter gewünschte Infor­mationen finden. Diese Möglichkeit der Themenfiltrierung wird überwiegend bei Twit­ter erfolgreich eingesetzt. Kurze Beiträge bis zu 140 Zeichen werden jeweils vor der Veröffentlichung mit einem Schlüsselwort versehen.[24] Nutzer können daraufhin be­stimmte Themeninhalte abonnieren und erhalten automatisch die neusten Informati­onen zu den eigenen Interessengebieten.

Media Sharing

Als Media Sharing wird sowohl das Bereitstellen als auch die Verteilung von Medien online auf einer Internetplattform bezeichnet. Die Nutzer melden sich dabei auf der Internetplattform an und erhalten einen eigenen Account. Über diesen Account erhält der Nutzer die Möglichkeit, sämtliche Medien auf die Plattform hochzuladen.[25] Da­nach kann er individuell bestimmen, welchen Mitgliedern der Plattform er ausgewähl- te Medien zugänglich machen will. Der in Deutschland bekannteste Media Sharing Anbieter ist „Dropbox“.[26] Diese Plattform wird am häufigsten verwendet um Videos, Bilder und Musikdateien kabellos und bequem an eine größere Zielgruppe zu vertei­len.

2.1.2 Begriffsdefinition

Der Begriff „soziale Netzwerke“, auf Englisch „Social Networks“ setzt sich aus den Bestandteilen „sozial“ und „Netzwerke“ zusammen. „Sozial“ lässt sich in diesem Zu­sammenhang mit dem Begriff „gemeinschaftlich“ gleichsetzten, während ein „Netz­werk“ etwas „verbindendes“ ist.[27] [28] Einfach ausgedrückt ist ein soziales Netzwerk ein no

Beziehungsgeflecht vieler Personen, welche miteinander kommunizieren.20 Soziale Netzwerke umgeben jeden einzelnen Menschen auf der Welt und das unab­hängig davon ob er es will oder nicht. Von der Geburt an sind Menschen mit anderen gemeinschaftlich verbunden, sodass das erste soziale Netzwerk meist die eigene Familie ist. Dieses Netzwerk baut sich im Laufe des Lebens weiter durch neue Kon­takte aus dem Kindergarten, der Schule, dem Berufsleben oder der Freizeitaktivitä­ten aus.[29] Im folgenden Schaubild ist dieser Netzwerkausbau grafisch dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[30]

Abbildung 2 Netzwerkerweiterungen durch unterschiedliche Bereiche30

Innerhalb dieses Systems werden sowohl wichtige Erfahrungen, Gedanken und ak­tuelle Geschehnisse durch direkte Face-to-Face Kommunikation ausgetauscht.

Durch die Entwicklung des Web 2.0 ist es zusätzlich auch möglich sich leicht und bequem über das Internet mit anderen zu vernetzen und neue Beziehungen aufzu­bauen.[31] Daher steht der Begriff „soziale Netzwerke" im Kontext des WWW für eine soziale Gemeinschaft von Menschen, welche sich auf einer bestimmten Internetseite treffen. Auf diesen Internetseiten hat jeder Nutzer ein eigenes Profil, auf das er sich mit seinen Zugangsdaten (Benutzername und Passwort) einloggen kann.[32] Stan­dardmäßig stehen ihm dort die Optionen, sein eigenes Profil mit Texten, Bildern und Videos zu gestalten, zur Verfügung. Da das Profil dauerhaft im Netz steht, sind viele Benutzer bei der eigenen Profilgestaltung und Aktualisierung sehr engagiert und in­szenieren ihre Selbstdarstellung bis ins kleinste Detail.[33] An befreundete Mitglieder können Nachrichten versendet oder Statusmeldungen, welche alle befreundeten Personen sehen können, abgesetzt werden. Diese können von anderen Usern wie­derum gelesen und kommentiert werden.[34] Eine „Social Network Plattform" besteht somit aus losen Verbindungen zwischen den Usern, welche sich auf der Plattform gegenseitig mit Informationen versorgen und die Plattform dadurch selbst erhalten.

Innerhalb dieser Studienarbeit werden in den folgenden Kapiteln ausschließlich So­ziale Netzwerke im Kontext des WWW betrachtet.

