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Der 6. Syrische Krieg. Seine Folgen für das Machtgefüge im östlichen Mittelmeerraum

Seminararbeit 2014 29 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der 6. Syrische Krieg (170/169 v. Chr. – 168 v. Chr.)
2.1 Die Vorgeschichte und Ausbruch des Krieges
2.2 Der erste ägyptische Feldzug des Antiochos IV. Epiphanes
2.3 Der zweite ägyptische Feldzug des Antiochos IV. Epiphanes

3. Die politischen Folgen des Tages von Eleusis
3.1 Die politischen Folgen von Eleusis für das ptolemäische Regiment und das Ptolemäerreich
3.2 Die politischen Folgen von Eleusis für Antiochos IV. Epiphanes und das Seleukidenreich

4. Fazit

Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Innerhalb einer Zeitspanne von etwas mehr als einhundert Jahren im zweiten und dritten vorchristlichen Jahrhundert haben das ptolemäische Ägypten und das Seleukidenreich eine Reihe von Kriegen ausgefochten, die in der modernen Forschungsliteratur1 als Syrische Kriege bezeichnet werden. Der sechste und letzte Syrische Krieg, der in den Jahren 170/169 v. Chr. bis 168 v. Chr. stattfand, wurde zwischen einem wechselnden ptolemäischen Regiment und dem Seleukidenkönig Antiochos IV. ausgetragen.2 Die kriegerische Auseinandersetzung wurde von den Ptolemäern mit dem Ziel provoziert, das ehemals ägyptische strategisch bedeutsame Koilesyrien, das im 5. Syrischen Krieg (202 v. Chr. – 195 v. Chr.) an die Seleukiden abgetreten werden musste, zurückzuerobern.3

Ähnlich wie beim 5. Syrischen Krieg, wurde der 6. Syrische Krieg von dem 3. Makedonischen Krieg, einer erneuten militärischen Auseinandersetzung zwischen Rom und Makedonien unter König Perseus, begleitet.4 Obwohl der römische Staat einen eigenen Krieg ausgefochten hat, war dieser im letzten Syrischen Krieg konstant involviert. Durch Gesandtschaften versuchten die beiden hellenistischen Kriegsparteien die Gunst Roms und dessen Unterstützung für sich zu gewinnen. Geleitet von einer machiavellistisch eingestellten Außenpolitik hat der römische Senat keine eindeutige Partei in dem ägyptisch-syrischen Konflikt ergriffen. Jede Konfrontation zwischen hellenistischen Großreichen, in denen diese ihre Kräfte aufrieben und sich gegenseitig schwächten, war Rom höchst gelegen, besonders zum Zeitpunkt der makedonischen Bedrohung.

Der durch zahlreiche antike Autoren5 berühmt gewordene „Tag von Eleusis“ markierte das Ende des 6. Syrischen Krieges;6 überhaupt erst möglich geworden durch den römischen Sieg über Perseus bei Pydna. Durch den Sieg über Makedonien hat sich Rom endgültig als die dominierende Macht im östlichen Mittelmeerraum durchgesetzt, während die beiden hellenistischen Mächte Ägypten und das Seleukidenreich durch Eleusis in eine noch stärkere Abhängigkeit und Fügsamkeit gegenüber Rom gerieten.

Die vorliegende Arbeit ist so gegliedert, dass zunächst auf die Vorgeschichte und den Ausbruch des 6. Syrischen Krieges eingegangen werden soll, wobei hier der ptolemäische Staat im Vordergrund stehen wird. Danach sollen die beiden ägyptischen Feldzüge des Antiochos IV. Epiphanes geschildert werden. Anschließend soll die Frage nach unmittelbaren politischen Folgen von Eleusis für das ptolemäische Regiment und das Ptolemäerreich im Ganzen, aber auch für Antiochos IV. und das Seleukidenreich geklärt werden. In diesem Zusammenhang soll betrachtet werden, inwieweit der 6. Syrische Krieg für neue Machtverhältnisse im östlichen Mittelmeerraum gesorgt hatte.

2. Der 6. Syrische Krieg (170/169 v. Chr. – 168 v. Chr.)

2.1 Die Vorgeschichte und Ausbruch des Krieges

Nach dem Tod des Ptolemaios V. Epiphanes im Jahr 180 v. Chr. konnte sich seine Gemahlin Kleopatra I. als Vormund ihres gemeinsamen Sohnes und des zukünftigen Königs Ptolemaios VI. durchsetzen.7 Damit wurde sie offiziell als Regentin des ptolemäischen Staates anerkannt. Dies bezeugen Papyri aus den siebziger Jahren des 2. Jhd., in denen Kleopatra I. als „theá Epiphanes“ vor ihrem Sohn Ptolemaios VI. genannt wird.8 Die von Ptolemaios V. eingeleiteten Kriegsvorbereitungen gegen das Seleukidenreich um die Rückeroberung von Koilesyrien, das im Verlauf des 5. Syrischen Krieges von Antiochos III. erobert worden ist, wurden umgehend eingestellt.9 Die Seleukiden-freundliche Politik des ptolemäischen Hofes währte nicht lange, denn Kleopatra I. verstarb bereits im Frühjahr 176 v. Chr.,10 was einen dramatischen und für das Ptolemäerreich verhängnisvollen Umschwung in der Syrienpolitik mit sich brachte.

Nach dem Tod der Kleopatra I. übernahmen die beiden Orientalen und ehemalige Sklaven Eulaios und Lenaios die Vormundschaft über den immer noch unmündigen Ptolemaios VI.11 Ihre eigene Position, die staatsrechtlich gesehen mehr als fragwürdig war, versuchten die beiden Reichsverweser durch die Aufnahme des jungen Königs in den dynastischen Königskult als „théos Philométor“ (Gott Mutter-Liebender) im Jahr 175 v. Chr. aufzuwerten.12 Bald darauf wurde Ptolemaios VI. mit seiner Schwester Kleopatra II. verheiratet.13 Die beiden Vormünder nahmen bereits zu Beginn ihrer Regierung die außenpolitischen Pläne von Ptolemaios V. zur Rückeroberung von Koilesyrien wieder auf.14

Die erneut Seleukiden-feindliche Einstellung des ptolemäischen Staates ist Antiochos IV. Epiphanes, dem Bruder von Seleukos IV. und Kleopatra I. und seit Herbst 175 v. Chr. Herrscher über das Seleukidenreich, nicht entgangen.15 Es wurde umgehend mit den nötigen Sicherheitsmaßnahmen begonnen, etwa der Verlegung von Truppen an die syrisch-palästinensische Grenze. Aber nicht nur militärische Maßnahmen wurden getroffen, sondern auch die Mittel der Diplomatie ausgeschöpft.16 So erfahren wir durch Livius (XLII 6, 6ff), dass zu Beginn des Jahres 173 v. Chr. eine Gesandtschaft unter Apollonios, der das seleukidische Reich bereits bei den Feierlichkeiten in Alexandria vertreten hatte, nach Rom entsendet, um die Erneuerung der bestehenden societas et amicitia zu erreichen, und sich damit für eine bevorstehende militärische Auseinandersetzung mit dem Ptolemäerreich diplomatisch abzusichern.17

Wegen des bevorstehenden militärischen Konfliktes mit Makedonien18 hatte Rom seinerseits im Jahr 173/172 v. Chr. damit begonnen Gesandtschaften in den Osten zu entsenden, um die Lage in Makedonien und Griechenland einzuschätzen und die Stimmung in Pergamon, Syrien und Ägypten zu beurteilen.19 Mit Alexandria wurde der bestehende Freundschaftsvertrag erneuert und die römischen Gesandten erhielten von der ptolemäischen Regierung die Zusicherung jeglicher Unterstützung in der bevorstehenden Auseinandersetzung mit Perseus. Bei ihrem Aufenthalt in Alexandria sind den Römern indes die Vorbereitungen zum Krieg des ptolemäischen Hofes gegen das Seleukidenreich nicht entgangen.20 Der König von Pergamon Eumenes II. und Antiochos IV. bekundeten ebenfalls ihre unterstützende Einstellung gegenüber Rom.21 Indem Rom sowohl mit den Seleukiden als auch mit den Ptolemäern den Freundschaftsvertrag erneuerte, hatten sich die Römer damit unwillig erklärt sich für einen der beiden hellenistischen Staaten festzulegen. Zum einen durfte dem Senat nicht daran gelegen haben durch eine klare Position das Ptolemäerreich und insbesondere das Seleukidenreich zu verstimmen und dadurch möglicherweise in ein Bündnis mit dem Feind Perseus zu treiben. Zum anderen gab die bevorstehende Auseinandersetzung der beiden hellenistischen Mächte, Rom die Möglichkeit sich als Schiedsrichter anzubieten und für Rom günstige Entscheidungen zu treffen.22

