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Homo Oeconomicus. Der rational wirtschaftende Mensch und die Neoklassische Kapitalmarkttheorie

Akademische Arbeit 2005 39 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

Einleitung

1 Homo oeconomicus – der rational wirtschaftende Mensch
1.1 Vollkommene Rationalität
1.2 Axiome des rationalen Handelns
1.3 Präferenzen
1.4 Nutzenfunktion

2 Kapitalmarkttheorie (i. e. S.)
2.1 Das Capital Asset Pricing Model (CAPM)
2.2 Die Hypothese der Informationseffizienz

Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Die nachfolgenden Ausführungen verfolgen das Ziel, zu skizzieren, wie die neo-klassische Kapitalmarkttheorie idealtypisch das Verhalten von Anlegern modelliert.

Begonnen wird die Betrachtung mit einer Retrospektive über das mikroökonomische Menschenbild des homo oeconomicus, dessen Gültigkeit traditionell auch für den Anleger auf Kapitalmärkten unterstellt wird.

Daran anschließend werden Kernaussagen der wichtigsten neoklassischen Gedankengebäude innerhalb der traditionellen Kapitalmarkttheorie zusammen-gefasst. Dabei werden parallel stets die Implikationen für das Anlegerverhalten diskutiert.

1 Homo oeconomicus – der rational wirtschaftende Mensch

Die Modelle der traditionellen neoklassischen Kapitalmarkttheorie bauen wie bereits angedeutet, auf dem Menschenbild des homo oeconomicus auf. (vgl. auch De Bondt, 2005, S. 165) Das Modell des homo oeconomicus versinnbildlicht das Bestreben, dem Handeln des Individuums eine übergeordnete Rolle bei der Erklärung von wirtschaftlichen Phänomenen beizumessen. Diese Betrachtungsweise wird auch als methodologischer Individualismus bezeichnet. (vgl. Manstetten, 2000, S. 49-51; vgl. auch Homann/Suchanek, 2005, S. 26 und 367)

Wodurch zeichnet sich aber rationales Handeln aus? In der ökonomischen Literatur wird rationales Handeln unter Unsicherheit in erster Linie mit der Befolgung eines ganz bestimmten Verhaltensprinzips in Verbindung gebracht. Es handelt sich dabei um das Prinzip der Maximierung des Erwartungsnutzens. (vgl. Eichenberger, 1992, S. 5; vgl. auch Goldberg/Von Nitzsch, 2000, S. 38; vgl. ebenso Glaser u. a, 2004, S. 527)[1]

Dieses Prinzip zeichnet sich dadurch aus, dass jede Handlungsalternative unter Annahme von verschiedenen unsicheren Umweltzuständen bewertet wird. Den Umweltzuständen werden dabei bestimmte Wahrscheinlichkeiten zugeordnet. Der Erwartungsnutzen der Alternative entspricht der Summe der mit den jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichteten Nutzenwerte, die sich bei den jeweiligen Umweltzuständen realisieren lassen. Es wird stets die Handlungsalternative mit dem höchsten erwarteten Nutzen gewählt. (vgl. Fama/Miller, 1972, S. 190ff.; vgl. auch Baron, 2004, S. 24-27; vgl. ebenso Franke/Hax, 2004, S. 298-301)

Für die nachfolgende Charakterisierung des homo oeconomicus wird die Maximierung des Erwartungsnutzens als Kernelement rationalen Handelns in den Mittelpunkt gerückt. Davon ausgehend wird untersucht, wie der homo oeconomicus (im Sinne der neoklassischen Theorie) in der Lage ist, stets vollkommen rational zu handeln. Abbildung 1 gibt graphisch einen Überblick über die Strukturierung der weiteren Vorgehensweise.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Bausteine des rationalen Handelns eines homo oeconomicus

(Quelle: eigene Darstellung)

Wie aus der Darstellung in Abbildung 1 hervorgeht, handelt es sich beim rationalen Handeln um ein Zusammenspiel verschiedener Determinanten, die im Folgenden näher beleuchtet werden.[2]

Zunächst werden dazu einige Prämissen dargestellt, durch welche die vollkommene Rationalität des homo oeconomicus konstituiert wird. Darauf folgt eine Auflistung der Axiome des rationalen Handelns. Aus diesen lassen sich Implikationen bzw. Erfordernisse für die Präferenzen ableiten. Zum Abschluss der Betrachtung werden noch einige wichtige Merkmale der sich ergebenden typischen Nutzenfunktion vorgestellt.

