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Angaben zur Aussprache in Wörterbüchern

Hausarbeit 2014 14 Seiten

Anglistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausspracheangaben in englischen Wörterbüchern
2.1 Notwendigkeit von Ausspracheangaben
2.2 Möglichkeiten der Darstellung von Ausspracheangaben
2.2.1 Verwendung von IPA-Symbolen
2.2.2 Respelling
2.2.3 Anzeige der Aussprache am Wörterbucheintrag
2.2.4 Audiodateien in elektronischen Wörterbüchern

3. Aussprachewörterbücher

4. Nachteile und Probleme

5. Forschungsprojekt
5.1 Erläuterung des Projekts
5.2 Ergebnisse der Auswertung
5.3 Schlussfolgerungen des Forschungsprojektes

6. Schlussfolgerung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wörterbücher für Nutzer der englischen Sprache gibt es in einer großen Anzahl und Vielfalt. All diese Wörterbücher teilen den Aspekt, dass sie dem Benutzer Informationen über die englische Sprache zur Verfügung stellen. Sie sind jedoch sehr unterschiedlich in ihrem Inhalt und Anspruch und müssen voneinander unterschieden werden. Ein und dasselbe Wörterbuch kann für einen bestimmten Fall sehr nützlich, in einem anderen Fall jedoch absolut unbrauchbar sein. Sucht man beispielsweise nach der deutschen Übersetzung eines Wortes, ist die Benutzung eines Wörterbuchs für Synonyme oder eines Aussprachewörterbuches nur wenig hilfreich.

Jedoch haben die meisten dieser Wörterbücher eine Gemeinsamkeit. Sie alle machen Angabe zur Aussprache der einzelnen Einträge. Dem Benutzer eines Wörterbuches wird es hierdurch ermöglicht, sich bei unbekannten Wörtern über die entsprechende Aussprache zu informieren. Dies ist gerade im Englischen von sehr großer Bedeutung, da hier die Aussprache aufgrund der lautlichen Weiterentwicklung der Sprache nach ihrer kodifizierten Verschriftlichung nicht vorhersehbar ist oder nach bestimmten Regeln verläuft. Mit den Angaben zur Aussprache in englischen Wörterbüchern beschäftigt sich diese Hausarbeit.

2. Ausspracheangaben in englischen Wörterbüchern

2.1 Notwendigkeit von Ausspracheangaben

Die Notwendigkeit für Ausspracheangaben in Wörterbüchern variiert zwischen den verschiedenen Sprachen. So gibt es Sprachen, wie beispielsweise das Finnische, in denen jedem Buchstaben genau ein Laut zugeordnet ist. Die Aussprache ist hier vorhersehbar und auch für fremdsprachige Lerner der Sprache sehr einfach aufzunehmen. Im Französischen und Spanischen zum Beispiel besteht weniger Zusammenhang zwischen Buchstaben und Lauten, jedoch gibt es Regeln, die die Aussprache vorhersehbar machen. Sind dem Lerner der Sprache die Regeln bekannt, können unbekannte Wörter – auch ohne Angaben der Lautschrift – richtig ausgesprochen werden.

Als deutlich schwieriger erweist sich dieser Sachverhalt in der englischen Sprache. Hier stimmen Buchstaben und Laute nur in geringem Maß überein. Auch gibt es kaum Regeln, die eine Aussprache vorhersehbar machen. Die Grapheme ch; (wie in machine), ci; (wie in special), ss; (wie in Russia), ti; (wie in national), sh; (wie in sheep), ss; (wie in tissue), c; (wie in ocean) sowie s; (wie in sure) beispielsweise werden alle durch den Laut /ʃ/ realisiert. Dem Lerner der englischen Sprache muss das Wort also bekannt sein, um es richtig auszusprechen oder er muss sich mittels Ausspracheangaben in Wörterbüchern über die richtige Modulation eines Wortes informieren.

Die Angaben der Aussprache sind besonders in Wörterbüchern wichtig, die hauptsächlich für den mündlichen Sprachgebraucht gedacht sind. Weiterhin muss unterschieden werden, um welche Art Wörterbuch es sich handelt. In einsprachigen Wörterbüchern, die überwiegend von Muttersprachlern benutzt werden, sind Ausspracheangabe nur bei Fremdwörtern oder Wörtern, die Schwierigkeiten in der Aussprache hervorrufen könnten, notwendig. Als Beispiele können hier Lehnwörter wie kindergarten /ˈkɪndəɡɑːtn/ oder zeitgeist /ˈzaɪtɡaɪst/ angeführt werden. Zweisprachige Wörterbücher sollten alle Einträge mit den entsprechenden Ausspracheangaben versehen, da diese hauptsächlich von Fremdsprachenlernern verwendet werden. Die Angabe ist jedoch nur in der Zielsprache notwendig, also in einem englischen Wörterbuch für deutsche Lerner nur für die englische Sprache (kompletter Absatz vgl. Svensén, 2009). Die Aussprache für Kompositionen bzw. Zusammensetzungen (= Compounds) geben die meisten Wörterbücher dann nicht an, wenn sie als eigene Haupteinträge an einer anderen Stelle im Wörterbuch zu finden sind (vgl. Gates, 1986).

