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Der Aufstieg und Fall des Hans Giebenrath. Inhaltsangabe zu Hermann Hesses "Unterm Rad"

Skript 2013 5 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Hermann Hesse - Unterm Rad

Der Aufstieg und der Fall des Hans Giebenrath

Generell

- Hermann Hesse 1877 - 1962, wichtigste Werke: Steppenwolf, Siddhartha, Demian, Narziss und Goldmund, Das Glasperlenspiel
- ÄUnterm Rad“ erschien 1906
- konkrete biographische Bezüge: Hans und Hermann heißen die zwei Hauptakteure; Hesses Bruder, der sich in der Tat umbrachte (allerdings lange nach Erscheinen des Werkes 1935, Herforth S. 17f.), hieß Hans, auch Hermann Hesse beging in seiner Jugend einen Suizid- versuch (Herforth, S. 8); in späteren Jahren weiterhin depressive Tendenzen; Hesse war selbst sieben Monate lang in Maulbronn (Esselborn-Krumbiegel, S. 64, Herforth, S. 7; allgemein vgl. auch Herforth S. 75f.)
- Fokus auf dem repressiven Bildungswesen: viele Kommentare des Erzählers, in denen er sich negativ/satirisch über Schule und Staat äußert
- roter Faden: sich beständig aufbauender Druck von außen, den Hans internalisiert (ÄIchSchwäche“, Esselborn-Krumbiegel, S. 77)
- Wasser als wichtiges Element: Kinderfreude (Angeln) wird verboten, Freundschaft mit Heilner beginnt am See, Mitschüler ertrinkt, Visionen vom Wasser, eigener Tod
- chronologische Aufarbeitung im Referat, da es (quasi) nur einen Protagonisten gibt [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Charakterisierung Hans‘ erfolgt chronologisch, da er sich sehr verändert

Erstes Kapitel

- Plot: Hans Giebenrath, Sohn eines einfachen Mannes, stellt sich als sehr begabter Schüler heraus; soll am Landexamen in Stuttgart (Ä[…] den das Städtlein zum peinlichen Wettbewerb zu entsenden dachte.“, S. 11) teilnehmen, um Ausmaß des Talentes zu messen
- Druck: deswegen zusätzlichen Unterricht durch den Rektor, den Stadtpfarrer und den Mathematiklehrer, dazu Konfirmandenunterricht; Ä[…]benützte von nun auch die Spaziergänge zum Lernen und lief still und verscheucht mit übernächtigtem Gesicht und blaurandigen, müden Augen herum.“ (S. 13)
- Jeglicher Freizeit beraubt: das Angel wird ihm verboten, die Kaninchen weggenommen, für seinen Freund August hat er keine Zeit mehr
- Frust schon vor dem Landexamen bemerkbar: Hans zerschlägt mit der Axt den kleinen Stall
- großer Druck vor dem Examen: von 118 Kandidaten kommen nur 36 weiter (S. 27)
- Wasser: treibt flussabwärts im Bach nach dem Examen (reinigende Erfahrung; S. 36)
- Aufstieg: erfährt, dass er beim Examen wider eigenes Erwartens Zweiter geworden ist

Zweites Kapitel

- Resümee der Lernzeit: ÄGriechisch und Latein, Grammatik und Stilistik, Rechnen und Memorieren und der ganze folternde Trubel eines langen, ruhelosen, gehetzten Jahres sanken still in der schläfernden Stunde unter.“ (S. 52)
- entspannt am Tag nach dem Examen, obgleich er auch merkt, dass er mit den Mitschülern nichts mehr anfangen kann
- Anspruch an sich selbst: ÄBloß das eine wurmte ihn, daß er nicht vollends Erster geworden war.“ (S. 58) → Vergleich: dachte davor, dass er durchgefallen sei
- Druck: Angebote vom Stadtpfarrer, ihm ein, zwei Stunden täglich Hebräisch, vom Rektor, ihm ein, zwei Stunden täglich Griechisch und vom Mathelehrer, ihm vier Mal die Woche Algebra und Geometrie beizubringen; muss deswegen bis spät abends auch Hausaufgaben machen; hat wieder viel Kopfschmerzen (vgl. S. 60ff.)
- Bildungswesen: ÄSeine [des Rektors] Pflicht und sein ihm vom Staat überantworteter Beruf ist es, in dem jungen Knaben die rohen Kräfte und Begierden der Natur zu bändigen und auszurotten und an ihrer Stelle stille, mäßige und staatlich anerkannte Ideale zu pflanzen.“ (S. 69)
- Bildungswesen: ÄUnd wie ein Urwald gelichtet und gereinigt und gewaltsam eingeschränkt werden muß, so muß die Schule den natürlichen Menschen zerbrechen, besiegen und gewaltsam einschränken […]“ (S. 69f.)
- Hans fährt zum Seminar (=Klosterinternat Maulbronn)
Drittes Kapitel
- Beginn der Selbstentfremdung: Ankunft in Maulbronn
- Hermann Heilner: Charakterisierung als Dichter, Schöngeist; tiefsinnig (vgl. S. 94)
- S. 101: Freundschaften werden geschlossen aber da Hans so schüchtern ist, bleibt er alleine zurück: ÄSo blieb er fleißig am Pult verharren, litt aber Neid und Sehnsucht, wenn er andere sich ihrer Freundschaft freuen sah.“
- Wasser/Freundschaft: auch Herrmann Heilner bleibt allein, bis sie sich nach einer zufälligen Begegnung am See langsam anfreunden
- Heilner bricht nach einer Prügelei in Tränen aus und Hans steht ihm bei; vgl. S. 109f.: kurzer Kuss zwischen den beiden → recht unschuldige Homoerotik
- Gegensätze: gelten als ungleiches Paar: Heilner leichtsinnig, Dichter - Hans gewissenhaft, Streber (vgl. S. 111)
- Druck: bisher nutzte Hans die Abendstunden zum Lernen, jetzt nimmt Heilner ihn in Anspruch
- Heilner selbst leidet an depressiven Anfällen (vgl. S. 115f.; Ämelancholische Stunden“, Ätodunglücklich“)
- negativer Einfluss der Freundschaft auf Hans: ÄZwar fühlte er dunkel, daß die Freundschaft mit dem Sonderling ihn erschöpfte und irgendein bisher unberührten Teil seines Wesens krank machte […]“ (S. 117)
- nach Schlägerei mit einem anderen Schüler vor dem Ephorus (=Leiter protestantischer Schulen) wird Heilner aus der Gemeinschaft ausgeschlossen und auch Hans ist zu feige, um zu ihm zu stehen
- Heimreise an Weihnachten

[...]

Details

Seiten
5
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656897248
Dateigröße
920 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v292622
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2,0
Schlagworte
aufstieg fall hans giebenrath inhaltsangabe hermann hesses unterm

Autor

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Titel: Der Aufstieg und Fall des Hans Giebenrath. Inhaltsangabe zu Hermann Hesses "Unterm Rad"