Die Kriegserklärung scheint von dem Ptolemäerreich erfolgt zu sein. Die beiden Reichsverweser Eulaios und Lenaios hatten der alexandrinischen Volksversammlung eine rasche Gewinnung des Krieges gegen Antiochos IV. versprochen23 und ihnen dabei vorgegaukelt, dass sie „sich nicht nur ganz Syriens bemächtigen [würden], sondern des ganzen Antiochosreiches“.24 Dabei hoffte der ptolemäische Staat auf die Unterstützung der Juden in dem syrisch-palästinensischen Grenzgebiet zählen zu können.25 Warum die ptolemäische Regierung den geplanten Krieg gegen das Seleukidenreich so lange hinausgeschoben hatte, ist vermutlich auf die Unsicherheit, wie Rom sich in dieser Auseinandersetzung der beiden hellenistischen Staaten verhalten würde, zurückzuführen. Erst als den Ptolemäern klar wurde, dass Roms Kräfte im Krieg mit Perseus vollständig gebündelt waren, aber auch nach den militärischen Niederlagen der Römer zu Beginn des 3. Makedonischen Krieges26, haben sich die beiden Reichsverweser dazu ermutigt gefühlt den lang ersehnten Krieg gegen Antiochos IV. zu eröffnen. Man war sowohl am ptolemäischen als auch am seleukidischen Hof fälschlicherweise zu der Überzeugung gelangt, dass Rom selbst bei großen militärischen Erfolgen der einen oder anderen Seite, diesen nicht entgegentreten und sich stattdessen mit diesen Erfolgen abfinden würde.27

Im Herbst 170 v. Chr. kam es zu einer, in der hellenistischen Welt bisher noch nie dagewesenen, staatsrechtlichen Änderung, und zwar zur Einbeziehung des Ptolemaios VIII., des jüngeren Bruders des Ptolemaios VI., in die Herrschaft. Damit stand in der Folgezeit eine gemeinsame Regierung der drei ptolemäischen Geschwister, nämlich Ptolemaios VI., seiner Schwestergemahlin Kleopatra II. und Ptolemaios VIII, an der Spitze des ptolemäischen Staates28, zunächst gewiss noch unter Vormundschaft von Eulaios und Lenaios. Im Winter 170/169 v. Chr. fand die anakletéria, das Fest zur Mündigkeitserklärung des Ptolemaios VI., statt.29 Durch die Mündigkeitserklärung des Ptolemaios VI. kurz vor dem bevorstehenden Syrienfeldzug haben die beiden Reichsverweser vielleicht gehofft, bei eventuellem militärischem Versagen die Schuld auf den „veritablen“ König abschieben zu können.30

Vor der Aufnahme der ersten militärischen Kampfhandlungen entsendeten sowohl die ptolemäische als auch die seleukidische Regierung im Winter 170/169 v. Chr. Gesandte nach Rom, um die Stimmung der Römer zu beurteilen.31 Die seleukidischen Vertreter beschwerten sich beim Senat, dass „Ptolemaios den Krieg zu Unrecht beginnen wolle“32 und argumentierten, dass Koilesyrien seit der Eroberung durch Antiochos III. im 5. Syrischen Krieg rechtmäßig dem Selekidenreich gehöre. Die ptolemäische Gesandtschaft sollte in erster Linie den Vertretern des Antiochos IV. entgegenwirken33, indem diese dem Senat vortrug, „daß Antiochos wider alles Recht über Koilesyrien herrsche, das von den Vorfahren her doch ihm [Ptolemaios VI., Anm. d. Verf.] selbst zustehe“.34

Der Senat gab beiden um die Gunst Roms buhlenden Parteien beruhigende Antworten und hatte wieder bewusst vermieden in dem bevorstehenden syrisch-ägyptischen Konflikt eine klare Position einzunehmen. Rom wollte wiedermal bei keinem der beiden hellenistischen Mächten schwere Verstimmungen erzeugen, die eventuell dazu beigetragen hätten, dass sich eine der beiden Streitparteien in eine Koalition mit Perseus begeben würde, und das zu dem Zeitpunkt, als der Krieg gegen Makedonien noch lange nicht entschieden war.35 Die protestierende seleukidische Delegation hatte der Senat mit der Erklärung abgespeist, dass der sich im Osten befindende Konsul Q. Marcius Philippus wegen des drohenden Krieges mit der ptolemäischen Regierung Verhandlungen aufnehmen36 und „wie es ihm nach bestem Wissen am richtigsten schiene“37 entscheiden werde. In dieser hinhaltenden Haltung Roms dürften sowohl die ptolemäische Regierung als auch Antiochos IV. für ihre Kriegspläne ermutigt worden sein.38

2.2 Der erste ägyptische Feldzug des Antiochos IV. Epiphanes

Während die ptolemäischen und seleukidischen Gesandten mit dem römischen Senat verhandelten, galt der 6. Syrische Krieg als de facto ausgebrochen.39 Etwa im Februar des Jahres 169 v. Chr. war die Mobilmachung des ptolemäischen Heeres abgeschlossen und dieses machte sich auf, um in Koilesyrien einzumarschieren. Die Führung des Syrienfeldzuges übernahmen die beiden Reichsverweser Eulaios und Lenaios40, die „völlig unkundig der Kriegführung und der Kämpfe“41 waren.

Antiochos IV. war auf den Krieg mit dem Ptolemäerreich bestens vorbereitet. Der Seleukide konnte den ptolemäischen Truppen nicht nur ein großes und gut ausgerüstetes Landheer von etwa 50 000 Mann entgegenstellen, sondern sogar mit Kriegselefanten und einer Flotte in den Kampf eingreifen.42 Antiochos IV. hatte nicht die Absicht die Ptolemäer bis an die Grenze von Koilesyrien vorstoßen zu lassen, um dann erst an der Grenze dem ptolemäischen Invasionsheer entgegenzutreten. Vielmehr übernahm er selbst die Initiative und rückte mit seinem Heer im Eiltempo nach Ägypten vor.43

Bereits vor dem Aufeinandertreffen der beiden Armeen scheint Eulaios dem Ptolemaios VI. geraten zu haben die Hauptstadt Alexandria zu verlassen und sich nach Samothrake zu begeben,44 weil er womöglich befürchtete, dass Antiochos IV. nach einem eventuellen Sieg über die ptolemäische Armee sich Ptolemaios VI. „bemächtigen“ könnte, zum Beispiel in der Rolle eines „treusorgenden“ Onkels.45 Als Vormund der ptolemäischen Geschwister hätte der Seleukide dann leichter die Macht in Ägypten an sich reißen können.

Zwischen dem Berg Kasion und der ägyptischen Grenzfestung Pelusion trafen die beiden Heere aufeinander. Die ägyptische Armee wurde in der Schlacht bei Pelusion von den Seleukiden vernichtend geschlagen.46 Antiochos IV. behandelte die geschlagenen Ptolemäer sehr schonend und war sogar dazu bereit einen kurzen Waffenstillstand zu vereinbaren; dieser wurde von den Seleukiden strikt eingehalten.47 Nach dem Ablauf des Waffenstillstandes bemächtigte sich Antiochos IV. der Grenzfestung Pelusion. Diese wurde ihm kampflos von der ptolemäischen Garnison übergeben, da sie aufgrund der von Antiochos IV. gezeigten Milde, Vertrauen zu ihm zu haben schienen.48

Eulaios und Lenaios hatten sich indes mit den restlichen ptolemäischen Truppen nach Alexandria zurückgezogen. Nach dem desaströsen militärischen Versagen der beiden Reichsverweser wurden diese entmachtet49 und durch die erfahrenen Offiziere Komanos und Kineas als Leiter des ptolemäischen Staates ersetzt.50 Diese beorderten sogleich Ptolemaios VI. nach Alexandria zurück51 und beriefen die Sitzung des Staatsrates, den synedrion, ein. In dem Staatsrat hatte man beschlossen einen diplomatischen Weg einzuschlagen und eine Delegation bestehend aus Vertretern verschiedener griechischer Staaten52, die sich gerade in Alexandria aufhielten, zu Antiochos IV. zu schicken, um mit ihm Friedensverhandlungen aufzunehmen.53

Der seleukidische Herrscher war in der Zwischenzeit nicht untätig geblieben. Nach seinem Erfolg bei Pelusion hatte Antiochos IV. rasch einen großen Teil Unterägyptens besetzt.54 Durch großzügige Geschenke versuchte der Seleukide das Wohlwollen der Bevölkerung für sich zu gewinnen.55