2.2 Möglichkeiten der Darstellung von Ausspracheangaben

Um die Aussprache in Wörterbüchern anzugeben, lassen sich zwei Möglichkeiten unterscheiden. Zum einen kann die Aussprache direkt am Wörterbucheintrag angezeigt werden. Die ist überwiegend bei Wortbetonungen der Fall und empfiehlt sich nur für Sprachen, die einen sehr großen Zusammenhang zwischen Schreibung und Aussprache aufweisen. Zum anderen wird die Aussprache neben dem eigentlichen Eintrag abgedruckt. Dies ist zum empfehlen, wenn Schreibung und Aussprache sehr stark abweichen, wie beispielsweise im Englischen (vgl. Svensén, 2009).

2.2.1 Verwendung von IPA-Symbolen

Als häufigste Darstellungsform der Aussprache in Wörterbüchern ist eine Transkription mit Symbolen des IPA, dem International Phonetic Alphabet [1], zu finden. Hierbei handelt es sich um eine phonologische Transkription, also der Verwendung von Phonemen (vgl. Svensén, 2009). Eine phonetische Transkription, in der die konkreten phonetischen Sprachlaute – sprich Allophone – gezeigt werden, wäre zwar exakter, jedoch für den Wörterbuchbenutzer zu komplex (vgl. Herbst und Klotz, 2003). Voraussetzung für den Wörterbuchbenutzer ist, dass er mit den IPA-Symbolen vertraut ist. Viele Wörterbücher, wie unter anderem auch das Oxford Advanced Learner´s Dictionary (OALD), bieten auf jeder Doppelseite in der Fußzeile Beispielwörter an, die die Bedeutung der Symbole erklären. So ist hier beispielsweise für das Symbol /æ/ das Wort cat und für das Symbol /ɜ:/ das Wort bird genannt (vgl. OALD8, 2010).

2.2.2 Respelling

Eine weitere Möglichkeit die Aussprache in Wörterbüchern darzustellen, ist die Verwendung von gewöhnlichen Buchstaben der Muttersprache des Nutzers. Diese Form wird als Respelling bezeichnet. Sie ist besonders für Lerner der Englischen Sprache geeignet, die nicht mit den IPA-Symbolen vertraut sind. Diese müssen nicht erlernt oder nachgeschlagen werden. Nachteilig an dieser Darstellungsform ist jedoch, dass hier leicht die eigentliche Schreibweise des Wortes mit der Aussprache verwechselt werden kann und auch Laute substituiert werden müssen, die in der Ausgangssprache nicht existieren, was von vornherein zu einer defizitären Aussprache führen kann. Dies ist besonders im Englischen, wo Schreibung und Aussprache teilweise stark voneinander abweichen, sehr gefährlich (vgl. Svensén, 2009). In Schwiekers Wörterbuch „Das tägliche Englisch“ aus dem Jahre 1946 wird beispielsweise die Aussprache für das Wort dough als „dou“ angegeben, drawback als „drobäk“.

2.2.3 Anzeige der Aussprache am Wörterbucheintrag

Neben der Verwendung von IPA-Symbolen oder der Praxis des Respelling ist es ebenso möglich, die Aussprache direkt am Wörterbucheintrag anzuzeigen. Dies bezieht sich laut Svensén (2009) jedoch hauptsächlich auf die Betonung von Wortteilen oder auf die Länge von Vokalen. Die Verwendung des Symbols „ ' “ für die Markierung der Wortbetonung lässt sich in fast allen Englischen Wörterbüchern finden. So ist beispielsweise das Wort federal im OALD8 folgendermaßen transkribiert: /ˈfedərəl/. Der Duden verwendet Punkte und Unterstreichungen, um die Länge von Vokalen anzuzeigen. Bei kurzen Vokalen befindet sich ein Punkt unter dem Vokal, zum Beispiel im Wort erhạlten. Lange Vokale werden durch eine Unterstreichung gekennzeichnet, beispielsweise bei erhaben.

[...]


[1] 1886 von der International Phonetic Association entwickelt (vgl. http://www.langsci.ucl.ac.uk/ipa/index.html)

Details

Seiten
14
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656900719
ISBN (Buch)
9783656900726
Dateigröße
601 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v292915
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Institut für Anglistik / Sprachwissenschaft
Note
1,7
Schlagworte
angaben aussprache wörterbüchern

Autor

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