2.2 Vorstellung einiger sozialer Netzwerke

2.2.1 Unterteilung in die verschiedenen sozialen Netzwerktypen

Soziale Netzwerkplattformen lassen sich auf Grund ihres jeweiligen Aufbaus und Zielorientierung in unterschiedliche Arten von Netzwerkplattformen eingliedern. Grundsätzlich lassen sich diese in Interessenplattformen und klassische Netzwerke unterteilen.[35]

Die klassischen Webseiten sozialer Netzwerke sind für jeden Internetbenutzer zu­gänglich und haben keinen Fokus bezüglich Themeninhalte definiert. Dadurch kön­nen sowohl wertvolle, als auch nutzlose Beiträge von den Mitgliedern veröffentlicht werden. Auf Grund der unterschiedlichen Nutzerinteressen ist das Themenspektrum der Diskussionsbeiträge in diesen Netzwerken enorm hoch. Dies führt zu einer In­formationsflut von Beiträgen unterschiedlichster Themeninhalte, welche die ange­sprochenen Themen meist jedoch nicht tiefgründig behandeln. Klassische Beispiele für traditionelle Netzwerke sind Facebook, Google+ und Twitter.

Interessenplattformen beschäftigen sich, wie der Name schon vermuten lässt, mit spezifischen Themeninhalten, welche von der Networkplattform definiert werden.[36] Auf diesen Plattformen begegnen sich Nutzer gleicher Interessengebiete um neuste Erkenntnisse innerhalb des Themengebiets auszutauschen, Hilfestellungen und Tipps zu geben oder gemeinsam eine Problemlösung zu finden[37]. Innerhalb dieser Plattformen wird durch das Interesse jedes einzelnen Users ein gewisses Grundver­ständnis der Thematik betreffend vorausgesetzt. Dadurch finden sich in diesen Dis­kussionsplattformen eine Vielzahl von Experten wieder, welche für diskutierte Prob­lemlösungen tiefgründige Erklärungen liefern können. Der Grad der Wissensgenerie­rung und Weitergabe ist auf diesen Seiten enorm hoch, weshalb diese Gemeinschaf­ten in der Fachliteratur auch als „Knowledge Communities" bezeichnet werden.[38] Den größten Bereich innerhalb der Interessencommunities nehmen sogenannte Fo­ren ein. Innerhalb dieser legen die Nutzer wenig Wert auf Ihre eigene Profilgestal­tung, welche von der Plattform zudem nur wenig Gestaltungsraum zulässt. Das Themenportfolio im Bereich der Foren reicht dabei von „Kleintierzüchtern" über „Ku­chendekoration" bis hin zum „HO-Modellbahnforum".[39] Stand 11. Mai 2013 zählten zu den beliebtesten Foren „Motor-talk" (Auto; 1,97 Mio. Mitglieder), „Giga" (PC und Ga­mes; 1,12 Mio. Mitglieder) und „Gulli:board" (IT und Internetthemen; 1,01 Mio. Mit­glieder).[40]

Die Möglichkeit soziale Netzwerke im Internet aufbauen zu können hat nach den An­fängen im privaten jetzt auch im geschäftlichen Bereich deutlich zugenommen.[41] Ei­ne weitere Differenzierung der einzelnen sozialen Netzwerke kann daher innerhalb des Kommunikationsumfeldes zwischen privat und beruflich gemacht werden. In der folgenden Grafik ist die vollständige Untergliederung der sozialen Netzwerke grafisch aufbereitet.

Soziale Netzwerke

Interessengruppen

Privat I Beruflich I Privat I Beruflich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Untergliederung der sozialen Netzwerke

Für den geschäftlichen Bereich sind soziale Netzwerke sowohl Bestandteil von inter­ner als auch externer Kommunikation geworden.[42] Die geschäftlich genutzten klassi­schen Netzwerke wie Xing und LinkedIn sind dabei hauptsächlich auf die externe Kommunikation ausgelegt. Unternehmen nutzen diese Plattformen gerne um qualifi­ziertes Personal für ihre freien Arbeitsstellen zu finden und diese dort auf direktem Weg zu kontaktieren.

Die interne Kommunikation findet sich hauptsächlich im beruflichen Bereich der Inte­ressengruppen wieder. Vertreten sind dabei hauptsächlich unternehmensinterne o­der branchenspezifische Netzwerke. In diesen 'geschlossenen Netzwerken' werden Unternehmensintern wichtige Erkenntnisse ausgetauscht oder Problemlösungen dis­kutiert. Zudem können branchenspezifisch Spezialisten mehrerer Unternehmen Alli­anzen bilden um gemeinsam eine Lösung für ein Problem, welches alle beteiligten Unternehmen betrifft, erarbeiten.