Die Gesandtschaft aus Alexandria empfing er in der Nähe von Naukratis.56 Die griechisch-ptolemäische Delegation hatte den Auftrag einen für das Ptolemäerreich erträglichen Friedensvertrag auszuhandeln, indem man die aggressive Politik Ägyptens gegenüber dem Seleukidenreich und vor allem die Schuld an dem Krieg den beiden entmachteten Reichsverwesern Eulaios und Lenaios zuschob.57 Sie appellierten zudem an die nahe Verwandtschaft der beiden hellenistischen Königshäuser und hoben hervor, dass Ptolemaios VI. wegen seiner Jugend an dem ganzen Debakel keine Schuld trage.58 Gegenüber den griechisch-ptolemäischen Gesandten hatte Antiochos IV. klar gestellt, dass der ägyptische Angriffskrieg gegen das Seleukidenreich zwecks der Rückeroberung Koilesyriens illegitim sei, indem er wieder einmal auf die Eroberung der Provinz durch seinen Vater Antiochos III. im 5. Syrischen Krieg verwies.59 Schließlich teilte der Seleukide der alexandrinischen Delegation mit, dass er seinerseits eine Gesandtschaft nach Alexandria entsendet habe und eine endgültige Entscheidung erst treffen könne, wenn seine Gesandtschaft aus Alexandria zurückkehrt.60 In der Zwischenzeit rückte er mit seinen Truppen gegen Alexandria vor, um vor der wohl anstehenden Schlussverhandlung mit den Ptolemäern, Druck auszuüben.61

Die seleukidische Gesandtschaft hatte in Alexandria eine persönliche Zusammenkunft zwischen Antiochos IV. und Ptolemaios VI. ausgehandelt. Der junge ptolemäische König begab sich alsbald in das Lager seines Onkels62, in dem die beiden Könige einen Vertrag abschlossen, deren Inhalt allerdings nicht überliefert ist.63 Da sich der seleukidische Herrscher von nun an als „Protektor“ seines Neffen,64 dessen Vollmündigkeit er ja nicht anerkannte, präsentierte, ist es nicht abwegig anzunehmen, dass in dem Vertrag dem Antiochos IV. Vormundschaftsrechte über Ptolemaios VI. zugestanden worden sind, in der Hoffnung, dass durch das Alter des Ptolemaios VI. dieser Umstand nicht lange währen und Ägypten dafür den erwünschten Frieden bringen würde.65

Nach dem Abschluss des Vertrages mit Ptolemaios VI. soll sich Antiochos IV. nach Memphis begeben haben, wo er sich nach ägyptischem Ritus durch den Hohepriester des Ptah zum König von Ober- und Unterägypten krönen ließ.66 In der Hauptstadt Alexandria weigerte man sich indes den Vertrag anzuerkennen, den Ptolemaios VI. mit seinem Onkel geschlossen hatte;67 durch die Inthronisierung des Antiochos IV. in ihrer ablehnenden Haltung vermutlich zusätzlich noch bestärkt. Die Alexandriner lösten das Dreierregiment der ptolemäischen Geschwister auf und riefen Ptolemaios VIII. zum König von Ägypten aus.68 Diese trotzende Haltung gab Antiochos IV. den Anlass gegen die Hauptstadt vorzustoßen, mit der Begründung seinen Schützling Ptolemaios VI. gegen eine illegitime Machtergreifung durch den jüngeren Ptolemaios schützen zu müssen.69

Antiochos IV. erkannte schnell, dass er die gut gesicherte Hauptstadt des Ptolemäerreiches nicht so schnell einnehmen werden können. Aus diesem Grund haben die seleukidischen Truppen damit begonnen, Alexandria vom Lande abzuschneiden. Die Sicherung der chora 70 würde die Bewohner der Stadt schnell zur Aufgabe zwingen, da die Hauptstadt in seiner Versorgung mit Lebensmitteln stark auf die Lieferungen aus dem ländlichen Ägypten angewiesen war,71 so die Überlegung des Seleukidenherrschers. Jedoch verfügte Alexandria schon in der ptolemäischen Zeit über riesige Speicheranlagen innerhalb der Stadt, so dass eine akute Versorgungslage mit Lebensmitteln nicht so schnell einzutreten drohte.72

Im Sommer 169 v. Chr. schickte Alexandria eine Gesandtschaft nach Rom, um sich über das Vorgehen Antiochos IV. zu beschweren und den Senat zu einem Eingreifen im syrisch-ägyptischen Konflikt zu bewegen. Die Darstellung der kläglichen Lage der Hauptstadt und die flehentliche Bitte der ptolemäischen Gesandtschaft, Rom möge doch intervenieren, führten tatsächlich zum gewissen Erfolg.73 Der Senat entschloss sich eine römische Gesandtschaft unter der Leitung eines T. Numisius zu entsenden, um in dem Konflikt zwischen Ägypten und Syrien zu vermitteln. Diese Vermittlungsaktion erzielte jedoch, zumindest aus der alexandrinischen Sicht, keinen Erfolg.74 Aus der römischen Sicht dürfte das Scheitern der Friedensgespräche eher von Vorteil gewesen sein, denn die Gefahr, die von Perseus für Rom ausging war noch nicht beseitigt und damit schien der anhaltende Kriegszustand zwischen den beiden hellenistischen Mächten als wünschenswert.75

Die Einnahme der ägyptischen Hauptstadt ist dem seleukidischen König letztendlich nicht gelungen. Zum einen war die Verteidigung Alexandrias bestens organisiert, so dass ein großer Sturmversuch der seleukidischen Truppen abgewehrt werden konnte76, zum anderen musste sich langsam die Überschwemmung im Nildelta bemerkbar gemacht haben, so dass alle militärischen Operationen deutlich erschwert wurden.77

Im Herbst 169 v. Chr. musste der seleukidische Herrscher die Belagerung Alexandrias aufgeben und nach Syrien zurückkehren. In der unruhigen Provinz Palästina scheint es zu einem Aufstand gekommen zu sein, was eine eilende Rückkehr Antiochos IV. in das seleukidische Reich unabdingbar machte.78 Der vorzeitige Abzug des Seleukiden aus Ägypten bedeutete nicht, dass dieser seine Pläne zur Eroberung des Ptolemäerreiches aufgab. Er ließ Ptolemaios VI. in der alten Hauptstadt Memphis zurück, in dem Glauben, dieser werde den Kampf gegen Alexandria und damit gegen seinen Bruder fortsetzen.79 Eine Auseinandersetzung zwischen der alten und der neuen Hautstadt stellte für Antiochos IV. eine willkommene Möglichkeit dar, seine Pläne zum Gewinn des Ptolemäerreiches trotz seiner Abwesenheit nicht zum Stillstand kommen zu lassen.80 Dafür spricht auch die Tatsache, dass er die strategisch wichtige Grenzfestung Pelusion weiterhin besetzt hielt.81

Ptolemaios VI. setzte den Kampf gegen Alexandria nicht fort. Er und seine Berater haben nach dem Abzug des Antiochos IV. wohl erkannt, dass es seinem Onkel nicht daran lag, ihn, Ptolemaios VI., als König über ganz Ägypten wiederherzustellen, sondern das Land an sich zu reißen. Eine Weiterführung des Kampfes gegen seinen Bruder würde letztendlich nur im Interesse des Seleukidenreiches liegen.82 Damit beschloss man sich von Antiochos IV. zu distanzieren und Verhandlungen mit Alexandria aufzunehmen. Mit der Hauptstadt, die ihrerseits durch die Belagerung Antiochos IV. mürbe gemacht worden war, hatte sich der ältere Ptolemaios schnell geeinigt und kehrte an das alexandrinischen Hof zurück, wo das Dreierregiment der ptolemäischen Geschwister wiederhergestellt wurde, wobei Komanos und Kineas dabei kräftig mitgewirkt haben dürften.83

2.3 Der zweite ägyptische Feldzug des Antiochos IV. Epiphanes

In Alexandria hat keiner ernsthaft daran geglaubt, dass der offene Bruch von Ptolemaios VI. mit seinem Onkel ungestraft bleiben würde bzw. dass die Einigung zwischen den Ptolemäerbrüdern Antiochos IV. davon abbringen wird, seine Pläne zur Eroberung Ägyptens aufzugeben. Mit einer neuerlichen Invasion des Seleukidenreiches hat man fest gerechnet,84 so dass diplomatische Anstrengungen unternommen wurden, um das Ptolemäerreich auf einen neuen Angriff vorzubereiten. Daher wurde im Winter 169/168 v. Chr. eine Gesandtschaft nach Korinthos mit dem Auftrag entsendet, den achäischen Bund um militärische Unterstützung zu bitten.85 In der achäischen Bundesversammlung haben sich jedoch prorömisch orientierte Kreise durchgesetzt, die geglaubt haben, dass eine militärische Unterstützung Ägyptens durch den achäischen Bund, Rom erzürnen würde. Und tatsächlich wurde ein Schreiben des Konsuls Q. Marcius Philippus an die Bundesversammlung überbracht, welches die Achäer höchstens zu einer diplomatischen Vermittlungsaktion autorisierte.86 Dies zeigt erneut, dass Rom an einer Stärkung der Abwehrkraft Ägyptens nicht interessiert war. Vor allem wollten die Römer nicht sehen, dass Ägypten durch gewisses Einwirken fremder Mächte aus eigener Kraft und ohne Unterstützung Roms eine fremde Bedrohung abwehrte. Dies hätte das Selbstbewusstsein der Ptolemäer nur gestärkt und eventuell zu einer Abnahme des römischen Einflusses in Ägypten geführt. Dagegen im Falle einer ernstlichen Bedrohung Ägyptens durch Antiochos IV. und einer entscheidenden Hilfe Roms, wäre der Einfluss auf das Ptolemäerreich größer als jemals zuvor.87 Eindrucksvoll ist auch die Tatsache, welche Macht der römische Staat bereits vor seinem Sieg gegen Perseus bei Pydna (168 v. Chr.) besaß und welchen Einfluss Rom auf die Mächte des östlichen Mittelmeeres ausüben konnte.88