1.1 Vollkommene Rationalität

Die vollkommene oder absolute Rationalität des homo oeconomicus zeichnet sich in erster Linie durch den Besitz bestimmter kognitiver Fähigkeiten kombiniert mit der Annahme vollkommener Information aus. Im Detail werden folgende Prämissen angenommen:

- Der homo oeconomicus besitzt komplette Information über alle für eine Entscheidung relevanten Daten. (vgl. Homann/Suchanek, 2005, S. 365)[3]
- Die Reaktionsgeschwindigkeit ist unendlich hoch. Der homo oeconomicus reagiert unverzögert auf alle zugehenden Informationen. (vgl. Scholand, 2004, S. 146; vgl. auch Homann/Suchanek, 2005, S. 365)
- Der homo oeconomicus besitzt keine Emotionen. (vgl. Scholand, 2004, S. 146)
- Die Informationswahrnehmung und -verarbeitung läuft exakt, unverzerrt und fehlerfrei ab, vergleichbar mit der eines Computers. (vgl. Goldberg/Von Nitzsch, 2000, S. 43)
- Wahrscheinlichkeiten für die Erwartungsnutzenmaximierung ermittelt der homo oeconomicus stets unverzerrt und korrekt. (vgl. Goldberg/Von Nitzsch, 2000, S. 43f.)
- Es werden stets statistisch optimale Entscheidungen getroffen. (vgl. Brav/Heaton, 2002, S. 575)
- Der homo oeconomicus zeichnet sich durch Bayesian updating aus. (vgl. De Bondt, 2005, S. 165)[4]

1.2 Axiome des rationalen Handelns

Von Neumann und Morgenstern (1947) zeigten, dass rationales Handeln im Sinne der Maximierung des Erwartungsnutzens mit Hilfe von Axiomen rein formal abgeleitet bzw. dargestellt werden kann. (vgl. Starmer, 2000, S. 334)

Das ursprüngliche Modell[5] wurde im Laufe der Zeit durch weitere Arbeiten[6] aufbereitet und teilweise erweitert. Copeland u. a. (2005) geben eine aktuelle Aufstellung der Axiome zum rationalen Entscheidungsverhalten unter Unsicherheit:[7]

Axiom 1: Comparability (completeness) [Vergleichbarkeit, Vollständigkeit]

Für die gesamte Menge (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) aller unsicheren Alternativen kann ein Individuum eine eindeutige Präferenzaussage treffen. Entweder wird das Ergebnis Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten dem Ergebnis Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten vorgezogen (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) oder aber es wird Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten gegenüber Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten vorgezogen (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) bzw. das Individuum ist zwischen beiden indifferent (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten~Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten).

Axiom 2: Transitivity (consistency) [Transitivität, Konsistenz]

Wenn Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten gegenüber Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten präferiert wird, gleichzeitig aber Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten gegenüber Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten vorgezogen wird, so wird Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten auch gegenüber Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten präferiert. (Wenn Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, dann Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) Wenn ein Individuum indifferent zwischen Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten ist, gleichzeitig ebenfalls indifferent ist zwischen Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, so herrscht zwischen Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten ebenfalls Indifferenz. (Wenn Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten~Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten~Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, dann Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten~Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten)

Axiom 3: Strong independence [Unabhängigkeit]