Im Privaten Bereich werden die klassischen Netzwerke hauptsächlich zum Updaten der Freunde über neue Erlebnisse, Erfahrungen und weiteren Vorhaben genutzt. Die bei der Vielzahl an vorhandenen sozialen Netzwerken in Deutschland bekanntesten sind Facebook mit ca. 321,39 Millionen und Twitter mit ca. 882 Tausend Besuchern pro Tag.[43]

Innerhalb der Interessengruppen für Privatnutzer sind keine Grenzen in der Speziali­sierung gesetzt, sodass es alleine für das Themenfeld der Onlinevideospiele eine Vielzahl von Interessengruppen gibt. Eine bekannte Gamescommunity hierzu ist „hi5“, auf der die User hauptsächlich über die neusten Spiele diskutieren aber auch durch gemeinsame Onlinespielerlebnisse auf der Plattform neue Kontakte knüpfen.

In der folgenden Tabelle ist die Einteilung der bekanntesten Netzwerke zur Übersicht dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Netzwerkeingliederung [44] [45]

Im Eingliederungsschema wurden die Netzwerke nach Ihrem primären Nutzenfokus eingestuft. Es lässt sich jedoch nicht ausschließen, dass die einzelnen Netzwerke sekundär auch in anderen Bereichen zutreffend sind. Als Beispiel hierfür kann das soziale Netzwerk mit der größten Anzahl an Nutzern, Facebook, herangenommen werden. Primär ist diese Plattform als klassisches Netzwerk im privaten Bereich auf­gebaut. Über die letzten Jahre hinweg haben jedoch immer mehr Unternehmen Ver­besserungspotentiale, durch das Vertreten sein auf dieser Plattform, erkannt.[46] In­nerhalb von zwei Jahren von Juni 2009 bis 2011 ist die Anzahl an Unternehmenspro­filen auf Facebook um 60% gestiegen.[47] Es gibt kaum mehr klassische Netzwerke, welche nur im privaten Bereich Anwendung finden. Grund dafür ist das immer mehr Unternehmen ihre Potentiale in den Bereichen Bekanntheitsgrad und Kundenkontakt ausschöpfen möchten. Der primäre Fokus ist jedoch innerhalb dieser Netzwerke im­mer auf die private Kommunikation gerichtet, während die User sekundär auch mit Unternehmen in Berührung kommen.

In dieser Ausarbeitung wird der Fokus der Untersuchung auf die klassischen sozialen Netzwerke sowohl im privaten als auch geschäftlichen Bereich gelegt. Die Sparte der Interessengruppen soll dabei nur für Vergleiche und sekundäre Nutzenarten tangiert werden. Innerhalb der Ausarbeitung werden im Folgenden solange nicht explizit er-

[...]


[1] Vgl. Bullhost

[2] Vgl. Walsh, G. , Hass B. , Kilian T. (2011) S.87

[3] Deutsche Employer Branding Akademie

[4] Vgl. Gründerlexikon 2.0

[5] Vgl. Bremer Sprachblog

[6] Vgl. Twitter C

[7] Vgl. Social Bench

0 Vgl. Findmind B

[9] Vgl. Juraforum

[10] Vgl. Gründeszene A

[11] Vgl. Klaffke M. (2011) S.58

[12] Vgl. O’Reilly Verlag

[13] Vgl. Klaffke M. (2011) S.58

[14] Vgl. Digital rights

[15] Vgl. Walsh G. , Hass B. , Kilian T. (2011) S.88

[16] Vgl. CuteRank

[17] Vgl. TheFreeDictionary

[18] Vgl. TechTarget

[19] Vgl. Walsh G. , Hass B. , Kilian T. (2011) S.10

[20] Vgl. ITWissen A

[21] Vgl. About technology

[22] Vgl. About technology

[23] Vgl. Onlinemarketing Praxis

[24] Vgl. Gründerszene B

[25] Vgl. Mediashare

[26] Vgl. Dropbox

[27] Vgl. Internet-abc

20 Vgl. Uni Hamburg

[29] Vgl. IT-Runde

[30] Vgl. IT-Runde

[31] Vgl. Eworx

[32] Vgl. Dictionary.com

[33] Vgl. ITWissen B

[34] Vgl. Klaffke M. (2011) S. 58

[35] Vgl. Social Networking

[36] Vgl. Social Networking

[37] Vgl. Digital rights

[38] Vgl. Gartner

[39] Vgl. HomepageModules

[40] Vgl. Trendspektor

[41] Vgl. Springest

[42] Vgl. Springest

[43] Vgl. Statista A

[44] Vgl. MünchnerMedien

[45] Vgl. Trendspektor

[46] Vgl. BITKOM

[47] Vgl. Bjoerntantau - Magazin Für Online Marketing

Details

Seiten
69
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656907756
ISBN (Buch)
9783656907763
Dateigröße
10.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v293317
Institution / Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, Horb, früher Berufsakademie Stuttgart; Horb
Note
Schlagworte
soziale Netzwerke Twitter Xing Facebook linkedin Automobilbau Unternehmensnutzen soziale Medien Employer Branding Netzwerk

Autor

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