Etwa zur selben Zeit, als ptolemäische Gesandte sich nach Korinthos begeben haben, wurde eine weitere Delegation nach Rom geschickt. Diesmal hat man nicht um eine diplomatische Intervention gebeten, sondern um das „Treueverhältnis der Bündnispartnerschaft“89, oder, in anderen Worten, um eine konkrete militärische Unterstützung. Ein militärisches Eingreifen im syrisch-ägyptischen Konflikt hat der Senat abgelehnt, aber eine Zusicherung gegeben, dass eine Gesandtschaft unter der Leitung von C. Popillius Laenas sich in den Osten begeben würde, um den Gang der Dinge dort zu beobachten und eventuell in den Konflikt vermittelnd einzugreifen, ohne dabei aber einen weiteren Krieg für Rom herbeizuführen.90

Die Übereinkunft der ptolemäischen Brüder und die Wiederaufnahme des gemeinsamen Regiments hat Antiochos IV. als Bruch seines Vertrages mit Ptolemaios VI. angesehen und sah gleichzeitig seine Pläne zu einer möglichst gewaltfreien Übernahme Ägyptens als zerschlagen.91 Da aber Rom der ptolemäischen Gesandtschaft keine militärische Unterstützung gewährte, sondern wieder eine hinhaltende Haltung gegenüber dem syrisch-ägyptischen Konflikt einnahm,92 sah sich der Seleukide in seinem Glauben bestärkt, dass der römische Staat sich der Realisierung seiner ägyptischen Pläne nicht entgegenstellen würde. Antiochos IV. erkannte, dass er jetzt handeln müsse, um das Ptolemäerreich schnell zu überrumpeln, bevor im 3. Makedonischen Krieg die Entscheidung zwischen Rom und Makedonien fiel.93

Nachdem Antiochos IV. im Winter 169/168 v. Chr. die Rebellion in Palästina eliminiert hatte,94 machte er sich Anfang Frühjahr 168 v. Chr. auf, um zum zweiten Mal gegen das Ptolemäerreich zu Felde zu ziehen. Der Bruch des Vertrages durch Ptolemaios VI. diente dem Seleukidenherrscher selbstverständlich als Vorwand, Ägypten zu invadieren.95 Noch bevor seine Landarmee von Koilesyrien nach Ägypten vorstieß, schickte er eine Flotte nach Zypern, um die strategisch wichtige Insel einzunehmen.96 In den Gewässern Zyperns wurde eine ptolemäische Flotte besiegt und die Insel von dem dortigen strategos Ptolemaios Makron den Seleukiden übergeben.97

Nach der Einnahme Zyperns brachen die seleukidischen Truppen Richtung Pelusion auf.98 Noch bevor Antiochos IV. die syrisch-ägyptische Grenze überschritten hatte, erreichte ihn eine ptolemäische Gesandtschaft, die sich im Namen des Ptolemaios VI. bei dem Seleukiden für die Unterstützung der vollständigen Wiedergewinnung seiner Herrschaft bedankte und dabei beiläufig andeutete, dass der Auftrag des Antiochos IV. nun wohl erledigt sei.99 Die Vormundschaft über Ptolemaios VI. hat man dem Seleukidenherrscher dabei weiter zugestanden.100 Dieses Mal hat sich Antiochos IV. auf ein diplomatisches Feilschen gar nicht erst eingelassen, sondern der ptolemäischen Delegation erklärt, er werde sein Ägyptenfeldzug erst aufgeben und seine Flotte bei Zypern abziehen,101 wenn ihm „ganz Zypern und Pelusion samt dem Gebiet an der Nilmündung bei Pelusion überlassen werde“.102 Das knapp befristete Ultimatum103 ließ die ptolemäische Regierung ohne Antwort verstreichen, weil es Ägypten höchstens eine formale Souveränität gelassen hätte.104

Die seleukidischen Truppen überschritten daraufhin die syrisch-ägyptische Grenze und besetzten nahezu kampflos weite Teile Nordägyptens.105 Im Gegensatz zu seinem letzten Feldzug war Antiochos IV. dieses Mal auch zu einem offen gewaltsamen Vorgehen bereit, was etwa durch die Zerstörung eines Ammontempels im Fajjum bezeugt ist.106 „Damals hat er seine Maske abgeworfen; er ist offen als Eroberer aufgetreten.“107 Sein Hauptquartier schlug der Seleukide in der alten Hauptstadt Memphis auf.108 Zunächst war Antiochos IV. anscheinend mit der Sicherung des Landes beschäftigt, denn erst im Juni 168 v. Chr. sind die seleukidischen Truppen gegen Alexandria vorgerückt. Anfang Juli 168 v. Chr. standen seine Truppen in dem alexandrinischen Vorort Eleusis, damit wenige Kilometer von den Mauern der Hauptstadt entfernt.109

Bevor Antiochos IV. mit militärischen Operationen gegen Alexandria beginnen konnte, da traf zu seiner Überraschung Anfang Juli 168 v. Chr. eine römische Delegation unter C. Popillius Laenas in Eleusis ein110 und es spielte sich das als „Tag von Eleusis“ durch zahlreiche antike Autoren bekannte gewordene Aufeinandertreffen zwischen dem Seleukidenkönig Antiochos IV. und dem römischen Gesandten C. Popillius Laenas.111 Als die römische Gesandtschaft sich Antiochos IV. näherte, da begrüßte der Seleukide sie bereits von weitem und streckte seine Rechte Popillius entgegen. Dieser ergriff die Hand des Königs nicht, sondern übergab ihm ein Schreiben, das einen senatus consultum112 enthielt, und forderte Antiochos IV. auf, diesen zu lesen. Als der Syrerkönig den Senatsbeschluss zur Kenntnis genommen hatte, bat er Popillius um Zeit, um sich mit seinen phíloi beraten zu können.113 Daraufhin „erlaubte sich Popillius eine Handlungsweise von ganz offenkundig unüberbietbarer Arroganz“.114 Er zog mit einem Weinrebenstock, den er in der Hand hielt, einen Kreis um Antiochos IV. und ordnete diesem an, sich innerhalb des Kreises zu entscheiden. Der komplett aus der Fassung gebrachte Seleukidenkönig zögerte nur kurz115 und sagte schließlich, „er werde alles tun, was die Römer befahlen“.116 Daraufhin ergriff Popillius die Hand des Seleukiden und begrüßte ihn auf das herzlichste. In seinem Beschluss forderte der Senat von Antiochos IV., „er solle auf der Stelle den Feldzug gegen Ptolemaios abbrechen und den Krieg beenden“.117 Am 30. Juli 168 v. Chr. hat Antiochos IV. das Ptolemäerreich von Pelusion aus über das Meer verlassen.118 Danach fuhr die römische Delegation nach Zypern und befahl den seleukidischen Truppen dort die Insel zu räumen.119 „Diese Gesandtschaft wurde berühmt unter den Völkern, weil zweifellos dem Antiochos Ägypten, das er schon in der Hand hatte, weggenommen und dem Geschlecht des Ptolemaios der Thron seiner Väter zurückgegeben worden war“.120

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1 Hölbl, Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung, Darmstadt 1994; Huß, Werner: Ägypten in hellenistischer Zeit: 332–30 v. Chr., München 2001; Otto, Walter: Zur Geschichte der Zeit des 6. Ptolemaios: ein Beitrag zur Politik und zum Staatsrecht des Hellenismus, in: Abhandlungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 11 (1934); Gruen, Erich S.: The Hellenistic World and the Coming of Rome, Vol. 2, Berkley [u.a.] 1984; Grainger, John D.: The Syrian Wars, Leiden 2010; Errington, Malcolm R.: A History of the Hellenistic World: 323 – 30 BC, Malden, Mass. [u.a.] 2008; Wilkinson, Toby: Aufstieg und Fall des Alten Ägypten: Die Geschichte einer geheimnisvollen Zivilisation vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis Kleopatra, übers. von Enrico Heinemann und Karin Schuler, München 2012.

2 Vgl. Grainger (2010), 291; Hölbl (1994), 129.

3 Vgl. Hölbl (1994), 129; Grainger (2010), 28.

4 Vgl. Gruen (1984), 652.

5 Diodor: Griechische Weltgeschichte, Buch XXI – XL, in: Bibliothek der griechischen Literatur, Bd. 67, hrsg., übers., eingel. und komm. von Gerhard Wirth, Stuttgart 2008; Livius, Titus: Römische Geschichte, Buch XLV, hrsg. von Hans Jürgen Hillen, Darmstadt 2000; Polybius: Geschichte, Bd. 2, eingel. und übertr. von Hans Drexler, Zürich 1979.

