Lade Inhalt...

Deutsch in der Grundschule (2. Klasse). Wir üben das Nacherzählen eines Märchens und geben uns gegenseitig Tipps

Examensarbeit 2014 17 Seiten

Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

1. Der Deutschunterricht in der Grundschule

2. Erzählen in der Grundschule

3. Sprechen und Zuhören

4. Die Überprüfung des Lern- und Kompetenzzuwachses

5. Aufbau der Unterrichtsreihe

6. Curriculare Legitimation der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

7. Didaktische Reflexion der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

8. Weitere fachdidaktische Begründungszusammenhänge

Schriftliche Planung des Unterrichts

1. Lernvoraussetzungen der Kinder

2. Sachstruktur/Sachanalyse

3. Fachdidaktische Begründung/Bezug zu RL und LP

Literaturverzeichnis

Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

1. Der Deutschunterricht in der Grundschule

Dem Deutschunterricht in der Grundschule kommt eine große Bedeutung zu, da dieser die „grundlegende sprachliche Bildung“1 vermittelt, die die Kinder brauchen, damit sie in allen Lebenssituationen handlungsfähig sind.

Das bewusste Sprachhandeln, sowie die Freude am Umgang mit Sprache, sollen durch den Deutschunterricht gesteigert werden.

„Leitidee des Deutschunterrichts ist die Entwicklung einer Erzähl- und Gesprächskultur und einer Lese- und Schreibkultur.“2

Im Deutschunterricht sind Präsentationen und Vorträge von großer Bedeutung, ebenso wie Gesprächs- und Erzählanlässe, da dadurch eine gezielte Beobachtung, Diagnose und Förderung im Sprachhandeln stattfinden kann.

Damit eine Festigung des Sprachhandelns gewährleistet werden kann, wird individuell geübt und reflektierend gelernt.

Kooperative Lernformen sorgen für ein soziales Miteinander und gegenseitige Akzeptanz.

„Wichtige Inhaltsfelder des integrativen und fächerübergreifend angelegten Deutschunterrichts sind die Alltagserfahrungen der Kinder, bisherige und neue Sacherfahrungen, ein fantasievoller Umgang mit Sprache sowie kulturelle Traditionen und die Entwicklung einer kulturellen Praxis in der Schule und in der Klasse.“3 SchülerInnen mit Migrationshintergrund können den Deutschunterricht mit ihren „kulturellen Erfahrungen und sprachlichen Kompetenzen“ bereichern, indem sie mögliche Kongruenzen und Unterschiede in den Sprachen verdeutlichen und verinnerlichen.4

2. Erzählen in der Grundschule

„Mündliches Erzählen im Alltag spielt eine große Rolle. Geschehnisse und Ereignisse werden alltagssprachlich weitergegeben; über eigene Erlebnisse und Erfahrungen wird erzählt, oft angeregt durch Erzählungen anderer, oft mit mehreren Erzählern oder in Erzählketten, bei denen sich Erzählungen aneinanderreihen. […] Dabei unterscheidet sich mündliches Erzählen vom schriftlichen durch den Einsatz dramaturgischer Mittel wie Gestik, Stimmführung, Stimm- und Sprachvarianten bei Dialogen. Zudem reagiert jeder Erzähler […] unmittelbar auf das Verhalten der Zuhörer. Deshalb stellt mündliches Erzählen ein eigenes Arbeitsfeld dar.“5

In der Grundschule gilt das Interesse „den Wegen, wie Kinder das Erzählen als eine eigene Kompetenz für sich entwickeln, welche Erzählmotive, -strategien und –weisen sie dabei gewinnen und welche Bedingungen dazu förderlich sind.“6

Der Morgenkreis und der Erzählkreis wirken sich positiv auf die Entwicklung der Erzählkompetenz der Kinder aus.

Nach Claussen setzt das Erzählen das Zuhören voraus. Dieses bezeichnet er als ‚geselliges Erzählen‘.7

Um eine Erzählkultur in der Klasse zu schaffen, ist es wichtig „Situationen des Alltagserzählens und angeleitetes geselliges Erzählen“8 zu organisieren und die Erzählkompetenz der SchülerInnen zu fördern. Für das angeleitete gesellige Erzählen formuliert Bartnitzky vier Bedingungen:

1) Erzählmotive: Zum Erzählen brauchen die SchülerInnen konkrete Anlässe, wie z.B. durch Geschichtenanfänge, Realien, Bilder oder auch Stichwörter.
2) Interaktion zwischen Erzähler und Zuhörer: Der Erzähler und seine Zuhörer müssen sich anschauen können.
3) Redeordnungen: Es muss feste Redeordnungen geben, wie z.B. bei einer Reihum- Erzählung.
4) Erzählzeit und Erzählmuße: Dem Erzähler muss genügend Zeit für seine Erzählung gegen werden. Dies kann z.B. durch einen Erzählstein ermöglicht werden, welchen nur das Kind bekommt, das als nächstes Erzählen darf.

3. Sprechen und Zuhören

Sprechen und Zuhören ist ein fester Bestandteil im Lehrplan. Dieser hat die Schwerpunkte des verstehenden Zuhörens, des Gespräche Führens, des zu anderen Sprechens und des Szenischen Spiels.

