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Musiktheorie als Unterrichtsgegenstand

Hausarbeit 2013 8 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beispielhafte Erörterungen
2.1 Formenlehre
2.2 Analyse
2.3 Exkurs: Musikhistorische Hintergründe

3. Schlussbetrachtung

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Sofern eine vertiefte Auseinandersetzung mit Musik angestrebt wird, ist eine Beschäftigung mit Musiktheorie unerlässlich. So sind Harmonie- und Formenlehre, um nur zwei Teilgebiete zu erwähnen, unabdingbare Hilfsmittel, um Musik einerseits technisch zu verstehen, andererseits aber auch zu beschreiben und letztlich zu analysieren. Nicht zu leugnen ist allerdings, dass es sich bei der Musiktheorie um ein komplexes Gebilde handelt, welches zu durchdringen alles andere als einfach ist.1 Dies betrifft auch den schulischen Musikunterricht, insbesondere in der gymnasialen Oberstufe.

Nach § 1 Abs. 2 Satz 2 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die gymnasiale Oberstufe in Nordrhein Westfalen (APO-GOSt) soll eine vertiefte allgemeine Bildung auf der Grundlage eines wissenschaftspropädeutischen Unterrichts unter anderem zur allgemeinen Studierfähigkeit führen. Der Unterricht in der gymnasialen Oberstufe muss somit „vertieft und erweitert sein“, wobei dieser Anspruch durch die Forderung nach einem zur allgemeinen Hochschulreife führenden wissenschaftspropädeutischen Unterricht realisiert wird.2 Diese für den Bildungsgang festgeschriebene Ziele beziehen sich auf alle unterrichteten Fächer, was auch das Fach Musik mit einschließt.

Die vorliegende Hausarbeit setzt an diesem Punkt an: So sollen exemplarisch Methoden und Möglichkeiten erörtert werden, wie Musiktheorie als Unterrichtsgegenstand gehandhabt werden kann, um zu einem tragfähigen Ergebnis zu kommen, welches auch der in der APO-GOSt formulierten Zielsetzung gerecht wird. Dies soll anhand der ausgewählten Teilbereiche Formenlehre und Analyse geschehen. Da aber musikhistorische Inhalte bei musiktheoretischen Fragen von Bedeutung sein können, soll im Rahmen eines Exkurses in der gebotenen Kürze auch auf diesen Bereich eingegangen werden.

Die Schlussbetrachtung dient einem resümierenden Fazit hinsichtlich der herausgearbeiteten Erkenntnisse.

2. Beispielhafte Erörterungen

Als wesentliche Grundlage für die nachfolgenden Erörterungen/Darstellungen dient das Lehrwerk Musiktheorie unterrichten - Musik vermitteln von Clemens Kühn.

2.1. Formenlehre

Einen wichtigen Aspekt beinhaltet die von Clemens Kühn vorgeschlagene Herangehensweise, wonach das Bewusstsein bereits gleich zu Beginn der Beschäftigung mit der Formenlehre darauf gelenkt wird, dass die gelehrten „Formen“ keinen Absolutheitsanspruch begründen können, sondern lediglich die Funktion eines Hilfsmittels darstellen („'Schema' als Krücke“3 ). So sollen die Schemata „als ein Konstrukt verstanden werden, das der Analyse des musikalischen Einzelfalles (die sonst gar nichts in Händen hätte und kaum 'Normales' von 'Abweichendem' unterscheiden könnte) als Krücke dient.“4 Gleichzeitig wird aber auch das Individuum des Kunstwerkes angemessen berücksichtigt, wonach es zu bedenken gilt, dass beispielsweise „jede Sonate auf ganz eigene Weise auskomponiert“ ist.5

Durch diese von Clemens Kühn aufgezeigte Herangehensweise wird die bereits in seinen Ausführungen zur Elementarlehre geforderte „Musiknähe“ wieder aufgegriffen, sodass gewährleistet bleibt, dass sich die Theorie nicht zu weit vom Kunstwerk entfernt und sich auf diese Weise nicht „zu einem allzu abstrakten Apparat verselbständigt.“6 Denn „wenn 'Theorie' das eine ist und 'Musik' etwas ganz anderes bleibt, verliert Theorie ihre innere Berechtigung.“7 In diesem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass viele Komponisten, deren Werke in der Formenlehre behandelt werden, „den Terminus noch gar nicht gekannt hatten; auf jeden Fall betrachteten sie die Form, die man später als 'Sonatensatz' zum Lehrgegenstand machte, eher undogmatisch.“8

[...]


1 Vgl. Wolf, Erich: Allgemeine Musiklehre. Wiesbaden: Breitkopf & Härtel, 7. Auflage 1985, Nachdruck 2001 (=Die Musikausbildung, Bd. I), S. V (Vorwort).

2 Vgl. Acker, Detlev: Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die gymnasiale Oberstufe in Nordrhein Westfalen. Kommentar. Stuttgart: Kohlhammer, 7. Auflage 2007, Erläuterungen zu § 1.

3 Kühn, Clemens: Musiktheorie unterrichten - Musik vermitteln. Kassel u.a.: Bärenreiter 2006, S. 116.

4 Ebd.

5 Ebd.

6 Ebd., S. 78.

7 Ebd.

8 Geck, Martin: Wenn der Buckelwal in die Oper geht. 33 Variationen über die Wunder klassischer Musik. München: Siedler 2009, S. 44 - 45.

Details

Seiten
8
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656903925
ISBN (Buch)
9783656903932
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v293111
Institution / Hochschule
Universität Siegen – Department Kunst und Musik
Note
2,0
Schlagworte
musiktheorie unterrichtsgegenstand

Autor

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Titel: Musiktheorie als Unterrichtsgegenstand