6 Vgl. Grainger (2010), 307.

7 Vgl. Hölbl (1994), 128; Grainger (2010), 281; Errington (2008), 258; Frenschkowski, Marco: Ptolemaios VI. Philometor, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. 7, Herzberg 1994, 1036. Ptolemaios VI. war zu diesem Zeitpunkt erst sechs Jahre alt. Vgl. Hölbl (1994), 127.

8 Vgl. Hölbl (1994), 128; Wirth, Gerhard: Ptolemaios VI., in: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE), XXIII, 2 (1959), Sp. 1702-1719. Ihre Anerkennung als Regentin spiegelt sich auch in ihrem eigenen Münzrecht wieder. Vgl. Wirth (1959), 1704.

9 Vgl. Wirth (1959), 1704; Hölbl (1994), 128; Grainger (2010), 281; Huß (2001), 539. Zu diesem Zeitpunkt herrschte Seleukos IV. über das Seleukidenreich, ein Bruder der Kleopatra I. Diese hatte wegen ihrer Blutsverwandtschaft mit dem seleukidischen Thron und allgemein ihrer Seleukiden-freundlichen Einstellung von der alexandrinischen Bevölkerung den Spitznamen „die Syrerin“ erhalten. So dürfte auch ihr Name mit dem Mord an Ptolemaios V. in Verbindung gebracht worden sein, da sie die Pläne für einen Syrienfeldzug Ihres Ehegatten kaum zu unterstützen vermochte. Vgl. Huß (2001), 539; Hölbl (1994), 128. Im II. Makk. 4, 21 ist eine Wandlung der ptolemäischen Syrienpolitik nach Antritt der Regenschaft der Kleopatra I. deutlich belegt.

10 Vgl. Grainger (2010), 282; Hölbl (1994), 128; Errington (2008), 258.

11 Vgl. Hölbl (1994), 129; Huß (2001), 541; Errington (2008), 258; Grainger (2010), 282.Von den beiden scheint der Makedone Eulaios, der als Erzieher des Ptolemaios VI. am Hof fungiert hatte, der Führende gewesen zu sein. Der Syrer Lenaios, der möglicherweise im Gefolge der Kleopatra I. nach Ägypten gekommen war, hatte als Finanzfachmann einen gewissen Ruf am ptolemäischen Hof aufgebaut. Vgl. Huß (2001), 541; Hölbl (1994), 129; Walbank, Frank W.: A historical commentary on Polybios, Vol. 3: Commentary on books XIX – XL, Oxford 1979, 355. Von den antiken Autoren, allen voran Polybios (XXVIII 21; siehe hierzu auch Diod. XXX, 15-17), werden die beiden Reichsverweser mit Verachtung gestraft und als besonders unfähige Regenten dargestellt.

12 Vgl. Huß (2001), 541; Grainger (2010), 282; Schneider, Thomas: Ptolemaios VI. Philometor, in: Lexikon der Pharaonen, München 1996, 335. Der Beiname „Philométor“ wurde eigentlich von Kleopatra I. geschaffen, um die besondere Verbindung zwischen ihr und dem zukünftigen Herrscher hervorzuheben, und dadurch ihre eigene Position zu legitimieren. Vgl. Huß (2001), 541; Wirth (1959), 1703.

13 Vgl. Huß (2001), 541; Hölbl (1994), 129; Frenschkowski (1994), 1036; Wirth (1959), 1703.

14 Vgl. Frenschkowski (1994), 1036; Hölbl (1994), 129; Grainger (2010), 283; Pfeiffer, Stefan (Hg.): Ägypten unter fremden Herrschern zwischen persischer Satrapie und römischer Provinz, Bd. 3: Studien zur antiken Weltgeschichte, Frankfurt am Main 2007.

15 Vgl. Huß (2001), 541; Hölbl (1994), 129; Grainger (2010), 287; Wirth (1959), 1704. Kurz nach seinem Regierungsantritt wurde Antiochos IV. durch Apollonios, dem ehemaligen strategós von Koilesyrien, bei einem Fest in Alexandria vertreten. Der Abgesandte Apollonios konnte die feindliche Einstellung gegenüber dem Seleukidenreich bereits zu diesem Zeitpunkt feststellen. Siehe hierzu II. Makk. 4, 24f.

16 Vgl. Hölbl (1994), 129; Otto (1934), 31; Wirth (1959), 1704.

17 Vgl. Wirth (1959), 1704; Otto (1934), 31; Gruen (1984), 651; Schneider (1996), 335. Die syrischen Gesandten sollten gleichzeitig dem Senat die fälligen Reparationszahlungen, die dem Seleukidenreich mit dem Frieden von Apameia (188 v. Chr.) auferlegt worden sind, begleichen. Siehe hierzu Liv. XLII 6, 6ff.

18 Seit 179 v. Chr. herrschte Perseus als Nachfolger von Philipp V. über Makedonien. Dieser versuchte eine Koalition von hellenistischen Staaten gegen Rom aufzubauen. Siehe hierzu Pol. XXIX, 4, 7-10; Liv. XLII, 26, 8. Damit stand der 3. Makedonische Krieg (171 v. Chr. -168 v. Chr.) vor der Tür. Vgl. Hölbl (1994), 129; Grainger (2010), 288f.

19 Vgl. Hölbl (1994), 130; Huß (2001), 543; Otto (1934), 37; Grainger (2010), 288f. Gruen (1984), 651. Die Mitglieder der römischen Delegation waren C. Valerius Laevinus, Cn. Lutatius Cerco, Q. Baebius Sulca, M. Cornelius Mammula und M. Caecillius Denter. Siehe hierzu Liv. XLII 6, 4f.

20 Vgl. Hölbl (1994), 130; Otto (1934), 37; Gruen (1984), 651f; siehe hierzu Liv. XLII 26, 8 u. 29, 7.

21 Vgl. Huß (1994), 543. Livius (XLII, 29, 8) berichtet, dass „Perseus durch Gesandtschaften [alle] aufzuwiegeln versucht [habe]“, aber Eumenes, Antiochos und Ptolemaios „bewunderswert in ihrer Treue [beharrten] und … versprochen [hätten], alles zur Verfügung zu stellen, was das römische Volk fordere“.

22 Vgl. Otto (1934), 35.

23 Vgl. Otto (1934), 42f; Hölbl (1994), 130; Wirth (1959), 1705f.

24 Zit. nach: Diod. XXX, 16.

25 Die Juden im syrisch-palästinensischen Gebiet waren von der zunehmenden Hellenisierung Palästinas durch Antiochos IV. überaus beunruhigt und haben dadurch eine deutlich proägyptische und gleichzeitig antisyrische Haltung eingenommen. Vgl. Otto (1934), 31, 43; Grainger (2010), 293f.

26 Vgl. Gruen (1984), 652; Otto (1934), 43f; Hölbl (1994), 132; Grainger (2010), 290.

27 Vgl. Otto (1934), 43f. Bezüglich der Hoffnungen des Antiochos, siehe Liv. (XLII 29, 5): „Und da sich Streit erhob über Koilesyrien, glaubte er [Antiochos, Anm. d. Verf.], einen Grund zum Krieg zu bekommen und diesen ungehindert führen zu können, wenn die Römer durch den Krieg mit Makedonien gebunden seien.“

28 Vgl. Hölbl (1994), 130; Gruen (1984), 259; Huß (2001), 545f; Wilkinson (2012), 618. Warum es zu dieser merkwürdig anmutenden staatsrechtlichen Änderung kam, ist nicht bekannt. Hölbl sieht in der Einbeziehung des Ptolemaios VIII. in die Herrschaft eine „propagandistische Unterstützung“ des Syrienkrieges durch das Zuschaustellen der dynastischen Solidarität. Aber auch ein Zugeständnis an eine rivalisierende Gruppe (vllt. unter Führung von Komanos und Kineas) am ptolemäischen Hof, die den jüngeren Ptolemaios unterstützte, ist nicht auszuschließen. Vgl. Hölbl (1994), 130.

29 Vgl. Grainger (2010), 295; Frenschkowski (1994), 1036; Huß (2001), 546; siehe hierzu Polyb. XXVIII, 12, 8f. Es ist leider nicht bekannt, in welchem Alter die ptolemäischen Herrscher als voll rechtsfähig anerkannt wurden. Bei Ptolemaios VI., wie auch schon bei seinem Vater, dürfte die Mündigkeitserklärung wohl vorzeitig erfolgt sein. Für diese Annahme spricht zu einem die Tatsache, dass die beiden Reichsverweser Eulaios und Lenaios weiterhin als „Vormünder“ des jungen Königs auftraten und zum anderen, dass Antiochos IV. die vorzeitige Mündigkeitserklärung seines Neffen wohl nicht anerkannte und nach dem Sieg bei Pelusion die Vormundschaft über diesen übernahm. Vgl. Otto (1934), 44f.