Es existiere eine Lotterie (gamble), bei der das Individuum mit der Wahrscheinlichkeit Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Ergebnis Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten erhält und mit der Wahrscheinlichkeit (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) Ergebnis Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten bekommt. [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Das Axiom der strong independence besagt nun, wenn das Individuum zwischen Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten indifferent ist, so muss es auch zwischen der Lotterie, die Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten mit Wahrscheinlichkeit Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten sowie Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten mit Wahrscheinlichkeit Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten liefert und einer zweiten Lotterie, die Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten mit Wahrscheinlichkeit Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten sowie Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten mit Wahrscheinlichkeit Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten liefert, indifferent sein. Anders ausgedrückt, wenn Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten~Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, dann Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten~Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Axiom 4: Measurability [Messbarkeit]

Wenn Ergebnis Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten weniger präferiert wird als Ergebnis Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, gleichzeitig aber dem Ergebnis Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten vorgezogen wird, so existiert eine Wahrscheinlichkeit Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, die zur Folge hat, dass das Individuum indifferent sein wird zwischen Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten und einer Lotterie, die Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten mit der Wahrscheinlichkeit Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten mit der Wahrscheinlichkeit Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten liefert. Wenn Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten oder Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, dann existiert ein Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, welches dafür sorgt, dass Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten~Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.[8]

(vgl. Copeland u. a., 2005, S. 46f.)[9]

Es folgen nun einige Ausführungen zum Unabhängigkeitsaxiom (3). Inhaltlich bedeutet das Unabhängigkeitsaxiom, dass sich die Rangordnung (Präferenzaussage) zweier Alternativen nicht verändert, wenn jede Alternative in gleicher Art und Weise mit einer (identischen) dritten Alternative zu einer Lotterie kombiniert wird. (vgl. Fama/Miller, 1972, S. 192)

Wenn eine Person indifferent zwischen einem Ford und einem Chevrolet ist, so muss diese Person ebenfalls indifferent sein (bei unterstellter Kaufentscheidung) zwischen einem Los, das eine 1:500 Chance bietet einen Ford zu gewinnen und einem preisgleichen Los, das mit selbiger Wahrscheinlichkeit einen Chevrolet gewinnt. (vgl. Elton u. a., 2003, S. 223)

Das Unabhängigkeitsaxiom gilt in der Literatur als bedeutendstes Axiom. (vgl. Machina, 1982, S. 277f.; vgl. auch Wu u. a., 2004, S. 401) Dieses Axiom wird oft auch als Substitutionsaxiom bezeichnet. (vgl. Eisenführ/Weber, 2003, S. 216; vgl. Wu u. a., 2004, S. 401) Menschen haben jedoch in der Realität große Schwierigkeiten, dieses Axiom zu befolgen.

Der Entscheidungsträger, der bei seiner Entscheidung strikt nach den postulierten Axiomen vorgeht, zeigt automatisch ein Entscheidungsverhalten, das genau dem Prinzip der Erwartungsnutzentheorie entspricht. (vgl. Elton u. a., 2003, S. 223)

1.3 Präferenzen

Präferenzen können als Ausdruck der Wertvorstellungen eines Individuums aufgefasst werden. (vgl. Kirchgässner, 2000, S. 14) Im Folgenden wird dargestellt, durch welche Eigenschaften sich die Präferenzen eines homo oeconomicus auszeichnen.

Wie in den Axiomen des rationalen Handelns bereits deutlich zum Ausdruck kam, müssen die Präferenzen u. a. vollständig, transitiv und unabhängig sein. Ferner ist von Interesse, welche Größen ausschlaggebend für die Präferenzbildung sind, oder anders gesagt, welche Größen dem homo oeconomicus überhaupt Nutzen stiften. Traditionell werden vor allem monetäre Größen als Determinanten der rationalen Erwartungsnutzenmaximierung angesehen. (vgl. Kahneman/Tversky, 1979, S. 263f., vgl. auch Pelzmann, 2000, S. 5)[10]

Ferner wird dem homo oeconomicus unterstellt, dass er stets eigennützig handelt. (vgl. Kirchgässner, 2000, S. 46; vgl. auch Manstetten, 2000, S. 166; vgl. ebenso Homann/Suchanek, 2005, S. 20)

