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Veränderung des "Confirmation Bias" via Manipulation der Verfügbarkeitsheuristik

von Uli Wagner (Autor) Daniel Kasper (Autor) Martin Merkler (Autor)

Hausarbeit 2015 8 Seiten

Psychologie - Kognitive Psychologie

Leseprobe

Die schiere Menge an Informationen und Entscheidungen, die im durchschnittlichen Alltag auf den Menschen hinein brechen, überfordert die kognitive Kapazität ebenjener Individuen zumeist. Um ihrer Herr zu werden, bedient man sich deshalb einiger Vereinfachungsstrategien, die zwar in der Regel zu einer leichteren Zugänglichkeit zur Wirklichkeit führen, jedoch auch Potential zu einer falschen Repräsentation der Außenwelt bieten. In dieser Studie soll das Augenmerk auf den s.g. Confirmation-Bias und seine mögliche Manipulation via der Verfügbarkeitsheuristik fallen.

Einleitung

Es ist Fakt, belegt durch 55 Jahre Forschung, dass Menschen dazu neigen, ihnen auferlegte und selbst erkorene Hypothesen positiv zu testen (Klayman & Ha, 1987). So zeigt sich, dass positive Beispiele weit besser im Gedächtnis behalten werden als negative (Hovland & Weiss, 1953), bestätigende Beispiele eine bessere Akzeptanz und damit Erinnerung erfahren, als nicht bestätigende (Gollob, Rossmann, & Abelson, 1973), und ein Zusammenhang zwischen positiven Beispielen höher gewertet wird, als der zwischen negativen oder vermischten (Jenkins & Ward, 1965). Weiterhin ist es für das bessere Verständnis der vorliegenden Studie wichtig, dass eine Tendenz zur Suche hypothesenkonformen Eigenschaften vorliegt (Tversky, 1977). Dieser Aspekt der ähnlichen Eigenschaften greift auch die Fähigkeit des logischen Urteilens an. Im Falle einer deduktiven Suche nach der Korrektheit einer Hypothese, scheinen Menschen nahezu ausschließlich den bestätigenden Faktoren Aufmerksamkeit zu schenken und jene, welche die These als falsch darstellen könnten, nicht aktiv zu beachten (Wason & Johnson-Laird, 1972).

Im Zuge dessen wird es interessant den Grund dieser einseitigen Betrachtungsweise zu erforschen. Es scheint, dass die Verfügbarkeit der hypothesenbestätigenden Informationen eine entscheidende Rolle beim Ablauf des deduktiven Prozesses erfährt. Durch die vorangehende Aktivierung der hypothesenrelevanten Informationen, sind diese leichter verfügbar und leichter in den Arbeitsprozess einzubeziehen (Tversky & Kahneman, 1973). Dies führt dazu, dass Personen welche eine Hypothese zu bestätigen suchen, eine aktive Häufung des hypothesenbestätigenden Verhaltens finden werden und werden weiterhin via dieser imaginierten Häufung, das selektierte Verhalten als wahren Persönlichkeitsaspekt des Probanden werten.

Damit werden die hypothesenbestätigenden Eigenschaften zu Charaktereigenschaften des zu untersuchenden Objektes (Snyder & Swann, 1978). Sollten sozialinteraktive Situationen getestet werden, wird der getestete Proband an ein oder anderer Stelle das gesuchte Verhalten an den Tag legen (Mischel, 1968) - die Suche nach einer schlüssigen Antwort wird den Fokus des Experimentators auf eben jenes hypothesebestätigende Verhalten legen, sodass Verhaltensweisen welche der Hypothese entgegenstehen ignoriert werden (Snyder & Swann, 1978).

Durch Manipulation der Verfügbarkeit, der mit Persönlichkeitstyp identifizierten Eigenschaften, erhofft die vorliegende Studie den Confirmation-Bias zu reduzieren, oder gar ganz auszuschalten.

Methode

Stichprobe:

Bei den Teilnehmern der Studie handelte es sich um Studienanfänger der psychologischen Fakultät der Universität Trier, die für den Erwerb von Versuchspersonenstunden an dieser Studie teilnahmen.

Bei den Probanden handelte es sich um die gleiche Anzahl von männlichen und weiblichen Studienteilnehmern.

