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Emotionale Intelligenz. Eine kritische Würdigung innerhalb des Kompetenzspektrums

Seminararbeit 2014 18 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Begrifflich-konzeptionelle Grundlegung
2.1 Abgrenzung emotionale und kognitive Intelligenz.
2.2 Emotionale Intelligenz

3 Führen mit emotionaler Intelligenz.
3.1 Ausgewählte Modelle emotionaler Intelligenz.
3.1.1 Modell nach Mayer und Salovey
3.1.2 Modell nach Bar-On
3.1.3 Modell nach Goleman
3.2 Emotionale Intelligenz nach Goleman
3.2.1 Selbstwahrnehmung
3.2.2 Selbstmanagement
3.2.3 Selbstmotivation.
3.2.4 Empathie.
3.2.5 Soziale Fähigkeiten

4 Kritische Würdigung
4.1 Kompetenzspektrum von Führungskräften
4.2 Emotionale Intelligenz innerhalb des Spektrums.

5 Schlusswort

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Komponenten emotionaler Intelligenz nach Mayer und Salovey

Abb. 2: Komponenten emotionaler Intelligenz nach Bar-On

Abb. 3: Modell der emotionalen Intelligenz nach Goleman

Abb. 4: Kompetenzspektrum von Führungskräften

1 Einführung

Die Terroranschläge am 11. September 2001 auf unter anderem das World Trade Center in New York City haben sich in die Geschichte eingebrannt. Diese Katastrophe ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig emotionale Führung ist - vor allem bei Konfrontationen mit Krisen und Tragödien: j Howard Lutnick, Chairman der Brokerfirma Cantor Fitzgerald, verlor durch die- sen Anschlag neben seinem jüngeren Bruder 700 seiner 1000 Mitarbeiter - er richtete jedoch noch am gleichen Tag eine Anlaufstation für die Betroffenen ein, um den überlebenden Mitarbeitern sowie den Angehörigen der Verstorbenen Trost auszusprechen und ihnen so gut wie möglich zu helfen.1 Durch Gesprä- che und Ermutigungen ermöglichten er und die übrigen Mitarbeiter es, schon zwei Tage nach dem Unglück ihre Dienste wieder anbieten zu können. Mit sei- nem Handeln bewies Lutnick eine hohe emotionale Intelligenz: Er kontrollierte seine eigenen Gefühle und half sich und seinen Mitarbeitern, einen gemeinsa- men Weg aus der Tragödie zu finden.2

Es wird also deutlich, dass ein überdurchschnittlicher Intelligenzquotient allein nicht für ein erfolgreiches Leben und Arbeiten ausreicht.3 Emotionen sind ein wichtiger Bestandteil des Lebens in Organisationen.4 Auch in vielen alltäglichen Situationen spielt die Fähigkeit, seinen eigenen Emotionen bewusst zu werden und sie lenken zu können eine wichtige Rolle, ebenso wie der intelligente Um- gang mit Emotionen von anderen - der Begriff der emotionalen Intelligenz.5

In der heutigen Zeit wird das allgemeine emotionale Klima in einem Unterneh- men ebenso wie sowohl individuelle, als auch gruppenbezogene emotionale Fähigkeiten als sehr wichtig angesehen.6 Jedes Individuum verfügt über Emoti- onen und kann sich dessen auch bewusst werden, jedoch existieren erhebliche Unterschiede dahingehend, in wie weit sie diese Emotionen auch bei anderen wahrnehmen, regulieren und als Entscheidungshilfe verwenden können.7 Dies ist auch der Grund, weshalb in Unternehmen Seminare zur angeblichen Steige- rung der emotionalen Intelligenz sich einem immer stärker wachsenden Inte- resse erfreuen.8

Was versteht man konkret unter emotionaler Intelligenz? Und wie wichtig ist diese Form der Intelligenz wirklich am Arbeitsplatz und vor allem bei Führungs- kräften? Diesen Fragen möchte ich im Rahmen meiner Seminararbeit nachgehen. K Hierfür werde ich zuerst einige grundlegende Informationen zum Verständnis anführen und danach verschiedene Modelle der emotionalen Intelligenz, mit Fokus auf das bekannteste Modell, erläutern. Im letzten Teil meiner Arbeit werde ich den Stellenwert der emotionalen Intelligenz innerhalb des Kompetenzspektrums herausarbeiten und kritisch würdigen.

2 Begrifflich-konzeptionelle Grundlegung

2.1 Abgrenzung emotionale und kognitive Intelligenz

Unter „Intelligenz“ versteht man die Fähigkeit, den von der Außenwelt gestellten Anforderungen bestmöglichst gerecht zu werden.9 j Der Begriff emotionale Intelligenz ist vielen Menschen unbekannt. Dies liegt daran, dass der Begriff vor dem Hintergrund der Intelligenz, die sich durch den Intelligenzquotienten (IQ) messen lässt, entstand.10 Dieser IQ spielt vor allem bei dem Versuch, verschiedene Bildungsniveaus miteinander vergleichbar zu machen, eine große Rolle; jedoch sind diese Tests nicht von ausreichender Aussagekraft in Bezug auf die „komplette Intelligenz“ eines Menschen.11 Verfügt ein Individuum über einen hohen IQ, verbindet man damit meist überdurch- schnittliche Leistungen wie herausragende Schulnoten.12 Tests zur Messung dieses Quotienten beschränken sich jedoch tatsächlich fast ausschließlich auf solche intellektuellen Fähigkeiten.13 Kognitive Intelligenz ist also zwar eine effektive Variable für beruflichen Erfolg, jedoch reicht dieser Prädiktor allein für ein erfolgreiches Handeln im alltäglichen Leben nicht aus.14