Spranger (1921) formuliert prägnant: „Der rein ökonomische Mensch ist egoistisch: sein Leben zu erhalten ist ihm die erste Angelegenheit. Folglich steht ihm jeder andere naturgemäß ferner als das eigne Ego. Freiwilliger Verzicht auf Besitz um eines anderen willen ist immer unökonomisch. Wo er daher auftritt, muss er aus anderen Motiven als rein ökonomischen geboren sein.“ (Spranger, 1921, S. 136)

Die klassische Ökonomie geht davon aus, dass sich die Präferenzen des Akteurs nur auf Endgrößen bzw. Zustände beziehen, nicht aber auf relative Veränderungen. (vgl. Rabin, 2002, S. 660) Die Nutzenfunktion ist folglich traditionell über Endvermögenszustände definiert. (vgl. Machina, 1982, S. 284)

Des Weiteren wird den Präferenzen in der traditionellen Ökonomie unterstellt, dass sie über die Zeit konsistent sind. (vgl. Rabin, 1998, S. 38, vgl. auch Read, 2004, S. 428) Es wird auch von konstanten bzw. stabilen Präferenzen gesprochen. (vgl. Eichenberger, 1992, S. 1; vgl. auch Kirchgässner, 2000, S. 39; vgl. ebenso Rabin, 2002, S. 660)

Menschen wollen schöne und erfreuliche Dinge recht bald erleben und unliebsame Dinge auf spätere Zeitpunkte aufschieben. Diese Präferenz, schöne Dinge lieber früher als später erleben zu wollen, wird in der traditionellen Ökonomie durch die Annahme abgebildet, dass Individuen Nutzenströme über die Zeit exponentiell abdiskontieren. Dieses exponentielle Diskontieren impliziert zeitkonsistente Präferenzen. (time-consistent preferences ). Das bedeutet, dass stets dieselbe Präferenzrelation für in der Zukunft liegende Ereignisse (Nutzenströme) herrscht, unabhängig davon, wann das Individuum danach gefragt wird. (vgl. Rabin, 1998, S. 38; vgl. auch Rabin, 2002, S. 668)

Wird z. B. der Erhalt von 1010 £ in 13 Monaten gegenüber dem Erhalt von 1000 £ in 12 Monaten präferiert, so implizieren zeit-konsistente Präferenzen, dass diese Relation auch nach vergangenen 12 Monaten noch bestehen muss. Das bedeutet, dass jetzt immer noch die (nun) in einem Monat zu erhaltenden 1010 £ den (jetzt) sofort erhältlichen 1000 £ vorgezogen werden müssen. (vgl. Read, 2004, S. 428)[11]

Zeitstabilität impliziert des Weiteren, dass sich die Präferenzen über die Zeit nicht ändern, auch wenn das Individuum vielleicht in der Zwischenzeit einmal total verarmen sollte bzw. sehr hohen Reichtum erwirtschafteten würde. (vgl. Goldberg/Von Nitzsch, 2000, S. 45)

1.4 Nutzenfunktion

Neoklassische Nutzenfunktionen sind aufgrund des implizit unterstellten Axioms der Nicht-Sättigung [12] immer monoton ansteigende Funktionen des Geldvermögens. Daraus folgt, dass der Grenznutzen stets positiv ist. Prinzipiell kann die Nutzenkurve daher linear, konkav oder auch konvex sein. (vgl. Fama/Miller, 1972, S. 200) In der neoklassischen Kapitalmarkttheorie wird im Allgemeinen angenommen, dass Menschen risikoscheu sind. (vgl. Markowitz, 1952, S. 77; vgl. auch Stapleton/Subrahmanyam, 1980, S. 2) Eine konkav verlaufende Nutzenfunktion spiegelt risikoscheues Verhalten wieder. Sie weist einen abnehmenden Grenznutzen auf. (vgl. Sharpe u. a., 1999, S. 142f.) Abbildung 2 zeigt eine typische Nutzenfunktion bei Risikoaversion.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Nutzenfunktion bei Risikoscheu

(Quelle: eigene Darstellung, in Anlehnung an Fama/Miller, 1972, S. 200f.)