30 Vgl. Otto (1934), 45.

31 Vgl. Hölbl (1994), 130; Otto (1934), 45; siehe hierzu Diod. XXX, 2.

32 Zit. nach: Diod. XXX, 2.

33 Vgl. Hölbl (1994), 130; Otto (1934), 45. Des Weiteren hatten die ptolemäischen Vertreter den Auftrag eine Vermittlung eines Friedens zwischen Rom und Perseus zu versuchen. Davon hatte ihnen aber der princeps senatus M. Aemilius Lepidus vehement abgeraten, da diesen Fehler bereits andere Mächte begangen und dadurch bei den Römern den Eindruck erweckt hatten, dass sie vom endgültigen Sieg Roms nicht überzeugt waren. Vgl. Hölbl (1994), 130; Otto (1934), 45; Wirth (1959), 1706; siehe hierzu Polyb. XXVIII, 1.

34 Zit. nach: Diod. XXX, 2.

35 Vgl. Hölbl (1994), 130; Grainger (2010), 288, 290; Huß (2001), 545.

36 Vgl. Gruen (1984), 655; Huß (2001), 545. Dies dürfte ebenfalls dafür sprechen, dass die Kriegserklärung von der ptolemäischen Regierung und nicht von Antiochos IV. ausgegangen sei. Vgl. Otto (1934), 46; Hölbl (1994), 130.

37 Zit. nach: Polyb. XVIII, 1.

38 Vgl. Otto (1934), 46; Gruen (1984), 651; Wirth (1959), 1706.

39 Vgl. Höbl (1994), 130; Errington (2008), 259.

40 Vgl. Grainger (2010), 296; siehe hierzu Diod. XXX, 15.

41 Zit. nach: Diod. XXX, 15. Laut Diodor (XXX, 15) haben die beiden Reichsverweser weder Militärberater noch fähige Generäle für ihren Syrienfeldzug einberufen. Außerdem scheinen sie den größten Teil des Schatzes des ptolemäischen Hofes mitgenommen zu haben, mit der Begründung finanzielle Mittel zur Bestechung von Städten und Festungen im Feindesland zu benötigen (siehe hierzu Diod. XXX, 16), voraussichtlich aber doch eher mit dem Hintergedanken nach einem eventuell missglückten Feldzug die Flucht mit dem Gold antreten zu können. Vgl. Otto (1934), 47; Grainger (2010), 295.

42 Vgl. Otto (1934), 47; Hölbl (1994), 130; siehe hierzu I. Makk. 1, 17. Seit dem Friedensvertrag von Apameia (188 v. Chr.) waren der Besitz von Kriegselefanten und einer Flotte für das Seleukidenreich eigentlich verboten. Siehe hierzu Polyb. XXXI 3, 11;12, 11.

43 Vgl. Errington (2008), 259; Huß (2001), 547. Die Mitführung des Staatsschatzes dürfte die ptolemäischen Truppen deutlich unf lexibler und langsamer gemacht haben. Vgl. Otto (1934), 48.

44 Vgl. Otto (1934), 47f; Gruen (1984), 652; siehe hierzu Diod. XXX, 17 u. Polyb. XXVIII, 21, 5.

45 Vgl. Huß (2001), 548. Den schlechten Eindruck, den diese „Flucht“ des Königs auf die Bevölkerung Alexandrias und die ptolemäischen Truppen eventuell haben könnte, hatte Eulaios anscheinend nicht bedacht; ein weiterer Beweis seiner „Feigheit und Unfähigkeit“ (zit. nach: Diod. XXX, 17). Vgl. Otto (1934), 48.

46 Vgl. Gruen (1984), 652; Hölbl (1994), 131; Grainger (2010), 296; Frenschkowski (1994), 1036.

47 Vgl. Huß (2001), 548; Wirth (1959), 1707; Grainger (2010), 296. Durch diese Großzügigkeit wollte der Seleukide die Sympathien der Ägypter für sich gewinnen und dadurch die Besetzung Ägyptens leichter machen, was ihm nach der Überlieferung von Diod. (XXX, 14) auch gelang: „Denn zu der Einnahme von Pelusion und auch zur Eroberung Ägyptens trug diese Menschenfreundlichkeit viel bei.“

48 Vgl. Huß (2001), 548; Hölbl (1994), 131; Otto (1934), 48; Grainger (2010), 296. Diod. (XXX, 18) berichtet, dass Antiochos IV. „durch eine fragwürdige Kriegslist“ Pelusion in seinen Besitz brachte; aber auch Polyb. (XXVIII, 18, 1) spricht von einer List, die der Seleukide angewandt hatte, um sich der Festung zu bemächtigen. Vielleicht hatte der Seleukide der ptolemäischen Garnison vorgegaukelt, dass der Waffenstillstand ein Vorbote eines Friedensschlusses wäre und sich dadurch das Vertrauen der Garnison erschlichen. Vgl. Otto (1934), 49; Wirth (1959), 1707; Walbank (1979), 325.

49 Vgl. Gruen (1984), 652; Huß (2001), 549; Schneider (1996), 336; Walbank (1979), 353.. Diod. (XXX, 16) deutet an, dass diese wohl nicht einfach nur abgesetzt, sondern ermordet wurden.

50 Vgl. Walbank (1979), 353; Errington (2008), 259; Wirth (1959), 1707; Otto (1934), 49. Obwohl Ptolemaios VI. offiziell bereits vollmündig war, wurde er wohl immer noch als zu jung angesehen, um die Geschicke des Staates zu leiten. Vgl. Otto (1934), 49.

51 Vgl. Huß (2001), 549; Otto (1934), 49; Walbank (1979), 354; Durch Polyb. (XXVIII, 19, 1) weiß man, dass Ptolemaios VI. an dem synedrion teilnahm, d.h. dass er zu diesem Zeitpunkt bereits nach Alexandria zurückgekehrt war.

52 Bei den griechischen Gesandten handelte es sich um Achäer, Athener, Milesier und Klazomenier. Siehe hierzu Polyb. XXVIII, 19, 3ff.

53 Vgl. Gruen (1984), 653; Otto (1934), 49f; Huß (2001), 550; Errington (2008), 259; Wirth (1959), 1707. Mit den griechischen Gesandten begaben sich auch zwei Vertreter der ptolemäischen Regierung zu Antiochos IV. Siehe hierzu Polyb. XXVIII, 19, 6.

54 Vgl. Gainger (2010), 298; Huß (2011), 549; Errington (2008), 529. Ob er auch Memphis zu diesem Zeitpunkt bereits besetzt hielt, ist nicht eindeutig klar. Huß (2011), 549, schreibt, dass der Seleukide seine Armee direkt von Pelusion nach Memphis verlegte und die Stadt ohne größeren Widerstand eingenommen habe. Otto (1934), 50, sieht Antiochos IV. die Stadt Memphis erst nach der Zusammenkunft mit Ptolamaios VI. aufgesucht zu haben.

55 Vgl. Gruen (1984), 654; Hölbl (1994), 131.

56 Vgl. Walbank (1979), 355; Otto (1934), 50; Hölbl (130), 131.

57 Vgl. Grainger (2010), 298; Huß (2001), 551.

58 Vgl. Otto (1934), 50; Gruen (1984), 653; Grainger (2010), 298; Wirth (1959), 1707.

59 Vgl. Grainger (2010), 298f; Otto (1934), 50; Hölbl (1994), 131.

60 Vgl. Otto (1934), 51; Huß (2001), 551; Wirth (1959), 1707f. Die griechisch-ptolemäische Delegation hat Antiochos IV. indes gebeten bis zur der Rückkehr seiner eigenen Gesandten aus Alexandria in seiner Nähe zu bleiben und mit ihm zusammen den Bericht seiner Gesandtschaft entgegenzunehmen. Vgl. Huß (2001), 551; Otto (1934), 51; Grainger (2010), 299.

61 Vgl. Huß (2001), 551; Hölbl (1994), 131; Gruen (1984), 653; siehe hierzu Polyb. XXVIII, 20, 11.

62 Hier wird uns wieder vor die Augen geführt, wie diplomatisch geschickt Antiochos IV. in Ägypten vorging und dass seine bisherige schonende Behandlung Ägyptens nun selbst bei Ptolemaios VI. und seinen Ratgebern so viel Vertrauen erweckte, dass sie sich freiwillig in das Lager des Seleukiden begeben haben. Vgl. Otto (1934), 51.

63 Vgl. Hölbl (1994), 131; Schneider (1996), 336; Grainger (2010), 299; Wirth (1959), 1708.

64 Vgl. Grainger (2010), 299; Pfeiffer (2007), 75; Bowman, Alan K.: Egypt after the Pharaohs. 332 BC – AD 642, London 1986, 31.

65 Vgl. Otto (1934), 53.

66 Vgl. Huß (2001), 549; Otto (1934), 53; Bowman (1986), 31; Walbank (1979), 358; Wirth (1959), 1708. Siehe hierzu auch die Anmerkung von Diod. (XXX, 18, 2): „Indes, im Gegenteil, er [Antiochos, Anm. d. Verf.] hinterging ihn [Ptolemaios VI., Anm. d. Verf.] und unternahm es, nach Bruch seines Vertrages ihn völlig zu vernichten.“ Antiochos hatte also gegen den Vertrag mit Ptolemaios VI. verstoßen, vermutlich indem er sich eben zum König von Ägypten krönen ließ, und seinen Schützling, den rechtmäßigen König von Ägypten, damit hinterging. Vgl. Wirth (1959), 1708.