2.2 Emotionale Intelligenz

Nachdem der Begriff der kognitiven Intelligenz geklärt ist, stellt sich nun die Frage, was unter emotionaler Intelligenz konkret verstanden wird. Diesen Be- griff klar zu definieren fällt vor allem schwer, da diese Form der Intelligenz nicht so einfach gemessen werden kann wie der oben beschriebene IQ.15 Grundle- gende Ideen von emotionaler Intelligenz gehen bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Doch erst in den letzten Jahren wurde das Thema durch Literatur von zum Beispiel David Goleman der breiten Öffentlichkeit bekannt.16 Nach ihm lässt sich emotionale Intelligenz primär als die Kompetenz beschrei- ben, seine eigenen Emotionen wahrnehmen, kennen und sich selbst motivieren zu können. Außerdem schließt emotionale Intelligenz die Fähigkeit ein, sich in andere Menschen einzufühlen und mit deren Emotionen adäquat umzugehen.17

Abschließend ist noch zu klären, ob und wenn ja wie sich emotionale Intelligenz messen lässt. Die Messung des IQs ist simpel, da diese Test ergebnisbezogen sind - die Wahrnehmung von Emotionen spielt sich jedoch im Inneren jedes einzelnen Individuums ab, was eine Messung an sich nahezu unmöglich macht.18 Daher wurden lediglich feste Bestandteile emotionaler Intelligenz festgelegt, die sich in gewisser Weise bewerten lassen.19 Diese „Bausteine“ werden im weiteren Verlauf dieser Arbeit noch näher erläutert.

3 Führen mit emotionaler Intelligenz

3.1 Ausgewählte Modelle emotionaler Intelligenz

Es existieren verschiedene Ansätze zur emotionalen Intelligenz, die Kernaussage ist jedoch bei allen sehr ähnlich: Im Rahmen der emotionalen Intelligenz geht es um die Wahrnehmung und Regulation sowohl der eigenen, als auch fremder Emotionen.20

Im Folgenden werden einzelne Modelle vorgestellt und anschließend das bekannteste dieser Modelle näher erläutert.

3.1.1 Modell nach Mayer und Salovey

Der Begriff der emotionalen Intelligenz kam erstmals 1900 durch das von John Mayer und Peter Salovey entwickelte Modell auf.21 In ihrem Konzept definieren sie emotionale Intelligenz wie folgt:

„We define emotional intellligence as the subset of social intelligence that involves the ability to monitor one`s own and others` feelings and emotions, to discriminate among them and to use this information to guide one`s thinking and actions.“22

Mayer und Salovey konkretisieren emotionale Intelligenz also mit Hilfe dreier Hauptaspekte: Zum einen zählt zur emotionalen Intelligenz die Wahrnehmung eigener und fremder Gefühle sowie die Fähigkeit zur Differenzierung zwischen diesen Emotionen; zum anderen wird auch der Aspekt der effektiven Nutzung, Steuerung und Kontrolle von Emotionen betrachtet.23 In diesem Modell werden jeweils zwei Perspektiven betrachtet: Die eigene und die Sichtweise auf die Au- ßenwelt.

Die nachfolgende Grafik veranschaulicht den Sachverhalt:

[...]


1 Vgl. Goleman, D., 2007, S. 12

2 Vgl. Goleman, D., 2007, S. 12 f.

3 Vgl. Neuhaus, H., 2010, S. 11

4 Vgl. Abraham, R., 2006, in: Schulze, R., Freund, P., Roberts, R., S. 258

5 Vgl. Goleman, D., 2010, S. 9

6 Vgl. Roberts, R., 2006, in: Schulze, R., Freund. P., Roberts, R., S. 330

7 Vgl. Von Kanitz, A., 2012, S. 28 f.

8 Vgl. Roberts, R., 2006, in: Schulze, R., Freund, P., Roberts, R., S. 330

9 Vgl. Neuhaus, H., 2010, S. 14

10 Vgl. Pletzer, M., 2007, S. 9

11 Vgl. Pletzer, M., 2007, S. 9

12 Vgl. Wurzer, J., 2012, S. 10

13 Vgl. Neuhaus, H., 2010, S. 14

14 Vgl. Neubauer, A., Freudenthaler, H., 2006, in: Schulze, R., Freund, P., Roberts, R., S. 40

15 Vlg. Pletzer, M., 2007, S. 9

16 Vgl. Krause, K., 2007, S. 9

17 Vgl. Von Kanitz, A., 2012, S. 26 f.

18 Vgl. Von Kanitz, A., 2012, S. 30

19 Vgl. Von Kanitz, A., 2012, S. 33

20 Vgl. Meves, Y., 2013, S. 29, zit. nach Davies et al., 1998, S. 989 f., Goleman, 1998, S. 317f., Mayer/Salovey, 1997, S. 5, Goleman, 1995, S. 34

21 Vgl. Neubauer, A., Freudenthaler, H., 2006, in: Schulze, R., Freund, P., Roberts, R., S. 39

22 Salovey, P., Mayer, J.D., 1989, S. 199

23 Vgl. Neubauer, A., Freudenthaler, H., 2006, in: Schulze, R., Freund, P., Roberts, R., S. 41

Details

Seiten
18
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656897736
ISBN (Buch)
9783656897743
Dateigröße
839 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v292676
Institution / Hochschule
Hochschule Heilbronn, ehem. Fachhochschule Heilbronn – Campus Schwäbisch Hall
Note
1.3
Schlagworte
Intelligenz Emotionale Intelligenz Kompetenzspektrum Führungskompetenz

Autor

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