Prozedur:

Die Probanden erhielten vom Versuchsleiter die Instruktion, sie nähmen an einem Experiment teil, in dem untersucht werden solle, „ wie Menschen einander Verstehen “. Eine Möglichkeit eine andere Person kennenzulernen sei, ihr Fragen über ihre Hobbies, Erfahrungen, ihre Wünsche und Vorstellungen, über was sie mag und nicht mag, und ihre Selbstansichten zu stellen.

In einem Gespräch sollten sie versuchen etwas über eine andere Person (die in einem anderen Raum wartet) herauszufinden. In Wirklichkeit gab es keine andere Versuchsperson.

Die Probanden wurden weiterhin instruiert, der anderen Versuchsperson Fragen stellen, um festzustellen, ob eine Beschreibung, die der Proband vom Versuchsleiter auf einer Karte erhielt, auf den Befragten zutreffe, oder nicht.

Hierzu wurden die Probanden in 4 Gruppen aufgeteilt, wobei die Gruppen hinsichtlich des Geschlechts parallelisiert wurden.

Die Beschreibung auf der Karte entsprach einem gewissen Persönlichkeitstyp.

( Beschreibungen von extravertiertem und introvertiertem Persönlichkeitstyp weitestgehend übersetzt von Snyder & Svann, 1978)

Probanden, die der Extravertiert-Hypothese Gruppe zugeteilt wurden, wurden gebeten herauszufinden, inwieweit der Befragte einem typischen Extravertierten entspricht.

Bei der Person handelt es sich um einen Extravertierter Persönlichkeitstyp:

Extravertierte sind typischerweise aufgeschlossen, gesellig, Energie-geladen, selbstbewusst, gesprächig, und enthusiastisch. Generell selbstbewusst und entspannt in Gesellschaft, hat dieser Persönlichkeitstyp nur selten Probleme Gespräche mit anderen Personen am Laufen zu halten. Dieser Persönlichkeitstyp schließt schnell und einfach neue Freundschaften und macht einen vorteilhaften Eindruck auf andere. Von Anderen wird dieser Persönlichkeitstyp normalerweise als freundlich und warmherzig empfunden.

Probanden, die der Nicht-extravertiert-Hypothese Gruppe zugeteilt wurden, wurden gebeten herauszufinden, inwieweit der Befragte einem typischen Nicht-Extravertierten entspricht.

Bei der Person handelt es sich um einen Nicht-Extravertierter Persönlichkeitstyp:

Nicht-Extravertierte sind nicht aufgeschlossen, nicht gesellig, nicht Energie-geladen, wenig selbstbewusst, nicht sehr gesprächig und nur wenig enthusiastisch. Generell eher nicht selbstbewusst und nicht entspannt in Gesellschaft hat dieser Persönlichkeitstyp häufig Probleme Unterhaltungen am Laufen zu halten. Er schließt nicht schnell neue Freundschaften und macht keinen besonders vorteilhaften Eindruck auf andere. Von Anderen wird dieser Persönlichkeitstyp als unfreundlich und nicht warmherzig empfunden.

Probanden, die der Introvertiert-Hypothese Gruppe zugeteilt wurden, wurden gebeten herauszufinden, inwieweit der Befragte einem typischen Introvertierten entspricht.

Bei der Person handelt es sich um einen Introvertierten-Persönlichkeitstyp:

Introvertierte sind typischerweise schüchtern, reserviert, still, distanziert und zurückgezogen. Normalerweise wäre dieser Persönlichkeitstyp lieber alleine und würde ein Buch lesen oder würde eine ernsthafte Diskussion mit einem engen Freund führen als auf eine Party zu gehen oder eine großeöffentliche Versammlung. Häufig scheint dieser Persönlichkeitstyp merkwürdig und unbehaglich in sozialen Interaktionen und macht somit meist keinen guten ersten Eindruck. Von anderen wird dieser Persönlichkeitstyp normalerweise als zurückhaltend und abweisend empfunden.

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Details

Seiten
8
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656918707
ISBN (Buch)
9783656918714
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v292825
Note
Schlagworte
veränderung confirmation bias manipulation verfügbarkeitsheuristik

Autoren

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