67 Vgl. Gruen (1984), 653; Otto (1934), 57; Huß (2001), 552f.

68 Vgl. Hölbl (1994), 131; Gruen (1984), 653; Wirth (1959), 1708; siehe hierzu Polyb. XXIX 23, 4. Damit dürfte Antiochos IV. nicht gerechnet haben. Der außenpolitische Eindruck, allen voran, gegenüber der Macht Rom, dass Ägypten den Seleukiden freiwillig zum Herrscher über das Ptolemäerreich ausgewählt habe, auch wenn nur vorläufig als Vormund des unmündigen Regiments, war mit dieser trotzigen Handlung der Alexandriner zerstört worden. Vgl. Otto (1934), 58.

69 Vgl. Wirth (1959), 1708f; Hölbl (1994), 131f; Huß (2001), 553; Gruen (1984), 653. Gegenüber der Weltmeinung hatte der Seleukide wegen der Belagerung Alexandrias vehement beteuert, dass er „eine solche Macht nicht aufgebaut [habe], weil er begehre, sich der Herrschaft über Ägypten zu bemächtigen. Vielmehr wolle er dem älteren Ptolemaios helfen, sein Reich zurückzugewinnen, das er von seinem Vater ererbt habe. Zit. nach: Diod. XXXI, 1. Diod. (XXXI, 1) merkt allerdings an, dass Antiochos IV. sehr wohl daran interessiert war Zwist zwischen den beiden ptolemäischen Brüdern zu schüren, um letztendlich die Herrschaft über Ägypten an sich reißen zu können.

70 Vgl. Huß (2001), 553; Hölbl (1994), 132; Otto (1934), 60; siehe hierzu Liv. XLV 11,1.

71 Vgl. Otto (1934), 60; Grainger (2010), 298; Wirth (1959), 1709.

72 Vgl. Hölbl (1994), 132; Otto (1934), 60; Grainger (2010), 301. Die ptolemäischen Gesandten, die während der Belagerung der Hauptstadt nach Rom geschickt worden sind, um sich wegen Antiochos IV. zu beschweren, haben keine Versorgungsengpässe gemeldet, obwohl sie die Lage Alexandrias so kläglich wie möglich darstellen sollten. Damit kann man ausgehen, dass es in der Hauptstadt so schnell nicht zu Lieferengpässen an Lebensmitteln gekommen ist (siehe hierzu Liv. XLIV, 19, 6ff). Zudem lag eine eventuelle Versorgung Alexandrias von der See aus, im Rahmen des Möglichen, obwohl durch den herrschenden Krieg im Osten deutlich erschwert. Vgl. Otto (1934), 60.

73 Vgl. Grainger (2010), 301; Hölbl (1994), 132; Huß (2001), 553; Wirth (1959), 1709.

74 Vgl. Hölbl (1994), 132; Huß (2001), 553; Otto (1934), 64f. Siehe hierzu Polyb. XXIX, 25, 3f. Auch gegenüber der römischen Delegation dürfte Antiochos IV. verlautet haben, dass die Belagerung Alexandrias nicht darauf abziele, sich ganz Ägyptens Herr zu werden, sondern sei eine Intervention im Namen seines Neffen Ptolemaios VI., welche die Herrschaft des jungen Königs wiederherstellen soll. Vgl. Otto (1934), 64.

75 Vgl. Grainger (2010), 288; Otto (1934), 65. Durch die Entsendung von T. Numisius wollte der Senat vermutlich bei Alexandria die Entschlossenheit zum Widerstand dadurch stärken, dass es das Gefühl bekam von Rom nicht verlassen worden zu sein, und gleichzeitig sollte dafür gesorgt werden, dass der endgültige syrische Sieg ausbleibt. Davon konnte sich die römische Gesandtschaft vor Ort und Stelle persönlich überzeugen. Vgl. Otto (1934), 65.

76 Vgl. Hölbl (1994), 132; Otto (1934), 65; Grainger (2010), 301; siehe hierzu Liv. XLV 11, 1. Die Verluste auf der seleukidischen Seite bei dem missglückten Sturmversuch auf Alexandria scheinen so groß gewesen zu sein, dass sogar ein Gerücht in Palästina entstand, Antiochos IV. selbst habe sein Leben dabei gelassen. Siehe hierzu II. Makk. 5, 5.

77 Vgl. Schneider (1996), 336; Otto (1934), 65; Grainger (2010). 302; siehe hierzu Liv. XLV 11, 1.

78 Vgl. Huß (2001), 555; Hölbl (1994), 132; Gruen (1984), 654; Schneider (1996), 337. Der Aufstand wurde von dem von Antiochos IV. seinerzeit abgesetzten jüdischen Hohepriester Jason geleitet. Mit Waffengewalt ist es ihm sogar gelungen Jerusalem einzunehmen; d.h. man konnte hier durchaus von einer ernstzunehmenden Rebellion sprechen. Vgl. Otto (1934), 66f; Wirth (1959), 1709; siehe hierzu II. Makk. 5, 5ff. Walbank (1979), 359, besagt jedoch, dass der Aufstand von Jason erst während des zweiten Ägyptenfeldzuges des Antiochos IV. stattfand.

79 Vgl. Hölbl (1994), 132; Otto (1934), 68; Pfeiffer (2007), 75; siehe hierzu Liv. XLV 11, 1ff. Man kann davon ausgehen, dass der unterworfene Teil Ägyptens damals unter das Regiment Ptolemaios VI. gestellt worden ist. Dabei fungierte die alte Hauptstadt Memphis als Sitz des älteren Ptolemaios. Dennoch hat Antiochos IV. als Vormund seines Neffen natürlich das letzte Wort gehabt. Vgl. Otto (1934), 68; Wirth (1959), 1709.

80 Vgl. Otto (1934), 68; Huß (2001), 555.

81 Vgl. Gruen (1984), 654; Otto (1934), 68; Huß (2001), 555. Durch die anhaltende Besetzung von Pelusion konnte Antiochos IV. mit seinen Truppen jeder Zeit ungehindert die ägyptische Grenze überschreiten. Vgl. Otto (1934), 68.

82 Vgl. Walbank (1979), 359; Otto (1934), 69; Huß (2001), 555. Ptolemaios VI. und seine Berater dürften Antiochos IV. gegenüber, spätestens ab dem Zeitpunkt, nach dem sich dieser zum König von Ägypten krönen ließ, misstrauisch gewesen sein. Da hatten sie vermutlich die wahren Absichten des Seleukiden durchschaut.

83 Vgl. Hölbl (1994), 132; Errington (2008), 259; Schneider (1996), 336; Wirth (1959), 1709; siehe hierzu Liv. XL 45, 11, 5ff. u. Polyb. XXIX 23, 4.

84 Vgl. Grainger (2010), 304; Hölbl (1994), 132; Huß (2001), 556.

85 Vgl. Walbank (1979), 398ff; Hölbl (1994), 132; Wirth (1959), 1709; Otto (1934), 75f; siehe hierzu Polyb. XXIX, 23ff. Die Bitte der ptolemäischen Regierung, Ägypten im Kampf gegen Antiochos Hilfstruppen in Höhe von gerade mal 1200 Mann zu gewähren, zeugt davon, dass die Ptolemäer nicht sehr zuversichtlich waren einen positiven Bescheid vom achäischen Bund zu bekommen. Vgl. Huß (2001), 556; Wirth (1959), 1709; Laut Polyb. (XXIX, 24, 8) waren die Achäer in der Lage ein Truppenkontingent von 30 000 – 40 000 Mann ins Feld zu schicken.

86 Vgl. Gruen (1984), 658; Huß (2001), 556f; Otto (1934), 75f; siehe hierzu Polyb. XXIX, 23ff. In der achäischen Ratsversammlung war die Mehrheit, allen voran Lykortas von Megalopolis und sein Sohn Polybios, dazu bereit, den Gesuch der ptolemäischen Gesandtschaft zu unterstützen. Allerdings haben prorömisch orientierte Kreise, allen voran Kallikrates, darauf verwiesen, dass eine solche Entscheidung nur von der Bundesversammlung getroffen werden kann. Als auf der Bundesversammlung, die kurze Zeit später stattfand, das Schreiben von Philippus präsentiert worden wurde, dann haben auch Lykortas und Polybios ihre unterstützende Haltung für die Bewilligung von Hilfstruppen aufgegeben. Vgl. Huß (2001), 556; Otto (1934), 75f; Wirth (1959), 1710; siehe hierzu Polyb. XXIX, 23ff.