Herauszustellen ist, dass risikoscheues Verhalten in der ökonomischen Literatur als rationales Verhalten gilt. (vgl. Goldberg/Von Nitzsch, 2000, S. 41)

Traditionell gehen, wie bereits oben angesprochen, nur absolute Größen (Endvermögen) in die Bewertung ein. (vgl. Binswanger, 1981, S. 875, vgl. auch Machina, 1982, S. 284; vgl. ebenso Rabin, 2002, S. 660)

[...]


[1] Das Prinzip der Maximierung des Erwartungsnutzens wird in der Literatur oft auch als Bernoulli-Prinzip bezeichnet. (vgl. z. B. Franke/Hax, 2004, S. 298-301)

[2] Es ist darauf hinzuweisen, dass die Aufspaltung für die weitere Vorgehensweise primär deshalb erfolgt, um die Übersichtlichkeit zu wahren. Inhaltlich bestehen so enge Verknüpfungen, dass eine Aufspaltung nicht nötig erscheint.

[3] Diese Prämisse kann auch mit der Vorstellung des Laplace’schen Dämons verglichen werden. Der Laplace’sche Dämon ist das gedankliche Konstrukt einer Instanz, die über allumfassendes Wissen über Umweltzustände verfügt. (vgl. Kasperzak, 1997, S. 78f.)

[4] Das Theorem von Bayes wird aufgeführt und mit Beispielen erläutert in Manz u. a., 2000, S. 52-54 sowie in Eisenführ/Weber, 2003, S. 169-175.

[5] Die „Urfassung“ der Axiome findet sich in Von Neumann/Morgenstern, 1947, S. 26ff.

[6] Weiterentwickelt wurden die Axiome z. B. von Marschak (1950) und auch von Savage (1954). Savage (1954) entwickelte die subjektive Erwartungsnutzentheorie. (vgl. Eisenführ/Weber, 2003, S. 220f.)

[7] Die textintegrierte Quellenangabe wird stets am Ende der Ausführungen gegeben.

[8] Die Autoren führen noch ein fünftes Axiom (Ranking) auf. (vgl. Copeland u. a., 2005, S. 47) Dieses Axiom wird hier nicht näher betrachtet, um die Komplexität nicht unnötig zu erhöhen.

[9] Eine ähnliche Auflistung der Axiome geben auch Arrow, 1971, S. 46-69; ebenso Fama/Miller, 1972, S. 192; sowie Starmer, 2000, S. 334f. als auch Elton u. a., 2003, S. 223-226. Eine ausführliche Darstellung der Axiomatik im deutschsprachigen Bereich geben Eisenführ/Weber (2003) sowie Franke/Hax (2004). (vgl. Eisenführ/Weber, 2003, S. 211-219; vgl. Franke/Hax, 2004, S. 298-301) Es ist ferner darauf hinzuweisen, dass die im Text gegebene Auflistung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. In der Literatur werden z. T. noch weitere Axiome genannt bzw. andere Bezeichnungen verwendet. (vgl. dazu obige Literaturangaben)

[10] In eine Nutzenfunktion kann prinzipiell auch jede andere Größe eingehen. (vgl. Homann/ Suchanek, 2005, S. 27)

[11] Es soll aber gleichzeitig darauf verwiesen werden, dass das beschriebene Beispiel nicht das reale Verhalten der Menschen beschreibt. (vgl. Read, 2004, S. 428) Menschen besitzen keine zeit-konsistenten Präferenzen. (vgl. Read, 2004, S. 428ff.; vgl. auch Rabin, 1998, S. 38-41)

[12] Das Axiom der Nicht-Sättigung sagt aus, dass Menschen ein größeres Endvermögen stets einem kleineren Endvermögen vorziehen. (vgl. Sharpe u. a., 1999, S. 141)

Details

Seiten
39
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783656897873
ISBN (Buch)
9783656905301
Dateigröße
562 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v292741
Institution / Hochschule
Universität Stuttgart – FB Finanzwirtschaft
Note
1,0
Schlagworte
homo oeconomicus mensch neoklassische kapitalmarkttheorie

Autor

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Titel: Homo Oeconomicus. Der rational wirtschaftende Mensch und die Neoklassische Kapitalmarkttheorie