Dem sozialen Aspekt kommt im Sprechen und Zuhörens eine große Bedeutung zu, da es darum geht „eigene Gefühle und Gedanken auszudrücken, Informationen zu geben und zu verarbeiten, auf andere einzuwirken, Probleme zu klären und Entscheidungen zu treffen“9. Beim Sprechen und Zuhören geht es auch darum, sich an vereinbarte Regeln zu halten, die eigene Meinung zu vertreten, sowie über die eigene Meinung nachzudenken und sie ggfs. zu revidieren. Besonders beim Erzählen werden sprachliche Mittel eingesetzt und der Einsatz dieser Mittel reflektiert. Dadurch kommt es zu einer Entwicklung der Ausdrucksmöglichkeiten und somit der eigenen Persönlichkeit.10

Sprechen und Zuhören teilt sich in vier Schwerpunkte ein: Dem verstehenden Zuhören Dem Gespräche Führen Dem zu anderen Sprechen und Dem szenischen Spielen11

In dieser Reihe liegt der Schwerpunkt auf dem Gespräche führen, indem über Märchen erzählt wird. Gleichzeitig wird das verstehende Zuhören gefördert, da die SchülerInnen beim Zuhören auf das Erzählte achten und überprüfen, ob bestimmte Erzählkriterien eingehalten wurden (Figur, Ort, Situation und Reihenfolge).

4. Die Überprüfung des Lern- und Kompetenzzuwachses

Die Überprüfung des Lernzuwachses erfolgt durch gezieltes Beobachten der SchülerInnen mittels der Lehrkraft, sowohl in den Arbeitsphasen als auch in den Reflexionsphasen.

Mündliche Leistungen werden beurteilt, indem auf die Gesprächsfähigkeit der Kinder geachtet wird. Diese Gesprächsfähigkeit wird in drei Bereiche eingeteilt:

1. Sich anderen zuwenden und zuhören,
2. Gesprächsregeln einhalten und über Gespräche reflektieren
3. Sich in Gesprächen äußern.

Darunter zählen, ob ein Kind einem anderen Kind zuhören kann und auf das Gehörte antworten kann oder auf eine Aufforderung hin handelt. Bei Gesprächen achtet man darauf, ob sich ein Kind auf Gesprächssituationen- und rituale einstellen kann und sich auch an diese hält. Ein weiterer Schritt wäre die Reflektion über das eigene Gesprächsverhalten und die Benennung von Gefühlen, Kritik und Eindrücken. Auch die angemessene Formulierung dessen, was es beabsichtigt und die verständliche Darlegung eines Sachverhaltes zählen zu den Gesprächskompetenzen.

Bei diesen mündlichen Leistungen achtet man insbesondere auf das was zu sehen ist (Blickkontakt, Gestik, Haltung, Atmung) , was zu hören ist (Artikulation, Melodieführung, Sprechfluss, Lautstärke/Dynamik) und wie die Sprache aufgebaut ist, sowohl inhaltlich/Themenbezug, Informationsmenge, Strukturierung), als auch formal (Wortwahl, Satzbau), wobei in der Unterrichtsstunde der Schwerpunkt auf der Sprache liegt.12

5. Aufbau der Unterrichtsreihe

6. Curriculare Legitimation der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

Das Thema der Unterrichtsreihe rechtfertigt sich durch den Lehrplan für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen für das Fach Deutsch. Dieser besagt, dass im Bereich Sprechen und Zuhören der Schwerpunkt „zu anderen sprechen“ behandelt werden muss. Die Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 2 sind unter anderem, dass die SchülerInnen Erlebnisse und Geschichten erzählen können und verständlich sprechen.13

Die Medien, welche für diese Reihe benutzt werden sind Märchenbücher, Arbeitsblätter, Media-Player für das bildliche Darstellen von Märchen und Märchenvideos, Bilder und Aufnahmegerät (Handy).

7. Didaktische Reflexion der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

Ziel der Reihe ist es, die mündliche Ausdrucksfähigkeit und Erzählkompetenz der Kinder zu verbessern und sie im aktiven Zuhören zu fördern. Die Reihe wird mit einer Wissensaktivierung begonnen, damit man darauf aufbauend den weiteren Verlauf der Unterrichtsreihe planen und durchführen kann. Im Anschluss werden die typischen Merkmale von Märchen erarbeitet, diese dann in der darauf folgenden Stunde gefestigt, damit eine gemeinsame Basis für das Erkennen und Erlesen von Märchen stattfinden kann. Da der Schwerpunkt der Reihe das Erzählen ist, erarbeiten wir gemeinsam mit den SchülerInnen Erzählkriterien und legen uns auf drei Kriterien fest. Diese wollen wir beim Erzählen und Nacherzählen beachten. Da die SchülerInnen die Reihenfolge nicht beachten, wird die Reihe mit der Einführung des „Roten Fadens“ fortgesetzt, da dieser einen wichtigen Bestandteil beim Erzählen darstellt. Erst durch die Methode des „Roten Fadens“ bekommt das Erzählte Struktur, da die SchülerInnen die formale Reihenfolge mit der inhaltlichen Reihenfolge in Zusammenhang bringen.

[...]


1 Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (MSW NRW) (Hrsg.) (2008): Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen. Deutsch. 1. Auflage. Düsseldorf. S. 23

2 Ebd.

3 Ebd.

4 Ebd.

5 Bartnitzky: Sprachunterricht heute. S. 35

6 Bartnitzky: Sprachunterricht heute. S. 34

7 vgl. Bartnitzky: Sprachunterricht heute. S. 36

8 Ebd.

9 Ministerium für Schule: Lehrplan Deutsch S. 25

10 vgl. Ebd.

11 vgl. Ebd.

12 vgl. Handout Seminar Neuss: Mündliche Leistungen bewerten – aber wie?

13 Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Lehrplan Sachunterricht Grundschule. S. 45

Details

Seiten
17
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656902744
ISBN (Buch)
9783656902751
Dateigröße
553 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v292857
Note
Schlagworte
deutsch grundschule klasse nacherzählen märchens tipps

Teilen

Zurück

Titel: Deutsch in der Grundschule (2. Klasse). Wir üben das Nacherzählen eines Märchens und geben uns gegenseitig Tipps