87 Vgl. Otto (1934), 76.

88 Vgl. Huß (2001), 557.

89 Vgl. Otto (1934), 72; Huß (2001), 557.

90 Vgl. Errington (2008), 259; Hölbl (1994), 132; Grainger (2010), 306; siehe hierzu Polyb. XXIX, 2 u. Liv. XLIV, 19, 13f. Der 3. Makedonische Krieg befand sich in seiner Endphase und gerade jetzt wollte Rom nicht das durchaus mächtige Seleukidenreich doch noch in eine mögliche Koalition mit Perseus bewegen. Vgl. Otto (1934), 72.

91 Vgl. Hölbl (1994), 132; Gruen (1984), 654; Huß (2001), 558; Schneider (1996), 336.

92 Vgl. Otto (1934), 72; Hölbl (1994), 132; siehe hierzu Polyb. XXIX, 2 u. Liv. XLIV, 19, 13f.

93 Vgl. Hölbl (1994), 133; Otto (1934), 73. Das Angebot des Perseus von Makedonien, sich im Kampf gegen Rom zu verbünden, hat Antiochos IV. im Winter 169/168 v. Chr. abgelehnt, um die Römer nicht zu erzürnen und seine Kräfte stattdessen auf die Eroberung Ägyptens auszurichten. Auch dürfte er sich dabei gedacht haben, dass durch die Ablehnung des makedonischen Angebotes, die seleukidische Eroberung Ägyptens von Rom leichter hingenommen werden würde. Eumenes II. von Pergamon ging auf das Bündnisangebot des Makedonenherrschers auch nicht ein. Perseus hatte klargestellt, dass nach einer eventuellen Niederlage Makedoniens, Rom sich früher oder später des Kleinasiens und dann Syriens bemächtigen würde. Damit war er der Einzige, der die Zeichen der Zeit erkannt hat, nämlich dass nur eine hellenistische Koalition der römischen Expansionspolitik ein Ende setzen und dadurch die hellenistische Welt retten könnte. Vgl. Otto (1934), 35, 78; Grainger (2010), 306; siehe hierzu Liv. XLIV, 24.

94 Vgl. Otto (1934), 77.

95 Vgl. Otto (1934), 77; Huß (2001), 558; Hölbl (1994), 133.

96 Vgl. Gruen (1984), 654; Hölbl (1994), 133; Errington (2008), 259; siehe hierzu Liv. XLV, 11, 9.

97 Vgl. Grainger (2010), 304; Hölbl (1994), 133; Otto (1934), 78; Walbank (1979), 405; siehe hierzu Liv. XLV, 12, 7 u. Polyb. XXIX, 27, 10. Zur Übergabe Zyperns durch Ptolemaios Makron, siehe II. Makk. 10, 12f. Der Stratege wechselte zudem die Seiten und stellte sich in die seleukidischen Dienste. Vgl. Grainger (2010), 304.

98 Vgl. Grainger (2010), 304; Gruen (1984), 654; Wirth (1959), 1709.

99 Vgl. Huß (2001), 558; Otto (1934), 79; Grainger (2010), 304f. Die ptolemäische Gesandtschaft sollte sich so naiv wie möglich geben, obwohl man bereits mit Rom und dem achäischen Bund Verhandlungen auf militärische Unterstützung im Kampf gegen das Seleukidenreich geführt hatte. Vgl. Otto (1934), 78f.

100 Vgl. Otto (1934), 79.

101 Vgl. Hölbl (1994), 133; Huß (2001), 558; Gruen (1984), 654; siehe hierzu Liv. XLV, 11, 10f.

102 Zit. nach: Liv. XLV, 11, 11. Mit dieser vergleichsweise begrenzten Forderung wollte Antiochos IV. anderen Mächten gegenüber vermutlich vorgaukeln, dass er keinen Krieg mit den Ptolemäern wolle und vor allem keine Pläne zur vollständigen Eroberung Ägyptens verfolge, sondern durch den Vertragsbruch seines Schützlings dazu gedrängt worden sei. Vgl. Otto (1934), 79.

103 Laut Liv. (XLV, 11, 11) hatte die ptolemäische Regierung nur einen Tag Zeit eine Antwort zu geben, ob sie die Bedingungen des Antiochos IV. annimmt oder nicht.

104 Vgl. Hölbl (1994), 133; Huß (2001), 558; Gruen (1984), 654. Der Besitz der Festung Pelusion hätte Antiochos IV. die Möglichkeit gegeben, Ägypten zu jeder Zeit invadieren zu können. Vgl. Grainger (2010), 305.

105 Vgl. Grainger (2010), 305; Hölbl (1994), 133; Otto (1934), 79. Die ptolemäische Regierung war ihrer begrenzten militärischen Mittel bewusst und hat sich darauf beschränkt Alexandria zu halten. Vgl. Otto (1934), 79.

106 Vgl. Otto (1934), 79; Hölbl (1994), 133; Wirth (1959), 1710.

107 Zit. nach: Otto (1934), 78.

108 Vgl. Schneider (1996), 336; Hölbl (1994), 133; Gruen (1984), 654. Auch der erste Vorstoß des Antiochos IV. gegen Alexandria scheint von Memphis aus erfolgt zu sein. Siehe hierzu: Liv. XLV, 12, 2.

109 Vgl. Otto (1934), 79f; Huß (2001), 559; Hölbl (1994), 133; siehe hierzu Liv. XLV, 12, 3.

110 Vgl. Grainger (2010), 306; Otto (1934), 80; Huß (2001), 559; Hölbl (1994), 133; Gruen (1984), 657f; Seit der Entsendung des C. Popillius Laenas in den Osten durch den Senat Anfang des Jahres, aufgrund ptolemäischer Interventionsgesuche an Rom, hielt sich Popillius zunächst in Chalkis und schließlich auf der Insel Delos auf (siehe hierzu Liv. XLIV, 29, 1). Als ihn dort die Kunde über den römischen Sieg über Perseus bei Pydna (22. Juni 168 v. Chr.) und von einem unmittelbar stehenden Angriff des Seleukidenkönigs auf Alexandria eintraf, machte sich der Römer umgehend auf, um die Forderungen des Senats Antiochos IV. zu überbringen. Vgl. Grainger (2010), 306; Hölbl (1994), 133; Gruen (1984), 658.

111 Hölbl (1994), 133f; Otto (1934), 81; Gruen (1984), 658; Wilkinson (2012), 619; Popillius und Antiochos IV. kannten sich bereits aus der Zeit, in der sich der Seleukide nach dem Frieden von Apameia als Geisel für seinen Vater jahrelang in Rom aufgehalten hatte. Vgl. Errington (2008), 259.

112 Beachtenswert sind die Ausführungen bezüglich des Senatsbeschlusses von Otto (1934), 75f, wonach der besagte senatus consultum und damit das Ultimatum an Antiochos IV. bereits vor der Abreise des Popillius in den Osten zu Beginn des Jahres 168 v. Chr. verfasst worden sein muss. Otto meint, dass es unwahrscheinlich ist, dass das Schreiben erst nach dem römischen Sieg bei Pydna, Popillius überbracht worden ist, denn dafür hätte es an der nötigen Zeit gefehlt. Auf der anderen Seite ist eine vorzeitige Ausfertigung des Ultimatums äußerst charakteristisch für die römische Außenpolitik dieser Zeit, zeigt es doch eine unbedingte Zuversicht, dass der Krieg gegen Perseus sehr bald zugunsten Roms ausgehen wird.

113 Vgl. Polyb. XXIX, 27; Liv. XLV, 12, 3ff; Diod. XXXI, 2.

114 Zit. nach: Liv. XXXI, 2.

115 Vgl. Polyb. XXIX, 27; Liv. XLV, 12, 3ff; Diod. XXXI, 2. Der Senat hat für diese Mission mit Popillius bewusst einen Mann ausgewählt, der „zum geschmeidigen Verhandeln nicht recht geeignet [war], aber sehr wohl dazu, scharfe Forderungen rücksichtslos zu verterten“. Zit. nach: Otto (1934), 74.

116 Zit. nach: Liv. XXXI, 2. Die Autoren Polyb. (XXIX, 27) und Diod. (XXXI, 2), gehen davon aus, dass Antiochos IV. vor dem Eintreffen der römischen Gesandtschaft unter Popillius, von dem Sieg Roms bei Pydna bereits informiert worden war, sonst „würde er schwerlich dem Befehl des Popillius gehorcht haben“. Zit. nach: Polyb. XXIX, 27.

117 Zit. nach: Polyb. XXIX, 27.

118 Vgl. Hölbl (1994), 134; Huß (2001), 559; Gruen (1984), 659.

119 Vgl. Polyb. XXIX, 27; Liv. XLV, 12, 7.

120 Zit. nach: Liv. XLV, 12, 8.

Details

Seiten
29
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656903802
ISBN (Buch)
9783656903819
Dateigröße
599 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v293208
Institution / Hochschule
Universität Stuttgart – Historisches Institut
Note
1,0
Schlagworte
syrische krieg seine folgen machtgefüge mittelmeerraum

Autor

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Titel: Der 6. Syrische Krieg. Seine Folgen für das Machtgefüge im östlichen Mittelmeerraum